Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 51

Nachklapp Numero Uno. Es ging weiter mit James Bond, Star Wars und den Di Leo-Gangsterfilmen. Und Donald Cammell.


KW51 (15 Filme, 13 Serienepisoden, 12 Hörspielfolgen)


16.12.19

Filme

DER MAFIABOSS – SIE TÖTEN WIE SCHAKALE (Fernando Di Leo, 1972) 8,5/10

Die beiden Profikiller Catania (Henry Silva) und Webster (Woody Strode) werden aus New York nach Mailand geschickt, um den Zuhälter Luca Canali (Mario Adorf) zu töten, auf möglichst spektakuläre Art, um ein Zeichen zu setzen. Ein Affront für den dortigen Mafiaboss Tressoldi (Adolfo Celi), der diesen selbst als Bauernopfer auserkoren hat. Um vor den eigenen Leuten das Gesicht zu wahren, setzt er nun alles daran, Canali vorher zu erledigen. Doch die ersten, die dabei unter die Räder kommen, sind die Ex-Frau und Tochter des Gejagten…

Vielleicht der amerikanischste von Di Leos loser Untergrund-Trilogie, was nicht zuletzt an Silva & Strode sowie der entsprechenden musikalischen Untermalung liegt. Zudem ist es wahrscheinlich Adorfs körperlich fordenste Rolle gewesen, der wirft sich voll rein, macht jeden Stunt (u.a. hängt er an einem fahrenden Transporter) selbst. Das macht schon gut was her. Das Ami-Duo ist sowieso eine Schau. Geiler Streifen!

BLUTIGE VERSCHWÖRUNG (Carl Monson, 1971) 4,5/10

Als der schwerreiche Patriarch Christopher Dean (John Carradine) stirbt, versammeln sich die gierigen Nachkommen auf dem Familiensitz zur Testamentsverlesung. Sie alle werden dazu verdonnert, eine Nacht in der Villa zu verbringen, die nicht alle überleben werden…

Lahmer Proto-Slasher, der in einzelnen Szenen mit schrägen Charakteren unterhalten kann.


Serien

Castle 05.02 – „Bewölkt mit Aussicht auf Mord“
Robot Chicken 3 Folgen


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (145) Die Rache des Samurai
Die drei Fragezeichen (146) Der Biss der Bestie
Die drei Fragezeichen (147) Grusel auf Campbell Castle


17.12.19

Filme

DAS GEHEIMNIS DER DAME IN WEISS (Gilles Grangier, 1958) 6/10

Bei der Ermittlung im Mord an einem Pariser Nachtclub-Besitzer gerät Inspektor Vallois (Jean Gabin) an die drogensüchtige Lucky (Nadja Tiller). Die junge Frau verführt den alternden Ermittler, der sich prompt in sie verliebt…

Ganz auf seinen Star Gabin fixiertes Krimi-Drama, das sich mehr für die  (eher leidenschaftslose) Beziehung zwischen seinem Vallois und Lucky interessiert, als den eigentlichen Mordfall. Und auch die Jazz-Sängerin Hazel Scott rückt immer mal wieder in den Vordergrund, was den Film ungemein aufwertet. Im Vergleich zu den Film Noir des US-Kinos erweist sich der Film als weit freizügiger, was den Umgang mit Sexualtiät und Drogensucht anbelangt. Für Fans.

HAIE KENNEN KEINE GNADE (Luciano Ercoli, 1973) 6/10

Der erfolgreiche Rennfahrer Rudy Patti (Guiliano Gemma) gerät unter Mordverdacht, als seine Freundin tot aufgefunden wird. Als er aus der U-Haft flüchtet, sind ihm Polizei und Gangster auf den Fersen…

Routiniert inszeniertes Vehikel für seinen Star Guiliano Gemma. Bei dem Aufwand, der betrieben wurde, schielte man wohl auch ein bisschen auf den internationalen Markt. Doch der Film bietet, auch wenn den Ton gerne mal von locker-flockig auf grimmig-brutal wechselt, nichts, was es nicht aus dieser Zeit auch aus Hollywood gab.


