Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 23 / 2020

Und ich bin schon wieder etwas spät dran, musste wieder einige Besprechungen erst schreiben. Dabei waren es ja gar nicht so viele Filme über die Woche.

01.06.20

ALIEN PREDATOR (Deran Sarafian, 1986)

Die drei jungen Amerikaner Damon (Dennis Christopher), Michael (Martin Hewett) und Samantha (Lynn-Holly Johnson) machen befinden sich gerade auf einen Road Trip durch Europa und machen Station in einem kleinen spanischen Städtchen. Doch dort ist gerade ein streng geheimes Experiment der NASA heruntergekommen, dass vor einigen Jahren von dort aus in den Orbit geschossen wurde. Die Raumkapsel enthält gefährliche außerirdische Erreger, die die Menschen vor Ort befallen und zu mörderischen Bestien mutieren lassen…

Deran Sarafian kurbelte sein Regie-Debüt herunter, bevor er kurz danach für Lucio Fulci und Bruno Mattei für ZOMBIE III vor die Kamera trat, um dort die Hauptrolle zu übernehmen. Sein ALIEN PREDATOR erweist sich als ein Konglomerat aus ALIEN, DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN und Romeros CRAZIES. Es ist insgesamt solide gefilmt, leidet aber immer mal wieder an den etwas mindertalentierten Hauptdarstellern. Davon ab hätte es genauso ein wenig mehr Witz und ein paar mehr der schön ekligen, handgemachten Effekte gebrauchen können. So nur Mittelmaß.
PS: Darstellerin Lynn-Holly Johnson wurde übrigens für ihr Debüt EISFIEBER (1978) für einen Golden Globe nominiert und spielte 1981 in JAMES BOND 007 – IN TÖDLICHER MISSION die junge, vorlaute Eiskunstläuferin, die andauernd versucht, Bond (der vom Alter gut und gerne ihr Vater hätte sein können) zu verführen.

DIE TÜR MIT DEN 7 SCHLÖSSERN (Alfred Vohrer, 1962)

Zwei Tote, zwei Schlüssel – Und als Inspektor Martin (Heinz Drache) von Einbrecher Pheeny (Klaus Kinski) erfährt, dass es da noch eine Tür mit sieben Schlössern gibt, die er sich zu knacken weigerte, hat er eine Spur, die ihn zu Anwalt Haveloc (Hans Nielsen) führt. Denn der lädt gerade zu einer Testamentseröffnung, zu der auch die beiden Toten geladen waren…

Nebulöser Wallace-Krimi mit Heinz Drache, der sich fintenreich und schwungvoll gibt, mich aber irgendwie nicht richtig mitzunehmen vermochte. Und ich könnte jetzt auch gar nicht mal sagen, woran das gelegen hat, denn die nötigen Pulp-Zutaten mit finsteren Verbrechern, einer Erbschleicher-Storyline, sinistren Angestellten und sogar einem düsteren Arzt sind vorhanden, auch Drache schlägt sich gewohnt souverän. Aber dennoch kommt er in meiner Erinnerung nicht über ein „ganz nett“ hinaus.

02.06.20

DO OR DIE (Andy Sidaris, 1991)

Der asiatische Gangsterboss Kane (Pat Morita) setzt ein Kopfgeld auf die Agentinnen Donna (Dona Speir) und Nicole (Roberta Vasquez) aus, stellt gleichzeitig eine hohe Spende für ein Kinderkrankenhaus in Aussicht. Von nun an kleben ihnen sechs Teams von Killern an den hohen Absätzen, die sie bis in die USA verfolgen. Werden sie die Jagd überleben?

