Dear Diary… on the watch: 10.-13.05.2021

10. Mai

The Swordsman (R: Choi Jae-hoon, 2020) 6/10

Ende der Joseon Dynastie: Ein erblindender Schwertkämpfer gerät mit seiner Tochter in einen Konflikt zwischen koreanischen Edelmännern und einem Sklavenhändler der Qing (Joe Taslim)…

Zurückgenommen inszeniertes Action-Drama, das leider von allem, ob Drama, Historienfilm oder Action, zu wenig bietet, um vollends zu überzeugen. Gerade Joe Taslim als dauergrinsender Klischee-Bösewicht enttäuscht. Gegen Ende gibt es dafür ein paar schön choreographierte Kampfszenen.

Project A Part 2 (R: Jackie Chan, 1987) 7,5/10

Der zum Superintendant beförderte Dragon Ma (Jackie Chan) wird als Ersatz des streitbaren Vorzeigebeamten Chun (David Lam) einer ängstlichen und korrupten Polizei-Einheit vorangestellt. Er nimmt sofort den Kampf gegen einen Gangsterboss auf, wird aber dabei immer wieder von chinesischen Rebellen sabotiert…

Schöne Kulissen, waghalsige Stunts und tolle Kämpfe – der Film steht seinem Vorgänger in kaum etwas nach. Allerdings machten die Piraten (die hier wieder auftauchen, aber nur eine Randnotiz wert sind) als Gegner mehr her, außerdem fehlen hier auch Jackies Kompagnons Sammo Hung und Yuen Biao. Trotzdem ein großer Spaß!

11. Mai

Resident Evil: The Final Chapter (R: Paul W.S. Anderson, 2017) 2,5/10

Alice (Milla Jovovich) macht sich auf den Weg nach Raccoon City, da die Menschheit kurz vor ihrem Ende steht und sich im Hive ein Gegenmittel gegen den T-Virus befindet…

Im letzten Teil unterbietet Anderson das Niveau der Vorgänger noch einmal, setzt auf hyperschnelle Schnitte, schlechte CGI und ausgedehnte Rückblenden. Der Plot ist konfus und von vorne bis hinten unlogisch (sie hat 48 Stunden, um das Antivirus in die Luft abzugeben, denn danach ist jeder übrig gebliebene Mensch tot; das Antivirus braucht aber ein paar Jahre, um sich auszubreiten – wie soll das gehen?) Dazu kommt noch, dass die Jovovich und Ali Larter hier gealtert und recht züchtig auftreten, was noch nicht einmal die Frauen-in-knapper-Kleidung-kicken-Mutantenärsche-Fetisch-Fraktion groß hinterm Ofen vorlocken dürfte. Ein unglaublich bescheuerter, hässlicher und schlichtweg schlechter Film.

Der Würger von Schloss Blackmoor (R: Harald Reinl, 1963) 6,5/10

Als der in Afrika zu Vermögen gekommene Lucius Clark (Rudolf Fernau) sich mit seiner Nichte, der Reporterin Claridge (Karin Dor), auf Schloss Blackmoor bei Lord Edgar (Walter Giller mit einem unglaublich bescheuerten Schnauzbart) einmietet, geht dort ein maskierter Würger um. Inspektor Mitchell (Harry Riebauer) ermittelt…

Ein altes Schloss mit Geheimgängen, ein maskierter Mörder, der seine Opfer nicht nur erwürgt, sondern auch brandmarkt und enthauptet sowie mehrere Fraktionen, die hinter ominösen Edelsteinen her sind – alles Zutaten für einen ordentlichen Gruselkrimi. Reinl lässt sich hier auch nicht die Butter vom Brot nehmen und spult das Programm routiniert ab.

12. Mai

Swordbrothers (R: Park Hoon-jeong, 2011) 7/10

Wieder einmal Ende der Joseon: Die Krieger Heon-myeong und Do-yeong überleben eine Schlacht im Schnee nur knapp. Heon-myeong beichtet dem vermeintlich im Sterben liegenden Freund, dass er dessen Vater verraten habe. Doch Do-yeong überlebt, gibt aber vor, sich an nichts mehr aus der Nacht des Kampfes zu erinnern…

Zum größten Teil ein Kammerspiel zwischen den Kriegern, die sich schnell vor allem rhetorisch beharken, und einen mit ihnen gestrandeten Deserteur. Kurze, eingestreute Rückblenden beleuchten die Hintergründe, kommen aber kaum über Klischees hinaus. Zumindest funktioniert das recht gut, so dass sich die Spannung immer weiter bis zur Eskalation steigert.

