Dear Diary… on the watch: 12.-18.04.2021

12. April
The Invincible Man vs. the Human Fly (R: Mitsuo Murayama / Japan 1957) 6,5/10
Eine Reihe von Morden ohne Spuren oder Zeugen gibt Chief Inspector Wakabayashi (Yoshirô Kitahara) Rätsel auf. Doch dann trifft er auf Dr. Tsukioka (Ryûji Shinagawa), und einem Gespräch mit ihm erfährt er, dass der Wissenschaftler daran arbeitet, Dinge und Menschen unsichtbar zu machen. Gemeinsam kommen sie dem Verbrecher auf die Spur, der eine andere perfide Methode entwickelt hat, um sich unbemerkt seinen Opfern zu nähern…

Nach flottem Beginn drosselt der Film das Tempo merklich und begibt sich auf den Pfade einer eher konventionellen Krimi-Plotte. Für mich als Liebhaber solch kurioser wie kruder Mixturen aber immer noch unterhaltsam, für andere wahrscheinlich eher unspannend anzuschauen.

Sonny Chiba – Der unerbittliche Vollstrecker (R: Shigehira Ozawa / Japan 1974) 7/10
Auftragskiller Tsurugi (Sonny Chiba) gerät mit einem Yakuza-Clan aneinander, der unter dem Deckmantel von Charity-Events Geld wäscht. Dabei gerät er auch ins Kreuzfeuer zwischen Gangstern und Polizei und schließlich sogar mit der amerikanischen Mafia aneinander. Eine tödliche Angelegenheit!

Da Ozawa sich wohl bewusst war, dass er den abstrusen, gewalttätigen Wahnsinn des ersten Films kaum toppen konnte, weswegen sich der Film etwas mehr auf den Krimi-Teil konzentriert und erst im Finale den Gewaltgrad dann erheblich anzieht. Insgesamt schwächer, aber trotzdem nicht schlecht.

Kommissar X – Drei goldene Schlangen (R: Roberto Mauri / Italien/Deutschland/Thailand/USA 1969) 6,5/10
Millionärin Maud Leighton (Loni Heuser) engagiert Jo Walker (Tony Kendall), um ihre in Thailand entführte Tochter Phyllis (Hansi Lindner) zu befreien. Bei ihren Ermittlungen kommt er mit Kumpel Tom Rowlands (Brad Harris) der Mädchenhändlerin Kim Soo (Vilaiwan Vatanapanich) auf die Spur…
Neben Herbert Fux, der ja bereits im vierten Abenteuer gastierte, schaut hier auch Walter Brandi (TERROR CREATURES FROM THE GRACE, SCARLETTO – SCHLOSS DES BLUTES) vorbei.

Exotisches Eurospy-Abenteuer, das zwar nicht mehr zu den Highlights der Reihe zählt, aber durchaus flotte Unterhaltung bietet.

13. April
The Streetfighter’s Last Revenge (R: Teruo Ishii / Japan 1974) 5,5/10
Tsurugi (Sonny Chiba) wird beauftragt, ein sensibles Tonband in seinen Besitz zu bringen. Natürlich wollen verschiedene Fraktionen die Kassette in ihren Besitz bringen. Ausgiebig Gelegenheit also für Tsurugi seinem Tagewerk nachzugehen, um seine Gegner auf brutalste Art und Weise zu töten…
Leider das letzte Abenteuer des skrupellosen Auftragsmörders. Wie viele böse Burchen blieben seither versehrt, wie viele Knochen ungebrochen, wie viele Innereien unherausgerissen? Eine Schande.

Und irgendwie verkommt unser herzallerliebster Todesbote hier ein wenig zur Witzfigur, ist plötzlich in vielfältigen Verkleidungen unterwegs und darf erst am Ende, und dann auch nur ganz kurz mal, reinkloppen. Bringt aber ein paar nette Ideen mit ein, so dass es nicht langweilig wird, aber doch der mit Abstands schwächste Film der Reihe.