Serien

Robot Chicken
American Dad 13.16 – „Die harte Realität“


18.12.19

Filme

STAR WARS: EPISODE V – DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK (Irvin Kershner, 1980) 10/10

Der Klassiker. Stilistisch, inszenatorisch und erzählerisch bisher unerreicht. Ein Film, der die memorablen Momente im Minutentakt ausspuckt. Immer wieder ein Fest!


Serien

South Park 10.01 – „The Return of Chefkoch“
The Expanse 4.05 – „Zwischen den Fronten“
Robot Chicken 2 Episoden


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (149) Der namenlose Gegner
Die drei Fragezeichen (150) 1. Die Geisterbuch und Rashuras Schatz
Die drei Fragezeichen (150) 2. Die Geisterbuch und flammendes Wasser
Die drei Fragezeichen (150) 3. Die Geisterbuch und der brennende Kristall


19.12.19

Filme

DIE LETZTE RECHNUNG SCHREIBT DER TOD (Mario Caiano, 1976) 8/10

Vier Gangster überfallen das Lohnbüro einer Fabrik. Als plötzlich die Polizei anrückt, kann Walter (Vittorio Mezzogiorno) mit dem Fahrer entkommen. Mastermind Raul (Claudio Cassinelli) und Fausto (John Steiner) erpressen sich mit Geiseln einen Wagen und treten mit zwei weiblichen Geiseln ebenfalls die Flucht an. Raul begibt sich auf die Suche nach Walter und der Beute, die er bei sich führt. Dabei soll ihm die Nutte Lelia (Silvia Dionisio) helfen. Doch Inspektor Tucci (Salvatore Puntillo) ist den Gangstern schon auf den Fersen…

Routinier Mario Caiano legt hier einen flotten Action-Krimi vor. Die Aufteilung auf zwei Handlungsstränge ermöglicht es, immer mal wieder das Tempo zu verlagern, ohne das es langweilig wird. Claudio Cassinelli macht als skrupelloser Gangster eine gute Figur, offenbart in seiner Beziehung zu Silvia Dionisio als Leila aber auch menschliche Züge. Ihre emotionale Interaktion führt den Film durch das ruhigere letzte Drittel. Mit den von mir sehr geschätzten Vittorio Mezzogiorno und John Steiner sind die weiteren Bösewichte exzellent besetzt. Salvatore Puntillo gibt sich als Inspektor große Mühe, hinkt da aber ein wenig hinterher. Insgesamt ein sehr gut gescripteter, inszenierter und gespielter Thriller, der aus dem Gros der Polizieschi deutlich hervorsticht.

CRAWL (Alexandre Aja, 2019) 5,5/10

Als ein Hurricane über Florida aufzieht, sucht die Profischwimmerin Haley (Kaya Scodelario) ihren Vater Dave (Barry Pepper) auf, obwohl sie schon lange keinen regelmäßigen Kontakt mehr pflegen. Zuhause ist er nicht, also fährt sie weiter zu seinem Ferienhaus. Tatsächlich findet sie ihn dort verletzt im Keller, er wurde von einem Alligator angegriffen. Der Hurricane zeigt schnell sein stürmisches Gesicht, Vater und Tochter sind mit dem Vieh hier gefangen. Und der Alligator ist nicht allein…

Ich war enttäuscht. Der Zwist zwischen Vater und Tochter empfand ich als eher nervig. Zudem schienen die Krokos ihr gegenüber immer ziemlich dämlich zu agieren, während sie dem Lebendfutter außerhalb des Hauses intellektuell wieder knietief überlegen waren. Aber das Set ist schön.


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (151) Die schwarze Sonne
Die drei Fragezeichen (152) Skateboardfieber
Die drei Fragezeichen (153) Fußballphantom


20.12.19

Filme

NEW TERMINATOR (Giannetto De Rossi, 1989) 5/10

Der unfertige Prototyp eines Cyborgs (Frank Zagarino) entkommt aus dem Versuchslabor. Auf der Flucht vor Hammer (Henry Silva) findet er beim kleinen Brandon und seiner großen Schwester Susan (Sherrie Rose). Hier entdeckt er die verbliebenen Reste seiner Menschlichkeit…

Effektspezialist De Rossi verbrät hier lustigerweise nicht nur erwartbare Elemente aus Camerons THE TERMINATOR, sondern erzählt in Grundzügen die Geschichte von John Badhams NUMMER 5 LEBT. Das Ganze ergibt dann eine kindlich-naive Selbstfindungsgeschichte des Kampfroboters Frank Zagarino, die immer wieder mal für kleinere Massaker der Schergen Hammers (Henry Silva nimmt das zum Anlass, um mal wieder gehörig am Rad zu drehen) unterbrochen wird. Das ist teils recht schräg, aber über weiter Strecken leider auch ziemlich langweilig.

