Dear Diary… on the watch: 01.-11.04.2021

  1. April

Crazy Desires of a Murderer (R: Filippo Walter Ratti / Italien/Spanien 1977) 6/10

Die junge Gräfin Ileana (Isabell Marchal) kehrt mit einigen Freunden, einen Haufen Hippies und linken Aktivisten, auf dem Familienanwesen ein. Dort wohnhaft sind ihr Vater und ihr degenerierter Bruder, der sich der Kunst der Taxidermie verschrieben hat. Natürlich lassen nackte Leiber und blutige Morde nicht lange auf sich warten…

Die irren Gelüste eines Mörders (oder die krankhaften Laster einer Haushälterin, so der Original-Titel) ist für den europäischen Genre-Freund der wohl interessanteste Titel auf der dritten Forgotten Gialli Box aus dem Hause Vinegar Syndrome, gab es den Film bisher nur als englische VHS. Es ist auch der letzte Film von Regisseur Ratti, dessen obskuren Krimi TODESFALL TRESOR 17 ich gerne mal sehen würde, genauso seinen COMPUTER FÜR MORD.

Leider ist der Film im Endeffekt wenig spektakulär und auch nicht besonders spannend. Er beginnt vielversprechend und blutig, kramt auch danach einige Schönheiten hervor, die gerne mal blank ziehen, aber der Fall an sich erweist sich als durchschnittliches Mörderrätsel, das immer wieder jemanden in den Fokus rückt, um ihn dann wieder zu entlasten (oder ins Jenseits zu entlassen). Das hat man schon besser, aber auch schlechter gesehen, also macht Signore Ratti es sich im gesicherten Mittelfeld bequem.

  1. April

Ghost in the Shell 3D (R: Rupert Sanders / USA/HK/Indien/China/Kanada 2017) 5/10

Nach einem Unfall werden Gehirn und Bewusstsein von Major Killian (Scarlett Johansson) vom Marktführer für Körperaugmentierungen, Hanka Robotics, in einen kybernetischen Körper transferriert. Sie wird danach der staatlichen Sonderermittlungseinheit Sektion 9 unterstellt, die auf Cyber-Kriminalität spezialisiert ist. Nach einem Terroranschlag auf Hanka-Mitarbeiter und afrikanische Deligierte mittels mechanischer Geishas kommen sie einer hochentwickelten KI namens Kuze auf die Spur…

Dass die Story auf Hollywood-Verhältnisse runtergebrochen war wohl das notwendige Übel dieser Big Budget Live Action, damit war zu rechnen, damit muss man leben. Allerdings ist es dann eher unschön, wenn das Drehbuch das anvisierte Publikum scheinbar für dämlich hält und schon mit fast 10 Minunten an unnötigen Erklärungen beginnt und sich auch im Folgenden genötigt sieht, alles ausformulieren und geradezu ausbuchstabieren zu müssen. So etwas macht es einem doch stellenweise sehr mühsam, nicht die Lust zu verlieren, den Film weiter zu schauen. Und abgesehen vom geradegebogenem Storygerüst gibt es einiges, was sich hier zu sehen lohnt, auch wenn dies mehr optischer Natur ist. Die futuristischen Großstadtschluchten sind grandios umgesetzt, oft und gerne bemüht der Film Panorama-Aussichten, bei denen einen der Atem stockt, das sieht streckenweise wirklich großartig aus. Aus dem Soundtrack wummert ein minimalistischer, aber wuchtiger Electro-Score, in einigen Momenten wünschte man sich, einfach nur in dieser Atmosphäre zu versinken. Doch GITS traut sich leider nicht, durchgängig in diese Welt oberflächlich überwältigender Schönheit abzutauchen, die dunklen Gassen, die schmierigen Hinterzimmer und das brutale Treiben hinter der glitzernden Fassade wird oftmals nur angedeutet. Auch die Wahl von Scarlett Johansson für die Hauptrolle scheint nicht ideal, auch wenn sie optisch durchaus passt; nur ihre Interpretation der Rolle, die teils stocksteif ausfällt, ist hinterfragenswert, das mag aber dann auch an der schlechten Schauspielführung von Regisseur Rupert Sanders liegen. Und wieso zum Teufel wird unser japanischer Lieblings-Tausendsassa hier als „Beat“ Takeshi Kitano geführt? Der war hier nicht als seine Comedy-Persona unterwegs. Das sind alles diese Kleinigkeiten, die uns sagen, dass die Leute hinter dem Film so einiges nicht verstanden haben. Im Endeffekt ist GHOST IN THE SHELL 2017 ein kleinen Tick besser als erwartet, aber lange nicht so gut wie erhofft, und eignet sich damit nicht einmal wirklich für ein guilty pleasure.

Robot Metropolis (R: Aleksa Gajic, Nebojsa Andric, Stevan Djordjevic / Serbien 2009) 7/10

Belgrad, 2074: Um ihre Prüfungen zu bestehen, lässt sich Studentin Edit einen illegalen Militärchip installieren. Als sie auf das Mathematik-Genie Abel trifft, der ihr eine mysteriöse Formel vorstellt, scheint der Chip darauf anzuspringen und ein Eigenleben zu entwickeln…

SF-Animation aus Serbien, gibt es unter dem Titel TECHNOTISE auf Amazon Prime. Der Titel ist mir schon öfters über den Weg gelaufen, und da ich derzeit mit Cyberpunk gut was anfangen kann, kam der gelegen.