Alien vs. Predator (R: Paul W.S. Anderson / USA/UK/Deutschland/Tschechei/Kanada 2004) 4,5/10
Der Großindustrielle Weyland (Lance Henriksen) heuert Experten für eine Expedition in die Antarktis an, angeführt von der erfahrenen Alexa Wood (Sanaa Lathan). Ihr Ziel ist eine geheimnisvolle Pyramide, verschüttet unter einer alten Walfangstation. Schnell wird ihnen klar, dass das Bauwerk außerirdischen Ursprungs ist. Doch sie sind nicht allein, dort unten lauert eine tödliche Gefahr…
Man muss ja zugeben, dass sich ein Crossover in diesem Fall geradezu anbot, auch weil ALIEN wie PREDATOR bei Fox lagen. Allerdings wird die hierbei entstandene Mixtur keines der beiden Franchises wirklich gerecht.

Die Charaktere verhalten sich mal wieder wie doofes Vieh auf dem Weg zur Schlachtbank, die Verbrüderung eines Predators mit dem Final Girl macht wirklich Kopfschütteln. Auf der Habenseite steht Lance Henriksen und ein relativ gelungenes Produktionsdesign. Das reicht aber nicht, um den Film noch zu retten.

Schön, nackt und liebestoll (R: Roberto Bianchi Montero / Italien 1972) 7/10
Ein Frauenmörder stellt den fremdgehenden Damen der höher gestellten Gesellschaft Roms nach, hält ihre Untreue vorher auf Fotos fest. Inspektor Capuano (Farley Granger), selbst nur hierher gezogen, um den Ansprüchen seiner Gattin Barbara (Sylva Koscina) gerecht zu werden, fasst als erstes den Wissenschaftler Prof. Casali (Chris Avram) ins Auge, und noch mehr dessen Assistenten Gastone (Luciano Rossi)…
Ein Film, dem der Zerfall aus jeder Pore trieft. Nimmt man da noch das Outfit des Killers hinzu, dessen Strumpfmaske schwarz und dicht ist, mit Hut und schwarzem Mantel, macht der auf mich immer den Eindruck einer sleazigen B-Variante von Bavas Masterpiece BLUTIGE SEIDE; natürlich nicht annähernd so elegant und raffiniert gefilmt.

Das ist schon ein kurioses Ding, geht mit den Giallo-Trademarks wuchern, als gebe es kein Morgen mehr: ein schwarzer Mann, der schöne Frauen mordet; eine Klinge; High Society; ein zwiespältiger Held, der gehörig unter Druck steht. Farley Granger trägt als Kommissar eigentlich nur einen einzigen Gesichtsausdruck spazieren, der aber passenderweise von Resignation kündet, denn wirklich ermitteln darf er, aus Rücksichtnahme auf die bessere Gesellschaft, nicht wirklich. Also wühlt er sich durch die Randfiguren der Geschichte, während das gesellschaftliche Leben parallel dazu weiter läuft, mit viel Getuschel ob des fremdgehender Frauen meuchelnden Mörders. Dieser schwarzgewandete Mann und die tuschelnden Frauen, von der jede sein nächstes Opfer sein könnte, erinnern mich deutlich an Bavas BLUTIGE SEIDE. Auch die heruntergekommenen Villen, die alle mal einen Anstrich benötigen könnten, gemahnen an den Großmeister, wenn sie auch hier nur, ob gewollt oder nicht, die Verkommenheit dieser als unantastbar geltenden Gesellschaftsschicht widerspiegeln. Dennoch hört sich das alles viel besser an, als es sich dann auf der Leinwand in der Folge abspielt; SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL nimmt sich über weite Strecken tatsächlich so oberflächlich aus, wie es der deutsche Titel suggeriert (der italienische kündet von den Erkenntnissen, die der Täter dem Ermittler vermittelt, was tatsächlich in doppelter Weise zutrifft, wenn man jetzt auch das Finale hinzuzieht). Die beste Idee des Drehbuchs ist es noch, zwei Ehepaare nebeneinander zu betrachten, einmal die bürgerlichen Farley Granger, unser Held der blassen Sorte, und Frau Sylva Koscina, und demgegenüber der angesehen Anwalt Sylvano Tranquili und Annabella Incontrera, die sich längst im Klaren darüber sind, dass ihre Ehe nur noch auf dem Papier existiert und deswegen bevorzugt eigene Wege gehen, allerdings ohne damit Aufsehen zu erregen. Im Großen und Ganzen interessiert sich der Film aber weniger um die gesellschaftlichen Verwicklungen der High Society, die immer nur impliziert werden, sondern mehr dafür, die schönen Aktricen nackt zu präsentieren, was mit Blick auf den Cast vollkommen legitim ist. Die Mordszenen sind leider genauso wenig raffiniert, wie auch nicht sehr spannend inszeniert, einer der größten Negativpunkte des Films. Sowieso ist es mit Spannung hier nicht sehr weit her. Dafür entschädigen einige gute Darsteller, u.a. Silvano Tranquili und Luciano Rossi, eine allgemein angenehme technische Umsetzung in Bild und Ton (also abseits der Mordszenen) und ein recht unangenehmes Ende.
Erwähnenswert ist (leider) noch die wirklich misslungene deutsche Synchro, die zum einen mit einem wirklich miesen Dialogbuch, vollgestopft mit Ausdrucks- und Grammatikfehlern, zum anderen teils sehr unpassenden Sprechern das Vergnügen, das der Film vor allem aufgrund seiner exploitativen Elemente bereitet, doch ein wenig schmälert. Nächstes Mal schalte ich dann lieber zur italienischen Tonspur.

14. April
Murder by Music (R: Julio Buchs / Italien/Spanien 1969) 7,5/10
„Ein dienstfreier Seemann untersucht die scheinbar nicht zusammenhängenden Selbstmorde seiner Schwester und ihres Musiklehrers und entdeckt mit Hilfe des Freundes der Schwester und des Neffen des Lehrers einen Zusammenhang zwischen ihrem Tod und der Londoner Hippieszene …“

Wow, der war mal eine echte Überraschung! Mord durch Musik (ja, den gibt es hier wirklich), zwei sich bekriegende Hippie-Banden mit zwei abgebrühten Alphatieren, fesche Mode, fetzige Musik und eine schnuckelige Romina Power pumpen diesen ungewöhnlichen Krimi wirklich gut auf. Eine zweite Sichtung wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen, um dann ein paar Worte mehr darüber verlieren zu können.

America 3000 (R: David Engelbach / USA/Israel 1986) 6/10
900 Jahre nach dem Atomkrieg leben die Menschen in Barbarei und Matriarchat. Korvis (Chuck Wagner) fällt einem Stamm von Frauen in die Hände, kann sich aber befreien und fliehen. In den Bergen findet er einen alten Atomschutzbunker…
Endzeit-Trash aus der Cannon-Schmiede, am Freitag auch bei SchleFaZ. Die erhältliche deutsche DVD ist leider ein Bootleg, aber der Film lief auch schon ein paar Mal im TV.
Mehr dazu: https://badmovies.de/reviews/america-3000

Der Dicke in Mexiko (R: Maurizio Lucidi / Italien 1972) 6,5/10
Coburn (Bud Spencer) verspricht einem sterbenden Anwalt, seinen Enkel Chip nach Hause zu verbringen. Doch ihm ist auch Sonny (Jack Palance) auf den Fersen, der will, dass er seine Schwester Mary ehelicht…
Ewig nicht gesehen, Sprücheklopferei deluxe.

Der war besser als erwartet, denn ich war mir nicht sicher, wie ich heutzutage auf Bud Spencer plus Göre zu sprechen bin. Doch der kleine Zwerg stellte sich als gar nicht mal so nervig heraus. Der Film stapft gemächlich voran, ohne allzu oft die grobe Keule der Barschlägereien auszupacken, mit Lee Van Cleef gibt es auch einen erstklassigen Antagonisten.

