Die 5 schlechtesten Buchverfilmungen

Wer hätte es geahnt, dass nach den besten der letzten nun die fünf schlechtesten (wie war das noch mit dem Motto?) der diesen Woche werden. Aber gut, Gina möchte die fünf schlechtesten Buchverfilmungen. Und DAS war jetzt wirklich schwer, gerade weil man schwache Verfilmungen von Büchern relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis tilgt (ich zumindest). Außerdem wollte ich Kurzgeschichten außen vor lassen, weswegen ich Poe und Lovecraft umschifft habe, aber auch Phillip K. Dick und H.G. Wells hab ich wegen fehlender Vergleichsgrundlage (ich kann manches jetzt nicht so schnell aus dem Kopf zuordnen und habe keine Zeit für ausgiebige Recherche) nicht mit einbezogen. Und dann wird es schon relativ schmal. Aber ich habe dennoch einige Verfilmungen gefunden, die mir so gar nicht geschmeckt haben (auch wenn ich mir jetzt bestimmt wieder ein paar Feinde mache)…


1. BRAM STOKER’S DRACULA (1974) von Dan Curtis – Bram Stoker, Dracula (1897)

Kaum ein Roman wurde öfters verfilmt als Stokers Standardwerk der modernen Schauerromantik. Es gab dazu nicht viele, die den Kern der Sache gut trafen (etwa die abgespeckte Hammer-Version der Geschichte), manche mühten sich (wie BRAM STOKER’S DRACULA von Coppola, Badhams DRACULA und zur Hälfte Jess Francos NACHTS, WENN DRACULA ERWACHT), aber niemand gab den Grafen so hölzern wie Jack Palance, kein anderer inszenierte die Geschichte so bieder und blutleer wie Dan Curtis.


2. HITCHHIKER’S GUIDE TO THE GALAXY (2005) von Garth Jennings – Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis (1979)

Yellow, he thought. Nein, nicht die gelbe Karte gibt es, sondern gleich die rote. Die letzte Verfilmung des Kult-Romans bot einzig platte Gags und eine abgeschmackte Effekt-Show. Eigentlich ein Glück, dass Adams das nicht mehr selbst miterleben musste.


3. ES KAPITEL 1+2 (2017/19) von Andrés Muschetti – Stephen King, Es (1986)

Glattgebügelter Mainstream-Horror, der pflichtschuldigst jeden Schock fünf Minuten vorher ankündigt. Keine Spur der beklemmenden und unheimlichen Atmosphäre der Vorlage. Nach dem schon faden Erstling offenbart sich dann gerade der zweite Teil als Stinker erster Güte.


4. CONGO (1995) von Frank Marshall – Michael Crichton, Congo (1980)

Es ist jetzt nicht so, dass ich den Roman besonders toll fand, als ich ihn als Kind las, aber die Verfilmung ist halt schlichtweg nur ein schlechter Witz und auf so vielen Ebenen falsch, weshalb ich gerade überlege, warum ich die nicht auf den 1. Platz gepackt habe. Aber eh egal, ich mag die Plätze 1-3 auch alle nicht.


5. DER WÜSTENPLANET (1984) von David Lynch – Frank Herbert, Dune (1965)

Ich wollte, ich hätte ihn hier nicht hinpacken müssen, denn ich mag den Film wirklich sehr. Das Design der Würmer, der Anzüge, der Fahrzeuge, einfach toll, die Besetzung mit Kyle McLachlan, Jürgen Prochnow, Kenneth McMillan, Brad Dourif und Sting ist umwerfend, und ich habe auch immer meinen Spaß mit dem Film gehabt. Aber nachdem ich dann letztens das Buch gelesen habe, ist mir klar, dass der Film dem nicht mal ansatzweise gerecht wird (auch wenn die Vorlage sich gerne in ökonomischen Begrifflichkeiten verliert).


