Dear Diary… on the watch: 16.-27.06.2021

Review auf Filmtoast:

Electra Glide in Blue

16.06.2021

The Vallanzasca Gang (Mario Bianchi, 1977) 7,5/10

„Zwei Knastologen gelingt die Flucht, nach einigem hin und her beißt einer von ihnen ins Gras, während der andere das Angebot bekommt, an einer riskanten, aber lohnenswerten Entführung beteiligt zu sein…“

Sleaziger und brutaler Reißer aus der Bianchi-Schmiede. Insgesamt ungewohnt kompetent, denn bis zum letzten Drittel gönnt sich der Film kaum eine Pause, baut geschickt Spannung auf. Leider kann er sie letztlich nur gerade eben über die Zeit bringen, aber dank seiner Schauwerte trotzdem überzeugen.

Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien (Aldo Lado, 1975) 8/10

„Die Schülerinnen Margaret (Irene Miracle) und Lisa (Laura D’Angelo) fahren in den Semesterferien von München nach Italien, um dort Lisas Eltern (Enrico Maria Salerno und Marina Berti) über die Feiertage zu besuchen. Im Zug geraten sie aber an die fiesen Schwarzfahrer Blackie (Flavio Bucci) und Curly (Gianfranco De Grassi), die die Mädchen mit Hilfe einer gelangweilten Dame (Macha Méril) sexuell bedrängen…“

Sehr gut geskriptet, geschnitten und inszeniert entwickelt sich ein fieser Terrorfilm im Fahrwasser von Cravens LAST HOUSE ON THE LEFT (den Lado angeblich nie gesehen hat). Ein unglaublich effektiver und lange nachwirkender Schlag in die Magengrube.

17.06.2021

Dotterbart (Mel Damski, 1983) 5/10

Laue, klamaukige Piratenfilm-Parodie mit 80s-Comedians-All-Star-Cast (u.a. Graham Chapman, Marty Feldman, Cheech & Chong, Eric Idle). Mehr dazu im Review auf Filmtoast:

Dotterbart

18.06.2021

Excalibur (John Boorman, 1981) 9/10

Aufwändige Verfilmung der Artus-Sage durch John Boorman. Ein fantastischer Film, wahrscheinlich die beste Bearbeitung dieses Stoffs.

Im Namen des Königs III (Uwe Boll, 2013) 5/10

„Als ein letzter Auftrag schief läuft, verschlägt es Profikiller Hazen Kaine (Dominic Purcell) in eine Fantasy-Welt, wo er sich auf die Seite der Unterdrückten schlägt…“

Der ist doof, der ist billig, aber kommt immer dann mit einer doofen, billigen aber auch unterhaltsamen Idee um die Ecke, wenn man denkt, jetzt ginge er gleich total den Bach runter.

Highlander (Russell Mulcahy, 1986) 8,5/10

„Der Antiquitätenhändler Russell Nash (Christopher Lambert) heißt eigentlich Connor MacLeod und ist mehr als vierhundert Jahre alt. Einst lernte der Unsterbliche von seinem Mentor Ramirez (Sean Connery) die Kunst des Schwertkampfs, und fechtet seitdem Kämpfe gegen Seinesgleichen aus. Nun, um New York des Jahres 1985 trifft er auf seinen Erzfeind Kurgan (Clancy Brown), und es scheint, als wären sie die letzten ihres Schlages…“

Natürlich ein Klassiker, der Australier Mulcahy beweist ein tolles Gespür für memorable Bilder und eine geschickte Montage. Untermalt wird dies vom tollen Queen-Soundtrack, das sind die 80er in Reinform. Und dazu stiehlt Clancy Brown dem darauf zum Star avancierenden Lambert glatt die Show.

The Night of the Hunter (Charles Laughton, 1955) 10/10

„Frauenmörder Harry Powell (Robert Mitchum) zieht als Wanderprediger durchs Land. Als er wegen Autodiebstahls ins Gefängnis kommt, lernt er dem zum Tode verurteilten Bankräuber Ben Harper (Peter Graves) kennen. Nach seiner Haft macht er sich an Harpers Witwe Willa (Shelley Winters) heran, um an Bens Beute zu kommen. Doch nur die beiden Kinder John und Pearl wissen von dem Versteck. Er heiratet Willa, kann zwar Pearls Vertrauen gewinnen, John jedoch bleibt misstrauisch. In seinem Frust ermordet er schließlich Willa und die Kinder fliehen…“

Charles Laughton einziger Ausflug ins Regiefach und er legte gleich ein Meisterwerk des Urban Gothic vor. Die exzellente Schwarz-Weiß-Fotografie schlägt einen gleich in ihren Bann, Mitchums Darstellung als gewiefter wie skrupelloser Unhold ist zudem wahrlich furchteinflößend.

