Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 48

Und weiter im Schnellverfahren. Ich hatte mich diese Woche mal wieder auf einige Polizieschi gestürzt, nebenher auch noch ein paar aktuellere Filme geschaut. Mit AMERICAN HORROR STORY: 1984 setzte FOX die erfolgreiche Horror-Serie fort und ich hab mich endlich dazu aufgerafft, DOOM PATROL fortzusetzen.


KW 48 (21 Filme, 23 Serienepisoden)


25.11.19

Filme

FAMILY (Takashi Miike, 2001) 3,5/10

Miike dehnt hier einen wirren Plot, mit dem es schon bei normalen 90-100 Minuten ungemütlich lang geworden wäre, auf satte 2 1/2 Stunden. Es geht um Takeshi, der Nishikawa, den Mann, der einst in seinem Beisein seine Mutter vergewaltigte, tötet. Danach taucht er unter, aber durch belastendes Videomaterial wissen die Gefolgsleute Nishikawas von ihm. Takeshis Brüder Hidechi und Tadashi suchen ihn auch, um ihn zu schützen. Und während eigentlich immer wieder viel geredet wird und nichts von Belang passiert, wird Tadashis Frau entführt und vergewaltigt, worauf er und Hidechi mit einem Panzer die Bösewichter platt machen. Später geht es noch um eine Verschwörung innerhalb der Yakuza-Familie, einem Verräter, der seine Brüder an die amerikanischen Besatzer verkauft hat und Takeshi erfährt, dass er mit Nishikawa seinen eigen Vater ermordet hat. Mächtig viel los, möchte man meinen, aber auf jede Wendung folgt erst einmal noch mehr unnützer Dialog, was ab und an für eine S/M-Szene unterbrochen wird, was auch nicht besonders spannend ist.

Richtig schön ist natürlich auch, dass die zweite Hälfte mit gut 12 Minuten Rückblende startet, wo u.a. die komplette Panzer-Action-Sequenz gezeigt wird, die man, sollte man die Teile direkt hintereinander schauen, vor 5 Minuten erst gesehen hat. Großzügig gerechnet werden hier 4 Action-Szenen auf 150 Minuten verteilt Und gerade der große Showdown, wofür es auf die Philippinen geht, ist eigentlich nur ein schlechter Witz. Zudem tobt sich Miike hier mit Digital Video aus, weswegen der Look immer zwischen home-made, Doku und billiger Seifenoper schwankt, auch wenn er hier und da noch einige vernünftige Shots zu präsentieren vermag. Die digitalen Effekte und Schnittsperenzien können das nicht wett machen. Dazu dröhnt die ganze Zeit noch die Metal-Band Monkey Pirates im Hintergrund, egal zu welcher Szene. FAMILY ist bisher die schwächste Zusammenarbeit zwischen Manga-Künstler Mako (der hier mal wieder einen Karate-Lehrer spielt) und Takashi Miike, jedenfalls von denen, die ich gesehen habe. Dagegen waren die BODYGUARD KIBA-Filme eine Wohltat, alleine schon, weil sie zusammengerechnet nicht viel länger liefen als dieser dröge Zweiteiler. Das Ding ist definitiv nur für Komplettisten geeignet.

MASSACRE GUN (Yasuharu Hasebe, 1967) 7,5/10

Der Killer Ryuchi (Jo Shishido) bekommt von seinem Boss Azakawa (Takashi Kanda) den Auftrag, ausgerechnet die Frau, die er liebt, zu töten. Er befolgt den Befehl. Als sein kleiner Bruder Saburo (Jirō Okazaki) davon erfährt, wagt er es gegen Akazawa das Wort zu erheben, wofür der ihm die Hände brechen lässt. Am nächsten Tag erscheinen auch noch Schläger im Nachtclub des mittleren Bruders Eiji (Tatsuya Fuji), denn Ryuchi hat mit seinem Boss gebrochen. Nach einem letzten Besuch seines Partners und Mentors Shirasaka (Hideaki Nitani) stehen die Zeichen auf Krieg in der Unterwelt…

Sehr auf Style bedachter Neo Noir, mit Shishido und Nitani als Gegner vorzüglich besetzt. Hasebe ist nicht so sehr an einer tiefschürfenden Narrative interessiert, sondern vielmehr auf Variationen bestimmter Themen und Stimmungen. Das ist nicht untypisch für die Nikkatsu Fließband-Produktionen der 60er, das funktioniert auch wunderbar und übertüncht, wie stereotyp die Figuren eigentlich sind. Durch die Eintracht von Form und Schwingungen äußert sich die triste Ausweglosigkeit im Weg der Protagonisten in einer lakonischen Schwermut, die unsere Antihelden zielsicher, begleitet von leichten Blues- und Jazz-Klängen, in die Tragödie begleitet. Finale und Schlussbild sind großartig.

