Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 6 / 2020

In der Pre-Oscar-Woche gab es nicht einen einzigen Oscar-prämierten Film bei mir zu sehen. Muss ja auch nicht sein. Ein bisschen Blockbuster-Kino und kaum bekannte Exploitation tun’s ja auch…

03.02.2020

RAMBO: LAST BLOOD (Adrian Grunberg, 2019)

John Rambo (Sylvester Stallone) genießt auf der elterlichen Farm in Arizona mit seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) und deren junger Nichte Gabrielle (Yvette Monreal) seinen Ruhestand. Als die junge Studentin nach Mexiko fährt, um ihren Vater aufzusuchen, der sie vor Jahren verlassen hat, gerät sie in die Hände der Mädchenhändler Hugo (Sergio Peris-Mencheta) und Victor Martinez (Oscar Jaenada). Auf der Suche nach Gabrielle zettelt Rambo einen Kleinkrieg mit den Verbrechern an…

11 Jahre nachdem er Teile der burmesischen Armee zu Klump geschossen hat, darf Stallones Rambo dann endlich seinen Abgesang feiern. Und damit sein gealterter Held auch ordentlich etwas zu kämpfen und rächen hat, fügt er seiner Figur im letzten Teil seine größte Niederlage zu. Und der inzwischen zu einem Furchen durchzogenen Granitklotz John Rambo bekommt tatsächlich Risse und darf Gefühle zeigen. Aber da wir es eben immer noch mit John Rambo zu tun haben, der das Ganze mit seinen zwei patentierten Gesichtsausdrücken bestreitet, bleibt das große Drama aus, sondern mündet in einer recht kurzen, aber dafür heftigen Splatter-Parade auf Rambos eigenen Hof. Das ist dann auch genauso wenig spannend, wie das Drama mitreißend, aber dennoch gekonnt runterkurbelt. Am Ende musste ich nochmal kurz lachen, denn was andere nur daher reden, setzt Rambo wirklich in die Tat um. Im Abspann gibt es dann auch noch eine Reise durch 37 Jahre Rambo, um den Abschluss der Geschichte zu zementieren. Insgesamt kein großer Wurf, aber schön war’s irgendwie trotzdem.

JACK CLIFTON JAGT WOSTOW 3 (Maurice Cloche, 1964)

Als einige Curaremorde auf Spionage in Nato-Kreisen schließen lassen, schickt das FBI seinen Agenten FX18, Jack Clifton (Ken Clark), der gerade sowieso im Urlaub in Rom verweilt. Seine Ermittlungen führen ihn nach Marseille. Dort schleust er sich mit Hilfe der schönen Patricia (Jany Clair) In einen Spionagering ein, wo er einem Doppelagenten auf die Spur kommt…

Unter den Eurospy der 60er gewiss keiner der aufregenden oder gar spannenden Vertreter. Routiniert runtergekurbelt, mit Ken Clark in der Hauptrolle gut besetzt, macht sich aber immer wieder das schmale Budget bemerkbar, sei es in der Ausstattung oder auch der Action. Lustig ist aber, dass Co-Star Jany Clair, wenn sie dann in der zweiten Hälfte auf unserer Helden trifft, eigentlich nur immer wieder für ein paar Schläge gut ist. Die Arme muss wirklich die ganze Zeit einstecken. Aber so war das halt in den 60ern: der Mann hat geprügelt, die Frau hatte zu Jauchzen.

THE .44 SPECIALIST (Stelvio Massi, 1976)

Undercover-Cop Mark (Franco Gasparri) ist unzufrieden, denn seine einzige Aufgabe besteht darin, kleine Dealer und Räuber aufzuspüren. Doch dann spricht ihn die attraktive Olga (Marcella Michelangeli) an, und plötzlich findet sich Mark in den Reihen einer Terrorzelle wieder. Nach dem Tod ihres dritten Manns nach einem Attentat, suchen Olga und Paul (John Steiner) einen neuen Partner. Mark kann sich bewähren und auch noch heimlich die Terror-Abwehr für den Fall begeistern. Terrorspezialist Altman (John Saxon) von Interpol hofft, mit seiner Hilfe das ganze Terrornetzwerk zu sprengen und an die Hintermänner zu kommen. Doch dazu muss Mark in die Planung des nächsten Attentats einsteigen…

Erstaunlich zielstrebiger Action-Thriller, der sich gar nicht so streng an den vorherrschenden Polizieschi der Mitt-70er orientiert, was dem Film sichtlich gut tut. Franco Gasparri spielt ungewohnt souverän, auch wenn er einem in manchen Szenen immer noch wie ein Posterboy vorkommt. Mit John Saxon als Gast-Star und John Steiner als Co-Star gut besetzt, gelingt es Massi tatsächlich, eine beachtliche Grundspannung aufzubauen und zu halten. Das Finale ist dann eher unspektakulär, aber ganz im Sinne der Dramaturgie, die allzu großen Tam-Tam strikt meidet. Nun nicht der ganz große, der Massi und Autor Sacchetti hier gelungen ist, aber doch ein ansehnlicher Thriller.

04.02.2020

FLASHBACK – MÖRDERISCHE FERIEN (Michael Karen, 2000)

Als Kind musste Jeanette (Valerie Niehaus) mit ansehen, wie ihre Eltern von einem Verrückten mit einer Sichel dahingemeuchelt wurden. Als junge Frau nimmt sie nun eine Stelle als Nachhilfelehrerin für die drei Geschwister Leon (Xaver Hutter), Melissa (Alexandra Neldel) und Lissy (Simone Hanselmann) an, die sie in einem Ferienhaus in den Alpen unterrichtet. Dort sieht sie sich nicht nur den Annäherungsversuchen von Leon ausgesetzt, auch der damalige Mörder scheint ihr hierhin gefolgt zu sein…

Ergeht sich anfangs in dummdödeligen Referenzen, ganz wie man es von einem deutschen Slasher der Mittelklasse erwarten würde. Danach gibt der Film sein bestes, alle Protagonisten noch unsympathischer erscheinen zu lassen, als sie es eingangs schon waren, um damit tatsächlich seinen Twist vorzubereiten, der zwar auch recht altbacken daherkommt, aber so scheiße gar nicht ist. Der ist zwar nicht gut, aber hier in Deutschland nimmt man ja alles an Genreware dankend an, was nicht von Grund auf und komplett vermurkst ist. Der ist zumindest besser als SIN REAPER.

05.02.2020

GATE OF FLESH (Seijun Suzuki, 1964)

Jô Shishido Retrospektive Film #5

Nach der Kapitulation ächzt die Bevölkerung unter den Folgen des Krieges und der amerikanischen Besatzung. Es gibt keine Arbeit, nicht genug zu Essen. Die Kriegswitwe Maya (Yumiko Nogawa) schließt sich notgedrungen einer Gruppe von selbstverwalteten Prostituierten an. Sie haben einfache, aber strikte Regeln: keine GIs, verteidige das Revier und das Haus, verschenke nie Deinen Körper (und Dein Herz)! Ein Verstoß wird erbarmungslos bestraft. Eines Tages sucht der Gauner Shintaro (Jô Shishido) auf der Flucht vor der MP bei den Frauen Unterschlupf. Maya verliebt sich in den rauhen Macho…

Feines Nachkriegs-Drama, das dick aufträgt, was aber gut zur durch und durch künstlichen Studio-Atmosphäre passt. Suzukis Film ist für seine Zeit unerwartet offenherzig und auch ziemlich hart. Erste Ansätze des späteren Hangs zu Bondage- und Folterfilmen, denen ja gerade Nikkatsus Konkurrent Toei ab Ende der 60er praktizierte, sind erkennbar, wenn auch weit weniger exploitativ als in nachfolgenden Werken. Shishidos Macho fungiert für die Mädchenrunde als Katalysator, lässt ihre Dämme brechen. Ein Muss für Fans von Suzuki und Shishido.

ALEXANDRE AJAS MANIAC (Frank Khalfoun, 2012)

Frank Zito (Elijah Wood) durchstreift Los Angeles des Nachts auf der Suche nach neuen Opfern, jungen Frauen, die er tötet und skalpiert, um zu Hause seine Mannequins damit auszustaffieren. Doch mit der Fotografin Anna (Nora Arnezeder) ist es anders, sie möchte er nur um sich haben. Lebendig…

Eines der besten Horror-Remakes unserer Zeit. Das Skript tat gut daran, die Story vom schmierigen New York ins oberflächliche L.A. zu verlegen, auch wenn die Inszenierung weit vom Hochglanz-Kitsch entfernt ist. Auch die neue Perspektive, die den Film nahezu aus der Perspektive des Killers erlebbar macht, inklusive einiger Momente, in denen er merklich „neben sich“ steht. Elijah Wood passt in die Rolle, gerade weil er auch so unscheinbar wirkt. Einzig Nora Arnezeder, die in der deutschen Synchro dann noch einen deftig-nervigen französischen Akzent verpasst bekam, fehlt deutlich ab. Doch das wird von Khalfouns spannender Inszenierung und der stellenweise beinahe unerträglichen Härte, die mich in dieser Form für einen Mainstream-Film sehr überrascht hat, locker wieder aufgefangen. Wegen seiner heftigen, sehr realistischen Kills (ich sag nur Erwürgen) sicherlich nicht für Zuschauer mit schwachen Nerven geeignet.

DER TODESJÄGER (James Sbardellati, 1983)

Ein unwilliger Barbar (Rick Hill) wird von einem abgesetzten König und einer Waldhexe dazu gedrängt, drei Insignien der Macht zu besorgen und in einem Turnier um das Reich des Magiers Munkar (Bernhard Erhard) und die Freiheit von Prinzessin Codille (Barbie Benton) anzutreten…

Lustiger Trash aus dem Hause Roger Corman, der sich selbst keinen Meter wirklich ernst nimmt. Und das ist auch gut so, denn der Fantasy-Hobel ist unsäglich billig, die Schauspieler unglaublich schlecht und die Action eigentlich nicht der Rede wert. Aber alles in allem ist das ein kurzweiliger Spaß. Alleine der doofe Blick von Rick Hill, dem Held wider Willen, ist schon eine Sichtung wert. Ein Muss für Trash-Fans.

06.02.2020

AUFTRAG MORD (Martin Ritt, 1968)

Auf Sizilien begrüßt der flüchtige Mafiaboss Frank Ginetta (Kirk Douglas) seinen Bruder Vinnie (Alex Cord). Noch einmal lässt er die Ereignisse, die seit dessen Austritt aus der Armee in den Staaten dazu geführt, dass die beiden sich entzweihen, Revue passieren…

Feines Mafia-Drama, bei dem der geneigte PATE-Fan vielerlei Déjà Vus erleben wird, denn viele Szenen standen augenscheinlich für den Paten, ähm, Pate. Auffällig ist diesbezüglich auch, dass sich hier eben noch nicht solch einer schwülstigen Sprache befleißigt wird, wie es eben nach Puzos Buch und noch mehr Coppolas Film der Fall war. THE BROTHERHOOD/AUFTRAG MORD zeigt auf, wie das organisierte Verbrechen der ehemaligen sizilianischen Einwanderer sich auf amerikanischen Boden veränderte und auch anderen öffnete, um zu expandieren. Kirk Douglas‘ Frank hängt immer noch dem alten Ehrbegriff der Omerta hinterher und gerät dadurch schnell ins Abseits, während sein Bruder, der bisher nichts mit der Mafia zu tun haben wollte, durch seinen Stiefvater Einstieg in diese Welt findet. Regisseur Ritt schickt dabei Kirk Douglas auf Konfrontationskurs mit seinen Bruder als Ausdruck der Konfrontation der alten gegen die neue Welt, bzw. ein altes Wertesystem gegen ein neues. Dadurch verdeutlicht er, dass auch das Verbrechen einer ständigen Veränderung unterliegt und Begriffe wie Ehre und Familie letztendlich nur leere Hülsen, wenn damit Mord und Machterhalt gerechtfertigt werden sollen.

ILSA – SHE-WOLF OF THE SS (Don Edmonds, 1975)

Im Konzentrationslager Medical Camp 9 werden die Gefangenen für grausame Experimente missbraucht. Die SS-Kommandantin Ilsa (Dyanne Thorne) führt dort ein gnadenloses Regiment. Immer wieder holt sie sich männliche Gefangene in ihr Bett, um sie am nächsten Tag zu kastrieren. Doch der Amerikaner Wolfe (Gregory Knoph), der ihre Libido als einziger zu befriedigen vermag und daher von ihr verschont wird. Doch Wolfe plant mit anderen Gefangenen den Ausbruch aus der Hölle des Lagers…

Billiger, aber zünfiger Nazisploiter, der mit seinen guten Lager-Sets aus EIN KÄFIG VOLLER HELDEN etwas aus dem Rahmen fällt. Er kann mit Dyanne Thorne als Ilsa natürlich enorm punkten, bietet daneben noch ein wenig lustiges Pseudo-Deutsch (und teils falsch geschriebene Schilder), einige grimmige Folterszenen und ein böses Bad Ending. Regisseur Edmonds prescht sein Kuriositäten-Kabinett voller denkwürdiger Trash-Momente dazu auch zügig herunter. Das ist eine ganze Tüte voll Spaß für Freunde abseitigen Humors.

07.02.2020

LONG WEEKEND (Jamie Blanks, 2008)

Eigentlich wollten Peter (Jim Caviezel) und Carla (Claudia Karvan) mit ihrem Freund Luke nebst neuer Freundin ein gemütliches Paarwochenende in der Wildnis verbringen. Doch schon die Hinfahrt wird durch Streitereien und ein ungenaues Navi zur Geduldsprobe. Als Peter am erste Morgen das Lager aufschlägt, ist von den anderen beiden immer noch keine Spur. Während Peter sich in freier Natur wohl fühlt und seinem Faible für die Jagd und das Surfen fröhnt, macht Carla aus ihrer Unzufriedenheit keinen Hehl. Ständig geraten die beiden aneinander. Und die Natur scheint von den Städtern genug zu haben und schlägt zuerst unmerklich, aber alsbald gnadenlos zurück…

Regisseur Blanks fährt den Öko-Horror im Vergleich zum Original von ’78 stark zurück und fokussiert den Blick des Zuschauers auf die zerrüttete Ehe der Protagonisten. Für die meisten zuerst mysteriös anmutenden Zwischenfälle mit der Natur bietet der Film eine recht einfache Erklärung. Nur zum Ende hin scheint sich Flora und Fauna gegen sie zu verschwören, wobei sie dann auch schon beide wahnhafte Anwandlungen an den Tag legen. So kann sich der ’08er LONG WEEKEND neben dem Original etablieren, da er genug eigene Ideen und dramaturgische wie inszenatorische Kniffe bietet, sogar mehr Thriller als Horrorfilm ist. Er bietet nebenher auch ein kurzes Wiedersehen mit Ozploitation-Urgestein Roger Ward (MAD MAX, INSEL DER VERDAMMTEN).

THE GIFT – DIE DUNKLE GABE (Sam Raimi, 2000)

Annie (Cate Blanchett), verwitwet mit drei Kindern, lebt im beschaulichen Brixton und schlägt sich als Hellseherin durch, in dem sie den Leuten die Karten legt. Aber sie kümmert sich auch als gute Seele um die, die sich nicht selber helfen können, wie dem psychisch gestörten Buddy (Giovanni Ribisi) und der naiven Valerie (Hilary Swank), die immer wieder von ihrem Mann Donnie Bargsdale (Keanu Reeves) verprügelt wird. Letzteres bringt ihr den Unmut des gewalttätigen Gatten ein, der ihr und ihren Kindern droht. Eines Tages verschwindet Jessica (Katie Holmes), die junge Verlobte des Schulleiters Wayne (Greg Kinnear), zu dem Annie ein gutes Verhältnis pflegt. Annie hat eine Vision der toten Jessica und tritt damit eine Reihe von Ereignissen los, die erst über Umwege zur Wahrheit führen…

Sprödes Mystery-Drama, der gar nicht daran interessiert ist, einen spannenden Kriminalfall aufzubauen. Sam Raimi beleuchtet lieber die verschiedenen Charaktere, die nebenher exzellent besetzt sind. Das kann aber leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass er dabei die Dramaturgie zumeist schleifen lässt. Die Spannung leidet zusehends, weil Annie als Dreh- und Angelpunkt der Erzählung einfach nicht genug Facetten besitzt, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Das kommt auch davon, dass ihre Gabe und ihre Integrität von Raimi zu keiner Zeit infrage gestellt werden. Auch der als Gegenpol aufgebaute Donnie Bargsdale, der sie gerne auch als Hexe beschimpft, erweist sich als viel zu eindimensional. Es kann doch nicht sein, dass jede kleine Nebenfigur lebendiger und vielseitiger erscheint als die beiden! Das macht viel kaputt, was die Erzählung sorgfältig aufgebaut hat. Schade drum, denn dadurch wird der Film dröge und langweilig.

GUN WOMAN (Kurando Mitsutake, 2014)

Die Junkie-Hure Mayumi (Asami) wird von Dr. Mastermind (Kairi Narita) gekauft und zur Killerin ausgebildet, außerdem implantiert er ihr Waffenteile, die sie so an jeglicher Kontrolle vorbeischmuggeln kann. Sie soll einen Milliardärssohn töten, der einst seine Frau vergewaltigte, tötete und verspeiste. Mayumi wird zur Gun Woman und dringt in das Reich des wahnsinnigen Serienmörders ein…

Sichtbar kostengünstig produziertes Gore-Movie, das man wohl auch in die Sexploitation-Ecke stellen könnte. Denn neben einigen derben Sex-Einlagen, inklusive Rape, Nekrophilie und Kannibalismus, dreht es sich im Schlussakt darum, dass die attraktive Asami sich nackt den Weg zu ihrem Opfer vorkämpft, bevor sie verblutet. Das gestaltet sich dann auch so surreal, wie es sich anhört. Der milliardenschwere Rapist residiert nämlich an einem Ort, der vorsorglich schon mal komplett mit weißer Plane ausgelegt und verkleidet ist. Die mit HD-Cam gefilmten Shoot-outs präsentieren einige digitale Spielereien, die aber kaum das schmale Budget verschleiern können. Erwähnenswert ist auch der Score von Dean Harada, der herrlich oldschool daherkommt. Insgesamt kein spannender, kein guter Film, aber nicht gänzlich uninteressant.

DARK GODS – DIE DUNKLE SEITE DER GÖTTER (Tom Paton, 2018)

Ren (Samantha Schnitzler) arbeitet in der Artemis Black Site, einer Art Portal, wo man die Alten Götter, die sich nach langen Kämpfen in menschliche Wirtskörper verkrochen haben, in eine andere Dimension deportiert. Als Gott Erebus (Kris Johnson) dort eintrifft, geht einiges schief, und Ren muss sich ausgerechnet dem Wesen stellen, das einst ihren Vater getötet hat…

Ein zeitweise etwas wirrer Lovecraftian Sci-Fantasy, der sich an einer Carpenter-Hommage versucht, aber daran ebenso scheitert wie der wohl besser bestückte THE VOID. Aber der Film ist sich seiner Defizite bewusst und verhebt sich zumindest nicht dermaßen, dass es peinlich wird. Cooler Synthie-Score und manchmal sieht man einen Schatten vom „Großen Alten“ aka Cthulhu.

A BITTERSWEET LIFE (Kim Jee-woon, 2005)

Sun-woo (Lee Byung-hun) ist die rechte Hand des Gangsterbosses Kang (Kim Yeong-cheol), übernimmt für diesen alle unangenehmen Arbeiten. Als Kang auf eine Geschäftsreise fährt, erteilt er Sun-woo den Auftrag, seine Geliebte Hee-soo (Shin Min-a) zu überwachen und einen etwaigen Nebenbuhler zu töten. Er kann den Geliebten der Geliebten identifizieren, hat jedoch Mitleid und lässt ihn laufen. Ein schwerer Fehler, den er teuer bezahlen soll…

Boah, mit den ganzen Vorschusslorbeeren, mit denen er jetzt nach so langer Zeit bei mir dann endlich mal über den Bildschirm flimmerte, war die Fallhöhe dann doch enorm. Das Action-Drama ist slick gefilmt, bietet einige blutige Shoot-Outs, ist aber auf der anderen Seite unheimlich verkitscht, mit einem Hauptcharakter, der mir nicht im geringsten nahe geht oder gar sympathisch ist. Das ganze Drama ist mit fast zwei Stunden dann auch scheinbar unendlich lang. Es ist kein gutes Zeichen, wenn ich zwischendurch mehrmals auf die Uhr, bzw. den Counter schaue. Die ganzen Höchstwertungen erschleißen sich mir nicht, denn er ist nicht einmal so gut wie Jee-woons späterer I SAW THE DEVIL (bei dem ich ja auch so meine Probleme mit dem Protagonisten hatte), hier kann Sun-woo, den ich ja durchaus als armes Schwein anerkenne, sich nicht einmal an einem besonders bemerkenswerten Antagonisten abarbeiten. Das klingt vielleicht jetzt etwas zu negativ, zu harsch, denn ein einigermaßen guter Film ist A BITTERSWEET LIFE allemal, aber auch nichtsdestrotz eine mittlere Enttäuschung.

DIE RATTE – EIN MANN WIRD ZUM ZERFETZER (Robert Butler, 1980)

Anstatt einen vergüglichen Geburtstag mit seiner Tochter zu verbringen, wird der Tag für den Ex-Cop Boyd (James Brolin) zum Alptraum. Tochter Kathy wird auf dem Weg zur Schule vor seinen Augen entführt und der Kidnapper Gus Soltic (Cliff Gorman) kann nach einer Verfolgungsjagd durch die halbe Stadt mit ihr entkommen. Dabei handelt es sich um eine Verwechslung, denn Soltic glaubt, die Tochter des Millionärs Clayton in seiner Gewalt zu haben. Zu allem Überfluss ist Ex-Kollege Sgt. Barnes (Dan Hedaya) nicht gut auf Boyd zu sprechen und hält ihn davon ab, seine Suche fortzusetzen, weil er ihm ans Leder will. Auch Bauunternehmer Clayton nimmt schon den Versuch, ihn zu erpressen, persönlich. Eine mörderische Jagd durch New York beginnt…

Das war mal eine nervenaufreibende Jagd durch den Big Apple. James Brolin gibt souverän den Vater im hochtourigen Bereich, der von seiner Ex-Frau als Versager angesehen wird und dessen Ambitionen selbst der Tochter zu niedrig scheinen. Das gibt ihm gleich doppelt Anlass, alles dafür zu geben, die Kleine wohlbehalten wiederzubekommen. Auch die anderen wichtigen Rolle sind gut besetzt. Cliff Gorman (ANGEL) spielt den gesellschaftlich Abgehängten sehr überzeugend, gerade wenn er sich gegen Ende sogar noch darin versteigt, die kleine Kathy aus einer bösen Millionärs-Familie zu retten und auch noch ungesunde Gefühle ihr gegenüber entwickelt. So richtig fies darf dann Dan Hedaya (PHANTOM KOMMANDO) sein, der als korrupter Cop noch eine Rechnung mit Boyd offen hat. Dem Immobilienmagnaten Clayton traut man indes alles zu, was Entführer Soltic von ihm behauptet, er wähnt sich aufgrund seines Vermögens wohl schon lange außerhalb des Gesetzes. Und der heimliche Star des Ganzen ist mal wieder die Stadt, die niemals schläft und sich hier von ihrer prächtigst-hässlichen Seite zeigt: eine überforderte, teils korrupte Polizei, überlaufene Straßen, Bandenkriminalität und der Niedergang ganzer Stadtteile, die teils in Schutt gelegt wurden, um als billiges Baugrund verschachert werden zu können. Dazu kommen noch der kollabierende Verkehr, die Perspektivlosigkeit von Randgruppen und Rassenkonflikte. Nein, es wird nicht als schöne Gegend beschrieben. Doch es gibt nebenher auch immer wieder Personen, auch Boyd selbst, die darauf bestehen, dass es ihre Stadt, ihre Heimat sei, ein Ort, auf den sie stolz sind. Die New Yorker hatten wohl schon immer ein recht schizophrenes Verhältnis zu ihrem Kiez.

