Dear diary… on the watch 30.06.-08.07.18

Ja, ist es denn zu glauben? Mit diesem Beitrag ist mein Filmtagebuch endlich mal wieder auf dem neuesten Stand. Allerdings werde ich mir mal Gedanken darüber machen, das ganze in Zukunft vielleicht etwas anders zu handhaben…

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SAN BABILA, 10 UHR NACHTS: EIN SINNLOSES VERBRECHEN (Carlo Lizzani, 1976)

Auf der Piazza San Babila in Mailand kollidieren des öfteren die Protestmärsche der linken Arbeiterbewegung mit gewaltbereiten Neofaschisten, zu denen auch die kleine Gruppe um Fabrizio zählt; dazu gehören noch der Arbeiter Miki, sowie die Schüler Alfredo und Franco. Letzterer ist noch neu in der Gang und muss sich beweisen. Doch das Muttersöhnchen tut sich schwer, die Erwartungen seiner Kumpels zu erfüllen. Bei einem spontanen Schäferstündchen mit dem Werbe-Model Lalla bekommt er keinen hoch, und als er schließlich eine Bombe in der Parteizentrale der Mailänder Kommunisten platzieren und anstecken soll, versagen ihm die Nerven und er lässt die Bombe zurück, ohne sie zu entzünden…

Dialoglastiges, aber dadurch auch sehr intensives Krimi-Drama, das ganz klar links-gefärbt Stellung zu den Geschehnissen in Mailand 1975 bezieht. Die vier Jungs haben alle recht unterschiedliche Beweggründe, sich dem Neofaschismus zuzuwenden; bei Franco ist es mehr ein Gruppenzwang und der Wille, sich von seiner Mutter zu emanzipieren, während die anderen schon mehr oder weniger Überzeugungstäter sind. Der Antrieb Fabrizio ist dabei sein Begehr nach Macht über seine Mitstreiter, Miki hat eine gewalttätige Ader, der er hier Luft lassen kann, und Alfredo sucht gerne mal den Nervenkitzel, um sein gut gestelltes, aber zerrüttetes Zuhause zu vergessen. In allen von ihnen hat sich Wut und Hass aufgestaut, ein Gefühl, das sie eint. Regisseur Carlo Lizzani porträtiert seine Protagonisten nicht eingehend, skizziert aber jeden für sich gut genug, damit man sie als ähnliche Menschen der eigenen Umgebung identifizieren kann. Und dass dies heute noch so mühelos gelingt, zeigt sehr schön auf, welche Aktualität dieser Film wieder besitzt. Leider. 7,5/10

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MARK OF THE ASTRO-ZOMBIES (Ted V. Mikels, 2004)

Während sich im Orbit böse Aliens einfinden, um die Erde zu übernehmen, ruft ein verrückter Wissenschaftler den Kopf des Dr. DeMarco, dem Schöpfer der Astro-Zombies wieder ins Leben. Fortan fallen die tumben Horrorgestalten wieder über die Menschen auf der Erde her, und der Kopf wird zum begehrten Objekt einiger zwielichtiger Gestalten, allen voran der fiesen Satana. In der Zwischenzeit wechseln die Aliens Menschen gegen Doppelgänger aus, und es treffen auch noch ihre intergalaktischen Widersacher ein. Mittendrin befindet sich eine Reporterin, die die Hintergründe aufdeckt und zusammen mit ihrem Freund von der CIA der Invasion ein Ende bereiten will…

Erwartungsgemäß war diese Direct-to-Video Produktion, die qualitativ mit ihrem Homemade-Look sogar noch hinter C-Grade Filmen rangiert, wirklich sehr, sehr schlecht. Die Story ist wirr, die Schauspieler sind eigentlich keine, der John-Carradine-Kopf schaut traurig drein, und auch der Auftritt von Tura Satana kann hier nichts retten. Der Funke will hier einfach nicht überspringen, da helfen auch die vielen, schlechten Gore-Szenen nichts, die, hingegen zu den zwei noch folgenden Filmen der Reihe, zwar noch auf CGI verzichten, aber nichtsdestotrotz vollkommen billig aussehen und immer wieder die selben Trick-Effekte aufbieten. Da würde ich mir sogar eher noch einmal den dritten Teil ansehen, der mit Mikels Referenzen an eigene Filme weit mehr Enthusiasmus, und damit wenigstens ein bisschen Spaß, zu verbreiten vermag. Schrott. 3/10

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VERHÄNGNISVOLLE FRACHT (Michael A. Hoey, Jon Hall & Arthur C. Pierce, 1966)

In der Arktis finden Forscher drei Pflanzen unter der Eisdecke, die dann zu weiteren Untersuchungen ausgeflogen werden. Doch irgendetwas läuft schief und das Flugzeug muss auf einer Navy Base notlanden. Der Pilot ist vollkommen paralysiert, und die Pflanzen stellen sich als Monster heraus, die die Belegschaft der Basis attackieren und sich auf der Insel einen Nistplatz einrichten…

Schnarchiger Sci-Fi-Trash, der gut 10 Jahre zu spät kommt, um auf der Welle um DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT, DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS oder GEFAHR AUS DEM ALL mitsurfen zu können. Die Monster-Attacken lassen einem beim ersten Mal schmunzeln und die deutsche Synchro ist schrecklich, was aber nicht sehr zur Erheiterung beizutragen vermag. Langweiliger Scheiß halt. 4,5/10

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ANDY WARHOL’S FRANKENSTEIN (Paul Morrisey & Antonio Magheriti, 1973)

Baron Frankenstein will mithilfe eines selbsterschaffenen Menschenpaares eine neue serbische Super-Rasse züchten. Als männliche Grundlage tötet er mit seinem Assistenten Otto ausgerechnet den homosexuellen Schäfer Sascha. Als die Baroness sich Saschas Kollegen Nicholas als Liebhaber ins Schloss holt, verkompliziert sich die Situation zusehends…

Kurzweiliger Mad Scientist-Film mit einigen unappetitlichen OP-Szenen, jeder Menge Sleaze und einem tollen Udo Kier. Der Film ist nicht so stilvoll und geistreich verspielt wie die nachgeschobene Dracula-Version des gleichen Teams, dafür um einiges flotter. 7/10

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THE HUMAN CENTIPEDE III – THE FINAL SEQUENCE (Tom Six, 2015)

Der sadistische Bill Boss leitet mit eiserner Hand ein Gefängnis in Texas. Der Besuch des Governors Hughes verläuft etwas unerfreulich für Bill, der nun nach einem Ausweg sucht, um nicht seinen Job zu verlieren. Sein arschkriecherischer Assistent Dwight hat die Idee, die Gefangenen, nach dem Vorbild seines Lieblingsfilms „The Human Centipede“, Arsch-zu-Mund zusammenzunähen, da man so die Kosten für das Gefängnis radikal senken könnte. Bill lässt den Regisseur Tom Six einfliegen, um sich für das Unterfangen zu beraten…

Genau wie im zweiten Teil befleißigt Tom Six hier eine ziemlich platte Meta-Ebene, allerdings nicht, um hieraus wieder in eine niederschmetternde Gewalt-Pararde zu inszenieren, sondern daraus eine auf Fähalhumor bauende Komödie zu zimmern, deren Ekel-Anteil natürlich gewohnt hoch ist. Das Niveau befindet sich dabei noch nicht einmal auf der Höhe von Uwe Bolls geschmacklosen POSTAL, dafür ist es erstaunlich, wie viele bekannte Gesichter Six vor die Kamera lotsen konnte. Neben Dieter Laser und Laurence Harvey, die beiden Hauptdarsteller der vorangegangenen Teile hauen auch dieses Mal richtig auf die Kacke, dürfen wir Robert LaSardo, Tiny Lister, Eric Roberts und Bree Olson begrüßen, was den Streifen tatsächlich ein wenig aufwertet. Ich bleibe trotzdem dabei, dass der erste Teil der einzig ansehbare der Reihe ist, auch wenn Fans mir da sicherlich widersprechen werden. 4/10

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WIR KOMMEN UND WERDEN EUCH FRESSEN (Tsui Hark, 1980)