19.06.2021

Milano Kaliber 9 (Fernando Di Leo, 1972) 10/10

Den hab ich an dem Wochenende sogar gleich zweimal gesehen.

„Ugo Piazza (Gastone Moschin) kommt nach drei Jahren aus dem Knast. Sofort klebt sein alter Kumpane Rocco (Mario Adorf) an den Hacken, denn er will wissen, wo 300.000 Dollar geblieben sind, um die Ugo seinen Boss, den Amerikaner (Lionel Stander), erleichtert haben soll. Doch der frisch Entlassene bleibt bei seiner Version, dass er das Geld nicht hat. Er weiß, dass er sich weder seine alten Kollegen, noch die Bulle lange vom Leib halten kann, weswegen er die Hilfe seines Freundes Chino (Philippe Leroy) in Anspruch nimmt…“

Man sagt ja manchen Filmen nach, sie seien das Zelluloid gewordene Pendant zu einem Schlag in die Fresse. Auf kaum einen davon trifft das wohl so sehr im positiven Sinne zu wie auf MILANO KALIBER 9. Der Film zeigt gleich in den ersten Minuten, was Sache ist, knallt einem eine Sequenz um die Ohren, die ob ihres Tempos und ihrer Gnadenlosigkeit in die Geschichte des Genrekinos eingegangen ist – pure cineastische Energie!

Der Auftritt des Helden erfolgt erst nach knapp zehn Minuten, doch von da an weicht die Kamera Gastone Moschin als Ugo Piazza (fast) nicht mehr von der Seite. Als beinahe ebenso penetrant erweist sich Mario Adorf als schmieriger Ganove Rocco, der ihn nervt und erniedrigt, wo er nur kann. Dieses ungleiche Duo bildet ab jetzt das Herz des Films, auch wenn die Weichen für den Verlauf der Handlung immer in den Szenen gestellt werden, in denen Adorf eben nicht zugegen ist. Aber man freut sich diebisch darauf, wenn die beiden wieder vereint werden, ihre gemeinsam Szenen sind einfach Gold wert. Ugo gibt sich zwar undurchsichtig und hart wie ein Fels, doch erscheint er im Kontrast zu den Leuten, die ihn bedrängen, als eher harmlos. Er scheint wie jemand, den andere als Opfer auserkoren haben, und man freut sich, dass er sich als jemand herausstellt, der sich nicht zum Opfer machen lässt. Überhaupt lässt der Film einen kaum eine ruhige Minute, um über Ugo und seine Absichten zu sinnieren, Di Leo treibt die Geschichte immer wieder voran.

In den einzigen Szenen, in denen er einen etwas Pause gönnt, blockiert er aber unseren Intellekt, in dem er sie nutzt, um die beiden Polizisten Frank Wolff und Luigi Pistilli gesellschafts-politische Diskussionen anzustoßen. Sobald die beiden wieder davon ablassen, dreht Di Leo das Tempo wieder unbarmherzig hoch. In der deutschen Kinofassung fehlen diese Diskussionen, eine sinnvolle Straffung, wie ich finde, auch wenn der Film einigen dadurch vielleicht etwas zu rastlos erscheint. MILANO KALIBER 9 ist in dieser Fassung ein gnadenlos rasanter, aktionsgeladener und stellenweise fieser Thriller mit doppelten Boden.