Black Magic Rites (R: Renato Polselli, 1973) 8,5/10

Jack Nelson (Mickey Hargitay) kauft ein altes Schloss und berherbergt dort seine Stieftochter Lauren (Rita Calderoni) und einige Freunde. Doch böse Kräfte sind dort am Wirken, denen Lauren zum Opfer fällt. Doch Hexenwerk und schwarze Messen halten dort weiter Hof. Dies alles geht auf die Verbrennung der Hexe Isabel (Rita Calderoni) im 14. Jahrhundert zurück, für die ihr Geliebter Jack (Hargitay) damals noch Rache schwor…

Mal wieder der pure Wahnsinn, Polselli dreht den Gothik-Schalter auf 180. Es gibt jede Menge nacktes Fleisch nahe an der Grenze zum Softcore, blutige Happenings mit angedeuteten Vampirismus, einen verrückt lachenden Buckligen, einen finster dreinblickenden Irren und schnellen Schnitten, Nebel, Zwielicht und Windmaschinen. Ein Erlebnis, wenn auch nicht immer perfekt.

Schloss des Schreckens (R: Jack Clayton, 1961) 8,5/10

Miss Giddens (Deborah Kerr) nimmt eine Stelle als Kindermädchen im Anwesen von Peter Quint (Peter Wyngarde) an. Sie soll in seiner Abwesenheit auf seine Nichte Flora und seinen Neffen Miles, der eigentlich auf dem Internat sein sollte, achten. Doch die Kinder benehmen sich merkwürdig und der Ort von geisterhaften Erscheinungen heimgesucht…

Schön ausgestatteter und fotografierter Gothik-Grusel alter Schule in stilvollem Schwarzweiß. Deborah Kerr ist toll als eine junge Frau an der Schwelle zum Wahnsinn.

Der Wixxer (R: Tobi Baumann, 2004) 5,5/10

Chief Inspektor Even Longer (Oliver Kalkofe) erhält mit Inspektor Very Long (Bastian Pastewka) wenig begeistert einen neuen Partner. Sie ermitteln in einer Mordserie unter Kriminellen, die vom mysteriösen Wixxer begangen werden. Ihre erste Spur führt sie nach Blackwhite Castle und dem Earl of Cockwood (Thomas Fritsch)…

Die Anspielungen und Gastauftritte sind charmant, aber der Parodie fehlt es an zündenden Gags, das Niveau ist ungefähr auf der Höhe der Bully-Filme angesiedelt. Für Fans.

13. Mai

Spare Parts (R: Andrew Thomas Hunt, 2020) 4,5/10

Auf ihrer Tournee durch das amerikanische Hinterland wird die Girl-Rockband Ms. 45 von Hinterwäldlern gekidnappt, damit sie auf einem Schrottplatz zum Amüsement eines selbst ernannten Kaisers (Julian Richlings) als Gladiatoren kämpfen. Zu diesem Zweck wird ihnen ein Arm amputiert und durch eine Waffen-Prothese ersetzt…

Einigermaßen originelle Backwood-Story, die allerdings weder Substanz noch interessante Charaktere beheimatet. Die Action beschränkt sich auf eine Bar-Schlägerei und vier kurze Auftritte in der Schrott-Arena, die allerdings nicht mit derben Splattereien geizen. Die deutsche Kauffassung wird gekürzt sein.

Over Your Dead Body (R: Takashi Miike, 2014) 7,5/10

Während der Proben zur Theater-Inszenierung einer Geistergeschichte muss Schauspielstar Miyuki (Ko Shibasaki) erkennen, dass ihr die Beziehung mit Kollege und Co-Star Kosuke (Ebizo Ichikawa) entgleitet. Immer mehr zerfließen die Grenzen zwischen der Aufführung und der Realität…

Sich langsam entwickelnder Grusel, der zu einem großen Teil auf der Theaterbühne stattfindet. Damit muss man klarkommen. Aber der ist wirklich unheimlich und Miike hält natürlich die ein wie andere Überraschung bereit.

Once Upon a Time in China (R: Tsui Hark, 1991) 8,5/10

Heiler und Kämpfer Wong Fei-Hung (Jet Li) mag nicht weiter zusehen, wie amerikanische Geschäftsleute sein Heimatland plündern. Doch dem Gesetzeshütern ist er ein Dorn im Auge…

Zurecht ein Eastern-Klassiker, wenn auch etwas nationalistisch. Harks Werk ist schwelgerisch ausgestattet, die Geschichte jongliert mehrer Storystränge und die Fights sind toll choreographiert (sofern man mit Trampolin- und Drahtseil-Akrobatik klarkommt).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken

Kais geheime Tagebücher

Filme, Bücher, Tatorts die man vielleicht nicht kennt

Mothersdirt

Nachrichten - hart aber ehrlich

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

GREIFENKLAUE - BLOG

Rollenspiel ^ Fanzines ^ Podcast ^ RPG-Szene ^RPG-News ^LARP ^ Tabletops ^ Dungeons ^Maps ^Minis

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

Mike's Take On the Movies

Rediscovering Cinema's Past

filmlichtung

There are no rules in filmmaking. Only sins. And the cardinal sin is dullness. (Frank Capra)

%d Bloggern gefällt das: