Dear Diary… on the watch – Kalenderwoche 41

Diese Woche gab es wieder einen Todesfall in der Filmbranche zu beklagen. Der charismatische B-Star Robert Forster trat mit 78 Jahren von der Leinwand des Lebens ab. Außerdem startete THE WALKING DEAD in die mittlerweile zehnte Season; die Vorfreude hielt sich bei mir in Grenzen. Ich beendete meine Sichtung von SPACE COPS – TATORT DEMETER CITY, dessen finaler Zweiteiler so unspektakulär, wie sie wohl auch immer in Erinnerung bleiben wird. Dazu beendete ich die 80er-Jahre-Folgen der LARRY BRENT Hörspielreihe, was mir unter der Woche auch mit „Dämonenbrut“ wieder meine Lieblingsfolge bescherte – still love it!

Ach ja, und nebenher habe ich in dieser Woche auch meine Qualifikation zum Online-Redakteur abgeschlossen, mit einer komplett weißen Weste, was einen Durchschnitt von 100 % bedeutet.


KW41 (14 Filme/14 Serienepisoden/9 Hörspiele)


07.10.19

Film

HOSTILE (Mathieu Turi, 2017) 5/10

Nach der Apokalypse sitzt Juliet (Brittany Ashworth) verletzt im Wrack ihres Autos in der Wüste fest. Die Nacht bricht an und ein hagerer Mutant belagert sie. Hilfe scheint weit, da sinniert sie über ihre Beziehung mit Jack (Grégroy Fitoussi), die damals fast märchenhaft begann…

Netter Endzeit-Thrill trifft auf mäßige Jetztzeit-Romanze, es kulminiert in einem halbgaren Twist. Schön gefilmt, aber ziemlich schnarchig.


Serien

Rick and Morty 1.06 – „Rick Potion No. 9“
Space Cops – Tatort Demeter City Episoden 23/24 – „Das Ding aus dem All“


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (110) Panik im Park


08.10.19

Film

TRILOGY OF TERROR (Dan Curtis, 1975) 6,5/10

Drei Geschichten mit Karen Black. In der ersten spielt sie die Englischlehrerin „Julie“, die mit dem Studenten Chad ausgeht. Dann hat sie als gegensätzliche Schwestern „Millicent and Therese“ eine Doppelrolle. In der letzten Episode ist sie „Amelia“, die eine Fetischpuppe für einen Geburtstag gekauft hat, den sie ihrer herrischen Mutter zuliebe absagt…

Ein Abend mit Karen Black, oder dröger TV-Episoden-Horror der Marke Dan Curtis. Die erste Episode überrascht zwar zum Ende, mäandert davor aber vor sich hin. Episode Numero Due ist wirklich tierisch vorhersehbar. Allerdings reißt die letzte Geschichte das Ruder noch rum, das ist eine One-Woman-Show. Und Karen Black ist richtig gut, genau wie die verdammte Puppe.


Serien

The Walking Dead 10.01 – „Überschrittene Grenzen“
American Dad 15.02 – „Kleider machen Leute“
American Dad 15.03 – „Stan & Francine & Connie & Ted“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (113)… und das Auge des Drachen
Larry Brent (14) Der Mönch mit den Teufelskrallen


09.10.19

Film

NACHTS, WENN DRACULA ERWACHT (Jess Franco, 1970) 5/10

Den fand ich früher mal besser. Die erste halbe Stunde ist auch durchaus goutierbar. Franco folgt hier dem Buch näher, als alle anderen Verfilmungen zuvor. Natürlich trägt Lees schiere Präsenz einiges dazu bei. Danach zerfasert die Inszenierung in andauernde Zooms, Szenen vom verrückten Kinski und Handlungselemente, die in ihrer Abfolge nicht einmal Spannung erzeugen wollen. Franco zelebriert diese Langsamkeit und lässt den Zuschauern am kaum bewegten Bild verhungern. Eine anstrengende Angelegenheit, wenn auch für Franco-Verhältnisse nicht unbedingt schlecht.


