HorrOktober 11.-14.10.

11.10.

HorrOktober #22

Chun Fang – Das blutige Geheimnis (1982)

„Der Laternenmacher Chun Fang (Lo Lieh) mischt sich in die Fehde zwischen Master Lung (Anthony Lau) und Master Tan Fu (Chen Kuan-Tei). Hinter ihm steht ein düsteres Geheimnis…“

Lo Lieh stiehlt hier mal wieder allen die Show. Da gerät dann auch die eigentlich Mystery-Story ein wenig in den Hintergrund, da sich der Film mehr von einem kleinen Scharmützel zwischen den Streithähnen zum nächsten hangelt. Regisseur Sun Chung ist ein alter Routinier und auch bekannt für abseitige, dem Fantasy-Bereich nahe Stoffe. Der bekommt auch das hier gut gehändelt, auch wenn CHUN FANG als Horror-Eastern noch relativ erdgebunden bleibt. 7/10

12.10.

HorrOktober #23

The Bride of the Monster (1955)

„Dr. Vornoff (Bela Lugosi) experimentiert, beschützt von seinem Gehilfen Lobo (Tor Johnson) und einen Krakenmonster, in einem abgelegenen Landhaus an unfreiwilligen Probanden, um einen Übermenschen zu erschaffen. Die Reporterin Janet (Loretta King) geht einer Reihe von vermissten Menschen in der Gegend nach, da ihre Theorie von Übergriffen eines Ungeheuers von ihrem Freund Lt. Dick (Tony McCoy) und seinem Chef verächtlich abgelehnt wird. Natürlich gerät sie in die Fänge Vornoffs, der seinerseits von Prof. Strowski (George Becwar), vorgeblich Berater der Polizei, Besuch erhält, der es aber nur auf seine Forschungsergebnisse abgesehen hat…“

Dem geht der Wahnsinn eines PLAN 9… dann doch ein wenig ab. Größtenteils solide herunter gekurbelter No-Budget-Hobel mit einem engagierten Lugosi, der allerdings schon lange seiner Hochform hinterher hechelte. Das wäre ein durchschnittlicher 50s-SF-Horror, wären die Kulissen nicht derart billig und die Drehzeit dermaßen knapp bemessen, dass sichtlich keine Proben oder zweite Takes drin waren. Gibt zwar einen Ed-Wood-Bonus, aber der hält sich hier, wie gesagt, in Grenzenl. 5/10

HorrOktober #24

Lord of Illusions (1994)

„Privatdetektiv Harry D’Amour (Scott Bakula) wird von Dominique Swann (Famke Jannsen) beauftragt, ihren Mann, den Magier Philip Swann (Kevin J. O’Connor) zu beschützen. Doch bei einem Auftritt kommt er scheinbar ums Leben. Ein Trick, wie sich später herausstellt. D’Amour entdeckt Swanns Verbindungen zu einem Kult um den Schwarzmagier Nix (Daniel von Bargen), der angeblich einst von Swann kaltgestellt wurde. Die Untersuchung im Kreis der Illusionisten gleicht immer mehr einem Abstieg in die Hölle…“

Der wohl rundeste von Barkers Filme, als Regisseur wurde er stetig besser. Zwar immer noch sehr effektlastig hat er sich von der Gigantomanie eines NIGHTBREED verabschiedet zugunsten einer recht straighten Neo-Noir-Okkult-Geschichte. Der investigative Teil nimmt einen ansprechenden Teil des Ganzen ein, ist sogar ziemlich spannend. Im Prolog und im Finale haut LORD OF ILLUSIONS gut auf die Kacke, da wird dem Horrorfan warm ums Herz, aber auch dazwischen gibt es hin und wieder schön blutige Szenen. Die Besetzung von Scott Bakula gefällt mir außerordentlich gut, aber auch Kevin J. O’Connor und vor allem Daniel van Bargen passen sehr gut. Im Endeffekt mag ich alle seine drei Filme nahezu gleich gerne, aber der hier ist rein inszenatorisch eben der stimmigste davon. 8/10

13.10.

