Dear Diary… on the watch: 23.-31.03.2021

23. März
The Majorettes (R: Bill Hinzman / USA1987)
„First Zombie“ Bill Hinzman und Romero-Kompagnon John A. Russo haben in den 80ern diesen sleazigen Slasher auf die Menschheit losgelassen. Ein verrückter Serienmörder schlitzt sich durch die Reihen eines Cheerleader Teams.
Im Endeffekt schon ein ziemlich komisches Ding. Eigentlich ein handelsüblicher Slasher mit einigen generischen Wendungen. Allerdings spaltet sich die Story in zwei Handlungsstränge auf, und wir erleben, nach der frühen Auflösung der Mordserie, noch einen heftigen Shootout mit Bikern. Insgesamt zwar nicht allzu spannend, aber schmierig und wtf-ig genug, um einigermaßen zu unterhalten.
6/10

24. März
Blood on My Name (R: Matthew Pope / USA 2019)
„Was tun? Leigh ist aufgelöst, angeschlagen, gezeichnet. Vor ihr die Leiche eines Mannes. Der leblose Körper muss weg. Raus aus ihrer Werkstatt. Sofort. Am besten versenken in einem entlegenen See. Auf dem Weg packen die junge Frau Gewissensbisse: Die Freundin des Mannes und sein Sohn im Teenageralter sollen wissen, warum er nie mehr zu ihnen zurückkehren wird. Leigh lädt die Leiche in einem Schuppen ab, gleich bei dem Wohnwagenpark, in dem sie wohnen. Dass sie außerdem einen handgeschriebenen anonymen Brief hinterlässt, ist ein fataler Fehler, der nicht nur Leigh in des Teufels Küche bringt …“

Review auf Filmtoast: https://www.filmtoast.de/blood-on-my-name/

Düster, schleppend, enervierend. Ein Film, der nur gut 80 Minuten dauert, aber eine Stunde braucht, um ein wenig in Schwung zu kommen. Das muss einem nicht gefallen, lohnt sich aber dann durchaus.
6,5/10

Brother (R: Takeshi Kitano / Japan/USA 2000)
Der Yakuza Yamamoto (Takeshi Kitano) wird nach der Fusion seines Clans mit dem Feind ins Exil geschickt und reist nach Los Angeles, wo sein kleiner Bruder Ken (Claude Maki) lebt, der dort mit seinem Kumpel Denny (Omar Epps) sein Dasein als Laufbursche lateinamerikanischer Gangster fristet. Schon bald folgt ihm seine rechte Kato (Susumu Terajima) und Yamamoto übernimmt den Drogenhandel von Kens ehemaligen Bossen. Sie sichern ihr Gebiet mit äußerster Brutalität und verbünden sich mit ihrem Landsmann Shirase (Masaya Katô), denn im verborgenen lauert noch die einflussreiche Cosa Nostra…

Ich hatte mal wieder Lust auf Susumu Terajima, der hier einen prägnanten Auftritt hinlegt. Nicht Kitanos bester, aber immer noch ein wirklich guter Film, triefend blutig und voll schwarzem Humor.
7,5/10

Hazard (R: Sion Sono / Japan 2005)
„Schon seit der Kindheit träumt Teenager Shinichi vom Ausbruch aus der als zu eng und angepasst empfundenen japanischen Gesellschaft. Also schwingt er sich ins nächste Flugzeug und jettet nach New York, um das individuelle Outlawtum dort auszuleben, wo es der Sekundärliteratur zufolge am gefährlichsten ist. Im Big Apple schließt Shin Brüderschaft mit zwei adäquat desorientierten Taugenichtsen und versucht sich mit letztlich niederschmetterndem Ergebnis als Straßenräuber …“

Ziemlich konventionell, wenn man bedenkt, dass er von Sion Sono ist. Die Reise eines jungen Studenten aus dem von gesellschaftlichen Konventionen bestimmten Japan zum Big Apple, wo er nach Freiheit sucht, ist ebenso ein Spiegelbild des Filmemachers, der hier seine eigene Freiheit sucht, improvisiert und im Guerilla-Style filmt. Das ist dann leider bestenfalls interessant und am ehesten für Fans geeignet. Der Film wird nicht langweilig, ist dafür aber auch arm an Höhepunkten und schließt etwas unbefriedigend, womit sich der Zuschauer dann wohl auf einer Linie mit dem Protagonisten und dem Macher befindet.
6/10

