Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 21 / 2020

Während der Woche habe ich UPLOAD auf Amazon Prime zuende gebracht, hat mir gut gefallen, die zweite Staffel darf gerne kommen. Überschattet wurde das Wochenende leider durch die Nachricht, dass Markus Nowak, der Mastermind hinter Badmovies.de, am Samstag verstorben ist. Er war ein großartiger Kenner abseitiger Filmkultur und langjähriger Mitstreiter für das B-Kino und den vergessenen Film. Er hinterlässt eine Lücke in der Online-Film-Community, die schlichtweg nicht zu füllen ist.

18.05.20

TRIO INFERNAL (Francis Girod, 1974)

Die Deutsche Philomena (Romy Schneider) und ihre Schwester Catherine (Mascha Gonska) lassen sich in Marseille von Anwalt Georges (Michel Piccoli) zwei ältere Ehemänner vermitteln, um die französische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Nach der Hochzeit bringen sie die gut versicherten Gatten um die Ecke. Die Schwestern verabschieden sich nach Paris, doch Philomena zieht es zurück zu Georges. Da das Geld ehedem bald aufgebraucht ist, plant das mörderische Trio eine weitere lukrative Bluttat…

Der ist bei der Kritik über die letzten Jahrzehnte ja nicht wirklich wohlgelitten, mMn vollkommen zu unrecht. Ihm wird ja vorgeworfen, zu sprunghaft und wenig gradlinig zu sein, was mir zum einen etwas engstirnig betrachtet scheint und zum anderen, in Bezug auf die Wirkung des Films, nicht nachteilig. TRIO INFERNAL ist nicht nur ein schön ausgestattetes Period Piece, dessen Krimi-Drama sich ein echtes Verbrechen zum Vorbild nahm, die komödiantischen Spitzen geben zudem einen bissigen Kommentar zur Nachkriegsgesellschaft ab. Der Hang zum Egoismus, der Selbstbelohnung tritt hier immer wieder deutlich zu Tage, und die Protagonisten schließen sich dem schließlich an. Manch einer mag das verwerflich finden und sie deswegen schon von vorn herein ablehnen. Aber Girod konterkariert das immer wieder mit ätzendem Witz. Man mag es als Fehler des Skripts ansehen, dass Mascha Gonska als Catherine immer wieder recht unerwartet auftaucht und wieder verschwindet, man so keine Beziehung zu ihr aufbauen kann, was am Ende die Tragödie tatsächlich schmälert. Allerdings ist mehr ihrer Funktion nach wichtig, ihr Charakter nebensächlich. Sie ist das Gewissen, wenn Georges und Philomena allzu Verwerfliches in Angriff nehmen, und eben dieses Gewissen ist unterentwickelt, eigentlich nur ein Echo im Kopf, was man zu dämpfen versucht. Es ist nicht das Drama der einzelnen Personen, sondern das Drama einer ganzen Gesellschaft, das hier dargestellt wird. Das mag die Tragödie zum Ende hin schmälern, aber die findet ja auch hinter milchigen Glas verborgen statt. Wir sehen nur Umrisse, nur indirekt, weil es dafür eben nicht wichtig genug ist. Irgendwo im Hinterkopf ist das Gewissen, diese dumpfe Stimme abgestorben, und das ist die wahre Tragödie. Zum finalen Schlag holt der Film ehedem sowieso erst im Anschluss aus. TRIO INFERNAL ist nicht perfekt, aber er ist wichtig. Der Skandal des Films ist, dass manche Leute, wenn sie von ihm gekitzelt werden, teilnahmslos mit der Achsel zucken, weil es sie scheinbar gar nicht betrifft. Dabei sollte er aufregen, anregen und uns auch lehren, über uns selbst zu lachen, wenn man sieht, wie wenig menschlich wir Menschen, auch ohne Not, manchmal scheinen.

ICH, DR. FU MAN CHU (Don Sharp, 1965)

Eine Reihe von Morden durch Strangulation lassen bei Nayland Smit von Scotland Yard Erinnerungen an den größenwahnsinnigen Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) wach werden. Eigentlich sollte der kopflos in der Erde von Tibet vermodern, doch er scheint alle getäuscht zu haben. Er hat Pror. Merten (Walter Rilla) und dessen Tochter Maria (Karin Dor) entführt, weil er es auf dessen Formel für ein verheerendes Giftes abgesehen hat. Zusammen mit Mertens Assistent Carl Jannsen (Joachim Fuchsberger) versucht Smith, das böse Genie zu stoppen…

Der macht mir immer wieder Spaß, mit Lee in einer seiner vielen Parade-Rollen, einem ausgewogenen Mix aus gediegenem Euro-Krimi und exotischen Schauplätzen, sowie einer Prise Wallace-Feeling, das von Fuchsberger und Dor noch unterstrichen wird.