Honorably mentioned: WATCHMEN (2009), CASINO ROYALE (2006), WILLIAM SHAKESPEARS ROMEO + JULIA (1996), JAGD AUF ROTER OKTOBER (1990), DNA – EXPERIMENT DES WAHNSINNS (1996), KRIEG DER WELTEN (2005), FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE (1989/2019)


Und noch ein Nachtrag zur letzten Woche:
Eigentlich hätte natürlich BETTY BLUE – 37,2 ° AM MORGEN von Jean-Jaques Beneix einen Platz in den Top 5 verdient gehabt, aber der war mir leider entfallen, obwohl ich das hervorragende Mediabook von Capelight mein Eigen nenne. Der Film, bei all seiner Klasse, kommt an das geniale Buch von Philippe Dijan nicht ganz ran, ist aber eine der ganz großen Literaturverfilmungen.


Schaut doch auch mal bei Bullion, Blaupause, Filmlichter, Veritas et Equitas, Wortmann, Gnislew, Nellindreams, Lufio und Corly rein!

Die besten 5

12 Kommentare zu „Die 5 schlechtesten Buchverfilmungen

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    1. Die finde ich jetzt auch nicht berauschend, zwar besser als die Kinofilme, aber wäre sie keine Mini-Serie, hätte sie es, mangels Alternativen, vielleicht auch noch auf die Liste geschafft.

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    1. Ich liebe den Film, wie schon gesagt, ja. Aber er hat natürlich seine Fehler, die Auslassungen in der Storyline sind auch heftig. Ich denke aber, dass wir uns beim Villeneuve-Film dafür auf eine werkgetreuere Verfilmung (der ersten Hälfte) des Buches freuen dürfen. Ich will dann auch nur hoffen, dass die dann auch fortgesetzt wird, egal ob als weiterer Kinofilm oder halt als TV-Mini-Serie…

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  1. Ich fand die Hitchhiker-Verfilmung ja durchaus gelungen. Tolle Besetzung und auch der Humor kam gut rüber. Sicher nicht perfekt, ich hätte mich aber dennoch über die weiteren Teile mit der Crew gefreut. Die anderen Vorlagen kenne ich bei deinen Nennungen nicht.

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    1. Ne, fand ich schrecklich. Der Sprecher war super, die Auszüge aus dem Guide auch. Aber die Handlung war nur eine mäßige Effekt-Show und vom exzellenten Humor der Vorlage ist ja fast gar nichts mehr übrig geblieben. Und dass man aus Ford einen nervigen Labersack gemacht und gerade Marvin (mein Liebling aus dem Buch) derart verhauen hat, nehme ich denen dazu noch richtig übel.

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  2. Oh hey Dune Buddy!

    Jack Palance als Dracula ist eine dieser Casting-Entscheidungen, die sich wie ein Witz liest, bis man es dann sieht und es längst nicht so komisch ist wie erhofft…

    Das erste ES Kapitel fand ich ziemlich gut. Nicht sonderlich gruselig aber Atmosphäre und die Chemie der Darsteller fand ich sehr gut. Den zweiten hab ich mir bis heute erspart. Schon in der Curry Version war der Teil mit den Erwachsenen… naja.

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    1. Ich war ja am Ringen mit mir, was DUNE betrifft. Und im Endeffekt hätte ich lieber WATCHMEN da reingestellt, weil DUNE wenigstens den Kern der Sache trifft, während der Snyder-Film kilometerweit daran vorbeischießt, aber dafür war der dann technisch zu perfekt und innerhalb seines eigen kreierten Watchmen-Universums auch relativ kohärent (jedenfalls im längeren DC). Wenn es aber alleine um Sympathie geht, hätte ich aber wohl doch Snyder wählen sollen.
      Und ja, wäre es nur um ES CHAPTER 1 gegangen, hätte es die Verfilmung vielleicht nicht auf die Liste geschafft. Kommt zwar nicht über „ganz nett“ hinaus, ich mag auch Sophia Lillis ganz gerne, die ist sympathisch, aber der zweite Teil bricht den ganzen das Genick, das ist eine komplette Katastrophe.

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      1. Ach, an Comicverfilmungen habe ich gar nicht gedacht. Da hätte es auch noch einige Möglichkeiten gegeben. Ich hatte mich bei ‚Watchmen‘ gefragt, wie man wohl die rigide Panel-Struktur in Filmsprache überträgt. Antwort: gar nicht. Aber dafür gibts coole Snyder-Slowdowns in den Kämpfen.

        Ja, über ES 2 verliert irgendwie niemand ein gutes Wort. Naja, irgendwann hole ich ihn doch nach.

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