GEWALT RAST DURCH DIE STADT (Marino Girolami, 1975) 7/10

Der römische Kommissar Betti (Maurizio Merli) und Partner Biondi (Ray Lovelock) wähnen sich angesichts steigender Verbrechensraten schon bald auf verlorenen Posten. Gewalttäter wie Räuber Chiodo (John Steiner) werden immer dreister und immer brutaler. Dann erhält der hitzköpfige Betti das Angebot des Anwalts Sartori (Richard Conte), einer geheimen Bürger-Miliz beizutreten. Als Biondi bei einem Einsatz schwer verletzt wird, ringt der bärbeißige Kommissar mit seinem Gewissen, drauf und dran, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen…

Merlis erster Auftritt als Kommissar Eisenbeißer steht auf dramaturgisch etwas holprigen Beinen, da die Handlung zweigeteilt ist. Durch sein scheinbar sinnloses Vorgehen gegen Gangster John Steiner verliert er nicht nur den Job, sondern auch ein wenig mehr den Glauben in die Rechtsstaatlichkeit. Doch das Vigilanetentum geht ihm dann selbst zu weit, er braucht halt diese Legitimation, die ihm die Marke verliehen hat. Das verleiht der Figur an sich noch keine Tiefe, aber versucht zumindest, das Problem gleich von mehreren Seiten zu beleuchten.

Die Film ist dabei einigermaßen flott inszeniert, die Action ist hart und erbarmungslos. Girolami geht hier in Sachen Brachialität noch eine gute Spur weiter als sein Sohnemann Enzo (Castellari) mit TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT. Besonders schön ist die Musik der de Angelis-Brüder, die Melodien bleiben gleich im Ohr kleben. Neben Merli und Steiner agieren noch Richard Conte und Silvano Tranquili. Merlis Partner spielt Ray Lovelock, der leider etwas früh aus dem Rennen genommen wird und darauf nur noch sporadisch und meist im Rollstuhl zu sehen ist.

Ein guter, harter Vertreter des Genres und für Merli der Startschuss zu einer zwar kurzen, aber ertragreichen Karriere als harter Bulle vom Dienst.

CAMORRA – EIN BULLE RÄUMT AUF (Umberto Lenzi, 1976) 8/10

Neapel droht, in einer Welle des Verbrechens zu ersticken: Überfälle, Morde und Vergewaltigungen stehen auf der Tagesordnung. Jüngst wurde deswegen der für seine Gewalttätigkeit bekannte Kommissar Betti (Maurizio Merli) hierhin versetzt. Er ist der Cop, den diese Stadt braucht, nicht der, den diese Stadt verdient. Und er hat schon bald ein Auge auf die übelsten Übeltäter geworfen, wie den Mafiaboss Generale (Barry Sullivan). Ein weiterer Eintrag auf seiner „Dem tret ich nochmal in den Arsch“-Liste reserviert er dem amerikanischen Geschäftsmann Capuano (John Saxon). Doch nicht nur die dicken Fische müssen sich vor ihm in Acht nehmen. Selbst kleine Gaunereien wie die des Lausebuben Genarinno bleiben unter ihm und Gott nicht ungesühnt…

Maurizio Merlis zweiter Auftritt als Commissario Betti ist gleichwohl sein bester. Unter Lenzis Regie mutiert er zum reaktionären Rechtstaats-Rächer, der jedem Verbrechen die gleiche Aufmerksamkeit widmet und sich immer im Dienst befindet. Schade, dass die beiden Handlungsstränge – Bettis Katz-und-Maus-Spiel mit dem Bankräuber Casagrande und das Fernduell mit Gangsterboss Generale, der von Capuano finanzielle Unterstützung erwartet, um weiter zu wachsen – so sehr nebeneinander herlaufen.

Umberto Lenzi lässt es jedenfalls ordentlich krachen, die Action ist halsbrecherisch, wenn auch manche Autojagd beschleunigt. Geil ist eine Motorradfahrt Casagrandes zu seinem täglichen Polizeitermin, die aus dem Blickwinkel neben dem Vorderrad gezeigt und zum Ende absurd und wissentlich beschleunigt wird. Anfangs liefert uns der Regisseur quasi eine Gallerie der verschiedenen Delikte, Raub, Vergewaltigung und Mord, unter denen Neapel ächzt. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Die Musik stammt dieses Mal von Franco Micalizzi; das Titel-Thema wird etwas zu Tode genudelt, dafür sägt sich der Song „Man Before Your Time“ einem schräg ins Gehirn, sehr toll. Auch unter den Darstellern gibt es nichts zu meckern. Merli ist halt Merli, daneben agieren Barry Sullivan als Mafiaboss, John Saxon als Capuano und Elio Zamuto als Casagrande. Auch Silvano Tranquili hat wieder eine Nebenrolle.

NAPOLI VIOLENTA aka CAMORRA – EIN BULLE RÄUMT AUF gehört wohl zu den besten Action-Krimis vom Stiefel und hat sich seinen Platz in der Top 10 der besten Polizieschi mehr als verdient. Er ist noch einen Hauch pessimistischer und brutaler, gleichzeitig auch schmissiger als sein Vorgänger, hier hat Lenzi wirklich gute Arbeit geleistet.


