HorrOktober: Halloween Weekend 29.-31.10.

29.10.

HorrOktober #70

The Child (1977)

„Alicianne Del Mar (Laurel Barnett) heuert beim Witwer Nordon (Frank Janson) als Haushälterin. Dessen Tochter Rosalie (Rosalie Cole) benimmt sich seit dem Tod ihrer Mutter etwas eigenartig. Tagsüber scheint sie fast apathisch, nachts treibt sie sich auf dem Friedhof rum, um Tote zum Leben zu erwecken. Durch sie nimmt Rosalie Rache an denen, die sie für den Tod ihrer Mutter verantwortlich hält…“

Film 3 des American Horror Project Volume II. Und der beste Film der drei. Handlungstechnisch beschränkt sich das Skript auf ein Minimum, was Regisseur Voskanian aber nutzt, um eine unheimliche Atmosphäre zu etablieren und einige sehr gruselige Szenen zu kreieren. Nebenbei dreht er die Spannungsschraube ganz allmählich an. Kein Meisterwerk, aber ein netter kleiner Horrorfilm. 6,5/10

HorrOktober #71

Armee der Finsternis (1992)

„Ash (Bruce Campbell) ist durch einen Zeitstrudel im Mittelalter gelandet. Dort wird er für den Auserwählten gehalten und auf die Suche nach dem Necronomicon geschickt. Doch durch ein Missgeschick erweckt er dabei die Armee der Finsternis…“

Spaßiger Abschluss der Evil-Dead-Saga (die ja bekanntermaßen später auch noch mit drei Staffeln einer blutigen TV-Serie fortgesetzt wurde). Einige der Effekte sind gnadenlos veraltet, was aber viel vom Charme des Films ausmacht, denn Raimi hat sich hier mal richtig ausgetobt. Er zitiert dabei ein halbes Jahrhundert Effektfilm-Geschichte und lässt Bruce Campbell komplett von der Leine, was immer wieder sehr spaßig ist, auch wenn er die Grenze zum nervigen Arschsack hier und da überschreitet. 8/10

HorrOktober #72

Witchboard – Die Hexenfalle (1986)

„Zur Einweihung ihres neuen Heims laden Jim (Todd Allen) und Freundin Linda (Tawny Kitaen) zur Party. Auf deren Höhepunkte steht eine Runde Hexenbrett an, wo sie Kontakt zum Geist des 10-jährig verstorbenen David aufnehmen. Linda ist so angetan davon, dass sie folglich öfters mit dem Geist ins Zwiegespräch tritt. Immer nimmt das Hexenbrett von ihr Besitz…“

Nicht besonder aufregend, aber solide. Dem Film fehlt ein wenig Tempo, auch die Charaktere benehmen sich häufig dödelig, nicht alles ist nachvollziehbar. Aber wenn man darüber hinwegsehen kann, wird man nicht schlecht unterhalten. 6/10

30.10.

HorrOktober #73

Die Grube des Grauens (1981)

„Psychologie-Studentin Sandy (Jeannie Elias) tritt eine Stelle als Babysitter für den 12-jährigen Jamie (Sammy Sniders) an. Der ist ein wenig sonderbar, hat keine Freunde und entpuppt sich als Spanner. Außerdem erzählt er ihr von einer Grube im Wald, in der kleine Monster leben. Sie tut das als Kindergewäsch ab, doch Jamie fängt an, sie zu füttern. Er verbindet das Notwendige mit dem Nützlichen und entsorgt auf diese Weise jeden, der ihm nicht wohlgesonnen ist…“

Den wollte ich sehen, seit ich das Cover im Erwachsenenbereich unserer Videothek gesehen hatte, bin damals aber irgendwie nie dazu gekommen, den auszuleihen. Also freute es mich sehr, die Sichtung jetzt nachholen zu können, und ich wurde nicht enttäuscht. Ein einfallsreicher, nicht zu grüblerischer Horror-Spaß um einen komischen Jungen, dessen Einstieg in die Pubertät ein wenig aus dem Ruder läuft. Der Film nimmt sich nicht zu ernst, sein Humor ist böse, aber nicht bösartig. 7/10