Für einen kostengünstigen Animationsfilm aus Osteuropa war der technisch mehr als ordentlich, inhaltlich tritt die Geschichte ab der Halbzeitmarke allerdings öfters mal auf der Stelle, was durch eine erhöhte Actiondichte kompensiert werden soll. Das Worldbuilding ist überzeugend, aber da dem Ganzen ein Comic zugrunde liegt, war kaum anzunehmen, dass man ausgerechnet daran scheitert. Die Dramaturgie erinnerte mich an eine intelligentere Version von UPGRADE, dessen Geschichte weit slicker abgefrühstückt. Letztlich ist ROBOT METROPOLIS/TECHNOTISE ein ansprechendes Anime, das innerhalb seiner Budget gesetzten Grenzen anständig aussieht, gut unterhält, nur von Zeit zu Zeit die Beantwortung selbst aufgeworfener Fragen etwas vernachlässigt, worunter im Mittelteil die Spannung ein wenig leidet. Dennoch empfehlenswert.

  1. April

Rollerball (R: John McTiernan / USA/Deutschland/Japan 2002) 3/10

Der Tunichtgut Jonathan (Chris Klein) lässt auf Anraten seines Kumpels Marcus (LL Cool J) eine hoffnungsvolle Karriere in der zweiten amerikanischen Icehockey-Liga sausen und folgt ihm als Rollerball-Spieler nach Kasachstan, um für die Liga des Oligarchen Petrovich (Jean Reno) zu spielen. Zu spät erkennt, dass der neumodische Showsport eher brutalen Gladiatorenkämpfen gleicht. Und Petrovich ist auch nicht gewillt, seine amerikanischen Stars gehen zu lassen…

Das Ding läuft wirklich auf so vielen Ebenen falsch, das braucht man nicht einmal an den Darstellern wie Chris Klein (eh, hat wirklich jemand gedacht, dass der mal ’n großer Star wird, nur wegen AMERICAN PIE?), LL Cool J (in einer Zeit, bevor er wirklich angefangen hat zu schauspielern; diese Bemühungen spreche ihn erst ab MINDHUNTERS zu), Jean Reno (der spielt, solange er seinen Scheck bekommt, eh alles) oder Rebecca Romjin (hier, wie immer, unvergleichlich hard’n’hot) festzumachen; schon die Grundlagen laufen komplett aus dem Ruder. Anstatt einer düsteren Dystopie, in der Menschen verwaltet werden und Individualität unerwünscht ist, schickt uns Hollywood hier in eine ehemalige Sowjetrepublik, wo der Macht hat, der das Geld hat, und Menschenleben entbehrlich sind. Das ist in Wirklichkeit sicherlich nicht das netteste Fleckchen Erde, gewiss, aber da für die Amis das alte Europa (in Filmen) zumindest schon stellenweise unzivilisiert ausschaut, mit dem Ostblock als dessen Redneck-Backwood, da ist dieser Schwenk ans Kaspische Meer mindestens ein Aufenthalt in der Vorhölle. Und unser Held kämpft hier nicht um den Ausdruck seines Willens, seiner Individualität, sondern natürlich für nichts geringeres als die Demokratisierung dieses gottverlassenen Landes, was am Ende glatt mal in einer Revolution mündet.

Die Action sieht dabei aus wie einer mittelmäßigen TV-Show entsprungen, zeichnet sich nur mit ihrem Hang zu inszenierter, aber echter Gewalt aus. Da passt es natürlich wunderbar, dass die Unterdrückten im Finale ihren Aufstand proben, den Despoten stürzen (was natürlich unseren Helden vorbehalten ist) und seine Anhängerschaft ultimativ zur Rechenschaft zieht. Kein Kampf ohne Blutvergießen, richten können nur die Geschundenen. Und so entspinnt sich zum Ende dann ein kleiner, dreckiger, aber sehr putziger Lynchreigen, der gerne noch etwas gewalttätiger hätte ausfallen dürfen, um die Widerwärtigkeit dieses Machwerks angemessen zu untermalen.

Peninsula (R: Yeon Sang-ho / Südkorea 2020) 6,5/10

Vier Jahre hält nun die Zombie-Apokalypse Südkorea in seiner tödlichen Umklammerung. Der Soldat Jung Seok (Gang Dong-won) konnte sich seinerzeit noch rechtzeitig retten, doch seine Schwester und sein Neffe starben bei der Flucht Richtung Japan. Nun ist er mit seinem Schwager in Hongkong gestrandet. Aus reiner Perspektivlosigkeit stimmen sie einem Himmerfahrtskommando zu, um einen Geldtransporter durch verseuchtes Gebiet und eine Landblockade zu bringen…

Ich konnte mich mit dem Hype zu Vorgänger TRAIN TO BUSAN nie wirklich anfreunden, auch wenn ich ihn eigentlich ganz gut fand, nur wenig originell und etwas sehr gefühlstrunken. PENINSULA soll ja nun einen anderen Weg gehen, der emotionale Ballast wird gleich in den ersten Szenen, ähm, über Bord geworfen.

