Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 50

Und es ist endlich wieder Land in Sicht. Wir sind hier Mitte Dezember gelandet und das Jahr neigt sich dem Ende zu. In dieser Woche stand das Staffel-Finale von DOOM PATROL an, hat mir gut gefallen. Die vierte Staffel THE EXPANSE war gestartet, doch irgendwie konnte ich mich nicht dazu durchringen, sie an einem Wochenende zu bingen. Bei dem Badmovies Streaming am Sonntag bin ich leider schon beim zweiten Film, DIE AUSGEBUFFTEN, eingepennt.


KW50 (21 Filme, 17  Serienepisoden, 5 Hörspielfolgen)


09.12.19

Filme

DER CLAN, DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT (Damiano Damiani, 1971) 9/10

Einen Tag, nachdem er unplanmäßig aus einer geschlossenen Einrichtung entlassen wird, verübt Li Pumo mit zwei Mittätern einen Anschlag auf den Bauunternehmer Lomunno (Luciano Catenacci). Der ist allerdings gar nicht in seinem Büro, und die Attentäter überleben ihre Unternehmung nicht. Jetzt rückt Kommissar Bonavia (Martin Balsam) in das Visier von Staatsanwalt Traini (Franco Nero), der sich der Sache annimmt, weil Lomunno als einflussreicher Mafiaboss gilt. Bonavia zeigt Traini, den er selbst nicht über den Weg traut, die Verflechtungen von Beamten und Würdenträgern mit der örtlichen Mafia auf. Er selbst glaubt, dass der Justiz- und Vollzugsapparat kaum eine Chance hat, solchen Leuten beizukommen, doch Traini besteht darauf, streng gesetzmäßig gegen Lomunno vorzugehen…

Damiani entwickelt hier seinen mit DER TAG DER EULE (1969) eingeschlagenen Weg, auf dem er die Probleme im Umgang des Staates mit mafiösen Auswüchsen beschreibt, konsequent weiter. Wieder ist es Franco Nero, der zu neuen Erkenntnissen über die Mafia gelangt. Waren diese im ersten Film noch auf die gesellschaftliche Ebene bezogen, geht es hier einen Schritt weiter, und politische Verflechtungen werden angedeutet. Wieder muss er als rechtschaffener Diener des Gesetzes erkennen, dass er allein keine Chance hat, dagegen anzugehen.

Im Mittelpunkt stehen hier die Diskussionen des von Nero verkörperten Traini mit dem verbitterter Kommissar Bonavia, gespielt von Martin Balsam. Letzterer hat den Kampf mit legalen Mitteln schon aufgegeben und einen persönlichen Feldzug gegen die Mafia begonnen. Er stellt dabei wohl eine ältere Version von Capt. Belosi aus DER TAG DER EULE dar, der sich in seinen Kampf gegen die Mafia aufgerieben hat und sich persönlich am Ende sieht, weswegen er nun auf das alttestamentarische Prinzip Auge um Auge setzt und sich, zuerst auf Umwegen, in Selbstjustiz übt. Diese Entwicklung, die Bonavia durchschritten hat, sollte auch für den späteren Poliziesco ausschlaggebend sein.

DER CLAN… ist für das Genre des Polizeifilms ein weiterer wegweisender Film, mehr intellektuell denn strukturell. Dank des sich immer weiter öffnenden Blickes auf das mafiöse Geflecht gelang dem Regisseur, trotz des Schwerpunkts auf den Dialogen, wieder ein sehr spannender Thriller. Die Leistungen der beiden Hauptdarsteller Franco Nero und Martin Balsam sind überragend, aber auch Nebendarsteller Luciano Catenacci hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Mit WARUM MUSSTE STAATSANWALT TRAINI STERBEN (1975) eröffnete Damiani einen Nebenschauplatz, in dem Nero als Reporter nun den Tod des titelgebenden Charakters untersucht. Die Themen-Reihe setzte er dann auch noch direkt mit ICH HABE ANGST (1977) mit Gian Maria Volonté, der darin einen bedrohten Richter spielt, fortgesetzt.

