Dear Diary… on the watch 16.07.-05.08.18

Donnerstag, 26.07.2018

ASSASSINATION (Emilio Miraglia, 1967) Der war ja bei Obscure Shit No 7 dabei…

Freitag, 27.07.2018

DER NINJA-MEISTER (1984)
Episode 11 – „Kim und die Waisenkinder“ (von Sidney Hayers, mit Kane Kosugi & James Gammon)
Episode 12 – „Die blinde Augenzeugin“
Episode 13 – „“Gangster in Blau“
Damit ist die kurzlebige Serie auch beendet. Mir hat sie recht gut gefallen, auch wenn die Stories die gleichen sind, wie man sie bspw. auch vom A-TEAM her kennt. Lee Van Cleef war auf seine alten Tagen immer noch ein sympathischer Sack, und die Beteiligung von Sho Kosugi eine feine Sache.

TWIN PEAKS – A LIMITED EVENT SERIES (2017) Episode 11 – „There’s Fire Where You Are Going“

DOLLS (Stuart Gordon, 1987)
Nettes Puppen-Theater, dass Gordon und die Fantastic Factory damals, wie auch CASTLE FREAK, in Italien inszeniert haben. Der Grusel-Faktor ist okay, und die Animationen sehen zumindest besser aus als in PUPPET MASTER. So etwas wie ein Märchen für Erwachsene. Der Dia Westerteicher hat den Film ausführlich auf Evil-Ed vorgestellt.

MARVEL’S AGENTS OF SHIELD (2017) Season 6, Episoden 1+2 – „Orientierung“ & Episode 3 – „Ein Leben gegeben“
Ein Zeitreise-Plot im Weltall; ich bin erst einmal skeptisch.

PSYCH: THE MOVIE (2017)
Eher enttäuschend, wenn auch für Fans der Serie trotzdem ein Muss. Anstatt mit einer schöne Rückbesinnung auf die Stärken der Serie einen guten, spielfilmlangen Fall zu präsentieren, wärmt Steve Franks den Fall um Shawns ärgste Nemesis wieder auf. Und gerade diesen Story-Arc zähle ich zu den schlechtesten der Serie. Das Wiedersehen mit den Charakteren ist natürlich trotzdem nett, auch wenn ich Timothy Omundsen als Lassiter gerne voll dabei gehabt hätte. Auch die typischen Film-Anspielungen hielten sich leider in Grenzen. Aber man nimmt, was man kriegt.

Samstag, 28.07.2018

PREACHER (2018) Season 3, Episode 5 – „The Coffin“
TWIN PEAKS – A LIMITED EVENT SERIES (2017) Episoden 12 – „Let’s Rock“ + 13 – „What Story Is That, Charlie?“

ONCE WERE WARRIORS – DIE LETZTE KRIEGERIN (Lee Tamahori, 1994)
Beth wird von ihrem dauer-alkoholisierten Mannes Jake, der gerade seinen Job verloren hat, bei einer Haus-Party verprügelt, weil sie ihm Widerworte leistet. Er hat auch schon den ältesten Sohn aus dem Haus vertrieben, der nun sein Heil in einer Maori-Gang sucht. Auch am Schicksal von Boogie, der nach einer Gerichtsverhandlung in ein Heim kommt, ist er kaum interessiert, gibt Beth die Schuld die Kinder, vor allem die 13-jährige, intelligente Grace, zu verhätscheln. Und sie hat allmählich genug davon, sich terrorisieren zu lassen und immer wieder ihre Kinder zu belügen. Doch bevor sie sich dazu durchringt, ihn zu verlassen, kommt es zu einer Tragödie…
Wirklich niederschmetterndes Drama, angesiedelt in der Vorstadt Aucklands, wo Arbeitslosigkeit und Verbitterung herrschen und die Männer, vorwiegend Maori, sich besoffen ihrem Machismo hingeben. Immer wenn man denkt, dass es für Beth und die Kinder endlich mal aufwärts gehen müsst, setzt Tamahori noch einen drauf, bis zum finalen Downer. Erst danach gibt er den Blick frei auf eine bessere Zukunft, an der aber nicht alle teilhaben können.