Zählte sich Vorgänger TRAIN TO BUSAN noch zur Zombie-Renaissance, vorbereitet durch Danny Boyles 28 DAYS LATER und richtig losgetreten durch Zack Snyders gegen die Wand gefahrenen DAWN OF THE DEAD Remake, wagt PENINSULA in Teilen einen Blick zurück und auch über den Tellerrand. Die Zombies sind zwar immer noch rasend-schnelle Mistviecher, geraten aber über weite Teile der Handlung eh aus dem Blickfeld. Dafür fällt einem bei den hier vertretetenen zivilisatorischen Außenposten inmitten der Quarantäne-Zone doch recht schnell Altmeister Romero ein, dessen LAND OF THE DEAD hier teils sehr deutlich Pate stand. Aber auch an populären Videospielen hat man sich bedient, der Heist-Plotpoint geht natürlich auf DER SCHATZ DER SIERRA MADRE zurück, wird aber auch in modernen Spielen wie FALLOUT – NEW VEGAS oder DEAD RISING 2 gepflegt, woran sich auch Snyders ARMY OF THE DEAD im Mai auf Netflix abarbeiten wird. Die Gefühlsduselei des ersten Teils spielt sich hier vornehmlich (und eigentlich auch unausweichlich) am Anfang und Ende der Geschichte ab und anstatt dem realistischen Schrecken des Abklapperns verwaister Bahnhöfe wird man mitten in die Welt der Zombie-Apokalypse geworfen, die sich allerdings nur auf die koreanische Halbinsel erstreckt. Zwischendrin entspinnt man ein, manchmal recht deppertes, Endzeit-Abenteuer, das beileibe nicht immer den richtigen Ton trifft, aber flott genug vorangetrieben wird, um nicht zu langweilen. Das Finale haut mächtig auf den Putz, verschlingt gleich mehr als zwanzig Minuten der großzügig veranlagten Laufzeit, erschreckt einen aber auch mit einigen der miesesten CGI- und Greenscreen-Shots der letzten Jahre; hier wollte man augenscheinlich mehr als man eigentlich konnte.

Insgesamt vielleicht nicht ganz so gut wie TRAIN TO BUSAN, schlägt sich PENINSULA recht wacker, weil er eben schnell zur Sache kommt und nur selten den Fuß vom Gas nimmt.

Ninja Operation 5: Godfather the Master (R: Godfrey Ho, Joseph Lai / HK 1988) 4/10

Als Raymonds Vater, ein einflussreicher Gangsterboss, in Revierstreitigkeiten einem feigen Attentat zum Opfer fällt, ahnt er nicht, dass Paulo die Banden gegeneinander ausspielen will und dabei seinen Onkel hintergeht. Doch Ninja Gordon (Richard Harrison) ist schon auf dem Weg, um die Angelegenheit gerade zu rücken…

Lai-Ho-Ninja-Flickwerk um einen koreanischen Krimi herum. Richard Harrison wird dabei gerne mal von Aha-Instrumental-Coverversionen (vorwiegend „Touch me“) begleitet. English-only, da nie in Deutschland erschienen; aber das englische Dialogbuch ist selbstredend genauso debil wie ähnliche deutsche Bearbeitungen. Der ganze Rotz beginnt ziemlich flott, die Intrigen werden schnell etabliert. Außerdem sehen wir Harrison recht häufig Leute aus dem Weg räumen. Doch nach einer halben Stunde hat sich das allmählich totgelaufen, auch die Krimihandlung kommt dann einfach nicht mehr voran, sondern verknotet sich immer weiter. Daraus kann sich das Machwerk dann auch nicht mehr wirklich befreien, was schade ist, da viel Harrison normalerweise auch viel Unterhaltung bedeutet. Aber anscheinend krankte schon der Originalfilm daran, sich immer weiter im Kreis zu drehen, was in der Neubearbeitung leider auch nicht ganz behoben werden konnte.

  1. April

Die Nackte Kanone 2 1/2 (R: David Zucker / USA 1991) 7,5/10

„Auf das Forschungsinstitut des berühmten Energie-Experten Dr. Meinheimer wird ein Bombenanschlag verübt. Ein Fall für Lt. Frank Drebin, der sich in gewohnt chaotischer Manier sofort in die Ermittlungen stürzt. Als Drebin seiner Ex-Geliebten Jane Spencer am Tatort begegnet, überstürzen sich die Ereignisse. Geheimagent Nordberg verfährt sich nach Detroit, Captain Ed Hocken verliert die Übersicht, ein rätselhafter Doppelgänger spielt ein falsches Spiel, Drebin versucht sich als mexikanischer Sänger, wird beim Verprügeln eines Invaliden erwischt und Präsident Bush weiß von nichts. Sind Sie jetzt verwirrt? Keine Sorge, das muß so sein, wenn Lt. Frank Drebin in Aktion tritt …“

Ich mag den immer noch sehr gern, auch wenn an dem nun doch merklich der Zahn der Zeit genagt hat. Im Vergleich zum ersten Teil ist er schon eine gute Spur schwächer, weniger Gags zünden, die Plattwitze überwiegen. Aber ich bin auch inzwischen in einem Alter angelangt, in dem ich die TV-Serie tatsächlich der Filmreihe vorziehe. Viel gelacht hab ich trotzdem noch.

Ruhe in Frieden (R: José Ramón Larraz / Spanien/USA 1987) 4/10

Das Ehepaar Bob (Scott Thompson Baker) und Helen Hewitt (Lorin Jean Vail) wollen das Haus ihrer verstorbenen Tante beziehen. Die alte Dame hat sich bei der Aufzeichnung ihres Videotestaments selbst mit Strichnin vergiftet. Doch vor Ort angekommen, müssen sie feststellen, dass das Anwesen noch von einigen skurrilen Gestalten bewohnt wird, die sich hartnäckig weigern zu gehen. Und dann kommt es noch des Nachts zu merkwürdigen Vorkommnissen…

Horrorfilm aus dem Spätwerk des spanischen Regisseurs José Ramón Larraz, der hier sein gängiges Pseudonym Joseph Braunstein benutzte, unter dem er in seiner Heimat arbeitete.

