Dear Diary… on the watch: 03.-09.05.2021

3. Mai

Die Rache der Kannibalen (R: Umberto Lenzi, 1981) 6/10

In New York wird ein Junkie (Dominik Raake) Oper einiger Drogengangster, die, wie Lt. Rizzo (Robert Kerman) herausfindet, eigentlich auf der Suche nach Mike Logan (Giovanni Lombardo Radice) sind, um Schulden einzutreiben. Doch Mike befindet sich derzeit mit Kumpel Joe (Walter Lucchini) am Amazonas verweilt, wo sie auf der Suche nach Gold und Edelsteinen eines Eingeborenenstammes sind. Die beiden treffen dort auf die Anthropologin Gloria (Lorraine De Selle), die mit ihrem Bruder Rudy (Danilo Mattei) und Freundin Pat (Zora Kerova) den Mythos des Kannibalismus widerlegen will. Doch Mike und Joe führen sie zu einem entlegenen Stamm, der einen Freund von ihnen getötet und gegessen haben soll. Die Geschichte entspricht nicht ganz der Wahrheit, doch die Eingeborenen erwarten sie schon…

Derber Schocker, der heutzutage vor allem durch einige eklige Szenen von Tiersnuff entgeistert, während die kannibalistischen Unappetitlichkeiten zwar passabel getrickst, aber doch schon irgendwie überholt wirken. Zumindest ist der Film recht sauber inszeniert und montiert, auch Giovanni Lombardo Radice kann als gemeingefährliches Arschloch überzeugen. Vom Gestus und auch der Gestaltung der Charaktere klaut Lenzi ein wenig bei CANNIBAL HOLOCAUST, ohne jedoch auch nur ansatzweise dessen Intensität zu erreichen. Dafür schafft er es zumindest eine zeitlang an der Spannungsschraube zu drehen, denn das aus dem Trailer bekannte Gesplattere findet großteils erst in den letzten Minuten statt.

Die Asse der stählernen Adler (R: John Glen, 1992) 5/10

Multinationale Fliegerasse (u.a. Louis Gossett Jr, Horst Buchholz und Sonny Chiba) wollen einen Kameraden rächen und Drogenschmuggler innerhalb der Airforce enttarnen…

Passabel Flugaction in einem reaktionären Militär-Actioner. Kann man schauen, muss man aber nicht: https://der-genrefilm-blog.geisterhaltung.de/2021/05/04/die-asse-der-staehlernen-adler-1992/

4. Mai

Das Kommando (R: Ian Harte, 1982) 6/10

Und der nächste reaktionäre Kracher; Lewis Collins gelangt über Judy Davis in eine britische Terror-Zelle, die eine Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft plant. Wirklich sehr reaktionär, sehr doof, vor Klischees triefend und mit weniger Action angefüllt, als erhofft.

5. Mai

Strafpark (R: Peter Watkins, 1971) 9/10

In einem parallelen Geschichtsverlauf hat Nixon Anfang der 70er die McCarran-Order in Kraft gesetzt, nach der vermeintlichen staatsfeindlichen und wehrkraftszersetzenden Subjekten auch ohne Beweisen der Prozess gemacht werden kann. In der Wüste Kaliforniens müssen sie vor eine sechsköpfige Jury treten und im Falle einer Verurteilung zwischen Gefängnisstrafe und dem Strafpark, einem 50-Meilen-Gewaltmarsch durch die Wüste wählen, der Tod oder Freiheit bedeuten kann. In dieser Mockumentary verfolgen zwei Fernsehteams aus Großbritannien und Deutschland Verhandlung und Marsch, wobei deutlich wird, dass dies nichts mehr mit Rechtsstaatlichkeit zu tun hat und auch der Marsch nicht dafür gedacht ist, die Systemabweichler zu läutern oder zu brechen, sondern schlicht ein Exempel statuiert wird. Schwer verdauliche Kost.