15. April
Kiba, der Leibwächter (R: Ryuichi Takamori / Japan 1973) 6/10
Kiba (Sonny Chiba), der sich und das Karate seiner ehrwürdigen Schule als ein Gottesgeschenk an die Menschheit sieht und es auch so in die Welt hinausposaunt, tritt als Leibwächter in den Dienst einer jungen Frau, die von der New Yorker Mafia bedroht wird. Er allein tritt gegen die sieben Killer der gelben Mafia an…
Ich glaube, Kiba ist wirklich der großkotzigste Charakter, den Chiba je gespielt oder, eher gesagt, Ausdruck verliehen hat. Zackig und brutal, da hält es kein Arm an der Schulter.

Eigentlich ein sehr schwacher Chiba-Film, der sich an einer dünnen Story entlanghangelt, um dann immer wieder einige, zwar teils brutale, aber nicht sehr ansehnlich choreographierte und hakelig montierte Fights einzustreuen. Als Chiba-Fan ist das für mich okay, aber ich würde auch gerne mal den zweiten Film dazu sehen.

Aliens vs. Predator: Requiem (R: The Strause Brothers / USA/Mexiko 2007) 3/10
In den Wäldern am Rande einer Kleinstadt stürzt ein Raumschiff. Kurz darauf macht ein Alien die Ortschaft unsicher…

Zu dunkel, zu dümmlich, zu lahmarschig, zu menschelnd, einfach viel zu schlecht. Da nützt es auch nicht, dass die Strause Brothers hier ein wahres Splatterfest entfachen. Die Geburtsszene des Predalien ist zum Schreien und das peinlichste, was es seit der Zombie-Geburt im Debakel-Remake zu DAWN OF THE DEAD im Horrorkino zu sehen gab.

Nackte Fäuste – Die tödliche Karatelady (R: Cirio H. Santiago / USA/Philippinen 1981) 6,5/10
Susanne Carter (Jillian Kesner) reist auf die Philippinen, um dort nach ihrer verschwundenen Schwester Bonny (Carolyn Smith), einer Reporterin, zu suchen. Sie findet heraus, dass fiese Gangster ihre Drogen- und Waffendeals während eines Martial Arts Turniers aushandeln. Als Bonnys Leiche aufgefunden wird, startet Susanne zu einem gnadenlosen Rachefeldzug…
Regisseur Cirio H. Santiago drehte seinerzeit einige Male für Roger Cormans New World Pictures. Die kesse Jillian Kesner tingelte durch diverse TV-Serien, ehe sie in diesem Film mal richtig auf den Putz hauen durfte. Auf den Philippinen drehte sie insgesamt drei Filme, hiernach noch den lustigen DIE JÄGER DES TÖDLICHEN JADE.

Wie ich danach erfuhr, ein Remake von Santiagos eigenen HK-Blaxploiter TNT JACKSON (zu dem später mehr). Die Story hakt dabei nur einen Plotpoint nach dem anderen ab, aber das Geschehen zeichnet sich durch ziemlich viel Sleaze aus, auch Kesner darf sich nicht nur in ihren schmierigen Sex-Szenen nackig machen. Gewürzt wurde der derbe Eintopf mit einigen heftigen Gewaltspitzen (ich sage nur Kreissäge!), dafür schauen die Kampfszenen manchmal ein wenig nach einstudierten Trainingsübungen aus.

16. April
The Golden Bat (R: Hajime Satô / Japan 1966) 6,5/10
„Wenn die Erde von einem bösen Außerirdischen bedroht wird, reist eine Gruppe von UN-Wissenschaftlern in die verlorene Stadt Atlantis, wo sie eine übermenschliche Mumie namens The Golden Bat ausgraben, die prophezeit wird, um den Menschen zu helfen, diesen schrecklichen Angriff zu überleben …“
Chiba-Mania! Ich hab jetzt richtig Bock auf den ollen Japaner, die nächsten Wochen wird noch so manche Kuriosität aus seiner Filmografie folgen.

