Dear Diary… on the watch – Kalenderwoche 37

Eigentlich sollte das Aufholen ein wenig schneller gehen, da ab genau dieser Woche fast durchgängig fertige Kurz-Kritiken vorhanden sind. Aber irgendwie schaffe ich immer noch nur einen Tagebuch-Eintrag pro Woche. In der 37. Kalenderwoche habe ich meine Sollima-Retrospektive beendet und mich um ein wenig um neuere Schwarzenegger-Filme gekümmert.


KW37 (14 Filme, 17 Serienfolgen, 5 Hörspiele)


09.09.19

Film

DER CHEF SCHICKT SEINEN BESTEN MANN (Sergio Sollima, 1966) 6,5/10

Der amerikanische Auslandsgeheimdienst schickt den Freiberufler Merrill (Stewart Granger) in den Nahen Osten, um den Kopf der Organisation „Grüner Stern“ zu ermitteln. Er kann diesen als den ehemaligen NS-Mann Oscar Rubeck (Peter van Eyck) identifizieren. Er folgt ihn nach Marrakesch, wo er sich mit seinen norwegischen Kollegen Erik und Edith trifft. Die beiden haben selbst noch eine Rechnung mit dem fiesen Kerl offen…

Hui, Grangers Merrill kommt ganz nach Bond und erweist sich in seinen Methoden nicht gerade als zimperlich. Da heißt es erst schießen, dann fragen, selbst wenn es sich bei dem Gegenüber um eine hübsche Frau handelt. Die Geschichte selbst bedient sich alter Strickmuster aus neuen Verschwörungen und alten Rechnungen, die bis in den zweiten Weltkrieg zurückreichen. Peter van Eyck gibt aber einen durchaus passablen Gegenpart ab, und Sollima hält das Tempo hoch. Geht in Ordnung.


Serien

Preacher 4.06 – „Phase 2: Eskalation“
American Dad 13.07 – „90° Nord, 0° West“
American Dad 13.08 – „Aus der Bahn geworfen“
Robot Chicken 2 Episoden


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (92) Todesflug


10.09.19

Film

GOKE – DER VAMPIR AUS DEM ALL (Hajime Sato, 1968) 7/10

Als ein Flugzeug in den Bergen crasht, müssen die Überlebenden feststellen, dass sich ein außerirdisches Wesen unter ihnen befindet. Ließ der Titel noch auf einen SF-Horror ala Mario Bava hoffen, entpuppt sich Satos Film als eher kammerspielartiger Horror auf einem Berg. Die Locations sind sehr begrenzt, doch das Skript und die Laufzeit strapazieren die Geduld des Zuschauers nicht allzu sehr. Denn wenn auch nicht wirklich viel passiert, gibt es einige optisch gelungene Szenen, gerade in der Begegnung mit dem Space-Vampir zu bewundern. Dazu generiert der Film auch genügend Spannung aus den zwischenmenschlichen Konflikten, um Langeweile zu umschiffen.


Serien

American Dad 14.16 – „Der Schmetterlingseffekt“
American Dad 14.17 – „Die Legende von Old Ulysses“
Final Space 2.01 – „Die Toro-Regatta“
Final Space 2.02 – „Die Glücksoase“
Robot Chicken 1 Episode


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (97) Insektenstachel


11.09.19

Serien

Futurama 7.06 – „Der Schmetterlings-Defekt“
Robot Chicken 1 Episode


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (96) … und der rote Rächer


12.09.19

Filme

BRUTALE STADT (Sergio Sollima, 1970) 7/10

Der coole Profikiller Jeff Heston (Charles Bronson) wird verraten und kann in Spanien nur knapp einem Hinterhalt entkommen. Dem Zugriff der Polizei kann er allerdings nicht entrinnen und landet erst einmal hinter schwedischen Gardinen. Wieder auf freien Fuß begibt er sich auf einen Rachefeldzug, findet sich aber schon bald in den Fängen des Gangsterbosses Al Weber (Telly Savalas), der zufällig auch Jeffs Ex Vanessa (Jill Ireland) geehelicht hat…

Harter, reduzierter und sehr gradliniger Action-Thriller dessen Doppelbödigkeit sich erst allmählich entfaltet. Bronson strotzt mal wieder vor Coolness, Ireland gibt sich manipulativ und Savalas tut, was er am besten kann: er gibt sich vorgeblich nett und lässt dabei zwischen den Zeilen durchscheinen, dass er es ist, der die Zügel in der Hand hält. Das ist alles natürlich nicht besonders tiefschürfend, funktioniert als Action-Vehikel für seinen Star aber wunderbar.

AGENT 3S3 KENNT KEIN ERBARMEN (Sergio Sollima, 1965) 6/10

Walter Ross aka Agent 3S3 (George Ardisson) erhält den Auftrag, sich an die Tochter eines Wissenschaftlers heranzuschmeißen, die ihn die Tür zu einer geheimen Organisation öffnen soll. Die schöne, junge Jasmine von Witheim (Bruna Simionata) wird allerdings von anderer Seite manipuliert, so dass sie und 3S3 mehr als einmal fast einem Anschlag zum Opfer fallen. Doch Walter Ross kennt mit den Hintermännern kein Erbarmen…

Relativ unspektakulärer, aber dafür erstaunlich kaltschnäuziger Eurospy. Ardisson überzeugt als vorausschauernder Agent mit genauso blitzschneller Auffassungsgabe wie guten Reflexen. Gehört gewiss nicht zur Speerspitze des Genre, erweist sich aber als solider Vertreter.


Hörspiel

Die drei Fragezeichen (98) … und das Tal des Schreckens


13.09.19

Filme

AGENT 3S3 POKERT MIT MOSKAU (Sergio Sollima, 1966) 6/10

Nachdem es seinen Vorgänger 3S4 dort dahingerafft hat, verschlägt es Walter Ross aka Agent 3S3 (George Ardisson, VAMPIRE GEGEN HERAKLES) dieses Mal nach San Felipe. Dort frönt der Wissenschaftler Prof Karleston Giftgas-Experimenten, an denen natürlich auch die Russkies interessiert sind. Der böse Ivans (Frank Wolff, DAS GRAUEN KAM AUS DEM NEBEL) bereiten unserem Helden auch schon eine Falle. Karleston, genauso intelligent wie größenwahnsinnig, steht aber unter dem Schutz des diktierenden Staatsoberhaupts, der sich erhofft, bald im Spiel der Großen mitmischen zu können. Mit seiner britischen Kollegin Melissa (Evi Marandi, PLANET DER VAMPIRE) muss 3S3 den Tag retten…

Das zweite Abenteuer von Walter Ross, wieder unter der Regie von Sergio Sollima (DER GEHETZTE DER SIERRA MADRE), muss im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas zurückstecken, zu sehr badet der Film in den gängigen Klischees. Zumindest treibt Sollima das muntere Treiben vor exotischer Kulisse flott voran. Giorgio Ardisson, damals ein Star des südländischen Eurospy, sehe ich immer wieder gerne. Er gibt den Superagenten gleichsam charmant wie kaltschnäuzig und macht sich als preisgünstige 007-Kopie wirklich gut. Neben dem smarten Topagenten parkte man nicht nur die blonde Evi Marandi, sondern auch noch die temperamentvolle Spanierin Luz Márquez, und als russischer Konterpart steht ihm der Amerikaner Frank Wolff gegenüber. Der Film ist kein Überflieger, bietet aber immerhin kurzweilige Genre-Kost.

BLUTRAUSCH (Silvio Narizzano, 1973) 7,5/10

Die Gangster Memphis (Telly Savalas, HORROR-EXPRESS) und Mosquito (Franco Nero, DJANGO) überfallen einen Juwelier, wobei ersterer kaltblütig den Verkäufer erschießt. Als sie auf der Flucht das Auto wechseln müssen, entdecken sie dort den kleinen Lennox (Mark Lester, WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET?) auf dem Rücksitz. Während der Junge dem Treiben der bösen Männer fasziniert beiwohnt, dreht Memphis immer weiter durch…

Spannender, brutaler Thriller mit einem großartigen Telly Savalas, der mal wieder vollkommen freidreht. Er geht wirklich vollkommen in seiner Rolle des psychopathischen Gangsters, der ob seiner eigenen Taten an sich selbst verzweifelt, auf. Sein Drift in den Wahnsinn beginnt zudem schon mit der ersten Szene des Films. Franco Nero hat schon seine Mühe sich daneben zu behaupten, darf aber den Mittelteil auf der Flucht mit dem Jungen Luft holen. Dabei muss ich auch Kinderdarsteller Mark Lester lobend erwähnen, der als vernachlässigter, händeringend nach einer halbwegs passablen Vaterfigur suchender Diplomaten-Sohn zu überzeugen weiß. Doch die deutsche Fassung verpasst diesem feinen Reißer einen erheblichen Dämpfer: man hat dem Film eine vollkommen unangebrachte dauer-kalauernde Synchronisation verpasst, die gerade in der ersten halben Stunde die Stimmung einigermaßen kaputt macht. Ärgerlich, denn das ist eigentlich ein richtig guter Film.

DER MANN MIT DEN 1000 MASKEN (Alberto De Martino, 1966) 7/10

Agent Paul Finney (Paul Hubschmied, PANIK IN NEW YORK) aka „Supersieben“ ist ein Verwandlungskünstler. In seinem neuesten Auftrag wird er auf eine Organisation von Goldschmugglern angesetzt, die von einem Mann namens Kobras (Nando Gazzolo) geführt. Es gelingt ihm zwar, dessen, Pläne zu durchkreuzen, aber nicht, die Bande zu zerschlagen. Er erhält darauf Hilfe vom großen Bruder jenseits des Atlantiks, denn die schöne CIA-Agentin Helen (Karin Dor, TOPAS) wurde abgestellt, Finnay zu unterstützen…

Holla, die Waldfee! Alberto De Martino (DER ANTICHRIST) drückt hier ganz schön auf die Tube. Auf dem Weg, seinem Erzfeind Kobra das Handwerk zu legen, nietet Paul Hubschmied (der sich leider selbst spricht) als Supersieben dessen Handlanger gleich im Dutzend um. Der Film ist vollgepackt mit Verfolgungsjagden und Schießereien, dass man froh ist, wenn der aalglatte wie eiskalte Verwandlungskünstler sich doch mal dem schönen Geschlecht zuwendet, damit man mal durchschnaufen kann. Mit Karin Dor, Vivi Bach (OPERATION TAIFUN) und Rosalba Neri (LADY FRANKENSTEIN) hat er dazu zum Glück häufiger Gelegenheit. Eher untypisch für durchschnittliche Genre-Produktionen vom Stiefel gestaltet sich DER MANN MIT DEN 1000 GESICHTERN als aufwändiger Action-Reißer (in dem auch deutsches Geld floß). Wer sich hier langweilt, ist scheintot.


Serie

Robot Chicken 2 Episoden


Hörspiel

Die Drei Fragezeichen (99) Rufmord


14.09.19

Filme

MASTERS OF HORROR: PELTS (Dario Argento, 2006) 6/10

Der Pelzhändler Jake Feldman (Meat Loaf) ist ein erbarmungsloser Menschenschinder, der nur auf seinen Profit aus ist. Seine Schwäche ist die Stripperin Shanna (Ellen Ewusie), bei der er aber nur als Kunde willkommen ist. Als er vom skrupellosen Trapper Pa Jameson (John Saxon) die Felle einer illegal abgeschlachteten Waschbär-Familie bekommt, ist er fasziniert von deren weichen Fell. Er fertigt daraus einen besonderen Mantel an, von dem er sich Reichtum und Shannas Liebe erhofft. Die Felle jedoch bringen jeden, der sie berührt, dazu, grausame Gewalttaten zu verüben…