Die Besetzung mit Gastone Moschin und Mario Adorf in den Hauptrollen kann man als perfekt bezeichnen, gerade letzterer läuft zu absoluter Hochform auf, wütet wie ein Derwisch durch die Handlung. Barbara Bouchet als Ugos Freundin Nelly präsentiert sich ein weiteres Mal als genauso hübsch wie hintergründig. Ihre Rolle in der Geschichte montiert Di Leo sehr geschickt im Hintergrund. Lionel Stander punktet als „Der Amerikaner“ schon mit seiner Präsenz, seinem schrägen, aber ernsthaften Blick durch sein schielendes Auge. Als der einzige Vertraute, der Ugo noch geblieben scheint, liefert Phillipe Leroy als Auftragskiller, dessen Welt noch mehr ins Wanken gerät, als die seines Freundes, eine mehr als sehenswerte Vorstellung. Und mit Frank Wolff und Luigi Pistilli wurden als vermeintliche Lückenfüller zwei weitere Hochkaräter verpflichtet, deren Ausführungen man gerne lauscht. Einen festen Platz in meinem Herzen hat sich Omero Capanna erobert; er ist die erste Person, die man in diesem Film sieht, und hinterlässt einfach einen bleibenden Eindruck, auch wenn die Rolle nur klein ist.

Unter den italienischen Action-Krimis stellt MILANO KALIBER 9 eh den Film der Filme dar, doch auch im Bereich des Eurocrimes und zeitgenössischer Thriller braucht er sich nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil. Nicht nur Italo-, 70s-Fans, nein, Thriller-Fans an sich ist der Film nur wärmstens zu empfehlen. Das Setting, die Schauspieler, der Schnitt, die treibende Musik (die hab ich noch gar nicht erwähnt, oder?) – er hat auch nach fast 50 Jahren nichts von seiner Sogwirkung verloren.

Showgirls (Paul Verhoeven, 1995) 7/10

„Nomi (Elizabeth Berkley) kommt nach Las Vegas, um das Glück zu suchen. Zwar wird sie zuerst bestohlen und bleibt ohne Hab und Gut zurück, doch sie kommt bei Molly (Gina Ravera) unter, die ihr ein Engagement im Stripclub von Al (Robert Davi) unter. Als sie Zack (Kyle MacLachlan) kennenlernt, winkt eine Karriere als Showgirl. Doch der Star Cristal (Gina Gershon) steht ihr missgünstig gegenüber…“

Überschwengliches, pompöses Zerrbild der oberflächlichen Glitzerwelt von Las Vegas. Trifft nicht immer den richtigen Ton, ist aber sehr unterhaltsam.

Burst City (Sogo Ishii, 1982) ohne Wertung

Ich war leider ein wenig zu betrunken, um den Film noch komplett rekapitulieren zu können.

21.06.2021

Blow-up (Michaelangelo Antonioni, 1966) 8,5/10

„Fotograf Thomas (David Hemmings) ist arrogant, erfolgreich und gelangweilt von seinen Aufträgen, die immer gleichen, hübschen Models in Szene zu setzen. Im Park fotografiert er eine Frau (Vanessa Redgrave) und einen Mann. Kurze Zeit später steht die Frau, die sich als Jane vorstellt, vor seiner Tür. Sie möchte die Fotos haben, die angeblich ihren Begleiter kompromittieren. Doch Thomas weigert sich, das Negativ herauszugeben. Als er später die Fotos entwickelt, glaubt er, darauf einen Mord zu erkennen…“

Hemmings ist ein großartiges Arschloch, er verfällt immer weiter einer Obsession. Seine Odyssee durch das London der Swinging Sixties spiegelt die Zeit kongenial wieder.

Drive (Nicholas Winding-Refn, 2011) 9/10

Schon etliche Male gesehen, ein Lieblingsfilm.

Robocop (Paul Verhoeven, 1987) 10/10

Muss man auch nichts weiter zu schreiben, für mich Verhoevens bester und einer der besten Filme der 80er.

22.06.2021

Troja (Wolfgang Petersen, 2004) 6,5/10

Opulentes Schlachtengemälde, das durch Brad Pitts Auftritt als übermenschlicher Achilles noch aufgewertet wird. Inhaltlich etwas schwach, mit teils dünnen Charakterisierungen.

24.06.2021

One-Armed Boxer (Jimmy Wang Yu, 1972) 8/10

Ein Wang-Yu-Klassiker mit einer Fülle von verschiedenen Fightern aus allen Bereichen des Kampfsports. Nur der Nachfolger DUELL DER GIGANTEN war noch besser…

Mehr dazu:

One Armed Boxer (1972)

25.06.2021

Der Denunziant (Pasquale Squitieri, 1985) 6/10

Franco Nero ermittelt als Richter in einem großen Banken-Konkurs, der einen Mafiakrieg nach sich zieht. Der Spielfilmfassung fehlen wohl umfangreiche Handlungsstränge. Der Film ist deswegen nicht unverständlich, aber irgendwie deucht mir, dass ein wenig mehr Geschichte und einhergehend mehr Tiefe gut gewesen wäre.