Kurioserweise erinnerte mich die goldene Fledermaus eher an einen Fumetto-Superverbrecher aus Europa, mit seinem Totenschädel, seinem Glitzeranzug und dem roten Cape mit breitem Kragen hätte der gut hierher gepasst. Insgesamt ein reichlich naives SF-Fantasy-Abenteuer für Jugendliche, aber sehr martialisch. Die Bösen sind lustige Gesellen, wie man sie aus solchen japanischen Kinder-Unfug halt kennt. Macht aber schon Spaß und ist folglich sehr kurzweilig.

The Executioner (R: Teruo Ishii / Japan 1974) 8/10
Der Karate-Kämpfer Koga (Sonny Chiba), der Killer Hayato (Makoto Satô) und der Gangster Sakura (Eiji Gô) werden von Ex-Cop Mizuhara (Masahiko Tsugawa) angeheuert, um sich in eine Bande einzuschleusen. Doch Koga fliegt auf und wird von den Schergen des Drogen-Clans gefoltert…
Der Film von Teruo Ishii beginnt mit der Vorstellung der Charaktere, und hier vor allem mit den unmenschlichen Übungen, die der kleine Koga (hier: Hiroyuki „Henry“ Sanada) bis ins Mannesalter ausgesetzt ist, sodass von Anfang an klar ist, wer hier das Starring inne hat.

Eine Mischung aus harter, splatteriger Action, schlüpfrigen Witzen, miefigen Sleaze und knallharten Krimi, in dem die drei Hauptakteure groß aufspielen können. Und die Chemie zwischen Chiba, Satô und Gô stimmt, das, was Ishii uns hier auftischt ist nicht nur bekömmlich (wenn auch alles andere als leicht), sondern zwischenzeitlich sogar exquisit.

TNT Jackson (R: Cirio H. Santiago / Philippinen/USA 1974) 5,5/10
Diana Jackson (Jeannie Bell) reist nach Hongkong, um nach ihrem Bruder Stag zu suchen, der dort gefährlichen Drogendealern, die von einer Kampfsport-Bar aus operieren, auf die Schliche gekommen war. Sie lernt den Chinesen Joe (Chiquito) kennen, der ihr empfiehlt, sich aus der Sache rauszuhalten. nebenher beginnt sie eine Bettgeschichte mit dem Gangster Charlie (Stan Shaw), der aber selbst in die Sache verwickelt ist…

Das war also das Original zu NACKTE FÄUSTE. Die Kampfszenen sind erbärmlich, da wohl kaum einer wirklich kämpfen konnte (zuallererst Jeannie Bell, die unbeholfen ihr Bein streckt, als wenn sie sich dehnen wollte). Dafür ist die Krimi-Plotte weit griffiger, funktioniert in Teilen wirklich gut. Insgesamt aber eher Trash, mal heiter, mal lahm.

17. April
Karate Inferno: The Executioner 2 (R: Teruo Ishii / Japan 1974) 7/10
Koga (Sonny Chiba), Hayato ((Makoto Satô) und Sakura (Eiji Gô) werden wieder zusammengetrommelt. Dieses Mal sollen die gekidnappte Tochter eines Vorsitzenden und ein wertvolles Juwel, das sie bei sich trug, aus den Händen von Gangstern befreien…
Chiba-Mania geht weiter. Etwas humoriger als der grimmig-brutale Vorgänger, dabei aber gewohnt geschmacksunsicher.

Dieses Mal geht Ishii noch ein Stück weiter und bietet so etwas wie Three Stoodges für Erwachsene auf. Die drei Antihelden sind am rumblödeln, als gebe es kein Morgen, leider wird auch oft der Fäkalhumor bemüht. Während es schon im ersten Teil ein paar Einbrüche gab, ist der zweite Teil tatsächlich ein ausgewachsener Heist-Movie, der dann zum Ende aber wieder in die dann schon sehnlichst erwartete Splatter-Action kippt. Nicht mehr ganz so stimmig wie Teil 1, aber sehr spaßig.

