Dear Diary… on the watch – Kalenderwoche 39

Und weiter im Text; in dieser Woche näherten sich LONGMIRE und PREACHER immer weiter dem Serien-Ende, ich setzte LARRY BRENT fort. Allgemein keine besonders aufregende Woche…


KW39 (16 Filme, 13 Serienfolgen, 9 Hörspiele)


23.09.19

Film

DANSE MACABRE (Antonio Magheriti, 1962) 8,5/10

Der britische Journalist Alan Foster (Georges Riviére, DIE HERRIN VON ATLANTIS) wettet mit dem amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe (Silvano Tranquilli, DAS SCHRECKLICHE GEHEIMNIS DES DR. HICHCOCK), dass er an Halloween eine Nacht im verwunschenen Schloss von dessen Freund Lord Blackwood (Umberto Raho) nächtigen wird. Denn Poe hat behauptet, dass alle seine Geschichten auf wahren Begebenheiten basieren, was Foster nicht zu glauben vermag. Auf dem Schloss muss er schnell feststellen, dass er nicht alleine ist. Ein Dr. Carmus (Arturo Dominici, DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT), ein Metaphysiker, versucht ihm zu erklären, dass sie allesamt Geister, gefangene, leidende Seelen, sind. Foster lässt sich nicht überzeugen, verfällt aber der Faszination für eine geheimnisvolle, schöne Frau, die sich als Elizabeth Blackwood (Barbara Steele, SHIVERS) vorstellt…

Unheimlich, tragisch, schockierend. Und ungemein atmosphärisch. Mit DANSE MACABRE ist mir bisher ein Film entgangen, der gleich all das repräsentiert, wofür das Gothic-Kino seinerzeit stand. Magheriti und Corbucci schufen hier einen Klassiker des Genres, der scheinbar über die Jahre viel zu wenig Beachtung fand und hinter den anderen Schwarz-Weiß-Klassikern von Bava oder Freda zurückstecken musste. Vollkommen zu unrecht. Der ist fröstelig wie ein kühler Windzug in einer lauen, mondlosen Sommer-Nacht, während des Spaziergangs durch eine abrissreife Industrieruine.


Serien

Longmire 6.09 – „Jeder kämpft für sich allein“
Preacher 4.09 – „Overture“
Castle 7.21 – „Über den Wolken“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (103) … und das Erbe des Meisterdiebes
Larry Brent (6) Im Kabinett des Grauens


24.09.19

Filme

SPIDER BABY (Jack Hill, 1967)  7/10

-> Obscure Shit No 29

MURDER ROCK (Lucio Fulci, 1984) 6/10

In New York mühen sich mehrere Mädchen im Tanzstudio von Dick Gibson (Claudio Cassinelli, DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN) unter Trainerin Candice (Olga Karlatos, WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES) ab, um einen lukrativen Job an Land zu ziehen. Als eine von ihnen ermordet wird, verdächtigt Lt. Borges (Cosimo Cinieri) ihren Ex-Freund. Candice hat Visionen von einem Fremden (Ray Lovelock, EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN), der sie im Traum tötet. Dann fällt eine weitere Tänzerin dem Killer zum Opfer…

Ich mag das Setting, die schöne Kamera-Arbeit, und Lovelock wie auch Karlatos liefern einen guten Job ab. Doch kriecht die Story zeitweise wie ziellos voran, Lucio Fulci (VERDAMMT ZU LEBEN, VERDAMMT ZU STERBEN) konnte wohl mit dem Tanzfilm-Gedöns nicht wirklich was anfangen. Und ganz übel stoßen mir die meisten der nervigen Songs auf. Was, zum Teufel, hat Emerson sich dabei gedacht?