19.05.20

STRAY CAT ROCK: MACHINE ANIMAL (Yasuharu Hasebe, 1970)

Nobo (Tatsuya Fuji) und Sabu (Jirô Okazaki) wollen im Hafenviertel von Yokohama 500 LSD-Pillen verkaufen, um mit dem amerikanischen Deserteur Charlie (Toshiya Yamano) nach Schweden zu fliehen. Sie geraten dabei an Maya (Meiko Kaji) und ihre Gang, die sich bereit erklärt, den Jungs zu helfen. Doch ihr männlicher Gegenpart, die Bande der Dragons unter Anführer Sakura (Eiji Gô), würde den Männern lieber die Fuhre ganz unbürokratisch abjagen, stören sie doch mit dem Verkauf ihre eigenen Geschäfte…

Nach den tollen WILD JUMBO und SEX HUNTER! erweist sich der vierte Teil der Reihe wieder als ein Schritt zurück, jedenfalls was den Sex’n’Violence-Aspekt angeht. Die Geschichte ist zumindest recht stimmig, die Atmosphäre dank des feinen 70s-Rock und der passenden Locations angenehm und Meiko Kaji geht ja immer. Allerdings ist die Geschichte um drei Aussteiger, eine Mädchen-Gang und einer Ladung Acid-Trips eher belanglos, die Tragödie wegen der geringen Fallhöhe nicht sehr mitreißend, auch wenn vor allem Tatsuya Fuji und Jirô Okazaki eine gute, sympathische Vorstellung abliefern. Dazu hat der Film noch die wohl dreisteste Honda-Werbung zu bieten, die mir bisher untergekommen ist. Insgesamt für Kaji- und Nippon-Fans okay.

DIE FOLTERKAMMER DES DR. FU MAN CHU (Jess Franco, 1969)

Durch die Forschungen von Prof. Henderson (Gustavo Re) hält Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) eine Waffe in Händen, die Wasser blitzschnell gefrieren lässt und demonstriert dies in der Karibik, wo er einem Kreuzfahrtschiff einfach mal einen Eisberg in den Weg legt und es so versenkt. Da er für den Betrieb der Maschine große Menge eines Opiumderivats benötigt, fahren Nayland Smith (Richard Greene) und Dr. Petrie (Howard Marion-Crawford) in die Türkei. Da Fu Man Chu seinen Komplizen, den Drogenhändler Pasha (Jose Manuel Martin), hintergeht und seine Tochter Lisa (Rosalba Neri) entführet, verbündet der sich mit den Ermittlern…

Lustig-trashig ist er ja, doch dem letzten Lee-Fu Manchu fehlt ein charismatischer Held und der Abenteuer-Appeal der vorigen Teile. Neben Lees und Tsai Chins gewohnt guter Performance kann man hier noch mit Rosalba Neri punkten, außerdem gibt sich Franco selbst auch mal wieder die Ehre. Insgesamt solide, aber eher Mittelmaß.

MEGA TIME SQUAD (Tim Van Dammen, 2018)

Bei einem Überfall für Gangster Shelton (Jonny Brugh) auf einen Chinesen stiehlt der unbedarfte John (Anton Tennet) neben einem Batzen Geld auch ein Amulett, das ihn das Zeitreisen ermöglicht. Doch durch falsche Anwendung laufen bald mehrere Johns durch die Gegend. Zusammen bilden sie die Mega Time Squad, um Sheltons Bande aufzumischen. Doch der Geist eines Mönches macht nun Jagd auf das wandelnde Paradoxon…

Halbwegs kurzweilig, und zumindest zu keiner Sekunde offensiv scheiße. Kann man mal schauen, auch wenn sich weder das wohl angepeilte Retro-Feeling irgendwann einstellt, noch mehr aus dem Zeitreise-Plot gezogen, als den Hauptdarsteller zu multiplizieren.