MURPHYS GESETZ (J. Lee Thompson, 1986) 6/10

Det. Murphy (Charles Bronson) hat schon bessere Tage gesehen. Seit seine Frau ihn verlassen hat, lässt er sich ziemlich gehen. Die junge Diebin Arabella (Kathleen Wilhoite) kann ihm entkommen, nachdem sie sein Auto geschrottet hat. Doch der Zufall bringt die beiden wieder zusammen. Zunächst kann er sie verhaften. Als aber am gleichen Abend seine Frau und ihr Liebhaber ermordet werden, fällt der Verdacht auf ihn. Ehe er sich versieht, sitzt er in der Zelle neben Arabella. Mit ihr im Schlepptau gelingt ihm die Flucht, will seine Unschuld beweisen. Sein Verdacht fällt auf den Mafiosi Frank Vincenco (Richard Romanus), dessen Bruder er bei einem Zugriff erschoss. Dann geschehen weitere Morde…

Der düstere Krimi ist ganz auf Charles Bronson zugeschnitten, scheitert aber in seinen Buddy-Movie-Elementen recht kläglich. Bronson und Wulhoite verbindet kaum spürbare Chemie, ihre unwitzigen Frotzeleien verpuffen meist sofort. Doch Thompson ist halt Profi genug, um von Zeit zu Zeit an der Spannungsschraube zu drehen, um auch diese unerquickliche Mischung ins Ziel zu bringen.

DR. GIGGLES (Manny Coto, 1992) 7/10

Extreme Krankheiten erfordern extreme Behandlungsmethoden – eine Maxime, die Dr. Giggles (Larry Drake) zu beherzigen sich vorgenommen hat, als es ihn nach dem Ausbruch aus der Irrenanstalt wieder in seine Heimatstadt zieht. Eine besondere Vorliebe hat er, ganz nach seinem Vater, für das Herz entwickelt. Deswegen hegt er auch großes Interesse an der herzkranken Jenny (Holly Marie Combs). Doch bevor er sich ihr zuwenden kann, wandert in seinem Elternhaus noch so mancher unfreiwillige Patient über seinen OP-Tisch…

Doofer, aber solide inszenierter Slasher. Larry Drake blüht als Giggles richtiggehend auf, seine sarkastischen Kommentare veredeln die netten Goreszenen. Abseits davon nimmt sich der Film glücklicherweise auch nicht allzu ernst. Ich hatte meinen Spaß.


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (154) Botschaft aus der Unterwelt
Die drei Fragezeichen (155) Der Meister des Todes


21.12.19

Filme

DES TEUFELS SAAT (Donald Cammell, 1977) 7/10

Wissenschaftler Alex Harris (Fritz Weaver) ist mehr mit seiner Arbeit verheiratet und hat sich gerade von seiner Frau Susan (Julie Christie) getrennt. Während er in einer unterirdischen Forschungsanlage an der künstlichen Intelligenz Proteus werkelt, die gerade in Betrieb genommen wurde, bleibt sie in seinem vollkommen über einen Computer gesteuerten Haus wohnen. Zu Alex‘ Überraschung Proteus erweist sich weniger an den weltlichen Problemen, denn den menschlichen interessiert. Unbemerkt übernimmt der organische Supercomputer das Haus und hält dort Susan als Gefangene…

Wissenschaftler Harris erschafft als Ersatz für sein totes Kind eine künstliche Intelligenz. Diese strebt nun danach, durch Nachwuchs, den er mit Harris‘ Frau Susan zu zeugen gedenkt, echt, lebendig, reproduktionsfähig zu werden. Da diese es aber schon ablehnt, mit ihrem Mann ein neues Kind zu zeugen, muss er sie erst einmal brechen. Interessantes Gedankenkonstrukt, das mehr an den Fragen über das Scheitern der Ehe der Harris‘ interessiert ist, als die sich aus der Thematik ergebende Technologiekritik. Das Ganze ist zudem innovativ gestaltet und spannend aufbereitet. Ich hab mir danach vorgenommen, mehr von Cammell zu schauen.