DER VAMPIR VON NOTRE DAME (Riccardo Freda/Mario Bava, 1958) 7/10

In Paris geht ein Killer um, vier junge Frauen sind ihm schon zum Opfer gefallen, allen wurde das Blut entnommen. Journalist Latin (Dario Michaelis) geht dem Fall um den „Vampir“ nach. Seine Nachforschungen führen ihn zum Wohnsitz der Familie du Grand, wo die schöne Giselle (Gianna Maria Canale) ein Auge auf ihn wirft…

Der erste Film, bei dem Mario Bava (BAY OF BLOOD) von Riccardo Freda (DAS SCHRECKLICHE GEHEIMNIS DES DR. HICHCOCK) übernehmen musste. Herausgekommen ist ein netter Gothic-Grusler, der nebenher recht unbekümmert sexy ist; zwar nicht im Sinne von Fleischbeschau, sondern einiger pfiffiger Dialoge. Wird dem Status des Semi-Klassikers, in den er gerne mal geschubst wird, nicht gänzlich gerecht, aber gestaltet sich genauso kurzweilig wie stilsicher.


Serie

American Dad 14.20 – „Funnyish Games“
American Dad 14.21 – „Fleabiscuit“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (105) … und der Nebelberg
Larry Brent (7) Das Totenhaus der Lady Florence


25.09.19

Filme

MASTERS OF HORROR: IMPRINT – WATCH YOUR MOUTH (Takashi Miike, 2006) 5,5/10

Der Amerikaner Christopher (Billy Drago, CYBORG II) sucht im Japan der Meiji-Zeit nach seiner Geliebten Komomo. Doch eine deformierte Prostituierte erzählt ihm, dass sie sich erhängt hätte. Er glaubt ihr nicht und drängt sie, die ganze Geschichte zu erzählen. Es ist eine Geschichte von Demütigung und Qual. Und einem furchtbaren Geheimnis…

Takashi Miike (BLADE OF THE IMMORTAL) schafft es mal wieder, dass die gezeigten Greueltaten beim Zusehen weh tun, und sogar noch mehr, wenn er wegblendet. Leider will der zweifache Mindfuck bei mir aber nicht so recht zünden. Die Folge bleibt für die Serie guter Durchschnitt, aber für einen Miike schon eher schwach.

AUSGELÖSCHT (Walter Hill, 1987) 5,5/10

Jack Benteen (Nick Nolte, NUR 48 STUNDEN) und Cash Bailey (Powers Boothe, SIN CITY) waren einst Freunde. Doch nun ist Jack ein Texas Ranger, Cash verdient von Mexiko aus als Drogen-Boss sein Geld. Doch mehr noch als ihre Vergangenheit verbindet sie die Liebe zu Sarita (Maria Conchita Alonso, COLORS – FARBEN DER GEWALT), die zuerst mit Cash und jetzt mit Jack zusammen ist. Während ein Spezialkommando aus Ex-Militärs unter Maj. Hackett (Michael Ironside, STARSHIP TROOPERS) plant, aus der Bank wichtige Dokumente von Bailey zu stehlen, entscheidet sich Sarita, mit ihren Ex zurück nach Mexiko zu gehen…

Ja, der will irgendwie nicht so recht zünden. Der Cast ist beachtlich, gerade Ironside, Forsythe und Brown können als Support überzeugen. Die Story an sich ist okay, die Action, vor allem das Finale beachtlich (auch wenn dort sichtlich für ein R-Rating gekürzt werden musste). Doch die Chemie zwischen Nolte und Boothe ist schlichtweg nicht vorhanden, was ganz klar auf die Kappe des ersteren geht, der hier steif agiert wie ein Brett. Und da die Dreierbeziehung im Grunde die Story tragen muss (auch wenn Hill sehr oft und sehr lang auf den Heist-Part wechselt), lässt einen das komplett kalt. Nicht langweilig, aber verblüffend egal.


Serien

Futurama 6.26 – „Reinkarnation“
American Dad 14.03 – „Das Zählen der Lämmer“
American Dad 14.04 – „Eier-Wahnsinn“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (104) Gift per E-Mail
Larry Brent (8) Das Grauen von Blackwood Castle