20.05.20

STRAY CAT ROCK: BEAT ’71 (Toshiya Fujita, 1971)

Als der rebellische Takaaki (Takeo Chii), Sohn eines Provinz-Politikers, von den Handlangern seines Vaters gewaltsam nach Hause geholt wird, tötet er einen von den Rockern. Den Mord hängt man kurzerhand Takaakis Freundin Furiko (Meiko Kaji) an. Die bricht aber schon bald aus dem Frauenknast aus, um Takaaki zur Rede zu stellen. Ihr zur Seite stehen die Freunde aus der Hippie-Kommune unter der Führung von Parania (Yoshio Harada). Doch auch sie können nicht verhindern, dass Furiko entführt wird, weil sie eine Gefahr für die Ambitionen von Takaakis Vater darstellt. Mit Protesten vor dessen Anwesen wollen die Hippies ihre Freundin freipressen, ziehen dabei aber nur den Zorn der Landbevölkerung auf sich…

Konträr zu Fujitas WILD JUMBO legt der Regisseur in BEAT ’71 keinerlei Ambitionen an den Tag, dem Zuschauer eine unbeschwerte erste Stunde zu gönnen, denn der Film beginnt gleich mit Mord und Totschlag. Auch im folgenden entwickelt er sich nie auch nur entfernt in Richtung einer Spaßgranate. Als melancholischer Abgesang auf das Hippietum und das symbolische Ende der Unschuld der Friedensbewegung funktioniert er als Schlusspunkt der sowieso eher unsteten Reihe recht gut. Trotz der erdrückenden Schwere, die über dem Geschehen liegt, weil man einfach weiß, dass das nicht gut ausgehen wird, kann der Film mit dem Rebel Attitude punkten, den ich beim direkten Vorgänger durchgängig vermisst habe. Die Kommune ist bereit zu kämpfen, wenn es sein muss, sogar ihre Ideale zu verraten und Gewalt anzuwenden. Den Kampf gegen das korrupte Establishment Fujita dann doch sehr plakativ dar, der bäuerlich-bürgerliche Mob lässt nicht lange auf sich warten und die rechte Hand des Bürgermeisters heißt tatsächlich Goebbels. Meiko Kaji hat leider nicht sehr viel zu tun, auch Tatsuya Fuji und Eiji Gô müssen sich mit Nebenrollen begnügen. Aber dafür leistet Yoshio Harada als Leader of the Pack einen guten Job. Kein Film für einen fröhlichen Abend, aber nicht ohne Reiz.

FANTASY ISLAND (Jeff Wadlow, 2020)

Auf Fantasy Island lässt Gastgeber Mister Roarkes (Michael Peña) die Wunschträume seiner Gäste wahr werden. Melanie (Lucy Hale), Elena (Maggie Q), Bradley (Ryan Hansen), Brax (Jimmy O. Yang) und Randall (Austin Stowell) treffen als Gewinner eines Preisausschreibens mit verschiedenen Erwartungen auf der abgelegenen Insel ein. Doch schon bald verwandelt sich der Traumurlaub in einen Alptraum, und sie müssen um ihr Leben fürchten…

Autsch! Die ersten 70 Minuten gestaltet der sich belanglos und lahm. Zum letzten Drittel schlägt er dann in hirnzermarternd dämlich um. Holla die Waldfee, das tut schon beinahe physisch weh. Ach ja, da es für den Fortlauf und den Ausgang der Geschichte vollkommen wumpe ist, posaune ich es einfach mal frei raus – in Wirklichkeit entpuppt sich der ganze Bohei als Origin-Story. So weit, so fantasielos.

21.05.20

BLUE CITY (Michelle Manning, 1986)

Nach fünfjähriger Sturm- und Drangphase kehrt Billy Turner (Judd Nelson) in seine Heimatstadt zurück. Hier erfährt er, dass sein Vater, der ehemalige Bürgermeister, einem Mord zum Opfer gefallen ist, der immer noch nicht aufgeklärt wurde. Das Sagen in der Stadt haben nun Gangster Kerch (Scott Wilson) und seine Frau, Billys verwitwete Stiefmama Malvina (Anita Morris). Mit seinem Mit seinem Kumpel Joey (David Caruso) und seiner Schwester Annie (Ally Sheedy) spukt er dem organisierten Verbrechen gehörig in die Suppe…

Wenn man erst einmal die Prämisse geschluckt hat, dass Nelson und Caruso wie zwei trotzige Teenager gegen eine Bande eiskalter Gangster in den Kampf zieht, wobei keiner von ihnen auch nur annähernd zu realisieren scheint, was das bedeutet, macht der durchaus Spaß. Ab der Hälfte nimmt der Film ehedem immer mehr Fahrt auf, so dass man sich eh kaum noch Gedanken darüber macht, was für ein Dünnpfiff das bei näherer Überlegung eigentlich ist. Und bei knapp 80 Minuten Spielzeit wird es mir als 80s-Nostalgiker auch nicht langweilig.

BLIND WOMAN’S CURSE (Teruo Ishii, 1970)

Akemi (Meiko Kaji) ist die Anführerin des Tachibana Clans und als Frau in dieser Position nicht unumstritten. Neben den alltäglichen Streitigkeiten machen ihr Alpträume von einer aggressiven schwarzen Katze zu schaffen. Als Mitglieder des Clans ermordet werden, glauben gerade die Männer an einen Angriff eines verfeindeten Clans dahinter und wollen Rache. Und tatsächlich befindet sich ein Verräter in ihren eigenen Reihen. Finstere Mächte haben sich verschworen, um Akemi zu vernichten…

Heissa, Ishii mischt hier Yakuzafilm mit Rachegeschichte und Folklore. Das ist manchmal unübersichtlich, stellenweise ziemlich blutig und durchgehend spannend. Er entwickelt dabei eine nicht zu verachtende Sogwirkung, die er durch spleenige Charaktere und düstere Horror-Einschübe verstärkt, auch weil die von Meiko Kaji gespielte Protagonistin eigentlich genauso zum Nichtstun verdammt ist, wie der Zuschauer, und der Dinge harrt, die da noch kommen. Optisch holt Ishii alles aus der künstlichen Studiokulisse heraus, baut es in seine atmosphärische Inszeinierung ein, und mit Beginn der unheimlichen Mordserie entwickelt sich die Geschichte immer mehr zum Alptraum. Das Setup für das Finale ist umwerfend.

CITY OF THE LIVING DEAD (Lucio Fulci, 1980)

In Dunwhich erhängt sich der örtliche Pfaffe und entweiht das Kirchengelände. Medium Mary (Catriona MacCall) sieht dies bei einer Seance, auf der eine weitere Teilnehmerin an einem Schock verstirbt. Doch ist sie gar nicht wirklich tot, der Journalist Peter (Christopher George) kann sie auf dem Friedhof aus dem Sarg befreien. Zusammen mit Mary fährt er nach Dunwhich, wo Geistererscheinungen inzwischen Furcht, Schrecken und Tod über die Einwohner bringen. Denn hier muss Psychiater Jerry (Carlo De Mejo) mit ansehen, wie die Leute langsam, aber sicher durchdrehen. Die Pforte zur Hölle sind hier weit geöffnet…

Immer noch geiler, splatteriger Geisterbahn-Horror. Fulci schuf hier einige sehr memorable Szenen, sehr geil, wie die Tote auf dem Friedhof in ihrem Sarg wieder erwacht, oder die Shots vom nebelverhangenen Dunwhich. Manches wirkt noch etwas ungehobelt, mancher Effekt regt zum Schmunzeln an, verglichen mit dem Nachfolger L‘ ALDILA ist das halt noch ein wenig „work in progress“. Sehr schön finde ich das „Gehirn aus dem Hinterkopf ziehen“ oder dass Gerry am Ende dem Pfarrer das Kreuz eigentlich ins Gemächt stößt. Fabio Frizzis Score ist immer wieder großartig, ist halt ein Klassiker.
Das Bild der Arrow BD offenbart zumeist viele Details und gerade Kanten zeichnen sich sehr gut ab. Dafür wirkt es stellenweise ziemlich unscharf und gerade bei großen einfarbigen Flächen stark krisselig (ganz übel beim Nebel am Ende). Der Ton ist dafür sehr klar abgemischt, Musik, Effekte und auch Stimmen sind astrein zu vernehmen.

