Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 19 / 2020

Binge der Woche war die Netflix-Serie INTO THE NIGHT, zwar ein wenig doof, aber insgesamt ganz nett, mit nur sechs Folgen nicht zu lang und auch recht spannend. Am „May the 4th be with you!“, dem dämlichen Star-Wars-Day gab es hier natürlich nicht RISE OF SKYWALKER, sondern Italo- und Nippon-Trash. In der Mitte der Woche habe ich zwei Frauenversteher-Tage eingelegt, inklusive philippinisch-schwedischer Gardinen, Linda Blair und Tura Satana. Am Dänischen Freitag gab es dann gleich dreimal Lasse Spang-Olsen und Kim Bodnia.

04.05.20

KRIEG DER ROBOTER (Alfonso Brescia, 1978)

Antonio Sabato jagt einen von Aliens entführten Wissenschaftler hinterher und muss sich auf einem Asteroiden gegen blonde Roboter behaupten. Am Ende findet eine Schlacht um die Erde statt. Stilecht mit schlecht gezeichneten Lasern, Spielzeugwaffen, Bontempi-Orgeln sowie Soundeffekten und Dialogen, wie man sie als Kind in der Sandkiste bei nachgestellten Weltraum-Schlachten auch von sich gegeben hat. Natürlich unendlich schlecht, aber docht stellenweise sehr lustig…

Mehr dazu: thehomeofhorn.wordpress.com/2018/07/29/obscure-shit-no-7-on-dvd-ein-weiterer-flotter-italo-dreier/

STERNENKRIEG IM WELTALL (Kinji Fukasaku, 1978)

Das friedliche Alien-Volk der Elusier wird von den kriegerischen Galvanern besiegt und beinahe vernichtet. Die Prinzessin sendet daraufhin die heiligen Nüsse aus, um Helden zu suchen, die sie aus der Knechtschaft befreien. Neben den in Ungnade gefallenen Erden-General Genda (Vic Morrow) werden ausgerechnet die juvenilen Delinquenten Shiro (Hiroyuki Sanada) und Aaron (Philip Casnoff) von den Nüssen auserwählt…

Erheiternd, wie sich die Japaner Ende der 70er einen Sternenkrieg vorstellten. Eigentlich unterscheidet sich das noch nicht einmal so viel von dem, was sie Ende der 50er bis Anfang der 70er als SF produziert haben, nur dass man dieses Mal mit dem Westen Schritt halten wollte und mehr Arbeit in die Sets für menschliche Interaktionen gesteckt hat und einen internationalen Cast bemühte. Dafür gibt es weniger der liebgewonnenen Miniaturen zu bestaunen, was irgendwie hier auch nicht so gepasst hätte. Das Ergebnis macht Spaß, in der kürzeren deutschen Kinofassung sogar nochmal etwas mehr als in der Originalfassung.

05.05.20

PLAGI BRESLAU – DIE PLAGEN VON BRESLAU (Patryk Vega, 2018)

Als Kommissarin Helena Russ (Malgorzata Kozuchowska) den in einer Kuhaut eingenähten Körper eines toten Fleischfabrikanten untersucht, glaubt sie an den Racheakt eines durchgedrehten Schlachters. Denn auf dem Bauch des Opfers ist eine Botschaft eingeritzt: „Entartet“. Doch dann galoppieren am nächsten Tag zwei Pferde durch die Stadt, die Körperteile hinter sich herziehen. Wieder ist eine Botschaft eingeritzt. Nun ist klar, es ist ein Serienmörder unterwegs. Zusammen mit der aus Warschau geschickten Profilerin Iwona Bogacka (Daria Widawska) entdeckt sie, dass er sich dabei an Verbrechen der Vorkriegszeit orientiert…

Ziemlich flotter und auch spannender Serial-Killer-Thriller aus Polen, der sich recht offensichtlich an westlichen Vorbildern wie SIEBEN oder SAW orientiert. Das soll aber kein Makel darstellen, zumal sich PRAGI BRESLAU Mühe gibt, polnische Geschichte und sogar etwas Systemkritik mit reinzupacken. Allerdings bleibt die portraitierte Ermittlerin Russ trotz guter Darstellerleistung recht blass, sowieso nimmt sich der Film nicht gerade ausufernd viel Zeit für seine Figuren und opfert die Charakterzeichnungen lieber den fast schon unverschämt hohem Tempo. Produktionstechnisch gibt man sich kaum ein Blöße, gerade die Fotografie erweist sich als abwechslungsreich. Jedoch merkt man, dass die eingesetzten Action-Cams und Drohnenkameras leider nicht die gleiche Bildqualität mitbrachten wie die ansonsten bevorzugte Handkamera. Letztere ist mir persönlich dann auch ein wenig zu shaky ausgefallen. Ansonsten aber ein guter Krimi, der sich aber gerade anfangs etwas zu sehr in blutigen Details (etwa bei einer ausführlichen Obduktion) suhlt, und am Ende eine eher fragwürdige Moral zur Schau stellt.

