Dear Diary… on the watch – Kalenderwoche 52

Hier ist er also endlich. Der Tagebucheintrag zur letzten Kalenderwoche 2019. Das Filmtagebuch wird es 2020 in dieser Form nicht mehr geben, denn am Ende war es mehr eine Bürde, denn eine Bereicherung. Es hat mich viel Zeit gekostet, immer wieder ein Update zu posten, insgesamt 52 Mal. Kurzkritiken von mir wird es immer noch auf Letterboxd geben. Die gewonnene Zeit werde ich in andere Blogeinträge oder Artikel, etwa dem Obscure Shit oder meinen lange schon geplanten Godfrey Ho und Takashi Miike Retrospektiven, investieren, die mir lohnenswerter erscheinen.

Aber wenn schon, denn schon. Heute gibt es noch einmal die geballte Ladung Kurzkritiken zu mehr als 20 Filmen. THE EXPANSE Season 4 hat mal wieder (fast) alle Erwartungen erfüllt. Die Showrunner verfielen nicht in wilden Aktionismus und ließen es, trotz der neuen Möglichkeiten, sehr ruhig angehen. Daran merkt man aber auch, dass man von Seiten Amazon noch viel mit dieser Serien vor hat. Und jetzt ist wieder Warten angesagt…


KW52 (26 Filme, 11 Serienepisoden, 6 Hörspielfolgen)


23.12.19

Filme

DER TEUFEL FÜHRT REGIE (Fernando Di Leo, 1973) 8,5/10

Im Auftrag seines Bosses Don Corrasco (Richard Conte) löscht der Killer Lanzetta (Henry Silva) fast den gesamten Clan seines Konkurrenten Don Attardi (Andrea Aureli) aus. Als Reaktion darauf entführt einer seiner Gefolgsleute Rina (Antonia Santilli), die Tochter von Corrascos Verbündeten Don D’Aniello (Claudio Nicastro). Lanzetta wird nun beauftragt, die Sache zu lösen, ohne das die Organisation das Gesicht verliert. Eine Zahlung von Lösegeld oder jedes andere Eingeständnis kommen nicht in Frage. Doch Don D’Aniello plant, hinter den Rücken seines Freundes über die Freilassung seiner Tochter zu verhandeln…

Der letzte Film der Milieu-Trilogie lichtet Di Leo ein Haifischbecken ab, in dem Henry Silvas Lanzetta vielleicht zu den skrupellosesten, aber lange nicht dicksten Fischen gehört. Aber letztlich ist hier jeder Raubfisch auch nur Futter für die, die ihn erlegen. Nebenher natürlich wieder exellenter, aber eben extrem kaltschnäuziger Thriller, der nicht für Leute geeignet ist, die eine Identifikationsfigur als Protagonisten brauchen. Denn IL BOSS ist nur voll von schlechten Menschen.

RUNAWAY – SPINNEN DES TODES (Michael Crichton, 1984) 6,5/10

In einer nahen Zukunft sind einfache Roboter ein Teil des Alltags der Menschen. Der zurückhaltende Cop Jack Ramsey (Tom Selleck) ist der Robotik-Experte der Polizei. Er kümmert sich um dysfunktionale Erntehelfer genauso wie amoklaufende Haushaltshilfen. In letzter Zeit häufen sich die Zwischenfälle mit den elektronischen Handlangern. Mit seiner neuen Partnerin Karen Thompson (Cynthia Rhodes) entdeckt er, dass in den Modellen manipulierte Chips verbaut sind. Dahinter steckt der größenwahnsinnige Luther (Gene Simmons)…

Unterhaltsamer Tech-Thriller, der in seinem Bemühen eine möglichst reale, aber nicht zu weit entfernte Zukunft, gerade aus heutiger Sicht, ein wenig an Glaubwürdigkeit einbüßt. Gene Simmons hält sich als Bösewicht noch angenehm zurück. Selleck ist sympathisch wie eh und je, und auch die Chemie zwischen ihm und Cynthia Rhodes stimmt.