22.05.20

CLEOPATRA JONES GEGEN DIE DRACHENLADY (Charles Bail, 1975)

Als ihre Jugendfreunde Matthew (Albert Popwell) und Melvin (Caro Kenyetta) bei einem Undercover-Auftrag in Hongkong verschwinden, stattet Cleopatra Jones (Tamara Dobson) der britischen Kronkolonie einen Besuch ab. Dort nimmt sie die Hilfe der Detektivin Li Ming (Ni Tien) in Anspruch, und sie kommen der Casino-Besitzerin Bianca Javin (Stella Stevens) auf die Schliche, die als gnadenlose Drachenlady den Drogenschmuggel in Hongkong unter ihre Kontrolle gebracht hat…

Hat mir einen Tick besser gefallen als der Vorgänger. Der Film hat eine klarere Linie, Cleo Jones ist nicht mehr so übertrieben ihren Gegnern überlegen. Es zahlt sich auch aus, dass sie hier quasi in fremden Territorium wildert, denn dem Erstling tat es auch nicht gut, dass eigentlich Gott und die Welt sie kannte. Der Comedy-Anteil wurde stark zurückgeschraubt, so dass es auch nicht mehr wie eine missglückte Parodie anmutet. Tamara Dobson darf dennoch das Superweib mit der kessen Lippe geben, muss sich hier die Bühne aber mit Tanny Tien Ni teilen. Stella Stevens ist natürlich kein vollwertiger Ersatz für Shelley Winters, aber hier bedarf es auch keiner überlebensgroßen Bad Mama. Insgesamt immer noch kein guter Film, aber man wird über anderthalb Stunden gut unterhalten.

SHOOT, MY DARLING (Hitoshi Ozawa, 1997)

Der Killer Joker (Hitoshi Ozawa) wird beauftragt, Reika (Vivian Hsu), die Tochter eines Gangsterbosses, aus den Händen von Kidnappern zu befreien und zurück nach Hause zu eskortieren. Er kann die widerwillige Kleine, die auch eine Tasche voll Stoff im Gepäck hat, in seine Gewalt bringen und entführt auf der Flucht mit ihr ein Taxi. Liwa versucht Taxifahrer Saru (Masahiro Yamashita) auf ihre Seite zu ziehen. Doch der Killer ist aufmerksam und die Entführer ihnen dicht auf den Fersen…

Anfangs etwas wirrer, aber flotter Action-Thriller, der nette Action und ein-zwei Wendungen bietet, bevor ihm im letzten Drittel leider die Ideen ausgehen. Regisseur und Hauptdarsteller Hitoshi Ozawa hat wohl aufmerksam Robert Rodriguez‘ Erstlinge und seine 10-MINUTEN-FILMSCHULE studiert, einiges davon hat er auch verinnerlicht. Kann man mal schauen, muss man aber nicht.

Mehr dazu bei Obscure Shit No. 45

NINJA: THE FINAL DUEL (Robert Tai, 1986)

Badmovies Streaming 1

Wang Chi zieht mitsamt besten Kumpel zum Shaolin Tempel, um dort auf Geheiß seines Meisters sein Kung Fu zu verbessern. Doch der Tempel hat dicht, weswegen sie sich erst einmal mit ein paar aufdringlichen Hare Krishnas herumplagen müssen. Doch dann wird der Tempel von einem Ninja-Clan überfallen, worauf Wang Chi sich im Kampf beweisen darf…

Herrlich überzogener Eastern-Trash, vollgestopft mit sinnbefreiten Trainingsmontagen, skurrilen Charakteren und schreikrampferregenden Dialogen. Und dann noch die Ninjas. Machte einen Heidenspaß, da der Film sich nicht lange bitten lässt und es immer etwas zu bestaunen gibt.

23.05.20

KUNG FU KILLER (Teddy Chan, 2014)

Kung-Fu Lehrer Hahou (Donnie Yen) tötete im Kampf seinen Gegner und sitzt seither hinter Gittern. Als ein Boxmeister tot geprügelt wird, prophezeit er der Ermittlerin Yuen-Sum (Charlie Yeung) eine Mordserie unter Kampfsportlern. Als ein weiterer Meister getötet wird, nimmt sie seine Hilfe an und holt ihn aus dem Knast, um mit ihm den Killer (Wang Baoqiang) zu stellen…

Gelackter Action-Thriller, der das Serienmörder-Motiv aus dem „Best of the Best“-Begehren unter Leistungssportlern ziert, wobei der Täter den Kampfsport wörtlich als Martial Art auslegt, also einen Kampf bis zum Tod. Er zieht dabei seinen größten Reiz aus seinen schönen Bildern, während die Kämpfe selbst leider etwas zu künstlich, steril aussehen. Da fällt es selbst Donnie Yen schwer, richtig zu glänzen.