Resident Evil (R: Paul W.S. Anderson, 2002) 4/10

Im Hive, einer unterirdischen Forschungsstation in Raccoon City, bricht ein todbringendes Virus aus, dass die Infizierten in Zombies verwandelt. Vor Ort findet eine Eingreiftruppe nur einen Mann (James Purefoy) und eine Frau (Milla Jovovich), die unter Amnesie leiden. Sie dringen zusammen in den Komplex ein, wo der Computer Red Queen sie als potenzielle Gefahr nach ihrer Eliminierung trachtet…

Verhunzte Verfilmung der Kultspiele, die sich im SF-Schnickschnack des Hive verliert und zu keiner Sekunde gruselig oder spannend ist. Das liegt zu großen Teilen an den lustlosen Zombies und auch an den, abgesehen von Jovovich und Rodriguez, profillosen Darstellern: https://der-genrefilm-blog.geisterhaltung.de/2021/05/06/resident-evil-2002/

Resident Evil: Apocalypse (R: Alexander Witt, 2004) 5/10

In Racoon City wütet der Virus und der böse Umbrella-Befehlshaber (Thomas Kretschmann) lässt die Stadt abriegeln. Ein Wissenschaftler vermisst seine Tochter und bietet der Polizistin Jill Valentine einen Ausweg aus dem Seuchengebiet im Gegenzug für ihre Hilfe. Jill tut sich mit Alice zusammen, während der Mutant Nemesis die Mitglieder der S.T.A.R.S. Sondereinheit jagt…

Etwas besser als der Erstling, weil zumindest gradlinig und flott unterwegs. Immer noch kein Gold, da nie mehr als Mittelmaß angestrebt wird: https://der-genrefilm-blog.geisterhaltung.de/2021/05/07/resident-evil-apocalypse-2004/

6. Mai

Zombi Holocaust (R: Marino Girolami, 1980) 6/10

Nach einigen Fällen von Kannibalismus in New York, reisen Anthropologin Lori (Alexandra Delli Colli) und Dr. Chandler (Ian McCulloch) plus Anhang nach Südostasien, um Dr. Obrero (Donald O’Brian) aufzusuchen. Doch der betreibt dort, mitten auf einer Kannibaleninsel, Experimente mit Untoten…

Kruder Reißer zwischen Kannibalen-Abenteuer und Mad Scientist Story: https://der-genrefilm-blog.geisterhaltung.de/2021/05/06/zombi-holocaust-1980/

Resident Evil: Extinction (R: Russell Mulcahy, 2007) 7/10

Die Ex-Polizisten Carlos (Oded Fehr) und Claire (Ali Larter) führen eine Gruppe Überlebender aus Racoon City durch die Wüste Nevadas, wo sie auf Alice (Milla Jovovich) treffen, die als Virus-Mutantin mit Superkräften immer noch im Visier der Leute von Umbrella steht…

Mein liebster Teil der Reihe. Mulcahy nutzt das Wüsten-Setting gut, obwohl der fast immer im Tageslicht spielt, ist es bisher der einzige Teil der Reihe, in denen die Zombies und Ungeheuer (u.a. mutierte Vögel) wirklich bedrohlich wirken. Die Action ist flott und gnadenlos brutal, wobei sich die Effekte gut in den Look des Films einfügen. Wären da nicht die gezwungen wirkenden letzten 15 Minuten, die Bogen zur Rahmenhandlung spannen und das nächste Sequel anteasern, wäre der uneingeschränkt toll.

7. Mai

Battle Angel: Alita (1993) 8/10

Dr. Ido entdeckt auf einem Schrotthaufen die Reste einer Cyborgeinheit, die er in einen neuen Körper setzt. Alita, wie er sie tauft, stellt sich als flinker Kampfdroide heraus. Alita hadert mit ihrem Dasein, verliebt sich aber in Hugo, der nachts Cyborg-Teile klaut, um nach Zarem, einer Kuppelstadt für die Oberklasse, auszuwandern…

Den mag ich immer noch sehr, sowieso viel lieber als den Live-Action-Film, der mir viel zu gelackt ist. Alita als Anime ist dreckig, brutal, aber emotional auf den Punkt, auch wenn viele der Dialoge sehr, sehr naiv klingen. Das Ende macht mir immer Pipi in den Augen.