DAS MÄDCHEN UND DER KOMMISSAR (Claude Sautet, 1971)

Der ehemalige Richter Max (Michel Piccoli) stellt jetzt als Inspektor für die Polizei Verbrechern nach, um hieb- und stichfeste Anklagen zu garantieren. Er ist einer Bande von Bankräubern auf der Spur, die er nicht dingfest machen kann. Als er über seinen alten Kameradem Abel (Bernard Fresson) die verführerische Lily (Romy Schneider) kennenlernt, versucht er, über ihre Kontakte in die Unterwelt selbst einen Banküberfall zu initiieren, um die Täter auf frischer Tat zu ertappen…

Somewhat pointless, wie man so schön sagt. In seiner Katharsis recht fieser Film, der dieser Pointe aber jeden Anflug von sinnhafter Aussage oder erzählerischer Tiefe opfert. Es ist genauso wie sein Hauptdarsteller-Pärchen, die sympathische Nutte und der falsche Banker, der ihr einen Floh ins Ohr setzt, welche immer wieder gerne aneinander vorbeireden, so als wären sie gar nicht zusammen in einem Raum. Der Film ist nicht ausdrücklich schlecht, es gibt aber auch nicht viel, was für ihn spricht. Gute Darsteller und ein guter Regisseur ergeben leider nicht immer auch gleich einen guten Film. Im Rückblick auf Sautets kühle, aber auch pulpige Kriminalfilme der 60er sicherlich eine Enttäuschung.

06.05.20

DIE BRONX-KATZEN (Jack Hill, 1975)

Als Anführerin Lace (Robbie Lee) die neue Mitschülerin Maggy (Joanne Nail) bei den Jezebels aufnimmt, fühlt sich ihre beste Freundin Patch (Monica Gayle) zurückgesetzt. Dann interessiert sich auch Laces Boyfriend Dominic (Asher Brauner) für die Neue, weswegen die einen Krieg mit der Gang von Crabs (Chase Newhart) nutzen will, um die Nebenbuhlerin loszuwerden…

Schmieriges, aber leider wenig sleaziges Street-Crime-Drama. Die Mädels ziehen gut vom Leder, obwohl Joanne Nail als Maggie nicht wirklich dazu passt, weil sie einfach zu normal und sauber aussieht. Mein Favorit ist die einäugige Patch, die die anderen immer wieder gegen Maggie aufhetzen will. Jack Hill treibt das Ganze flott und actionreich voran, die Schnitte in der deutschen Fassung verpassen dem Film dabei noch mehr Speed. Die deutsche Synchro ist dabei noch das Sahnehäubchen, auch wenn die O-Tonspur schon nicht schlecht mit derben Sprüchen um sich wirft. Netter, an sich noch eher harmloser 70s-Exploiter, dem einige Fiesheiten mehr gut zu Gesicht stehen würden.

SAVAGE STREETS (Danny Steinmann/Tom DeSimone/John Strong, 1984)

Die toughe Brenda (Linda Blair) zieht gerne mit ihren Mädels durch die Hood und pflegt auf der Schule eine Fehde mit dem Cheerleader Cindy (Rebecca Perle) und ist Dauergast bei Direktor Underwood (John Vernon). Doch dann vergewaltigt die Bande um den psychotischen Jake (Robert Dryer) ihre kleine, taubstumme Schwester Heather (Linnea Quigley), und ihr Leben gerät vollkommen außer Kontrolle. Sie sinnt nach Rache…

Ein Film der derben Kontraste. Während die Charaktere und die herangezogenen Tropes teils derbe grell und überzeichnet rüberkommen, gestaltet sich die Vergewaltigung weder comicesk oder gar in irgendeiner Weise ästhetisch, sondern unangenehm grimmig und realistisch. Auch Brenda und ihre Clique agieren nachvollziehbar und wirken sehr sympathisch, dagegen sind Jake und seine Kumpels, abgesehen vom jungen Vince, der auch noch die Schulbank drückt, ruchlose Psychopathen, bar jedweder Empathie und unglaublich brutal in ihrem Gebahren. Selbst John Vernon setzt als Direktor herbe Akzente, auch wenn er nur eine Handvoll kurzer Szenen hat. Dazu gesellt sich wieder einmal eine schnodderige, aber weniger flapsige deutsche Synchro, die wunderbar passt, und ein erstaunlich hochwertiger Soundtrack, der den ein oder anderen Ohrwurm parat hat. Ein ungewöhnliches Erlebnis, denn das ist mitnichten ein guter, gelungener Film, doch in seiner Gesamtheit teils bizarr, teils überraschend mitreißend und dabei immer sehr unterhaltsam.

DIE WEIBCHEN (Zbynek Brynych, 1970)

Die junge Eve (Uschi Glas) wird nach einem Nervenzusammenbruch nach Bad Marein, in das Sanatorium der progressiven Ärztin Dr. Barbara (Gisela Fischer), geschickt. Gleich am ersten Abend, an dem sich ihre Mitpatientinnen einige Männer in das Haus einladen und ein wenig feiern, glaubt sie, einen Mord an eben einen dieser Männer beobachtet zu haben. Am nächsten Tag möchte sie diesen der Polizei melden, doch niemand scheint ihr zu glauben oder sich überhaupt dafür zu interessieren…

Der hat mich heute Nacht zugegebenermaßen ein wenig ratlos zurückgelassen. Nach zwei Girlie-Grindhouse-Krachern war das volle Karacho Kontrast-Programm. Uschi Glas traumwandelt durch einen bösen Femi-Schocker, der vor allem durch seine surreale Atmosphäre überzeugt, die durch ihren Schlafzimmerblick und omni-präsenten Jazz-Gedudel noch unterstrichen wird. Für tiefere Einblicke brauche ich wohl eine zweite Sichtung im wacheren Zustand, aber ich behaupte mal vorsichtig, dass er mir durchaus gefallen hat.

07.05.20

DIE SATANSWEIBER VON TITTFIELD (Russ Meyer, 1965)

Varla (Tura Satana) tritt mit ihren Freundinnen Rosie (Haji) und Billie (Lori Williams) mit ihren Sportwagen gegen ein Großmaul zum Rennen an. Als er dabei beinahe einen Unfall baut, dreht Varla durch und prügelt ihn tot. Seine Freundin Linda (Sue Bernard) hat alles mit angesehen, also kidnappen sie die Kleine kurzerhand. Sie stranden bei einem alten Mann (Stuart Lancaster), der mit seinen beiden Söhnen abgelegen in der Wüste haust und ein kleines Vermögen versteckt haben soll…

Tura Satana ist hier wirklich eine Wucht; sie hat ja später noch mit Trash-Papst Ted V. Mikels gedreht. Genau wie ihr Auftritt strotzt der Film nur so vor roher Energie, die immer an der Kippe zur Entladung steht. Die Handlung ist minimalistisch, die Motive der Figuren sind die ältesten, seit es Kriminal-Geschichten gibt – hier geht es um Geld und Macht. Dabei ist ersteres mehr ein McGuffin, steht symbolisch im Raum, für den ältesten Sohn Kirk etwa, um seiner unseligen Sippschaft, also seinem missgünstigen Vater und seinem geistig behinderten Bruder, die beide hier ohne Namen auskommen müssen, zu entkommen. Und für Varla bedeutet das Geld nicht einfach nur Luxus oder gar Freiheit, es in die Hände zu bekommen ist für sie auch nur eine Demonstration von Macht, alles zu machen und alles zu bekommen, was sie will. Ein Film wie ein Tritt in die Eier. Mit Anlauf.

FRAUEN IN KETTEN (Eddie Romero, 1973)

Die farbige Prostituierte Lee Daniels (Pam Grier) wird in ein Arbeitslager für Frauen auf den Philippinen gesteckt. Dort hat sie unter sadistischen Wachen und vor allem der Aufseherin Densmore (Lynn Borden) zu leiden. Als sie zur Stafe an die Revolutionärin Karen Brent (Margaret Markov) gekettet wird, gelingt den beiden Frauen die Flucht. Und ihnen auf den Fersen sind Polizei, Gangster und Revoluzzer…

Joah, der war mal wieder nett kurzweilig. Wir haben ein dreckiges Dschungel-Gefängnis mit sadistischen Aufseherinnen (die aber nicht lange eine Rolle spielen), ein Buddy-Gespann wider Willen und mehrere schmierige Kumpane, die den beiden Schnittchen hinterhecheln. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Film ab ungefähr der Hälfte etwas sein Interesse an Black Mama und White Mama verliert und sich von da an der verschiedenen Gruppierungen schmutziger und gemeingefährlicher Alphatiere widmet, die in Drogengeschäfte und Revolution im Inselstaat verstrickt sind. Dabei fallen die allseits beliebten Sid Haig und Vic Diaz (merke: keine Filipino-Exploiter findet ohne ihn statt!) natürlich wieder besonders positiv ins Auge. Eigentlich auch kaum vorstellbar, wie dieses fiese Machwerk nun ungeschnitten seine Jugendfreigabe bekommen hat. Der ist nun wirklich verroht, wenn auch auf eine naive, unbeholfene, lustige Art und Weise.

CHAINED HEAT (Lutz Schwaarwächter, 1983)

Carol Anderson (Linda Blair) wandert wegen fahrlässiger Tötung hinter schwedische Gardinen, wo rauhe Sitten herrschen. Oberaufseherin Cpt. Taylor (Stella Stevens) führt mit ihrer brutalen Handlangerin Boots (Kendal Kaldwell) ein straffes Regiment, während Direktor Bacman (John Vernon) in seinem Büro gerne Privatpornos dreht. Er unterhält auch gute Geschäftsbeziehungen zum Gangster Lester (Henry Silva), der ihn mit Koks versorgt. In den Zellenblocks herrschen dagegen die befeindeten Gangs von Ericka (Sybill Danning) und Duchess (Tamara Dobson). Das Gefängnis ist ein Pulverfass, das kurz davor ist hochzugehen…

Boah, das war auch mal wieder ein amtlicher Kracher! Dieser Reißer mag zwar nicht der brutalste oder unangenehmste unter den Frauenknastfilmen sein, hebt sich aber von der Konkurrenz alleine schon wegen der gehobenen Production Values ab. Dazu präsentiert er seine Sadismen recht trocken, und manche davon sind tatsächlich ziemlich derbe, auch wenn sexuelle Gewalt auf wenige Szenen beschränkt bleibt. Die Besetzung ist erstklassig. Linda Blair bleibt als Protagonistin etwas blass, Sympathien für ihre Figur ergeben sich am ehesten aus der Antipathie für die Wärterinnen und Mitgefanginnen. U.a. sitzen Sybill Danning und Tamara Dobson mit ihr hinter Gittern, Oberwärterin Stella Stevens entpuppt sich als hinterhältige, machtgeile Drecksau, wobei ihre rechte Hand Kendal Kaldwell ihr mit ihrer eiskalten Brutalität beinahe schon die Show stiehlt. Allerdings scheinen die Herren der Schöpfung ihre Rollen genossen zu haben; John Vernon hat sichtlich Spaß daran, mit hübschen, nackten Mädels ins Bad zu steigen und Henry Silva hat als schmieriger Gangster sowieso immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Ansonsten ist von intendierten Hunor hier nichts zu sehen. Unterhaltung für Hartgesottene, straight forward und voll auf die Zwölf!

08.05.20

IN CHINA ESSEN SIE HUNDE (Lasse Spang-Olsen, 1999)

Der Bankangestellte Arvid (Dejan Cukic) bittet seinen kriminellen Bruder, den Koch Harald (Kim Bodnia), um Hilfe. Er braucht schnell eine Menge Geld. Es wird zum Desaster und bald pflastern Leichen ihren Weg…

Mit dem wurde ich vor 20 Jahren schon nicht richtig warm, und irgendwie ist das auch heute noch so. Der Film ist alles andere als langweilig, Bodnia ist, wie immer, eine Schau. Aber das Ganze läuft nicht wirklich rund, hat zeitweise stark Nummernrevue-Charakter. Nett und lustig, ja. Aber nicht mehr.