THE VELOCIPASTOR (Brondan Steere, 2018)

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Ein Pastor schneidet sich an der Klaue eines Velociraptors und verwandelt sich daraufhin, wenn er wütend wird, in eine Bestie – halb Mensch, halb T-Rex. Also nimmt der in seinem Glauben fortan nicht mehr so sattelfeste Gottesmensch den Kampf gegen das Verbrechen und Ninjas auf…

Dieser semiprofessionelle No-Budget-Trash will gerne scheiße und witzig sein, aber letzteres bleibt ihm zumeist verwehrt. Ich habe selten einen Film gesehen, selbst in diesem Billig-Segment, der so oft und so lange Zeit geschunden hat. Im Endeffekt ist das, abseits überschaubarer Schmunzler, halt ein mieser Langeweiler.

DER LÜSTERNE TÜRKE (Michael Miller, 1971)

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Verfilmung eines erotischen Buches nahe tausend und einer Nacht, welches auch schon mal durch Nudi-Spezi David Friedman bearbeitet wurde. Die Hauptrolle einer Engländerin spielt Ingrid Steeger. Sie ist das Begehr eines türkischen Prinzen, der sie als sein Eigentum zu knattern drängt. Teilweise recht unangenehm, was damals noch so als lockere Unterhaltung aufgeboten wurde, die meiste Zeit über aber ziemlich klamaukig. Aber vor allem langweilig.

24.05.20

DEATH WISH 3 – DER RÄCHER VON NEW YORK (Michael Winner, 1985)

Paul Kersey will in seiner Heimatstadt New York einen alten Freund besuchen, doch just, als er bei diesem eintrifft, findet er ihn auf dem Boden, seine letzten Worte röchelnd. Jugendliches Gesocks hat ihn in der eigenen Bude niedergeknüppelt, aber die anrückende Polizei nimmt sofort den verdutzten Paul als Mordverdächtigen in Gewahrsam. Auf der Wache will man ihm per Prügel ein Geständnis entlocken, bis Captain Shriker, der ihn als den Vigilanten von annodazumal identifiziert beiseite nimmt und erst einmal auf Eis legt. Ihn plagen gerade andere Sorgen, die Straßen sind voll mit Abschaum, die Polizei kann der Verbrechen nicht mehr Herr werden. Also entschließt er sich, Kersey wieder auf freiem Fuß zu entlassen, damit er da mache, was seine Natur ist. Und sehr zur Freude der Nachbarn seines toten Freundes und zum Missfallen von Gangleader Fraker, mit dem er sich schon im Knast bekannt gemacht hatte, betätigt Kersey sich als Förster im Ghettowald und schrumpft dem Bestand an parasitärem Punk-Geschmeiß, was sich bis zu einem ausgewachsenen Kleinkrieg zwischen ihm und Frakers Gang hochschaukelt…

Bei dem dritten Teil der Reihe um Rächer Paul Kersey schmissen die Macher jedwedes ernste Anliegen über Bord und erhöhten ihren zweifelhaften Helden zu einem comicesken Pistolero, der den jugendlichen Straftätern schon für das kleinste Vergehen den Garaus macht, einer Art Punisher ohne Totenkopf-Shirt, und viel, viel älter. Das blutige Treiben erreicht zum Ende hin Ausmaße, die schon lange die Hemisphäre der realen Welt verlassen haben. Und das groteske Geballer zu der groovig-lässigen Musik von Jimmy Page, welches die ganze letzte halbe Stunde des Films einnimmt, gleicht einem modernen Wild West Showdown, den sich gut und gerne auch Italo-Rip-off Epigonen wie Enzo Castellari nach einer durchzechten Nacht mit einer Dauerschleife aus Wild Bunch und Getaway gemacht haben könnten, hätten sie zuviel Geld und Zeit für ihren Film bekommen. Für mich immer wieder ein großer Spaß.

EXZESSE IM FOLTERKELLER (Norifumi Suzuki, 1979)

Tatsuya (Shun Domoh) wurde einst vom Sexualstraftäter Genpai (Shôhei Yamamoto), der auf der Flucht vor der Polizei seine Mutter vergewaltigte. Die wurde von ihrem Ehemann Yasuhisa (Hiroshi Nawa), der dabei zuschauen musste, immer wieder gedemütigt und in den Tod getrieben. Nun ein junger Mann, entwickelt sich Tatsuya selbst zum mörderischen Sadisten, der junge Frauen entführt und in seinem Keller gefangen hält, foltert und vergewaltigt…