Resident Evil: Afterlife (R: Paul W.S. Anderson, 2010) 3,5/10

Nachdem Alice (Milla Jovovich) im Umbrella-HQ in Tokio ihre Kräfte verloren hat, fliegt sie nach Alaska, wo sie nur Claire (Ali Larter) findet. Sie suchen weiter nach Überlebenden und finden in einem Gefängnis in L.A. den Basketball Star Luther (Boris Godjoe) und einige mehr. Im Keller versauert dazu noch ein Mann, der behauptet, Chris Redfield (Wentworth Miller), Claires Bruder zu sein…

Ermüdendes Dauergeballer in steriler CGI-Optik. Das 3D ist gut, es fliegt einem immer mal wieder was um die Ohren, doch Anderson übertreibt es dermaßen, dass es nach einer Viertelstunde schon nur noch ermüdet. Zeitlupe und Freeze Frame galore, durch das CGI-Blut wirkt das Gemetzel steril und nicht brutal. Nach 50 Minuten fragte ich mich schon, was ich wohl als nächstes gucken sollte.

Ab in die Ewigkeit (R: J. Lee Thompson, 1981) 7/10

Die Clique um Virginia (Melissa Sue Anderson) wird dezimiert, einer nach dem anderen wird vermisst. Ob das mit einem dunklen Kapitel in Virginias Vergangenheit zu tun hat?

Semi-Klassiker der Slasher-Welle der frühen 80er. Thompson inszeniert sehr zurückhaltend, nur um einen dann blutige Morde in Giallo-Manier vor den Latz zu knallen. Braucht sehr lange, um Fahrt aufzunehmen, aber das letzte Drittel ist dann Wahnsinn pur.

Inseminoid (R: Norman J. Warren, 1981) 6/10

Vergewaltigung auf fremden Planeten! Bei einer Forschungsexpedition wird Sandy (Judy Gleeson) von einem Außerirdischen gewaltsam geschwängert. Danach geht sie auf ihre Kollegen los, um an ihr Blut zu kommen…

Alien-Ripoff in netten Kulissen (es wurde in echten Höhlen gedreht), schönem Synthie-Soundtrack und einigen Schmoddereffekten. Dafür aber auch mit dickem Trash-Einschlag, da die Leistung einiger Darsteller gerade mal hysterisches Soap-Opera-Niveau erreicht.

8. Mai

Ichi the Killer (R: Takashi Miike, 2001) 8/10

Nach dem Verschwinden seines Bosses foltert sich der Masochist Kakihara (Tadanobu Asano) durch die Liste der Verdächtigen. Als er von Ichi (Nao Ohmori) hört, einem Killer, der sich durch die Reihen der Yakuza schlitzt, gelüstet es ihm schwer nach einem Zusammentreffen…

Rabenschwarze, bluttriefende Yakuza-Groteske um Perversionen und Abhängigkeiten, die sich ausgenommen viel Zeit für ihre Charaktere nimmt. In tragenden Rollen sind auch die Regisseure Shin’ya Tsukamoto und Sabu zu sehen.

To Kill with Intrigue (R: Lo Wei, 1976) 5,5/10

Lei Shao-Feng (Jackie Chan) muss machtlos mit ansehen, wie Ding Can-Ren (Feng Hsu) seine ganze Familie tötet. Erst spät erkennt er, dass er nur Spielball in einem Kampf zwischen zwei Banden ist…

Wirrer Revenge-and-Romance-Reißer von Lo Wei, der sich im Mittelteil auch eine Auszeit von der Action nimmt, um plötzlich immer neue Charaktere und Verwicklungen zu etablieren. Insgesamt ein durchschnittlicher Wuxia mit einigen netten Fights, einem jungen Jackie Chan und unübersichtlicher Handlung.

Project A (R: Jackie Chan, 1983) 8/10

Der frischgebackene Marine-Soldat Dragon Ma (Jackie Chan) fühlt sich von den Fesseln der Gesetze und Bürokratie beengt, weswegen er seinen Dienst quittiert, um mit Hilfe des Diebes Fei (Sammo Hung) eine Piratenbande zur Strecke zu bringen…

Farbenprächtiges Historien-Abenteuer mit herausragenden Stunts, tollen Fights und einer Prise Humor. Sehr unterhaltsam.

