Tops & Flops 2017

Da ich bekanntermaßen in diesem Jahr so einige Filme gesehen habe (nach aktueller Zählung waren es, abzüglich der Episoden von MASTERS OF HORROR und sechs Doppelsichtungen jetzt „nur“ 660, bzw. jetzt 663; ob ich die 666 bis Mitternacht voll bekomme?), lohnt es sich zu diesem Zeitpunkt am Ende des Jahres mal darauf zurückzublicken, zu rekapitulieren und einen genaueren Blick zu riskieren.

Tatsächlich waren es trotz der großen Zahl mehr gute als schlechte Filme, viel Durchschnitt, aber auch nicht so viel, wie ich gemeinhin gedacht hätte.

Dazu mal ein paar Zahlen:

  • es gab sage & schreibe 460 Erstsichtungen
  • Hauptaugenmerk lag seit dem Sommer auf Brit-Horror (ca.112), davon alleine alle, nach meiner Zählung, 56 Horrorfilme der Hammer Films Productions (insgesamt 75 Filme des Studios habe ich dieses Jahr gesehen)
  • dazu 52 Vampirfilme, da hatte ich mir mehr vorgenommen
  • daneben 63 Gialli, eines meiner Lieblings-Genre
  • außerdem habe ich bereits im Frühsommer alle Filme aus Die Galerie des Grauens, Die Rückkehr der Galerie des Grauens und Die Rache der Galerie des Grauens gesehen (28 Filme)

Nur 98 Filme siedelte ich unter dem Durchschnitt an, gar nur 35 als wirklich schlecht bzw. langweilig, uninteressant oder nervig. Also kommen wir als erstes zu meinen größten Enttäuschungen des Jahres (die nicht zwingend mit den schlecht-bewertesten übereinstimmen), der

Flop 10:

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10. NIGHT OF THE DEMONS (2009)

Die originalen drei Teile waren schon nicht der Hammer, aber zumindest konnte man die ersten beiden ohne Schmerzen weggucken, und auch der dritte war halt einfach nur schlecht, so what?

Im Remake hingegen krankt es an allen Ecken und Enden; das Drehbuch spart einem keine schmerzliche Doofheit aus, die Dialoge sind so schrecklich wie die Darsteller, u.a. Shannon Elizabeth und Edward Furlong, und die Regie schlecht sind, zudem ist das ganze auch noch eher langweilig fotografiert. Da nützt auch all das recht anständige Geschmodder nichts mehr.

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09. THE WIZARD OF MARS (1965)

Regisseur David L. Hewitt versammelte eine Gruppe Schauspieler im Great Basin National Park in Nevada, der hier die Mars-Oberfläche doubeln soll. Das Bild wurde rot eingefärbt, eine damals übliche Methode, um die Atmosphäre eines fremden Planeten darzustellen. Und so tuckern die Raumfahrer in dieser Oz-Variante für fast eine Stunde durch den Park, vorbei an Sturzbächen und durch Tropfsteinhöhlen, und irgendwann landen sie im Schloss des Überwesens John Carradine. Der Altstar, der öfters für solchen Trash gebucht wurde (so auch Hewitts späteren Versuch eines Anthologie-Horrors „Galerie des Grauens“), darf das letzte Drittel fast im Alleingang bestreiten. Mit einem schier endlos scheinenden Monolog. ‚Nuff said.

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08.GALLOWWALKERS (2012)

Die Karriere von Wesley Snipes war eigentlich schon sanft entschlummert, noch bevor er wegen Steuerhinterziehung hinter schwedischen Gardinen landete; also wieso sollte es was anderes als ein mieser B-Film sein, der seine Rückkehr als Schauspieler markierte? Der Vampirwestern ist ziemlich blutig und gibt sich bemüht cool, doch die dünne Geschichte ist nicht wirklich gut ausgearbeitet und so zieht sich der Film im Mittelteil wie Kaugummi. Ärgerlich vor allem deswegen, da man im Abspann sieht, dass man zumindest auf dem Papier einige sehr coole Design-Ideen für das Outfit der verschiedenen Charaktere hatte, von denen im Film dann nichts mehr übrig geblieben ist.

