Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 28 / 2020

Ja, da hab ich das heute doch noch geschafft, den Tagebuch-Eintrag gleich am Montag online zu stellen. Serientechnisch glotze ich nebenbei die dritte und letzte Staffel von JESSICA JONES, damit ich mit dem Marvel-Krams von Netflix endlich mal durch bin. Nicht schlecht bisher…

06.07.20

MISSION: IMPOSSIBLE III (J.J. Abrams, 2006)

IMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) hat sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen und steht kurz davor, seine Verlobte Julia (Michelle Monaghan) zu heiraten. Doch Agent Musgrave (Billy Crudup) überredet ihn, auf eine letzte Mission zu gehen. Es geht um seine ehemalige Schülerin Lindsay (Keri Russell), die er aber nicht retten kann. Gepackt von Rachegelüsten heftet er sich dem Waffenhändler Davian (Phillip Seymour-Hoffman) an die Fersen, den er für ihren Tod verantwortlich macht. Doch damit bringt er sein Team und seine Verlobte in ernsthafte Gefahr…

Abt. Abrams setzt seinen Haufen auf ein Franchise – Es war natürlich die denkbar schlechteste Idee, diesen dritten Teil der Reihe um den heiratswilligen Ethan Hunt zu konstuieren, vor allem mit einer Frau, von der wir vor diesem Film noch nie etwas gehört haben. Das passt nicht zur Reihe, das passt nicht zu Hunt, folglich wirkt es wie ein Fremdkörper (lustigerweise schaffen es die Nachfolger weit besser, Julia einzubinden, da es dort zumeist nur am Rande eine Rolle spielt). Das wirkt sich damit auch zugleich auf den Bösewicht aus, Philip Seymour Hoffmans Davian zeichnet sich einzig dadurch aus, dass er es scheinbar einzig auf die „kleinen Freundinnen“ seiner Feinde abgesehen hat. Der Typ taucht auf, wird entführt, kommt frei und darf von da an Hunt am Telefon durch die Gegend schicken und später einen nicht wirklich beeindruckenden Monolog halten; unter den Bösewichtern der Superagenten-Welt war er einer der blassesten, er besitzt keinerlei Ambivalenz und verströmt nun überhaupt keine Gefahr. Selbst die Action-Szenen sind nicht von gewohnt durchgängig hoher Qualität, einzig die Befreiung von Lindsay kann Eindruck hinterlassen, alles andere passiert eher nebenbei. Zum Glück konnte sich die M:I mit dem Phantom Protocol wieder fangen.

JURASSIC WORLD: DAS GEFALLENE KÖNIGREICH (J.A. Bayona, 2018)

Auf der Saurierinsel Nublar droht ein Vulkan auszubrechen und alle Urzeittiere ein für allemal vom Erdball zu tilgen. Durch seine rechte Hand Eli Mills (Rafe Spall) lässt Sir Edward Lockwood (James Cromwell) eine Rettungsmission anlaufen, für die man auch Claire (Bryce Dallas Howard) und Owen (Chris Pratt) rekrutiert. Doch schon bald müssen die beiden feststellen, dass man nicht vor hat, den Tieren wirklich zu helfen…

Ich war ja schon kein Fan vom ersten Teil, der ja eigentlich auch nur ein Remake des Urvaters war, aber Teil 2 toppt den in seiner Unfähigkeit, die mittelmäßig animierte Effektorgie in ein halbwegs funktionierendes Handlungsgerüst zu packen, noch um Längen. Hier nahm man sich, natürlich, LOST WORLD zum Vorbild: es gibt ein Rennen gegen die  Zeit, Dino-Freunde  und habgierige Geschäftsleute. Es gibt dazu noch keine einzige Action-Sequenz, die nicht durch zig Schnitte entstellt und mit hässlichem CGI zugekleistert wird. Noch nicht einmal Pratt darf sein komisches Talent rauspulen, da fragt man sich, warum man den überhaupt gecastet hat. Das Ende aber, das ist so dermaßen daneben, da musste ich dann doch noch laut lachen. Aber da war ja schon alles in die Binsen gegangen.