Sidaris legt hier gleich mal ein ganz schönes Tempo vor, was dem Storykniff der Jagd gedankt werden darf. Da wird verfolgt, geschossen und gesprengt, was das Arsenal hergibt. Die Location wechselt im lockeren Viertelstundentakt, damit es auch optisch frisch bleibt. In der zweiten Hälfte flacht der Film aber merklich ab und konzentriert sich mehr auf die Fleischbeschau, fünf Fickelszenen innerhalb von gut dreißig Minuten, während die Action immer wieder mit ein paar Witzchen angereichert wird. Insgesamt hält hier Sidaris innerhalb seiner losen Reihe ein solides Niveau, das aber schon ab SAVAGE BEACH etwas abgenommen hat, da er seitdem mehr und mehr gen Erotik- denn Actionfilm tendierte. DO OR DIE bekommt dies aber vglw. gut unter einen Hut. Btw, Pat Morita scheint mit sichtlich Spaß dabei gewesen zu sein – man kann’s ihm nicht verdenken, er verbringt seine meisten Szenen mit einer hübschen jungen Frau und halbnackten Massagen.

RESORT TO KILL (Dan Neira, 1994)

Die Polizisten John (Roddy Piper) und J.J. (Sonny Chiba) sind ein gegensätzliches Gespann, doch als bei einem Undercover-Einsatz eine Kollegin stirbt, nimmt John erst einmal eine Auszeit, um auf eigene Faust gegen die mysteriöse Quinn (Meg Foster) zu ermittlen. Dies führt ihn auf eine karibischen Insel, wo er mit Reporterin Karen (Kim Morgan Greene) einem Maya-Kult auf die Spur kommt…

Ziemlich unbedarfter, naiver Trasher, der anfangs damit nervt, die erste große Action-Szene tatsächlich als Flashback zu erzählen. Eine reichlich dumme Idee, die nicht die einzige bleiben soll. Allerdings macht der folgende Mix aus Insel-Mystery und vereinzelten Kumite-Einlagen schon Spaß, gerade weil Piper und sein Love Interest, der erstaunlich aktiv die Geschichte vorantreibt, sich immer wieder beharken. Meg Foster hat leider nicht sehr viel mehr zu tun, als herrisch und böse dreinzublicken, aber das kann sie ja gut. Komischerweise erleidet der Film beinahe eine Bruchlandung, wenn Shiba, zwischendrin immer wieder bei Meditationsübungen zu sehen, wieder aktiv in die Handlung eintaucht. Das streckt die Laufzeit viel zu sehr, außerdem wirkt das meiste von da an arg beliebig, denn die Chemie zwischen Piper und Chiba ist leider kaum vorhanden. Zum Glück hält sich der Film dann auch weniger mit Frotzeleien zwischen den beiden auf, sondern legt den Schwerpunkt auf die Action, die in diesem Film zwar nie spektakulär und meist auch nicht wirklich gut ist, aber dank Pipers Showtalent eigentlich immer sehr unterhaltsam. Wie gesagt, an sich kein guter Film, eine krude Mixtur aus Buddy-Movie-Action-Komödie (die für Piper mit Kim Morgan Greene besser klappt als mit Chiba) und Fantasy-Horror (der gerne blutiger hätte sein dürfen) mit doofen Sprüchen und jede Menge Gefluche, die über weite Strecken gut unterhält, aber gerne auch 15-20 Minuten kürzer hätte ausfallen dürfen.

03.06.20

SPECIAL AGENT HAMMER (Enzo G. Castellari, 1987)

Det. Hammer (Daniel Greene) trifft sich mit seinem alten Kumpels Greg (Jeff Moldocan) am Hafen in Miami. Doch noch während des Treffens wird Greg ermordet. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten geht Hammer der Sache nach, was ihn nach Jamaika und zu Kumpel José (Jorge Gil) und seiner Ex-Freundin Marta (Melonee Rodgers) führt…