Die Geschichte hat was, gibt ihre Geheimnisse immer viel zu früh preis, wahrscheinlich weil Larraz dachte, dass einem die nächste Wendung (und derer gibt es einige) nochmals überraschender kommt. Pustekuchen, das nimmt immer wieder die Spannung raus, die sich dann wieder von Null auf entwickeln muss. Das ist müßig, das macht keinen Spaß, und das ist schade, denn in Grundzügen mochte ich die Story wirklich. Remake, anyone?

Das Ungeheuer von London-City (R: Edwin Zbonek / Deutschland 1964) 7,5/10

Just als Schauspieler Richard Sand (Hansjörg Felmy) allabendlich in einem Theaterstück den berüchtigten Ripper darstellt, geht in London ein Serienmörder um, der sich in der gleichen unnachahmlichen Weise durch die Dirnen der Stadt schlitzt. So gerät Sand nicht nur ins Visier des Politikers und Zensoren Sir George Edwards (Fritz Tillmann), mit dessen schöner Tochter Ann Morley (Marianne Koch) er anbandelt, sondern auch der Ermittlungen von Scotland Yard, vertreten durch Inspector Dorne (Hans Niesen)…

Schöner Gruselkrimi aus der Bryan-Edgar-Wallace-Reihe, die Artur Brauner mit seiner CCC im Fahrwasser der Wallace-Verfilmungen von Rialto Film ins Leben rief. Der Film macht ordentlich Atmosphäre, die Ripper-Story lässt Platz für richtigen Grusel und einige grimmigere Einschübe, die es bei den Rialto-Stoffen eben nicht gibt. Felmy macht sich gut als Dreh- und Angelpunkt der Handlung, auch wenn ich nie geglaubt habe, dass er der Mörder sein könnte. Geil sind vor allem die stimmigen Sets am Theater und den nebligen Straßen. Das Ding macht wirklich ordentlich Laune.

  1. April

Cellat – Der Henker (R: Memduh Ün / Türkei 1975) 6/10

Als seine Frau und ihre Schwester im trauten Heim vergewaltigt werden, besorgt sich Architekt Cellat (Serdar Gökhan) eine Waffe und räumt mit dem Gesindel auf Istanbuls Straßen auf…

Türkisches Rip-off von EIN MANN SIEHT ROT, dass die Handlung des Selbstjustiz-Dramas mit Charles Bronson nahezu 1-zu-1 übernimmt und an landläufige Gegebenheiten anpasst. Und das funktioniert besser, als man glauben sollte. Denn CELLAT ist kein billiger Abklatsch, den man einfach nur noch mit billig getricksten Unglaublichkeiten und einer ordentlichen Portion Schmodder angefüllt hat, wie es sonst häufig der Fall war. Man hangelt sich lange am Original entlag, bis man dann plötzlich den Weg einschlägt, den dann erst der zweite Bronson-Kracher gehen sollte und Cellat natürlich doch auf die Spur der wahren Täter kommt. Bis dahin wirkt der Film auch in seinen Gewaltszenen recht harmlos, im Finale hingegen nimmt es dann plötzlich an Ruppigkeit zu. Das aber nicht in einem Maße, die die Beschlagnahme rechtfertigen würde. Dahinter vermute ich eher politische Gründe; der Gedanke der Nachahmung mag hier mehr eine Rolle gespielt haben. Insgesamt also weit besser als erwartet, kann der Film dem Original natürlich nicht mal den Tee am Sonntag reichen, aber allemal für sich unterhalten, ohne gleich in Trash-Gefilde abzugleiten.

Repo Man (R: Alex Cox / USA 1984) 6,5/10

Der Punk Otto (Emilio Estevez) hat mal wieder einen Job verloren, da wird er von Bud (Harry Dean Stanton) angesprochen, das vermeintliche Auto seiner schwangeren Frau für ihn zu fahren. Doch das Ganze entpuppt sich als Rückholaktion eines Autohändlers, denn Bud ist ein Repo Man. Er lernt den aufbrausenden Otto an, dem Nervenkitzel und Bezahlung zusagen. Nebenher lernt er noch die Ufologin Leila (Olivia Barash) kennen, in die er sich verknallt, sie ist auf der Suche nach einem bestimmten 64er Chevy, in dessen Kofferraum der Beweis für außerirdisches Leben sein soll. Und als er in den Besitz dieses 64er Chevys kommt, sind plötzlich alle, von Gangstern, über Polizisten und Regierungsagenten, hinter ihm her…

Seit der TV-Erstausstrahlung nicht mehr gesehen, war damals nicht wirklich mein Fall. Die Synchronstimme von Estevez ist gewöhnungsbedürftig, aber der Film hat mir heute besser gefallen als damals. Eine ziemlich wilde Sause, die sich am Ende zwar nur als anderthalbstündige Jagd nach einem McGuffin herausstellt, nebenher aber auch für den Hauptcharakter die Frage aufwirft, was er aus seinem Leben eigentlich machen will. Seine Eltern, die nur noch an den Lippen eines TV-Predigers hängen und dabei sind, ihr gesamtes Hab und Gut in dessen Rachen zu werfen, sind nurmehr ein abschreckendes Beispiel einer Zukunft, die er nicht will. Auf seinen Weg lässt er sich zuerst immer von anderen mitreißen, zuerst seinen Punk-Kollegen, dann von Bud und schließlich von der süßen Leila. Am Ende entscheidet er sich dafür, eigene Wege zu gehen. Ein netter, chaotischer und recht ungehobelter Spaß.

Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die Davidswache (R: Wolfgang Staudte / Deutschland 1971) 7,5/10

Der Bankräuber Willy Jensen (Horst Frank) flieht aus dem Knast und will sich ins Ausland absetzen. Doch die Beute seines letzten Bankraubs ist futsch. Unversehens taucht er bei seinem Bruder Heinz Jensen (Heinz Reincke), einem Taxifahrer, auf, der inzwischen mit Willys Frau Vera (Christiane Krüger) liiert ist…

Kiez-Krimi mit Frank und Reincke als ungleiche Brüder, eine tolle Besetzung. Erschien als #3 in der Edition Deutsche Vita. Für mich eine echte Neuentdeckung, der Film beweist mal wieder, was damals in den späten 60ern und dann in den 70ern in Deutschland möglich – deutsche Filme mit originär deutschen Stoffen abseits ausgelutschter RomComs, Weltkriegsdramen oder dumpfer Hollywood-Kopien. Der ist toll, wirklich. Muss man sehen.

  1. April

Jesus Shows You the Way to the Highway (R: Miguel Llansó / Äthiopien/Spanien/Estland/Litauen/Rumänien 2019) 7,5/10

Die CIA-Agenten Gagano (Daniel Tadesse) und Palmer Eldritch (Augustín Mateo) jagen in der virtuellen Realität des Psychobook hinter „Stalin“-Virus her. Das entpuppt sich als mächtiger als gedacht und unterwandert sämtliche Schutzvorkehrungen mit dem Ziel, seine Einflusssphäre in die reale Welt zu erweitern. Zu allem Überfluss spielt Eldritch falsch und hintergeht seinen Partner. Gagano fällt physisch in ein Koma und bleibt in der virtuellen Welt gefangen. Nun muss er nicht nur den immer stärker werdenden „Stalin“ (Guillermo Llansó) aufhalten, sondern auch einen Weg finden, aufzuwachen und nach Hause zurückzukehren…

Review auf Filmtoast: https://www.filmtoast.de/jesus-shows-you-the-way-to-the-highway/

Abgefahrene Ultra-Low-Budget Retro-Cyber-Thriller-Groteske aus Äthiopien. Sehr kreativ umgesetzt. Dieses Mal schaue ich mit deutschem Voice Over, was bisher nicht wirklich Spaß macht.

Der Todesrächer von Soho (R: Jess Franco / Deutschland/Spanien 1972) 5,5/10

Ein Unbekannter mordet sich durch die Straßen Londons, abgesehen hat er es scheinbar auf schwarze Koffer, die er seinen Opfern abnimmt, bevor er sie darniedermessert. Inspector Ruppert Redfort (Fred Williams) fehlt der Durchblick, denn die Toten verbindet scheinbar nichts. Zudem bekommt er mit dem Kriminal-Schriftsteller Charles Barton (Horst Tappert) ernsthafte Konkurrenz. Auffällig ist aber, dass ein gewisser Dr. Bladmore (Siegfried Schürenberg) immer als einer der ersten am Tatort ist…

Jess Franco macht Eurocrime, da kann und muss man schon mit gemischten Gefühlen rangehen. Da die CCC-Produktion deswegen auch kostengünstig in Spanien runtergekurbelt wurde, verwundert es nicht, dass der Film atmosphärisch kaum mehr mit den Wallace-Filmen von Rialto vergleichbar ist, sondern entsprechend mehr an die Abenteuer des umtriebigen Jacinto Molina erinnert. Requisiten aus einem spanischen Studio sehen halt mehr nach Spanien aus, denn nach Deutschland oder gar London. Der Cast verschafft einem aber dann doch ein wenig Gruselkrimi-Stimmung.

  1. April

Die Killer-Meute (R: Mario Caiano / Italien 1977) 7,5/10

Öfter, als ihm lieb ist, steht Commissario Belli (Leonard Mann) im Kampf mit dem organisierten Verbrechen nur als zweiter Sieger dar. Ganz besonders ins Auge gefasst hat er den Gangster Santoro (Henry Silva), dem scheinbar nicht beizukommen ist. Doch Santoro plagen gerade andere Probleme als der frustrierte Ermittler, denn die Söhne seines Geliebten Paten wollen ihn an den Kragen. Doch Belli hat es satt abzuwarten und trickst ein wenig, um den Verbrechern schneller beikommen zu können…

Eine Actionszene jagt die nächste, Caianos Poliziesco hält sich nicht mit allzu viel Plotte auf, sondern drückt von Anfang an aufs Tempo. Silva macht sich zwischenzeitlich leider etwas rar, und das nervige Göre Gennarino hat man gleich aus Lenzis CAMORRA – EIN BULLE RÄUMT AUF importiert (inkl. humpelndes Bein).

Kommissar X – In den Klauen des Goldenen Drachen (R: Gianfranco Parolini / Österreich/Italien/Jugoslawien/Singapur) 7/10

Jo Walker (Tony Kendall) und Tom Rowland (Brad Harris), der sich glücklicherweise beim NYPD freimachen kann, werden angeheuert, um einen Auftrag in Singapur anzutreten. Ein brandgefährlicher Auftrag, denn schon am Flughafen entkommen sie nur knapp einem Bombenattentat auf ihr Flugzeug. Ihr Auftraggeber Professor Akron (E.F. Fürbringer) hat einen Laser-Verstärker erfunden, hinter dem natürlich auch ein böses Syndikat her ist…

Fein, fein. Weswegen schaut man nochmal die Kommissar X Filme? Wegen der Spannung? Wegen der flotten Action? Nein, nein. Wegen der flotten Sprüche, allen voran von dem sprechenden Garderobenständer Kendall, und vor allem wegen der hübschen Frauen. Ist flott, mach Spaß, sieht gut aus. Eurocrime-Qualitätsware, wenn auch von der Stange.