Es ist gar nicht so lange her, dass ich Argentos zweiten Beitrag zur Anthologie-Reihe MASTERS OF HORROR zum ersten Mal gesehen habe. Ich war nicht allzu begeistert, auch wenn der olle Italiener diese Schlachtplatte mit ein wenig schwarzen Humor würzte. PELTS ist seitdem nicht besser geworden, aber heute hab ich mich etwas mehr unterhalten gefühlt, vielleicht weil ich wusste, was ich hier erwarten durfte und worauf ich nicht zu hoffen brauchte: nämlich Argentos Stilsicherheit und seinen Hang zur Opulenz. Aber die Gore-Exzesse machen Laune, auch Meat Loaf als gieriger, alsbald manischer Geschäftsmann. Das Wiedersehen mit John Saxon ist schön. Im Rahmen der Serie geht das schon in Ordnung, und es ist auch besser als das, was Argento seitdem ins Kino gebracht hat.

DIE HUNDERT TAGE VON PALERMO (Giuseppe Ferrara, 1984) 7/10

Nach einer Reihe von Anschlägen in Sizilien auf Mafia-Funktionäre aus Finanztum, Logistik und Politik wird dem Terroristenjäger General Carlo Dalla Chiesa (Lino Ventura) die Aufgabe übertragen, als neuer Präfekt von Palermo in Sizilien aufzuräumen…

Weniger Kriminalfilm als häufig im Doku-Stil gefilmte Chronik der Ereignisse in Palermo der frühen 80er. Der Film beschreibt dabei die Einsetzung des berüchtigten Terroristenjägers Dalla Chiesa als reine PR-Aktion der italienischen Regierung, um vordergründig die eigene Hilflosigkeit zu kaschieren. Lino Ventura ist gewohnt überzeugend als ruhiger, überlegter Stratege, der an dem Unwillen der Politik, ihren eingesetzten „Star“ zu unterstützen, scheitert, da es ihm nicht gelingt, aufgrund fehlender Befugnisse und loyaler Unterstützung vor Ort, sich gegen den kriminellen Schatten-Staat in Stellung zu bringen.
Muss man mögen, ist, trotz vieler Morde, sehr trocken.

MAGGIE (Henry Hobson, 2015) 4,5/10

In naher Zukunftt ist die Menschheit fast ausgelöscht worden. Ein Virus transformiert die Infizierten zu blutberauschten Bestien. Acht Wochen Zeit bleiben Wade Vogel (Arnold Schwarzenegger) mit seiner Tochter, denn Maggie (Abigail Breslin) wurde gebissen und infiziert, als sie sich heimlich in die Stadt geschlichen hat. Danach muss sie in Quarantäne, weil sie eine Gefahr für andere sein wird. Die folgenden Tage werden eine Belastungsprobe für Wade und seine Familie, denn Maggie verändert sich immer mehr…

Hm, nun ja. Zweischneidiges Schwert. Die Breslin und auch Schwarzenegger leisten gute Arbeit. Die Handlung bleibt stets nachvollziehbar und die Welt, in der sie spielt, verständlich. Das Problem des Films liegt eher darin, dass sich zwar das Drehbuch darüber Gedanken macht, wie man mit solch einer Situation umgehen würde. Das hakt man dann aber leider derart leidenschaftslos ab, dass darüber vergessen wird, den Figuren so etwas wie Profil zu geben, weswegen die Identifikationsfläche, die benötigt wird, um von dem durchaus vorhandenen Drama berührt zu werden, schlicht fehlt. Mir blieben die Hauptfiguren immer fern. Lustigerweise steckt in den Nebenfiguren, etwa Maggies ebenfalls infizierten Freund Trent viel mehr Leben und mitgetragene Emotion. So schleppt sich der Film eher über seine 90 Minuten, bleibt inhaltlich genauso trist wie seine Bilder, die scheinbar schon verblassen, während der Film noch läuft. Das mag vielleicht durchaus so beabsichtigt sein, ermüdet jedoch schnell.