Ich mag ja Daniel Greene sehr gern, er war Paco, die Kampfmaschine, und unterwarf dort im Kampf der Alphas sogar George Eastman, im hysterischen Fantasy-Gedöns von Sergio Martino legte er sich mit Rikscha-Boy Mitchell Gaylord an, und hier haben wir ihn als astrein sympathischen Action-Helden, der auf Jamaika allen widrigen Umständen zum Trotz an der Seite alter Freunde mit allerlei Gesindel aufräumt. Castellari verschaffte ihm hier ein mehr als akzeptables Krimi-Vehikel mit sympathischen Nebencharakteren, der ihn auch als Action-Held entsprechend würdigt. Das ist flott, witzig und die Action geht immer mal wieder in die Vollen, auch wenn die deutsche Fassung in den drei brutalsten Szenen geschnitten ist (und mei, die sind nicht von schlechen Eltern, siehe Schnittberichte). Ja, solche Filme hätte er gerne öfters drehen dürfen, als er in den 80ern noch voll im Saft stand, denn Greene hatte tatsächlich Leading Man Qualitäten (die Martino nicht wirklich in Szene setzen konnte, so sehr ich seinen PACO auch liebe).

MASCHINENLAND – MANKIND DOWN (Joe Miale, 2017)

Der amnesische US-Soldat Bo (Lee Pace) erwacht in einer Zelle neben der Französin Nadia (Bérénice Marlohe), irgendwo außerhalb von Nairobi. Sie können fliehen, doch die Erde sieht sich gerade eines Angriffs durch riesige, außerirdische Kampfroboter ausgesetzt. Zusammen versuchen sie sich bis zum nächsten Stützpunkt des US-Militärs durchzuschlagen…

Dieser wahrscheinlich nicht gerade üppig budgetierte SF-Kriegsfilm aus Südafrika bedient sich ungeniert bei Vorbildern wie MONSTERS, DISTRICT 9 oder SKYLINE, ohne allzu eigenes mit in die Waagschale zu werfen. Das ist jetzt nicht verwerflich, doch das Skript kündigt seinen Twist immer wieder mit dem Zaunpfahl an, da mag richtige Spannung nicht aufkommen. Ein Problem ist dann auch das Ende, dem es an emotionaler Wucht fehlt, so dass sich Miale tatsächlich bemüßigt sieht, eine Rückblenden-Montage ins Spiel zu bringen. Die F/X sehen dafür ziemlich gut aus, die afrikanische Steppe ist ein passendes Setting und auch der Score von Bear McCreary wertet den Film auf, der aber trotzdem über biederen Durchschnitt nicht hinaus kommt.

04.06.20

BEYOND SKYLINE (Liam O’Donnell, 2017)

Det. Mark Corley (Frank Grillo) hat gerade seinen Sohn Trent (Jonny Weston) per Kaution aus dem Knast geholt, da werden sie Zeuge, wie außerirdische Raumschiffe über Los Angeles auftauchen und große Teile der Bevölkerung entführen. Der toughe Gesetzeshüter führt nun eine Gruppe Flüchtender durch die U-Bahn-Tunnel der Stadt. Als auch Trent in die Hände der Außerirdischen fällt, schließt er sich dem Widerstand an…

Der ist natürlich genauso kackbratzig wie der Erstling, und auf diesen „Liebe und Menschlichkeit siegen über Verstand und Logik“-Schwachsinn konnte ich ja noch nie so richtig. Dabei ist Frank Grillos Figur anfangs noch recht sympathisch, aber leider macht ihn das Skript mit fortschreitender Laufzeit zum kitschigen Übervater und Super-Rebellen. Auch dass man immer wieder einen Erklärbär bemühen muss, nervt einfach. Zumindest das Finale fetzt dafür schon ganz gut, auch wenn sich die Kamera alle Mühe gibt, dass man von den Skills der beiden Action-Helden Iko Uwais und Yayan Ruhian möglichst nur Bruchstücke zu Gesicht bekommt. Und die Brücke, die der Film zwischendrin zum ersten Teil zu schlagen versucht, inkl. Rückblende (immer ein schlechtes Zeichen), ist dermaßen fürn Arsch, dass man es mal lieber hätte bleiben lassen sollen. Die Effektarbeit war allerdings wieder nicht von schlechten Eltern, Dialoge, Kamera und Schnitt dagegen wieder zeitweise brechreizerregend, insgesamt tendiert der Film ganz klar zu hysterischen, hyperaktiven SF-Trash auf Asylum-Niveau, der sich von den Filmen dieser Billigklitsche tatsächlich nur in den Effekten abhebt.