  1. April

Jesus Rolls (R: John Turturro / USA 2019) 4,5/10

Gewohnheitsverbrecher und Bowling-Ass Jesus (John Turturro) kommt aus dem Knast und stürzt sich mit seinem Kumpel Petey (Bobby Cannavale) ins Leben, was bedeutet, dass sie gleich mal ein Auto stehlen. Bei der Konfrontation mit dessen Besitzer trifft Jesus nicht nur seine alte Freundin Marie (Audrey Tautou), sondern eine Kugel trifft auch schmerzhaft Peteys Unterleib. Von nun an verselbstständigen sich die Dinge, und die Drei gehen auf eine Odyssee ohne Ziel…

Das ist tatsächlich nicht nur ein Spin-off des Coen-Hits THE BIG LEBOWSKY, sondern auch ein Remake von Bertrand Bliers DIE AUSGEBUFFTEN. Mehr dazu in Kürze.

Macabra – Die Hand des Teufels (R: Alfredo Zacarías / Mexiko/USA 1980) 6/10

In Mexiko findet der Minenbesitzer Mark Baines (Roy Jenson) mit seiner Frau Jennifer (Samantha Eggar) eine alte Schatulle. Dort drin befindet sich eine von Dämonen besessene Hand, die Besitz von Mark ergreift. Nachdem er in Las Vegas ein Zockerpärchen ermordet hat, sprengt er sich in der Mine in die Luft. Jennifer wendet sich an Father Cunningham (Stuart Whitman), der ihr ihre Geschichte nicht so recht glauben will. Doch dann verschwindet Marks Leiche aus dem Grab und die Hand stiftet weiter Unheil…

Morgen erst bei SchleFaZ, heute schon hier; Heimkino sei Dank. Mexikanischer Billig-Horror mit einigermaßen eindrucksvoller Besetzung. Neben Eggar und Whitman in den Hauptrollen ist hier u.a. mit Ted White ein späterer Jason und mit Haji eine Russ-Meyer-Darstellerin zu sehen. Die besessene Hand ist natürlich zum Schreien (was die Eggar auch ausgiebig wahrnimmt). Gesehen hab ich übrigens die flottere Amifassung, langweilig wird es hier nicht. Kein guter Film, aber für Freunde gepflegtem Horror-Trashs durchaus annehmbar.

Kommissar X – Drei Grüne Hunde (R: Rudolf Zehetgruber, Gianfranco Parolini / Deutschland/Italien/Frankreich/Libanon/Ungarn) 7,5/10

Während Rowland (Brad Harris) in Istanbul eine Rauschgiftbande mit einer großen Ladung LSD ködert ist Joe Walker (Tony Kendall) um die Ecke unterwegs, um die junge Jenny Carter (Rosella Bergamonti) zurück ins behütete Heim zu bringen. Ihre Wege kreuzen sich, als Walker die Bande der grünen Hunde aufscheucht…

LSD-Gangster und Sprücheklopfer machen den Bosporus unsicher. Es geben sich auch Herbert Fux und Dietmar Schönherr die Ehre. Das wertet die Sache noch einmal richtig auf. Ich bin mir nicht sicher, da das letzte Mal ein wenig her ist, aber das könnte tatsächlich schön der Höhepunkt der schönen Reihe gewesen sein. Der ist zackig, wenig zimperlich, macht unheimlich viel Spaß. Das Auge ist auch mit, das Setting und die Damen sind dabei mehr als zufriedenstellend.

  1. April

Exit Wounds – Die Copjäger (R: Andrzej Bartkowiak / USA 2001) 7/10

Der harte Cop Boyd (Steven Seagal) rettet dem Vize-Präsidenten das Leben und wird zum Dank auf das Revier von Cpt. Mulcahy (Jill Hennessy) versetzt, muss außerdem eine Anti-Aggressions-Therapie absolvieren. Er heftet sich schon bald an die Fersen des zwielichtigen Latrell Walker (DMX), doch auch auf dem Revier scheint einiges krumm zu laufen…

Zweiter von drei Actionfilmen, die Regisseur Bartkowiak mit DMX und Anthony Anderson drehte, zweimal machte Jet Li die Hauptrolle, hier ist es unser aller Lieblings-Riesenbaby Steven Seagal. Ist auch mein Liebling darunter, da es hier einfach straighter zur Sache, mit ordentlichen Rumms und einem Seagal in guter Form. DMX macht seine Sache auch gut, und Tom Arnold blödelt mit Anthony Anderson um die Wette. Drauf gibt es noch Michael Jay White, der am Ende auch noch ein wenig fighten darf. Flotter Action-Shit, guter No-Brainer.