07.07.20

DER LEUCHTENDE TOD (Eddie Davis, 1969)

Buchhalter Frank Bigelow (Tom Tryon) leidet an entsetzlichen Bauchschmerzen. Beim Arzt erhält er die schockierende Diagnose: er leidet an einer Strahlenvergiftung! Die kurze Zeit, die ihm noch bleibt, will er nutzen, um herauszufinden, wer ihn vergiftet hat und warum…

Unaufregendes Remake, das eigentlich keiner braucht. Hält sich sehr nahe am Original, leider weiß das Drehbuch weder Akzente zu setzen, noch der Story irgendwie spannungsfördernd zuzuarbeiten. Ansonsten sind Inszenierung und Darsteller okay, nur die Musik, etwas das australische Filme heute meist sogar auszeichnet, ist leider komplett neben der Spur. Da ertönt von der Musikspur entweder vollkommen einschläferndes Gedudel oder man wählt der Stimmung gänzlich unangemessene Töne. Kurz vor dem Finale wird dann sogar eine Melodie gespielt, wie sie normalerweise zur „The End“-Einblendung üblich ist, obwohl der Film da noch zehn Minuten läuft. Insgesamt also nicht so der Bringer, ein ziemlicher Reinfall, wenn man bedenkt, dass genau dieser Film, mit MGM als Vertrieb für die USA im Rücken und einen engagiert agierenden Tom Tryon als Star hatte, der australischen Film-Industrie Impulse setzen sollte. Aber der Film hat nichts, was man, abgesehen von Ortsnamen, zwingend mit Australien in Verbindung bringen würde, kein Alleinstellungsmerkmal, der ist biederer Durchschnitt from anywhere. Die Initialzündung sollte dann auch erst mit WAKE IN FRIGHT, zwei Jahre später, erfolgen; mit dem Kanadier Ted Kotcheff auf dem Regie-Sessel und dem Engländer Donald Pleasance als internationales Verkaufsargument.

EIN MANN JAGT SICH SELBST (Basil Dearden, 1970)

Harold Pelham (Roger Moore) hat einen schweren Autounfall und liegt einige Zeit im Koma. Als er wieder daraus erwacht und in seinen Alltag zurückkehrt, benehmen sich Freunde und Kollegen ihm gegenüber merkwürdig. Als dann auch noch in seiner Firma für Marine-Ausrüstung der Verdacht aufkeimt, er sei ein Wirtschaftsspion, glaubt er, dass ein Doppelgänger sein Privat- und Arbeitsleben torpediert…

Boah, die dümmste Kacke, die ich seit langem gesehen habe! Der hat mich richtig wütend gemacht, komplett daneben. Pelham soll der Manager und Teilhaber einer großen Firma sein, nimmt aber alles einfach so hin und lässt sich so schnell verunsichern? Der muss seinen Posten ja geerbt haben, denn Nerven scheint er keine zu besitzen. Eigentlich verwundert es, dass er sich nicht einfach ’nen Strick genommen hat, weil das alles ja so geheimnisvoll ist und Leute einfach irgendwas behaupten, was so ja gar nicht stimmen kann! Oh! Ne, fuck it, was für ein Scheiß!

08.07.20

DIE TÖDLICHE WARNUNG (Damiano Damiani, 1980)

Durch die Überweisung von 100 Mio Lira versucht eine kriminelle Organisation sich Kommissar Baresi (Guiliano Gemma) gefügig zu machen. Der plant deswegen gerade seinen Rücktritt, da wird sein Vorgesetzter und Freund Laganá (Franco Oboardi), der gerade einen Mafia-Anwalt zur Aussage überreden konnte, mitten im Polizeirevier mitsamt des Zeugen brutal ermordet. Polizeipräsident Martorana (Martin Balsam) befördert ihn daraufhin und weist ihn an, die Hintermänner des Anschlags zu ermitteln. Doch Baresi ist sich nicht sicher, wem er in den eigenen Reihen noch trauen kann. Außerdem heftet er sich an Laganás junge Witwe Silvia (Laura Trotter), da er weiß, dass auch dem toten Freund ein ähnliches Angebot wie ihm unterbreitet wurde. Zum Schein lässt er sich auf die Gangster ein, ein gefährliches Spiel beginnt…