DIE FREIBEUTERIN (Ray Enright, 1942)

In Nome, Alaska des Jahres 1900 betätigt sich Saloon-Besitzerin Cherry (Marlene Dietrich) nebenher als Geldverleiherin wie auch als Geschäftspartnerin von Goldgräber Glennister (John Wayne). Doch das kleine Städtchen gerät in Aufruhr, als Alex McNamara (Randolph Scott), ein vorgeblicher Kommissar, hier auftaucht. Viele glauben daran, dass jetzt ihre Karten neu gemischt werden, etwaige Betrügereien bei der Vergabe der Schürfrechte gerade gerückt werden. Doch McNamara ist selbst ein Gauner, will sich mit Helen (Margaret Lindsey) und dem Richter Stillman (Samuel S. Hinds) das Gold aus Glennisters Claim unter den Nagel reißen…

Der schwankt immer ein wenig zwischen harmlosen Western-Spaß und richtigem Krimi. Während bei der Rückeroberung der Mine nahezu alle bösen Vasallen über den Haufen geballert werden, gestaltet sich der Endkampf zwischen Wayne und Scott zu einer turbulenten Barschlägerei, wegen derer der Film lange Zeit berühmt war. Stets im Mittelpunkt befindet sich dabei die große Marlene Dietrich, die auch von Scott umgarnt wird, obwohl klar ist, dass, trotz einiger Reibereien ihr Herz nur für Wayne schlägt. Letzterer steht auch zwischen zwei Frauen und wird selbst neben seiner on-off Beziehung zur Dietrich von der jüngeren Margarete Lindsay angehimmelt. Insgesamt kein Klassiker, lässt sich aber gut wegschauen.

OUTLAW: GANGSTER VIP (Toshio Masuda, 1968)

Als der Gangster Toro (Tetsuya Watari) einen Attentäter des verfeindeten Ueno-Clans niedersticht, wandert er für drei Jahre hinter Gitter. Wieder draußen, muss er feststellen, dass diese dabei sind, die Stadt zu übernehmen. Er gerät abermals in Streit mit einigen ihrer Fuß-Soldaten und sticht dabei einen Captain nieder. Unwillentlich gibt er den Ueno damit einen Anlass, ihnen den Krieg zu erklären…

Toller Gangsterfilm, mit einem großartigen Tetsuya Watari, der nach außen hin die Coolness in Person scheint, sich aber im unentwegten Kampf mit seinen Dämonen befindet, dabei jede Frau als Närrin bezeichnet, die bereit scheint, sich auf ihn einzulassen. Es geht hier nicht um den Kampf Gut gegen Böse, sondern schlicht und ergreifend nur um die Chance, anderen, die einen nahestehen, eine Zukunft abseits der Amoralität zu ermöglichen. Es geht zwar auch um Ehre, den Yakuza-Kodex, aber für den Schicksal des Einzelnen spielt das eigentlich keine Rolle hier, und so sind die Personen hier die Guten, die das Treiben der Verbrecher von vornherein verurteilen und nur diejenigen bereit, Erlösung zu finden, die nicht für sich, für das eigene Ego Gewalt auszuüben, sondern weil sich schlicht keine andere Möglichkeit mehr bietet. Wenn Goro sich schlussendlich der Rache hingibt, steht er wieder vollkommen allein da. Ich freu mich schon auf die Sequels.

