Dear Diary… on the watch: Kalenderwoche 30 / 2019

Die neue Staffel FAMILY GUY ist endlich gestartet, die ersten drei Episoden sind leider sehr ernüchternd. Aber die Qualitätskurve der Serie zeigt schon seit einiger Zeit immer steiler nach unten. Schade. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der holländische Schauspieler Rutger Hauer bereits am 16. Juli im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Ich mochte Hauer immer gerne sehen, war schon als Kind in BLADE RUNNER auf ihn aufmerksam geworden. Natürlich habe ich sofort mit einer Retrospektive seiner Filme gestartet. Mit CSI schreite ich weiterhin schnell voran. Auf Amazon ging Ende der Woche THE BOYS online, eine etwas andere Superheldenserie, die sich damit beschäftigt, was wäre, wenn diese Helden ihre Kräfte missbrauchen und ihre Dienste von einem Konzern vermarktet werden. Es ist nach PREACHER die zweite Umsetzung einer Comic-Reihe von Garth Ennis. Der Hype um die Serie ist riesig und nicht ganz ungerechtfertigt, auch wenn ich nach zwei Episoden sagen würde, dass POWERS diese Thematik besser behandelt.


KW30 (16 Filme, 27 Serienfolgen, 10 Hörspielfolgen)


22.07.19

Filme

GESCHICHTEN, DIE ZUM WAHNSINN FÜHREN (Freddie Francis, 1973) 5,5/10

Der Psychiater Dr. Tremayne (Donald Pleasance) präsentiert seinem Kollegen Dr. Nicholas (Jack Hawkins) vier schier unglaubliche Fälle mit übernatürlichen Hintergrund: In „Mr. Tiger“ hat der kleine Paul, der Sohn des streitenden Ehepaars Patterson, einen Tiger als imaginären Freund. „Penny Farthing“ handelt vom Antiquar Timothy, der u.a. ein altes Hochrad seines Onkels erbt, das ihn in die Vergangenheit entführt. Die Baumskulptur „Mel“ entzürnt die Eheleute Bella (Joan Collins) und Brian. Und in der letzten Geschichte entwickelt der junge Star-Autor Kimo ein reges Interesse an Ginny, der Tochter seiner Verlegerin Auriol (Kim Novak), der er einen Ehrenplatz in seinem „Luau“ zugedenkt…

Ein müder Abklatsch vom Amicus-Hit ASYLUM. Allein die Starbesetzung hilft über so manche Länge hinweg. Höhepunkt ist sicherlich Joan Collins‘ Zickenkrieg mit einem Baum in „Mel“.

IM NETZ DER GOLDENEN SPINNE (Alberto De Martino, 1965) 6/10

Durch den Tod zweier falscher Priester kommt Agent 077, Dick Malloy (Ken Clark), auf die Spur der tödlichen Lady Chaplin (Daniela Bianchi) und ihrer Assistentin Constance (Evelyn Stewart). 077 und Chaplin eint die Suche nach einem gesunkenen Atom-U-Boot…


Serie

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.01 – „Kampf mit dem Karma“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.02 – „Es ist angerichtet“


Hörspiele

Die drei ??? (49) … und die Comic-Diebe

Die drei ??? (50) … und der verschwundene Filmstar


23.07.19

Filme

SCHÜSSE IN DREIVIERTELTAKT(Alfred Weidemann, 1965) 4,5/10

In Paris wird der Agent „Cäsar“ Tussot (Pierre Brice) beauftragt, ein gestohlenes Waffensystem wiederzubeschaffen. Es bleiben ihm dafür jedoch nur zehn Tage Zeit. Eine erste Spur führt ihn zu Artisten, die durch Europa reisen. Doch ein Agent der Gegenseite stellt seine Fährte kalt. Auf dem Weg nach Wien schließt sich ihm der mürrische Pierre Gilbert (Heinz Drache) an, denn seine Frau war die nun kalt gestellte Mitwisserin…

Zu wenig lustige Agenten-Action, zu viele fade Krimi-Momente. So nur für Komplettisten interessant.