IN DEN KLAUEN DER MAFIA (Stelvio Massi, 1976) & KRIEG DER ROBOTER (Alfonso Brescia, 1978) gibt es auch ausführlicher in Obscure Shit No 7

Sonntag, 29.07.2018

DIE TODESPAGODE DES GELBEN TIGERS (Chang Cheh, 1969)
Einer meiner liebsten Shaw-Filme, auch wenn action-mäßig nicht so sehr viel abgeht. Aber es ist toll, wie Ti Lung seinen langjährigen Filmpartner David Chiang ständig misstrauisch beäugt, weil er in ihm einen Spion vermutet.

TWIN PEAKS – A LIMITED EVENT SERIES (2017) Episoden 14- „We Are Like the Dreamer“, 15 – „There’s Some Fear in Letting Go“, 16 – „No Knock, No Doorbell“, 17 – „The Past Dictates the Future“, 18 – „What Is Your Name?“
Der Sonntag gehörte den finalen 5 Folgen der neuen Mini-Serie. Mit der Wiederkehr Agent Coopers, also der geistigen, gab es einen der größten Gänsehaut-Momente der neuen Serie. Das Finale in Twin Peaks war auch schön, dann wurde es allerdings auch wieder etwas lynchesk, psychedelisch. Die letzte Episode war dann wieder sehr kryptisch, ein Rückgriff auf die Vergangenheit, der wieder ein neues Rätsel in der Gegenwart offenbarte, womit sich aber der Kreis auch schön schloss.

LONGMIRE (2016) Season 5, Episode 1 – „A Fog That Won’t Go Away“
Lange drauf gewartet…

Montag, 30.07.2018

ZOMBIE FLESH-EATERS (Lucio Fulci, 1979) war einer meiner Inselfilme für Evil-Ed.

DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN (Amando D’Ossorio, 1972)
Den hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Einer von D’Ossorios besten Filmen, da er wirklich eine schön gruselige Atmosphäre verströmt. Da kommen die Fortsetzungen nicht ran.
Dienstag, 31.07.2018