UM HAARESBREITE (Richard Fleischer, 1952)

Die Detectives Brown (Charles McGraw) und Forbes (Don Beddoe) sollen die Gangsterwitwe Frankie Neall (Marie Windsor) per Zug von Chicago nach L.A. bringen, damit sie dort eine Aussage gegen das organisierte Verbrechen tätigen kann. Doch schon in Nealls Haus wird ein Anschlag auf sie verübt, bei dem Forbes sein Leben verliert. Brown muss sie nun alleine beschützen. ihr einziger Vorteil ist, dass die Killer nicht wissen, wie Frankie Neall aussieht. Doch schnell muss der Polizist feststellen, dass mit Gangster Kemp (David Clarke) zumindest ein Killer im Zug ist. Und während Frankie im Abteil verweilt, versucht ihr Bodyguard, Kemp von ihr abzulenken, wobei er immer wieder an die hilfsbereite Ann Sinclair (Julianne White) gerät, die die Fahrt mit ihrer Schwester und ihrem Sohn unternimmt…

In seinen knapp bemessen 70 Minuten Spielzeit treibt Fleischers Film die Spannung schon nach kurzer Zeit immer wieder auf die Spitze. Wenn das Spiel im Zug beginnt, nimmt er dann ein wenig Tempo raus und konfrontiert den Cop und damit auch den Zuschauer mit Gewissensentscheidungen, da Kemp immer wieder daran arbeitet, Brown mürbe zu machen und vielleicht auf seine Seite zu ziehen. Außerdem lenkt er die Aufmerksamkeit der Killer ungewollt auf die unbeteiligte Ann Sinclair. Hingegen zu dem Remake NARROW MARGIN – 12 STUNDEN ANGST (1990) von Peter Hyams legt Fleischer seinen Twist ganz anders an, muss aber auch auf das Action-Spektakel, dass dieses bietet verzichten. Insgesamt hat mir das Original aber ein wenig besser gefallen, da es viel komprimierter und daher intensiver daherkommt.

05.06.20

UNDEAD (The Spierig Brothers, 2003)

Das kleine Kaff Berkeley im australischen Outback führen die Bewohner ein beschauliches Leben, bis ein Meteorregen nahe der Stadt hinuntergeht. Das außerirdische Gestein trägt eine mysteriöse Infektion mit sich, und schon bald fallen die Infizierten zombiemäßig über die Gemeinde her…

Meine Fresse, war der lahm, langweilig und nervig! Die Schauspieler chargieren durch die Bank hysterisch, man möchte schon bald jeden dieser miesen Charaktere tot sehen, im besten Fall. Es gibt unübersichtliche Action und ja, es gibt auch Splatter, aber das Bild ist derart dunkel, dass man eh kaum was sieht, und mit Farbfiltern überzogen, die die Farbe Rot nur noch erahnen lassen. Nach 70 Minuten lässt sich der Film hinreißen, mal ein-zwei Gags rauszuhauen, hier musste ich kurz grienen. Der Film ist wirklich der reinste Horror, da ihm Spannung, Humor und auch Rumgesuppe vollkommen fremd sind. Das schlimmste daran ist, dass man dem Film ansieht, dass er abgesehen davon eine professionelle Produktion ist (ignoriert man den uninspiriert vor sich hindudelnden Synthie-Brei, der sich Score schimpft), also rein technisch die Voraussetzungen gegeben waren, zumindest einen ordentlichen, soliden Splatterfilm zustande zu bringen. Und rückblickend auf dieses Machwerk muss man den Spierig Brothers eine geradezu kometenhafte Weiterentwicklung bescheinigen, kann man die nachfolgenden DAYBREAKERS, PREDESTINATON und sogar JIGSAW als Unterhaltungsfilme erkennen, denn davon war hier noch rein gar nichts auszumachen.