TOO BEAUTIFUL TO DIE (Dario Piana, 1988) 5,5/10

Nach einer Party bei Agenturchef Alex wird Model Sylvia tot aufgefunden. Kommissar Brandini ermittelt unter ihren Kollegen. Auch David und Melanie gehen der Sache nach. Reichlich doofer Giallo voller hübscher Mädchen. Szenen, in denen ein Musikvideo gedreht wird, sind toll, der Rest Mittelmaß. Netter Soundtrack mit Musik u.a. von Huey Lewis & the News und Frankie goes to Hollywood.


Serien

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.03 – „Wie die Tiere“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.04 – „Am Ende bleibt nur Sinatra“

The Orville 2.06 – „Ein fröhlicher Refrain“

Family Guy 16.01 – „Die Emmy-Gewinner-Folge“

Family Guy 16.02 – „Das Nadelöhr“


Hörspiele

Die drei ??? (37) … und der heimliche Hehler

Die drei ??? (43) … und der höllische Werwolf


24.07.19

Film

HITCHER DER HIGHWAY KILLER (Robert Harmon, 1986) 8/10

Jim Halsey (C. Thomas Howell) überführt einen Wagen von Chicago nach San Diego, als er in einer regnerischen Nacht den mysteriösen John Ryder (Rutger Hauer) mitnimmt. Der entpuppt sich als ausgemachter Psychopath. Er kann ihn loswerden, doch Ryder schließt immer zu ihm auf und schafft es sogar, Jim als Verdächtigen einer Reihe von brutalen Morden dastehen zu lassen, die er entlang des Highways begeht. Von der Polizei gejagt, weiß Jim nur die Kellnerin Nash (Jennifer Jason Leigh) an seiner Seite…

Rutger Hauer brilliert als scheinbar motivationsloser Killer, der sich vor anderen Slasher-Größe wie Jason Vorhees oder Michael Myers darin abhebt, dass er ein Psycho-Spiel mit dem bemitleidenswerten C. Thomas Howell aufzieht. Klassiker.


Serien

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.05 – „Einmal beißen, bitte“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.06 – „Spielzüge“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.07 – „Warricks Familie“

Robot Chicken 1 Episode


Hörspiele

Die drei ??? (48) … und die gefährlichen Fässer

Die drei ??? (54) Gefahr in Verzug


25.07.19

Filme

HOBO WITH A SHOTGUN (Jason Eisener, 2011) 7,5/10

Der Hobo (Rutger Hauer) schlägt in Fucktown auf, eine verkommene Stadt, gegen die der Vorhof zur Hölle wie ein Kinderspielplatz aussieht. Hier herrscht der sadistische Drake (Brian Downey) mit seinen Söhnen Slick (Gregory Smith) und Ivan (Nick Bateman). Sie veranstalten blutige Spiele, bevorzugt mit Pennbrüdern, die mehr an öffentlich zur Schau gestellte Massaker erinnern. Als er feststellen muss, dass die Saubande sogar die Polizei in der Tasche hat und die Stadt und ihre Bürger ihnen hoffnungs- und schutzlos ausgeliefert sind, schlägt der Hobo mit aller Gewalt zurück…

Von den Filmen des durch Rodriguez und Tarantino losgetretenen Grindhouse-Revival ist der mir eigentlich der liebste. Ehrlich und gerade heraus, spekulativ gewalttätig und tabulos entfacht der Film einen Reigen an brutal-blutigen Bildern und grotesk-billigen Splatter, der sich niemals selbst ernst nimmt. Rutger Hauer ist als Hobo die Idealbesetzung und hat sichtlich Spaß an den diesen Gore-Nonsens.

