Zum Abschied ein paar Worte… LONGMIRE (2012-17)

Ich weiß, ich bin wieder ein wenig spät. Am Freitag schon war es soweit. Die Abenteuer von Sheriff Walt Longmire fanden nach sechs ereignisreichen Staffeln ein Ende, in den USA übrigens bereits November 2017. Aber wir sind hier in Deutschland ja immer ein wenig hinterher, was manche US-Serie angeht, die den Weg über den großen Teich schafft.

Walt Longmire ist mir über die Jahre ans Herz gewachsen. Er war ein harter Hund, hatte Ecken und Kanten. Eine seiner auffälligsten Macken war es wahrscheinlich, sich der modernen Technik zu verweigern, denn der altmodische Gesetzeshüter hatte kein Mobiltelefon. Der Charakter dieses mürrischen Einzelgängers ist mir wohl auch deswegen so nah, da er häufig die falschen Entscheidungen traf. Und es fiel ihm immer schwerer, mit ihnen zu leben, je weiter sie sich aufhäuften. Mehr als einmal drohte er, unter ihnen zusammenzubrechen. In einer (US-)TV-Welt, in der der durchschnittliche Ermittler als Gegenpol zu seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten die absonderlichsten Macken aufweist, war Walt Longmire eine wohltuende Alternative. Er war down to earth, eine Identifikationsfigur, die man nicht immer mögen musste.

Auch als Serie hatte Longmire Höhen und Tiefen. Nicht im künstlerischen Sinne freilich. Die  Fälle, die der eigensinnige Sheriff in seinem County, an der Grenze zu einem Indianer-Reservat, im dünn besiedelten Wyoming bearbeitete, stachen schon alleine des Western-Settings und der involvierten Charaktere wegen aus dem Gros der Krimiserien hervor. Dazu gesellten sich spannende Story-Arcs, denen eine gewisse Unberechenbarkeit anhaftete. Am Ende legte man letztere freilich ab. Denn dort war von Anfang an klar, wo die Fäden zusammenlaufen würden. Man nahm sich stattdessen die Zeit, um die ganzen kleinen Geschichten der Personen um Walt Longmire, ob Freund oder Feind, zu einem Ende zu bringen. Und ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten, es ist eine sehr versöhnliche letzte Staffel geworden. Wo vorher oftmals ein vermeintlicher Sieg sich doch als fiese Niederlage entpuppte, Antworten weitere Fragen aufwarfen, lässt man nun die Charaktere zur Ruhe kommen. Es ist ein gutes, schönes Ende, das keine Fragen offen lässt. Ich werde Longmire vermissen. Aber es gibt keinen Grund, noch auf eine Wiederkehr zu hoffen. Das ist etwas, was es in unserer hektischen (TV-)Welt viel zu selten gibt.

Longmire (2012-17) – Eine kurze Chronik

Die 2012 auf dem US-Sender A&E gestartete Serie wurde hier in Deutschland erst 2014 von RTL Nitro ausgestrahlt. Der Sender brachte gleich die 23 Episoden der ersten beiden Staffeln freitags abends in Doppelfolgen. Ab der dritten Staffel lagen die deutschen Erstausstrahlungsrechte beim Pay-TV-Sender FOX, trotz der Übernahme der Serie durch Netflix. Nach der dritten Staffel war für deutsche Fans Warten angesagt, da die Serie hier erst 2017 mit Staffel 4 zurückkehrte. Am 27. September 2019 flimmerte die letzte Folge über die deutschen Mattscheiben.

  • Robert Taylor als Walt Longmire
  • Katee Sackhoff als Vic Moretti
  • Lou Diamond Phillips als Henry Standing Bear
  • Cassidy Freeman als Cady Longmire
  • A Martinez als Jacob Nighthorse
  • Zahn McClarnon als Matthias

Nach der Kriminalbuchreihe Walt Longmire von Craig Johnson

6 Kommentare zu „Zum Abschied ein paar Worte… LONGMIRE (2012-17)

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    1. In den USA lief die Serie ab Staffel 3 bei Netflix (A&E wollte sie trotz guter Quoten, allerdings in nicht-werberelevanten Zielgruppen, einstellen), bei uns erfolgte die Erstausstrahlung ab da auf FOX. Im Free-TV läuft seit Sonntag die letzte Staffel auf RTL Nitro.

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