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07. DYING OF THE LIGHT (2014)

Nicolas Cage ist wahrlich nicht wählerisch in der Auswahl seiner Rollen, und so sind in seiner Filmographie der jüngeren Vergangenheit einige üble Nulpen vertreten. Und Paul Schrader ist zwar ein begnadeter Drehbuchautor (YAKUZA, TAXI DRIVER oder WIE EIN WILDER STIER), doch als Regisseur ist ihm noch nie ein großer Wurf gelungen. Seine ersten beiden Filme BLUE COLLAR und HARDCORE – EIN VATER SIEHT ROT sind recht gelungen, aber danach folgte viel Mist (ich habe letztens erst den HBO-Film MAGIC MURDER gesehen), doch DYING OF THE LIGHT schießt mit seiner schwammigen Aussage und dem eher antiklimatischen Ende wirklich den Vogel ab.

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06. DJINN – DES TEUFELS BRUT (2013)

Tobe Hooper, der mit seinem ersten Langfilm THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE sich gleich einen festen Platz der Hall of Fame der Horrorfilme sicherte, hatte schon lange keinen Kinofilm mehr gedreht (THE MANGLER datiert von 1995); da kam das Angebot, den ersten arabischen Horrorfilm zu inszenieren, bestimmt sehr gelegen. Mit diesem profillosen, langweiligen Mist hat er sich aber leider keinen Gefallen getan. Auch wenn er sich gerade in den 90ern schon so manchen Griff ins Klo geleistet hat, kann man DJINN durchaus als seinen schlechtesten Film bezeichnen.

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05. HÖLLENHUNDE DES SECRET SERVICE (1965)

Diesen Eurospy von Umberto Lenzi habe ich tatsächlich noch vor dessen Ableben im Oktober diesen Jahres in den Player geschoben. Der Italiener war auch kein Kind von Traurigkeit und in den 80ern nicht vor billigen Schund, der damals in seiner Heimat zuhauf gedreht wurde, gefeit. Doch er war auch schon viel früher in der Lage, Müll zu produzieren. Dieser Film kann einem als Schlafmittel gute Dienste leisten, vor allem weil Lenzi viel sogenanntes Stock Footage (=Aufnahmen aus Film-Archiven), das auch in einer Urlaubs-Doku vorkommen könnte, verwendet hat.

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04. SYMPHONY IN BLOOD RED (2010)

Hierbei handelt es sich um einen experimentellen Neo-Giallo des Italieners Luigi Pastore, bei dem das Geschehen die meiste Zeit aus der Sicht des psychopathischen Mörders gezeigt wird. Die Geschichte wird in Fragmenten erzählt (wenn man es denn so nennen will) und hangelt sich größtenteils von einer Gewalttat zur nächsten, wobei man aufgrund diverser Verfremdungen am Bild manchmal kaum etwas sieht. Diese Optik (und auch der Sound) sind leider so enervierend, dass sich dieses Machwerk noch nicht einmal als Schlaftablette eignet. In Deutschland ist der brutale Film lustigerweise ungeschnitten von der FSK durchgewunken worden.

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03. MOONTRAP – ANGRIFFSZIEL ERDE (2016)

Der erste Teil MOONTRAP hat sich über die Jahre zu eine Art Kultfilm entwickelt (ich frage mich immer noch, warum), aber bis zur Produktion eines zweiten Teils, lange von den Fans erwartet, da im Vorgänger längst nicht alle Fragen geklärt wurden, brauchte Regisseur Robert Dyke ganze 27 Jahre. Und die Überraschung war groß, denn es blieb festzustellen, dass der Film mit dem ersten Teil eigentlich gar nichts gemein hatte. Die zerfahrene, vor Unlogik strotzende Story, nimmt keinerlei Bezug auf den Erstling und verrennt sich in pseudo-philosophische Phrasen und nebulöse Motivationen und unwahrscheinliche Gegebenheiten. Dazu gesellen sich noch Effekte, die selbst The Asylum die Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Ein Film, der selbst an der Qualitätskontrolle von SyFy scheitern würde, und die sind bekanntermaßen nicht wählerisch. Hier geht’s zu meinem Review auf Badmovies.de…