Ein Agent, der einen Mörder verfolgt, und ein Dieb kommen in ein abgelegenes Dorf. Der dortige Machthaber, ein Deserteur, hält sich der Bevölkerung gewogen, in dem er, so oft es geht, Fleisch unter den Bewohnern verteilt. Und auf der Speisekarte stehen hier durchreisende Fremde…
Tsui Harks Splatter-Eastern ist ein makabrer Spaß, der seine Kämpfe mit dem gängigen Slapstick sowie einigen deftigen Gore-Einlagen garniert, bei denen aber meist nicht drauf gehalten, sondern meist nur angedeutet wird. Und so ist der Film auch nur halb so heftig, wie sein Ruf vermuten lässt. Wer seine Kung-Fu Filme etwas blutiger, aber nicht zu ernst mag, ist hier genau richtig. 7/10

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MALASTRANA (Aldo Lado, 1971)

Der amerikanische Journalist Gregory Moore wird scheinbar leblos in einem Prager Park gefunden. Doch tatsächlich befindet er sich nur in einer todesähnlichen Starre und sinniert darüber, wie er in diese Lage gekommen ist: Seine neueste Liebschaft, die Tschechin Mira Svoboda, verschwindet plötzlich und spurlos, alle ihre Sachen verbleiben in Gregorys Wohnung. Sehr zum Missfallen der örtlichen Behörden, macht er sich selber auf die Suche nach ihr, zuerst noch unterstützt von seinen Kollegen und Freunden Jessica und Jacques. Er bringt in Erfahrung, dass regelmäßig junge Frauen mit einer Vorliebe für Musik in der Metropole verschwinden, doch die Ermittlungen scheinen sich in eine Obsession zu verwandeln, sodass selbst seine Freunde ihm raten, die Sache fallen zu lassen…

Das Spielfilmdebüt von Regisseur Aldo Lado entpuppt sich mit zunehmender Spielzeit als sich langsam entwickelnder Alptraum, der in seiner Bildgestaltung und auch durch den Score von Altmeister Morricone ins Bewusstsein des Zuschauers schleicht. Jean Sorel darf in dieser Hauptrolle mal beweisen, dass mehr in ihm steckt als nur ein hübsches Gesicht mit hinterlistigen Ambitionen, wie es in seinen meisten anderen Gialli der Fall war. Barbara Bach darf einen als Mira nicht lange verzaubern, denn schließlich verschwindet sie schon recht schnell von der Bildfläche, doch sie ist in dieser kurzen Zeit einfach bezaubernd. Als Gregorys Freunde agieren die verlässlichen Ingrid Thulin und Mario Adorf, und zum Ende des Films schmettert noch Jürgen Drews an einer Brücke ein Lied vor Freiluft-Publikum. Ein toller Film von einnehmender Atmosphäre. 8/10

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DIE TIGERIN VON HONGKONG (Chun Sung, 1974)

Als ihre Schwester durch eine Üderdosis beinahe stirbt und den Verstand verliert, lässt Kao ihre weiblichen Reize für sich arbeiten und schleicht sich in die Drogenbande, die die Stadt mit ihrem Stoff überschwemmt, ein und mordet sich durch die Reihen der Hintermänner…

Flotter, brutaler Reißer aus den Shaw-Studios, der sein „Frau nimmt Rache“-Motiv recht reizvoll in Szene setzt. Kein Klassiker, aber macht schon Spaß. 7/10

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THE DOLL SQUAD (Ted V. Mikels, 1973)

Immer wenn die Kacke so richtig am Dampfen ist, ruft Senator Stockwell nach der super-duper Spezial-Agentin Sabrina und ihre Doll Squad. Doch das hat sich auch zu den feindlichen Agenten herumgesprochen, auf Sabrina und einige andere Mitglieder warten böse Schergen, die ihnen ans Leder (und nicht an die Wäsche) wollen. Für Sabrina riecht das nach einem Maulwurf im Büro des Senators, womit sie recht behalten soll. Als sie das Leck gestopft haben, machen sie sich auf, ihren neuen Widersacher zu stellen, der sich als alter Bekannter Sabrinas entpuppt…

Ja, wer hätte es denn gedacht? Teddy Mikels früher Frauen-Actioner der ganz billigen Sorte (er konnte sich noch nicht einmal eine echte Explosion leisten) ist tatsächlich gut goutierbarer Trash und nicht eine Sekunde langweilig. Er jagt seine Darstellerinnen (unter ihnen auch Tura Satana) durch die dünne Agentenfilm-Handlung, die allerdings komplett ohne einen Thriller- oder Krimi-Part auskommen muss, denn sie wird einzig durch Gevatter Zufall vorangetrieben. Nackte Tatsachen oder Gore darf man nicht erwarten, der Film kommt aus der PG-Grindhouse-Schule, erlaubt sich dabei jedoch einige eingestreute Brutalitäten. Für ’nen lustigen Abend mit Freunden ist der schon geeignet. 5,5/10