INVASION FROM OUTER SPACE (R.W. Goodwin, 2009) 5/10

Astronom Ted Lewis (Eric McCormack) beobachtet eines Nachts während eines Meteorstroms ein seltsames Objekt, das sich als UFO herausstellt. Das Flugobjekt crasht und ihm entsteigt ein metallenes Alien, das sich Teds Körper bemächtigt. Denn bei dem Absturz ist der böse Gotha entfleucht, den er jetzt mit Hilfe der Kellnerin Tammy (Jenni Baird) wieder einzufangen gedenkt…

Weder Hommage noch Parodie ist ALIEN TRESPASS eher ein Rework der beliebten SF-Filme der 50er-Jahre. Dabei geht man durchaus liebevoll zu Werke, arbeitet sich an Klischees und Visuals ab, jedoch gänzlich, ohne etwas eigenes dazu beizutragen. Eigentlich ist das ganze Unterfangen irgendwie sinnlos und vertane Liebesmüh, aber durch die sympathischen Darsteller und einiger eingestreuter Anspielungen für Fans dieser Filme durchaus charmant.

SCHLAFWANDLER (Mick Garris, 1992) 6,5/10

Charles (Brian Krause) und seine Mutter Mary (Alice Krige) bleiben nie lange an einem Ort. Das liegt nicht daran, dass sie ein inzestuöses Verhältnis pflegen. Sie sind Schlafwandler, unsterbliche, dämonische Wesen mit einer riesigen Abscheu vor Katzen. Und Mary braucht regelmäßig Jungfrauen als Nahrung. In ihrem neuen Zuhause in Indiana fällt Charles‘ Wahl auf Tanya (Mädchen Amick), die sich auch gleich zu dem sensiblen Jungen hingezogen fühlt. Schwierigkeiten bereiten ihnen nicht nur unliebsame Zeitgenossen, die brutal aus den Weg geräumt werden, und herumschnüffelnde Polizisten. Ihr Haus wird schon bald von Dutzenden Katzen belagert. Als Charles‘ Versuch, Tanya auf dem Friedhof zu töten scheitert, gerät ihr Aufenthalt in Indiana zu einem Desaster…

Selten hab ich einen Film gesehen, der so schön mit Anlauf gegen die Wand gesetzt wurde. Der beginnt richtig stimmungsvoll, lässt dann aber mit dem Mord an einem erpresserischen Lehrer und Charles‘ anschließender Verfolgungsjagd mit dem Hilfssheriff Simpson, der immer seine Katze Clovis dabei hat, schon ein wenig des teils amüsanten Wahnsinns erahnen, der da noch folgt. Wenn denn Brian Krause am Ende der Friedhofs-Szene mit eben Clovis kämpft und verliert, kann man den Film einfach nicht mehr ernstnehmen. Die Parade der Horror-Größen (King, Hooper, Barker, Landis, Dante) verstärkt das noch. Immerhin gibt es im Finale wieder Katzen-Action. Aber schade ist es schon, dass das tragische Potenzial der Geschichte nicht genutzt wird und Alice Kriges gute Vorstellung somit, hihi, für die Katz ist.