HorrOktober #74

Hexenjagd in L.A. (1991)

„Im alternativen Los Angeles des Jahres 1948 ist Magie allgegenwärtig. Doch Privatdetektiv Harry Philip Lovecraft (Fred Ward) hat dafür nichts übrig, er ermittelt noch ohne übernatürliche Hilfsmittel. Deswegen erteilt der reiche Amos Hackshaw (David Warner) auch genau ihm den Auftrag, ein gestohlenes Buch, das Necronomicon, binnen zwei Tagen zu finden…“

Für einen TV-Film von Anfang der 90er recht beachtlich. Gut besetzt, den nächsten Bond-Regisseur hinter der Kamera und mit merklichen Aufwand an Kulissen und Effekten. Das Drehbuch wirkt ein wenig konfus, da hat man einfach mal alles, was auf der Suche nach Lovecraft und Film Noir bis drei nicht auf dem Baum war, einfach mal reingeworfen. Tut dem Spaß an der Sache keinen Abbruch. Fred Ward ist ein sympathischer Loser, David Warner herrlich sinister und Los Angeles im Griff der Magie ein großer Spielplatz mit einer kleinen Attraktion an jeder Ecke. 8/10

HorrOktober #75

The Final Girls (2015)

„Teenager Max (Taissa Farmiga) hat vor einigen Jahren ihre Mutter Amanda (Malin Åkerman), ein ehemaliges B-Movie Starlet, bei einem Unfall verloren. Als sie sich dazu breitschlagen lässt, einer Aufführung des Kult-Slashers CAMP BLOODBATH!, in dem ihre Mutter das unbedarfte Blondchen gab, quasi als Stargast beizuwohnen, kommt es zu einem Feuer im Kino, das alle Notausgänge unpassierbar macht. Max reagiert schnell und schneidet die Leinwand auf, damit sie mit ihrer besten Freundin Gertie (Alia Shawkat), deren Bruder Duncan (Thomas Middleditch), ihrem Schwarm Chris (Alexander Ludwig) und seiner Freundin Vicky (Nina Dobrev) entkommen kann. Doch plötzlich finden sie sich in der Welt des Films wieder und müssen sich wohl oder übel in dessen Handlung integrieren. Ihnen wird klar, dass eigentlich nur das Final Girl den schon bald auftauchenden Schlitzer besiegen kann…“

Beginnt recht charmant, lässt dann aber stark nach. Anfangs weiß man aus der Prämisse einige schöne Insider-Gags zu schustern, auch der CAMP BLOODBATH! Trailer, den wir zu sehen bekommen, ist mit sehr viel Liebe zum Detail gedreht worden. Doch anstatt sich darauf zu verstehen, über die volle Laufzeit die Regeln solcher Filme zu reflektieren und zu persiflieren, verliert sich die zweite Hälfte leider in öden Sentimalitäten zwischen Max und der Blondine Nancy, die ja von ihrer Mutter gespielt wurde. Es wäre dem Film besser bekommen, dies in wenigen Szenen und eher am Rande abzuhandeln, als es immer weiter in den Mittelpunkt zu rücken. Der tonale Wechsel nimmt einen den ganzen Spaß, den der Film vorher noch gemacht hatte. 5/10

HorrOktober #76

Halloween Kills (2021)

„Michael Myers wird von Feuerwehrleuten gerettet, die er fieserweise dafür niedermeuchelt. Und während er sich durch Haddonfield metzelt und eine spontane Bürgerwehr auf die Jagd geht, bereitet sich die schwer verletzte Laurie im Krankenhaus seelisch auf die finale Konfrontation vor…“

Also, öhm, die Musik war ganz gut. Und dem Gorehound wird was geboten. Aber der Film ist doof, meine Fresse, und diese „Das Böse stirbt heute!“-Tiraden können einem echt den letzten Nerv rauben, zumal die Sache mit dem Lynchmob auch ziemlich unbefriedigend aufgelöst wird. Eigentlich ist die ganze Chose sowieso nur ein verlängertes Finale des 2018ers, wobei man sich, ganz im Trend, unverhohlen und ausgiebig am zweiten Halloween von 1981 orientiert. Nur dass der halt Spannung aufbauen konnte, auch die durchdrehende Stadt treffender porträtierte. Ach ja, und Charakterentwicklung hat man sich gleich geschenkt, also wenn einen die Strode-Baggage schon im Vorgänger schräg am Arsch vorbei ging, wird sich das hier nicht ändern. Dazu bedienen David Gordon Green, Danny und Scott Teems auch noch an Zombies HALLOWEEN 2, was teils die Garstigkeit und Zeigefreudigkeit der Morde angeht, sie zelebrieren die Kills gar, was zumindest zum Titel passt. Dazu fehlt dem Film auch noch der Fokus: Weil Laurie im Krankenhaus liegt, wurden nun Enkelin Allyson und der im ersten Teil von Laurie gebabysittete Tommy Doyle als Protagonisten auserkoren. Aber beide bleiben blass, da das Skript ihnen gar nicht die Möglichkeit gibt, ihren Part irgendwie auszugestalten. Eine größere Rolle bekleidet auch das homosexuelle Pärchen Big John und Little John, die nun im Myers-Haus wohnen. Und man wird den Gedanken nicht los, dass auch sie neben eben dem Haus selbst nur die zweite Geige spielen. Das Finale dort offenbart dann noch einen lächerlichen Twist, der einen schon fassungslos, ob seiner Idiotie, zurücklässt. 3,5/10

HorrOktober #77

Horror-Express (1972)

„Wir schreiben das Jahr 1906, als der britische Anthropologe Prof. Sir Alexander Saxton (Christopher Lee) in der Mandschurei auf seiner Himalaya-Expedition in einer gefrorenen Höhle eine scheinbar wegweisende Entdeckung in Bezug auf die Entwicklungsgeschichte des Menschen macht. Diese will er auf schnellsten Wege mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung England befördern. Durch seinen Kollegen Dr. Wells (Peter Cushing) erhält er Platz im Zug, sehr zum Missfallen des Mönchs Pujardov (Alberto de Mendoza), geistiger Beistand des Grafen Petrovski (George Rigaud), der glaubt, das Böse in der Kiste zu verorten. Schon zur Abfahrt kommt es zu einem mysteriösen Zwischenfall, als ein Dieb verstirbt, der sich anscheinend an Saxtons Fracht zu schaffen machen wollte. Das ruft Inspektor Mirov (Julio Pena) auf den Plan, der sich den Reisenden anschließt. Und tatsächlich geht schon bald der Tod im Express-Zug um…“

Zu dem hatte ich schon beim bösen Ed einiges Gutes geschrieben. Ein All-Time-Fave. 8/10

 

https://evil-ed.de/index.php/kritik/56-kritiken/1094-horror-express-1972

31.10. HALLOWEEN 2021

HorrOktober #78

Creepshow (1982)

„Vatertag: Ein Patriarch entsteigt aus dem Grab. Mondgestein: Einfältiger Bauer (Stephen King) findet einen aufgebrochenen Meteoriten auf dem Feld, der außerirdische Sporen enthält. Weggespült: Richard (Leslie Nielsen) will sich an Frau und Liebhaber rächen. Expeditionen ins Tierreich: Eine alte Kiste bringt ein Monster von der Arktis an die Universität. Insektenspray: Sauberkeitsfanatiker muss sich bei Stromausfall gegen einfallende Kakerlaken zur Wehr setzen.“

Schöne Episodenfilm-Umsetzung der beliebten Comicreihe durch die Horror-Meister King und Romero. Die Geschichten steigern sich stetig bis zum Monster in der Kiste, das den Höhepunkt der Kompilation darstellt. Nicht perfekt, aber weit besser als ähnliche Werke. Genau das richtige, um den Halloween-Nachmittag zu begehen. 7,5/10

HorrOktober #79

Kosmokiller – Sie fressen alles (1983)

„Außerirdische Killerwürmer krachen mit einem Meteoriten auf die Erde und nisten sich im Keller eines Farmhauses ein. Dort verleiben sie sich Dad und Mom Farmerfamilie und wachsen, begünstigt durch die feuchte Umgebung zu riesiger Größe. Dann ist es am kleinen Charles (Charles George Hildebrandt), den ekligen Alienmonstern Herr zu werden…“

Das war mal ein erfrischender, kleiner semiprofessioneller Low Budget Alien-Monster-Splatter-Trash mit handgemachten Effekten und einem lustigen Riesen-Killer-Parasiten. It’s fun, und das ist manchmal auch schon genug. 7/10

HorrOktober #80

Halloween II (2009)

„Zwei Jahre nach dem Halloween-Massaker von Haddonfield ist Laurie Strode (Scout-Taylor Compton) bei Sheriff Brackett (Brad Dourif) und Tochter Annie (Danielle Harris) untergekommen. Sie wird von Alpträumen geplagt, die tatsächlich von der Rückkehr Michaels zu Halloween künden. Als das Morden wieder beginnt, zieht es auch Dr. Loomis (Malcolm McDowell), inzwischen arschlöchriger und alkoholkranker Bestseller-Autor, zurück…“

Solider, etwas verschwurbelt wirkender Slasher. Rob Zombies zweiter Myers-Film ist sehr brutal ausgefallen und gefällt mir immer noch weit besser als sein Vorgänger, schafft auch einen Abschluss. Nicht, dass es die ganze Sache nicht rund macht, aber er führt seine Geschichte zumindest zu einem Ende. Die Teilung in drei Erzählstränge macht Sinn, auch wenn da sicherlich mehr drin gewesen wäre als eine esoterische Wallfahrt, gesäumt mit derben Morden (Michael), eine nervige Identitätskrise (Laurie) und die Schattenseiten des Myers-Ruhms durch ein kontrovers diskutiertes Buch (Dr. Loomis). 5,5/10

HorrOktober #81

Ghost Story of the Snow Witch (1968)

„Yosaku ist mit seinem Meister im tiefen Winterwald, um einen heiligen Baum für eine Götterstatue zu finden. In der Nacht erfriert der Meister beim Anblick der Schneehexe, die sie besucht. Kurz darauf taucht die junge Yuki bei Yosaku auf und heiratet ihn. Doch der Landesherr hat auch ein Auge auf die schöne Frau geworfen…“

Auch bekannt als THE SNOW WOMAN. Nettes, kleines Horror-Drama, das seine Prämisse über gut 70 Minuten nicht überstrapaziert. Immer wenn Yuki zum Geist wird, ist sie echt geil geschminkt, ihr weißes Gesicht mit ihren starren Pupillen (silberne Kontaktlinsen) sieht echt zum Fürchten aus. 7/10

Den ganzen Film findet man übrigens hier!

HorrOktober #82

The Other Hell (1981)

„Pater Valerio (Carlo de Mejo) kommt in einen von Mutter Vicenza (Franca Stoppi) geführten Konvent, um eine Reihe von Todesfällen unter den Nonnen zu untersuchen. Doch hinter den Klostermauern geht es nicht mit rechten Dingen zu…“

Das war wohl die Überraschung des Halloween-Sonntags. Einfach mal ohne irgendwelchen Erwartungen in den Player gepackt und der hat uns sofortamente umgehauen. Großartige Leistung von Franca Stoppi als durchgedrehte Ordensmutter, ordentlich Shock Value und eine durchgehend unheimliche Atmosphäre. Dazu kommt noch Franco Garofalo als zwielichtiger Gärtner des Konvents. Das ist ein sehr unterhaltsamer Nunsploitation- und Horrorfilm. 7,5/10

HorrOktober #83

Scream – Schrei! (1996)

„Im beschaulichen Woodsborough terrorisiert ein fieser Serienmörder den Teenager Sidney (Neve Campbell) und ihre Clique…“

Klassiker. Mag ich immer noch sehr gern. Das Metaspiel kann zwischenzeitlich ermüden, gerade, wenn man ihn schon oft gesehen hat. Bei mir war es jetzt einige Jahre her, und dann wirkt Cravens Reinvention des Slasherfilms frisch wie eh und je. 8,5/10


Das war es dann mit dem HorrOktober und Halloween. 83 Horrorfilme habe ich in der Zeit geschaut, das ist auch für mich Rekord. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!

Ein Kommentar zu „HorrOktober: Halloween Weekend 29.-31.10.

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