Damiano Damiani gelang hier ein packender Polizeifilm und Polit-Thriller,  in dem der Mob die Behörden längst unterwandert hat und scheinbar schaltet und waltet, wie es ihm beliebt. Baresi wähnt in seinen Ermittlungen hinter jeder Ecke einen Verräter, traut nicht der jungen Silvia und erst recht nicht Martorana, der sich auch schon bald auf konspirative Gespräche mit ihm einlässt. Und während Baresi immer weiter in den Dschungel der Korruption eindringt, desto dichter und unübersichtlicher wird er. Nebenher erweist sich der Film dabei auch als grandioses Paranoia-Kino, wie Damiano es ja auch schon in ICH HABE ANGST zelebrierte. Guiliano Gemma glänzt in der Rolle des integeren Polizisten, der sich ganz alleine auf die Suche nach den Hintermännern begibt. Martin Balsam ist eh immer eine Bank, während Laura Trotter vielleicht doch ein bisschen sehr aufdreht. Etwas zu optimistisch ist dann das Ende geraten, auch wenn der Bluff ziemlich geil ist. Alles in allem ein toller Film.

09.07.20

DU SOLLST NICHT TÖTEN (Robert Ginty, 1990)

Priester Thomas (Robert Ginty) erfährt, dass er einst, während seiner Zeit als GI in Vietnam, ein Kind gezeugt hat, der jetzt in den USA lebt. Um seine zurückgelassene Familie zu suchen, begibt er sich in die „Saigon Quarters“ in Houston, wo die vietnamesischen Auswanderer sich Rassismus und Ausgrenzung ausgesetzt sehen. Außerdem herrscht Drogenhändler mit eiserner Hand über den Bezirk. Mit der Hilfe seines ehemaligen Kameraden Max (Tim Thomerson) räumt er vor Ort auf…

Das war eine ziemlich biedere und vor allem sehr unentschlossene Angelegenheit. Ginty hatte sichtlich zu viel Respekt vor der Thematik, um sie irgendwie gewinnbringend exploitativ auszuschlachten. Daraus resultiert schließlich mehr ein oberflächliches, dröges Drama, in dem sich Gintys Priester hin- und hergerissen fühlt (und Ginty als Schauspieler wie Regisseur sichtlich überfordert), als exploitativer Action-Thriller, denn Action gibt es immer nur in Mini-Dosen und Spannung kommt erst gar nicht auf.
Ginty teilt als Priester im Film nur einmal Schläge aus (wird aber später an ein paar Paletten Eis genagelt, geradezu stigmatisch), die Arbeit darf Tim Thomerson machen, der ihn davor noch verraten hat – quasi befreit hier Judas Jesus. Hätte bspw. Glickenhaus Regie geführt, hätten die beiden Kriegskameraden sich am Ende zumindest ihren Weg Seite an Seite mit schwerem Geschütz durch die Bande von Vietnamesen geballert.

MISSION: IMPOSSIBLE – PHANTOM PROTOCOL (Brad Bird, 2011)

Bei einem Auftrag in Moskau wird das IMF-Team kompromittiert und der Kreml gesprengt, Ethan Hunt (Tom Cruise) muss mit seinem Team und den Analysten Brandt (Jeremy Renner) untertauchen. Der Superschurke Kobalt (Mikael Nyquist) versucht an die Abschusscodes des russischen Atom-Arsenals zu kommen, um einen großen Krieg zu provozieren. In Dubai fingiert das IMF-Team eine Übergabe von Code-Tabellen, doch die Sache läuft aus dem Ruder…

Mal abgesehen vom I:M-typischen Teamwork hätte diese Story aus einem x-beliebigen Bond-Film stammen können. PHANTOM PROTOCOL setzt nun vollends auf Over-the-Top-Action am laufenden Band – der Film beginnt mit Hunts Ausbruch aus einem Moskauer Gefängnis, geht dann zur Sprengung des Kreml über, bis der Topagent kurze Zeit später das Burj Khalifa hochkraxelt – und würzt das mit einigen, teils ganz netten, Gags. Leider findet der Film nicht wirklich seine Mitte, weswegen er zwar nie langweilig wird, aber zum Ende hin doch ein wenig ermüdet. Als Popcorn-Kino ist der okay.