BUFFY DER VAMPIRKILLER (Fran Rubel Kuzui, 1992) 4/10

Buffy (Kristy Swanson) ist ein ganz normaler Teenager, Cheerleaderin und hat einen Footballspieler als Freund. Als der kauzige Merrick (Donald Sutherland) auftaucht und ihr eröffnet, sie sei eine auserwählte Vampirjägerin, glaubt sie an einen schlechten Scherz. Doch ihre Skepsis ist schnell beiseite geräumt und sie trainiert hart für ihre Aufgabe. Und das ist auch dringend nötig, denn Obervampir Lothos (Rutger Hauer) zieht mitsamt seiner Gefolgschaft in ihre Nachbarschaft. Zusammen mit dem Außenseiter Pike (Luke Perry) nimmt sie den Kampf gegen die Blutsauger auf…

Auweia! Den hatte ich damals bei seiner TV-Erstausstrahlung (Pro7?) Mitte der 90er gesehen. So scheiße hatte ich den gar nicht in Erinnerung; der Humor ist grausig, der Film sieht scheiße aus und die Dramaturgie ist mit holprig noch nett umschrieben. Den Film konnte auch meine Liebe zu Kristy Swanson nicht retten. Es ist bezeichnend, wie lustlos Hauer hier als Obermufti agiert, er absolvierte ansonsten in jedem billigen Schrottfilm seine Rollen mit Klasse und Inbrunst. Der einzige Unterhaltungswert besteht darin, die ganzen prominenten Gesichter zu erspähen, die damals noch vor ihrer Karriere standen, wie etwa Ben Affleck, Seth Green, David Arquette, Hillary Swank oder Thomas Jane. Ein besonderes Highlight ist der DJ des Abschlussballs; wer schon immer mal Slashs Gesicht sehen wollte, so ganz ohne Sonnenbrille und Locken, der ist hier genau richtig.


Serien

Navy CIS 14.17 – „Tanz mit dem Teufel“

American Dad 10.05 – „Truthahn Kung Pao“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.08 – „8 Frauen“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.09 – „Durch die Nacht mit Sara und Nick“


Hörspiele

Die drei ??? (51) … und der riskante Ritt

Die drei ??? (56) Angriff der Computerviren


26.07.19

Filme

VATERLAND (Christopher Menaul, 1994) 6/10

Nach der erfolgreichen Abwehr der einfallenden Alliierten zum Ende des zweiten Weltkriegs, öffnet sich Germania 1964 zögerlich dem Westen, in der Hoffnung mit den Amerikanern unter John F. Kennedy gegen den gemeinsamen russischen Feind zu paktieren. Als in einem See die nackte Leiche des für die Umsiedlung der Juden zuständigen Bühler gefunden wird, ist das ein Fall für den SS-Standartenführer März (Rutger Hauer). Dann stirbt mit Stuckart ein weiterer Funktionär in Rassefragen, angeblich, wie Bühler auch, an Selbstmord. Da aber beide 1942 an einer Geheimkonferenz teilgenommen hatte, deren andere Teilnehmer inzwischen auch unter ungeklärten Umständen verstorben sind, glaubt März nicht an Zufall. Tatsächlich werden seine Ermittlungen immer mehr von der Gestapo torpediert. Mit der US-Reporterin Maguire (Miranda Richardson) kommt er einem unglaublichen Kriegsverbrechen auf die Spur, dessen Aufdeckung die Verhandlungen mit den Amerikanern unweigerlich zum Scheitern verurteilen würde…

Ich gehe mal davon aus, dass der Roman etwas vielschichtiger angelegt ist. Dem Film geht zusammen mit der Thriller-Handlung im letzten Drittel ein wenig die Luft aus, das ist dann alles sehr vorhersehbar. Nett wäre vielleicht ein Subplot aus dem politischen Morast des Reiches gewesen, der die Verflechtungen von alten Überzeugungstätern und jüngeren korrupten Funktionären beleuchtet. Das Buch ist vorgemerkt, eine neue Verfilmung als TV-Miniserie mit den heutigen Mitteln wäre sicherlich interessant.

