HorrOktober 2021: 04./05.10.

04.10.

HorrOktober #9

Island of Lost Souls (1932)

„Der Schiffbrüchige Edward Parker (Richard Arlen) wird von einem Frachter aufgelesen, der wilde Tiere transportiert. Er legt sich dort mit dem Kapitän an, der betrunken die Tiere misshandelt. Zum Dank schmeißt der ihn nach der Übergabe der Tiere an den auf einer einsamen Insel lebenden Dr. Moreau (Richard Laughton) über Bord, sehr zum Missfallen des Doktors. Der heißt Edward dennoch willkommen und macht ihn mit der attraktiven Lota (Kathleen Burke), der einzigen Frau auf der Insel, bekannt. Kurz darauf beobachtet Edward entsetzt, wie Moreau im sog. Haus des Schmerzes eine Kreatur zwischen Mensch und Tier operiert. Der Wissenschaftler hat hier einen ganzen Stamm dieser Mischwesen geschaffen, sie können denken und reden, halten ihren Schöpfer für einen Gott und werden vom Sayer of the Law (Bela Lugosi) angeführt. Auch Lota ist ein Geschöpf Moreaus…“

Holla, die Waldfee! Der ist wirklich, gerade in Anbetracht der Entstehungszeit, ein ganz schönes Kaliber. Die Tiermenschen (und damit auch Lugosi in einer geilen Fellmaske) haben leider nicht viel Screentime, hinterlassen aber, trotz teils vorhandener Menschlichkeit und Intelligenz, im Halbdunkel der Fotografie einen furchterregenden Eindruck. Kathleen Burke gibt hier die rollige Raubkatze, die unseren armen Helden immer mehr auf die Pelle rückt; und meine Fresse, sie ist hot! Aber über allen thront mal wieder die erhabene, unglaublích wirkungsvolle Performance von Charles Laughton als Mad Scientist, der höflich und zivilisiert scheinenden, aber durch und durch narzistischen Bestie in Menschengestalt. Ein toller Pre-Code Horrorfilm! 9/10

HorrOktober #10

Murders in the Zoo (1933)

„Großwildjäger und Zoobesitzer Eric Gorman (Lionel Atwill) ist ein sehr eifersüchtiger Ehemann, kennt bei der Verteidigung seiner Ehepfründe keinerlei Skrupel. Doch seine schöne, junge Frau Evelyn (Kathleen Burke) gibt ihm auch jeden Grund dazu. Auf einer Safari näht er die Lippen eines Mannes zusammen, der es gewagt hatte, Evelyn zu küssen, und lässt ihn zum Sterben im Buch zurück. Doch es gibt da noch einen anderen Verehrer, Roger Hewett (John Lodge), der regelmäßig bei den Gormans verkehrt. Ihn vergiftet der gehörnte Ehemann im Zuge der großen Eröffnung seines Zoos, dafür muss der abgetrennte Kopf einer Mamba herhalten. Nun hat er aber den Verdacht von Dr. Woodford (Randolf Scott) erregt, dem das Ganze komisch vorkommt…“

Hier hat Paramount mit seinen zweiten Pre-Code-Horror nach dem heiß diskutierten, aber enorm erfolgreichen, ISLAND OF LOST SOULS nochmal ordentlich auf die Kacke gehauen. Eine promiskuitive Kathleen Burke, ein vollkommen enthemmter Lionel Atwill, zusammengenähte Augen und ein abgetrennter Schlangenkop, das hat man davor und eigentlich auch danach nicht wieder zu sehen bekommen. So richtig spannend ist das Ganze nicht, denn Atwill dreht so derbe frei, dass man genau weiß, dass er jeden und alles töten würde, wenn Randolf Scott ihn nicht aufhält. Das ist richtig geil fies. Zum Ende filmte man dann noch ein Aufeinandertreffen von Raubkatzen, im Beisein der Presse und eines Großaufgebots von Paramountstars als Zaungäste, was furchtbar schief ging und einigen Pumas das Leben kostete. Das hinterlässt sicherlich einen bitteren Beigeschmack, der Film selbst ist aber ein selten brutales Stück 1930s-Horrorkino. 7,5/10

05.10.