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02. SPACE TROOPER (2014)

Man könnte diesen Film eigentlich ganz schnöde als billigen Sci-Fi-Action-Schrott für den Grabbeltisch (mit Kevin Sorbo in einer kleinen Nebenrolle) abtun, die unlogische Plotte ignorieren, den eintönigen Look und die generische Action mit einem müden Lächeln zur Kenntnis nehmen, aber SPACE TROOPER ist von dermaßen fragwürdiger Moral, dass er sich seine Erwähnung in dieser Liste redlich verdient hat. Er könnte, statt auf einem fremden Planeten, genauso gut im Irak oder Afghanistan spielen. Das auf gute Soldaten (das Militär ist immer gut, selbst das des Feindes!), böse Extremisten und verblendete, aber harmlose Zivilisten heruntergebrochene Weltbild lässt einem die Magensäure hochkochen. Und wenn der glorreiche Scharfschütze die unterdrückte Frau des Feindes zu einem selbstbestimmten Wesen vögelt, möchte man glatt kotzen.

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01. VIOLENT SHIT: THE MOVIE (2015)

Und wieder haben wir hier Luigi Pastore, der hier seine Inkompetenz als Regisseur an einem weiteren Neo-Giallo zur Schau stellen durfte. Dieser lehnt sich mit Titel und Bösewicht an eine der bekanntesten deutschen Amateur-Schmodder-Filmreihen an, hat aber inhaltlich, wie sollte es anders sein, nichts weiter damit zu tun. Das beste, das man über diesen wirren Schwachsinn sagen kann, dass es als Film erkennbar ist, und das sogar eher als sein SYMPHONY IN BLOOD RED. In allen anderen Punkten ist der Film Pastores Vorgänger aber deutlich unterlegen, und hat, so komisch es ist, so etwas zu sagen, mit den deutschen Schmodder von annodazumal leider gar nichts gemein, denn selbst die Gore- und Splatter-Szenen sind in der HD-Optik durchschaubar und sehr lustlos konzipiert. Und der unwitzige Auftritt von Enzo G. Castellari und Luigi Cozzi ist da sogar das Highlight des Films. VIOLENT SHIT: THE MOVIE dürfte mehr gekostet haben als seine drei namentlichen Vorgänger zusammen, Pastore unterbietet aber deren Niveau in seiner Unfähigkeit, einen richtigen, unterhaltsamen Film zu inszenieren, sogar noch. Hier ein kurzes Review auf schnittberichte.com…

Honorably mentioned; Filme, die mich enttäuschten, auch wenn sie nicht zwingend zu den schlechtesten zählen:

KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE (2017), NACHTS WENN DAS SKELETT ERWACHT (1973), DRACULA UNTOLD (2014), THE FLOCK – DUNKLE TRIEBE (2007), THE GRUESOME TWOSOME (1967), VAMPYRES – LUST FOR BLOOD (2015), DER FLUCH DER FLIEGE (1965)

Und mit insgesamt 204 Einträgen nahm auch das Mittelfeld deutlich weniger Platz ein, als ich zunächst gedacht hätte; alles Filme, die keinem weh tun, die man gucken kann, aber nicht muss. Dazu gesellen sich noch 61 Filme der Marke „ganz gut“ (6,5/10), die das Mittelfeld erweitern.