26.09.19

Filme

VAMPIRE GEGEN HERAKLES (Mario Bava, 1962) 7/10

Der hinterhältige König Licos (Christopher Lee, DER HERR DER RINGE – DIE ZWEI TÜRME) versetzt die Prinzessin Deianira (Leonora Ruffo, RAUMKREUZER HYDRA – DUELL IM ALL) in einen apathischen Zustand, um die Macht im Land an sich zu reißen und sie später zu ehelichen, um seine Herrschaft zu legitimieren. Dazu muss er aber erst einmal ihren Geliebten, den Halbgott Herkules (Reg Park, HERKULES EROBERT ATLANTIS) aus dem Weg räumen. Da dem nicht mit herkömmlichen Mitteln beizukommen ist, sorgt er dafür, dass er sich mit seinen Freunden Theseus (George Ardisson, AGENT 3S3 SETZT ALLES AUF EINE KARTE) und Telemachus (Franco Giacobini, ASSASSINATION IN ROME) auf eine selbstmörderische Mission in den Hades begibt…

Ein sehr lustiges Filmchen. Immer noch mit das beste, das man je mit Pappmaché und Styropor geschaffen hat. Die Ausleuchtung ist einfach wundervoll, Mario Bava ist halt ein Meister darin. Da macht es auch nichts, dass Christopher Lee eher lustlos agiert.

LISA UND DER TEUFEL (Mario Bava, 1974) 7,5/10

Die Touristin Lisa (Elke Sommer, ROLLKOMMANDO) verlässt auf einer Sightseeing-Tour von einer geheimnisvollen Macht geleitet ihre Reisegruppe. Kurz darauf wähnt sie sich in den scheinbar endlosen Gassen von einem Mann (Telly Savalas, EIN MANN GEHT AUFS GANZE) verfolgt. Als es dunkel wird, steigt sie zu einem reichen Ehepaar ins Auto. Doch sie haben schon bald eine Panne. Sie findet Unterschlupf in dem Landhaus einer Gräfin (Alida Valli, SUSPIRIA), die dort mit ihrem Sohn Max (Alessio Orano, THE KILLER MUST KILL AGAIN) lebt. Und ihrem Diener Leandro, dem Mann aus dem Geschäft. Für Lisa beginnt eine Nacht, die einem Alptraum gleicht…

Schöne Schauermär, ein Zwitter aus Bavas eigenem DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA und Magheritis DANSE MACABRE, sowie einem Schuss DAS DRITTE AUGE (der Nekro-Touch des jungen Herzog). Elke Sommer taumelt mal wieder komplett desorientiert durch den Film, was dieses Mal aber wenigstens passt. Und wenn ich die Valli sehe, bekomme ich wieder Lust auf SUSPIRIA. Etwas fehl am Platze ist Savalas‘ Faible für Lollies. Nicht das beste Werk des italienischen Gothic-Maestros, aber anderen ähnlich gelagerten Filmen dieser Zeit (DAS HAUS IM NEBEL, TERRORGANG) durchaus noch überlegen.


Serien

American Dad 14.06 – „Haley hört die Signale“
Raumschiff Enterprise 1.24 – „Falsche Paradiese“


Hörspiele

Die drei Fragezeichen (106) … und der Mann ohne Kopf
Larry Brent (9) Die Schlangenköpfe des Dr. Gorgo


27.09.19

Filme

NOMIS – DIE NACHT DES JÄGERS (David Raymond, 2018) 5/10

Die Ermittler Marshall (Henry Cavill, MAN OF STEEL) und Rachel (Alexandra Daddario, TEXAS CHAINSAW 3D) spüren mit ihrer Einheit Kinderschändern hinterher. Marshall ist über die Jahre schon arg abgestumpft, Racher ist erst frisch dabei. Als Cooper (Ben Kingsley, BLOODRAYNE) ihren Weg kreuzt, kommt er auf die Spur des zurückgebliebenen Simon (Brandon Fletcher, RAMPAGE), der die junge Lara (Eliana Jones) entführt hat, die dem ehemaligen Richter als Lockvogel dient. Rachel versucht, dem introvertierten, jungen Mann Hintergründe über sein Treiben zu entlocken. Doch irgendjemand stellt den Polizisten nach, um Simon zu befreien…