HorrOktober #11

Valley of the Zombies (1946)

„In der Klinik von Dr. Rufus Maynard (Charles Trowbridge) verschwindet in letzter Zeit immer wieder Blut. Eines Nachts überrascht ihn der düster dreinblickende Osmond Murks (Ian Keith), der nach neuen Blut verlangt, und tötet ihn. Das zweite Opfer wird Osmonds Bruder, der Blutdieb. Maynard wird von der Polizei auf dem nahe gelegenen Friedhof entdeckt. Der Verdacht fällt auf seinen Kollegen Dr. Terry Evans (Robert Livingston) und die Schwester Susan Drake (Lorna Gray). Sie müssen sich nun selbst daran machen, ihre Unschuld zu beweisen…“

Hier nun ein Horror-Beitrag von Republic Pictures, die die zweite, große Horrorwelle während der 1940er größtenteils verschlafen hatten. Zombies lagen, angefangen mit dem frühen WHITE ZOMBIE (1932) und u.a. wieder aufgegriffen in I WALKED WITH A ZOMBIE (1943), schwer im Trend.

Doch VALLEY OF THE ZOMBIES poltert sich über weite Strecken durch seine nicht sehr stringente Plotte. Dafür gibt Ian Keith eine angenehm düstere Gestalt ab, mit seinen großen, dunklen Augen, dem schwarzen Gewand und dem schwarzen Hut. Daneben gibt es auch einige atmosphärische Sets, die so nebelig ausfallen wie die Plotte des Films; man bekommt nicht wirklich erklärt, was es nun mit dem Tal der Zombies genau auf sich hat, und eigentlich ist das die zentrale und einzig interessante Frage dabei. Großartig Spannung kommt ehedem nicht auf, aber es geht flott voran und nach gut 55 Minuten ist der Spuk dann vorbei. 5/10

HorrOktober #12

Revenge of the Zombies (1943)

„Scott Harrington (Max Hugo) besucht, anlässlich des Begräbisses seiner dahingeschiedenen Schwester Lila (Veda Ann Borg), seinen Schwager Dr. Von Alterman (John Carradine). Er wird begleitet von seinem Fahrer Adam (Mantan Moreland) und Privatdetektiv Larry Adams (Robert Lowery), den er engagiert hat, weil Von Altermans Bekannter Dr. Keating (Barry Macollum) der Meinung ist, dass dieser Lila vergiftet hat. Und tatsächlich hat der Wissenschaftler seine Frau in einen Zombie verwandelt, doch zeigt sie Anzeichen eines freien Willens, was ihr Von Alterman nicht durchgehen lassen kann, züchtet der sich doch eine Zombie-Armee für die Nazis heran…“

Quasi-Sequel zu Monograms KING OF THE ZOMBIES (1941), von dem auch der augenrollende und hysterisch chargierende Mantan Moreland übernommen wurde.

Der schlurft, wie die Zombies, ziemlich vor sich hin, gerade auch, weil man den modus operandi vom Vorgänger übernommen hat – während die Besucher untereinander theoretisieren, was denn nun geschehen ist, werden die unheimlichen Begebenheiten vor allem unter den Angestellten in Kontext gestellt. Dazu gesellt sich dann noch der Nazi-Subplot, der zu der Zeit ja stark angesagt war. Das ist alles nicht besonders aufregend, auch wenn John Carradine als Mad Scientist wie immer eine Bank ist und gerade sein Tod durch die Hände seiner Geschöpfe am Ende klar das Highlight des Films darstellt. Die rassistische Darstellung der Angestellten und natürlich des hysterisch seine Glötzerchen aufreißenden Moreland gehörte unter diesen Filmen scheinbar zum guten Ton und macht einen heute Augen rollen ob ihrer Peinlichkeit. Nicht so hysterisch scheiße wie KING OF THE ZOMBIES und nur leidlich unterhaltsam. 5/10

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