25. März
Running Man (R: Paul-Michael Glaser / USA 1987)
In einer dystopischen, nicht allzu weit entfernten Zukunft steuert ein faschistischer Polizeistaat in den USA die öffentliche Meinung über die Medien. Als der Polizist Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) sich weigert auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen, landet er im Knast, ist aber durch die Hilfe einiger Rebellen wieder auf der Flucht. Er nimmt die junge Amber (Maria Conchita Alonso) als Geisel, die dadurch richtig mit im Schlamassel hängt. Denn sie werden geschnappt und landen beide beim Showmaster Killian (Richard Dawson) bei The Running Man. Hier müssen sie sich brutalen Gladiatoren zum Kampf stellen…

Nach der Lektüre des Romans erscheint der Film einen sogar noch naiver, aber das macht nichts. Glasers THE RUNNING MAN basiert auch mehr auf Sheckleys Kurzgeschichte „The Prize of Peril“, die King in seinem Roman recht konsequent weitergesponnen hat. Und so hat der Film nicht so sehr viel mit dem Buch zu tun, sondern eher mit den Sheckley-Verfilmungen DAS MILLIONENSPIEL und KOPFJAGD – PREIS DER ANGST, vor allem aber anderen dystopischen Zukunftsvisionen, die sich eine medial dominierte und sehr brutale Zukunft ausmalen, also eher noch ROLLERBALL und DIE SCHLACHT DER CENTURIONS (mit letzteren teilt er sich die Idee, das Todeszelleninsassen hier um ihre Freiheit kämpfen dürfen, was in letzter Konsequenz aber schon in STRAFPARK thematisiert wurde, um dann in INSEL DER VERDAMMTEN auf exploitative Pfade gebracht wurde). Aber THE RUNNING MAN hat auch unleugbare Vorzüge, wie Richard Dawson als Moderator Killian, das hysterische Publikum, dass sich vor allem aus alten Hausfrauen besteht und natürlich die phantasievoll gekleideten Menschenjäger (u.a. Jim Brown und Jesse Ventura). Der macht halt ordentlich Spaß.
7/10

Die Schlacht der Centurions (R: Lucio Fulci / Italien 1984)
Im Jahr 2072 buhlen die großen TV-Sender mit martialischen Gladiatorspielen und virtuellen Folter-Shows um die Gunst der Zuschauer. Um sich einen Vorteil im Quotenkampf zu sichern, inszeniert Programmchef Cortez (Claudio Cassinelli) eine Intrige, die Drake (Jared Martin), den Star der Konkurrenz, als Mörder seiner frisch angetrauten Ehefrau ins Gefängnis und in eben seine neue Show lotst…

Lustige Mischung aus DAS MILLIONENSPIEL, THE RUNNING MAN und ROLLERBALL, die leider in den Actionszenen nahezu vollkommen versagt. Fulci fehlte wohl das Geld für Rambazamba und schöne Sets, also ließ er die Scheinwerfer direkt auf die Kameras leuchten, meine Fresse, das ist echt eine derbe Blendung. Eigentlich schade, denn in anderen Szenen ist das bunter Trash, wie man es aus Italien eben kennt. Der Score von Ortolani ist super, und die Besetzung mit Claudio Cassinelli, Fred Williamson und Al Cliver nun auch nicht zu verachten.
6/10