THE LIMEY (Steven Soderbergh, 1999) 7,5/10

Gerade aus dem Knast, muss der alternde Berufsverbrecher Wilson (Terence Stamp) hören, dass seine Tochter Jenny in L.A. bei einem Unfall gestorben sein soll. Doch er möchte gerne persönlich die Umstände ihres Todes in Erfahrung bringen und reist ins sonnige Kalifornien. Hilfe findet er bei Ex-Knacki Eduardo (Luis Guzman), der ihn in die zwielichtige Seite der Stadt der Engel führt. Im Musikproduzenten Terry Valentine (Peter Fonda) findet er jemanden, den er für Jennys Tod verantwortlich machen kann…

Rache-Thriller um zwei Altstars. Terence Stamp brilliert als alternder Gangster und auch Fonda passt wie die Faust aufs Auge als in die Jahre gekommener Playboy. Luis Guzman ist mal wieder die gute Seele des Films, schön fand ich es auch, Joe Dallesandro mal wieder zu sehen. Die innovative Montage gibt den Figuren durch einzelne Bilder mehr Tiefe, als es mehrere Minuten Handlung hätten erreichen können.


Serien

American Dad 13.21 – „Der talentierte Mr. Dingleberry“
American Dad 13.22 – „Auf nach Mexiko“
Robot Chicken


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (159) …Nacht des Tigers


24.12.19

Filme

STAR WARS: EPISODE III – DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER (Richard Marquand, 1983) 9/10

Luke (Mark Hamill), Leia (Carrie Fisher) und Lando (Billy Dee Williams) können Han Solo (Harrison Ford) aus der Gefangenschaft Jabba des Hutten befreien. Um den neuen Todesstern des Imperiums zu zerstören, reisen sie auf dem Mond Endor, um dort einen Feldgenerator zu zerstören. Doch während sich dies als Falle entpuppt, stellt sich Luke seinem Schicksal und tritt seinem Vater Darth Vader (David Prowse) gegenüber…

Fantasievoller Abschluss der ersten Trilogie, obwohl nicht ganz die Klasse seines Vorgängers erreicht wird. Alle Fäden der Geschichte werden auf jeden Fall befriedigend zu Ende geführt. Der Film bietet noch einmal eine Vielzahl seltsamer Kreaturen auf, am einprägsamten davon waren sicherlich die niedlich wirkenden Ewoks. Insgesamt kann man das Finale als sehr gelungen bezeichnen, denn allzu große Ruhepausen gönnt einem der Film nicht, wenn die Action erst einmal angelaufen ist.

GHOST IN THE SHELL 2.0 (Mamoru Oshii, 1995/2008) 8/10

Vor einigen Jahren kam man auf die Idee, den Animeklassiker um eine Cyborg-Killerin und künstliche Intelligenz auf der Flucht etwas aufzupäppeln. Leider fügen sich die neuen CGI-Inserts, die an sich nicht schlecht aussehen, nicht sehr homogen ins Gesamtbild ein, was einen ärgerlicherweise immer mal wieder rausreißt. Ich empfehle, bei der alten Version zu bleiben. Über den Film selbst braucht man wohl kaum mehr Worte verlieren; war ein Klassiker, bleibt ein Klassiker.

STIRB LANGSAM (John McTiernan, 1988) 10/10

Bruce Willis vs Alan Rickman. Ort: Nakatomi Tower
Immer wieder ein Fest: Cast, Setting, Pacing und Action, wunderbare One-Liner. Da stimmt alles.

STIRB LANGSAM 2 (Renny Harlin, 1990) 8,5/10

Bruce Willis vs William Sadler. Ort: Washington Airport
Größerer Spielplatz, mehr Action. Nicht ganz so gut wie der erste, genauso eine Action-Referenz.

ROBOCOP (Paul Verhoeven, 1987) 10/10

Die Reste von Polizist Murphy werden nach seinem gewaltsamen Ableben in einen Cyborg gesteckt. Als Robocop soll er für die OmniConsumerProducts den Boden bereiten, um Detroit in das futuristische Delta City verwandeln zu können.

Verhoevens World Building ist grandios, der Film sieht immer noch fantastisch aus, das Setting kann überzeugen. Peter Weller liefert ein nuancierte Performance als Blechbulle, aber der Film ist großartig bis in die Nebenrollen besetzt: Ronny Cox, Kurtwood Smith, Miguel Ferrer und, nicht zu vergessen, Nancy Allen. Den kann ich immer wieder gucken, auch mehrmals im Jahr.