Serien

Navy CIS 16.19 – „Kalte Wut“
Raumschiff Enterprise – „Herr der Sklaven“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (115) Auf tödlichem Kurs
Larry Brent (15) Dämonenbrut


10.10.19

Filme

SCHWARZER FREITAG (Arthur Lubin, 1940) 6/10

Als sein Freund Prof. Kingsley (Stanley Ridges, SERGEANT YORK) von Gangstern bei einem Attentat aus Versehen lebensgefährlich am Kopf verletzt wird, wagt Dr. Sovac (Boris Karloff, DER RABE – DAS DUELL DER ZAUBERER) einen experimentellen Eingriff: Er pflanzt ihm Teile des Gehirns des Gangsters Red Cannon ein. Das hat eine radikale Persönlichkeitsänderung zur Folge. Sovac hat es dabei auf Geld abgesehen, dass Cannon versteckt hatte. Doch die Persönlichkeitsveränderung treibt Kingsley/Cannon dazu, sich an seinen Feinden zu rächen. Ganz oben auf der Abschussliste steht sein Rivale Eric Marney (Bela Lugosi, DIE RACHE DES WÜRGERS)…

Der war weder Fisch noch Fleisch. Regisseur Arthur Lubin (PHANTOM DER OPER) kriegt es nicht gebacken, die verschiedenen Genre-Elemente, die ihm das unausgegorene Script hinwirft, noch irgendwie zu verbinden. Auch die Stars wussten scheinbar nicht viel mit ihren Rollen anzufangen, wobei Bela Lugosi eh nur wenig Screentime hat. Und Boris Karloff weiß seinen, nach der OP zur Passivität verdammten, Mad Scientist auch nicht glaubwürdig zu verkörpern. Letztlich springt der Film unfokussiert zwischen Horror und Gangsterfilm hin und her, wobei ersteres weit besser funktioniert, aber zu wenig Platz eingeräumt bekommt.

DRACULA UND SEINE BRÄUTE (Terence Young, 1960) 7,5/10

Lehrerin Marianne (Yvonne Monlaur) nächtigt auf ihrer Reise zu ihrer neuen Wirkungsstätte auf Einladung der Baroness (Martita Hunt) auf Schloss Meinster. Dort entfesselt die unbedarfte, junge Frau den Sohn des Hauses, Vampir Baron Meinster (David Peel). Dieser betört erst einmal alle Frauen des Ortes, und es muss Van Helsing (Peter Cushing) kommen, um den Tag zu retten…

Dieses Sequel, das auf Christopher Lee als Vampirgraf verzichten muss, kommt natürlich nicht ansatzweise an den Klassiker von ’58 heran. Dennoch bietet Youngs Film stilvollen Hammer-Grusel in schönen Bildern und gehört damit zu den besten Filmen der Reihe.


Serien

American Dad 10.08 – „Der Krampus“
Rick and Morty 1.09 – „Krise im Fluchhandel“
Robot Chicken 1 Episode


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (114)… und die Villa der Toten
Larry Brent (16) Orungu, Fratze aus dem Dschungel


11.10.19

Filme

AND SOON THE DARKNESS (Robert Fuest, 1970) 8/10

Die Freundinnen Jane (Pamela Franklin, TANZ DER TOTENKÖPFE) und Cathy (Michele Dotrice, IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS) erkunden in den Ferien per Fahrrad das französische Hinterland. Als die beiden Engländerinnen sich bei einer Rast heftig streiten, fährt Jane kurzerhand alleine in die nächste Ortschaft. Cathy bleibt zurück, um am Rande des Weges zu faulenzen. Doch sie beschleicht das Gefühl, nicht alleine zu sein. Als Jane zurückkehrt, ist ihre Freundin spurlos verschwunden. Auf der Suche nach Hilfe gerät das kaum der Landessprache mächtige Mädchen an den undurchsichtigen Paul (Sandor Elès, COMTESSE DES GRAUENS). Nachdem sie etwas stochert, gibt er sich als Polizist aus und erzählt ihr von dem Mord an einer jungen Schwedin, der hier stattgefunden haben soll. Doch Jane beschleicht das Gefühl, dass ihm nicht zu trauen ist…