Also kommen wir gleich zu den guten Filmen, die mein Jahr seit April bereichert haben, summa summarum also beachtliche 300 Titel, demnach war es ein gutes Jahr. Im Spitzenfeld tummeln sich viele meiner All-Time-Favorites, Filme, die man immer wieder mal glotzt, weil sie einem so ans Herz gewachsen sind. Diese werden in der folgenden Auflistung ausgespart, es geht einzig um neu- und vielleicht noch wiederentdeckte Perlen. Es ist mir hier schwer gefallen, mich bei der Masse an unterhaltsamen Werken auf einige wenige zu beschränken,

aber hier ist meine

Top 20

für 2017:

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20. DER MAFIA-KILLER (1973)

Eigentlich ist das ein ziemlich schlechter Film aus der Grindhouse-Ära der frühen 70er-Jahre. Der frühere B-Comedian Duke Mitchell inszenierte sich selbst in diesem ernsthaft als Gangster-Epos ausgelegten Trash, das seine eigenen hohen Ansprüche um Äonen verfehlt, aber dafür saftige Unterhaltung garantiert. Gerade wenn Mitchell zu einem seiner vollkommen ernst gemeinten, aber völlig am Thema vorbeigehenden Monologe ansetzt, bleibt kein Auge trocken. Die deutsche Synchronisation ist dabei immer sehr angemessen. Die tolle Veröffentlichung von Subkultur in ihrer Grindhouse Collection kann ich jedem Trashfan ans Herz legen.

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19. KNIGHTRIDERS – RITTER AUF HEISSEN ÖFEN (1981)

Ich hätte nicht gedacht, dass die Retrospektive zum im Juli verstorbenen George A. Romero noch solch ein Juwel ans Licht bringt. Das Schausteller-Drama nimmt als nur einer von zwei No-Horror-Movies des Regisseurs eine Sonderstellung in seinem Oeuvre ein. Ein toller Film, trotz Überlänge nie langweilig, was auch ein Verdienst der guten Darsteller, allen voran Ed Harris als idealistischer Anführer Arthur der als Motorrad-Ritter durch die USA tourenden Truppe. Aber auch Tom Savini weiß als sein Kontrahent Morgan zu überzeugen. Den hätte ich schon als Kind geliebt, denn da konnte ich noch eher auf den ganzen Mittelalter-Kram. Ich empfehle die Arrow Films-Scheibe, da der Film eh nie vollständig deutsch synchronisiert worden ist.

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18. RUNNING ON KARMA (2003)

Ein wundervoller Film von Johnnie To, der zwar in Hongkong seinerzeit voll abgeräumt hatte, aber es erst nach einer halben Ewigkeit hier nach Deutschland geschafft hat. Eine wilde Mischung aus Buddy-Movie, Krimi, Horror und Drama um das buddhistische Prinzip des Karma. Ist er in einem Moment noch lustig und beschwingt, bleibt einem im nächsten ein Kloß im Hals stecken. Großes Kino, dass auch mal eine Blu-ray VÖ verdient hätte. Derzeit muss man sich mit der (sehr günstig zu erstehenden, aber technisch einwandfreien) DVD von Splendid Films zufrieden geben. Zu meinem Review auf Badmovies.de geht es hier lang, aber auch hier auf dem Blog gibt es eine kürzere Version…

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17. THE SEASONING HOUSE (2012)

Dieser ungewöhnliche Film vermengt Kriegsdrama mit Horror-Thriller und lebt vor allem von der Leistung der jungen Hauptdarstellerin Rosie Day, die sich im letzten Drittel mit dem fiesen Soldaten Sean Pertwee anlegen darf. Eindringlich, drastisch und spannend. Capelight Pictures brachte den Film sowohl im Mediabook als auch einzeln als DVD und Blu-ray.

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16. DER ARZT & DIE TEUFEL (1960)

Eine Umsetzung der True Crime Geschichte um die Leichendiebe Burke & Hare, die hier den Lehrarzt Peter Cushing beliefern und ihre Leichen später selbst produzieren. Ungewöhnlich freizügig für seine Zeit (es gibt eine Nacktszene), brutal und unglaublich fies. Donald Pleasance liefert eine Glanzleistung als hinterlistiger, skrupelloser William Hare; meine Fresse, ist der dreckig und hundsgemein. Die DVD von Schröder Media ist leider ein schlechter Witz, Bild auf VHS-Niveau, nicht einmal anamorph, das sieht alles andere als schön aus. Aber wenigsten ist er ungeschnitten, und der Film ist auch so weltweit nicht gerade mit vielen, geschweige denn hochklassigen Veröffentlichungen gesegnet.