PHANTOM COMMANDO (Mark L. Lester, 1985) 9/10

Wenn Arnold Schwarzenegger seine geliebte Tochter Alyssa Milano lebend wiedersehen will, muss er mit den Gangstern um seinen alten Kameraden Vernon Wells zusammenarbeiten – Richtig? Falsch!
Arnie prügelt, schlitzt und ballerst sich durch dieses 80s-Action-Inferno, dass man aus dem Grinsen nicht mehr herauskommt. Solche Filme werden leider nicht mehr gedreht, schade…


Serie

Eine schrecklich nette Familie 9.26 – „Der geheime Verehrer“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (160) …Geheimnisvolle Botschaften
Die drei Fragezeichen (161) …Die blutenden Bilder


25.12.19

Filme

LETHAL WEAPON – ZWEI STAHLHARTE PROFIS (Richard Donner, 1987) 10/10

Der lebensmüde Riggs (Mel Gibson) wird dem alternden Murtough (Danny Glover) als neuer Partner zur Seite gestellt. Zusammen beißen sie sich in einem Fall um den Mord an der Tochter von Hunsaker (Tom Atkins), Murtoughs alten Vietnam-Kumpel. Dahinter stecken Drogenschmuggler, die sich aus Ex-Marines (u.a. Gary Busey) rekrutieren. Der Kampf gegen die Gangster wird mit harten Bandagen geführt, was in Riggs wieder neuen Lebensmut weckt. Was für ein Film! Perfekt geskripteter Reißer, mit mehr Action, Humor und Drama als in allen anderen Hollywood-Produktionen zuvor.

ZOMBIE HOLOCAUST (Marino Girolami, 1980) 6/10

New Yorker Pathologe Dr. Chandler (Ian McCulloch) reist mit seiner Assistentin Lori (Alexandra Delli Colli) in die Karibik, um dort mit Dr. Obrero (Donal O’Brien) dem Geheimnis mehrerer entstellter Leichen nachzugehen. Sie ahnen nicht, dass Obrero Düsteres im Schilde führt, und finden sich bald zwischen kannibalistischen Eingeborenen-Ritualen und Zombie-Attacken wieder.

Lustiger, stellenweise recht harter Reißer. Bietet aber nichts, was es in anderen Filmen nicht mehr und besser gibt. Für Italo-Zombie-Fans allerdings unverzichtbar.

THE STAR WARS HOLIDAY SPECIAL (1978) 3/10

Die Helden finden sich zum Fest bei Chewbaccas Familie ein. Dröhmeliges TV-Event, dass so schlecht ist, dass man es gesehen haben muss.

BLACK CHRISTMAS (Bob Clark, 1974) 8/10

Ein Unbekannter meuchelt sich durch ein Studentinnen-Wohnheim und belästigt die Mädels außerdem mit obszönen Anrufen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Jessy (Olivia Hussey), die sich flugs ans Mörderraten macht, da Sheriff Fuller (John Saxon) keine große Hilfe scheint. Kommt der Mörder aus ihrem Bekanntenkreis?

Geruhsamer Slasher, der sich Zeit für seine Charaktere und den Spannungsaufbau nimmt. Das Wohnheim bietet mit seinen vielen dunklen Ecken und Winkeln einen perfekten Spielplatz für den unheimlichen Serienmörder.

SUSPECT ZERO (E. Elias Merhige, 2004) 5/10

FBI-Agent Mackelway (Aaron Eckhardt) wurde nach New Mexico strafversetzt. Dort erhält er kryptische Hinweise auf ermordete Personen per Fax. Zusammen mit Kollegin Fran Kulok (Carrie-Anne Moss) nimmt er die Spur des Killers O’Ryan (Ben Kingsley) auf, der selbst auf der Jagd nach jemanden scheint…

Unglaubwürdiger Thriller, der immer wieder versucht, Mackelway wie auch den Zuschauer auf falsche Fährten zu locken. Dies geschieht aber so doof, dass man unweigerlich am Verstand des Ermittlers zweifelt, und zwar aus anderem Grund als seine Kollegen.