Das Leichenhaus der lebenden Toten (R: Jorge Grau, 1974) 7,5/10

Kunsthändler George (Ray Lovelock) will in der britischen Provinz nur einige Tage in seinem Sommerhaus relaxen, doch demoliert ihn Edna (Cristina Galbó) sein Möffmöff. Also muss er in einem kleinen Kaff zwecks Reparatur Station machen. Der örtliche Dorfsheriff (Arthur Kennedy) unterstellt dem langhaarigen Gesocks unkoschere Absichten, und als kurze Zeit später unerklärliche Todesfälle auftauchen, ist natürlich der ungepflegte Großstädter schuld. Aber eigentlich erheben sich wegen experimenteller Schwingungen zum Wachstum der Pflanzen die Toten aus ihren Gräbern, um hier Unruhe zu stiften…

Früher Zombiefilm, der für seine Zeit ungewohnt kreativ daherkommt. Er bietet immer noch ziemliches Gekröse nach Schema F, aber die Zombies sind hier noch richtig furchteinflößend, jedenfalls solange, bis sie auf Gedärmen rumkauen und sich nicht mehr wehren. Arthur Kennedy gibt einen guten Konterpart als reaktionärer, ignoranter Kommissar zum Chauvi Lovelock, der ihm gegenüber auch mal ein „Heil Hitler“ zum besten gibt. Gehört sicherlich in die Top 5 der italienischen Zombiefilme.

9. Mai

Resident Evil: Retribution (R: Paul W.S. Anderson, 2012) 3/10

Alice erwacht in einer Umbrella-Anlage in der Ernstfälle in Nachbauten von Metropolen, e nomine Berlin, Moskau, Tokio und New York, simuliert werden. Wesker lässt sie von Ada Wong befreien, ein Extraktionsteam soll zu ihnen vordringen. Doch die Umbrella-Klon-Armee unter Führung von Jill Valentine stellt sich ihnen in den Weg…

Jetzt ergibt sich die Reihe endgültig einer (schlichten wie schlechten) Videospiel-Dramaturgie. Und über Logik oder Erzählweise zu lamentieren, hat angesichts deren Nicht-Existenz hier eh keinen Zweck, es ist dem ganze Treiben aber auch nicht gerade zuträglich. Im Endeffekt begnügt sich der fünfte Teil der Action-Reihe nur noch damit, randomly sterile und erschreckend öde Ballereien im Fünf-Minuten-Takt aneinanderzureihen. Hier und da wird mal so etwas wie ein Charaktermoment eingestreut (sprich ein bekannter Charakter stirbt), was aber selbst im Videospiel-Kontext der Reihe als lieblos zu bezeichnen noch untertrieben wäre. Dazu ist der Film ein Zeitschinder erster Güte, die Eingangssequenz wird einmal rückwärts und in Zeitlupe und dann noch einmal vorwärts in normaler Geschwindigkeit abgespielt, dazwischen gibt es fast fünf Minuten Rückblenden mit der inzwischen ermüdenden Exposition (seit dem zweiten Teil immer die selbe), die mich inzwischen schon richtiggehend nervt. Der lahmarschige Abspann bringt dann auch nochmal 10 Minuten ein.

2 Kommentare zu „Dear Diary… on the watch: 03.-09.05.2021

Gib deinen ab

  1. Die Resident Evil Reihe habe ich nach Teil 4 abgebrochen, weils selbst mir zu scheiße wurde und das will was heißen. Den dritten fand ich auch am besten. Nettes Setting und ein wenig bekloppter, aber immerhin unterhaltsamer Action Hokus Pokus und nicht ein Dauerballerballabullshit vom Fließband wie die restlichen Teile (wenn natürlich trotydem nah dran). Ich habe ja vor einiger Zeit, als Stümper Anderson diesen Monster Hunter Schinken raushaute geagt, ihn mit Uwe Bolls filmischen Schaffen zu vergleichen und auf eine Stufe zu stellen. Hui, waren die Reaktionen ein Spaß. Nun, Anderson ist halt einfach scheiße. Boll hat wenigstens im Hintergrund versucht, dem deutschen Film mal einen Arschtritt zu verpassen, damit nicht immer nur die gleiche Scheiße gefördert wird. Er ist also immerhin ein Arschloch mit einem Ziel. Anderson ist nicht mal das. Der ist einfach nur belanglos und langweilig.

    PS: Project A ist top. Projekt B ist noch besser. Zwei meiner unangefochtenen Favoriten von Chan und Action-Komödien im allgemeinen.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich hab heute gerade RESIDENT EVIL: THE FINAL CHAPTER hinter mir, und der spottete wirklich jeder Beschreibung.
      Ich finde PROJECT A Part 1 besser als Part 2, wegen der Piraten, den tollen Stunts auf dem Schiff und natürlich wegen Yuen Biao und Sammo Hung. Aber beide toll, indeed.

      Gefällt 1 Person

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