Psycho Goreman (R: Steven Kostanski / Kanada 2020)
Die Geschwister Mimi und Luke graben ein außerirdisches Monster aus, das Mimi über ein Juwel kontrollieren kann…

Ja, wirklich kurzweilig, ich habe ein paar Mal laut und dreckig gelacht. Zum Finale hin geht dem Film ein wenig die Luft aus, das war mir dann doch schon wieder zu konventionell. Und ich hätte mich mal für den O-Ton entscheiden sollen, die deutsche Synchro ist zwar nicht ganz schlecht, aber merklich auch nicht das Gelbe vom Ei. Hätte ich mir aber auch denken können, die anderen Filme von Kostanski sind auf Englisch auch weit besser, das verkacken sie im Deutschen echt regelmäßig (man siehe, äh, höre FATHER’S DAY und THE VOID, wobei letzterer auch im Original schon keine Hochkultur bietet, in den Dialogen aber immer noch deutlich besser abschneidet).

The Fate of Lee Khan (R: King Hu / Taiwan 1973) 8/10
Der mongolische General Lee Khan (Tien Feng) reist mit seiner Tochter Wan-erh (Hsu Feng) in die Shaanxi Provinz, um dort eine Karte über die Stellungen der Rebellen in Empfang zu nehmen. Sie steigen im Spring Inn ab, wo sie Madame Wan (Li Li-Hua) schon erwartet, denn die Kunde von der Ankunft des Generals wurde den Rebellen zugetragen, die ihm dort eine Falle stellen wollen…
Die Restauration dieses Wuxia-Klassikers ist sehr gelungen, er erstrahlt in frischen Farben (leider erweist die alte englische Synchro als eher schwach). Regie-Legende King Hu drehte diesen dritten Film der „Inn-Trilogie“ back-to-back mit DIE MUTIGEN in Taiwan.

Gepflegter Drei-Akter, der mich im ersten Drittel ein wenig an die Theaterabende mit meiner Mutter erinnerte, wo wir uns am Samstag die Lustspiele aus dem Ohnsorg-Theater im TV anschauten. King Hu bereitet hier eine lebendige Bühne mit mehr als einem Dutzend Charaktere, die es erst einmal einzuordnen gilt. Danach erscheint der General/Prinz (da sind sich Synchro und Untertitel nicht einig) und hält Hof in der Gaststätte, was in ein Standgericht ausartet und in das dann actionreiche Finale überleitet. Feiner Film.

Die Piratenbande des weißen Tigers (R: King Hu / Taiwan 1975) 8/10
Piraten machen die chinesische Küste unsicher. Der Kaiser beauftragt seinen General Da-you (Roy Chiao), sich der Plage anzunehmen. Da dieser auch Spione der Freibeuter in seinen eigenen Reihen vermutet, schickt er seine vertrauenswürdigsten Kämpfer aus, um beim Piraten-Anführer Hakatatsu (Sammo Hung) als Anwärter vorstellig zu werden…
Jetzt hab ich Bock bekommen und gleich mal das Companion-Piece zu LEE KHAN nachgeworfen. Der Film ist ungleich actionreicher, Sammo Hung darf hier ein paar Mal zeigen, was er als Action-Choreograph drauf hat.

Der ist richtig flott unterwegs, da ist immer was los. Kleinere Scharmützel am Wegesrand, Pläne schmieden und gute Mine zum bösen Spiel machen. Die Kampfkunst-Demonstrationen im Lager der Piraten sind toll von Sammo Hung choreographiert, und die Kameraführung im Finale macht einen schwindelig.