Serie

Die Simpsons – „Keine Frau für Moe“


26.11.19

Filme

NATALIE IV – DAS LEBEN NACH DEM BABYSTRICH (Dagmar Damek, 2001) 2,5/10

Badmovies Watch Party

Was soll man sagen? Nichts Neues an der Babystrich-Front von Sat 1. Mieses Skript, einfallslose Regie, schlechte Darsteller. Das Sozial-Drama ist ja nett gemeint, aber durchsetzt von Klischees, damit unangenehm penetrant und fern jedweder Realität.

COP HUNTER (Marino Girolami, 1976) 6,5/10

In Turin müssen sich Kommissar Betti (Maurizio Merli) und Kollege Arpino (Raymond Pellegrin) mit gewieften Bankräubern herumschlagen, bevor sich sich um sieben entführte Kinder kümmern können. Hinter der Welle von Verbrechen steckt der große Boss Albertelli (John Saxon), der aber unantastbar scheint. Als Arpino von den Gangstern brutal verkrüppelt wird, sieht Betti endgültig rot…

Beim dritten und letzten Teil der Betti-Reihe saß wieder der alte Marino Girolami im Regiestuhl. Die Produktion importierte dabei neben Co-Star John Saxon, der dieses Mal den großen Boss geben darf, auch in großen Teilen die Musik, sprich das Thema und den Song „Man Before Your Time“, aus Lenzis NAPOLI VIOLENTA. Leider lässt dieser Film aber dessen Drive vermissen. Thematisch ist anfangs alles beim Alten: Eine Entführung und ein Banküberfall künden vom Unheil, das hier über Turin hineinbricht. John Saxon zieht als Boss Albertelli die Strippen aus Mailand.

Wieder einmal fühlt sich Betti durch Gesetze und Bürokratie unfair gehindert, denn die Gangster kämpfen mit harten Bandagen und sind dabei durchaus gewitzt. Und anstatt nur den Job verliert er hier seine Freiheit, als man ihm einen Mord anhängt. Es gibt reichlich Action, hochgespeedete Verfolgungsjagden, wie auch einige Härten. Aber das bleibt irgendwie doch schon sehr hinter seinen Vorgängern zurück. Es fehlen hier die prägnanten Gegner, Saxons Screentime ist nämlich arg begrenzt. Auch die soziale Botschaft hat sich abgenutzt, zumal Girolami sieh die Bürger direkt in Bettis Fresse gröhlen lässt: „Warum könnt ihr uns nicht schützen? Wieso könnt ihr nicht verhindern, dass unsere Kinder entführt werden?“

Für mich der schwächste Film der Reihe, der Lenzis Beitrag in nahezu allen Belangen hinterher hinkt und auch die hauchdünne Ambivalenz von Girolamis eigenen ROMA VIOLENTA missen lässt, auch wenn er ein ähnliches, dieses Mal fatales Ende aufbietet.

TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT (Enzo G. Castellari, 1973) 8/10

Im Kampf gegen das Verbrechen in Genua scheint Kommissar Belli (Franco Nero) auf verlorenem Posten. Auf den Straßen tobt ein Bandenkrieg, der immer mehr zivile Opfer kostet, und die Hintermänner schrecken selbst nicht vor Bomben-Attentaten zurück. Als Belli von Capt. Scarvino (James Whitmore) unmissverständlich eingetrichtert bekommt, dass die Bosse zu mächtig sind und „Schutz von oben“ genießen, nimmt er die Hilfe des ehemaligen Gangsterbisses Cafiero (Fernando Rey) an. Das verhilft ihm zwar zu durchschlagenden Erfolgen, bringt aber ihn und seine Freundin Mirella (Delia Boccardo) auf die Abschussliste der Gangster…

Nach dem Vorbild der aktionsgeladenen Thriller nach Lizzani (DIE BANDITEN VON MAILAND), Tessari (DER BASTARD) oder Di Leo (MILANO KALIBER 9) kristallisierten sich unter den Action-Krimis die Polizei-Filme heraus. Nach Stenos noch gemäßigten DAS SYNDIKAT (1972) dürfte Castellaris TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT die endgültige Initialzündung für das Subgenre gewesen sein.

Der Star Franco Nero dreht schon mit Damiano Damiani anspruchsvollere Krimi-Dramen wie DER TAG DER EULE (1969) oder DER CLAN, DER SEINE FEINDE LEBENDIG EINMAUERT (1971), in denen Damiani den italienischen Rechtsstaat durch mafiöse Strukturen unterwandert und ausgehöhlt beschrieb. Für solch komplexe Sachverhalte hatte der mehr volksnahe Poliziesco nichts übrig.
Es geht hier mehr um die sichtbaren Ergebnisse des Mafia-Einflusses, das Verbrechen auf der Straße, und um die Ohnmacht der Polizei, diese Gefahr für den Bürger einzudämmen. Diese Filme sind meist einfach gestrickt, dem guten Kommissar steht ein Antagonist gegenüber, jemand, der im Hintergrund die Strippen zieht, den es aus dem Verkehr zu ziehen gilt.