10.07.20

POLIZEIREVIER LOS ANGELES – OST (Richard Fleischer, 1972)

Die Frischlinge Roy (Stacy Keach), Gus (Scott Wilson) und Duran (Erik Estrada) treten ihren Dienst bei dem LAPD an. Der idealistische Roy fährt mit dem erfahrenen Kilvinski (George C. Scott), der allmählich auf den Ruhestand zugeht. Schnell merken sie, dass der Dienst einen schwer zusetzen kann…

Reichlich trockene Charakter-Studie, die in der zweiten Hälfte komplett an Stacy Keach hängt.  Der zieht sich zwar beachtlich aus der Affäre, kann aber dem hier wieder groß aufspielenden George C. Scott nicht das Wasser reichen. Das Skript hangelt sich eigentlich nur an den Stationen des Abstiegs von Hauptcharakter Roy entlang, sein Leben gerät immer mehr aus den Fugen, weil der Job ihm nicht bekommt, bleibt dabei dank der guten Inszenierung von Fleischer immer interessant genug, was nicht zuletzt daran liegt, dass er zwar in der Schilderung des Milieus und der Polizei-Arbeit reichlich konservativ vorgeht, dennoch wirken gerade heute Zeit- und Lokalkolorit sehr authentisch. Dazu gesellen sich mehr oder weniger pointierte Dialoge. Wer Polizeifilme und/oder Los Angeles in den späten 60er/frühen 70er sehen mag, ist hier richtig.

DU LEBST NOCH 105 MINUTEN (Anatole Litvak, 1948)

Leona (Barbara Stanwyck) liegt krank im Bett und versucht, ihren Mann Henry (Burt Lancaster) auf Arbeit zu erreichen. Da verbindet sie die Vermittlung aus Versehen in ein fremdes Gespräch, worin sie Verabredung zu dem Mord an einer Frau mithört. Vermittlung und Polizei mögen ihr danach nicht weiterhelfen, und als sie erfährt, dass Henry mit einer anderen Frau, mutmaßlich seine alte Liebe Sally (Ann Richards), aus seinem Büro verschwunden ist, keimt in Leona der Verdacht, dass vielleicht sie das Opfer des Mordes sein soll…

Teils grandios verschachtelter Krimi. Litvak erzählt den größten Teil der Geschichte in Rückblenden, arbeitet sogar mit Rückblenden in Rückblenden. Das mutet zeitweise etwas konfus an und kann in falschen Händen zum unübersichtlichen Chaos verkommen, setzt sich hier aber zu einem faszinierenden Puzzle zusammen. Burt Lancaster überzeugt als verzweifelter Mann, der aus dem goldenen Käfig auszubrechen sucht, wenn es denn sein muss mit kriminellen Mitteln, und dabei immer weiter in sein Verderben läuft. Aber Dreh- und Angelpunkt des Films ist das Spiel von Barbara Stanwyck, die das Opfer ihrer eigenen Stellung ist und ihre Unsicherheit an ihrem Mann auslässt, ihn fast schon wie ein Haustier zu halten scheint. Dabei ist sie, der von allen Seiten übel mitgespielt wird, die manipuliert wird. Ein unglaublich spannender Film.