18. April

Dolls (R: Stuart Gordon / USA 1987) 7/10
Während eines Sturms suchen David (Ian Patrick Williams) und Rosemary Bower (Carolyn Purdy-Gordon) mit ihrer fantasiebegabten Tochter Judy (Carrie Lorraine) Unterschlupf des alten Puppenmacher-Ehepaars Gabriel (Guy Rolfe) und Hilarie Hartwicke (Hilary Mason). Auch der unbedarfte Ralph (Stephen Lee), der in Begleitung zweier Punker-Ladies ist, die ihm aber nichts Gutes wollen, finden ihren Weg dorthin. Der etwas infantile Ralph und die kleine Judy begeistern sich für die vielen Puppen des Paars. Doch als die Nacht hereinbricht, entwickeln diese ein mörderisches Eigenleben…
Der Dreh fand in Italien statt, die Special F/X kamen u.a. von Creature Designer und Make-up Artist John Carl Buechler (1952-2019), das Puppen-Animation übernahm David Allen (DAS TIER, PUPPET MASTER).

Ein schönes blutiges Märchen, was uns Stuart Gordon da damals aufgetischt hat. Der Puppenfetisch ist natürlich etwas für Junggebliebene, und auch die Gore-Einlagen suppen ordentlich rum. Immer noch gut.

Vahsi Kan (R: Cetin Inanc / Türkei 1983) 8/10
Riza (Cüneyt Arkin) wird gerade als Gefangener von Soldaten durch die Gegend geführt, da stoßen sie auf eine Horde Zombies, die eine Frau bedrängen, ihre Familie schon dahingemeuchelt haben. Riza kann sich befreien und die Soldaten retten. Dann trifft er auf eine fiese Bande, die für den Gangsterboss Hasmit (Hüseyin Peyda) arbeitet. In ihm macht sich Riza einen mächtigen Feind…
Fragt mich nicht, worum es da genau geht, es soll sich aber dabei um einen RAMBO-Rip-off handeln. Naja, mit Cüneyt Arkin, Halbstarken, Gangstern und Zombies. Und halbnackten Frauen, vielen halbnackten Frauen.

Umwerfende Turksploitation, übelst blutig, irre temporeich und mit einer Kamera, die einen durch den Wolf dreht, da man kaum mehr weiß, wo oben oder unten ist.

Commando Wild Cat (R: Maman Firmansyah / Indonesien 1987)
„Cobra, der Pornograf, Entführer, Drogen- und Waffenhändler, und seine Handlanger entführen und vergewaltigen Irma, eine Frau, die harten Sex mit ihrem starken Ehemann Rudy mag. Irmas Ehemann bekommt sie frei, aber bei der Flucht erleidet sie einen Unfall und bricht ab. Irmas Ehemann vergewaltigt Cobras Schwester aus Rache. Die Bande greift Rudy an, foltert ihn und zieht ihn an ein Motorrad, bis er stark blutet. Dann schlägt ihn der Drogenlord noch mehr. Irma, die misshandelte Hausfrau, verwandelt sich plötzlich in ein sexy wildes Kommando, in engen Shorts und Stiefeln, einem ärmellosen, tief geschnittenen Oberteil und einem Kopftuch, das zufällig eine handliche Panzerfaust hat, um die Bande mit großen Vorurteilen zu beenden. Dann umarmt sie Rudy, der stark genug war, um die Bande zu überleben. Wird er den Lady Exterminator überleben?“
Weil’s so schön war, heute nochmal. Sleaziger Action-Trash, die zweite.

Durchgedrehter Trash, moralisch höchst fragwürdig bis sogar ziemlich widerlich, dabei aber so unbedarft, dass es schon wieder lustig ist. Der ist echt derbe, wer mal richtig beschissene, tierisch schmierige Asia-Action sehen will, ist hier genau richtig. Love it!

Red Screening – Blutige Vorstellung (R: Maximilliano Contenti / Uruquay 2020) 5/10
Ein Mörder geht während der Vorstellung in einem alten Kino um. Slasher- und Giallo-Hommage aus Uruquay.

Insgesamt leider eher mäßig. Als Hommage nicht pfiffig genug, als Retro-Slasher an sich nicht einfallsreich. Ein paar nette Morde, gute Beleuchtung und ein hörbarer Soundtrack. Mehr demnächst.

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