Der legt anfangs zwar ein gutes Tempo vor, ist aber schon nach fünf Minuten kaum mehr ernst zu nehmen, so abstrus gestaltet sich die Mission von Cooper und Lara. Danach versucht der Film tatsächlich immer wieder, einen auf ernstes Krimi-Drama zu machen, was spätestens dann wieder an die Wand gefahren wird, wenn die schützende Hand über Simon den Ermittlern immer wieder ein Schnippchen schlägt. Von der Auflösung wollen wir jetzt gar nicht erst anfangen. Nicht scheiße, aber unglaublich inkonsisten. Mit der dick aufgetragenen Geschichte hätte man noch leben können, wenn der Film sich darauf konzentrieren würde, ganz ein harter Thriller zu sein. Doch das eingestreute Drama beißt sich immer wieder mit den konstuierten Wendungen.Cavill und Kingsley spielen auf Automatik, Fletcher kann nicht wirklich überzeugen. Nur Stanley Tucci (ROAD TO PERDITION) weist als Abteilungsleiter Normalform auf. In einer kleinen Rolle ist übrigens Nathan Fillion (CASTLE) zu sehen.

DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU (Mario Bava, 1963) 7,5/10

Kurt Menliff (Christopher Lee, DAS TIER 2) kehrt nach langer Zeit auf den Familiensitz zurück, um seinem Bruder Christian (Tony Kendall, THE LORELEY’S GRASP) mit der schönen Nevenka (Daliah Lavi, SOME GIRLS DO) zu gratulieren. Sein Vater, Graf Menliff (Gustavo De Nardo), heißt ihn nicht willkommen, macht er ihn doch für den Tod der jungen Tochter der Bediensteten Giorgia (Harriet Medin) verantwortlich. Zwischen Nevenka und Kurt entfacht schon bald eine alte sado-masochistische Leidenschaft. In der Nacht wird der ungeliebte Sohn und Bruder ermordet. Sein Geist sucht darauf Nevenka heim…

Erneut eine wunderschöne Schauermär, alleine schon die Peitschen-Szenen zwischen Lee und Lavia lassen einen schon frösteln. Das Schloss Menliff scheint nur aus dunklen Ecken und verschachtelten Gängen zu bestehen, dazu liegt es auch noch auf einem Kliff an der Küste. Und wenn dann das diffuse Mondlicht durch die wenigen Fenster scheint, leuchten einzelne Bereiche der Räumlichkeiten in den verschiedenen Farbspektren, eines von Bavas Markenzeichen. Mir persönlich geht er ein wenig gemächlich zur Sache. Er gehört trotzdem ohne Zweifel zu den prägenden Filmen des Gothic-Horrors made in italy, der sich vor allem von seinem englischen Pendant des Hammer Horrors in eben der weit bunteren Farbgebung unterscheidet, die sich meist auf Blau und Rot stützt, während die Engländer eher erdiger in Braun und Grün gehalten waren.

KEIN MORD VON DER STANGE (Michael Crichton, 1981) 6,5/10

Als drei Patientinnen von Dr. Larry Richards (Albert Finney) gewaltsam sterben, beginnt er mit ihrer Kollegin Cindy (Susan Dey) nachzuforschen. Wie Cindy arbeiteten alle für die Firma Digital Matrix von John Reston (James Coburn), die sich darauf spezialisiert haben, ein Computer-Programm die perfekte Werbung zu entwickeln…

Nach WESTWORLD und COMA der dritte gesellschaftskritische SF-Film von Erfolgsautor Michael Crichton. Im Vergleich mit seinen Vorgängern fällt LOOKER ein wenig ab, er ist bei weitem nicht so einfallsreich, spannend oder gar schockierend. Gerade die Thriller-Handlung erweist sich letztlich als äußerst profan. Dafür sieht der Film super aus und Crichton erweist sich als seiner Zeit wieder einmal voraus, die Vibes der erst beginnenden 80er aufzugreifen. Vom Gefühl her müsste der Film locker vier Jahre jünger sein.