Das goldene Schwert des Königstigers (Chang Cheh, 1967) 9/10

Abgehackte Arme sollten in der Karriere Wang Yus ja noch eine prägende Rolle spielen. Hier ist es die eifersüchtige Tochter des Meisters, die ihm den Arm kostet. Folglich wendet er sich den Kämpfen ab und lebt abseits bei der süßen Lisa Chiao Chiao, die ihn gesund pflegt. Eher ein Schwertkampfdrama, kein Actionfilm. Zwar gibt es Action und diese ist auch gut choreographiert, aber sie spielt nur eine eher untergeordnete Rolle. Dafür nimmt man dem Skript und dem Hauptdarsteller Wang Yu ab, dass er fest entschlossen ist, ein pazifistisches Leben zu führen. Selbst als er eine neue Kampftechnik lernt, die ihm als Einarmiger entgegen kommt, hadert er damit, sein Können auch einzusetzen. Ein großer Klassiker, einer der besten Filme Chang Chehs.

Die Rückkehr des Königstigers (Chang Cheh, 1969) 8/10

Nach dem grandiosen Schwertkampf-Drama des ersten Films geben Shaw Studios und Chang Cheh dem Affen Zucker: die Story wird auf ein Minimum reduziert, dafür ein wahres Feuerwerk an tollen Choreographien und Charakteren entfacht. Ist der erste Film der bessere, ist der zweite der spaßigere. Und die Vielfalt an Charakteren und Kampfstilen sollte sich später auch auf Wang Yus eigene Arbeiten auswirken, auch wenn seine Filme gewiss nicht dermaßen opulent ausgestattet waren.

26.06.2021

23 (Hans-Christian Schmid, 1998) 7/10

Mal wieder in TV dran hängen geblieben, mag den sehr gern. Ein gutes deutsches Psycho-Drama nach wahren Begebenheiten.

Rote Lippen, Sadisterotica (Jess Franco, 1969) 7/10

„Zwei Detektivinnen/Einbrecherinnen werden beauftragt, ein gestohlenes Gemälde wiederzubeschaffen. Dabei kommen sie einen Frauenmörder auf die Spur…“

Comikesker Euro-Crime/Spy, sehr schräg, sehr spaßig.

Faceless (Jess Franco, 1987) 7/10

„Als seine Tochter durch Säure, die für ihn bestimmt war, im Gesicht entstellt wird, beginnt Dr. Flamand (Helmut Berger) mit der Forschung für Gesichtsrekonstruktion und transplantiert ihr die Haut unfreiwilliger Spenderinnen, die Assistentin Nathalie (Brigitte Lahaie) ihm besorgt. Das nächste Opfer soll die schöne Barbara (Caroline Munro) sein, doch ihr Vater Terry (Telly Savalas) schickt den Schnüffler Sam Morgan (Chris Mitchum) aus, um sie zu suchen…“

Ein beeindruckender Cast tummelt sich in diesem Franco-Werk, das nebenher auch recht knorke aussieht und fabelhaft unterhält. Einer seiner besten Filme. Die Blu-ray des Films, aus dem Hause Shock im teurem Mediabook, ist allerdings ein schlechter Witz.

Schnappt Shorty (Barry Sonnenfeld, 1995) 8/10

Ein weiterer Lieblingsfilm, auch wenn ich das Buch besser fand. Aber die tolle Besetzung und die schwungvolle Inszenierung machen einfach Spaß.

27.06.2021

Ein Fisch namens Wanda (Charles Crighton, 1988) 10/10

Den mag ich fast noch lieber als die regulären Monty-Python-Filme. Cleese und Jamie Lee Curtis sind ein süßes Pärchen, Kevin Kline ist urkomisch. Schwarzer britischer Humor at its best!

Action Jackson (Craig R. Baxley, 1988) 7,5/10

Carl Weathers macht den unbezwingbaren Actionhelden mit dem flotten Spruch auf der Lippe, dazu Vanity, Sharon Stone und Craig T. Nelson als grandioser Bösewicht, alles zur endcoolen Mukke von Herbie Hancock. 80s as fuck, was will man mehr?

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