CORBIN NASH (Ben Jagger, 2018) 3,5/10

Eines nachts erfährt der Polizist Corbin Nash (Dean Jagger) im einer Bar von einem mysteriösen Fremden (Rutger Hauer) die Wahrheit über den Tod seiner Eltern und seiner Bestimmung als Dämonenjäger. Sein väterlicher Freund Jack (Bruce Davison) bestätigt ihm die Geschichte. Von nun an sieht Nash das nächtliche L.A. mit anderen Augen. Immer wieder läuft ihm ein blinder Prophet (Malcolm MacDowell) über den Weg, der ihn anleitet. Und sehr zum Verdruss seines Partners Frank Sullivan (Chris Pardal) macht er Jagd auf die beiden Vampire Vince (Richard Wagner) und Queeny (Corey Feldman), die scheinbar mit dem Verschwinden von 27 Personen zu tun haben, zu denen auch der Sohn der Stripperin Macy (Fernanda Romero) zählte…

Lahmer Urban-Vampire-Shit (auch noch eine Origin-Story) mit einem unglaublich blassen Helden. Zu allem Überfluss macht die Story andauernd Zeitsprünge, was den Zuschauer im Meer der immer gleich ausgeleuchteten Neon-Bilder im Halbschatten desorientieren, aber vor allem darüber hinwegtäuschen soll, dass die verworrene Plotte locker auf einen Bieruntersetzer gepasst hätte. Leider war nicht einmal Geld für ausufernde Gore-Eskapaden vorhanden. Einzig Corey Feldman als Vampir-Drag-Queen macht Freude (dieser Film ist genau die richtige Bühne für ihn, um seinen Fetisch auszupsielen) und wertet den substanzlosen Quark ein wenig auf. Die Gaststars Rutger Hauer und Bruce Davison sind natürlich nur in einer einzigen kurzen Szene zu sehen.

BLINDE WUT (Phillip Noyce, 1989) 7/10

Soldat Nick Parker (Rutger Hauer) verliert beim Krieg in Vietnam sein Augenlicht. Einheimische lesen ihn im Dschungel auf und unterrichten den Erblindeten im Schwertkampf. Zurück in den USA will er Jahre später seinen Kameraden Frank (Terry O’Quinn) in Miami besuchen, doch der verschuldete Veteran ist verschwunden. Er wird Zeuge, wie Franks Ex-Frau Lynn (Meg Foster) getötet wird, kann aber ihren Sohn Billy (Brandon Call) vor den Häschern des Gangsterbosses Macready (Noble Willingham) retten. Für den soll Frank in Reno eine neue Designer-Droge entwickeln. Nick macht sich mit Billy auf den Weg nach Nevada…

Ja, der hat mir mal wieder Spaß gemacht. Der Humor ist manchmal etwas zu doof (außer der Running Gag mit dem scheinbar unkaputtbaren Randall Cobb, der ist toll) und oftmals fehlt den Actionszenen ein wenig der Impact, sprich das Blut. Der Kampf gegen Sho Kosugi hätte gern auch länger ausfallen dürfen. Unterm Strich aber feine 80s Action. Ach ja, Brandon Call sucks…


Serien

Die Simpsons 27.01 – „Traumwelten“

The Boys Episode 1 – „Aller Anfang ist schwer…“

The Boys Episode 2 – „Cherry“

American Dad 10.07 – „Faking Bad“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.10 – „In der Business Class zum Tod“


Hörspiele

Die drei ??? (57) Tatort Zirkus

Die drei ??? (58) Der verrückte Maler


27.07.19

Filme

DIE BRUT DES ADLERS (Philippe Mora, 1984) 6/10

Der Bergsteiger Mike Walker (Powers Booth) reist im Auftrag des Millionärs Whittier (Donald Pleasance) auf die abgelegene Cherokee-Insel, um ihn die Eier eines seltenen Adlers zu besorgen. Doch dort hält der Vietnam-Veteran Jim Malden (Rutger Hauer) Wache über die einheimische Tierwelt und begegnet Wilderern rigoros mit militanten Eifer. Der einzige Bezug des Einsiedlers zur Zivilisation ist die Witwe Stella (Kathleen Turner), die alsbald auch von Walker bezirzt wird…

Schwach in der Handlung, aber mit sympathischen Charakteren. Schöne Landschaftsaufnahmen.