Reichlich schmieriges S/M-Drama, das die Grenzen des Anstands und des guten Geschmacks ganz weit hinter sich lässt. Es ist schier unglaublich, dass der Film es tatsächlich in die bundesdeutschen Kinos schaffte, aber umso nachvollziehbarer, dass die VHS später beschlagnahmt wurde. Aber man sollte sich von der Beschreibung und dem gewalttätigen und sicherlich teils frauenfeindlichen Inhalts nicht täuschen lassen, denn er bedient nur bedingt seine Fetische, ist gut produziert, inszeniert und gespielt, auch das Drehbuch erzählt eine nicht uninteressante Geschichte. Allerdings ist das wirklich Japan-Kino für fortgeschrittene Hartgesottene und nichts für den Ottonormalverbraucher.

PLAN 9 FROM OUTER SPACE (Edward D. Wood, 1959)

Mit der traurigen Nachricht des Tods von Markus „Doc Acula“ Nowak im Rücken habe ich auch mal wieder diesen Klassiker des schlechten Geschmacks eingeworfen. Leider habe ich die Version in Deutsch und in Farbe gewählt (eher gesagt lief sie sofort, als die DVD eingelesen war, und erst nach dem Film erschien das Auswahl-Menü). Trotzdem bleibt mal wieder festzuhalten, dass ich schon weit schlechteres, wie auch weit langweiligeres gesehen habe. Der Film wird halt seinem Ruf nicht gerecht, im Guten wie im Schlechten.

STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS (J.J. Abrams, 2019)

Als die Rebellion erfährt, dass Keylo Ren (Adam Driver) vom totgeglaubten Palpatine die unbezwingbare Flotte des sagenumwobenen Sith-Heimatplaneten Exegol in Aussicht gestellt wird, begeben sich Rey (Daisy Ridley), Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaacs) auf die Reise, um das zu verhindern…

Meine Fresse, was für ein Trainwreck! Der streitet sich ernsthaft mit ANGRIFF DER KLON-KRIEGER um den Titel des schlechtesten STAR WARS-Films. Die ersten 70 Minuten sind teils kaum zu ertragen, da vor allem Finn und Poe anscheinend einen Wettbewerb austragen, das Geschehen minütlich mit dummen Sprüchen zu kommentieren, was Abrams wohl unter Humor versteht, aber schon nach 10 Minuten nur noch nervt. Allerdings heißt der Gewinner hier am Ende Dominic Monaghan, dessen Charakter Beaumont scheinbar den einzigen Zweck erfüllt, pünktlich alle halbe Stunde unmotiviert vor die Kamera gezerrt zu werden, um seinen Senf dazu zu geben. Ich hab ehrlich keine Ahnung, was seine Funktion dabei sein soll. Sowieso hält der Film viel zu oft kurz inne, um einen Blick auf vollkommen unwichtige Charaktere zu werfen, die kurz auftauchen, um dann wieder zu verschwinden, weswegen der Motor der Dramaturgie nur holprig stotternd vorankommt. Und so fühlen sich die ersten 90 Minuten wie 180 an, und dass, obwohl der Film ein schier irrwitziges Tempo vorlegt, in dem sich Abrams noch nicht einmal dazu durchringt, auch nur eine vernünftige Action-Sequenz zu integrieren, die mal länger als zwei Minuten dauert. Mit Logik in nur irgendeiner Form hält er sich sowieso nicht auf. Das einzige, das den Film vor dem kompletten Absturz rettet, ist mal wieder das Finale, denn die Optik auf dem Sith-Planeten ist umwerfend. Auch gibt es hier teils ganz nette Action zu sehen, die aber wieder hektisch und in mehreren (!) Montagen abgefrühstückt wird. Außerdem sind auch die Dialoge oftmals so hohl, dass man aus dem Kichern nicht mehr rauskommt. Wo der Humor des Films vollkommen am Ziel vorbeischießt, kann die unfreiwillige Komik des miesen Drehbuchs einiges wieder wett machen. Insgesamt aber ein Film, der des Franchise unwürdig ist und jeden Kritiker von DIE LETZTEN JEDI eigentlich instantly verstummen lassen sollte. Denn wenn einer weiß, wie man’s versaut, ist es Abrams, der anscheinend auch nach DAS ERWACHEN DER MACHT immer noch keinen weiteren STAR WARS-Film gesehen hat. Wir waren wirklich fassungslos gestern Abend.

Dear Diary – Das Filmtagebuch

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