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15. DAS WILDE AUGE (1967)

Paolo Cavaras filmische Abrechnung mit seinen alten Weggefährten Jacopetti und Prosperi ist ein für seine Zeit ungewöhnlich harter Stoff. Ein skrupelloser Dokumentarfilmer tut alles für gute Aufnahmen und zieht die junge Barbara in seinen Bann. Zynisch, pessimistisch und abstoßend schildert er die Tätigkeit des vermeintlichen Journalisten. Früher auf VHS war der Film geschnitten, auf der DVD gibt es ihn in voller Länge, von MCP mit einer obskuren FSK12, die die SPIO-Datenbank allerdings nicht bestätigen kann.

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14. DAS HAUS DER LACHENDEN FENSTER (1976)

Genauso hätte hier auch ZEDER – DENN TOTE KEHREN WIEDER stehen können, denn beide Filme von Pupi Avati habe ich dieses Jahr zum ersten Mal gesehen, beides sind hervorragende Okkult-Horrorfilme mit einem sicheren visuellen Gespür und einer sich stetig steigernden unheimlich-bedrohlichen Atmosphäre. Beide kamen als ungeschnittene DVD vom Label CMV Laservision, letzterer erscheint demnächst auch auf Blu-ray im Rahmen von X-Rateds European Cult Collection.

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13. GUARDIANS OF THE GALAXY VOL.2 (2017)

Bezeichnenderweise der einzige aktuelle Film in dieser Liste und einer von zwei Filmen, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe (der andere war THOR: RAGNAROK). Und ich habe lange nicht mehr so viel Spaß im Kino gehabt, ein großartiger Film mit einem superben Soundtrack. Gibt es natürlich in allen gängigen Varianten, u.a. als sehr hübsches Steelbook.

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12. BETRACHTEN WIR DIE ANGELEGENHEIT ALS ABGESCHLOSSEN (1973)

Ein teils niederschmetterndes Krimi-Drama von Vittorio Salerno, in dem der Zeuge eines Mordes, da er sich nicht entschließen kann, die beobachtete Tat zu melden, alsbald selbst ins Visier der Ermittler und die Mühlen der Justiz gerät. Sehr mitreißend ist die Darstellung seiner sich breit machenden Paranoia. Den Film gibt es in der von mir sehr geschätzten Reihe Italian Genre Cinema Collection von Camera Obscura. Im September erschien hier übrigens auch Salernos ebenfalls exzellenter Thriller FANGO BOLLENTE. Zu dem Film schrieb ich mein erstes Review für Badmovies.de, eigentlich eher unpassend aufgrund der hohen Qualität des Films…

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11. SICARIO (2015)

Denis Villeneuve gehört wohl zu den interessantesten Regisseuren der Traumfabrik in unserer Zeit. Die Filme des Kanadiers sind nie auf den kleinsten gemeinsamen Nenner des Publikums zugeschnitten, sondern eigensinnig, manchmal auch sperrig, aber immer intelligent konstruiert und dazu noch sauspannend. Ich hätte ebenso gut ARRIVAL hier wählen können, doch SICARIO ist knackiger und nicht so abgehoben und verkopft. Der Film ist natürlich ohne Probleme als DVD und Blu-ray zu bekommen, hier auch wieder als schickes Steelbook.

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10. THE BRAIN FROM PLANET AROUS (1957)

Abstruses Trash-Filmchen mit John Agar, der, von einem kriminellen, außerirdischen Gehirn besessen, ordentlich vom Leder zieht. DIE AUGEN DES SATANS, so der deutsche Titel, ist einer dieser obskuren Trash-Granaten, die hierzulande kaum bekannt waren, und erst durch die VÖ von Anolis in ihrer Galerie des Grauens wieder Beachtung fand. Diese DVD ist allerdings schon lange vergriffen und dementsprechend nur sehr teuer zu erwerben. Es gibt auch eine günstige Variante aus Australien (hohe Portokosten), ansonsten kann man den Film aber auch im O-Ton auf YouTube genießen.