26.12.19

Filme

STAR WARS: EPISODE VII – DAS ERWACHEN DER MACHT (J.J. Abrams, 2015) 6/10

Machen wir’s kurz:
+ 2 Sterne für technische Umsetzung und teils großartige Action
+ 1 Stern für Charaktere und Insider-Jokes
+ 1 Stern für die Key Visuals und Star-Wars-Moments
– 1 Stern für die erzählerische Bankrotterklärung

Ich würde noch einen halben Stern für das unglaublich bescheuerte Lichtschwert-Duell zwischen Rey und Kylo Ren abziehen, wenn nicht Finn und Rey so ein süßes Pärchen wären.
Daisy Ridley ist in der Hauptrolle okay, mit John Boyega harmoniert sie gut. Die Figur ist allerdings katastrophal gezeichnet, ihre Entwicklung überhaupt zu keinstem Moment nachvollziehbar. Sie fühlt sich wie ein Fremdkörper in der Jedi-Mythologie an, wie eine Verhöhnung der liebgewonnenen Botschaft, dass gut Ding Weile brauche und man nie aufgeben soll. Rey braucht das alles nicht, sie ist, was das Jeditum anbelangt, scheinbar mit einem goldenen Löffel in ihrer süßen Schnute geboren worden. Adam Driver empfinde ich als gute Wahl, er soll schließlich ein Zerrbild zu Luke darstellen, hätte der sich für die dunkle Seite entschieden. Entsprechend löst er seine Vater-Probleme gegenteilig. Der Remake-Charakter der Story sorgt zwar mitunter auch für angenehme Deja-Vú-Momente, allerdings vermisst man hier den eigenen Stempel, den Abrams dem Film, abseits der gelackten Optik, hätte verleihen sollen.

AMITYVILLE HORROR – WIE ALLES BEGANN (Daniel Farrands, 2018) 3,5/10

Ausführliche Rezension gibt es auf Filmtoast.de


Serien

The Expanse 4.06 – „Zuflucht“
The Expanse 4.07 – „Gefährliche Mission“
The Expanse 4.08 – „Heilungsprozess“
The Expanse 4.09 – „Saeculum“
The Expanse 4.10 – „Cibola brennt“
American Horror Story: 1984 Episode 7 – „Die Dame in Weiß“
Rick and Morty 1.11 – „Die Monster-Party“


27.12.19

Filme

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE (Hector Hernandez Vicens, 2018) 3/10

Gerade als Medizinstudentin Zoe (Sophie Skelton) von ihrem Stalker Max (Johnathan Schaech) angegriffen wird, greift eine Zombieseuche um sich, die ihr zwar kurzfristig das Leben rettet, aber der Menschheit dafür eher trübe Zukunftsaussichten beschert. Einige Jahre später lebt sie als Wissenschaftlerin in einem Armee-Bunker, der nicht nur als Heimat für ihre Forschung nach einem Gegenmittel dient, sondern auch überlebende Zivilisten und eine Einheit Soldaten unter dem herrischen Miguel (Jeff Gum), dessen Bruder Baca (Marcus Vanco) sie vögelt, beherbergt. Die Spannungen steigen an, als die Medikamente zuneige gehen und auch die Soldaten erhebliche Verluste erleiden. Ein unerlaubter Trip in die Stadt beschert ihnen etwas Nachschub. Und vielleicht eine Lösung – sie haben dort Max gefunden, der zwar äußerlich mutiert, aber in seinen Nervenbahnen gegen die Seuche immun scheint…

Die mittlerweile zweite Neuauflage von Romeros deprimierenden Klassiker kann zumindest mit einigen handgemachten Make-up F/X aufwarten. Der Rest ist haarsträubender Blödsinn, der versucht, nahe am Original zu bleiben, aber in allen neuen Elementen die er einbringt, näher an einer Parodie denn einem ernsthaften Horrorfilm zu sein, denn Sinn macht hier einfach mal gar nichts. Die Schauspieler sind schlecht (bis auf Schaech, der gibt sich Mühe), die Dialoge zum Fremdschämen. Ein Film zum Haareraufen.

DAS HAUS DER ANGST (William Rose/Ramiro Oliveros, 1974) 7/10

Die Ex-Knastjuhle Margaret (Daniela Giordano) ist froh, durch ihre Bewährungshelferin Alicia (Rosalba Neri) schnell eine Bleibe im Haus von Mrs Grant (Giovanna Galletti) gefunden zu haben. Doch das kleine Zimmer ist ihr schnell unheimlich, denn es bildet sich andauernd Blut auf dem Boden. Auch der Sohnemann Frank Grant (Angelo Infanti) macht keinen mental stabilen Eindruck. Einziger Lichtblick scheint ihr Jack Whitman (Frank Scanlon), dessen Schwester zuvor in ihrem Zimmer gewohnt hatte. Und die ist spurlos verschwunden…

Etwas ungelenke Mixtur aus Mystery-Krimi und Okkult-Horror, die gerade aus ihren trashigen Gebaren einen gewissen Reiz zieht. In einigen Momenten gibt sich der Film tatsächlich äußerst unheimlich, um dann wieder unglaublich cheesy zu werden. Gebe ein gutes Double Feature mit dem ähnlich gelagerten SATAN OHNE GESICHT (1967) aus. Brad Harris hat eine kleine Rolle, alleine deswegen hat man als Eurocrime-Fan diesen Film gefälligst zu sichten.

RE-ANIMATOR (Stuart Gordon, 1985) 9/10

Dr. Dan Cain (Bruce Abbott) studiert an der Miskantonic University und vögelt Megan (Barbara Crampton), die Tochter des Dekans, was angesichts der konservativen Ansichten ihres Vaters schon einem Ritt auf der Klinge gleicht. Doch mit seinem neuen Mitbewohner, den kauzigen Dr. Herbert West (Jeffrey Combs), holt er sich den personifizierten Ärger ins Haus. West erschreckt nicht nur Megan, als er die tote Katze des Hauses reanimiert, er legt sich auch gleich mit dem arroganten Dr. Hill (David Gaile) an. Als der von dem Serum erfährt, mit dem West die Katze reanimierte, intrigiert er gegen Cain und West, was diese zu einem waghalsigen Experiment in der Leichenhalle treibt. Das Chaos nimmt seinen Lauf…

Immer noch unglaublich witzige Splatter-Groteske mit wahnsinnig gut aufgelegten Darstellern. Abbott und Crampton harmonieren gut, aber zusammen mit Combs findet sich ein Duo zusammen, das man Holmes & Watson des Mad Scientist Genres nennen könnte. In David Gaile findet sich für sie auch noch ein kongenialer Antagonist.


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (162) …und der schreiende Nebel
Die drei Fragezeichen (163) …und der verschollene Pilot
Die drei Fragezeichen (164) …Fußball-Teufel


28.12.19

Filme

AMITYVILLE HORROR (Stuart Rosenberg, 1979) 6/10

George Lutz (James Brolin) zieht mit seiner Frau Kathy (Margot Kidder) und ihren drei Kindern in ein Haus im kleinen Ort Amityville. Da es vor einem Jahr Schauplatz eines grausamen Massenmords war, in dem der junge Ronald seine gesamte Familie erschoss, ist es günstig zu haben. George macht dies nichts, doch die gläubige Katholikin Kathy hat von Anfang an kein gutes Gefühl. Als sich merkwürdige Erscheinungen im Haus mehren, vollführt Vater Delaney (Rod Steiger) einen Exorzismus. Doch dieser scheint die hier ansässige böse Macht nur weiter zu entzürnen…

Über weite Strecken sehr ruhiger, zeitweise auch behäbiger Haunted House Horror. Aber der subtile Grusel zieht gut, es ist schon derbe zuzusehen, wie Familie Lutz zermürbt wird und allmählich vor die Hunde geht. James Brolin und Margot Kidder spielen gut, auch Rod Steiger, auch wenn letzterer immer mal ein wenig übertreibt. Wenn der Film dann aber versucht, Schocks zu setzen, geht das gerne in die Hose, etwa wenn Kidder die unsichtbare Freundin ihrer Tochter vorgeblich durch das Fenster hinterher sieht, um dann in zwei leuchtende Augen in der Dunkelheit zu blicken, die sofort als zwei rote Lämpchen zu erkennen sind. Und wenn dann zum Ende hin der übernatürliche Mumpitz mit allerlei Showeinlage rausgeholt wird, kracht der Film fast noch gegen die Wand. Das beißt sich tonal einfach zu sehr.

AMITYVILLE 2: DER BESESSENE (Damiano Damiani, 1982) 6/10

Der herrische Anthony Montelli (Burt Young) bezieht mit seiner Familie ein Haus im beschaulichen Amityville. Doch seiner Frau Delores (Rutanya Alda) ist es hier nicht geheuer, ihr widerfahren mysteriöse Dinge. Mit der Zeit scheinen die Geschehnisse im Haus vor allem auf Sonny (Jack Magner), der immer wieder mit seinem Vater aneinander gerät, großen Einfluss auszuüben…