OLD MEN IN NEW CARS (Lasse Spang-Olsen, 2002)

Koch Harald (Kim Bodnia) ist gerade erst aus dem Knast gekommen, hat Schulden bei Ratko (Slavko Radovic) und muss sich mit dessen Cousin Vuk (Brian Patterson) als neue Küchenhilfe herumschlagen. Außerdem liegt Haralds Ziehvater Munk (Jens Okking) im Sterben und bittet ihn, seinen Sohn Ludvig (Torkel Petterson) aus einem schwedischen Knast zu holen. Zusammen mit seinen Gehilfen Martin (Nikolaj Lie Kaas) und Peter (Tomas Villum Jensen) überquert er den Öresund, um Ludvig zu befreien. Doch das ist erst der Beginn dieser wahnwitzigen Geschichte um Frauenmorde, Verfolgungsjagden und die große Liebe, die Ludvig in Persona der lebensmüden Mille (Iben Hjejle) über den Weg läuft…

Um den hatte ich mich lange herumgedrückt, die DVD (nebenher: exzellente Bildqualität) lag tatsächlich schon über 10 Jahre hier rum. Aber meine Befürchtungen wurden schnell zerstreut, denn das Prequel zu IN CHINA ESSEN SIE HUNDE behält in Form von Bodnia, Petterson, Villum Jensen, Patterson und Radovic alle Pluspunkte des ersten Films und bietet ein weit besseres Skript auf, das die ganze Chose wirklich gut unter einen Hut bringt. Und so funktioniert hier die Mischung aus pechschwarzen, anarchischem Witz und Melancholie weitaus besser. Gerade wenn man beide hintereinander schaut, merkt man das sehr deutlich; gerade die Haralds Clique mit Peter, Martin und Vuk bekommt weit mehr Raum, was die Schauspieler gut zu nutzen wissen. Der hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht!

THE GOOD COP (Lasse Spang-Olsen, 2004)

Der korrupte Cop Jens (Kim Bodnia) muss seinen kleinkriminellen Freunden helfen, als sie aus Versehen einen Container mit Seide klauen, der den Chinesen gehörte. Plötzlich sind auch noch weitere Gangster verstrickt, und Jens muss auch seinen Chef Manfred (Jens Okking) und Kollege Sune (Nicolaj Coster-Waldau) auf Distanz halten. Dabei erwartet Luis (Iben Hjejle) von Thomas (Aqua-Sänger René Dif), der bei dem Bruch sein Gedächtnis verloren hat, auch noch ein Kind, und Jens hat zudem ganz eigene familiäre Probleme…

Der Plot wirkt arg zusammengestoppelt und der hässliche DV-Look schreckt ein wenig ab. Man könnte meinen, hier einen billigen dtv-Film der späten 90er zu sehen. Doch gerade wegen Kim Bodnia macht THE GOOD COP schon eine Menge Spaß, auch einige Bekannte aus den früheren Filmen von Lasse Spang-Olsen und auch Nicholas Winding Refns PUSHER-Filmen sind hier zu sehen. So wirklich spannend wird das ganze Hin und Her nie, aber dafür mündet es in einem wirklich actionreichen Finale. Wer IN CHINA ESSEN SIE HUND oder OLD MEN IN NEW CARS mochte, kann auch hier mal einen Blick riskieren.

09.05.20

FATIGUE (Michael Barnes, 2003)

Der Kleinkriminelle Mitchell (Michael Faires) ist nicht gerade ein Glückspilz, und Geldprobleme hat er auch noch. Als er für einen befreundeten Gangster einen vermeintlich harmlosen Botengang erledigen soll, willigt er ein. Doch das Treffen mit der Kontaktperson im Park stellt sich als Falle heraus, es endet blutig. Mit einigen wertvollen Diamanten in der Tasche und Killern im Nacken taucht er bei Ex-Freundin Rachel (Sophie Coryndon) unter, deren Augen beim Anblick der Diamanten funkeln. Als er sich zu einem Händler aufmacht, um einen der Steine schätzen zu lassen, wird Rachel entführt. Man will jetzt sie gegen die Diamanten tauschen. Und Mitchell selbst hat keine Wahl. Denn was die Entführer nicht wissen, ist, dass Rachel die Diamanten bei sich trägt…

Waliser No-Budget-Thriller, der zwar nicht mit origineller Story und guten Dialogen Punkten kann, aber mit düsterem Score, schnellen Schnitt und groben Hi8-Bildern überzeugt. Außerdem legt der Film ein hohes Tempo vor, was Langeweile von vornherein eliminiert. Für Freunde von Independent-Filmen definitiv einen Blick wert.

INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE (Hua Shan, 1975)

Die Staaten der Erde werden den Monstern der fiesen Dämona (Terry Liu) angegriffen, die nach einem unendlich und zwei Tage langen Schlaf im Erdinnern nun die unangefochtene Herrschaft über den Planeten einfordert. Hoffnung gibt es nur noch durch Professor Chang (Wang Hsieh), der den mutigen Reima (Danny Lee) per Bestrahlung und hypermoderner Ausrüstung in den Infra-Supermann verwandelt. Doch kurz bevor sie zum finalen Schlag gegen die Invasoren ausholen können, entführen Dämonas Schergen Mei-Mei (Yuan Man-Tzu), die Tochter des Professors…

Die Shaw Brothers wollten an der Popularität der japanischen Takusatsu prosperieren, herausgekommen ist ein lustiges Martial-Arts-Knautschmonster-Abenteuer mit einigen netten Kostümen und Sets. Sogar der ein oder andere visuelle Effekt ist gelungen. An sich ziemlicher Kinderkram, aber man wird ja auch nie richtig erwachsen, oder?

DIE FARBE AUS DEM ALL (Richard Stanley, 2019)

Nathan (Nicolas Cage) und Teresa Gardner (Joely Richardson) haben sich der Hektik der modernen Welt entzogen und leben mit ihren drei Kindern abgeschieden auf einer Farm in New England. Hydrologe Ward (Elliot Knight) ist der erste Fremde, der sie seit langer Zeit hier aufsucht. Er soll für die Wasserwerke das Grundwasser untersuchen. Eines Nachts stürzt ein Meteorit auf ein Feld, und schon kurz darauf verändern sich Pflanzen und Tiere, und auch die Gardners selbst…

Visuell nett trippiger SF-Horror. Die ersten 45-50 Minuten sind wirklich gut, doch dann verläßt Stanley wieder einmal die Inspiration. Wenn der Film zum vermeintlich interessanten Teil übergeht, wird’s plötzlich ziemlich zäh. Außerdem hat er Nic Rage nicht wirklich im Griff, der legt schon von Anfang an gut los, ist viel zu schnell über Betriebstemperatur. Wahrscheinlich hat Stanley ihn in den Rage-Szenen noch nicht einmal mehr versucht, Regieanweisungen zu geben. Das Finale reißt es dann noch raus, das macht schon Laune, wenn Stanley alles, was er an Beleuchtung da hatte, an die Sets karrt. Sowieso macht er optisch viel richtig, der Film sieht wahrscheinlich wertiger aus, als das knappe Budget eigentlich hergegeben hat. Aber das war ja noch nie Stanleys Problem. Hier bekommt er sogar praktische Effekte und CGI ziemlich gut unter einen Hut. Eine unheimliche Atmosphäre ist immer vorhanden, auch der Score, der großteils ziemlich carpenteresk fährt, lässt sich gut an. Das ist schon schade, hier wäre definitiv viel mehr drin gewesen. Besser als bspw. THE CURSE ist er allemal, das ist aber auch keine Messlatte. Ich muss unbedingt demnächst mal die deutsche Adaption der Lovecraft-Geschichte sehen.

10.05.20

MAIGRET KENNT KEIN ERBARMEN (Jean Delannoy, 1959)

Auf Bitten der Gräfin zu Saint-Fiacre (Valentine Tessier) kehrt Inspektor Maigret (Jean Gabin) in seine alte Heimat zurück. Ihr wurde in einem anonymen Brief ihr baldiger Tod angekündigt. Und tatsächlich stirbt die Dame am nächsten Tag an einem Herzanfall. Maigret glaubt an einen Mord, da Sohn Maurice (Michel Auclair) hoch verschuldet ist, aber auch andere vom Ableben der Gräfin profitieren…

Wie schon Gabins erster Auftritt als Maigret bietet sich hier ein dialoglastiger Krimi, in dem sich der Ermittler die Hinweise hart erarbeitet und immer wieder bei den Beteiligten nachbohrt. Das ist schon eine sehr spannende Angelegenheit, da es an Verdächtigen in der kleinen Ortschaft wahrlich nicht mangelt, und die Möglichkeiten, der herzkranken Gräfin den kleinen Stoß, den benötigten Schock zu verpassen, begrenzt sind. Am Ende versammelt Maigret dann alle Verdächtigen in einem Raum und holt zum großen Schlag aus, und das sollte man als Krimifan schon gesehen haben. Schade ist, dass Jean Gabin hier schon wieder einen anderen Synchronsprecher hat als zuerst in KOMMISSAR MAIGRET STELLT EINE FALLE (1958) und später in KOMMISSAR MAIGRET SIEHT ROT (1963).

Dear Diary – Das Filmtagebuch

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