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (108) Die sieben Tore


28.09.19

Filme

DIE FAHRTEN DES ODYSSEUS (Mario Camerini, 1954) 7/10

Während Königin Penelope (Silvana Mangano) nach Jahren des Wartens von ihren Verehrern bedrängt wird, möglichst bald einen neuen Mann zu wählen, erspäht auf einer Insel nahe Ithaka die Königstochter Nausicaa (Rossana Podesta, HERKULES) einen angespülten Fremden (Kirk Douglas, WEGE ZUM RUHM), der sein Gedächtnis verloren hat…

Buntes, aufwändiges Spektakel, das ein wenig braucht, um in die Puschen zu kommen. Das Instrument der Rückblende erscheint mir etwas unsinnig, denn es sollte eigentlich jedem klar sein, wer der Fremde ist, dessen Gedächtnis streikt. Und wenn dann die Rückblende läuft, hat die Handlung bei Nausicaa bis zum Schluss Pause. Anthony Quinn (LAWRENCE VON ARABIEN) hinterlässt einen guten Eindruck, Kirk Douglas war damals schon über jedem Zweifel erhaben. Die junge Podestà find ich putzig, während Mangano zu ihrer Doppelrolle nicht viel einfällt. Dafür konnte sie ja dreißig Jahre später in DUNE beeindrucken. Insgesamt ein netter Abenteuerfilm, etwas umständlich erzählt, dessen Episoden unterschiedliche Qualität beschieden ist. Und wenn man ihn kennt, wartet man doch eh nur auf das, für damalige Verhältnisse, unglaublich brutale Massaker im Finale.

IM SCHLOSS DER BLUTIGEN BEGIERDE (Adrian Hoven, 1968) 7,5/10

Baron Black (Michel Lemoine, KÜSS MICH, MONSTER) schmeißt eine Party und nutzt die Gelegenheit, sich mit Elena (Elvira Berndorff) abzusetzen, um über sie herzufallen. Sein Übergriff bleibt zuerst ohne Folgen. Doch als er vom Grafen Saxon (Howard Vernon, DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR) erzählt, der zurückgezogen auf dem nahe gelegenden Schloss residiert, nimmt Elena dorthin reißaus. Die Gesellschaft, unter ihnen auch Elenas Schwester Vera (Janine Reynaud, DER SCHWANZ DES SKORPIONS), folgt Elena zum Schloss, wo der Graf sie empfängt und bewirtet. Beim Essen erzählt er von der Tochter eines Vorfahren, die vergewaltigt und getötet wurde. Genauso ist es seiner eigenen Tochter ergangen, weswegen er in der Nacht ein böses Spiel mit seinen Gästen spielt. Dabei soll auch der Täter seiner gerechten Strafe zugeführt werden…

Genauso unheimlicher wie brutaler deutscher Horrorfilm von Adrian Hoven. Beginnt gemächlich und steigert sich in eine Art fieberhaften Alptraum, mit Rückblenden in Weichzeichner-Optik. Im Mittelpunkt stehen Michel Lemoine, der seine Rolle mit Gusto gibt, einem eher ruhigen Howard Vernon und die bildhübsche Janine Reynaud. Den Höhepunkt stellt eine äußerst ekelhafte OP-Szene dar, etwas, das für einen deutschen Film dieser Zeit wahrhaft ungewöhnlich war, noch zwei Jahre vor HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT. Den deutschen Kinos war so etwas durch die vielen Eurosploitation-Filme, natürlich auch mit deutscher Beteiligung, nicht fremd, aber bei einer rein deutschen Produktion war solcherlei Grausamkeit mehr als unüblich. Unfreiwillig komisch wird es beim Auftritt eines Bären, mit dem Lemoine kämpfen muss. Insgesamt weit weniger trashig, als ich erwartet hätte. Durchaus empfehlenswert.