DAS OSTERMAN WEEKEND (Sam Peckingpah, 1983) 5/10

Die CIA tritt in Person von Lawrence Fassett (John Hurt) an den Reporter John Tanner (Rutger Hauer) heran, er soll ihnen dabei helfen, einige Doppelagenten zu entlarven. Die Verdächtigen sind drei alte Freunde von ihn: Bernard Osterman (Craig T. Nelson), Richard Tremayne (Dennis Hopper) und Joseph Cardone (Chris Sarandon). Tanner willigt ein sein Haus verwanzen zu lassen. Beim Treffen setzt der Journalist seine Freunde unter Druck, um belastende Aussagen zu provozieren, doch als Osterman Lunte riecht, entwickelt sich das Treffen zum Fiasko…

Doof geplotteter Paranoia-Thriller, den die gute Besetzung mehr schlecht als recht über die Zeit rettet.

SPETTERS – KNALLHART UND ROMANTISCH (Paul Verhoeven, 1980) 7,5/10

Die Freunde Rien, Hans und Eef leben in den Tag hinein und versuchen, ihrem Idol, den Motocross-Champion Gerrit Witkamp (Rutger Hauer) nachzueifern. Als die Imbissbuden-Verkäuferin Fientje (Renée Soutendijk) in ihr Leben tritt, versuchen alle drei mit ihr anzubandeln. Doch Fientje ist ihres trostlosen Lebens überdrüssig und träumt vom großen Geld…

Unverkrampfter, aber recht krasser Blick auf die Heranwachsenden der Arbeiterklasse.

DARIO ARGENTOS DRACULA (Dario Argento, 2012) 3,5/10

Jonathan Harker (Unax Ugalde) kommt nach Pressburg, um auf dem Schloss des Grafen Dracula (Thomas Kretschmann) dessen Bibliothek zu katalogisieren. Seine Frau Mina (Marta Gastini) reist später nach, verweilt aber erst einmal ein wenig im Dorf bei ihrer besten Freundin Lucy (Asia Argento). Lucy wird vom Vampir gebissen, verbirgt dies aber, auch wenn sie immer kränklicher aussieht. Als Mina endlich die Burg aufsucht, ist Jonathan nicht dort. Die Ausreden Draculas können sie nicht überzeugen, als reitet sie wieder nach Pressburg zurück. Dort hat sich inzwischen die Lage zugespitzt, und scheinbar kann nur noch der mysteriöse Van Helsing (Rutger Hauer) den Tag retten…

Boah, war der langweilig! Es dauert geschlagene 65 Minuten, bis Dracula das erste Mal richtig in Action ist. Danach hat auch endlich Rutger Hauer als Van Helsing seinen Auftritt, doch so richtig Schwung will auch dann nicht in die Bude kommen; too late, too little. Das 3D ist recht penetrant, was dem ganzen einen ziemlich unwirklichen Touch verleiht. Die Beleuchtung ist teils katastrophal, genau wie die Nachbearbeitung der CGI (in einer Szene wirft Dracula einen Schatten AUF EINE KERZE). Asia Argento ist vollkommen fehlbesetzt als Lucy, Miriam Giovanella wurde wahrscheinlich eh nur wegen ihrer Oberweite gecastet. Harker ist mal wieder eine Witzfigur (wieso hat man nicht gleich Keanu Reeves engagiert? So schwer kann das nicht sein, der spielt ja auch in zweitklassigen Thrillern von Eli Roth…) Script und Dialoge sind schrecklich und ergeben auch nicht immer Sinn; und selbst die Ideen, die gut scheinen (etwa das Dracula einen Pakt mit den Dörflern geschlossen hatte), führen letztendlich ins Nichts. Gelungene Szenen kann man tatsächlich locker an einer Hand abzählen: 1) Nachdem er das erste Mal gebissen wurde, erwacht Harker und ist ein wenig neben der Spur, was durch eine shaky cam und einige Unschärfen umgesetzt wurde, 2) Mina verlässt die Burg; während sie davonreitet, sieht man Dracula hoch oben in einer Tür stehen, 3) die Beisetzung von Lucy sieht aufgrund des Setdesigns schick aus (überhaupt ist erstaunlich, wie die Qualität der Sets zwischen TV-Studio und richtig wertig schwankt) und 4) das Massaker im Ratskeller. Einen Bonuspunkt gibt es zudem für die (schlecht animierte) Gottesanbeterin. Und Simonettis Score ist wenigstens nicht so scheiße wie sein Abspannlied „Kiss me Dracula“. DRACULA 3D bildet zusammen mit GIALLO ganz sicher den Tiefpunkt in Argentos Schaffen.