26. März
Rollerbal (R: Norman Jewison / USA 1975)
In der Zukunft haben sich Großkonzerne die Welt unter sich aufgeteilt. Die Menschen werden mit Wohlstand und Unterhaltung eingelullt. Sehr beliebt ist das brutale Rollerball, einem Arena-Spiel zwischen zwei Teams in einer Art Velodrom. Jonathan (James Caan) ist der größte Star dieses Sports, doch nach mehreren erfolgreichen Jahren möchte die alles kontrollierende Energy Corporation seinen Rücktritt. Doch Jonathan weigert sich und hinterfragt das System. Als er sich über die Anweisung, dem Finale des Weltcups fernzubleiben, entscheidet man, dass Jonathan, stellvertretend für alle Individualisten, auf dem Spielfeld und vor den Augen der Zuschauer auf der ganzen Welt, sterben soll…

Unter den dystopischen Krachern mit der coolen Sau James Caan, dem exzellent choreographierten Brutalo-Sport und der intelligenten Gesellschaftssatire vielleicht der Klassen-Primus, wenn es um den Zusammenschluss von Staat und Medien geht. Das Skript formuliert einige der Gedanken vielleicht etwas zu klar und entschieden aus, da hätte ein wenig Ambivalenz gut getan, aber wenn dann in der Arena wieder der Bär abgeht, gerade im legendären Finale, dann ist das schon wieder nicht mehr so wichtig.
8/10

Straße zum Jenseits (R: Barry Shear / USA 1972)
Jim Harris (Paul Benjamin) überfällt mit seinen Kollegen eine illegalen Lotterie, die von der Mafia betrieben wird. Es endet in einem Blutbad mit Toten auf beiden Seiten, doch Harris kann mit 300.000 Dollar entkommen. Für diesen Fall wird dem erfahrenen, aber rassistischen Italo-Amerikaner Capt. Mattelli (Anthony Quinn) der überkorrekte Afro-Amerikaner Lt. Pope (Yaphet Kotto) zur Seite gestellt…

Das war auch noch eine Bildungslücke meinerseits. Guter, weil düsterer Krimi, der gleichzeitig quasi ein urbanes Pendant zu Oscar-Gewinner IN DER HITZE DER NACHT. Die anti-rassistische Botschaft ist eindringlich und bleibt hängen, weil sie ein elementarer Bestandteil der Handlung ist.
8/10

27. März
Batman v Superman: Dawn of Justice (R: Zack Snyder / USA 2016)
Zur Vorbereitung auf ZACK SNYDER’s JUSTICE LEAGUE nochmal geglotzt (den ich bisher immer noch nicht beenden konnte, weil immer etwas dazwischen kam), aber meine Meinung dazu hat immer noch Bestand:
Okay, nicht wirklich ein guter Film. Die Motivation von Lex Luthor bleibt nebulös, es erscheint erstaunlich einfach die beiden Helden gegeneinander auszuspielen, Wonder Woman scheint etwas in den Film gequetscht, und man merkt (ähnlich zur Rachel in Nolans Batman-Filmen), dass Snyder Probleme hat, eine passende Lois Lane zu finden. Dennoch empfand ich den Film als positive Überraschung. Die drei Stunden vergingen erstaunlich schnell, gerade die erste Stunde fliegt nur so an einem vorbei. Ich finde, dass Snyders Kulturpessimismus hier gut passt, wo es darum geht, die beiden Saubermänner der Comicwelt zu demontieren, das war stellenweise richtig schön fies. Jeremy Irons als zynischer Alfred war toll. Und die Schauwerte gaben schon was her, auch wenn der „Endgegner“ generisch schien, machte der Kampf bedeutend mehr her, als die schlechten CGI in Endgame.
6,5/10

Deadly Force (R: Paul Aaron / USA 1983)
Stoney Cooper (Wings Hauser) war mal ein Cop in Los Angeles, musste aber wegen Insubordination seinen Dienst quittieren. Nun arbeitet er als Kopfgeldjäger in New York. Als die Enkelin eines guten Freundes einem Serienkiller zum Opfer fällt, kehrt er an die Westküste zurück…

Man hätte den auch „Alle hassen Stoney“ nennen können, und es ist schon toll, wenn der Protagonist nach L.A. zurückkehrt und gleich von seinen alten Kollegen schikaniert, von Gangstern drangsaliert und von seiner Noch-Ehefrau verschmäht wird, gerade weil er eigentlich recht knorke erscheint. Aber schon bald ist klar, warum, denn Wings Hauser gibt sich als Stoney zwar charmant, aber auch nicht darum verlegen, mal mitten ins Wespennest zu langen oder Leuten mächtig ans Bein zu pissen. Feiner Film!
7,5/10