Den wollte ich schon ewig mal sehen. Und was soll man sagen, da weiß man wieder, weswegen man Amazon Prime hat: O-Ton, Uncut, HD. Perfekt!
Der Film hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch locker übertroffen! Robert Fuest (DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES) baut mit minimalen Mitteln maximale Spannung auf, setzt das „Stranger in a Strange Land“-Motiv gewinnbringend ein, in dem Protagonistin Jane etwa nur schlecht Französisch spricht. Der Zuschauer (sofern nicht selbst sprachkundig) bekommt nur das zu verstehen, was Jane fragend in ihren Gesprächen wiederholt. Er weiß genauso wenig wie sie einzuschätzen, wer ihr freundlich gesinnt ist oder nicht. Dazu werden immer wieder neue Personen eingeführt, die man nicht zuordnen kann. Das Gefühl der Unsicherheit schlägt irgendwann in Paranoia um. Auch filmisch ist das Ganze zurückhaltend, aber sehr spannend umgesetzt. Immer wenn sich Jane etwa der Motive Pauls unsicher wird, filmte Kamera-Chef Ian Wilson (THE CRYING GAME) so, dass dieser nur teilweise am Rand des Bildes und Jane gegenüber leicht überhöht sichtbar ist. Ein feiner Thriller, der viel mehr Beachtung verdient. Ich traue mich gar nicht, das Remake zu schauen. Das kann nur in die Hose gehen.

FRANKENSTEINS RACHE (Terence Fisher, 1958) 7,5/10

Der Arzt Dr. Stein (Peter Cushing, STAR WARS – A NEW HOPE) bringt in Carlsbad die übrige Ärzteschaft gegen sich auf. Der hinzugezogene Kollege betreibt ein Armen-Krankenhaus und hat vor allem einen Schlag bei der holden Weiblichkeit. Der junge Dr. Kleve (Francis Matthews, BLUT FÜR DRACULA) erkennt in ihn den genialen Dr. Frankenstein, der eigentlich am Galgen gestorben sein sollte. Er erpresst den Wissenschaftler, um als sein Schüler aufgenommen zu werden. Mit Kleves Hilfe erweckt Frankenstein sein neues Geschöpf zum Leben, wobei er den Körper aus amputierten Gliedmaßen der armen Leute aus seinem Spital zusammenschustert. Das Gehirn stiftet sein Assistent Karl (Michael Gwynn, DAS DORF DER VERDAMMTEN). Obwohl geistig gesund, erweist sich dessen Minderwertigkeitskomplex als Fallstrick für den Erfolg des Experiments…

Der kann den Erstling zwar nicht das Wasser reichen, ist aber noch das beste der Sequels. Das Setting ist wieder einmal wundervoll, das Labor größer und bunter, wieder vollgestellt mit den merkwürdigsten Apparaturen. Peter Cushing brilliert als Frankenstein, und Francis Matthews versteht es, Sympathien für seine Person zu wecken, die am Ende heftig enttäuscht werden. Der Kniff, dass die Versuchsperson durchdreht, weil sie wieder ins Rampenlicht gezogen werden soll, obwohl er die ganze Prozedur nur auf sich genommen hat, um nicht mehr angestarrt zu werden, ist nicht schlecht. Eigentlich hätte es des Kampfes mit dem Gastwirt, der ihm das Gehirn beschädigt, nicht mehr gebraucht. Letzteres ist dann eigentlich sogar ein Schwachpunkt des Films. Ansonsten ein sehr schöner Hammer Horror.

