Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 47

AMERICAN HORROR STORY: APOCALYPSE beendet, war wirklich gut. Gerade die Verweise auf Horrorklassiker wie DAS OMEN haben gefallen. Auch mit  meinem Rewatch der FREITAG DER 13.-Reihe bin ich durch gewesen: Top List: Die Freitage des Dreizehnten


KW47 (19 Filme, 14 Serienepisoden, 5 Hörpspielfolgen)


18.11.19

Filme

VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN (Lucio Fulci, 1975) 8,5/10

Im Gefängnis trifft Glücksspieler Stubby (Fabio Testi) auf die Hure Bunny (Lynne Frederick), den Säufer Clem (Michael J. Pollard) und den Verrückten Bud (Harry Baird). Als ein Lynchmob mordend durch die Stadt zieht, suchen die Vier ihr Heil in der Flucht. Die Schicksalsgefährten bleiben auf ihrem Weg durch die Prärie von Utah zusammen, wo der Bandit Chaco (Tomas Milian) zu ihnen stößt. Doch der Outlaw erweist sich als unberechenbarer Sadist…

Puh, da hat Fulci mich schon wieder, bereits zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, kalt erwischt. Ich hatte mit einem brutalen, niederschmetternden Splatter-Western gerechnet. Doch der Film überrascht mit einer eher positiven Ausrichtung, handelt zwar von Rückschlägen, falschen Entscheidungen, aber auch Chancen, die sich unverhofft ergeben. Die Welt ist hier manchmal äußerst grausam, aber nicht grundsätzlich schlecht. Und oftmals verbirgt sich das Gute an Orten, an denen man nicht unbedingt danach suchen würde. Die Geburt ist ein zutiefst ergreifende Szene, die mich wirklich mitgenommen hat. Ein wirklich schöner Film, der schon mit seinem Soundtrack (komponiert von Bixio/Frizzi/Tempera & vorgetragen von den engelsgleichen Stimmen von Greenfield & Cook) die teils grausamen Bilder konterkariert. Fabio Testi braucht nicht viele Worte, um ihn liebzugewinnen, und Lynne Frederick hat mir letzt erst wieder in CIRCUS DER VAMPIRE gut gefallen, wenngleich sie hier natürlich weit mehr gefordert wird. Milian beweist einmal mehr, was für einen tollen Soziopathen er abgibt. Und die Bilder, die Sergio Salvati aus den abgewrackten Westernkulissen in Almeria zaubert, sind teils phänomenal. Ein wirklich toller Western!

HOMEFRONT (Gary Fleder, 2013) 5/10

Nach einem harten Undercover-Einsatz in einer Biker-Gang quittiert DEA-Agent Broker (Jason Statham) den Dienst und zieht mit seiner Tochter Maddy in ein kleines Südstaaten-Nest. Doch dort zieht der brutale Hitzkopf nicht nur die Aufmerksamkeit des Sheriffs (Clancy Brown) auf sich. Der aufstrebende Drogendealer Gator Bodine (James Franco) kriegt ziemlich schnell spitz, wer da in seine Nachbarschaft gezogen ist und will sofort Kapital aus diesem Wissen schlagen. Durch seine Partnerin Sheryl (Wynona Rider) nimmt er Kontakt zu den Bikern auf, die Broker unterwanderte. Und so erscheint schon bald der fiese Cyrus (Frank Grillo) mit einem Killerkommando auf der Bildfläche, um die kleine Familie Broker vom Antlitz der Erde zu tilgen…

Oldschool-Action-Drama mit Statham auf Automatik, aber einem gut aufgelegten Franco. Bietet unterm Strich wenig bis gar nichts neues, lässt aber nostalgische Gefühle an die 80er aufkommen. Leider setzt Fleder in der Inszenierung der Action dann aber auf moderne Wackelkamera, weswegen man vom (zweistufigen) Finale nicht viel mitbekommt; damit auch Abzüge in der B-Note, wodurch der Film im oberen Durchschnitt kleben bleibt.