DAS SYNDIKAT (Steno, 1972) 8/10

Das Verbrechen nimmt in der ewigen Stadt Anfang der 70er allmählich überhand. Immer wieder gerät Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) mit dem jungen Staatsanwalt Ricciuti (Mario Adorf) wegen seiner schroffen Methoden aneinander. Es ist für den Kommissar ein Kampf an mehreren Fronte, denn zugleich macht eine geheime Organisation von Vigilanten, die Verbindungen bis in höchste Kreise zu pflegen scheint, in Polizeikreisen von sich reden, und er sieht sich immer wieder gezwungen, Sympathisanten in den eigenen Reihen zurechtzuweisen. Als der Kleinkriminelle Michele (Jürgen Drews) nach einem Raub eine junge Frau als Geisel nimmt und eine waghalsige Flucht startet, setzt er alles daran, den Gangster in polizeiliches Gewahrsam zu nehmen, bevor er der Selbstjustiz zum Opfer fällt…

Stenos DAS SYNDIKAT wird gerne als Begründer des Poliziesco genannt, bzw. wurde der Begriff durch diesen Film geprägt. Ich persönlich sehe ihn eher als Bindeglied zwischen dem nüchtern-intellekuellen DER CLAN DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT (1971) und Castellaris TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT (1973) – passenderweise spielt in diesen beiden Filmen Franco Nero die Hauptrolle. Während Damianis Film den rechtschaffenen Staatsanwalt in den Fokus rückt, ist es bei DAS SYNDIKAT der Kommissar Bertone, verkörpert von Enrico Maria Salerno. Und hingegen zu Martin Balsam in DER CLAN… steht seine Figur noch am Scheideweg; er wird nicht müde, dem idealistischen Staatsanwalt Ricciuti vorzubeten, dass es mehr Befugnisse für die Polizei braucht, um effektiv und nachhaltig gegen das Verbrechen (hier nicht explizit die Mafia) vorzugehen. Dabei hat er für die Verheerlichung von Selbstjustiz, die von einer geheimen Gruppe in Rom vollzogen wird, seitens seiner Kollegen nur Verachtung übrig. Von den Kollegen mit der harten Hand, die ihm schon kurz darauf folgen sollten, ist er noch recht weit entfernt.

Hingegen zu Damiani konzentriert sich Steno in seiner Inszenierung allerdings schon weit mehr auf die Action-Szenen und einen konventionellen Spannungsaufbau, pflegt aber zwischendurch auch die gesellschafts-politische Diskussion. Salerno brilliert als Kommissar, der als Auslaufmodell scheint. Mario Adorf vermag die eigentlich recht dünn beschriebene Rolle des Staatsanwalts mit Leben zu füllen, auch wenn seine Figur zu weit ins Hintertreffen gerät. Als putzig, aber durchaus passend ist die Besetzung von Jürgen Drews als junger Straftäter auf der Flucht zu bezeichnen.

In Bezug auf den Poliziesco stellt DAS SYNDIKAT sicher einen wichtigen Beitrag dar, der einen Action-Anteil einbringt, der ansonsten zumeist den Gangsterfilmen vorbehalten war. Als Krimi-Drama funktioniert er nicht ganz so gut wie seine preisgekrönten Vorgänger, allzu plakativ verarbeitet er zwischendurch seine Thematik. Unterhaltsam und spannend ist der Film allerdings allemal.

GANGBUSTER (Alberto Marras, 1977) -/10

In der mir vorliegenden Fassung war der nahezu unansehbar. Mit ein bisschen Gutdünken könnte ich die ungefähre Handlung zusammenfassen (Lovelock soll für Ferrer Mittelsmann spielen, doch das ist eine Falle und er eigentlich das Opferlamm; Lovelock ist aber ein smarter Bursche und arbeitet außerdem für die Bullen; ob er jetzt ein Detektiv ist, wie in der deutschen Fassung, ein Undercover-Cop oder vielleicht ein kleiner Gangster, der mit der Polizei kooperiert, könnte ich jetzt nicht sagen – ich tippe aber auf letzteres).
Doch auch abgesehen davon, ist der Film unheimlich dröge. Ich glaube kaum, dass er mehr Spaß macht, wenn das Ganze Sinn ergibt. Aber so erinnert es teilweise an den Krekel-Cut von ZOMBIE, denn immer wenn die Tonspur wechselt, tut es ihr die Musik gleich, von Jazz zu Micalizzi, was den Filmgenuss noch ein wenig nerviger macht.
Keine Wertung.