HONGKONG VICE (Johnny Mak, 1984) 8/10

Der Republikflüchtling Tony (Lam Wai) überredet fünf alte Freunde, vom Festland nach Hongkong zu kommen, um mit ihm einen großen Coup durchzuziehen. Schon beim Grenzübertritt lässt einer von ihnen sein Leben. Als sie in Hongkong dann einen Cop erschießen, kleben seine Kollegen wie Bluthunde an ihnen. Der Überfall auf einen Juweliergerät zum Desaster, und die Freunde werden durch die Gassen der Metropole gehetzt…

Mehr Crime-Drama als Action-Kracher. Als die Festlandchinesen feststellen, dass das schnelle Geld doch nicht so leicht verdient ist, kehrt sich auch ihre böse Seite raus. Auch Tony muss erkennen, dass seine Connections in Hongkong ihn fallenlassen wie eine heiße Kartoffel, wenn er halt nicht mehr von Nutzen ist. Der Film ist dabei einigermaßen flott unterwegs, und auch die Action kommt nicht zu kurz. Im Finale in den verwinkelten, schmalen Gassen der Stadt kommt es dann knüppeldick zum großen Payoff. Das ist düsterer Hongkong Noir, wie er in HONGKONG CONNECTION, FULL ALERT, EXPECT THE UNEXPECTED oder ONE NITE IN MONGKOK zelebriert wird.


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (116) Codename: Cobra
Larry Brent (17) Das schwarze Palais von Wien


12.10.19

Filme/ Robert Forster Tribute Day

DER DON IST TOT (Richard Fleischer, 1973) 6/10

Nach dem Tod des Paten Don Paolo übernimmt der erfahrene Mafiosi Don Angelo (Anthony Quinn, LA STRADA – DAS LIED DER STRASSE) die Organisation in L.A. Dies geschieht mit dem Segen von Paolos Sohn Frank (Robert Forster, JACKIE BROWN), der sich mit seinen Kompagnons Vince (Al Littieri, DER PATE) und dessen Bruder Tony (Frederic Forrest, HAMMETT), der eigentlich lieber aussteigen will, um seine lukrativen Rauschgift-Geschäfte kümmert. Als Frank nach einem Italien-Besuch feststellen muss, dass seine Verlobte, die Sängerin Ruby (Angel Tompkins, PRIME CUT), ihn betrogen hat, schlägt er sie in einem Wutanfall krankenhausreif. Doch ihr neuer Liebhaber ist ausgerechnet Don Angelo, der Frank nun für vogelfrei erklärt. In Los Angeles bricht ein Mafiakrieg aus, den Franks Vertrauter Luigi (Charles Cioffi, SHAFT) für sich nutzen möchte…

Hervorragend besetzter Gangsterfilm (u.a. auch noch Abe Vigoda, Victor Argo, Joe Santos), der sich nur leider nicht zwischen dem aktionsreichen Gangster-Clash zwischen Forster und Quinn und dem auf Forrest fokussierten Gangster-Drama entscheiden kann. Auch der hinterhältige Plan von Charles Coiffis Luigi fügt sich nicht gerade geschmeidig in das Gesamtbild ein. Es passiert genug, um nicht zu langweilen, aber hinkt anderen Gangsterfilmen der 70er, wie THE OUTFIT, PRIME CUT oder gar THE GODFATHER, recht weit hinterher.

VIGILANTE (William Lustig, 1983) 7,5/10

Auf New Yorks Straßen hat das Verbrechen die Oberhand genommen. Eine Bürgerwehr erhebt sich dagegen, doch Arbeiter Nick (Robert Forster, DAS SCHWARZE LOCH) lehnt es ab, den Leuten um seinen Kollegen Eddie (Fred Williamson, METROPOLIS 2000) beizutreten und als Vigilant auf den Straßen das Recht selbst in die Hand zu nehmen. Doch eines Abends kommt er nach Hause, um seine Frau schwer verletzt und seinen Sohn tot vorzufinden. Der puertoricanische Bandenführer Rico (Willie Colón) wird wegen Körperverletzung und Mord verhaftet. Als dieser nach der Gerichtsverhandlung aber wieder auf freien Fuss kommt, tickt Nick aus und greift zur Selbstjustiz…