KOTOKO (Shin’ya Tsukamoto, 2011)
Okay, das war mal kein Feel-Good-Movie, auch wenn das Ende, wie meist bei Tsukamoto, Hoffnung aufkeimen lässt, dass eben nicht alles schlecht ist und uns das gute unter den ganzen Dreck unseres (Seelen-)Lebens manches mal überrascht. Der Film um die alleinerziehende Mutter Kotoko geht teils wieder richtig an die Nieren. Die gute Frau ist nicht nur manisch depressiv, sondern hat auch psychotische Schübe, in denen sie unter Angstblockaden, Wahnvorstellungen und auch Ausrastern leidet. Es ist schon an sich für sie schwer, den Alltag zu meistern, doch sich dann noch um das Kind zu kümmern, hält ihren Stresspegel enorm hoch, was ihrer mentalen Erkrankung stetig Vorschub leistet. Das führt so weit, dass sie das Kind zu ihrer Schwester geben muss. Ihr Alltag ist daraufhin trist und freudlos, Männer begegnet sie mit Argwohn und Aggressivität. Doch wenn sie ihren Sohn besucht, ist sie wie ausgewechselt, vergisst ihre Sorgen und genießt unbeschwert den Tag. Sie lernt den Schriftsteller Tanaka kennen, der sie hartnäckig umwirbt, auch nachdem sie ihn zu zwei verschiedenen Gelegenheiten jeweils eine Gabel in jede Hand rammt, eine Art Selbstschutz, um nicht dem Risiko ausgesetzt zu sein, dem etwaigen Partner weh zu tun – schizophren, nicht? Er lässt jedenfalls nicht locker, und als sich Kotoko auf eine Beziehung einlässt, scheint sich alles zum besseren zu wenden. Doch Schein und Sein liegen halt nicht oft auf einer Wellenlänge.
Tsukamoto fokussiert im Film ganz auf die junge, kranke Frau, lässt den Zuschauer miterleben, wie oft und extrem ihr die Realität entgleitet, man leidet förmlich mit ihr. Und freut sich über jeden Fortschritt, vor allem wenn sie zögerlich den Avancen Tanakas nachgibt. Tsukamoto erzählt aber hier kein Liebes-Drama, sondern eine menschliche Tragödie, eine Mutter, die sich für unzulänglich hält, ihr Kind zu beschützen und zu erziehen, und wir sehen dabei zu, wie das ganze unaufhaltsam in die Katastrophe schlingert, wo der Regisseur einen heftigen Schock platziert. Nebenher fröhnt er noch einmal seinem Faible für angeschwollene und geprügelte Gesichter, auch die Szenen, in denen sich Kotoko ritzt, sind schwer erträglich und werden nur ein einziges mal, im Zusammenspiel mit dem Verehrer Tanaka, in einem skurrilen Anwandlung von Komik gebrochen. Als böses Omen fungieren TV-Berichte im Hintergrund, die die Suche nach einem Vergewaltiger und Mörder begleiten und später, kurz vor der Katastrophe in Kotokos Kopf in einem Bericht aus einem Kriegsgebiet münden.
„Kotoko“ ist ein Film, der den Zuschauer emotional fordert, dafür aber auch ein faszinierendes Psychogramm offenbart, das mit einer zutiefst humanen Botschaft beschlossen wird. Wieder einmal ein einzigartiges Filmerlebnis von einem der interessantesten Regisseuren unserer Zeit.

PREACHER (2018) Season 3, Episode 6 – „Les Enfants Du Sang“

Mittwoch, 01.08.2018

SIE TÖTETE IN EKSTASE (Jess Franco, 1971)
Die süße Soledad Miranda mordet sich durch die Ärzteschaft, die ihren Geliebten in den Selbstmord trieb. Dabei verbleibt der Tote immer noch bei ihr im Bett. Ein Franco auf Arte muss man natürlich mitnehmen, vor allem, wenn es sich um eins seiner besseren Werke vom Beginn der 70er handelt. Der Film ist eher unspektakulär, sieht aber nett aus und ist flott unterwegs. Und Soledad ist immer einen Blick wert.

DER HERRSCHER VON CORNWALL (Nathan Juran, 1962)
Böser Zauberer will ein englisches Königreich erobern, in dem er die Prinzessin entführt. Doch da funkt ihm ein Bauersjung dazwischen, der der Holden fortan nicht mehr von der Seite weicht. Schön altmodischer Abenteuerfilm im Fahrwasser von Harryhausens SINBADS SIEBTE REISE. Der Stop-Motion Wizard lehnte eine Mitarbeit an diesem Film ab, da Produzent Edward Small ihn auch einst bei eben SINDBAD abblitzen ließ. Die Effekte des Films, die Animationen wie auch die an Disneys Realfilm-Zeichentrick-Bastarde erinnernden Zeichnungen, sind aber trotzdem äußerst gelungen. Kommt nicht an die großen Harryhausen-Filme ran, aber wer die mag, kann hier nichts verkehrt machen.

DIE FRATZE (Peter Collinson, 1971)
Babysitterin Susan George wird von entlaufenen Irren bedroht. Das klingt nicht sehr originell? Ist es auch nicht, und dabei nur leidlich spannend.

Donnerstag, 02.08.2018

DIE DREI FRAGEZEICHEN Folge 193 – „Schrecken aus der Tiefe“
Justus, Peter und Bob werden auf einem See nahe Rocky Beach Zeuge, wie ein Angler von etwas an seinem Haken in die Tiefe gerissen zu werden droht, können dem Mann aber noch helfen, wobei sie unter Wasser einen großen Schatten beobachten. Sofort bricht ein Hype um ein vermeintliches Unterwasser-Monster dort aus, Scharen von Schaulustigen okkupieren das Gewässer. Die drei Fragezeichen gehen der Sache natürlich auch nach, und ihnen ist von Anfang an klar, dass da etwas faul sein muss…
Kein Highlight, aber unter den letzten, eher mäßigen Folgen mal wieder etwas erfreuliches, da man sich hier auf die Stärken der Reihe besinnt und sich voll auf die Ermittlungsarbeit besinnt, ohne mit Nebensträngen davon abzulenken oder allzu unglaubwürdig zu wirken. Bitte wieder mehr solcher Ausrutscher nach oben!

DIE RÜCKKEHR DER REITENDEN LEICHEN (Amando D’Ossorio, 1973)
Das Sequel mit Tony Kendall hat noch einen gewissen Fun-Faktor, auch wenn die Leichen nicht mehr so unheimlich rüberkommen wie im Erstling. Aber ist schon funny, wenn sie über das Dorffest hereinbrechen und ein Gemetzel veranstalten. Damit ist er den restlichen Fortsetzungen immer noch himmelweit überlegen.

Freitag, 03.08.2018

DAS GEHEIMNIS DER 14 GEISTERREITER (Fernando Mendez, 1959) Über den gibt es ja in Obscure Shit No 8 zu lesen…

MARVEL’S AGENTS OF SHIELD (2017) Season 5, Episode 4 – „Ein Leben gegeben“

DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LEICHEN (Amando D’Ossorio, 1974)
Das Model Lillian fragt sich, wo ihre Mitbewohnerin Kathy geblieben ist. Ihr Arbeitgeber, der schwerreiche Werbestratege Howard Tucker, hat sie mit einem anderen Model zu Promotionzwecken mit einem Boot aufs Meer geschickt. Dort haben die beiden allerdings die Bekanntschaft von auf einem Geisterschiff umhertreibenden, untoten Templern gemacht und sind seither verschwunden. Tucker sieht sich genötigt, eine Such-Aktion zu starten, der auch Lillian und Professor Grüber beiwohnen. Im Suchgebiet fahren sie in einen unheimlichen Nebel. Dort treffen sie auch auf das Geisterschiff, das zuerst verlassen scheint. Doch in der Nacht erheben die Geister der Templer und machen Jagd auf unsere tapfere Retter, die feststellen müssen, dass sie mit den Eintritt in den Nebel die ihnen bekannte Realität verlassen haben, und sowohl Beiboot wie auch Tuckers Yacht, somit jede Möglichkeit zu entkommen, verschwinden…
Öder Spuk, der dem unaufgeregten Meer gleich höhepunktsfrei vor sich hin schippert. D’Ossorio vermag es hier nicht, die fehlenden finanziellen Mittel, wie in den beiden Vorgängern, durch eine reizvolle Gothic-Atmosphäre zu kompensieren. Die dürren Templer-Zombies sind hier ungefähr genauso gruselig wie ein Kasperle-Theater. Aber eine feine Einschlaf-Hilfe…

DAS BLUTGERICHT DER REITENDEN LEICHEN (Amando D’Ossorio, 1975)
Ein junger Doktor zieht mit seiner Frau in ein kleines Küstendorf, um dort eine Praxis zu eröffnen. Die Leute dort sind reserviert, denn der Ort ist verflucht. Jedes Jahr wird er von den Geistern alter Templer heimgesucht, denen es nach einem jungfräulichen Opfer verlangt…
82 endlos wirkende Minuten kriecht dieser Film vor sich hin, unterlegt mit einschläfernden Chorälen, die von einem merkwürdigem Boing-Geräusch begleitet werden. Ich bin froh, mit denen jetzt durch zu sein.