WHITE OF THE EYE (Donald Cammell, 1987) 7,5/10

Die Ermittlungen in drei Mordfällen in einer abgelegenen Wüsten-Gemeinde führen Detective Mendoza (Art Evans) zum Sound Engineer Paul White (David Keith). Doch sein Alibi für die Taten erschüttern seine Ehe; er hat eine Affäre mit der leichtlebigen Ann Mason (Alberta Watson). Pauls Frau Joan (Cathy Moriarty) glaubt, ihren Mann nicht mehr zu kennen. Dann findet sie auch noch versteckte Leichenteile in ihrem Haus…

Gesagt, getan. Ich hab tatsächlich erst nach Sichtung von DES TEUFELS SAAT entdeckt, dass dieser Thriller, den ich gerade geschenkt bekommen hatte, auch von Donald Cammell inszeniert wurde. Erweist sich die Darstellung des Kleinstadt-Alltags im Nirgendwo als eher trivial, offenbart der Schotte zuerst im Kleinen Extravaganz, was sich in unvermittelten Zeitsprüngen äußert. Zum Finale hin, als zum Ende des zweiten Drittels der wichtig erscheinende Teil der Mördersuche aufgedeckt wird, gehen mit ihm ein wenig die Gäule durch, was den Showdown allerdings auch weit reizvoller macht. David Keith darf hier mal ganz aus sich herausgehen, auch wenn sich der Fokus nun von ihm auf Cathy Moriarty als Joan verlagert. Ein geschickter Zug, da er den Zuschauer weiter involviert, anstatt ihn zum reinen Betrachter einer One-Man-Show degradiert.

MILANO KALIBER 9 (Fernando Di Leo, 1971) 10/10

Ugo Piazza (Gastone Moschin) kommt nach drei Jahren aus dem Knast. Sofort klebt sein alter Kumpane Rocco (Mario Adorf) an den Hacken, denn er will wissen, wo 300.000 Dollar geblieben sind, um die Hugo seinen Boss, den Amerikaner (Lionel Stander), erleichtert haben soll. Doch Hugo bleibt bei seiner Version, dass er das Geld nicht hat. Er weiß, dass er sich weder seine alten Kollegen, noch die Bulle lange vom Leib halten kann, weswegen er die Hilfe seines Freundes Chino (Philippe Leroy) in Anspruch nimmt…

Man sagt ja manchen Filmen nach, sie seien das Zelluloid gewordene Pendant zu einem Schlag in die Fresse. Auf kaum einen davon trifft das wohl so sehr im positiven Sinne zu wie auf MILANO KALIBER 9. Der Film zeigt gleich in den ersten Minuten, was Sache ist, knallt einem eine Sequenz um die Ohren, die ob ihres Tempos und ihrer Gnadenlosigkeit in die Geschichte des Genrekinos eingegangen ist – pure cineastische Energie!

Der Auftritt des Helden erfolgt erst nach knapp zehn Minuten, doch von da an weicht die Kamera Gastone Moschin als Ugo Piazza (fast) nicht mehr von der Seite. Als beinahe ebenso penetrant erweist sich Mario Adorf als schmieriger Ganove Rocco, der ihn nervt und erniedrigt, wo er nur kann. Dieses ungleiche Duo bildet ab jetzt das Herz des Films, auch wenn die Weichen für den Verlauf der Handlung immer in den Szenen gestellt werden, in denen Adorf eben nicht zugegen ist. Aber man freut sich diebisch darauf, wenn die beiden wieder vereint werden, ihre gemeinsam Szenen sind einfach Gold wert. Ugo gibt sich zwar undurchsichtig und hart wie ein Fels, doch erscheint er im Kontrast zu den Leuten, die ihn bedrängen, als eher harmlos. Er scheint wie jemand, den andere als Opfer auserkoren haben, und man freut sich, dass er sich als jemand herausstellt, der sich nicht zum Opfer machen lässt. Überhaupt lässt der Film einen kaum eine ruhige Minute, um über Ugo und seine Absichten zu sinnieren, Di Leo treibt die Geschichte immer wieder voran.