Bill Lustig (MANIAC) unterlässt es glücklicherweise, das heikle Thema für eine platte Rache-Phantasie zu missbrauchen. Er schickt den Protagonisten Nick auf einen Leidensweg, an dessen Ende er einsam und gebrochen ist. Er ist kein Held, er ist ein Opfer, gleichsam Opfer des Gangleaders Rico, der seinen Sohn tötet und so seine Familie zerstört, wie auch des hilflos überforderten Justizsystems, das sich nicht einmal mehr darin versucht, Recht zu sprechen. Als Konklusion übt er letztlich die Gewalt seiner Vigilanten-Freunde (gegen Rico), wie auch die der verhassten Verbrecher (gegen das System) aus. Somit wird von Lustig in Frage gestellt, ob sein Handeln gut oder auch nur gerechtfertigt ist.

WALKING THE EDGE (Norbert Meisel, 1985) 7/10

Der gutmütige Taxifahrer Jason (Robert Forster, OLYMPUS HAS FALLEN) hat nicht gerade eine Glückssträhne. Sein Boss will ihn über den Tisch ziehen, seine Frau geht fremd. Dann steht Christine (Nancy Kwan, LIEBESGRÜSSE AUS FERNOST) vor seinem Taxi. Vor einiger Zeit hat der Gangster Brusstar (Joe Spinell, THE UNDERTAKER) ihren Mann, der heimlich mit Drogen dealte, und ihren kleinen Sohn erschossen, nur sie konnte enkommen. Nun will sie in einem Abwasch mit denen aufräumen, die Schuld am Tod ihres Sohnes sind, und den unwissenden Jason hat sie als Fahrer auserkoren. Als sie an Brusstar scheitert, sind beide im Visier der Gangster. Jason bleibt nichts anderes übrig, als seinen unliebsamen Fahrgast zu helfen…

Nettes B-Movie mit einem sympathischen Protagonisten-Pärchen. Gibt sich der Film anfangs noch als flotter Exploiter, widmet er sich nach actionreichem Start erst einmal den Charakteren. Im letzten Drittel wird die Frequenz von eingestreuten Gemeinheiten dann wieder größer. Forster und Kwan ergänzen sich gut, Spinell ist wieder herrlich schmierig.

JACKIE BROWN (Quentin Tarantino, 1997) 8,5/10

Die Flugbegleiterin Jackie Brown (Pam Grier, COFFY – DIE RAUBKATZE) wird mit Geld und Koks in ihrem Gepäck erwischt. Der DEA-Agent Ray Nicolette (Michael Keaton, BATMAN) versucht sie unter Druck zu setzen, um den Geldhändler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson, SPURWECHSEL) zu verraten. Der beauftragt den Kautionsagenten Max Cherry (Robert Forster, VIGILANTE), Jackie aus dem Knast zu holen. Da sie Angst davor hat, bald für Ordell entbehrlich zu sein, umgarnt sie Max, um mit ihm den Gangster übers Ohr zu hauen. Und dann sind da noch Ordells kiffende Freunde Louis (Robert De Niro, HEXENKESSEL) und Melanie (Bridget Fonda, DIE ARMEE DER FINSTERNIS), die die Sache noch weiter verkomplizieren…

Tja, was soll man sagen? Ein feiner Film, Quentin Tarantino adaptierte Elmore Leonards Rum Punch relativ werkgetreu, ließ aber einige Handlungsstränge des Romans zugunsten der Filmdramaturgie fallen. Dabei vermengte er die Geschichte mit Referenzen an das Blaxploitation- und Exploitation-Kino der 70er & frühen 80er und seiner Macher (u.a. durch den Soundtrack und die Besetzung von Forster, Grier (und ihrer Hautfarbe) und auch Sid Haig als Richter). Jedoch ohne, dass einen dies so plakativ vor den Latz geknallt wurde, wie es in seinen Filmen ab KILL BILL der Fall ist. Die zweieinhalb Stunden vergehen mal wieder wie im Fluge, gerade weil die Chemie zwischen Forster und Grier stimmt und sie so auch sehr sympathisch rüberkommen.