WAS NÜTZT DEN TOTEN HUND EIN BEEFSTEAK (Paul Bogart, 1975) 5,5/10

Mr. Ricco (Dean Martin) ist ein gerissener Anwalt mit dem Herzen am rechten Fleck. Gerade hat er noch den afro-amerikanischen Ex-Bürgerrechtler Frankie Steele (Thalmus Rasulala) aus einer Mordanklage rausgeboxt, wird dieser schon wegen Polizisten-Mord gesucht. Er nimmt die Verteidigung eines mutmaßlichen Mittäters (Philip-Michael Thomas) an und versucht selbst Licht in die Sache zu bringen. Sehr zum Missfallen seines Kumpels Capt. Cronyn (Eugene Roche)…

Krimi-mäßig hat der Film leider nicht viel auf der Pfanne. Und so dünn die Story ist, so dick trägt der Film sein antirassisitsches Statement gegen Vorverurteilung und Polizei-Gewalt auf. Das ist zwar löblich, macht den Film aber auch nicht spannender. Dino Martin hängt sich dafür gut rein und auch Eugene Roche gibt eine gute Vorstellung ab. Kein guter Film, aber einer mit lobenswerter Botschaft.


Serie

American Horror Story 8.03 – „Die verbotene Frucht“
American Horror Story 8.04 – „Könnte es… Satan sein?“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (126) Der Schrecken aus dem Moor
Die drei Fragezeichen (127) Schwarze Madonna


19.11.19

Filme

THE DRAGON FROM RUSSIA (Clarence Fok, 1990) 4/10

Die beiden Waisen Yao (Samuel Hui) und May (Maggie Cheung) wuchsen in einem Waisenhaus in Moskau auf. Yao wird von den 800 Drachen entführt, gehirngewaschen und zum Killer ausgebildet. Jahre später trifft Yao bei einem Auftrag wieder auf May, die inzwischen in den USA lebt. Eigentlich sollte er sie jetzt töten, doch er widersetzt sich dem Code der Drachen und wird nun von Polizei und Killern gejagt…

Unnötig kompliziert erzählte, teils wirre Action-Posse, die auf der Haben-Seite nur die Hälfte seiner Action-Szenen zu verbuchen hat. Denn die andere Hälfte bietet nur unerquicklich unübersichtliches Wire-Fu-Gehopse. Dann lieber KILLER’S ROMANCE oder am besten gleich CRYING FREEMAN mit Mark Dacascos.

WILD CARD (Simon West, 2015) 7,5/10

Nick Wild (Jason Statham) ist in seinen 10 Jahren als Sicherheitsbeauftragter und Bodyguard in Las Vegas mehr versackt, als seinem selbstgesteckten Ziel, genug Geld für einen Rückzug nach Europa beiseite zu legen, näher gekommen zu sein. Doch als er sich mit Mafia-Boss Danny DeMarco (Milo Ventimiglia) anlegt, merkt Nick, dass es vielleicht doch Zeit wird, Sin City eher heute denn morgen den Rücken zu kehren…

Sympathisches Vegas-Drama, das Statham so präsentiert, wie ich ihn mag: gutmütig, kumpelhaft, aber knallhart, wenn es drauf ankommt. Wer hier einen Actionfilm erwartet, wird enttäuscht. Die drei vorhandenen Action-Szenen sind zudem, wie fast immer, viel zu hektisch montiert, um sich daran ergötzen zu können. Sie sind auch nicht bloßes Beiwerk, sondern machen klar, dass Stathams Nick Wild sich durchzusetzen vermag, aber sich halt immer selbst im Weg steht, wenn es um seine Träume, Wünsche, seine Pläne für die Zukunft geht. Man kann ihn noch nicht einmal zu seinem Glück zwingen, er muss es schon selbst ergreifen.