08.02.2020

THE MUTHERS (Cirio H. Santiago, 1976)

Die Piratin Kelly (Jeannie Bell) lässt sich auf der Suche nach ihrer Schwester Sandy zusammen mit ihrer rechten Hand Anggie (Rosanne Katon) ins Lager des Mädchenhändlers Monteiro (Tony Carreon) einschleusen…

Santiago mischt bunte Piraten-Action mit ein wenig Women-in-Prison. Das ist jetzt nicht besonders weltbewegend und auch nicht sehr spannend, zudem erweist sich die Action mal wieder als drittklassig, aber dafür treibt er seine dünne Plotte flott voran, lässt keine Zeit für Pinkelpausen. Wer seinen Filipino-Action-Trash schätzt, sollte auch dem was abgewinnen können.

BATMAN V SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE (Zack Snyder, 2016)

Der vorgebliche Humanist Lex Luthor (Jesse Eisenberg) gelingt es, Superman (Henry Cavill) und Batman (Ben Affleck) gegeneinander aufzubringen…

Okay, nicht wirklich ein guter Film. Die Motivation von Lex Luthor bleibt nebulös, es erscheint erstaunlich einfach die beiden Helden gegeneinander auszuspielen, Wonder Woman scheint etwas in den Film gequetscht, und man merkt (ähnlich zur Rachel in Nolans Batman-Filmen), dass Snyder Probleme hat, eine passende Lois Lane zu finden. Dennoch empfand ich den Film als positive Überraschung. Die drei Stunden vergingen erstaunlich schnell, gerade die erste Stunde fliegt nur so an einem vorbei. Ich finde, dass Snyders Kulturpessimismus hier gut passt, wo es darum geht, die beiden Saubermänner der Comicwelt zu demontieren, das war stellenweise richtig schön fies. Jeremy Irons als zynischer Alfred war toll. Und die Schauwerte gaben schon was her, auch wenn der „Endgegner“ generisch schien, machte der Kampf bedeutend mehr her, als die schlechten CGI in Endgame.

09.02.2020

DAS OMEN DES BÖSEN (Ho Meng-Hua, 1975)

Lang (Lo Lieh) will durch einen Liebeszauber bei der reichen Witwe Xu-Ming (Tanny Tien) landen. Doch der Zauberer Jian-Mi (Feng Ku) treibt ein böses Spiel mit ihm. Die intrigante Xu-Ming macht sich indes die Kräfte des Zauberers zu Nutze, um das Herz von Xu Lan (Ti Lung) für sich zu gewinnen, der im Begriff ist, Luo Yin (Lily Li) zu heiraten…

Irrwitziger Fantasy-Horror aus dem Hause Shaw. Nach einem schmissigen Prolog werden nacheinander die Martial-Arts-Stars Lo Lieh und Ti Lung zum Spielball böser Zauber. Der ganze Spaß mündet schließlich in einem effektvollen Duell zweier Zauberer. Wer mal Zugang zu asiatischer Folklore in Filmform suchen sollte, kann hier einen spannenden wie lustigen Einstieg finden.
Ach ja, man verzeihe mir, wenn ich in der Inhaltsangabe einige Namen nicht 100 % richtig genannt habe, aber die Einträge in OFDB wie auch IMDb bringen da definitiv etwas durcheinander.

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