Regisseur Castellari entwickelte schon hier seine Vorliebe für Exploitation, für eruptive Gewaltausbrüche und lange Verfolgungsjagden. Er lässt es hier daher auch ordentlich krachen, Schauwerte gibt es zur Genüge. Daneben profitiert der Film auch enorm von seinem guten Drehbuch, das die Thriller-Plotte kompetent vorantreibt. Insgesamt ist es ein für den Poliziesco wegweisender Titel gewesen. Vor allem Castellaris Vater Marino Girolami war sehr angetan und bediente sich großzügig bei TOTE ZEUGEN… und auch DAS SYNDIKAT, um mit seinem Exploiter GEWALT RAST DURCH DIE STADT (1975) gleich mal fast so erfolgreich zu sein wie die beiden zusammen.


27.11.19

Filme

WAX MASK (Sergio Stivaletti, 1997) 6/10

Komisches Ding, indeed. Thematisch eine Kreuzung zwischen dem Phantom der Oper und dem Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts hat man sich hier nochmal richtig Mühe gegeben, aus dem bestimmt nicht üppigen Budget zumindest optisch das Maximum herauszuholen. Die Story nimmt bis zum Finale leider nie wirklich Fahrt auf, da das Ganze lange Zeit eher nebulös bleibt. Zwischenzeitlich gibt es ein paar nette Effekte, und Romina Mondello ist in der Hauptrolle zumindest sehr hübsch anzusehen.

Das Finale ist dann auch ein richtiger Kracher, man darf sich verwundert die Augen reiben, was hier nochmal als Wendung eingebracht wurde. Das ist letztlich halt kein DARK WATERS oder DELLAMORTE DELLAMORE, aber doch recht nett, wenn auch etwas schleppend inszeniert.

GIVE ‚EM HELL, MALONE (Russell Mulcahy, 2009) 3,5/10

Malone (Thomas Jane), ehemaliger Privatdetektiv & jetzt härtester Killer der Stadt, ist mächtig angefressen. Der letzte Auftrag, die Beschaffung eines Koffers, stellte sich als Falle raus. Nun übergibt er seinen Agenten Murphy (Leland Orser) ein leeres Gepäckstück, was die Auftraggeberin Evelyn (Elsa Pataky) gar nicht gut findet, ist sie doch gezwungen, den Koffer samt Inhalt im Austausch für ihren Bruder Frankie zu übergeben. Malone begleitet die Schönheit zur Übergabe, doch Frankie stirbt. Und zu allem Überfluss haben sich auch noch Boulder (Ving Rhames), ein ehemaliger Kollege, & Matchstick (Doug Hutchinson), ein irrer Pyromane, beides Handlanger des Gangsterbosses Whitmore (Gregory Harrison) an ihre Fährte geheftet…

Meine Fresse, ich hatte ganz vergessen, wie grottig der ist. Dummbräsige Knallchargen labern dummes Zeug, und alle wollen Thomas Jane aka Malone umbringen. Okay, wer will’s ihnen verübeln? So richtig toll wird es, wenn unsere Helden, also Jane und Pataky, tatsächlich dreimal hintereinander erfahren, dass es Gangsterboss Whitmore ist, der ihnen ans Leder will, und jedesmal diese vermeintlich neue Erkenntnis mit fragenden Blicken quittieren. Whitmore geht es diesbezüglich nicht besser, denn jedes Mal, wenn er mit seinen Henchmen spricht, gibt er den Befehl, „Malone dann jetzt zu ihm zu bringen.“

Aber das macht eigentlich nichts, denn die Dialoge sind eh durchgehend deppert und ergeben selten bis gar nicht Sinn. Dementsprechend stolpert unser Pärchen unmotiviert von einem Plotpoint zum nächsten, und damit immer in die nächste mäßig choreographierte Action-Sequenz. Mulcahy war nicht müde, hier so viele Noir-Klischees und dann auch noch Anachronismen (das Auto! die Anzüge!) unterzubringen, dass es weh tut.

Als fetziger Neo-Noir ist der eindeutig zu doof, und wenn das eigentlich eine Parodie werden sollte, haben sie den Humor vergessen. Boah, ist das eine Vollkatastrophe!

TOTAL RECALL (Paul Verhoeven, 1990) 9/10

Bauarbeiter Doug Quaid (Arnold Schwarzenegger) träumt immer wieder vom Mars. Er lässt sich dazu hinreißen, zu einer Firma namens Recall zu gehen, um sich eine Erinnerung an ein Abenteuer auf dem Mars implantieren zu lassen. Doch etwas läuft falsch, und plötzlich trachten ihm vermeintliche Kollegen und auch seine Frau Lori (Sharon Stone) nach dem Leben. Außerdem heftet sich der Killer Richter (Michael Ironside), ein Handlanger des fiesen Senators Cohaagen (Ronny Cox), an seine Fersen. Er erfährt, dass er eigentlich ein Agent ist. Er reist zum Mars, um dort mit der Rebellin Melina (Rachel Ticotin) seiner Identität auf den Grund zu gehen…

Die Verhoeven-Klassiker kann ich immer wieder schauen, das sind elegante Reißer, die immer noch unglaublich gut aussehen. Allerdings muss man zugeben, dass auch an TOTAL RECALL allmählich der Zahn der Zeit nagt, was einige, wenige Trickaufnahmen angeht. Trotzdem ist der Film immer noch beispielhaft, was Set Design, Pacing und Storytelling anbelangt. Einer der besten Schwarzenegger-Actioner und dem Remake um Meilen überlegen.


Serien

Mord ist ihr Hobby 10.09 – „Kein Urlaub auf Hawaii“
Mord ist ihr Hobby 10.10 – „Ein unseriöses Angebot“
American Dad 15.16 – „Hochmut kommt vor dem Fall“
American Dad 15.17 – „Stanferato“


28.11.19

Filme

LAST BOY SCOUT – DAS ZIEL IST ÜBERLEBEN (Tony Scott, 1991) 9/10

Der Ex-Secret Service Agent Joe Hallenbeck (Bruce Willis) hatte schon bessere Tage: Gerade hat er seinen Boss und besten Freund Mike (Bruce McGill) mit seiner Frau Sarah (Chelsea Field) erwischt, da fliegt Mikes Wagen in die Luft. Trotzdem kümmert er sich noch um Mikes letzten Auftrag, er soll die Stripperin Cory (Halle Berry) beschützen. Doch auch das endet im Desaster, Joe wird niedergeschlagen und Cory erschossen. Fortan hat er ihren Freund, dem wegen Glückspiels gesperrten Footballspieler Jimmy (Damon Wayans), an der Backe, der mit ihm den Mord aufklären will. Dabei kommen sie den Hintermännern von Schiebungen im Football auf die Spur, und mit denen ist nicht zu spaßen…

ONELINER – THE MOVIE – Ich kenne kaum einen anderen Film, in denen mehr coole Sprüche mit einer derartigen Treffsicherheit rausgekloppt werden, so etwas schafft nur Shane „Mr. Buddy-Movie“ Black. Großartige Action-Klamotte, die allerdings aufgrund ihrer menschverachtenden Gewalt und weil sie so gar nicht PC daherkommt, mindestens genauso viele Gegner wie Fans hat. Black ging hier nach seinen Skripts zu LETHAL WEAPON 1+2 noch einen Schritt weiter. Und wenn Danielle Harris als Willis‘ Filmtochter ihren im Lebensgefahr befindlichen Daddy dann eine Waffe im Plüschtier unterjubelt, ist der Film natürlich schon leicht neben der Spur. Aber das gehört hier einfach zum Understatement, Black bringt einfach das zynische 80s-Gehabe noch einmal auf den Punkt. Willis und Wayans ergänzen sich dabei vorzüglich, es macht immer wieder Spaß, wenn sie anfangen rumzufrotzeln. Ich hab den damals noch im Kino gesehen und auch da schon so derbe gelacht, seither haben sich Humor und Film überhaupt nicht abgenutzt. Immer noch eines der geilsten Buddy-Movies, straight over-the-top, from the beginning (wo ein verzweifelter, zugedröhnter Footballspieler während des Spiels im Regen Amok läuft) to the end (und einer letzten, mit einem Lachen der Helden quittierten, Explosion).

IM ZWIELICHT (Robert Benton, 1998) 6/10

Der abgehalfterte Privatdetektiv Harry Ross (Paul Newman) wohnt im Gästezimmer der zurückgezogen lebenden Filmstars Jack (Gene Hackman) und Catherine Ames (Susan Sarandon), weil ihre Tochter Mel (Reese Witherspoon) ihn mal angeschossen hat. Nebenher erledigt er für die beiden allerlei Kleinigkeiten, spielt ihr Mädchen für Alles. Als er für Jack, der ihm gerade gestanden hat, an Krebs erkrankt zu sein, einer Frau namens Gloria Lamar ein Päckchen übergeben soll, wartet in ihrer Wohnung ein schwer verletzter Mann (M. Emmet Walsh) auf ihn, der ihn mit ein paar Kugeln begrüßt. Kurz darauf verstirbt er und entpuppt sich als Ex-Polizist Lester Ivar. Er stößt auf einen Zusammenhang zwischen Lester und Catherine, und bohrt weiter nach…

Gut besetzter und stilecht gefilmter, später Film Noir, der allerdings inhaltlich nur vorhersehbare Genre-Standards abliefert. Schade drum.

LONE STAR (John Sayles, 1996) 9/10

Meisterliches Krimi-Drama, mehr dazu im Review am Sonntag


Serien

Castle 5.20 – „Bigfoot ist der Mörder“
Doom Patrol Episode 2 – „Donkey Patrol“
Akte X 1.03 – „Das Nest“
Mord ist ihr Hobby 10.11 – „Explosion im Norden“


29.11.19

Filme

WIR (Jordan Peele, 2019) 7/10

In seinen besten Momenten spannend und richtig creepy, viele Anspielungen an die 80er. Das Ende war eher schwach.

MAYHEM (Joe Lynch, 2017) 6/10

Eigentlich ist der erfolgshungrige Derek Yo (Steven Yeun) in einer großen Anwaltskanzlei auf dem Weg nach oben, als er wird von einer Kollegin angeschwärzt und vom Boss unrechtmäßig gefeuert wird. Doch sein Tag wird noch beschissener, denn das Gebäude wird unter Quarantäne gestellt, weil sich hier ein Virus ausbreitet, das den Infizierten die Impulskontrolle raubt. Derek landet mit Melanie (Samara Weaving) gefangen im Keller. Da die Infektion laut Präzendenzfall von jeglicher Schuldfähigkeit befreit, verbünden die beiden sich und kämpfen sich ihren Weg in die Chefetage, um mit denen da oben abzurechnen…

Jau, der war recht nett. Die dünne Prämisse wurde recht originell aufgepeppt, auch wenn es zwischenzeitlich im üblichen Hauen und Stechen mündete. Zwischendurch nimmt sich das Skript aber immer wieder Zeit für Gefechte am Verhandlungstisch, die die Seitenhiebe auf Leistungsgesellschaft, Unternehmenskultur und Kapitalismus lustig nach außen tragen, ohne penetrant zu wirken. Im großen und ganzen nimmt sich der Film auch nicht zu ernst, was den Spaß an der Sache noch etwas steigert. Auch Steven Yeun weiß sein Charisma richtig auszuspielen, weswegen man ihm auch nicht böse ist, wenn er sich durch die ehemaligen Kollegen metzelt. Kein Instant Classic, aber amüsantes Futter für zwischendurch.

ANNA (Luc Besson, 2019) 4/10

Die schöne Anna (Sasha Luss) wird in Moskau von der Straße weg als Nachwuchsmodel in Paris rekrutiert. Dort schlägt sie ein wie eine Bombe. Was keiner weiß: Anna ist eigentlich die erfolgreichste Auftragskillerin des KGB. Als sie in Paris einen Waffenhändler erschießt, gerät sie jedoch ins Visier des CIA. Fortan steht sie mit ihrem Führungsoffizier Alex Tchenkov (Luke Evans) und dem CIA-Agenten Lenny Miller (Cillian Murphy) zwischen zwei Männern…

Besson ver(sch)wendet jede Menge Zeit im ersten Drittel, um Anna als getarnte Killerin einzuführen, was schließlich im Mord an Waffenhändler Oleg mündet. Danach vollzieht das Drehbuch in schöner Regelmäßigkeit Zeitsprünge, wo dann auch ausführlich Annas Background aufbereitet wird. Das alles zieht sich wie Kaugummi, und gerade die vielen Sprünge ermüden schnell. Die Geschichte bietet nichts, was einen Besson-Fan überraschen oder gar vom Hocker hauen würde, es ist halt die x-te Variation seiner Nikita-Story, gähn.

Die Figur ist damit furchtbar austauschbar, was an sich nicht so schlimm wäre, wenn man dafür ein Gefühl für die anderen Charaktere, für die Lokalitäten oder wenigstens die Zeit, in der es sich abspielt, bekommen würde. Doch gerade letzteres erweist sich als Fallstrick, denn wenn man auf die verschiedenen Anhaltspunkten, was Technik, Mode und Musik angeht, schaut, müsste sich das Ganze von den späten 80ern bis in die frühen 2010er erstrecken, auf also mindestens 20 Jahre, wobei dies selbst bei den Sprüngen in die Vergangenheit bzw. die Zukunft der Geschichte (auf das erste Drittel bezogen) fröhlich durchmischt wird. Es bekriegen sich irgendwann, irgendwo irgendwelche Agenten, die uns einfach mal am Arsch vorbeigehen.

Da kann auch das verschachtelte Finale nichts wettmachen, genauso wenig der illustre Cast, der den Figuren nurmehr Konturen zu verpassen vermag. Ob nun Hauptdarstellerin Sasha Luss, die einfach nur gut aussieht, über den blassen Cillian Murphy, bis hin zu Luke Evans, dem einfach nichts zu seinem KGB-Offizier einfällt. Einzig Helen Mirren wahrt ihre Würde als strenge, böszüngige und durchtriebene Befehlshaberin. Alles in allem bleibt aber nicht mehr als zwei schön fotografierte Stunden Langeweile, die höchstens mal für die ein oder andere blutige Action-Sequenz unterbrochen wird.


Serien

Anger Management 2.32 – „Charlie hinter Gittern“
American Horror Story: 1984 – „Camp Redwood“


30.11.19

Filme

GODZILLA (Gareth Edwards, 2014) 7/10

Ich mag den. Die Hauptfigur ist nachvollziehbar, die Kämpfe sind grandios. Großes Kino!

DIE GEWALT SIND WIR (Umberto Lenzi, 1977) 7/10

Den andauernden Debatten über seine rüden Methoden müde hat der harte Cop Tanzi (Maurizio Merli) seinen Dienst quittiert und ist von Rom nach Mailand gezogen. Als der Ausbrecher Luigi Maietto (Tomas Milian), „Chinese“ genannt, einen Mordanschlag auf ihn verüben lässt, spielt Tanzi toter Mann, um so aus der Schusslinie zu kommen. Maietto tut sich darauf mit dem Gangsterboss Frank Di Maggio (John Saxon), dem „Amerikaner“, zusammen. Doch im Geheimen will Maietto dessen Geschäft übernehmen. Unterdessen arbeitet sich Tanzi an ihn heran, um ihn ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen…

Umberto Lenzis DIE GEWALT BIN ICH (ein Ausspruch, der von jeden der drei Hauptakteure stammen könnte) ist ein Gipfeltreffen dreier Poliziesco-Stars, im Namen Maurizio Merli, Tomas Milian und John Saxon, das letztendlich leider noch vollends überzeugen kann. Merli gibt, wie immer, den eisernen Bullen, kann seiner Paraderolle zum einen aber keine neuen Akzente abgewinnen und wirkt zum anderen stellenweise seltsam gehemmt, was auch daran liegen mag, dass seine Figur aus dem Verborgenen ermittelt. John Saxon punktet als Gangsterboss dieses Mal mit Präsenz, hat aber, wie gewohnt, nicht genug Screentime. Dagegen kann Tomas Milian mal wieder am meisten überzeugen, ihm liegen die Rollen als Bösewicht gut, auch wenn gerade er dieses Mal durch die Figurenzeichnung ein wenig ausgebremst wird.

Das Drehbuch von Lenzi, Gastaldi und Sacchetti wirkt oftmals konstruiert und ist auch lange nicht so clever, wie es einen glauben machen will. Der Weg von Kommissar Tanzi zu den beiden Verbrechern Maietto und Di Maggio ist sehr, sehr weit. Zudem ist es zwar der Plan Tanzis, in Rom aufzuräumen und vor allem Maietto zu erledigen, aber auf Di Maggio und seine Organisation, bei der er dann schließlich ansetzt, kommt er nur durch Zufall. Auf im Folgenden erscheinen Handlung und Auswirkung nicht immer zwingend, weswegen auch kaum Spannung aufzukommen vermag. Der Film ist immer dann am besten, wenn er Fahrt aufnimmt und die Fäuste, bzw. Pistolen sprechen lässt.

Für Fans ist DIE GEWALT BIN ICH, allein der großen Namen wegen, ein Muss, doch von Lenzis Polizieschi ist es einer der Schwächsten. Gerade in Verbindung mit diesen Stars drängen sich eher Werke wie CAMORRA – EIN BULLE RÄUMT AUF oder DIE VIPER auf.


Serie

American Dad 12.20 – „Die Weihnachtsfeier“
American Dad 12.21 – „Der Volltreffer“
American Dad 12.22 – „Stadardabweichung“


01.12.19

Filme

THE IRISHMAN (Martin Scorsese, 2019) 8,5/10

Mafiakiller Frank Sheeran (Robert De Niro) blickt auf sein Leben zurück, seine Bekanntschaft mit dem Mafioso Russell Bufalino (Joe Pesci) und dem Gewerschaftsboss Jimmy Hoffa (Al Pacino), in dessen Verschwinden er ebenso verstrickt war…

Ja, das nenne ich mal ein Alterswerk! THE IRISHMAN präsentiert sich etwas gesetzter, weniger hektisch als seine Vorgänger, ist aber durch und durch ein Scorsese-Gangster-Epos. Joe Pesci hat hier, anders als in den vorangegangenen GOOD FELLAS und CASINO, die ruhigste Rolle. Al Pacino ist immer noch voller Energie, was er als Gewerkschaftsboss Jimmie Hoffa auch ausspielen kann. De Niro ist verlässlich wie immer; mit einer Einschränkung: Wie auch bei Pacinos und Pescis Figuren wurde für manche Zeitabschnitte der Geschichte sein Gesicht (und wohl auch Statur) verjüngt, was an sich gut gelungen ist – allerdings schleppt sich der verjüngte Mid-40er De Niro wie ein alter Mann durch das Bild, was irgendwie nicht so recht passen mag. Ansonsten ist es ein gewohnt aufwändiges, schwungvoll erzähltes Gangster-Epos mit einigen mitreißenden Performances.

Der Unterschied zu den anderen Scorsese-Epen besteht primär darin, dass es am Ende um einen gealterten Gangster, kurz vor dem Tod, geht. Normalerweise werden die Charaktere in Scorseses Filmen gar nicht so alt, oder sie werden nicht so lange beleuchtet. Da ist es schon sehr interessant, Robert De Niro als einen Menschen zu sehen, der sein ganzes Leben lang schreckliche Dinge getan hat, dabei seine Familie verschreckt, Freunde überlebt, aber am Ende alleine da sitzt und nicht versteht, was er nun falsch gemacht haben soll. Ein Abgesang auf das Gangsterleben, dieses Leben ohne Reue.

ZULU (Jérome Salle, 2013) 5/10

„Hey Du, ich hab ’ne Idee. Lass uns Orlando Bloom voll gegen den Strich besetzen, so richtig asi. Heruntergekommen, schlechter Vater, schlägt Ex-Frau, mieser Cop mit Hang zur Selbstjustiz. Der ermittelt dann in Südafrika. Und als Co-Star nehmen wir Forest Whitaker.“
– „Und Whitaker besetzen wir dann auch voll gegen den Strich, wegen seines festgefahrenen Images?“
– „Nö, wieso?“

Teils spannender, aber auch ziemlich doofer Verschwörungs-Thriller um Rassismus und Big Pharma, der inhaltliche Defizite mit ordentlich Gewalt zu übertünchen versucht. Bloom müht sich in seiner Rolle als versiffter Cop fragwürdiger Moral, kann aber nicht durchgängig überzeugen. Whitaker ist halt Whitaker.

DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE (Umberto Lenzi, 1976) 7/10

Als der skrupellose Gangster Brescianelli (Henry Silva) die kleine Tochter eines Großindustriellen entführt, steht Kommissar Sarti (Claudio Cassinelli) unter Zugzwang. Um rechtzeitig auf die Spur Brescianellis zu kommen, braucht er die Mithilfe des geschwätzigen Kleinkriminellen Maccaroni (Tomas Milian), den er kurzerhand aus dem Knast entführt…

„Der Zweck heiligt die Mittel.“ – Das jedenfalls denken sich Kommissar Sarti und sein Vorgesetzter, als die kleine Tochter eines Großunternehmers entführt wird. Denn das bedauernswerte Mädchen ist krank und würde einen längeren Aufenthalt in Geiselhaft nicht überleben. Folglich scheint die Maßnahme, den großschnäuzigen Verbrecher Maccaroni aus dem Knast zu befreien das kleinere Übel (und wird ja auch später in Walter Hills NUR 48 STUNDEN so praktiziert, was uns das launige Duo Nolte/Murphy präsentierte). Als man dann noch die Feinde des Entführers Brescianellis durch eine List mobilisiert, um mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, wird es moralisch schon mehr als kritisch; zumal die Gangster im Folgenden nicht zimperlich auch mit Unschuldigen umspringen, man also wissentlich andere Menschen über die Klinge springen lässt. Aber es geht hier um einen schnodderigen wie brutalen italienischen Polizeifilm, da wollen wir den mahnenden Zeigefinger heute mal unten lassen, auch wenn es in diesem Fall ziemlich schwer fällt.

Das Skript von Lenzi und Sacchetti ist eher dünn, und so hetzen die Protagonisten in einer Art Schnitzeljagd durch die Stadt, liefern sich Scharmützel mit anderen Gangstern und natürlich bleiben auch Spannungen untereinander nicht aus. Das ist flott inszeniert, wechselt oft zwischen den flapsigen Eskapaden Maccaronis und brutalen Gewaltakten, was man manches mal durchaus als anstößig empfinden mag; aber wie gesagt, wie sind hier bei Lenzi und in den 70ern. Solange es Spaß macht und unterhält, passt’s. Der Cast des Films gibt mal wieder alles her, was Rang und Namen hat. In Nebenrollen sehen wir die unvermeidlichen Luciano Rossi und Guiseppe Castellano. Henry Silva hat leider etwas wenig Screentime und kann daher nicht wirklich glänzen. Claudio Cassinelli wirkt als eindimensionaler Badass-Cop (eigentlich eine typische Merli-Rolle, aber den konnte man nicht mehr mit Milian zusammenbringen) gründlich unterfordert. Der Star des Films ist eindeutig Tomas Milian als Kodderschnauze Maccaroni (oder Sergio „Monezza“ Marazzi im Original), einem geschwätzigen Kleinkriminellen, den er noch in weiteren Filmen (u.a. DIE KRÖTE und DIE GANGSTER-ALADEMIE) verwendete und schließlich zu seiner Kultfigur, den hippesken Kommissar Nico Giraldi (oder im Deutschen auch mal Toni Maroni), weiterentwickelte. Er frötzelt sich durch den Streifen, als gebe es kein Morgen mehr.

Insgesamt nicht der beste Film von Lenzi und Milian, aber die Jagd durch die ewige Stadt gestaltet sich als flott, actionreich und dank Milian auch ziemlich lustig, bietet Italo-Fans beste Unterhaltung.


Serien

Futurama 4.11 – „Das Kochduell“
Futurama 4.12 – „Der letzte Trekki“
American Dad 13.01 – „Der vergessene Vatertag“
Buffy – Im Bann der Dämonen 2.08 – „Das Mal des Eyghon“
Buffy – Im Bann der Dämonen 2.09 – „Die Rivalin“
Navy CIS 13.24 – „Die Familie geht vor“
Doom Patrol Episode 3 – „Puppet Patrol“
Doom Patrol Episode 4 – „Cult Patrol“
Castle 2.06 – „Vampirwochenende“


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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