Serien

American Horror Story 8.05 – „Der Wunderknabe“
American Horror Story 8.06 – „Wie alles begann“
Robot Chicken
American Dad 15.14 – „Die Dosis macht das Gift“
American Dad 15.15 – „Demolition Daddy“


20.11.19

Filme

EINER NACH DEM ANDEREN (Hans Petter Moland, 2014) 7/10

Als sein Sohn Ingver, ein Flughafenlotse, an einer Überdosis stirbt, bricht für den Schneeräumer Nils Dickman (Stellan Skarsgard) und seine Frau eine Welt zusammen. Doch dann erfährt er von Ingvars Kumpel Finn, dass dessen Drogen-Kumpane seinen Sohn getötet haben. Anstatt sich weiter mit Selbstmordgedanken herumzutragen, macht Nils nun Jagd auf die Mörder und die Hintermänner und erledigt sie einen nach dem anderen…

Hat mir besser gefallen als das Remake. Stellan Skarsgard passt halt viel besser in die Rolle des ruhigen Vigilanten. Auch der lakonische Humor kommt in der nordisch unterkühlten Atmosphäre besser zum Tragen; ich musste einige Male laut auflachen. Eine schöne Thriller-Groteske.

NOWHERE TO HIDE (Lee Myung-se, 1999) 4/10

Die Detectives Woo (Park Joong-hoo) und Kim (Jang Dong-gun), zwei hyperaktive Pappnasen, jagen einen Mörder, der ihnen immer wieder ein Schnippchen schlagen kann…

Kommt mir streckenweise eher wie eine zu lange geratene, stilistische Fingerübung vor, denn ein kohärenter Film. Manche der Szenen sind auch durchaus gelungen, doch diese Aneinanderreihung von Action-Szenen ermüdet schnell. Dazu nerven die eindimensionalen Protagonisten auch noch dermaßen, dass es stellenweise zur Qual wird. Im Endeffekt teils ganz nett, aber als Ganzes eher zäh und enervierend.


Serie

American Horror Story 8.07 – „Verräter“
American Horror Story 8.08 – „Zwischenhalt“


21.11.19

Filme

PARIS BEI NACHT (Cedric Anger, 2018) 5,5/10

Schönes Ambiente und teils charmante Charaktere, nur leider ist die Krimi-Story mehr als altbacken. Mehr dazu von mir auf Filmtoast.de

DEATH SENTENCE – TODESURTEIL (James Wan, 2007) 6/10

Nick Hume (Kevin Bacon) ist erfolgreich im Job, hat ein gemütliches Heim mit seiner Frau Helen (Kelly Preston) und ihren Söhnen Brendan (Stuart Lafferty) und Lucas (Jordan Garrett). Als er Zeuge wird, wie Brendan nach einem Eishockey-Spiel bei einem Tankstellen-Überfall von einem Gang-Mitglied ermordet wird, wirft das den fürsorglichen Familienvater komplett aus der Bahn. Sein einziger Gedanke kreist um Rache für den Tod des Sohnes. Doch er muss feststellen, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugt, und befindet sich schnell in einer tödlichen Abwärtsspirale, die ihn und alles um ihn herum verschlingt…

Düsterer Action-Thriller, der nur vorgibt, sich für die Probleme mit der Selbstjustiz-Thematik und das Innenleben seiner Figuren zu interessieren. Er zeichnet nur ein Abbild des anhaltenden Verfalls. Funktioniert deshalb auch am besten in den rar gesäten, aber toll inszenierten Action-Szenen. Alles andere ist Ballast, den der Film bloß schnell abzuschütteln geneigt scheint.

X-TRO – NICHT ALLE AUSSERIRDISCHEN SIND FREUNDLICH (Harry Bromley Davenport, 1982) 6/10

Der kleine Tony Philips ist selig, als sein Vater Sam wieder vor der Tür steht. Denn der wurde vor drei Jahren von Außerirdischen entführt, was den Jungen seither in seinen Träumen verfolgt. Mutter Rachel ist inzwischen mit Joe zusammen, Heiratspläne inklusive. Und tatsächlich erweist sich Sam als Eindringling in das traute Heim, schlummert in ihm ein böses Alien, dass den kleinen Tony mit seiner DNA infiziert. Fortan fühlt sich dieser von Fantasie-Freunden umgeben, die dann auch schon mal unliebsame Nachbarn aufsuchen…

Ein recht eigenwilliger SF-Horror, wie ihn auch nur die Briten fabrizieren können. Thematisch bietet der Film ein Popourri aus vornehmlich sexuellen und familiären Problemen. Die Unterwanderung durch ein außerirdisches Wesen in Form des lange verschwundenen Vaters und die Mutation des Jungen zu einer Bestie, sowie die dabei stattfindende Entfremdung von der Mutter wird begleitet von einer befremdlichen, albtraumhaften Atmosphäre und bizarren Szenarien, in denen der plötzlich telekinetisch begabte Tony seinen Frust und seine Wut durch Fantasie-Geschöpfe auf tödliche Weise zum Ausdruck bringt. Ganz nüchtern betrachtet mutet das zeitweise wie ein schlechtes Varieté an, auch das schleimige Monster-Design ringt einem heute mehr ein Lächeln ab und die Darsteller können nur bedingt überzeugen. Dennoch ist es auf seine Weise einfallsreich genug, um stets interessant zu bleiben.


Serien

American Horror Story 8.09 – „Feuer und Herrschaft“
American Horror Story 8.10 – „Apocalypse… then“
Bones – Die Knochjägerin 1.10 – „Die Frau am Flughafen“
Krieg der Welten Episode 5 – „Nahkampf“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen 128 Schatten über Hollywood
Die drei Fragezeichen 129 SMS aus dem Grab
Die drei Fragezeichen 130 Der Fluch des Drachen


22.11.19

Filme

JASON X (Jim Isaac, 2001) 8/10

Als Dr. Wimmer (David Cronenberg) am Crystal Lake Forschungszentrum die Leiche von Jason Vorhees (Kane Hodder) transportfertig machen lässt, erwacht dieser wieder zum Leben und tötet ihn wie auch seine Eskorte. Rowan (Lexa Doig) gelingt es, ihn in eine Cryo-Kammer zu lotsen und einzufrieren, wird aber verletzt und ebenfalls schockgefrostet. Mehr als 400 Jahre später holt ein Team junger Archäologen die eingeforenen Körper auf ein Raumschiff. Doch nicht nur Rowan wird aufgetaut, auch Jason macht sich bald wieder auf, die Besatzung, darunter eine gut trainierte Militär-Einheit und ein Kampf-Cyborg (Lisa Ryder), zu dezimieren…

Ja, der ist immer wieder ’ne Sause: Jason-Overkill-in-Space – The Movie! Der Eishockeymaskenmann darf hier neben dem üblichen Young-Twens-Schlachtvieh eine Reihe schwer bewaffneter Soldaten ausradieren und zerstört durch sein Handeln auch noch eine ganze Raumstation. Die Kills sind angenehm grafisch und halten sich in Sachen Gore und Splatter nicht zurück. New Line Cinema hat hier geklotzt und nicht gekleckert; bis auf den billigen Synthie-Score freilich, aber der gehört einfach dazu. Mit Lisa Ryder als Kampf-Androidin und Lexa Doig als Heroine sieht man hier zwei Darstellerinnen, die seinerzeit auch bei ANDROMEDA zu sehen waren; schade, dass man nicht auch noch Kevin Sorbo verpflichtet hatte. Ein Highlight ist sicherlich der Auftritt von Kult-Regisseur David Cronenberg am Anfang des Films. Der Streifen ist zwar doof wie Hulle, bietet aber alles, was einen Slasher ausmacht, und bricht dies stellenweise auch noch selbstironisch, mal mehr, mal weniger gekonnt. Nebenher gibt er immer wieder mal Details über die Welt, bzw. die Menschheit der Zukunft preis, deutet etwa einen Krieg gegen Außerirdische an, für den die Soldaten auf dem Holo-Deck trainieren. Davon hätte es gerne mehr geben dürfen. Aber auch so ein Heidenspaß!

FIVE ELEMENTS NINJAS (Chang Cheh, 1982) 7,5/10

Blutiger Kracher aus dem Spätwerk Chang Chehs. Da es um die Shaw Studios Anfang der 80er schon nicht so rosig bestellt war, gibt es hier nicht die gewohnt aufwändigen Sets und zig Statisten, die man aus seinen Kampfsport-Epen der 70er gewohnt ist. Macht nix, denn der Revenge-Actioner um die übliche Fehde zweier Clans, die sich der Hilfe von Ninjas bedienen, ist eine launige Angelegenheit mit schön choreographierten Fights. Er ist bunt, laut und blutig. Nur halt alles in ein wenig kleinerem Rahmen.

DIE KLETTE (Romolo Guerreri, 1969) 7,5/10

Kommissar Belli (Franco Nero) nutzt seine Stellung gerne auch für seine Nebeneinkünfte. So lässt er sich vom Anwalt Fontana (Adolfo Celi) dafür bezahlen, kleinere Aufträge zu erledigen. Zum einen soll er die Abschiebung des britischen Fotomodells Sandy (Delia Boccardo) vorantreiben, weil sich diese Fontanas Sohn Mino (Maurizio Bonuglia) angelacht hat. Zum anderen ist ihm an einer Überprüfung des Musikproduzenten Romanis gelegen, in dessen Studio Fontanas Frau Vera (Florinda Bolkan) investieren will. Von der Britin erfährt Belli, dass sei eh nicht ernsthaft an Mino interessiert. Die Sache mit Romanis liegt ihm aber bald schwer im Magen, denn der Produzent erweist sich als mausetot, als er ihn aufsucht. In der Folge sieht er sich von Mordermittler Baldo (Renzo Palmer) kritisch beäugt. Außerdem führt ihn die eigene Suche nach dem Mörder zur Sängerin Emanuelle (Susanna Martinkova), die aber nicht zur Erhellung des Falles sorgen kann. Schließlich gelangt Belli in den Besitz eine Nacktfotos ohne Kopf, dass er nun eine der drei Frauen zuzuordnen sucht, weil er glaubt, hier ein Motiv freigelegt zu haben…

Eines vorweg: Ich mag den Film, denn es ist ein feiner Neo-Noir, wie es sie aus dem Italien dieser Zeit eigentlich nicht sehr viele gab. Aber ich habe, gerade nach mehrfacher Sichtung, doch einige Probleme mit ihm. Zuerst einmal nehme ich Franco Nero das schmierige Arschloch nicht so richtig ab; ich hielt ihn schon in THE FIFTH CORD nicht für die Idealbesetzung, und auch hier hätte ich mir eher jemanden vom Schlage eines Claudio Cassinelli oder Phillipe Leroy, oder auch einen weniger befähigten Akteur wie Fabio Testi gewünscht. Dazu kommt noch, dass die Auflösung der vertrackten Geschichte dann doch ziemlich profan daherkommt, wirklich befriedigend ist es dazu auch nicht – denn dafür kann man die drei Frauen, um die sich Bellis Ermittlungen drehen, viel zu schnell einschätzen. Ist man erst einmal in der Geschichte drin, scheint das allerdings eher nebensächlich, nur im nachhinein schmeckt es ein wenig fad.


Serie

Krieg der Welten Episode 6 – „DNA“


23.11.19

Filme

CHILD’S PLAY (Lars Klevberg, 2019) 4/10

Um ihren Sohn Andy (Gabriel Bateman) nach einem Umzug und ihrer neuen Beziehung zu Shane (David Lewis) wieder versöhnlich zu stimmen, schenkt Mutter Karen (Aubrey Plaza) ihrem gehörlosen Sohnemann eine Buddi-Puppe. Die ist aufgrund ihrer state-of-the-art Technik und der Möglichkeiten der viralen Vernetzung der letzte Schrei. Doch die KI der Puppe, die Andy fortan „Chucky“ nennt, führt ein mörderisches Eigenleben…

Das war nun ein fast komplettes Desaster. Das Skript weiß mit den Möglichkeiten einer voll vernetzteten KI in einem Puppenkörper nicht mehr anzufangen, um einige austauschbare Kills zu initiieren. All das verkommt über weite Strecken zu einem bloßen Gimmick. Dazu gesellen sich hohl agierende Kinder-Protagonisten, die deutlich hirnloser als die Puppe scheinen. Warum gehen die nach dem ersten Mord nicht zur Polizei? „Eine autonome KI in einer Puppe ist durchgedreht und hat den Ficker meiner Mutter ermordet“ ist im Sinne jetzt nicht so sehr weit hergeholt. Nein, da muss natürlich die Haut, die nebenher nicht zu faulen scheint, auch noch an eine alte Nachbarin weitergegeben werden. Zu diversen Plotholes gesellen sich noch dümmliche Wortwechsel aus der Dialog-Hölle, dass man sich mit Grausen abwenden möchte. Hier läuft eigentlich nahezu alles schief, was schief laufen kann, da können auch zwei recht herbe Splatter-Szenen (ne, mehr gibt es nicht) und ein halbwegs lustiges Finale nichts retten.

FREAKS OF NATURE (Robbie Pickering, 2015) 6,5/10

Im kleinen Städtchen Dillford leben Menschen, Vampire und Zombies in Frieden, aber halt jeder in seinem eigenen Viertel. Der Schmelztiegel des Ortes ist die High School, in der Dag (Nicholas Braun) versucht, seinen Loser-Status endlich abzuschütteln und bei seiner Nachbarin Lorelei (Vanessa Hudgens) zu landen. Er hängt nicht mehr mit Kumpel Ned (Josh Fadem) ab, der seinerseits lieber ein Zombie wäre, weil sich niemand für ihn interessiert. Als dann aber Raumschiffe auftauchen und die Stadt belagern, spitzen sich auch die Konflikte zwischen den Gruppierungen zu und alle gehen aufeinander los. Doch als die Aliens angreifen, findet sich Dag mit Ned, inzwischen Zombie, und der Neu-Vampirin Petra (McKenzy Davis) wieder. Sie raufen sich zusammen, um die Stadt zu retten…

High School Klamotte mit Love Story, Horror- und Alien Invasion-Parodie in einem, gut durchgeschüttelt. Insgesamt eine recht sympathische Angelegenheit, die allerdings zu Übertreibung in allerlei Hinsicht neigt. Dadurch ist es mir an manchen Stellen schlichtweg zu hysterisch und zu kitschig, gerade die erste halbe Stunde bis zum Auftritt der Aliens gab es häufig zu viel des Guten. Danach geht es für die drei Helden aber auch flott zu einem Abenteuer zur Rettung der Menschheit. Der Ausgang und die daraus folgende Botschaft des Ganzen ist natürlich leicht vorhersehbar, aber hier steht gerade der überbordende Spaß im Vordergrund. Da mag ich nicht böse drum sein. Der war unterhaltsam, ja.

FREDDY VS JASON (Ronny Yu, 2003) 7,5/10

Da die Eltern von Springwood es geschafft haben, die Existenz Freddy Krügers (Robert Englund) nahezu komplett auszuradieren, die letzten Zeugen (Brendan Fletcher, Jason Ritter) seiner Untaten vegetieren in einer Nervenheilanstatt vor sich hin. So hat er keinen Zugriff mehr auf die Träume der Teenager (u.a. Monica Keena, Kelly Rowlands, Kathrine Isabelle). Er reaktiviert deswegen Jason Vorhees (Ken Kirzinger) und manipuliert ihn, den Tod und die Erinnerung zurück in die Elm Street zu bringen. Und Mr. Eishockeymaske macht seine Sache gut, nach Freddys Erachten viel zu gut…

Ja, der ist auch sehr doof, aber macht trotzdem (und manchmal auch gerade deshalb) viel Spaß. Das Crossover der beiden Franchises hält sich nicht mit eleganten Verknüpfungen auf, sondern lässt Freddy einfach die Strippen ziehen, so unglaubwürdig das nun sein mag. Und dann entfacht er ein lustvolles Geschetzel, welches seinen Höhepunkt leider schon recht früh auf der Party im Maisfeld erreicht. Die weggeschlossenen Jugendlichen, die unter Drogen gehalten werden, erweist sich dann sogar als recht gewitzter Einfall. Ich mag den, der benimmt sich wie ein Kind im Süßwarenladen und feuert einfach mal alles raus, was den Machern gerade so eingefallen ist.