Auch noch ein technisches Detail: nach dem Vorspann musste ich die Anzeigekorrektur umschalten, da die Bildausgabe für das 3D von rechts nach links auf links nach rechts wechselte. Was soll sowas?

Hätte ich nach CARD PLAYER und GIALLO noch gesagt, man sollte vielleicht in Erwägung ziehen, Argento einen TATORT inszenieren zu lassen, da er mir dort gut aufgehoben schien, reicht es jetzt wohl nur noch für Spielszenen von Sendungen einschlägiger Doku-Sender. Denn daran erinnerte mich DRACULA in seiner Künstlichkeit mitunter. Dort hätte er vielleicht auch wieder Gelegenheit, mit besseren und passender gecasteten Schauspielern zu arbeiten.


Serie

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.11 – „Sendeschluss“


28.07.19

Filme

FLESH + BLOOD (Paul Verhoeven, 1985) 7,5/10

Als der junge Herzogssohn Steven (Tom Burlinson) nach seiner ersten Schlacht miterlebt, wie das siegreiche Söldnerheer von seinem Vater (Fernando Hilbeck) verprellt und vertrieben wird, gerät sein Weltbild ins Wanken. Doch die betrogenen Söldner unter der Führung des intelligenten, aber selbstherrlichen Martin (Rutger Hauer) sinnen auf Rache. Sie überfallen einen Trek des Herzogs und entführen, eher aus Versehen, Stevens Verlobte Agnes (Jennifer Jason Leigh). Während Steven mit Captain Hawkwood (Jack Thompson) die Bande verfolgt, nimmt Agnes alsbald einen Platz neben Martin ein…

Toller Film. Verhoeven kann sich einige Plattitüden der zum Ende hin allzu formelhaften Dramaturgie willen nicht verkneifen. Auch merkt man, dass er seinen Star Rutger Hauer als Martin vielleicht etwas zu sehr in den Mittelpunkt rückt und dadurch verklärt. Insgesamt aber ein Film von brachialer Gewalt, wie auch entrückter Schönheit, ein stimmungsvolles Sittengemälde einer Zeit im Wandel.

WEDLOCK (Lewis Teague, 1991) 5/10

Als seine Freundin Noelle (Joan Chen) ihn mit seinem besten Freund Sam (James Remar) nach einem Diamanten-Coup abserviert, landet Frank Warren (Rutger Hauer) in einem experimentellen Knast, in dem die Insassen als Pärchen mit Funk-Halsbändern versehen sind, die explodieren, wenn sich die untereinander unbekannten Partner zu weit voneinander entfernen. Direktor Warden Hollyday (Stephen Tobolowsky) versucht das Versteck der Beute, die er noch vor seinen Partnern in Sicherheit bringen konnte, von Frank zu erfahren, doch der gibt sich störrisch. Inzwischen hat die Mitgefangene Tracy Riggs (Mimi Rogers) herausgefunden, dass ihr Halsband mit dem von Frank gekoppelt ist und nötigt ihn zu einer waghalsigen Flucht…

Ganz nett, auch wenn das formelhafte Drehbuch und die biedere Optik die TV-Herkunft des Films kaum verschleiern können.


Serien

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.12 – „Dem Teufel so nah“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.13 – „Wein zu Blut“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.14 – „Lied und Leid“

CSI: Den Tätern auf der Spur 13.15 – „Vergissmeinnicht“

Family Guy 16.03 – „Das russische Kindermädchen“


Dear Diary – Das Filmtagebuch

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