28. März
Dracula jagt Frankenstein (R: Tulio Demicheli / Deutschland/Spanien/Italien 1970)
Die Außerirdischen Warnoff (Michael Rennie), Maleva (Karin Dor) und Kerian (Ángel de Pozo) landen auf der Erde, um sie sich Untertan zu machen, da ihr eigener Planet im Sterben liegt. Dazu erwecken sie verschiedene Ungeheuer, u.a. den Werwolf Daninsky (Paul Naschy) zum Leben. Als sich unheimlich Morde häufen, steht Inspektor Tobermann (Craig Hill) vor einem Rätsel. Aber auch Warnoff hat unerwartete Schwierigkeiten mit seiner Mission, als sich die Geschöpfe der Nacht sich gegen sie stellen und seine Mitstreiter plötzlich allzu menschliche Gefühle entwickeln…

Wird nie mein Liebling werden. Kann natürlich durch die Monstren punkten, die aber nur einen eher müden Abklatsch der Vorbilder abgeben. Michael Rennie hat eine tolle Präsenz, genauso Karin Dor. Paul Naschy, von dem auch das wirre Drehbuch stammt, hat ein bisschen zu wenig Screentime für meinen Geschmack. Die Handlung kommt einfach nicht richtig aus dem Tritt, Spannung mag natürlich kaum aufkommen und so richtig zündende Gags bleiben auch aus. Als Fan solch naiven Kintopps muss man sich an den Klischee-Figuren, den Masken und den ein wie anderen stimmungsvollen Setting laben.
6/10

Der siebente Kontinent (R: Michael Haneke / Österreich 1989)
„Der Film begleitet das Leben von Georg, seiner Frau Anna und deren Tochter Eva über den Zeitraum von drei Jahren – eine Familiengeschichte. Es ist eine Geschichte vom beruflichen Aufstieg und vom Preis der Anpassung. Aber es ist auch die Geschichte einer Reise und einer gelebten Konsequenz …“
Review auf Filmtoast: https://www.filmtoast.de/der-siebente-kontinent/
8,5/10

Death Walks on High Heels (R: Luciano Ercoli / Italien 1971)
Die Nachtklubsängerin Nicole (Nieves Navarro) wird von einem Unbekannten terrorisiert, der es auf die letzte Beute ihres Vaters, eines Einbrechers abgesehen hat. Als sie ihren Freund Michel (Simón Andreu) verdächtigt, hinter dem Terror zu stecken, gibt sie dem Werben ihres Verehrers Dr. Matthews (Frank Wolff) nach und zieht mit ihm nach England. Doch auch dort scheint sie nicht sicher…

Argh, letztes Wochenende hatte ich für mich eigentlich beschlossen, dass DEATH WALKS AT MIDNIGHT der bessere Film ist, aber nun schaue ich nochmal DEATH WALKS ON HIGH HEELS, und der straft mich mal wieder glatt Lügen. Naja, egal, beides tolle Filme, die sich irgendwie nicht viel nehmen.
8/10

29. März
City on Fire (R: Ringo Lam / Hongkong 1987)
Cop Chow (Chow Yun-Fat) ist eigentlich der Arbeit undercover überdrüssig, zumal ihn private Probleme mit seiner Frau Hung (Carrie Ng) zu schaffen machen. Doch Inspektor Lau (Yueh Sun) drängt ihn dazu, sich in die Bande von Fu (Danny Lee) einzuschleußen. Die planen einen spektakulären Überfall auf einen Juwelier…