In den einzigen Szenen, in denen er einen etwas Pause gönnt, blockiert er aber unseren Intellekt, in dem er sie nutzt, um die beiden Polizisten Frank Wolff und Luigi Pistilli gesellschafts-politische Diskussionen anzustoßen. Sobald die beiden wieder davon ablassen, dreht Di Leo das Tempo wieder unbarmherzig hoch. In der deutschen Kinofassung fehlen diese Diskussionen, eine sinnvolle Straffung, wie ich finde, auch wenn der Film einigen dadurch vielleicht etwas zu rastlos erscheint. MILANO KALIBER 9 ist in dieser Fassung ein gnadenlos rasanter, aktionsgeladener und stellenweise fieser Thriller mit doppelten Boden.

Die Besetzung mit Gastone Moschin und Mario Adorf in den Hauptrollen kann man als perfekt bezeichnen, gerade letzterer läuft zu absoluter Hochform auf, wütet wie ein Derwisch durch die Handlung. Barbara Bouchet als Ugos Freundin Nelly präsentiert sich ein weiteres Mal als genauso hübsch wie hintergründig. Ihre Rolle in der Geschichte montiert Di Leo sehr geschickt im Hintergrund. Lionel Stander punktet als „Der Amerikaner“ schon mit seiner Präsenz, seinem schrägen, aber ernsthaften Blick durch sein schielendes Auge. Als der einzige Vertraute, der Ugo noch geblieben scheint, liefert Phillipe Leroy als Auftragskiller, dessen Welt noch mehr ins Wanken gerät, als die seines Freundes, eine mehr als sehenswerte Vorstellung. Und mit Frank Wolff und Luigi Pistilli wurden als vermeintliche Lückenfüller zwei weitere Hochkaräter verpflichtet, deren Ausführungen man gerne lauscht. Einen festen Platz in meinem Herzen hat sich Omero Capanna erobert; er ist die erste Person, die man in diesem Film sieht, und hinterlässt einfach einen bleibenden Eindruck, auch wenn die Rolle nur klein ist.

Unter den italienischen Action-Krimis stellt MILANO KALIBER 9 eh den Film der Filme dar, doch auch im Bereich des Eurocrimes und zeitgenössischer Thriller braucht er sich nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil. Nicht nur Italo-, 70s-Fans, nein, Thriller-Fans an sich ist der Film nur wärmstens zu empfehlen. Das Setting, die Schauspieler, der Schnitt, die treibende Musik (die hab ich noch gar nicht erwähnt, oder?) – er hat auch nach fast 50 Jahren nichts von seiner Sogwirkung verloren.


Serie

American Horror Story: 1984 – „Wahre Mörder“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (156) Im Netz des Drachen
Die drei Fragezeichen (157) Im Zeichen der Schlangen


22.12.19

Filme

JAMES BOND 007 – EIN QUANTUM TROST (Marc Forster, 2008) 6/10

Direkt im Anschluss an die Geschehnisse in CASINO ROYALE befindet sich James Bond (Daniel Craig) auf der Flucht vor den Handlangern seines unbekannten Gegners, im Kofferraum seines Autos befindet sich Mr. White (Jesper Christensen). Als er ihn mit M (Dame Judy Dench) in Siena verhören will, muss er erkennen, dass seine Feinde mächtiger sind, als gedacht: Ein Agent aus den eigenen Reihen verhilft White zur Flucht. Eine Spur führt Bond nach Haiti, wo er auf die selbstbewusste Camille (Olga Kurylenko), die von Rache getrieben wird. Sie hat sich den Philantropen Dominic Green (Mathieu Almeric) angelacht. Durch ihn sieht Bond eine Chance, der Organisation, die sich Quantum nennt, endlich einen Schritt näher zu kommen…