06.06.20

GO! (Doug Liman, 1999)

Während sich Simon (Desmond Askew) in Vegas mit ein paar Kumpels in eine wilde Party-Nacht stürzt, versucht Ronna (Sarah Polley) mit Freundin Claire (Katie Holmes) und Kumpel Mannie (Nathan Baxton) der drohenden Wohnungslosigkeit durch XTC von Dealer Todd (Timothy Olyphant) zu entgehen, indem sie es gewinnbringend an die jungen TV-Stars Zack (Jay Mohr) und Adam (Scott Wolf) verhökert. Doch der Abend läuft für alle ganz anders als erhofft…

Als eine Art Tarantinosploitation, allerdings furchtbar hip und klebrig süß, wagt sich der Film nicht wirklich fies oder grob zu werden, sondern macht immer dann einen Rückzieher, wenn es droht, zu interessant oder spannend zu werden. Er schafft einfach nicht den Schritt zum grotesken Thriller, will zu sehr Komödie sein, Zitate raushauen, Zeitgeist versprühen und seinen Soundtrack platzieren. Und letzterer erweist sich als äußerst schmissig, treibt das Geschehen tatsächlich immer wieder an. Dank der gut aufgelegten Jungdarsteller, vor allem Jay Mohr und Scott Wolf als TV-Stars in den Fängen von Drogen-Cop William Fichtner oder Timothy Olyphant als Dealer, macht GO! dann auch streckenweise Spaß. Alles in allem ist es aber doch eher ein herzlos durchgestyltes Stück Pop-Entertainment.

EVILUTION (George Huang, 2001)

Die Spiele-Entwickler Bug (Jason Marsden), Hardcore (Tyler Mane) und Sol (Karim Price) werden von Unternehmerin Faye (Colleen Camp) unter der Leitung von Drummond (Steven Culp) angeheuert, um dem Spiel „Evilution“ den entscheidenden Kick zu verleihen, denn das Horror-Adventure fiel bei den Testern komplett durch. Als beim Einscannen der Schauspielerin Julie (Julie Strain) der Blitz einschlägt, entwickelt das Programm ein mörderisches Eigenleben und Praktikantin Laura (Clea DuVall) muss den Tag und die Erde retten…

Dieser dritte Teil der „Creature Features“-Reihe, die Roger Corman 2001 auf Grundlage alter B-Movie-Schinken aus seiner Zeit bei AIP für Cinemax produzierte, kann seine etwas miefigen TV-Wurzeln nie ganz abschütteln. Davon können auch nicht Julie Strains Möpse, die blutigen Effekte und das nette Creature-Design nichts ändern, denn EVILUTION mäandert fast 50 Minuten rum, bis die Plotte mal in die Gänge kommt. Clea DuVall und Steven Culp machen sich zwar gut in den Hauptrollen, doch entwickelt sich gerade der Charakter der naiven Laura sich auf eine ernsthaft unangenehme Weise, und so opfert das Skript seine Sympathiefigur schlussendlich einem zynischen Ende, das nicht einmal in einem Schlussgag reflektiert wird. Nicht komplett scheiße, aber vernachlässigenswert.

OUTLAW: GANGSTER VIP 2 (Keiichi Ozawa, 1968)

Goro (Tetsuya Watari) reist seiner Freundin Yukiko (Chieko Matsubara) und Yumeko (Kayo Matsuo) hinterher. Doch kaum angekommen gerät er mit einigen Yakuza aneinander, als er der Tänzerin Kikue (Izumi Ashikawa) beisteht. Doch diese unterstehen, wie sich dann herausstellt, Mr. Kyu (Ryôhei Uchida), einem alten Bekannten von Goro, der ihm sofort einen Job anbietet, den er ablehnt. Als Yumeko schwer erkrankt, muss dann doch Goro notgedrungen nach Yokohama reisen, um für die Kyu-chi Gruppe zu arbeiten. Die befindet sich im Krieg mit einem verfeindeten Clan, dem auch Kôsuke (Hideaki Nitani), Goros alter Boss, nun angehört…