Zuerst einmal erweist es sich als gute Entscheidung, das ganze Getöse, dass der geneigte Zuschauer bei diesem Film sicherlich erwartet hatte, gleich in die erste halbe Stunde zu packen, um dann einen Gang runterzuschalten und Jack Magner als Sonny immer mehr dem Wahnsinn anheim fallen zu sehen. Hier wartet dann auch wieder subtiler Grusel, wenn er anfängt, Stimmen zu hören, und eine inzestiöse Beziehung zu seiner Schwester eingeht. Es heißt ja, dass Damiani (wer zum Teufel kam auch auf die Idee, gerade ihn anzuheuern?) hierfür noch weitaus expliziteres Material gefilmt hatte, was Produzent De Laurentiis in der Nachbearbeitung entfernen ließ. Das soll auch nicht das einzige Material gewesen sein, was in der Post Production der Schere zum Opfer gefallen ist. Aber das ist nicht das Problem des Films. Die liegen, wie beim Erstling, im letzten Drittel, wenn auch das Sequel plötzlich umschwingt und Pfarrer James Olson zum Exorzismus ausholen lässt. Und, krachbumm, landet der Film auch fast gänzlich im Graben. Die Maske für den besessenen Sonny war allerdings auch kein Hingucker.

PROM NIGHT (Paul Lynch, 1980) 5,5/10

Bei einem Spiel mit den vier Jugendlichen Jude, Nick, Kelly und Wendy stürzt die kleine Robin Hammond zu Tode. Die Freunde verschwören sich, die Umstände für sich zu behalten. Schließlich wird ein Sexualverbrecher für die Tat verhaftet und verurteilt. Sechs Jahre später bereiten sich die vier auf ihren Abschlussball vor, da holt sie die Vergangenheit ein. Ein mysteriöser Anrufer konfrontiert sie mit der Wahrheit. Auf dem Ball nimmt er sich einen nach dem anderen vor…

Viel Licht, viel Schatten. Erfreulich ist, dass der Film sich Zeit nimmt, seine Charaktere ordentlich vorzustellen, jedenfalls die sympathischen. Die Unsympathen in Persona Anne-Marie Martin (bekannt als Dori Doreau in SLEDGE HAMMER) und David Mucci geraten ein wenig ins Hintertreffen. In den Spannungssequenzen beweist Regisseur Lynch nicht immer ein souveränes Händchen, vielleicht lag es auch an der Unerfahrenheit des Mannes an der Kamera. Das ist alles noch verkraftbar, aber schade ist es, dass der Film im letzten Drittel krampfhaft in Richtung Zielgerade drückt, was dem ganzen ein wenig die Spannung nimmt. Er bleibt gerade in Bezug auf die Prom Night einfach zu vieles schuldig, lässt hier sein Potenzial auf halber Strecke ungenutzt liegen. Insgesamt ein holpriges Vergnügen mit guten Darstellern, dem ich einen besseren Regisseur und/oder Kameramann, genauso wie etwas mehr Prom Night gewünscht hätte.
Ach ja, dass George Touliatos hier Leslie Nielsens deutsche Stimme hatte, obwohl letzterer auch mitspielt, fand ich etwas befremdlich. Da kann der Film aber nichts für.

JOHN WICK: CHAPTER 3 (Chad Stahelsky, 2019) 6,5/10

John Wick (Keanu Reeves) wurde aus der Hohen Kammer ausgeschlossen, ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Und während sich Wick nun jedes Killers von New York erwehren muss, schickt die Kammer eine Richterin (Asia Kate Dillan), um alle Leute zu bestrafen, die Wick geholfen haben. Dem Gejagten gelingt es, einige Gefallen einzufordern, um in der Wüste den Ältesten zu treffen. Alle Fäden laufen wieder im Continental bei seinem alten Freund Winston (Ian McShane) zusammen, wo der Killer Zero (Mark Dacascos) auf die finale Auseinandersetzung mit dem legendären John Wick wartet…

Konsequenterweise müssten sie Teil 4 nun wirklich als Videospiel herausbringen. Im dritten Teil ist die Reihe nämlich vollends bei einer an Computerspiele angelehnten Dramaturgie angelangt. Für einen Comic würde es hier schon nicht mehr reichen. Dem Film fehlen die Rückblenden, die einen die vielen neuen Nebenfiguren näherbringen, mit denen man sonst einfach mal gar nichts anfangen kann. Da wird z.B. Halle Berry aus den Hut gezaubert, da werden Andeutungen gemacht, Ähnlichkeiten auf die Nase gedrückt, aber Eindruck hat ihr Auftritt nicht hinterlassen, wenn sie nach nicht einmal dreißig Minuten die Bühne wieder verlässt.