Gelackter Agenten-Thriller, der die Geschichte des Vorgängers zwar zufriedenstellend weiterspinnt, aber unter zu wenig Thrill und hektisch montierter Action leidet. Der Charakter Bonds hat sich endgültig zu einem skrupellosen, misogynen Arschloch gewandelt, dem Effizienz über allem steht. Leider gelingt es Marc Forster nicht, dies allzu oft gewinnbringend in die Dramaturgie einzubinden. Als Fortsetzung akzeptabel, aber als eigenständiger Film gerade mal Durchschnitt. Die Franchise kann das Image eines überlangen Werbeclips, das in den 90ern aufgebaut wurde, kaum abschütteln, nein, sie kultiviert es hier sogar. Dafür sieht der Film einfach zu jeder Zeit umwerfend aus, hier regiert der hübsche Schein.

PACIFIC RIM 3D (Guillermo Del Toro, 2013) 5/10

Die Welt wird plötzlich von riesenhaften Monstern, den Kaijus, angegriffen. Sie kommen aus einer anderen Dimension, durch ein Portal, tief im Meer. Die Menschheit kann sich einige Jahre lang erfolgreich mit Riesen-Robotern, den ‚Jaegern‘, die von zwei Piloten gesteuert werden müssen, erfolgreich verteidigen. Doch als die Monster immer größer und schließlich nahezu übermächtig werden, lässt man das ‚Jaeger‘-Programm zugunsten des Baus einer großen Mauer fallen. Allerdings glaubt Marshall Pentecoast (Idris Elba), Leiter des Programms, nicht an einen Erfolg der Mauer und scharrt die verbliebenen Piloten um sich. Er reaktiviert auch den erfahrenen Raleigh (Charlie Hunman), der einst seinen Bruder im Kampf verlor, und nun mit seiner Ziehtochter Mako (Rinko Kikuchi) das Cockpit teilen soll. Zusammen mit den anderen Piloten planen sie, das Dimensionstor zu schließen…

Ich muss sagen, dass mir der poppig-bunte Look gefiel. Die Jaeger, die Basis und die Straßenschluchten Hongkongs sehen pornös aus. Der große Monsterkampf in der Mitte des Films ist echt stark, allerdings musste man auch lange genug darauf warten. Wenn man dann aber auf die hohle Story, die dämlichen Charaktere aus dem Baukasten und die schrecklichen Worthülsen, die sich Dialoge schimpfen, schaut, tut das wirklich weh. Vom Humor fange ich am besten gar nicht erst an. Charlie Hunnam ist in der Hauptrolle eine unglaublich ausdruckslose Dumpfbacke, genau wie sein Reibungspunkt Robert Kazinsky, das ist ganz schlimm. Die meisten anderen ziehen derbe vom Leder, was teils unheimlich nervig ist. Unglaublicherweise gelingt es Idris Elba über weite Strecken, diese ganzen Risse zumindest soweit zu kitten, dass man nicht andauernd sein Getränk gen Bildschirm feuern möchte.

Und da Mäßigung die Sache des Films nicht ist, geht auch das 3D durchgehend „in your face“. Del Toro knallt vornehmlich große Objekte in den Vordergrund, geht immer wieder nah ran. Der Effekt ist dadurch wirklich sehr gut, immer wieder scheint das ganze Bild im Raum zu stehen oder es kommt schonmal eine Kaiju-Zunge aus dem Bildschirm heraus geschlagen. Die Tiefenwirkung und die Plastizität sind teils unglaublich gut gelungen.

Letztlich ist das natürlich kein Mamet-Drama, hier sind Story, Charaktere und Dialoge nur Mittel zum Zweck. Und wenn es bloß um geile Optik und Rabatz geht, macht der Film durchaus Spaß. Insgesamt ist es nicht der große Wurf, den man sich von einem Regisseur wie Del Toro erwarten durfte. Zeitweise wünschte ich mir auch, nicht doch AVATAR oder TRON: LEGACY reingelegt zu haben. Zum einmal Glotzen und Staunen ist der Film geeignet, für mehr aber auch nicht.


Serie

American Dad 13.14 – „Julia Rogerts“
American Dad 13.15 – „Das Leben und Wirken des Stan Smith“


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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