Born 2 Die (R: Andrzej Bartkowiak / USA 2003) 6,5/10

Juwelendieb Anthony (DMX) gerät in Teufels Küche, als er schwarze Diamanten stiehlt, auf die es auch der taiwanesische Cop Su (Jet Li) und der skrupellose Ling (Mark Dacascos) abgesehen…

Stylish, fast-paced und auch mit Dacascos als Bösewicht top besetzt. Gefällt immer noch. Jet Li und DMX können gut zusammen. Anderson labert ein wenig viel Scheiße, Tom Arnold nervt auch ein wenig, und Gabrielle Union kann halt nichts anderes, als gut auszusehen, das ist aber auch immerhin etwas. Die Action ist schnittig, auch wenn man von den Fights manchmal nicht so sehr viel sieht, was schade ist. Etwas schwächer als die vorangegangenen ROMEO MUST DIE und EXIT WOUNDS.

Police Story (R: Jackie Chan, Chen Chi-Hwa / HK 1985) 8,5/10

Bei einer groß angelegte Razzia gelingt es Cop Kevin (Jackie Chan), den Drogenhändler Mr. Cho (Chu Yuan) festzusetzen. Um ihn endgültig hinter Gitter zu bringen, will sein Vorgesetzter Wong (Bill Tung) dessen Sekretärin Selina (Brigitte Lin) dazu bringen, gegen ihren Boss auszusagen. Kevin soll sie bewachen, was ihm nicht nur Probleme mit seiner Freundin May (Maggie Cheung) mit sich bringt…

Schlagt mich, aber in diesem Fall bevorzuge ich die kurze, zackige deutsche Kinofassung, die um gut 17 Minuten gestrafft wurde. Davon ab sowieso einer der besten Filme von Jackie Chan. Der Einstieg mit der Razzia ist schon ein Hammer und wie sich Chan im Finale im Kaufhaus dann abschindet ist ganz großes Asia-Action-Kino. Den kann ich immer wieder sehen.

  1. April

Flying Swords of Dragon Gate 3D (R: Tsui Hark / China 2011) 7/10

Die Spione des West-Büros sind dank des guten Kontakts von Sekretär Yu Huatian (Kun Chen) sehr mächtig und lassen die Minister und Gouverneure dies deutlich spüren. Dabei besteht Yus einzige Aufgabe, die anderen Frauen des Harem vom Kaiser fernzuhalten, der vom Machtmissbrauch des Büros nichts weiß. Doch mit Rebell Zhao Huai’an (Jet Li) zieht ein mächtiger Kämpfer gegen ihn zu Felde. Nur durch Zufall treffen sie schließlich in der Herberge zum Drachentor in der Wüste, in Erwartung eines monströsen Sandsturms aufeinander. Hier hat sich auch die Kämpferin Ling Yanqiu (Xun Zhou) zurückgezogen, die ein schwangeres Haremsmädchen vor den Schergen Yus versteckt. Dazu gesellt sich noch eine Bande von Tartaren und eine versteckt operierende Gruppe von Räubern, die es auf einen riesigen Schatz abgesehen hat…

Tsui Harks (schon zweites) Remake von King Hus Klassiker DIE HERBERGE ZUM DRACHENTOR, mit Jet Li in der (sort-of-)Hauptrolle. Man merkt schon der Inhaltsangabe an, dass er die Story um ein Vielfaches aufgeblasen hat. Hark konnte aber auch aus den Vollen schöpfen, kreierte ein großes Wuxia-Abenteuer in atemberaubenden 3D. Die Effekte springen einem direkt ins Auge. Die Kämpfe sind dadurch manchmal nicht gerade leicht zu verfolgen, sehen aber größtenteils beeindruckend, wenn auch etwas künstlich aus. Schön ist auch ein Wiedersehen mit Gordon Liu als Henchman von Yu Huatian. Alles in allem kein neuer Meilenstein des Genre, aber schöne und mitreißende 2 Stunden modernes Asia-Kino.

Ein Mann wird zum Killer (R: Cirio H. Santiago / USA/Philippinen 1978) 6,5/10

Als der GI Doug (James Iglehart) mit zwei Kumpanen auf einer Insel im chinesischen Meer geräuberte Kriegsbeute zu Dollars machen will, wird er von ihnen hintergangen und zum Sterben zurückgelassen. Doch zwei alte Japaner päppeln ihn wieder auf und unterrichten ihn im Umgang mit dem Schwert. Zurück in L.A. will Doug nur eins – Rache!

Heute mal in der deutschen Kinofassung, die um ganze 25 Minuten entschlackt wurde. Ich hoffe auf ein rasantes Vergnügen, mir hat die Originalfassung schon ganz gut gefallen, auch wenn die sich tatsächlich stellenweise etwas gezogen hat. Und was soll man sagen, das hat gleich weit mehr gezündet. Es geht im Mittelteil nun etwas zu schnell, aber das ist verkraftbar, denn der Film lebte ohnehin nie von seinem Storytelling. Jetzt flutscht er einfach mal so durch und hangelt sich gerade in der zweiten Hälfte von einer blutigen Action-Sequenz zur nächsten. Natürlich sollte auch die tolle Besetzung mit Iglehart als einsamen Rächer sowie Leon Isaac Kennedy und Carmen Argenziano als verräterische Freunde erwähnt werden. Kurzweiliger Grindhouse-Spaß.