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LEATHERFACE – DIE NEUE DIMENSION (Jeff Burr, 1990)

Das kalifornische Paar Ryan und Michelle geraten an einer Tankstelle im ländlichen Texas mit einem Hinterwäldler aneinander. Der Cowboy Tex springt ihnen zur Seite, worauf der Streit eskaliert und sie fluchtartig den Ort verlassen. Nach Anbruch der Dunkelheit werden sie von einem Irren mit einer Kettensäge angegriffen und dann krachen sie mit dem Survivalist Benny zusammen, weswegen sie jetzt im Backwood festsitzen. Und sie müssen bald feststellen, dass sie sich hier im Jagdrevier der kannibalistischen Sawyer-Familie befinden…

Von dem kannte ich bisher nur die Rohschnittfassung, in der bei vielen Gegenschnitten kein Ton vorlag und viele Szenen noch ungetrimmt, also länger waren. Solch eine Fassung ist natürlich niemanden zum Genuss zu empfehlen, aber ich weiß noch, dass ich den Film schon damals nicht recht mochte. Die heutige Sichtung der Unrated-Fassung hat diesen Eindruck bestätigt, der Film ist eher einfallslos und kann der Geschichte keinerlei neue Seiten abringen. Mit dem begrenzten Setting und dem kleinen Cast merkt man ihm dazu noch jederzeit an, dass er ziemlich kostengünstig produziert wurde, obwohl Regisseur Burr optisch wohl noch das beste rausholt. Lustig ist natürlich, hier einen jungen Viggo Mortensen zu sehen, aber das hebt den Unterhaltungswert nicht beträchtlich. Zumindest ist der Film kurz und knackig, aber gut ist was anderes. 5/10

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TEXAS CHAINSAW MASSACRE – DIE RÜCKKEHR (Kim Henkel, 1994)

Die graue Maus Jenny hat mit ihren Freunden nach dem Abschlussball mitten in der Pampa eine Autopanne, oder eher gesagt, einen Unfall. Im nahe gelegenen Kaff bietet eine nette Frau namens Darla ihre Hilfe an, doch schnell müssen sie feststellen, dass sie die Teenager in die Arme von Psychopath Vilmer und seiner kannibalistischen Familie treibt, zu der auch der Frauen-Gesichter auftragende Leatherface zählt…

Uiuiuiui, was hat den lieben Kim Henkel denn da geritten? Gut, er dachte sich wohl, er macht aus der Not eine Tugend und stopft den Ultra-Low-Budget Film mit allerlei skurillen Ideen voll. Er konnte ja auch nicht ahnen, dass er mit den jungen Gesichtern von Matthew McConaughey, der als Vilmer vollkommen freidreht und wirklich eine Schau ist, und Renée Zellweger in der Hauptrolle als Jenny einen Besetzungscoup mit zwei zukünftigen Stars gelungen ist. Dem Film wurde dieser Coup dann ja auch tatsächlich zum Fluch, denn beide klagten später gegen die Produktionsfirma, um weitere Veröffentlichungen dieses zweifelsohne kuriosen, aber auch ziemlichen miesen Schunds zu verhindern. Im Endeffekt ist der Film nicht der Rede wert, an McConaughys Stelle würde ich es mit einem Schmunzeln nehmen, denn seine RomCom-Zeiten sind nun längst vorbei und derzeit sieht so ein Auftritt vielleicht ganz sympathisch in der Filmographie aus. Egal, schlechter Film, vertane Zeit. 3,5/10

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SHOWDOWN IN MANILA (Mark Dacascos, 2016)

Nick und Kumpel Charlie, die sich nach ihrer Zeit in einer Spezialeinheit der Polizei in Manila als Privatdetektive verdingt haben, treffen bei einem Auftrag auf den Top-Terroristen Aldric, was sich gut trifft, denn mit ihm haben sie noch eine Rechnung offen. Um mit dem Fiesling und seinem Handlanger Dorn abzurechnen trommeln sie eine handvoll alter Kampfgefährten zusammen…