Samstag, 04.08.2018

GHOSTLAND (Pascal Laugier, 2018)
Die erfolgreiche Horror-Autorin Elizabeth Keller verarbeitet in ihrem neuesten Buch einen Vorfall aus ihrer Jugend, als sie, ihre Schwester Vera und ihre Mutter Pauline in ihrer ersten Nacht im Haus ihrer verstorbenen Tante Clarice, von zwei Männern überfallen wurden, die ihre Mutter nur mit Müh‘ und Not abwehren konnte. Da erhält sie einen Anruf ihrer panisch klingenden Schwester, der mittendrin unterbrochen wird. Sie beschließt, nach dem rechten zu sehen, denn ihre Schwester, die seitdem traumatisiert ist, und Mutter wohnen immer noch in dem alten Haus. Vera durchlebt hier immer wieder diese eine verhängnisvolle Nacht, doch mit Beths Ankunft geschehen noch andere, unheimliche Dinge.
Dazu auch wieder mehr bei Evil-Ed

JIGSAW (Michael & Peter Spierig, 2017)
Ein Kleinkrimineller, der von einigen Polizisten auf einem Dach mit einem Totmann-Schalter in der Hand gestellt wird, spricht davon, dass in wenigen Minuten fünf Menschen sterben könnten und dass er Detective Halloran sprechen möchte. Als dieser mit Verstärkung anrückt, versuchen sie ihn, den Schalter aus der Hand zu schießen, wobei auch der Gangster getroffen wird. Und während dieser im künstlichen Koma liegt, wird eine Leiche mit einem Helm, von einer Brücke hängend, gefunden. Gerichtsmediziner Logan findet im Hals der Leiche einen Speicherstick, auf dem John Kramer, der Jigsaw-Killer, der eigentlich schon seit 10 Jahren tot ist, von einem neuen Spiel kündet. Unter dem Fingernagel des Opfers wird auch DNA Kramers gefunden. Halloran wie auch Logan begeben sich auf die Suche nach dem Ort des neuen Spiels, um herauszufinden, ob Kramer noch lebt oder jemand anderes in seinem Namen mordet…
Dezent unterhaltsam, wenn auch recht überflüssig. Dank der zackigen Inszenierung rangiert der im Mittelfeld der Serie, an den ersten Teil kommt er freilich nicht einmal annähernd ran. Aber es gab schon eindeutig langweiligere Einträge in das eigentlich schon beendete Franchise.

WOODOO – INFERNO DES GRAUENS (Amando D’Ossorio, 1974)
1910 töten englische Soldaten im Dschungel Afrikas die Anhänger eines Kultes, die gerade eine Missionarin geköpft haben. Mehrere Jahrzehnte später bricht eine Expedition um Professor Carter und Professor Grant in dieses Gebiet auf, um angebliche eine Foto-Safari über bedrohte Tierarten zu beschreiten. Doch eigentlich sind sie auf der Suche nach dem als ausgestorben geltenden Leoparden-Kult von damals. Und tatsächlich existieren noch Mitglieder des Kultes, die einen weiblichen Vampir verehren, der nächtens von ihnen Blutopfer fordert. Und denen kommt die Expedition gerade recht…
Amando D’Ossorio nutzt die dünne Geschichte einzig und allein dazu, dem weiblichen Cast die Klamotten Leib peitschen oder sonstwie entkleiden zu lassen. Neben dem hohen Sleaze-Anteil wird der Großteil der ziemlich doofen Charaktere von Vampirinnen, Zombies und Hexen blutig dahingerafft, und so vergehen die 80 Minuten wie im Flug, auch wenn eigentlich gar nichts erzählt wird.
Es könnte durchaus sein, dass dazu noch mal etwas längeres in einer D’Ossorio-Reihe kommt, oder in Obscure Shit.