Serie

Castle 7.13 – „Augenzeuge“


15.09.19

Filme

VENDETTA – ALLES, WAS IHM BLIEB, WAR RACHE (Elliott Lester, 2017) 5/10

Der alternde Roman (Arnold Schwarzenegger) freut sich darauf, bald Großvater zu werden. Doch als er seine Frau und seine Tochter vom Flughafen abholen will, erreicht ihn die Schreckensbotschaft von einer Kollision zweier Maschinen im Luftraum. Niemand hat überlebt. Der Fluglotse Jake (Scoot McNairy, MONSTERS) wird für den fürchterlichen Unfall verantwortlich gemacht. Und während der an seinen Depressionen langsam zerbricht, sucht Roman nach einem Schuldigen für den Tod seiner Familie. Jemanden, der es ihm erklärt und die Verantwortung übernimmt…

Der ist einen Tick besser als MAGGIE, auch wenn er teils unter denselben Problemen krankt. Schwarzenegger stinkt nicht ab, doch der Film wird wieder von seinem Co-Star, hier Scoot McNairy, getragen. Die Protagonisten bleiben in ihren Emotionen und Handlungen stets nachvollziehbar, aber profillos. Und mit einem Thriller hat VENDETTA herzlich wenig zu tun. Hervorzuheben ist der ruhige Score von Mark Todd, der den trostlosen Alltag der Schicksalsverbudenen unterstreicht. Das Ende wirkte leider irgendwie rangetackert, da es dem Film in seiner Aussage nichts wesentlich Neues beisteuern konnte. Insgesamt ist das Drama von Elliott Lester nicht schlecht, aber auch nicht der große Wurf, der Schwarzenegger plötzlich als Charakterdarsteller etabliert.

THE LAST STAND (Kim Jee-woon, 2013) 4/10

Der ehemalige Drogen-Cop Ray Owens (Arnold Schwarzenegger) schiebt als Sheriff im Grenzkaff Sommerton Junction eine ruhige Kugel. Als der DrogengangsterGabriel Cortez (Eduardo Noriega, 8 BLICKWINKEL) bei einer geplanten Überführung in den Todestrakt dem FBI-Agenten John Bannister (Forest Whitaker, DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND) und dessen Beamten entwischt, macht er sich sogleich auf Richtung Mexiko. Mit Hilfe einer Truppe Söldner unter der Führung des schmierigen Burell (Peter Stormare, THE BIG LEBOWSKI) will er mittels einer mobilen Brücke einen eigenen Grenzübergang basteln lassen. Das führt die bösen Buben genau nach Sommerton Junction. Dort läuft es auf eine Konfrontation mit dem mies gelaunten Owens hinaus, der sich vorsichtshalber beim quirligen Waffennarr Lewis Dinkum (Johnny Knoxville) mit genügend Feuerkraft eindeckt…

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich diesen Film hasse? Wo, zum Teufel nochmal, hat Burell seine Männer rekrutiert? Die sind zu nichts zu gebrauchen, erst recht nicht zum Kämpfen. Und wenn der Film mir schon schrulligen Humor verkaufen will, dann soll er mir erst einmal die schrulligen Typen in der Stadt verkaufen, denn wenn die mir egal sind, zündet das nicht. Knoxville darf mal wieder den Nervtöter raushängen lassen; das war bei JACKASS okay, hat aber in einer Action-Comedy für erwachsenes Publikum halt nichts verloren. Dass er es auch anders kann, hat man doch in WALKING TALL gesehen. Die Tendenz zur Gewaltgeilheit nehme ich dem Film an sich nicht krum, auch weil es hier meist die Bösen sind, die blutig in Fetzen gerissen werden. Das macht teils schon Spaß. Warum man aber den für seine niederschmetternd brutalen Thriller bekannten Südkoreaner Kim Jee-woon (A BITTERSWEET LIFE, I SAW THE DEVIL) auf den Regiestuhl gehievt hat, ist mir ein Rätsel. Er konnte auf jeden Fall nicht verhindern, dass die beiden Handlungsstränge nebeneinander her laufen, als seien es zwei verschiedene Filme. Und wenn sie aufeinander treffen, sind Hopfen und Malz auch unrettbar verloren.


Serie

Space Cops – Tatort Demeter City Episode 16 – „Die Kopfgeldjägerin“
Space Cops – Tatort Demeter City Episode 17 – „Wettlauf mit dem Tod“


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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