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09. SHREW’S NEST (2014)

Das Horror-Drama der Regie-Debütanten Juanfer Andres und Esteban Roel steht ganz in der Tradition des spanischen Horror-Kinos der Franco-Ära (ich habe letztens erst den ebenfalls tollen SAAT DES TEUFELS gesehen). Kammerspielartig lässt das Duo die Spannungen zwischen zwei gegensätzlichen, aber aufeinander angewiesenen Schwestern bedrohlich anschwillen, bis sie sich am Ende blutig entlädt. Der Film ist von OFDb Filmworks auf DVD und Blu-ray erhältlich.

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08. THE DEVIL RIDES OUT (1968)

Der als Klassiker geltende Okkult-Horrorfilm feierte erst im ZDF 1990 seine Deutschland-Premiere. Zur eindringlichen Musik von James Bernard stehen sich hier die Kontrahenten Christopher Lee und Charles Gray, als Gut und Böse, gegenüber. Hinter der Kamera stehen Terence Fisher und der damalige Hammer-Hauskameramann Arthur Grant, die Sets wurden von Bernard Robinson ausgestattet, so dass die Optik dem Score in nichts nachsteht (von ein paar out-of-date Effekten einmal abgesehen). Ein Must-see für Hammer- & Lee-Fans, die deutsche DVD mit der ZDF Synchro von Anolis aus der Hammer Edition ist inzwischen sehr teuer geworden. Abhilfe kann durch die Double Play Veröffentlichung (Blu-ray & DVD) aus England geschaffen werden, aber der Film hätte eine schönere Edition mehr als verdient.

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07. PERFECT BLUE (1997)

Gleichsam verstörender wie betörend schöner und mit drastischen Bildern versehener Hitchcockian Anime, der auch vereinzelte Giallo-Elemente (u.a. aus Argentos SUSPIRIA) verarbeitet. Spannend und auf den Punkt hin geschrieben und inszeniert, so fliegt der Film durch die düstere Handlung. Die deutsche Blu-ray aus dem Hause Rapid Eye Movies kommt mit einem recht langen Interview mit Regisseur Satoshi Kon (41 Min.), das ich aber noch nicht gesehen habe.

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06. VAMPYRES (1974)

Josè Ramon Larraz ging nach England, um seinen erotischen Vampirfilm zu inszenieren, denn Mitte der 70er herrschte in seinem Heimatland noch das regide Franco-Regime, dass solch eine eindeutige Kombination von Sex und Gewalt nicht duldete. Er drehte dort im Oakley Court, einem Anwesen, dass auch vielen Filmen aus dem Hause Hammer Films als Kulisse diente. Der außerordentlich intensive Film geizt nicht Blut, seine Hauptdarstellerinnen Marianne Morris und Anulka, zwei Erotik-Starlets jener Zeit baden förmlich darin. Da kriegt jeder Vampirfan feuchte Höschen. In Deutschland ist der Film nie erschienen, eine passende Blu-ray kommt von Blue Underground aus den USA, codefree und mit Interviews sowie Audio-Kommentaren ausgestattet; erhältlich zu humanen Preisen z.B. auf eBay (hohe Portokosten).

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05. TAKESHI KITANOS DOLLS (2002)

Takeshi Kitano gehört eh zu meinen liebsten Regisseuren, doch hier hat er sich mal wieder selbst übertreffen. Anfang der 2000er war er eigentlich nur für seine Yakuza-Dramen bekannt, einen Umstand, den er unbedingt ändern wollte. Und so schuf er mit DOLLS einen verträumten, leicht deprimierenden Liebesreigen, zeigt das Romantik und Verlangen auch immer mit Opferbereitschaft und Schmerz verbunden sind. Ein wunderschöner Film, dem Capelight Pictures mal wieder mit einer VÖ, die nichts zu wünschen übrig lässt, Rechnung trägt.