Serien

Rick & Morty 1.04 – „M. Night Shaym-Aliens!“
Doom Patrol Episode 14 – „Penultimate Patrol“
American Dad 13.08 – „Aus der Bahn geworfen“
American Dad 13.09 – „Die Hexen von Langley“


10.12.19

Filme

KILLERMAN (Malik Bader, 2019) 5/10

Der Kleinkriminelle Moe (Liam Hemsworth) ist Geldwäscher für Drogenboss Perico (Zlatko Buric). Das Geld wird zu Gold, das Gold zu Diamanten. Als er sich zusammen mit Pericos Neffe Skunk (Emory Cohen) selbst als Geld-Broker versucht, läuft das gehörig schief. Der Deal wird überfallen, Moe wird angeschossen und erleidet Amnesie. Nun versucht FBI-Agent O’Donnell (John Cenatiempo) aus ihm herauszukitzeln, wo die Millionen sind. Und auch Perico will sein Geld wiederhaben…

Ich mag den Stil, gerade Kamera und Musik, der grobkörnige, düstere Look sind stark. Inhaltlich ist das Ganze leider ziemlich mau, der Film behäbig und nicht wirklich spannend. Die Auflösung und das Ende sind stark, doch der Weg dahin mehr als holprig.

Ausführliche Besprechung: www.filmtoast.de/killerman/

UNTERNEHMEN CAPRICORN (Peter Hyams, 1978) 8/10

Die Welt starrt gebannt auf den Start der ersten bemannten Mars-Mission. Doch kurz vor der Zündung werden die drei Astronauten Charles (James Brolin), Peter (Sam Waterston) und John (O.J. Simpson) aus der Kapsel geleitet. Aus Angst vor einem Fehlschlag will man den Erfolg der Mission durch einen Betrug garantieren, um einem PR-Desaster aus dem Weg zu gehen. Der Missions-Koordinator Dr. Kelloway (Hal Holbrook) erpresst sie, bei einer Inszenierung der Mars-Landung mitzuspielen. Zwar werden dem Journalist Caulfield (Elliott Gould) Informationen über Unstimmigkeiten zugespielt, doch die Unternehmung verläuft zu aller Zufriedenheit. Als die Raumfähre allerdings beim Wiedereintritt unerwartet verglüht, ist das Leben der Astronauten keinen Pfifferling mehr wert…

Ein Klassiker des Paranoia-Kinos der 70er, in dem eine der beliebtesten Verschwörungstheorien, nämlich die sog. Mondlüge, aufgegriffen und auf eine hypothetische Mars-Mission angewendet wird. Das Drehbuch hält sich dabei nicht groß mit irgendwelchem Vorlauf auf, sondern setzt beim Start der Rakete ein. Die drei Astronauten James Brolin, O.J. Simpsons und Sam Waterston werden aufgrund ihrer Art, mit der Situation umzugehen, wie auch in den Gesprächen der Reporter mit ihren Ehefrauen, charakterisiert. Der Film lebt von seiner strammen Dramaturgie und seinen gut ausgearbeiteten Spannungsbogen. Gute Leistungen aller Darsteller, Elliot Gould ist hier in einer seiner Paraderollen zu sehen.

Immer wieder fein, der Film ist einer Grund, warum ich die Thriller der 70er schon als Kind liebte.


Serien

Doom Patrol Episode 15 – „Ezekiel Patrol“
Castle 3.17 – „Countdown“
American Dad 15.20 – „Schlaf schön, Rogu“


11.12.19

Filme

DER BERSERKER (Umberto Lenzi, 1974) 8/10

Guilio Sacchi (Tomas Milian) ist nur ein kleines Licht in der Mailänder Unterwelt. Aus der Bande des Ugo Manjone (Luciano Catenacci) wird er verstoßen, als er als Fahrer bei einem Banküberfall einen Verkehrspolizisten erschießt. In seinem Kopf kippt nun ein Schalter, er verliert jegliche Skrupel. Nachts räumt er einen Zigaretten-Automaten aus und ersticht den Polizisten, der ihn erwischt. Von der Tat geschockt, nimmt am nächsten Tag Kommissar Grandi (Henry Silva) die Ermittlungen auf. Durch seine Freundin Iona (Anita Strindberg) kommt er auf die Idee, Mariloú (Laura Belli), die Tochter ihres Chefs, zu entführen. Es gelingt ihm, die kleinen Gauner Vittorio (Gino Santercole) und Carmine (Ray Lovelock) zu diesem Coup zu überreden. Total zugedröhnt können sie Mariloú in ihre Gewalt bringen, aber die Unternehmung gerät zunehmend zum Amoklauf…