Heute ging es um drei Teen-Slasher aus dem Jahre 1981, denen allen außerdem gemein ist, dass sie immer noch nach § 131a wg. Gewaltverheerlichung beschlagnahmt sind.

HorrOktober #25

Ausflug in das Grauen (1981)

„Die Freunde Peter (Jack McClelland), Joanie (Angie Brown), Ingrid (Mary Gail Artz) and Craig (James P. Hayden) gehen auf eine Camping Tour in die Wälder. Doch sie ahnen nicht, dass ein psychopathischer Mörder hier umgeht. Der Sheriff (Ken Carter) und sein Deputy (David Barth) suchen nach ihnen, als sie die ersten Toten finden, sind aber immer einen Schritt zu spät dran…“

Mieser Slasher, der aber dank mieser Musik, noch mieserer Darsteller, derben Effekten und einer teils sehr launigen deutschen Synchro durchaus Freude macht. 6/10

HorrOktober #26

Brennende Rache (1981)

„In einer Vollmondnacht, vor einigen Jahren, wollte eine Gruppe jugendlicher Camper ihrem Aufseher für seine Unfreundlichkeit eine Lektion erteilen. Dabei erlitt dieser schwere Verstümmelungen und nun ist er auf blutige Rache aus. Das Morden hat begonnen und die Blutspur zieht sich durch den dunklen Wald.“ (Covertext)

In vielerlei Hinsicht einer der Teen-Slasher schlechthin. Wir haben hier ein zurückliegendes Unrecht, ein Sommer-Camp, Sex (und in dem Zusammenhang die Impotenz des aggressiven Bullys), einen schrägen Außenseiter und, was wohl am wichtigsten ist, äußerst brutale Morde, bei denen Tom Savini sich richtig austoben konnte. Drehbuch und Inszenierung sind sicherlich nicht gerade oscarverdächtig, aber alles in allem macht der schon gut Spaß. 7,5/10

HorrOktober #27

Forke des Todes (1981)

„Irgendwann kurz nach dem Sieg der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg kehrt ein Soldat aus der Schlacht zurück. Als er feststellt, dass seine Geliebte ihn betrügt, tötet er sie beim Highschool-Abschlussball in rasender Wut und verschwindet spurlos.
Viele Jahre später feiern junge Teenager wieder ihren Abschlussball, doch es kommt zu einer furchtbaren Mordserie. Die grausamen Morde scheinen im Zusammenhang mit dem Vorfall von damals zu stehen…“ (Covertext)

Von den drei Slashern des heutigen Tages inszenatorisch eindeutig der beste. Regisseur Joseph Zito, er inszenierte im Anschluss bei FREITAG DER 13. – DAS LETZTE KAPITEL (1984), hat ein gutes Händchen für schöne Einstellungen und eine angemessen flotte Montage. Die Darsteller sind durch die Bank okay, und der Score ist sogar richtig gut. Außerdem hatte man wieder Tom Savini für die Make-up F/X an Bord, was zu der Zeit schon die halbe Miete war. In der alten deutschen Video-Synchro verkommt der Film leider zum Schmierentheater, aber in den 2000ern ließ Tele 5 für eine nicht zustande gekommene TV-Ausstrahlung eine neue, professionelle Synchro anfertigen, die dem Film endlich auch gerecht wird (leider nur erhältlich auf der australischen DVD unter dem Titel ROSEMARY’S KILLER). Insgesamt eine runde Sache. 7,5/10

14.10.