Die Action ist gewohnt kompetent inszeniert, der Schnitt verfällt nicht in hektisches Stakkato und die Kamera ist in Bewegung, ohne zu wackeln. Das hält einem durchaus bei Laune, doch was mich mal wieder stört, ist die antiseptische Reinheit der zelebrierten Gewalt. Der Film ist über alle Maßen brutal, der Body Count enorm, aber das Blut, das spritzt, kommt nur allzu deutlich aus dem Rechner. Und wenn einem Gegner in Nahaufnahme langsam ein Messer ins Auge gerammt wird, wäre das in einem älteren Film ein Höhepunkt der Spannung gewesen und unangenehm anzuschauen, doch hier ist es höchstens eine Randnotiz wert. Schön fand ich allerdings die Idee mit den kugelsicheren Kampfanzügen im Finale, die für schöne, auch mal lustige Momente sorgt. Die letzte Dreiviertelstunde, die sich im Hotel Continental abspielt, macht auch weit mehr Spaß als die davor liegenden zwei Drittel der Laufzeit.

Keanu Reeves geht als John Wick seinen Weg unbeirrt weiter, mögen seine Motive auch noch so bescheuert sein. Man muss ihm zugute halten, dass er diesen Killer aller Killer seinem Alter gemäß anlegt. Das Geschehene hinterlässt Spuren, Wick ist ein gezeichneter Mann, der dem Ganzen allmählich müde ist. Aber er macht einfach immer weiter, weil er nichts anderes kann. Mark Dacascos ist als Antagonist allerdings eine wahre Schau. Dies ist endlich mal wieder eine Rolle, die seinem Können und seinem Charisma gerecht wird. Da macht es auch nichts, dass sein Schicksal natürlich vorhersehbar ist, denn der Killer Zero ist darauf aus, sich mit dem großen John Wick zu messen, wogegen dem einzig sein Überleben wichtig ist. Es macht trotzdem Spaß, den beiden im Finale zuzusehen. Laurence Fishburne trägt ein wenig dick auf, und damit ist nicht nur seine Wampe gemeint. Ian McShane lief dagegen nur auf Auto-Pilot. Cool war allerdings auch der Auftritt der indonesischen Action-Stars Ceceb Arif Rahman und Yayan Ruhian, die Wick als Zeros Schüler am Ende noch ordentlich einheizen dürfen.

Ich werde mit der Welt des John Wick, in dem sich Killer auf offener Straße inmitten von Menschenmenge bekriegen können, ohne das ein Außenstehender etwas mitbekommt, immer noch nicht richtig warm. Da hilft es auch nicht, dass die meisten Charaktere eindimensionale Pappkameraden sind, die bedeutungsschwere Phrasen von sich geben. Allerdings dreht der dritte Teil von Anfang an auf, eröffnet ein Action-Sperrfeuer aufs Publikum, dass zwar im Mittelteil etwas zu ermüden droht, dann aber fürs lange Finale tatsächlich noch einen drauflegen kann. Mark Dacascos allein wertet den Film schon enorm auf. Ich fand diesen Teil weit besser als seinen direkten Vorgänger und sage mal, ich bin vorsichtig gespannt auf den vierten.

THE DRAGON MISSILE (Ho Meng-Hua, 1976) 7/10

Der böse Henchman Szema (Loh Lie) wird von seinem vergifteten Herren entsandt, um ein Gegengift zu holen. Auf dem Weg tötet er die Mutter von Tieh (Tony Liu), der nun auf Rache sinnt. Doch Szema scheint wegen seiner tödlichen Bumerangs unannahbar…

Lustiges B-Movie aus dem Hause Shaw Brothers, in dem sich Star Lo Lieh als Schurke eines tödlichen Bumerangs bedient. Regisseur Ho Meng-Hua drehte damit einen schnellen Nachklapp zu seinem FLYING GUILLOTINES-Erfolg. Als Held darf sich der charismatische Tony Liu verdingen. Die Handlung ist in mehrere Stränge unterteilt und der Held tritt erst am Ende des ersten Drittels in den Film. Dennoch macht der Streifen Spaß, denn die Sets sind Studio-typisch gediegen, die Kämpfe aufgrund der Bumerangs zwar doof, aber unterhaltsam. Man kann sich deutlich schlechter die Nächte um die Ohren schlagen.