11.07.20

FRIGHTMARE (Pete Walker, 1974)

Für ihr eigenes Leben hat die junge Jackie (Deborah Fairfax) kaum Zeit, steckt doch ihre kleine Schwester Debbie andauernd in irgendwelchen Schwierigkeiten. Da ist dann auch nicht viel Rumturteln mit dem netten Psychologen Graham (Paul Greenwood), den sie seit Neuestem datet. Außerdem kümmert sie sich noch um ihre Eltern Edmund (Rupert Davies) und Dorothy (Sheila Keith), die erst vor einiger Zeit aus der geschlossenen Anstalt entlassen wurden. Edmund hat inzwischen wieder einen Job, doch Dorothy sitzt den ganzen Tag zuhause und hütet ein grausiges Geheimnis…

Die alte Generation, die über die junge bestimmen will und am besten gleich ihre Fehler an sie vererbt – das ist ein immer gern gesehenes Thema im Schaffen des Engländers Pete Walker. Hier stürzt sich Sheila Keith als mordlüsterne Übermutter auf die Einzelgänger der Gesellschaft, auf die, die nicht fähig sind, Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und zu halten. Die Generation der selbsterwählten Singles, hervorgegangen aus den späten 60ern, ist in den Augen der  konservativen Alten in Ungnade gefallen und muss, von Dorothys Warte aus, erlöst werden. Dabei ist sie nicht ganz uneigennützig, stillt sie so ihr Bedürfnis nach fleischlichen Gelüsten der anderen Art. Atmosphärischer Horror-Thriller mit einem schockierenden Ende, mal wieder blüht Sheila Keith unter Regisseur Walker auf, gibt die durchgeknallte Alte überzeugend, dass es einen stellenweise schaudert. Nicht Walkers bester, aber mehr als solide.

GODZILLA – KING OF MONSTERS (Michael Dougherty, 2019)

Als Dr. Emma Russell (Vera Farmiga) und ihre Tochter Madison (Millie Bobby Brown) aus einer Monarch-Einrichtung entführt werden, holt sich Dr. Serizawa (Ken Watanabe) Rat bei Dr. Mark Russell (Kyle Chandler), der sich nach dem Tod von Sohn Kyle durch Godzillas Verwüstungen in San Francisco von der Familie entfremdet hat. Denn Emma trägt ein Gerät bei sich, den ORCA, der es dem Öko-Terroristen Alan Jonah (Charles Dance) ermöglicht, alle Titanen aufzuwecken. Als erstes reißen sie in der Antarktis Monster Zero aus seinem Kälteschlaf, einen dreiköpfigen, fiesen Drachen, gegen den selbst Godzilla kaum eine Chance zu haben scheint. Monster Zero, auch als King Gidorah bekannt, ruft nun die anderen Titanen und die Menschheit scheint dem Untergang geweiht…

Beim zweiten Mal ist die Ernüchterung nur umso größer – viel, zu viel äußerst ödes bis komplett lächerliches Familien-Drama und viel zu wenig Monster-Gekloppe. Gerade in der zweiten Hälfte dauert es eine halbe Ewigkeit, bis es im Finale wieder richtig zur Sache geht. Dass Kyle Chandler so ein unsympathischer Nervsack, wie auch seine Frau und Tochter ein recht merkwürdiges Gespann sind (der Tochter macht es scheinbar nichts aus, dass die Leute, mit denen sie wohl wochen- oder monatelang zusammen gelebt hatte, mal kurz der guten Sache wegen abgeschlachtet werden), macht die Sache nicht gerade leichter konsumierbar. Die Monster sind aber recht cool, gerade Gidorahs Auftritte machen gut was her. Mehr davon hätte sicher nicht geschadet, gerade weil es hier ja sogar vier Monster für die Action zur Verfügung standen. Aber ganz klar der bisher schwächste Teil der Reihe und eine große Enttäuschung.

12.07.20

THE SEVERED ARM (Tom Alderman, 1973)

Jeff Ashton (David G. Cannon) erhält eines Tages ein Päckchen, in dem sich ein abgetrennter Arm befindet. Er kontaktiert seinen Freund Dr. Ray Sanders (John Crawford), denn der Arm erinnert sie an eine schlimme Geschichte, die erst einige Jahre her ist. Sie waren damals zusammen mit vier Freunden in einer Höhle eingeschlossen, bis sie nach 10 Tagen auslosten, von einen von ihnen den Arm abzutrennen und zu essen. Das Los fiel auf den bedauernswerten Ted Rogers. Zusammen mit ihrem Kumpel Mark (Paul Carr), einem Polizisten, und Radio-Moderator Herman (Marvin Kaplan) versuchen sie Teddy Rogers (Deborah Walley), Teds Tochter, zu überreden, ihnen zu helfen, ihren Vater aufzuspüren…

Launiger, früher Slasher-Film, durchaus blutig, aber nicht besonders explizit. Die Geschichte offenbart desöfteren schwarzen Humor, kann aber auch in den Suspense-Szenen durchaus überzeugen. Natürlich darf man hier keine Wunder erwarten, die Effekte sind nicht gut, die Kameraführung ist konventionell und auch die Darsteller agieren kaum über Durchschnitt. Kann man aber gut weggucken.