HorrOktober #28

Spur in den Tod (1984)

„Als in ihrem Haus ein Stromableser an einem elektrischen Schlag stirbt, sieht sich die 17-jährige Christie (Rachael Kelly) in ihrem Verdacht bestätigt, dass ihr Stiefvater Paul (David Allen Brooks) ihrer Mutter Karen (Marie Masters) nach dem Leben trachtet. Doch weder sie, noch ihre Freunde schenken ihrer schlimmen Vorahnung Glauben…“

Keine Ahnung, was Michael Winner (KALTER HAUCH, HEXENSABBAT) hier geritten hat. Der Film behandelt über die ersten beiden Drittel, Christies Bemühungen, Paul seine Untreue und seinen Plan, ihre Mutter zu ermorden, nachzuweisen, um dann für die letzte halbe Stunde in einen Home Invasion Modus verfällt. Die junge Protagonistin ist dermaßen nervig, dass man ihr sofortamente den Tod wünscht. Und es ist nicht so, dass es dafür keine Gelegenheit gebe, denn tatsächlich nimmt sie ihres Mutters Wagen, dessen Bremsen nicht funktionieren. Und als Paul sie mit ihrem Freund im Bett erwischt und sie sich das Deflorationsblut im Badezimmer abwaschen möchte, rennt er panisch vor ihr hier hinein, um ganz ungeniert die präparierte Gasleitung zu entschärfen; er macht hier gar keinen Hehl mehr daraus, sie auch um die Ecke bringen zu wollen und ignoriert ihre Fragen dazu. Zu diesem Zeitpunkt könnte man glatt glauben, in einer Satire gelandet zu sein. Das wirkt dann zweitweise unfreiwillig komisch und im letzten Drittel kommt tatsächlich noch etwas Spannung auf, aber ein guter Film ist hieran nicht verloren gegangen. 5/10

HorrOktober #29

Mortuary (1983)

„Greg (David Wallace) bricht mit Kumpel Josh (Denis Mandel) in das Lagerhaus von dessen ehemaligen Arbeitgeber ein, um Reifen zu stehlen. Dabei beobachten sie den Bestatter Hank Andrews (Christopher George), wie er mit einigen in Kutten gewandeten Hausfrauen eine Art schwarzer Messe abhält. Darauf verschwindet Josh spurlos, Greg ahnt nicht, dass er ermordet wurde. Als Greg seiner Freundin Christie (Mary Beth McDonough) erzählt, was er in der Lagerhalle gesehen hat und dass auch ihre Mutter Eve (Linda Day George) unter den düsteren Gestalten war, glaubt die sofort, dass ihre Mutter mit Hank, den sie schon kurz nach dem Tod ihres Vaters datete, ermordet hat. Sie überredet Greg, ihr dabei zu helfen, diese fixe Idee zu beweisen…“

Ein weiteres abstruses Slasher-Derivat, könnte man meinen, wenn man die anfänglichen Okkult-Anleihen zur Kenntnis nimmt. Aber dann entwickelt sich dann doch ein spannendes Spiel um einen maskierten Stalker, der es auf Christie abgesehen hat und auf Terror setzt, wenn sie mit Greg alleine ist. Die Auflösung des Ganzen ist dann sogar soweit plausibel, als dass man sich nicht die Haare raufen möchte, weil es schwachsinnig oder aus den Hut gezaubert wirkt. Es gibt einige ansprechende Schocks, aber nur wenig Blut. Die Musik passt sehr gut zum Geschehen und von Christopher George, der hier ein phänomenales Arschloch abgibt, und Bill Paxton als seinen verschrobenen Sohn zwei wirklich gut Darstellerleistungen. 7,5/10

2 Kommentare zu „HorrOktober 11.-14.10.

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  1. „aber in den 2000ern ließ Tele 5 für eine nicht zustande gekommene TV-Ausstrahlung eine neue, professionelle Synchro anfertigen, die dem Film endlich auch gerecht wird (leider nur erhältlich auf der australischen DVD unter dem Titel ROSEMARY’S KILLER)“

    Gottes Wege sind unergründlich.

    Gefällt 1 Person

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