Der zweite Teil der Saga erzählt die Geschichte des Killers Goro konsequent weiter, natürlich nicht, ohne einige notwendige Klischees aufzuwärmen. Er muss sich notgedrungen wieder einer Gruppe Yakuza anschließen und wird in einen Krieg verwickelt. Er trifft in Yokohama auf alte Bekannte, gewinnt auf unerwarteter Seite neue Freunde. Und schließlich erkennt er, dass sein neuer Boss Kyu-chi ihn nicht freundschaftlich gesinnt ist und schlägt sich auf die Seite zweier Liebender – ein Mitglied der Kyu-chi ist heimlich mit der Schwester von Kôsuke, dargestellt von Meiko Kaji, verbandelt. Das alles mag an mancher Stelle etwas aufgewärmt erscheinen, ist aber durchgehend schön gefilmt und wird von seinem Star Tetsuya Watari zusammengehalten, auch wenn er noch stärker als im Erstling zum Overacting neigt. Nebenher bekommt man noch ein paar schöne Performances von Ryôhei Uchida, Eiji Gô und auch Nitani geboten. Alles in allem eine gute Fortsetzung.

07.06.20

DER MANN DER NIEMALS LEBTE (Ridley Scott, 2008)

Roger Ferris (Leonardo Di Caprio) hat als Field Operations Agent der CIA im Nahen Osten einen gefährlichen Job. Seine Anweisungen erhält er von CIA-Operator Hoffman (Russell Crowe) aus den USA, der per Drohne seine Aktionen überwacht. Der neueste Auftrag führt Ferris nach Jordanien, wo er mit dem Chef des dortigen Nachrichtendienstes, Hani Salaam (Mark Strong),  den Terroristen-Führer Al Saleem aufspüren soll. Hani Salaam verfolgt einen anderen Ansatz des Anti-Terror-Kampfes als die CIA und Hoffman, und bald steckt Ferris, der nebenher mit der Krankenschwester Aisha (Golshifteh Farahani) anbandelt, in einer Zwickmühle, seine Loyalität betreffend…

Über weite Strecken authentisch wirkender und spannender Polit- und Agenten-Thriller, der den Konflikt im Nahen Osten eindringlich beschreibt und überwältigend bebildert. Der realistisch anmutende Fall mit seinen diplomatischen Fallstricken, dem gut gezeichneten Bild der muslimisch geprägten Gesellschaft vor Ort, und der als Grauzone zu bezeichnenden Arbeit der Geheimdienste läuft dann, wenig verwunderlich, die spät im Film eintretende Love-Story zuwider, die das Geschehen, aber vor allem die Person Ferris menschlich greifbarer machen soll, ihn aber zu einem Klischee abstumpfen lässt. Die Fortführung als kühler, entmenschlichter Thriller in der zweiten Hälfte hätte dem Film wohl besser getan.

DIE SELTSAME GRÄFIN (Josef von Báky, 1961)

Sekretärin Margaret Reedle (Brigitte Grothum) steht kurz vor einem Wechsel des Arbeitsplatzes von Rechtsanwalt Shaddle (Fritz Rasp) auf das Schloss der Gräfin Moron (Lil Dagover). Doch nebenher bedroht sie ein mysteriöser Stalker (Klaus Kinski), der nun auch seine Drohungen in die Tat umzusetzen scheint – nur durch das Eingreifen von Privatdetektiv Dorn (Joachim Fuchsberger) kann sie Anschlägen auf ihr Leben entgehen. Und während Margaret ihren Dienst auf dem Schloss bei der Gräfin und ihrem Sohn Selly (Eddie Arent) antritt, kommt Dorn einer Verschwörung auf die Spur…

Fuchsberger ist sympathisch wie immer, agiert aber oftmals nur im Hintergrund, während Brigitte Grothum die eigentliche Hauptrolle zufällt, die dagegen viel zu passiv auftritt. Kinski ist eine nette Beigabe, als Verrückter ist er immer gut besetzt. Das Mystery ist insgesamt viel schneller gelöst, als der Film braucht um auf die Zielgerade zu kommen. Dafür bemüht sich der Film, das Geschehen flott voranzutreiben. War nett.

Dear Diary – Das Filmtagebuch

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