Die besten 5 Filme, die an Universitäten spielen

Dieses Mal musste ich mich ganz schön strecken, um Ginas Anforderungen halbwegs zu erfüllen. Ich hab ja nun wirklich eine breit gefächerte Sammlung, aber Filme, die (im weitesten Sinne) an Universitäten spielen, sind dann doch eher rar gesät hier. Ich musste deswegen auch Filme mit reinnehmen, die nicht die Universität im Mittelpunkt der Handlung haben, sondern auch welche, bei denen Universität und Universitätsleben eine zentrale Rolle spielen.


1. THE ADDICTION (Abel Ferrara, 1995)

Philosophie-Studentin Kathleen (Emily Tomlin) wird eines Nachts von einem Fremden in eine Seitengasse gezerrt und gebissen. Danach entwickelt sie eine Aversion für Tageslicht und eine akute Abhängigkeit von frischem Blut… Ferrara nutzt diese Grundlage nicht für einen Horrorfilm, sondern für eine Auseinandersetzung mit den philosophischen und existenzialistischen Fragen, die diese Abhängigkeit mit sich bringt, sowie zu einer Auseinandersetzung mit seiner eigenen Religiösität. Den Schauplatz, natürlich New York, hält er dabei in nüchternen Schwarz-Weiß-Bildern fest, die im Übergang in den Schatten immer wieder alptraumhafte Qualitäten beweisen. Und Christopher Walken darf mal wieder in einer Nebenrolle glänzen.


2. DIE REGELN DES SPIELS (Roger Avery, 2002)

Drogendealer Sean Bateman (James Van Der Beek) ist verliebt in Studentin Lauren (Shannyn Sossamon), die aber sehnsüchtig darauf wartet, dass ihr Schwarm Victor (Kip Pardue) von seinem Eurotrip zurückkehrt, während sie die Avancen ihres Mentors Mr. Larson (Eric Stoltz) abwehrt… Nicht meine liebste Ellis-Verfilmung, auch wenn Roger Avary bemerkenswerte erzählerische Techniken einsetzt (der Beginn des Films wird auf mehreren Ebenen rückwärts erzählt). Auch die Amoral des Campus-Lebens (Jessica Biel treibt es mit einem Football-Team) und die Festgefahrenheit der Lebenssituation seiner Protagonisten (Victor erinnert sich nicht einmal an Lauren, als er aus Europa zurückkehrt) arbeitet der Oscar-Preisträger (PULP FICTION) gut heraus. Aber irgendwie will der Funke nicht vollends überspringen.


3. SCREAM 2 (Wes Craven, 1998)

Zwei Jahre nach den Woodsboro-Morden geht Sidney (Neve Campbell) aufs College und wird wieder von einem Unbekannten am Telefon belästigt. Das Morden beginnt von Neuem… Gute Fortsetzung des Slasher-Klassikers von Wes Craven, der hier wieder jede Gelegenheit für Insider-Gags und Meta-Spielereien (z.B. eines Mordes im Kino, während ein Film über die Woodsboro-Morde läuft) nutzt.


4. JESSY – DIE TREPPE IN DEN TOD (Bob Clark, 1974)

In einem Studentinnenwohnheim geht ein Mörder um. Während Ermittler Fuller (John Saxon) im Dunkeln tappt, müssen die schwangere Jessy (Olivia Hussey) und ihre Mitbewohnerinnen (u.a. Margot Kidder) Todesängste ausstehen… Der wurde ja inzwischen schon zweimal neu aufgelegt, wobei die Version von 2019 eine krude feministische Agenda verpasst bekam. Feminismus spielt tatsächlich auch in der Ur-Version eine große Rolle, und das auf eine menschlich nachvollziehbare und unaufgeregte Art (so entschließt sich die Protagonistin zur Abtreibung, was sie in einem heftigen Konflikt mit ihrem Freund bringt). Das Original ist den Remakes eigentlich auf allen Ebenen überlegen.


5. NIGHT OF THE EAGLE (Sidney Hayers, 1962)

Professor Taylor (Peter Wyngarde) findet heraus, dass seine Frau Tansy (Janet Blair) heidnischen Ritualen frönt. Als er das traute Heim von okkulten Gegenständen säubert, bricht auf einmal das Unglück über ihn herein und er muss erkennen, dass es dunkle Kräfte auf ihn abgesehen haben, die nun nicht mehr von Tansy abgewehrt werden können… Angenehm düsterer und recht fieser Gruselfilm, der zudem mit einigen hervorragenden, ironischen Dialogen punkten kann. Wyngarde ist hier nicht zu beneiden, denn nach der Konfrontation mit den Praktiken seiner (unglaublich süßen) Filmfrau Janet Blair zerbricht sein Leben allmählich zu einem Scherbenhaufen (er wird u.a. der Vergewaltigung einer Studentin beschuldigt und von seiner Frau angegriffen, die unter dem Einfluss einer anderen Hexe steht). Im Finale wird er von einem riesigen zum Leben erwachten Stein-Adler, dem Wappentier seiner Fakultät, gejagt.


Nachtrag:

Und, shame on me, ich hab tatsächlich nicht an Stuart Gordons super-unterhaltsame Splatter-Komödie RE-ANIMATOR gedacht, der hier wirklich reingehört hätte…


Schaut doch auch mal bei Bullion, MWJ, Gnislew, Anica, Wortmann, Blaupause, Aequitas et Veritas, Corly, Nellindreams, Stepnwolf oder Filmlichter vorbei!

7 Kommentare zu „Die besten 5 Filme, die an Universitäten spielen

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  1. Gut, dass du am Ende noch „Re-Animator“ erwähnst. Nicht nur wegen der Miskatonic University, sondern auch wegen der Eingangsszene: Ich kann bestätigen, dass der Film die Universität Zürich äusserst wahrheitsgetreu und realitätsnah darstellt.

    Gefällt 1 Person

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