Ich stehe diesem Film ja ein wenig zwiespältig gegenüber. Denn neben der grandiosen Milian-Show zeichnet er nicht nur ein ziemlich pessimistischen Bild der italienischen Justiz, was ich als Poliziesco-Fan und zur Reflexion fähiger Zuschauer verkraften kann, sondern auch eine in Teilen unglaublich lustlose Vorstellung meines anderen Lieblings Henry Silva. Dieser griesgramt sich durch den Film, als wären sieben Tage Regenwetter. Ab gesehen davon hat Umberto Lenzi hier einen seiner düstersten und gewalttätigsten Filme abgeliefert, jedenfalls was das Genre des Polizei- und Gangsterfilms angeht. Gegen Guilio Sacchi wirkt selbst der buckelige Gobbo, den Milian für Lenzi in DIE VIPER und DIE KRÖTE verkörperte, wie ein selbstbewusster, zufriedener und netter Mensch. Sacchi leidet nicht nur an einem massiven Minderwertigkeitskomplex, den er durch die von ihm ausgeübte Gewalt kompensiert, er ist ein ausgemachter Soziopath. Die graphische Darstellung dieser Gewalt ist „in your face“, ein Schockmoment jagt im Mittelteil dem nächsten. Im letzten Drittel nimmt Lenzi dann den Fuß vom Gas, hier droht der Film auch in die Farce abzugleiten. Nur seine Comichaftigkeit rettet ihn hier in die Zielgerade, das ist alles so dick aufgetragen, dass man es nimmer ernst nehmen kann.

DER MITTERNACHTSMANN (Roland Kibbee/Burt Lancaster, 1974) 7/10

Ex-Cop Jim Slade (Burt Lancaster) saß einige Jahre selbst im Kittchen und arbeitet jetzt beim Sicherheitsdienst auf dem Campus einer Universität. Als drei Mädchen dort ermordet werden, als letztes eine Senatoren-Tochter, bemerkt er, dass der Sheriff nicht geneigt scheint, die Sache aufzuklären. Also beginnt er mit eigenen Ermittlungen…

Ganz auf Lancaster zugeschnittenes Verwirrspiel, dessen Jim Slade, ein gefallener Ex-Cop, hier Detektiv spielt. Der Reiz des Films liegt nicht darin, wer am Ende hinter den Morden steckt, das hat der geübte Zuschauer schnell heraus, sondern wie die ganze Sache zusammenhängt. Das Script bemüht knapp ein Dutzend involvierte Personen, wobei nicht nur im Ausschlussverfahren der Kreis der Mordverdächtigen eingegrenzt, sondern das Netzwerk eines Kleinstadt-Komplotts freigelegt wird. Weder die bösen Buben (wie die Backwood-Familie um Ed Lauter und seine Brüder) noch unser Held gehen zimperlich zur Sache. Etwas schade ist, dass der Hintergrund der Figur von Jim Slade nicht wirklich viel zur Sache tut. Die Tatsache, dass er wegen Mordes im Gefängnis saß, wird hier nur dazu genutzt, seine niedere Position als Nachtwächter und sein schlechtes Ansehen beim Sheriff zu begründen. Ansonsten ein sehr solider Krimi.

DER DIALOG (Francis Ford Coppola, 1975) 9/10

Harry Caul (Gene Hackman) ist ein paranoider Kontrollfreak, berufsbedingt. Denn er leitet mit Geschäftspartner Stan (John Cazale) ein Team von Überwachungsexperten. Normalerweise interessiert sich der eiserne Pragmatiker nicht für den Inhalt der von ihm aufgezeichneten Gespräche. Doch ihr neuester Kunde, der darauf besteht anonym zu bleiben, nennt sich nur „Direktor“ und lässt ihn ein junges Paar abhören. Irgendetwas in deren Gesprächen beunruhig Harry, er fürchtet, dass er benutzt wird, einen Mord zu planen…

Hackman spielt in Coppolas meisterlichen Thriller einen einsamen, introvertierten Mann, der scheinbar nur für seine Arbeit lebt. Er hält alle Informationen über sich zurück, scheint kaum ein Privatleben, abseits einer Affäre mit einer jungen Frau, deren Wohnung er bezahlt, zu haben. Auch in seiner Profession interessiert ihn nur der mechanische Vorgang, die Form, nicht der Inhalt seiner Abhöraktionen. Gleichsam wählt Coppola hier eine beinahe dokumentarische Herangehensweise. Die Kamera beobachtet Hackman in seinem Alltag, ein Versuch, diese Figur zu ergründen, anhand ihrer Handlungen und der spärlichen Informationen, die sie den anderen Personen gibt, mit denen sie interagiert. Der fast vollständige Verzicht auf Filmmusik intensiviert dies noch. Auf diese Weise macht Coppola auch die Paranoia, die diese Person immer mehr verfällt greifbar. Und als es dann zur Enthüllung kommt, wenn alle Dämme brechen, dann merkt man erst, dass wir ihn schon lange nicht mehr beobachten, sondern in seinem Kopf, seiner Welt sind. Dies gestaltet sich sehr psychedelisch, aber auf eine komplett unsentimentale Art und Weise. Ein großartiger Film mit einem Hackman, der so gut ist, wie nie davor oder danach.

DAS GESICHT IM DUNKELN (Riccardo Freda, 1969) 6/10

Als Helen Alexander (Margaret Lee) nach einer Auseinandersetzung mit ihrem Mann John (Klaus Kinski) wegen ihrer lesbischen Affäre mit Liz (Annabella Incontrera) auf dem Fahrt zum Flughafen durch eine Autobombe umkommt, ist der skeptische Scotland-Yard-Ermittler Steevens (Günther Stoll) die kleinste Sorge des reichen Erbens. In seinem Haus taucht plötzlich die vorlaute Christine (Christiane Krüger) auf. Als er sie auf eine Party in London begleitet, sieht er dort einen erotischen Film mit seiner Frau und ihrer Freundin. Fortan lässt ihn Helens Gesicht nicht mehr los, scheint ihn überall hin zu verfolgen…

Es ist schon irgendwie komisch, Klaus Kinski außerhalb seiner Filme mit Werner Herzog tatsächlich mal in einer richtigen Hauptrolle zu sehen. Das Verwirrspiel, das Freda aufzieht schlägt genug Haken, dass es sich nicht gleich offensichtlich zu durchschauen gibt. Jedoch braucht es nicht viel Fantasie, um auf des Rätsels Lösung zu kommen. Dank der schön düsteren Atmosphäre und Kinski ergibt das trotzdem einen noch überdurchschnittlichen Mystery-Krimi.


12.12.19

Filme

DÄMONISCH (Bill Paxton, 2001) 7,5/10

FBI-Agent Wesley Doyle (Powers Boothe) sucht verzweifelt nach Anhaltspunkten im Fall eines Serienmörders, der die „Hand Gottes“ genannt wird. Da such ihn ein Mann namens Fenton (Matthew McConaughey) auf, der behauptet, dass sein Bruder der Gesuchte ist. Er erzählt Doyle seine Geschichte, wie sein Vater (Bill Paxton) glaubte, einen Auftrag von Gott erhalten zu haben, als Menschen getarnte Dämonen zu jagen und zu töten…

In Rückblenden erzähltes serial killer movie, das in seiner eher spröden und konventionellen Machart einzig auf eine schier unglaubliche (Aber wahrlich überraschende) Wendung am Schluss hin inszeniert ist. Bill Paxton brilliert in seiner ersten Regie-Arbeit als fanatischen, von religiösen Wahn geleiteter Serienmörder, der als alleinerziehender Vater gleichsam das Leben seiner beiden Söhne zur Hölle macht. Das rettet den Film auch über so manch spannungsarme Passage des Mittelteils, der eher vor sich hin schlendert, hinweg. Über die Aussage, die hinter der letzten Ecke lauert, sollte man sich wohl lieber keine Gedanken machen.

THE DEVIL RIDES OUT (Terence Young, 1968) 9/10

Nicholas von Richleau (Christopher Lee) und Rex Va Ryn (Leon Greene) besuchen ganz spontan Simon Aron (Patrick Mower), den Spross eines toten Freundes. Der hält gerade eine Zusammenkunft eines merkwürdigen Bundes, der vom charismatischen Mocata (Charles Gray) angeführt wird. Nicholas erkennt schnell, dass es sich um einen okkulten Orden handelt. Sie entschließen sich, Simon dessen Einfluss zu entziehen. Doch Mocata ist nicht gewillt, den Jungen gehen zu lassen…

Immer noch großartig, die Restaurierung steht dem Klassiker gut zu Gesicht. Gerade Szenen, in denen etwas ins Bild kopiert wurde (etwa die Spinne), erstrahlen in neuem Glanz, die Elemente fügen sich nun gut ein. Für mich einer der besten Hammer Horrorfilme.


Serien

American Dad 13.10 – „Schöner Abend für eine Spritztour“
American Dad 13.11 – „Casino Normale“
Futurama 5.15 – „Wer ist hier cool?“
Robot Chicken


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (140) Stadt der Vampire
Die drei Fragezeichen (139) Das Geheimnis der Diva


13.12.19

Filme

DIE BÜCHSE DER PANDORA (Georg Wilhelm Pabst, 1929) 7,5/10

Hat mir gut gefallen.

“Die griechischen Götter schufen ein Weib: Pandora. Es war schön, – liebreizend, kannte betörende Schmeichelkünste…
… aber die Götter gaben ihm auch ein Gefäss, in das sie alles Übel der Welt einschlossen. – Die Unbesonnene öffnete die Büchse und alles Unheil kam über uns.”
www.filmtoast.de/die-buechse-der-pandora/

TV-TOD LIVE (Didier Grousset, 1986) 6/10

Der verbitterte Wissenschaftler Albert (Michel Galabru) entwickelt eine Maschine, durch die jegliche Art von Kamera zur Waffe umfunktionieren kann. Kurz darauf treibt eine Reihe von Morden ohne Hinweise auf Methode und Täter den Ermittler Romain (Richard Bohringer) fast in den Wahnsinn…

Grotesker SF-Krimi, in dem Michel Galabru einen griesgrämigen Wissenschaftler gibt, der sich nach seiner Entlassung an der Gesellschaft rächt, in dem er mit seiner neuesten Erfindung nicht nachvollziehbare Morde an Personen des Fernsehens, das er verachtet, vollführt, während sie live vor der Kamera stehen. Der Film wählt glücklicherweise nicht den Weg einer unerquicklischen Klamotte, sondern versucht sich in derber, aber nicht reizloser Gesellschaftssatire. Interessant, wenn auch nicht vollends gelungen. Co-Autor und Produzent war Frankreichs Kino-Gigant Luc Besson.

BLUTNACHT – DAS HAUS DES SCHRECKENS (Theodore Gershuny, 1972) 5/10

Der Anwalt Jack Carter (Patrick O’Neal) soll das lange leerstehende „Butler“-Haus verkaufen. Einst kam hier Wilfried Butler unter ungeklärten Umständen ums Leben, und nun will sein Enkel Jeffrey (James Patterson) es nur noch loswerden. Doch gerade jetzt bricht ein Killer aus der Heilanstalt aus, und auch das Haus scheint bereit, sein mörderisches Geheimnis preiszugeben…

Als einer der ersten Holiday Horrors nicht uninteressant, aber viel zu behäbig und teils elend langweilig. Nett ist die Idee, das Massaker als Photoplay zu präsentieren. Eher für beinharte Slasher-Fans und filmhistorisch Interessierte.


Serien

Castle 4.13 – „Ein Haufen Kläffer“
American Horror Story: 1984 – „Slashdance“
The Expanse 4.01 – „Neuterra“
The Expanse 4.02 – „Strandgut“
The Expanse 4.03 – „Dunkle Vorahnung“


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (142) Tödliches Eis


14.12.19

Filme

OUTPOST: BLACK SUN (Steve Barker, 2012) 4,5/10

Die Suche nach dem Kriegsverbrecher Klausener führt die Nazi-Jäger Lena (Catherine Steadman) und Wallace (Richard Coyle) nach Ost-Europa. Dort stoßen sie auf Relikte der Nazi-Sonderoperation namens „Schwarze Sonne“…

Eher billiger Nazi-Zombie-Actioner, der zumindest recht flott unterwegs ist.