DAS SIEBENTE OPFER (Franz Günther Gottlieb, 1964) 7/10

Im Schloss der Familie von Lord Mant (Walter Rilla, DER TEUFEL KAM AUS AKASAVA) kommt es zu mehreren Morden. Außerdem gerät sein als unschlagbar geltender Gaul „Satan“ vor dem großen Derby in den Blickpunkt zwielichtiger Gestalten wie Ed Renova (Wolfgang Lukschy, FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR), der den Tierarzt Dr. Trent (Harry Riebauer, DER MÖNCH MIT DER PEITSCHE) erpresst, das Pferd zu schwächen. Derweil ermittelt Inspektor Bradley (Heinz Engelmann, DAS GASTHAUS AN DER THEMSE) in den Mordfällen, und der Versicherungsagent Peter Brooks (Hansjörg Felmy, DER ZERRISSENE VORHANG), als entfernter Verwandter getarnt die Sippschaft der Mant im Schloss unter die Lupe…

Der letzte Film der ersten Bryan-Edgar-Wallace-Reihe erweist sich als ziemlich vertrackter, aber auch spannender Kriminalfall um Erbschaft, Wettbetrug und Rache. Felmys Brooks hält sich lange bedeckt, während der Film die Verstrickungen seiner Charaktere in verschiedene Machenschaften beleuchtet. Ein wenig leid tun kann einen dabei der von Riebauer gespielte Dr. Trent, der zwar ein Idiot ist, aber dem wird wirklich von jeder Partei übel mitgespielt, und seine Herzensdame will ihn dazu nicht einmal. Fans der alten Krimis sollten sich den unbedingt mal zu Gemüte führen.

CABARET DER ZOMBIES (1964) 6/10

Jerry geht mit Freundin Angela und Kumpel Harold auf den Kirmes. Nachdem die Wahrsagerin Estrella der erschütterten Angela eine gar nicht so rosige oder lange währende Zukunft vorausgesagt hat, gerät ihr Stecher auch noch in den Bann der Stripperin Carmelita. die ihn in einen willfährigen Zombie verwandelt, mit unvorhersehbaren Folgen…

Billiger, aber recht lustiger Drive-in-Schlock, der (wahrscheinlich schon allein wegen des Titels) über dem großen Teich als Kult gilt. Billigfilmer Ray Dennis Steckler spielte gleich selbst die Hauptrolle, und er ist zwar kein guter Schauspieler, aber zumindest mit Feuereifer bei der Sache. Um den Film auf eine vermarktbare Laufzeit zu bringen, schiebt Steckler einen weiteren, vollkommen unwichtigen Handlungsstrang um eine ständig betrunkene Stripperin mit ein, die ihm Gelegenheit gibt, zwei dröge, aber witzige, weil ziemlich amateurhafte Tanznummern einzubauen. Die Action mit Zombie-Jerry und seinen Opfern gibt es erst ganz am Ende. Wer sich dabei ein Gorefest ala BLOOD FEAST erhofft, ist hier allerdings an der falschen Adresse. Für Oldschool-Trash-Fans. Die deutsche Synchro ist für die Tonne.
Ich hätte eigentlich Lust, mir mehr von Steckler zu geben, aber seine weiteren Filme werden wohl nur schwerlich aufzutreiben sein.
Ach ja, wer Lust auf einen wirklich brauchbaren Zombie-Rummel hat, sollte aber gleich zu MALATESTA’S CARNIVAL OF BLOOD geben.


Serie

Castle 8.11 – „Rache auf Russisch“


29.09.19

Film

DIE NACHT DER JÄGER (2011) 7/10

Sonderermittler Erik Bäckström (Rolf Lassgard) kehrt widerwillig aus Stockholm in seine alte Heimat zurück, um im Fall eines vermissten Mädchens zu ermitteln. Für den Polizei-Offizier Torsten (Peter Stormare) liegt der Fall klar auf der Hand, er hält den finnischen Gangster Jari (Eero Milonoff) für den Täter. Als die Ermittlungen trotz Eriks Bedenken eilig abgeschlossen werden sollen, ermittelt er auf eigene Faust und reißt dabei alte Wunden auf…

Spannender Nordic Noir, dessen Auflösung letztlich recht banal daherkommt, was Sundvall aber dadurch kompensiert, dass er die Auflösung früh präsentiert und von da an ein Katz-und-Maus-Spiel aufzieht.


Serien

Space Cops – Tatort Demeter City Episode 19 – „Explosiv“
Space Cops – Tatort Demeter City Episode 20+21 – „Feuer im Herzen“
Family Guy 16.12 – „Schicken Sie Stewie rein“


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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