Top List No. 9: Die Filme der Saw-Reihe

Der unabhängig produzierte SAW von Leigh Wanell und James Wan (in Deutschland beworben mit „nach Sieben kommt nicht Acht sondern Saw“) entwickelte sich 2004 zum Überraschungshit. Der Horror-Thriller um einen Serienmörder, der Menschen, die es seiner Meinung nach verdient hatten, zu Spielen von zumeist tödlichen Ausgang zwang, spülte über 100 Mio Dollar in die Kinokassen. Neben der verschachtelt erzählten Geschichte waren es vor allem die auf Zeitdruck zelebrierten Spiele, die darauf angelegt waren, dass das Opfer sich selbst verstümmelte, um einen Ausweg aus der tödlichen Falle zu finden, der Faktor, der SAW bei seinen Fans so beliebt machte und der Reihe später die Kategorisierung als Torture Porn einbringen sollte. Aufgrund des immensen Erfolges sollte flugs eine Fortsetzung her. Allerdings waren Whannell und Wan schon mit einem anderen Film beschäftigt, weswegen man auf ein Script von Darren Lynn Bousman zurückgriff, das dann mit Hilfe von Leigh Whannell zum Saw-Sequel umgewandelt wurde. Bousman übernahm auch die Regie und betreute die hieraus erwachsene Franchise, die von nun an immer pünktlich zu Halloween startete, bis zum vierten Teil. Beim fünften übernahm dann David Hackl die Regie, danach setzte sich Kevin Greutert, bis dato der Cutter der Film-Reihe, durch und inszenierte den sechsten Film, sowie 2010 das in 3D präsentierte Finale SAW: VOLLENDUNG, in der die Geschichte um den Jigsaw-Killer und seine Jünger zum Abschluss gebracht wurde. Da Fans aber immer noch nach einem weiteren Teil lechzten, entschied sich Lionsgate, die Reihe 2017 fortzusetzen. Der von den Spierig Brothers inszenierte JIGSAW ist eigentlich mehr ein Spin-off denn weiteres Sequel.

Saw Final Edition
Saw Final Edition von StudioCanal

Top List der Saw-Reihe

Da ich in den letzten Wochen wieder alle Filme der Reihe gesehen habe (die Box ist allerdings inzwischen weiter gewandert; hallo, Reini!), folgt hier natürlich meine Top List der Reihe, wie immer worst to best…


  1. SAW V (David Hackl, 2008)

Im vierten Sequel war die Luft endgültig raus, und auch Regisseur Hackl, der hiervor Bousman als Production Designer der Teile II-IV unterstützte, vermochte ihm inszenatorisch keine neuen Impulse zu verleihen. Die Spieler rekrutieren sich dieses Mal aus der Finanzwelt, um sich inhaltlich an den Bankenkollaps zu orientieren. Das gestaltet sich leider allzu platt, während die Nebenstränge wenig spannend verlaufen.


  1. SAW IV (Darren Lynn Bousman, 2007)

Bousmans letzter Saw-Film ist zwar wieder einmal recht reizvoll geschrieben, doch leider zieht sich der Film unheimlich, während zwischen den übermäßig vielen Nebensträngen hin und her gesprungen wird.


  1. JIGSAW (The Spierig Brothers, 2017)

Das Revival der Serie versucht gar nicht, inhaltlich direkt an die Vorgänger anzuknüpfen, ist also eher Spin-off denn Sequel. Darum entschied man sich wohl auch gegen den Titel SAW VIII. Die Chose fällt auch nicht ganz so kompliziert wie seine Vorgänger aus, ist zudem recht flott und spannend inszeniert, offenbart aber ein ganzes Minenfeld voller Logiklöcher.


  1. SAW 3D: Vollendung (Kevin Greutert, 2010)

Der Film ist zwar darauf bedacht, alle Stränge zusammenzuführen und abzuschließen, ergeht sich aber ziemlich in seinen blutigen Fallen. Dabei funktioniert er als dreidimensionale Schlachtbank recht gut, lässt die Thriller-Handlung aber etwas aus den Augen.


  1. SAW III (Darren Lynn Bousman, 2006)

Zwar als logische Konsequenz aus den offenen Fäden der Vorgänger ersponnen, erweist sich der dritte Film als teils zäh wie Kaugummi und ist mit zwei Stunden Laufzeit einfach viel zu lang. Dazu ergeht man sich genüsslich in allerlei Ekel-Szenen.


  1. SAW VI (Kevin Greutert, 2009)

Mit Cutter Greutert ist tatsächlich etwas frischer Wind in die Reihe gekommen, auch wenn es eigentlich nur der fünfte Teil in gut ist, diesmal mit Unsympathen aus der Versicherungsbranche.


  1. SAW II (Darren Lynn Bousman, 2005)

Man merkt der Geschichte kaum an, dass dies mal ein Drehbuch war, das eben nicht als Sequel zum Überraschungshit von 2004 gedacht war. Die Handlungsstränge werden alle weitergeführt, das Wirrwarr ist hier aber noch überschaubar.


  1. SAW (James Wan, 2004)

Wie so oft ist das Original halt immer noch am besten. Der toll erzählte Thriller mit seinen perfiden Fallen war damals Vorbild für allerlei Nachahmer, die allesamt nicht an ihn heranreichen können. Am Ende wartet dabei ein Twist, der sich gewaschen hat und von einer kongenialen Melodie untermalt wird. Gänsehaut pur, Thriller-Kino par excellence!


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5 Kommentare zu „Top List No. 9: Die Filme der Saw-Reihe

Gib deinen ab

  1. Würde vermutlich ein paar Plätze tauschen, schon, weil ich Teil 2 alles andere als gut fand, aber insgesamt ist die Reihe ohnehin schon nach Teil 1 hinüber gewesen und verfuckelte sich immer mehr in schwachsinnigem Unlogikbrei und möglichst mehr Gesplatter. Teil 1 ist aber auch in meinen Augen nach wie vor sehr stark. Nur die Einstufung als Horrorfilm konnte ich nie nachvollziehen. Für mich ein astreiner Psycho-Thriller.

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    1. Naja, die Grenzen zwischen Psycho- und Horror-Thriller sind ja mitunter fließend, da man Horror auch als die ausformulierten und bebilderten Abgründe der menschlichen Seele definieren kann. Und da sich bei SAW nun wirklich schon sehr viel auf grafischer Ebene und eben nicht intellektuell (hingegen zum Psycho-Thriller) abspielt, finde ich die Bezeichnung als Horror-Thriller schon sehr passend.

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      1. Ja, stimmt auch wieder. Mittlerweile verschwimmen die Genres ja ohnehin sehr. Letztlich ja auch ziemlich egal, wo man was einordnet. Vermutlich lässt sich Horror auch einfach besser vermarkten und durch das Gemetzel passt es dann auch in die Kerbe. Was die psychologische Ebene angeht, würde ich die aber nicht unterschätzen. Zumindest in den ersten Teilen stehen ja gerade diese perfiden Spiele im Vordergrund, auch wenn der Schaden eher visueller Natur ist.

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      2. Ich wollte damit ja auch nicht sagen, dass der Film keine psychologisch-intellektuelle Ebene bietet. Nur schält sich durch das ganze Spiel mit den Fallen und den entsprechenden Mord-Tableaus ein gewisser Grad an Horror, der sich im Ekel und Schock darstellt, heraus. Ich sehe es für mich so, dass der Psycho-Thriller sich aus nachvollziehbaren, aber überaus anspannenden Handlungen der Protagonisten (hier die zwei Gefangenen) ergibt, während die Tendenz des Films, die Spiele John Kramers grafisch darzustellen und auch auf grafische Schock-Effekte während der Ermittlungen zu setzen, woraus sich eine Angst beim Zuschauer vor dem nächsten zu erwartenden Schock-Moment einstellt, den Horror zum Vorschein bringt.

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