Heissa, das war wieder ein Fest! Ringo Lam war neben John Woo der große Aktivposten in Sachen Action-Krimi, und er tat gut daran, sich ein wenig von den Heroic-Bloodshed-Epen Marke John Woo zu distanzieren. Lam legt sein Hauptaugenmerk hier nicht auf die Shoot-outs, sondern auf die Hauptfigur, die hier in jeder Schusslinie steht und einfach gar nichts wirklich richtig machen kann, da er immer äußerlichen Einflüssen ausgesetzt ist. Er schwimmt stetig gegen den Strom, weil er es muss und obwohl die Strömung immer stärker wird. Die Tragödie ist vorgezeichnet, aber, anders als bei Woo, entladen sich hier am Ende Frust und Wut nicht in einer epischen Ballerei, die alle Bösen das Leben kostet, einfach schon deshalb, weil es hier keine klar gezeichneten Guten und Bösen gibt, die Erlösung vor dem Tod bleibt aus. Und zurück bleibt ein regelrechter Kloß im Hals. Wenn man dem Film etwas vorwerfen will, ist es die doch schon penetrante Ignoranz der leitenden Beamten oder auch das etwas vernachlässigte Verhältnis zwischen Chow und Fu; letzteres liegt aber sicherlich auch daran, dass man Yun-Fat und Lee immer aus Woos Masterpiece THE KILLER als frotzelnde „Freinde“ im Gedächtnis hat.
8/10

30. März
Desierto (R: Jonás Cuarón / Frankreich/Mexiko 2015)
Moises (Gael García Bernal) ist mit einer Gruppe Mexikaner auf dem Weg über das Grenzgebiet. Als sie eine Motorpanne haben, müssen sie den Weg durch die Wüste zu Fuß fortsetzen. Doch dort ist das Revier des selbsternannten Grenzschützers Sam (Jeffrey Dean Morgan), der mit einem Präzisionsgewehr das Feuer auf sie eröffnet…

Oh, der war… scheiße. Warum, lässt sich schön am Dreigespann der Hauptcharaktere veranschaulichen. Jeffrey Dean Morgan ist Sam, ein Amerikaner mit Jagdhund und Präzisionsgewehr, der keine Illegalen ins Land lassen will. Muss man nicht weiter vertiefen, so kommt der halt aus der Fabrik. Aber dann auf der anderen Seite haben wir zuerst einmal Gael García Bernal, der als Moises die gute Seele der Truppe ist, der sich um die kümmert, die als zu langsam zurückfallen, was ihnen allen erst einmal das Leben rettet. Aber ziemlich schnell sind auch die Nachzügler ausgedünnt, übrig sind nur noch Moises und Adela, die unter einen aufdringlichen Gefährten zu leiden hatte. Ihre Hintergrundgeschichte? Eigentlich egal, aber trotzdem mal in der Kürze, wie sie auch im Film dargereicht wird: Ihre Eltern hielten Mexiko für zu gefährlich, also sollte sie in die USA; der grabbelnd-aufdringliche Typ sollte sie eskortieren. Wie gesagt, eigentlich egal. Seine Geschichte beginnt sogar schon in den Staaten, er hat dort Frau und Sohn, hatte mal eine Aufenthaltsgenehmigung, ist aber wegen einer Nichtigkeit, ein kaputtes Rücklicht, mit dem Gesetz in Konflikt gekommen und schließlich deportiert worden (große Ungerechtigkeit, klar). Darauf hätte seine Frau zu ihm gesagt, dass er ja nur diese Gelegenheit nütze, um sich aus dem Staub zu machen. Warum? Egal. Es wird aber 15 Minuten später wieder wichtig, wenn Moises die schwer verletzte Adela zurücklässt, sich mehrfach bei ihr entschuldigt, aber es würde niemanden was nützen, wenn sie beide sterben (ja, verständlich). Aber natürlich zieht er dann sofortamente absichtlich die Aufmerksamkeit von Sam und seinen Hund auf sich, die von Adela ablassen, rettet ihr so das Leben. Ha! Jetzt hat er es den Frauen in seinem Leben aber gezeigt!
Meine Fresse, wer schreibt so einen Mist? Und wer gibt auch noch Geld aus, damit sowas verfilmt wird? Schade um die gute Besetzung und das schön fotografierte Setting. Kann das in den Sand gesetzte Drama aber auch nicht mehr retten.
4/10