24.11.19

Filme

McLINTOCK! (Andrew V. McLaglen, 1963) 6,5/10

Launig, aber auch von fragwürdiger Natur. Mehr dazu von mir auf Filmtoast.de

NUR NOCH 72 STUNDEN (Don Siegel, 1968) 8/10

Det. Madigan (Richard Widmark) ist eigentlich ein harter Hund. Doch als er mit Kollege Bonaro (Harry Guardino) den kleinen Gangster Barney Benesch (Steve Ihnat) verhaften will, entpuppt dieser sich als gewiefter Psychopath, der Madigans Waffe entwendet und entkommen kann. Commissioner Russell (Henry Fonda) gibt ihm 72 Stunden Zeit, die Sache ins Reine zu bringen. Und dies ist nicht die einzige Baustelle im Dezernat, dem man wegen Korruption, Polizei-Brutalität und Rassismus auf den Zahn fühlt…

Don Siegel serviert einem mit seinem spannenden Krimi gleichzeitig ein exzellentes Großstadt-Panoptikum der späten 60er. Widmark brilliert als harter Hund Madigan mit Ecken und Kanten, wogegen auch Fonda als stoischer Idealist Russell im Chefsessel perfekt besetzt ist. Der Polizei-Alltag erscheint als ein Krieg an vielen Fronten: Da gibt es die Verbrecher auf den Straßen, die korrupten Beamten in den eigenen Reihen und dann auch noch Bürgerverbände, die eigene Interessen vertreten. Und dazu gesellen sich noch die Konflikte am heimischen Herd. Doch im Gegensatz zu Russell können sich Madigan und Kollege Bonera um diese ganzen Scharmützel nicht scheren, während sie unter Zeitdruck durch die Stadt hetzen, auf der Suche nach einem einzigen Mann. NUR NOCH 72 STUNDEN ist ein Film, der, wie New York, niemals schläft, nie auch nur zur Ruhe kommt.

FREITAG DER 13. (Marcus Nispel, 2009) 4/10

Eine Gruppe Jugendlicher will am Crystal Lake campen, weil sie dort Marihuana gepflanzt haben. Am Lagerfeuer erzählt einer von ihnen die grausige Geschichte von Pamela Vorhees und ihren toten Sohn, der immer noch hier sein Unwesen treiben soll. Und tatsächlich fallen sie dem schweigenden Hühnen hinter der Eishockeymaske zum Opfer. Doch ihre Leichen werden nie gefunden. Wochen später sucht Clay Miller (Jared Padalecki) nach seiner Schwester, die zu diesen Campern zählte. Hilfe erhält er von Studentin Jenna (Danielle Panabaker), die mit ihren Freunden auch hier zeltet. Auch sie werden schon bald von Jason gejagt…

Nach dem soliden, aber irgendwie auch schon überflüssigen TCM-Remake kurbelte der Frankfurter Marcus Nispel mit FREITAG DER 13. anno 2009 als freudlosen 08/15-Slasher herunter, der sich dermaßen unmotiviert an ausgetretenen Pfaden entlangschleppt, dass man sich noch nicht einmal der derben Kills zu erfreuen vermag. Es ist schon schade, wie hier ein klassisches Horror-Franchise und diverse Jungstars (Jared Padalecki aus SUPERNATURAL, Amanda Righetti aus THE MENTALIST oder Danielle Panabaker aus THE FLASH) verheizt werden. Selbst im Rahmen der Reihe, mit all ihren Höhen und Tiefen, ein mehr als unterdurchschnittlicher, ja schlechter Beitrag.


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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