Full Contact (R: Ringo Lam / HK 1992) 8,5/10

Jeff (Chow Yun-Fat) muss seinen Cousin Sam (Anthony Wong) mal wieder aus der Scheiße holen, da der wieder einmal mehr Geld beim Wetten verloren hat, als er berappen kann. Also lässt er sich dazu breitschlagen und schließt sich mit seinem Kumpel Chung (Lee Kin-sang) der Bande von Jugde (Simon Yam), Virgin (Bonnie Fu) und Psycho (Frankie Chan) an, um ein Ding zu drehen. Aber die Halunken hintergehen sie, erschießen Chung und lassen ihn schwer verletzt zum Sterben zurück. Doch Jeff überlebt und gesundet, muss nach seiner Rückkehr nach Hongkong aber feststellen, dass seine Freundin Mona (Ann Bridgewater) nun mit Sam zusammenlebt. Er zwingt ihn, ihm bei seiner Rache zu helfen…

Für mich ist das der Film für Ringo Lam, der HARD BOILED für Woo war – im höchsten Maße stilisiert, die Trademarks des Filmemachers bis zum Anschlag aufgedreht und inhaltlich reduziert. Manche sagen wahrscheinlich, dass Lams CITY ON FIRE oder Woos THE KILLER besser sind. Das ist auch okay. Sind alles tolle Filme.

  1. April

Der wildeste von Allen (R: Shigehiro Ozawa / Japan 1974) 8,5/10

Als der eiskalte, unschlagbare Auftragskiller Tsuguri (Sonny Chiba)  von seinen Auftraggebern hintergangen wird, schwört er blutige Rache…

Sonny Chiba stampft sie alle in den Boden. Dazu gesellt sich im Deutschen eine feine Synchro mit Danneberg als Chiba. Das ist der übertriebenen Art und Weise dieses Kloppers nur würdig. Der Film ist gewaltmäßig sowieso dermaßen drüber, dass einem am laufenden Meter die Kinnlade runterkippt: Es werden Knochen gebrochen, Hälse umgedreht, Schädel eingeschlagen und zerschmettert, Augen ausgestochen, in den Magen geboxt, dass der Gegner erbricht, es gibt einen X-ray Shot. Tsurugi tötet Dutzende von Gegnern, einen grausamer als den anderen. So geht Abwechslung! Schön ist auch, dass Chiba zwar den überheblichen Macker gibt, der alle niedermacht, aber trotzdem ordentlich einstecken muss. Das macht den miesen Charakter seinen Tsurugi zwar auch nicht unbedingt sympathischer, aber zumindest ansatzweise menschlich.

Die Geisterstadt der Zombies (R: Lucio Fulci / Italien 1981) 9,5/10

Die junge Liza (Catriona MacColl) erbt ein heruntergekommenes Hotel in Louisiana, das sie wieder instandsetzen und betreiben will. Doch gruselige Gegebenheiten künden hier von einer düsteren Zukunft. Nicht nur hat sich hier eine blinde Frau mit Hund eingenistet, das Gemäuer erweist sich als Todesfalle für Handwerker. Als auch Leben bedroht ist, steht nur der Arzt Dr. McCabe (David Warbeck) ihr zur Seite. Können sie gemeinsam das Böse davon abhalten, sich hier einen Weg in das Reich der Lebenden zu bahnen?

Zu Ehren des gerade verstorbenen Giannetto De Rossi krame ich mal wieder diesen tollen Film von Lucio Fulci hervor, dem der Effektkünstler zu einigen schön ekligen Make-ups verhalf. Immer wieder ein Erlebnis!

Benny’s Video (R: Michael Haneke / Österreich/Schweiz 1992) 7,5/10

Der 14-jährige Benny ist ein Video-Freak und Außenseiter. Auf einem Bauernhof von Verwandten filmt er fasziniert, wie ein Schwein mit einem Bolzenschussgerät getötet wird. Das Video dieses realen Todes lässt ihn nicht mehr los. Er spielt es auch einem Mädchen aus der Videothek vor, die ihn besucht, während seine Eltern außer Haus sind. Dann zeigt er ihr das Bolzenschussgerät, dass er dort entwendet hat. Neugierig presst er es an ihren Körper und drückt ab…

Zweiter Teil aus Michael Hanekes Trilogie der emotionalen Vergletscherung. An dem hat merklich der Zahn der Zeit genagt, empfand ich jetzt als merklich schwächer als sein Vorgänger DER SIEBENTE KONTINENT. Mehr dazu später.

Kommissar X – Jagd auf Unbekannt (R: Gianfranco Parolini / Deutschland/Italien/Jugoslawien 1966) 7/10
Als zwei ehemalige Gangster Sprengstoffattentaten zum Opfer fallen, steht Capt. Tom Rowlands (Brad Harris) vor einem Rätsel. Darin verwickelt scheint der mysteriöse O’Brian (Nicola Popovic), dessen Sekretärin Joan (Maria Perschy) Rowlands Kumpel, den Privatdetektiv Joe Walker (Tony Kendall) damit beauftragt, einen verschwundenen Wissenschaftler zu finden…

Ja, ich weiß, ich schmeiß wieder die Reihenfolge der Filme komplett über den Haufen (Bauchentscheidung). Doch jetzt, auch beim ersten Kommissar X-Abenteuer muss ich sagen, dass eine Erkennungsmelodie etwas Schönes sein kann, mich aber das zum dritten Mal in den letzten Tagen erklingende „I Love You, Joe Walker“ schon etwas nervt. Nichtsdestotrotz wieder ein großes Vergnügen, auch wenn sich die Chose zum Ende hin deutlich abnutztk, denn das lange Finale ist leider nur Eurospy-Durchschnitt. Für einen ersten Teil einer solchen Reihe aber sicherlich noch gut genug. Dafür beharken sich Walker und Rowlands so richtig schön, letzterer sieht sich als Gesetzeshüter über dem Privatdetektiv stehen. Aber dem zweiten Teil sah das ja merklich anders aus, und Brad Harris musste sich dem Alpha-Tier Kendall unterordnen.

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