Der Greifer (R: Philippe Libro / Frankreich 1976)
Jean-Paul Belmondo ist Roger Pilard, genannt „Der Greifer“, ein ehemaliger Großwildjäger, der sich als hochkarätiger Kopfgeldjäger verdingt hat. Er ist dabei so erfolgreich, dass es Leute gibt, die ihn aus dem Weg haben wollen. Pilard wird als nächstes auf den gewieften wie auch skrupellosen Räuber „Die Bestie“, gespielt von Bruno Cremer, angesetzt, der seine Überfälle mit Hilfe von spontan aufgegabelten Komplizen ausführt, die er danach entsorgt. Aber dieses Mal wird auch auf den Greifer Jagd gemacht…

Einer der besten Belmondo-Filme der 70er. In den ersten Szenen wirkt Bebel leider noch etwas müde, wie oftmals in dieser Zeit, aber wenn die Jagd auf „die Bestie“ eröffnet ist, läuft „der Greifer“ zur Hochform auf. Der Plot ist simpel, aber doch recht raffiniert, aufgezogen, was es ermöglicht, dass der Jäger selbst kurzzeitig zum Gejagten wird und an zwei Fronten kämpfen. Dazu legt der Film auch ein unverschämtes Tempo an den Tag, da kann gar keine Langeweile aufkommen. Schön ist auch, dass man Bruno Cremer den Platz und die Zeit lässt, die er braucht, um die diabolische Aura seines eiskalten Fieslings zu etablieren. Das Finale ist weniger spektakulär, aber nur folgerichtig.
8/10

31. März
Der Killer und der Kommissar (R: Denys de La Patilliére / Frankreich/Italien/Deutschland 1972)
Der inhaftierte Mörder Gassot (Fabio Testi) spielt verrückt und kommt in die psychiatrische Anstalt. Von dort kann er, trotz Elektroschockbehandlung und Betäubungsmitteln, mit Hilfe seines Bruders François (Jaques Richard) fliehen und wartet in Marseille auf eine Möglichkeit, sich ins Ausland abzusetzen. Der grantige Kommissar Le Guen (Jean Gabin) zählt für seinen neuen Chef Tellier (Bernard Blier) eigentlich schon zum alten Eisen, aber er hat Gassot schon einmal festsetzen können und heftet sich an dessen Fährte. Und Gassot kann einfach nicht stillhalten, besorgt sich Geld und eine Waffe, und bändelt darauf mit der Prostituierten Gerda (Uschi Glas) an…

Wenig aufregend, was vor allem am blassen Charakter Gassots liegt, der wenig ausgearbeitet scheint, weswegen Testi die meiste Zeit eher wie ein aufsässiger Teenager wirkt, sein tête-à-tête mit der Glas (die übrigens, wenig verwunderlich, ein weiterer Schwachpunkt des Films ist) passt auch dazu. Der Film hängt irgendwo zwischen Testi als schwachen Psychopathen und den beiden Staatsdiener, die eine konträre Auffassung darüber haben, wie dem Gesetz Genüge getan werden sollte, was aber auch nicht recht in Schwung kommen mag. Gabin und Blier agieren gewohnt souverän, aber nicht übermäßig engagiert. Ein Lichtblick ist da noch ein junger Gerard Depardieu, der im letzten Drittel des Films dazustäßt. Nicht schlecht, aber auch nicht gut, weil nicht übermäßig dramatisch und spannend.
5,5/10

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Kais geheime Tagebücher

Filme, Bücher, Tatorts die man vielleicht nicht kennt

Mothersdirt

Nachrichten - hart aber ehrlich

Corlys Lesewelt

Lesen genießen ...

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

GREIFENKLAUE - BLOG

Rollenspiel ^ Fanzines ^ Podcast ^ RPG-Szene ^RPG-News ^LARP ^ Tabletops ^ Dungeons ^Maps ^Minis

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.

Parkwelten

Freizeitparks, Kirmes & Co.

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

filmlichtung

There are no rules in filmmaking. Only sins. And the cardinal sin is dullness. (Frank Capra)

%d Bloggern gefällt das: