Obscure Shit No 12: Indonesische Rache ist ein heißes Gericht

Heute widmen wir uns zum zweiten Mal der indonesischen Film-Industrie und dem mir liebgewonnenen Regisseur Arizal. Nachdem in dessen SPECIAL SILENCERS (1979) noch der indonesische Action-Star Barry Prima den Helden gab, kommen wir heute zu einem Import aus Neuseeland namens Peter O’Brian, der es auf der südost-asiatischen Inselgruppe zu Ruhm und Ehre als Held einiger Krachbumm!-Filme brachte. Sein erstes und wohl auch bekanntestes Werk ist der Film THE INTRUDER/PEMBALASAN RAMBU (1986), auf dessen Cover der muskelbepackte Held mit Zottelfrisur, rotem Stirnband und Ketten-MG zu bestaunen ist. Und bei wem es jetzt noch nicht „Klick!“ gemacht hat, unser Held, der auf Rache sinnt, heißt hier Rambu. Ja, genau. Diesen Film werde ich wohl auch irgendwann an dieser Stelle besprechen, soweit ich dessen habhaft werden kann. Aber heute geht es hier um ein Werk von Arizal aus dem selben Jahr, in dem O’Brian wiederum den coolen Helden spielen darf…

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THE STABILIZER (1986)

Gleich zu Beginn werden wir Zeuge, wie der böse, böse Greg Rainmaker (er macht die Frauen weinen; aber dazu später mehr) Professor Provost entführt, weil der gute Mann eine revolutionäre Drogenformel entwickelt hat; was Professoren in Indonesien eben so tun. Doch dem dreisten Drogendealer soll es alsbald an den Kragen gehen, denn es wird Peter Goldson, genannt der Stabilizer, eingeflogen, um den Unhold wie Unkraut aus der Welt zu tilgen. Doch kaum tuckert Goldson im Miet-Mercedes gen Hotel, hat er auch schon die schießenden Schergen des Schurken auf dem Hals. Aber so etwas stellt für den lächelnden Lockenkopf mit ruhelosem Rachedurst keine wirkliche Bedrohung dar. Denn Polizist Peter hat mit dem asigen Aas von Rainmaker noch eine sehr persönliche Rechnung zu begleichen. Vor Jahren vergewaltigte der gerade aus der Haft entlassene Halunke die Freundin unseres handsome Hero. Und das so brutal mit spitzem Stiefel, dass sie bei der Heimkehr des Helden in seinen Armen verstarb.

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Der folternde Fiesling Rainmaker versucht jetzt, dem durch Strom geschockten Gelehrten, diesem widerwilligen Wissenschaftler, seine wertvolle Formel zu entlocken. Um Goldson, der bei seinen Nachforschungen mit Hilfe von Forscher-Tochter Christina ihm immer näher rückt, soll sich indes seine eiskalte Killerin kümmern. Doch auch für sie hat der frenetische Frauenhasser danach keine Verwendung mehr, glaubt er doch, dass die verschlagene Fotze (man verzeihe meine Ausdrucksweise, alles für den Al, Al Literation) ihn verrät. Es kommt, wie es kommen muss: Goldson will den marternden Mistkerl stellen, wird gefangen (aber nicht gefoltert). Doch seine Getreuen greifen ein und es kommt zum Finale, wo unser toller Hecht den teuflischen Tunichtgut tötet…

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Ein Film wie ein würziges Nasi Goreng

Das ist mal wieder alles ziemlich 08/15, unser Freund Arizal, bzw. sein Stammschreiberling Deddy Armand, schmeißt alle möglichen Klischees in einen Topf, rührt kräftig um, versieht es mit einer Handvoll recht passabler Action-Szenen und stellt dem ganzen dann den kaukasisch-stämmigen Lockenkopf Peter O’Brian voran. Der ist noch nicht einmal ein bemerkenswerter Fighter oder Akrobat und wurde wohl nur dafür engagiert, in der Totalen bedeutungsschwer in die Kamera zu starren. Aber das ist schon so okay, solange keine Langeweile aufkommt, was bei THE STABILIZER glücklicherweise zu keiner Sekunde der Fall ist. Die eingebauten Schießereien, Kloppereien und Autoverfolgungsjagden halten einen gut auf Trab, die Frequenz, in der sie auftreten, erweist sich geradezu als ideal.

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Nebenher bietet der Film mit Craig Gavin als Greg Rainmaker einen recht passablen Antagonisten auf, auch wenn er mich vom Aussehen und Auftreten etwas an den oftmals in Ninja-Filmen verbratenen Mike Abbott (zu dem kommen wir auch noch in den nächsten Wochen) erinnert. Seine Aktionen sind fies und brutal, Stromfolter (mehr) und Vergewaltigung (weniger) effektiv in Szene gesetzt. Vergewaltigungstraumata scheinen im asiatischen Film der 80er ein gerne genutztes Motiv gewesen zu sein, um tuffe wie auch gebrochene Frauen zu charakterisieren; Südost-Asien war/ist schon ein hartes Pflaster, besonders für Frauen.

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Wir haben es also hier wieder mit einem relativ rassigen Action-Reißer von der Inselgruppe, die uns auch das schmackhafte Nasi Goreng brachte, zu tun, und ja, es lässt sich munden. Zwar mehr für den Trash- denn dem ernsthaften (ha!) Action-Fan, aber der Film ist ein guter Wachmacher, der jederzeit nette Schauwerte bietet, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers bei sich zu behalten. Der Film wurde hierzulande schon als Video (geschnitten) ausgewertet und ist seit 2006 auf einer DVD von cmv Laservision erhältlich. So ist er nun nicht gänzlich unbekannt und kommt bei der OFDB auf 37 Stimmen und 5,78/10 Punkten. Beim eher anspruchsvolleren Publikum der IMDb kam er sogar auf 6,4/10 Punkte bei 265 Stimmen. In den USA ist er übrigens über die berühmt-berüchtigte New Yorker Underground-Klitsche TROMA erschienen.

More Obscure Shit…

Bonus Gallerie

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4 Kommentare zu „Obscure Shit No 12: Indonesische Rache ist ein heißes Gericht

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