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04. DURST – THIRST (2009)

Park Chan-wook packte gleich Stoff für bestimmt zwei oder drei Filme in seinen modernen Vampirfilm, der grotesken Horror mit melodramatischen Einschüben vereint. Dabei fliegt der Film ganz locker-flockig durch seine mehr als zwei Stunden Laufzeit, ohne auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen. Hier gibt es nur die internationale Fassung zu erwerben, in Südkorea ist der Film noch einmal um 15 Minuten länger.

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03. THE WICKER MAN (1973)

Der hat mich letztens erst richtiggehend umgehauen. Edward Woodward ist herrlich als gläubiger Christ, der sich hingegen zu den heidnischen Inselbewohnern für aufgeklärt und zivilisiert hält. Christopher Lee ist mit Freude bei der Sache, er war ja auch in den Entstehungsprozess des Films vom ersten Augenblick an involviert. Die Songs sind einfach gehalten und gehen so auch gut ins Ohr. Ein größtenteils leichter, vergnüglicher Film, der einem am Ende aber mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube und etwas niedergeschlagen zurücklässt. Ich hab den sofort in mein Herz geschlossen. Seit einiger Zeit ist er auch als Final Cut erhältlich, in dem Robin Hardy, so gut es eben ging, seinen Director’s Cut wiederherzustellen suchte. Da es eh keine deutsche Synchro gibt, kann man gleich zu einer der zahlreichen englischen VÖs greifen, z.B. dem schönen Steelbook von StudioCanal.

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02. ONIBABA – DIE TÖTERINNEN (1964)

Ganz schön harter Tobak. Die beiden Frauen sind gnadenlos, selbst wenn sie zwischenzeitlich anfangen, sich selbst zu zerfleischen. Die karge Fotografie, das Schwarz/Weiß läßt alles noch viel trostloser wirken. Das Land ist vom Krieg aufgezehrt worden, die Überlebenden sind moralisch bankrott. Den fand ich schwer beeindruckend. Die Blu-ray von Filmjuwelen beinhaltet die BRD- und die DDR-Fassung, ich kenne bisher nur erstere.

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01. DER FLUCH DES DÄMONEN (1957)

Den hatte ich schon einmal aus dem TV aufgenommen, aber nie geglotzt. Das hätte ich schon längst machen sollen. Tourneurs Film ist einer der ganz großen Okkult-Horrorfilme, unglaublich unheimlich, mit einer dichten Atmosphäre, ansteigend bedrohlich. Ob man nun das Monster zeigen musste oder nicht, egal. Jetzt ist es da, und ich finde, dass man es sehr schön und furchteinflößend realisiert hat. Der Film geisterte jahrelang nur im TV rum (und dann nur als geschnittene US-Fassung), bis Anolis sich seiner annahm und eine Blu-ray in Die Rache der Galerie des Grauens veröffentlichte. Natürlich absolut empfehlenswert, aber schon lange vergriffen. Die UK-DVD ist dafür günstig zu kriegen.

Weitere empfehlenswerte Filme waren die DEATH WALKS… Filme von Luciano Ercoli (jetzt als Blu-ray von Arrow Films erhältlich), HAUS DER TODSÜNDEN von Pete Walker (kommt wohl 2018/19 von Wicked-Vision Media, die auch schon dessen tollen HAUS DER PEITSCHEN veröffentlichten), DIE RACHE DES PATEN (gerade neu von FilmArt), IM AUGENBLICH DER ANGST, DIE WEISSE MAFIA (wieder FilmArt) uvm.

So, das war es dann erst einmal für dieses Jahr, allen noch einen guten Rutsch, haut rein, macht Party, besauft euch, hurt rum, was-auch-immer…

Wir sehen uns in alter Frische im neuen Jahr!

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