DER DRITTE MANN (Carol Reed, 1949)

Der amerikanische Autor Holly Martins (Joseph Cotten) kommt ins besetzte Nachkriegs-Wien, um für seinen alten Freund Harry Lime (Orson Welles) zu arbeiten. Doch Lime soll angeblich bei einem Unfall gestorben sein. Major Calloway (Trevor Howard) rät ihm, die Stadt zu verlassen, weil Harry ein Verbrecher gewesen sein soll. Doch Martins stößt schnell auf Ungereimtheiten in den Aussagen über Harrys Tod. Bei seiner Bestattung lernt er dessen Geliebte Anna (Alida Valli) kennen, die ihm genauso wenig die Wahrheit zu sagen scheint. Der Portier Karl (Paul Hörbiger) erzählt ihm von drei Leuten, die die Leiche Limes‘ weggebracht haben, doch nur von zweien davon ist die Identität bekannt. Also sucht Martins nach dem dritten Mann…

Tatsächlich hatte ich mit einem düsteren, dichteren und spannenderen Film, einem „richtigen“ Film Noir Thriller, gerechnet. Doch Carol Reeds Krimi-Drama überzeugt trotzdem mit seiner Atmosphäre einer Trümmerstadt, in der die Sieger-Mächte ihre eigenen Interessen vertreten, die meisten Menschen verunsichert einen Weg zurück in die Normalität suchen, aber einige sich die Not zunutze machen, um große Gewinne einzufahren. Die Kamera-Führung ist großartig, das berühmte Zitter-Spiel untermalt die Bilder des trostlosen Wiens grandios, auch wenn es vielleicht ein wenig zu oft bemüht wird. Die Besetzung um Joseph Cotten, Alida Valli, Trevor Howard, Bernhard Lee und natürlich, last but not least, Orson Welles, der den Film dann ganz plötzlich an sich reißt, ist ganz ausgezeichnet. Alles greift hier perfekt ineinander, das ist ganz großes Kino. Aber ehrlich, ich persönlich fand Reeds vorangegangenen, viel düstereren AUSGESTOSSEN einen Tick besser.

ALIEN – DIE SAAT DES GRAUENS KEHRT ZURÜCK (Ciro Ippolito, 1980)

Just zur Landung einer Weltraum-Mission erleidet Thelma (Belinda Mayne) einen Zusammenbruch, sie hat Visionen von etwas Bösem. Von den Astronauten fehlt jede Spur. Am nächsten Tag startet sie mit Freunden (u.a. Michele Soavi) zu einer Höhlenexpedition, wo sie außerirdisches Gestein finden. Und schon kurz darauf erwacht das leblose Mineral zu unheimlichem Leben…

Lahmer Mix aus Alien-Horror und schmalbrüstigem Höhlen-Abenteuer. Dabei bekommt Ippolito tatsächlich nicht einmal eins davon ansatzweise gebacken. Man wartet eine halbe Ewigkeit, dass es endlich in die Höhlen und zu den Monstern geht, wird sich dann aber schnell gewahr, dass genau das dann die schwache Hälfte des Films ist. Bis auf einige unheimlich Kamerafahrten und das schmissige Titel-Thema hat der Film auch nicht wirklich was zu bieten, weder Spannungsmomente, noch Splatter; die Goreszenen sind uninspiriertes Ketchup-Rumgepansche. Am Ende ist der Film halt langweiliger Scheiß. da sollte man sich lieber an ASTARON – BRUT DES SCHRECKENS aus dem selben Jahr halten.

Dear Diary – Das Filmtagebuch

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