29.12.19

Filme

DIE UNHEIMLICHE MACHT (Michael Mann, 1983) 6/10

Ein Trupp Nazi-Soldaten marschiert unter Hauptmann Woermann (Jürgen Prochnow) in ein rumänisches Dorf und das nahegelegene Schloss ein. In dem alten Gemäuer erwacht eine alte Macht, die einige Soldaten tötet. Der gnadenlose SS-Offizier Kaempffer (Gabriel Byrne) glaubt an Anschläge durch Rebellen und geht mit harter Hand gegen die Dorfbewohner vor. Doch da sich dieser Verdacht nicht verifizieren lässt und noch mehr Nazis sterben, zieht man zähneknirschend den jüdischen Okkultismus-Experten Dr. Theodor Cuza (Ian McKellan) und seine Tochter Eva (Alberta Watson) zu Rate. Doch Cuza gerät schon bald in den Bann der dunklen Macht, die die Schloss mit seiner Hilfe verlassen möchte. Derweil macht sich in Griechenland der mysteriöse Glaeken Trismegestus (Scott Glen) auf den Weg nach Rumänien, um das Böse ein für allemal zu besiegen…

Ganz schön holpriges Ding, das. Als Ganzes gewiss kein guter Film, entfesselt Michael Manns Nazi-creeping Terror nur in einzelnen, schön komponierten Szenen sein volles Potenzial, schafft es aber nicht eine durchgehend düstere und gruselige Atmosphäre aufzubauen. Der Soundtrack von Tangerine Dream ist


STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI (Rian Johnson, 2017) 7,5/10

Während Rey (Daisy Ridley) den unwillingen Jedi-Meister Skywalker (Mark Hamill) zu überreden sucht, sie zu unterrichten, werden Leia (Carrie Fisher) und die Rebellen von der Dunklen Ordnung verfolgt. Es gibt scheinbar keine Chance zu entkommen, das Schicksal der Rebellion scheint besiegelt. Fynn (John Boyega) muss sich entscheiden, ob er Rey schützen oder einen letzten Versuch wagen will, seine Mitstreiter zu retten. Diese nimmt inzwischen überraschend Kontakt zu Kylo Ren (Adam Driver) auf, der ihm die Wahrheit über sein Zerwürfnis mit Skywalker offenbart…

Auf jeden Fall kann man sagen, dass der Film die Saga gründlich durchgelüftet hat. Er hat vieles von dem eingelöst, was ich mir schon vom Erwachen der Macht erhofft hatte. Mit geradezu sklavischen Festhalten an vorbestimmten Wegen sollte doch mit dem Ende von Episode VI schon aufgeräumt worden sein. Ich kann aber verstehen, wenn eine Menge Leute diesen Film hassen. Er geht mit seinem Humorverständnis manchmal eigenartige Wege, teils bis zur Karikatur liebgewonnener Trademarks. Indem er Zuschauer-Erwartungen unterläuft und typische SW-Momente entweder verweigert oder durch den Kakao zieht, gibt er sich unberechenbar, frisch und spannend, baut seine ganz eigenen Momente auf. Wenn Rey und Ben über Lichtjahre hinweg Zwiegespräch halten und die wahre Geschichte von Luke und seinem Schüler enthüllt wird, ist das ganz großes Kino. Die Optik und die Action sind sowieso erstklassig. In seiner Art des „gegen den Strich“-Bürstens gibt er sich zuweilen etwas sehr selbstverliebt, vielleicht sogar arrogant. Aber ich kann mir kein besseres Mantra für eine solch festgefahrene Franchise vorstellen, da muss die Vergangenheit halt mal getötet werden.

Ich habe viel gelacht, mich keine Sekunde gelangweilt. Mit der Ur-Trilogie kann natürlich auch er nicht mithalten, es ist ein undankbares Erbe. Letztlich bin ich mir jetzt gar nicht mehr so sicher, ob ich den neunten Teil nun überhaupt im Kino sehen will, in dem Vorwissen, dass dieser wieder eher in den alten Trott verfällt, den man hier endlich abgeschüttelt glaubte. Wie gesagt, Star Wars-Filme zu drehen, ist eine undankbare Aufgabe, man kann es nie allen recht machen.


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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