FEINDE AUS DEM NICHTS (Val Guest, 1956) 8/10

Professor Quatermass (Brian Donlevy, DER GLÄSERNE SCHLÜSSEL) ist angefressen, weil ihm die Mittel für sein Mond-Kolonisations-Projekt gestrichen wurden. Als ein mysteriöser Meteoritenregen über England niedergeht, will er den Aufschlagsort untersuchen. Zu seinem Erstaunen findet er dort Fabrikationsanlagen, die seinen Modellen für das eingefrorene Projekt bis ins Detail gleichen. Vor Ort und auch in London wird er bei Nachfragen abgeblockt. Er vermutet, dass eine fremde Macht dabei ist, Regierung und Armee zu unterwandern, um sich das Land Untertan zu machen…

War der erste Teil noch ein Nachtmensch und mit seiner expressionistisch-düsteren Fotografie und seinem Monster dem Gothic-Horror verhaftet, spielt Val Guests (YETI DER SCHNEEMENSCH) Fortsetzung fast ausschließlich bei Tageslicht und biegt ein auf den Highway des während des Kalten Krieges gerade im SF-Bereich angesagten Paranoiakinos. Das außerirdische Böse bemächtigt sich auch hier des menschlichen Körpers, aber bleibt im Inneren verborgen, so dass man zwischen Freund und Feind kaum noch zu unterscheiden weiß. Der Film gestaltet sich ziemlich rasant, hält aber immer wieder inne, um das Gefühl der subtilen Bedrohung auszuspielen, welches er immer weiter aufbaut. Wundervoll auch die Szene, als Quatermass die Bewohner der der Fabrik nahen Stadt dazu bringt, mit Fackeln und Heugabeln eben jene zu stürmen. Ich freu mich schon darauf, nächste Woche mir mal wieder den krönenden Abschluss der Reihe zur Gemüte zu führen.


Serien

Futurama 7.14 – „Rostige Schienen“
Navy CIS 16.20 – „Ex ist Ex“


13.10.19

Film

OPERATION: OVERLORD (Julius Avery, 2018) 6,5/10

Ein Trupp US-Soldaten springt kurz vor dem D-Day hinter den feindlichen Linien ab, um im französischen Hinterland einen Störsender zu zerstören. Der Absprung ist verlustreich, doch kann sich eine Handvoll von ihnen, u.a. der gutmütige Boyce (Jovan Adepo), in eine kleine Ortschaft retten, wo sie bei Chloe (Mathilde Ollivier) Unterschlupf finden. Als Boyce die Gegend auskundschaftet, entdeckt er unter dem Funkturm ein Labor, in dem die Nazis grauenvolle Experimente an Toten vollziehen…

Oh, da bin ich dann auch einem Irrtum aufgesessen. Ich dachte, der Filme wäre ein Nazi-Zombie-Actioner, weil er auch so beworben wurde. Aber in den Trailern hat man schon alle Szenen davon verbraten. Der Film ist ein recht schnittiger, aber belangloser Kriegs-Actioner, der im letzten Drittel kurz Richtung Horror kippt. Größtes Plus dabei sind die unverbrauchten, jungen Darsteller. Die GIs kämpfen gegen ganze drei (!!!) Zombie-Soldaten, und der Part in den Katakomben mit dem Labor dauert gerade etwas mehr als eine Viertelstunde. Die 80 Minuten davor sind zwar nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Zumindest kann er sich danach noch steigern, obwohl es einen doch irgendwie unbefriedigt zurücklässt. Too late, too little.
Kann man sehen, aber wer die Trailer schon kennt, sollte seine Erwartungen ein Stückweit drosseln. Dies ist nicht „Wolfenstein“, sondern doch eher „Call of Duty“.


Serien

Raumschiff Enterprise 2.14 – „Der Wolf im Schafspelz“
Family Guy 16.13 – „V steht für Geheimnis“
Family Guy 16.14 – „Veteran Guy“


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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