VIER BRÜDER (John Singleton, 2005)
Die vier ungleichen Adoptivbrüder Bobby, Angel, Jeremiah und Jake treffen sich nach Jahren wieder. Doch der Anlass ist ein trauriger; ihre Ziehmutter Evelyn wurde bei einem Überfall auf einen Drugstore erschossen. Die vier Jungs, die in ihrer Jugend allesamt Problemfälle waren, lassen die Sache nicht auf sich beruhen, und als sie der Sache weiter nachgehen, kommen sie dahinter, dass der Überfall vorgeschoben und die alte Dame ermordet wurde. Erbarmungslos verfolgen sie die Spur der Täter und suchen die Hintermänner…
John Singletons zeitgemäße Version des Western-Klassikers „Die vier Söhne der Katie Elder“ von 1965 profitiert von der guten Besetzung der vier sympathischen Loser und die flotte Inszenierung bringt eine gute Mischung aus Rache-Drama und Action-Thriller auf die Leinwand. Den habe ich jetzt weit öfter gesehen als das Original, das ich auch liebe. Das liegt wohl daran, dass er omnipräsent im Programm des Privatfernsehens ist, während Henry Hathaways Original dort ein Schattendasein fristet und nur alle Jubeljahre mal im ZDF läuft.

Sonntag, 05.08.2018

IL COMMISSARIO DI FERRO (Stelvio Massi, 1978)
Commissario Mariani ist ein harter Hund, wird von seinen Vorgesetzten und Kollegen wegen seiner Erbarmungslosigkeit nur Commissario Ferro genannt. Als er eines Sonntag Vormittags frei macht, um bei seiner Ex-Frau seinen Sohn Claudio, der ihn nur beim Vornamen nennt, besucht, fragt ein nervöser Bursche recht hartnäckig auf der Wache nach ihm und lässt sich nicht abwimmeln. Nach einiger Zeit wird es ihm zu viel und er nimmt die anwesenden Polizeibeamten als Geiseln, versucht sie, dazu zu drängen, Mariani zu kontaktieren und ihn herzulotsen, damit er ihn töten kann. Und während der eiserne Kommissar nach dem Besuch bei seinem Sohn erst einmal eigenmächtige einem Gewaltverbrecher hinterher schnüffelt, versuchen seine Kollegen den gefährlichen Geiselnehmer hinzuhalten…
Mal wieder die Paarung Merli/Massi, und je mehr Filme ich von den beiden sehe, desto eher komme ich zu der Erkenntnis, dass es sich hier mitnichten nur um durchschnittliche Genre-Beiträge handelt, sondern Massi seinen Star sehr abwechslungsreich in Szene zu setzen weiß. In diesem Fall generiert er eine recht reizvolle, spannende Ausgangslage, wenn der bewaffnete Mann, entschlossen Mariani aus Rache zu töten, einige seiner Kollegen mitten im Kommissariat als Geiseln nimmt. Das Script fügt ab diesem Zeitpunkt einige Parallelmontagen ein, in denen der Mann von den Polizisten verlangt, Mariani anzurufen und zu ihnen zu locken, und Mariani, der zwar auch am Telefon ist, aber mit jemand anderen redet, worauf er sich dann wieder zu einem anderen Ort begibt, um einen Verbrecher zu jagen. Leider gehen dem Script dann zum Finale etwas die Ideen aus, wodurch die Begegnung Marianis mit seinem potentiellen Mörder etwas enttäuschend ausfällt.
Für den Herbst sei hiermit schon einmal eine Merli-Reihe angekündigt, dort dann mehr zu allen seinen Polizeifilmen.