VALERIAN – DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN (Luc Besson, 2017) 6,5/10

Zwei Agenten (u.a. Clara Delevigne) suchen auf einem Generationenschiff, das etliche Aliens beherrbergt, den entführten General der Erdstreitkräfte. Dabei stoßen sie auf eine untergegangen geglaubte Spezies. Unterhaltsame Weltraumoper in bonbonbunter Optik.

ROADKILL: THE LAST DAYS OF JOHN MARTIN (Jim Van Bebber, 1994) 7,5/10

Van Bebbers Showreel präsentiert uns einen der räudigsten Serienmörder der Filmgeschichte. Immer wieder schön.

WEN DIE MEUTE HETZT (Richard Fleischer, 1971) 6/10

Gangster Harry Garmes (George C. Scott) hat sich eigentlich in Portugal zur Ruhe gesetzt. Doch er übernimmt noch einen letzten Job: Er steuert das Fluchtauto, als der Sträfling Paul Rickard (Tony Musante) bei einem Gefangenentransport befreit wird. Er soll ihn und seine Freundin Claudie (Trish Van Devere) über die Grenze nach Frankreich schmuggeln. Doch hinter dem Auftrag steckt mehr, als im eingangs gesagt wird…

Regisseur Fleischer versteht es leider nicht, Tempo und Interesse über die gesamte Laufzeit hochzuhalten. Scott und Musante verbindet nicht viel Chemie, mit Van Devere noch weniger. Aber Scott allein macht den Film schon sehenswert.


Serie

The Expanse 04.04 – „Geist der Vergangenheit“


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (144) Zwillinge der Finsternis


15.12.19

Filme

GOZU (Takashi Miike, 2003) 8/10

Der Yakuza Ozaki (Sho Aikawa) ist durch sein irrationales, unberechenbares Verhalten in den Augen seiner Bosse zu einem Risiko für die Organisation geworden. Deshalb wird sein Partner Minami (Yuta Sone) damit beauftragt, ihn außerhalb in Nagoya zu erledigen. Doch schon auf dem Weg zur geplanten Exekution verstirbt Ozaki durch ein Missgeschick. Als Minami dann in Nagoya ankommt, verschwindet die Leiche auf mysteriöse Weise, und die Suche danach entwickelt sich für den bedauernswerten Gangster zu einem bizarren Horror-Trip…

Hat mir gut gefallen. Vollgestopft mit schrägen Ideen und Charakteren.

STREET LAW (Enzo G. Castellari, 1974) 7,5/10

Ingenieur Carlo Antonelli (Franco Nero) wird bei einem Überfall brutal zusammengeschlagen und als Geisel genommen. Als er nach einer wilden Verfolgungsjagd aus dem Auto befreit wird, fühlt er sich in der öffentlichen Darstellung als Opfer gedemütigt. Die Polizei scheint überfordert, die Täter dingfest zu machen, und Carlos Alltag ist fortan von Ohnmacht, Angst und Komplexen bestimmt. Er entschließt sich, selbst etwas zu unternehmen, erpresst dazu den Kleinganoven Tommy (Giancarlo Prete). Der soll mit ihm den Gangster eine Falle bereiten…

Kontroverser Selbstjustiz-Thriller, in dem Franco Neros Antonelli eher aus verletztem Machismo denn verlorenem Sicherheitsgefühl gegen seine Peiniger vorgeht. Castellari wirft ihn dafür in eine ihn unbekannte Halbwelt, in der er sich nie ganz zurecht findet. Ist spannend, in Teilen auch gut nachvollziehbar, auch wenn er sich seiner Message nicht ganz sicher scheint.

NATALIE: BABYSTRICH OSTBLOCK (Franziska Meyer-Price, 2003) 2,5/10

Business as usual. Schwach gescriptet, inszeniert und gespielt. Natalie, nun junge Mutter, deckt Menschenhandel in Osteuropa auf.


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (143)… und die Poker-Hölle


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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