Dear Diary… on the watch: 15.03.2021

DEATH RACE (Paul W.S. Anderson)

Der ehemalige Racing Champion Jensen Ames (Jason Statham) wird durch ein Komplott – er wird betäubt, seine Frau ermordet – ins Gefängnis von Direktorin Hennessey (Joan Allen) gelotst, die dort für die Weyland Cooperation das berüchtigte Death Race betreibt. Dabei soll Ames den Platz des maskierten Publikumslieblings Frankenstein einnehmen, der vor einigen Monaten eigentlich ums Leben kam, was unter Verschluss gehalten wurde. Widerwillig geht Ames auf den Deal ein und tritt mit seinem Boxenteam, bestehende aus Coach (Ian McShane) und Lists (Frederick Koehler), und seiner hübschen Beifahrerin Case (Natalie Martinez) beim Todesrennen an. Dort erwartet ihn nicht nur Frankensteins Erzfeind Machinegun Joe (Tyrese Gibson), sondern auch der fiese Pachenko (Max Ryan), in dem er den Mörder seiner Frau wiedererkennt…

Das 2008er-Remake von Paul Bartels Kultfilm DEATH RACE 2000 von 1975 ist ganz auf seinen Star Statham zugeschnitten. Seine Mitstreiter im Todesrennen tragen als Namen nur ihre Funktionen zur Schau (Coach, Lists, Case) und die einstmals gallige Satire auf die Sensationsgeilheit der Massen, modernen Heldenkult im Sport und die unbarmherzigen Auswüchse der kapitalistischen Leistungsgesellschaft wurde von Anderson dem angepeilten Publikum entsprechend auf ein zynisches Gewalt-Spektakel heruntergebrochen. Der Regisseur und Autor bedient hier mal wieder den kleinsten gemeinsam Nenner seines anvisierten Erwachsenen-Publikums, das möglichst prollig und bluttriefend unterhalten werden möchte. Diese niederen Ansprüche erfüllt der Film dann auch äußerst fettfrei. Die Rennen werden im Stile von Gameshows und die Teilnehmer wie Spielfiguren bei populären Videospielen vorgestellt (was aber nichts großartig Neues ist, weil dies u.a. beim Wrestling auch schon länger so praktiziert wird; das Death Race steht sowieso eher in der Tradition des Showkampfes, da hinter den Kulissen dann auch einiges gemauschelt wird, um den Verlauf und Ausgang im eigenen Sinne zu steuern). Für Tiefgang oder Witz oder irgendetwas über seine bloße Funktionserfüllung hinaus war da aber leider kein Platz, der Film bietet nicht mehr als eben so einige Gelegenheiten, sich an den Wummern der Motoren zu laben und bei einigen fiesen Kills den johlenden Splatterproll raushängen zu lassen. Das ist an sich auch okay, weil der Film dies ohne Problem bewerkstelligt, aber mit Blick auf das Original und die Möglichkeiten, die sich thematisch heutzutage auftun, ein bisschen wenig. 6/10

THE RED HEADED CORPSE (Renzo Russo)

Der Maler John Ward (Farley Granger) wird eines Abends in der Kneipe von der rothaarigen Mala (Ivana Nowak) angesprochen, die darauf auch die Nacht mit ihm verbringt. Fasziniert von seiner Arbeit bietet sie ihm an, für ihn nackt Modell zu stehen. Doch er schickt sie weg und arbeitet lieber an einem Mannequin. Die Begegnung hat in ihm die Erinnerung an seine frühere Lebensgefährtin Lisa (Erika Blanc) wachgerufen, die nicht mehr nur von Luft und Liebe leben wollte und ihn überredete, sie nackt zu malen…

Ruhiges Psycho-Drama, dass nur in seinen Mystery-Anteilen entfernt Giallo-Qualitäten besitzt. Ward ist der arme, bemitleidenswerte Künstler, der irgendwann unter der Fuchtel seiner großen Liebe steht, die ihn betrügt und erniedrigt. Toll ist hier vor allem Erika Blanc, die sich von liebenswerter Muse zur niederträchtigen Furie wandelt. Der Großteil des Films spielt sich dabei in Wards Hütte ab. Farley Grangers gebrochener Maler schwankt dabei immer zwischen wütender Eifersucht und fassungsloser Resignation, sieht im Verlaufe des Films immer mehr wie ein getretener Hund aus. Der Film ist nicht besonders spannend, auch das Ende ist mau, aber als Psychogramm durchaus sehenswert. 6,5/10

THE KID DETECTIVE (Evan Morgan)

Als Kind war Abe Applebaum (Adam Brody) ein gefeierter Jungdetektiv, der aufgrund einiger gelöster Kriminalfälle großes Ansehen bei den Bewohnern seiner Heimatstadt genoss. Doch nun, mit 32 Jahren, hängt Abe immer noch seinen Kindheitserinnerungen hinterher und führt, zum Leidwesen seiner Eltern, eine erfolglose Detektei. Doch dann steht die Schülerin Caroline (Sophie Nélisse) im Büro, die ihn bittet, den Tod ihres Freundes zu untersuchen. Der Fall offenbart den beiden nicht nur die Schattenseiten des Kleinstadtlebens, sondern zwingt auch Abe endlich dazu, sich mit seinem Leben und seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen…

Schrullige Krimi-Komödie, die mit einem kurzen Abriss von Abes „Karriere“ beginnt und uns dann unvermittelt zum abgewrackten Loser führt, der sein Leben nicht in den Griff bekommt und im besten Fall nach verschwundenen Katzen suchen darf. Schnell wird klar, dass er nicht einmal ein besonders guter Detektiv ist, im Gegenteil, das vermeintliche Genie hat kein Selbstvertrauen und keinen Plan, weiß nicht einmal, was im quasi eigenen Hinterhof, also seiner Kleinstadtumgebung Phase ist. Das bietet oft genug Anlass für verschämte Schmunzler, aber auch echte Lacher. Natürlich gelangt er zu einer Einsicht, was hier aber zu keinem 180-Grad-Wandel führt, denn dafür ist THE KID DETECTIVE viel zu geerdet, was ihn auch sympathisch macht; allerdings hängt sich Abe sehr in den Fall rein und legt auch das ein wie andere Geheimnis frei. Und so wandelt sich der Film im letzten Drittel tatsächlich zum waschechten Krimi-Drama, ohne den eigens eingeschlagenen Weg dafür verlassen zu müssen. Zum Erfolg gesellen sich auch Rückschläge und eine Menge unangenehme Erkenntnisse. Keine leichte Kost, aber definitiv eine Sichtung wert. 7/10

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