WILD 7 (Eiichiro Hasumi, 2011)
Um dem Verbrechen auf den Straßen Japans Herr zu werden, wurde die geheime Einheit Wild 7, die sich aus verurteilten Straftätern zusammensetzt, ins Leben gerufen. Doch aufgrund ihres brutalen Vorgehens würde der Minister des Inneren die Einheit lieber auflösen. Als Terroristen den Staat mit einem Nervengift, das in einem Luftschiff über Tokyo kutschiert, erpresst, sind ihre Talente wieder gefragt. Beim Zugriff funkt ihnen dabei eine rachsüchtige Motorrad-Braut dazwischen. Und hinter der Erpressung steckt noch viel mehr, als es zuerst den Anschein hat…
Meine Fresse, war der doof! Da bringen die Japaner endlich mal einen schnittigen Action-Blockbuster zustande, der sich technisch keine Blöße gibt, aber dann muss die Story dermaßen haarsträubend sein, und die Dialoge sind dazu noch pathetisch und grenzdebil. Slightly entertaining, wenn man nicht vor Ende der 110 relativ rasanten Minuten an Gehirnkrebs erkrankt ist. Einen Minuspunkt gibt es für den zwar wuchtigen, aber generisch klingenden und damit eher langweiligen Score.
Nächste Woche wird wohl noch eine längere Rezension auf Badmovie.de folgen.

MARTYRS (Pascal Laugier, 2008)
Die 10-jährige Lucie wird alleine aufgelesen. Sie weist Anzeichen schwerer Misshandlungen auf, will aber nicht darüber reden. Im Heim freundet sie sich mit Anna an, über die die Psychologen versuchen, an sie heranzukommen, allerdings ohne Erfolg.
15 Jahre später glaubt Lucie, ihre Peiniger wiedergefunden zu haben und tickt vollkommen aus. Anna versucht, beruhigend auf sie einzuwirken, doch Lucie wird von den Geschehnissen von damals überrannt. Und während Lucie in ihrer Psychose versinkt, hat für Anna der Schrecken erst begonnen…
Schon bei der Erstsichtung konnte ich keine der typischen, extremen Positionen dem Film gegenüber einnehmen, die in ihm entweder ein Meisterwerk oder einen spekulativen, widerwärtigen Sicko sehen. Der Film hat sicherlich einige gut gesetzte Schocks und spektakuläre Wendungen, auch die Idee dahinter ist nicht ohne Reiz, gerade wenn er im letzten Drittel klinisch unterkühlt den Plot um den sektenähnlichen Kult durchzieht. Allerdings muss ich zugeben, dass mich das Geschehen schon viel früher eher kalt lässt, gerade weil man sich eben nicht mit eines der Mädchen identifizieren kann (was ja auch gewollt ist). Aber so vermag mich die auf Schocks und Twists ausgelegte Handlung nicht packen, so dass alles irgendwie einfach an mir vorbeizieht. Das offene Ende hingegen fand ich früher scheiße, jetzt rechne ich es zu den Pluspunkten des Films, genau wie den Willen, die Erwartungen des Zuschauers gezielt zu unterlaufen. Ich bin vielleicht auch ein undankbares Publikum für solch einen Film, keine Ahnung…

3 Kommentare zu „Dear Diary… on the watch 16.07.-05.08.18

Gib deinen ab

  1. gar nicht mitbekommen, dass es da einen film gab. erst kürzlich die komplette serie geglotzt, da die komplettbox gerade im angebot war. hatte damals im TV doch einiges verpasst, wie die großartige twin peaks folge. nach den paar beiden staffeln, die plotmäßig schon mächtig abbauten und überdurchschnittlich viele mäßige folgen enthielt, wars dann aber auch mal zeit für das ende…
    die dritte preacher straffel ist bisher zum glück besser als die zweite staffel.

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    1. Also ich fand die zweite Staffel von PREACHER großartig und die aktuelle schwächer. Und den PSYCH: THE MOVIE gibt es in DE gerade nur über einige Pay-TV Plattformen zu beziehen. Wundert mich auch, dass das so lange dauert, da die TV-Premiere in den USA schon im Dezember 2017 war. Aber wir hingen hier ja auch zwischenzeitlich mit der Serie fast 2 Jahre hinterher.

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