Der russischer Ex-Bodybuilder Alexander Nevsky, der sich in zweiter Karriere gerne als Actionheld inszeniert, hätte hier wohl gerne eine B-Variante der erfolgreichen Expendables-Filme abgeliefert, doch mit seinem aus gängigen Klischees zusammengezimmerten Drehbuch und unter der Regie von Kampfsportass Mark Dacascos entwickelt sich die Altstar-Parade zusehends zu einer uninspirierten Baller-Orgie. Debütant Dacascos, der auch kurz mal selbst vor die Kamera tritt, nur um Sekunden später zu sterben, darf sich nicht alleine das Scheitern der Bemühungen auf die Fahne schreiben, denn mit dem talentbefreiten Nevsky und einem gelangweilten Casper Van Dien in den Hauptrollen lockt man keinen Hund vorm Ofen vor, auch technisch erweist sich der Film als gerade einmal zweitklassig. Zudem verheizt man die engagierten Altstars, mit Namen Olivier Gruner, Cynthia Rothrock, Don Wilson und Tia Carrere, in einem langen, unspektakulären Finale, das schlecht geschnitten und wackelig gefilmt, sich auch nicht einmal ansatzweise die Mühe macht, die Stärken der altgedienten Recken auszuspielen und ins rechte Licht zu rücken. Selbst Cary Hiroyuki-Tagawa und Matthias Hues als Baddies vermögen hier nichts zu reißen. Ein Rohrkrepierer, der in seiner eigenen Belanglosigkeit versinkt und damit dem Gros des 90er-Outputs seiner Altstars folgt, und leider nicht ihrer Highlights. 3,5/10

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CONVOY BUSTERS (Stelvio Massi, 1978)

Kommissar Olmi ist ein heißblütiger Vertreter des Gesetzes, und weil die Gangster oftmals durch Löcher der Gesetzgebung schlüpfen und sich so der Strafverfolgungen entziehen, greift er auch schon mal zur groben Kelle, weswegen er gerade der Justiz ein Dorn im Auge ist. Sein Vorgesetzter überträgt ihm deshalb die Leitung der Mordkommission in einem kleinen Küstenort, was Olmi aber mehr als recht ist, denn hier soll der große Boss residieren und über den Wasserweg sein Heroin empfangen…

Handfester Polizeifilm der Kumpels Stelvio Massi und Maurizio Merli. Letzterer darf hier wieder einmal den harten Bullen raushängen lassen (und nebenbei mit Olga Karlatos anbandeln), während der hauptberufliche Kameramann Massi zusieht, das ganze schwungvoll zu inszenieren. Als Poliziesco-Fan ist das ganze ein großer Spaß, auch wenn die Filme des Gespanns allesamt nicht zur Oberliga des Subgenres zählen. Man muss sie einfach mögen. 6,5/10

STADT IN PANIK (Guiseppe Rosati, 1978)

Als eines Nachts 12 Verbrecher, unter ihnen der skrupellose Gangsterboss Lettieri, aus dem Gefängnis entfliehen, um danach ein Blutbad unter denen anzurichten, die sie für ihre Verurteilung verantwortlich machen, sieht sich der Polizeipräsident veranlasst, den eigentlich noch wegen übermäßiger Gewaltanwendung suspendierten Kommissar Murri auf die Ausbrecher anzusetzen. Ihm wird dazu eine Task Force unterstellt, die zuerst immer dann zum Einsatz kommt, wenn einige der Gesuchten ihrem Tagewerk aus Mord und Raub nachgehen. Da sie dem Drahtzieher Lettieri dadurch nicht auf die Schliche kommen, verfolgen sie einen neuen Ansatz. Unter den 12 Männern war auch Giacomo Massoni, der wegen der Sterbehilfe an seiner totkranken Frau einsaß und nur wenige Monate nach dem Ausbruch sowieso freigekommen wäre. Murri nimmt Kontakt zu seiner jungen Nichte Laura auf, die im Rotlichtmilieu arbeitet. Dabei entspinnen sich zwischen dem rauhbeinigen Polizisten und der zerbrechlich wirkenden Prostituierten zärtliche Bande. Doch dadurch gerät Murri selbst auf die Abschussliste der Bande…

Guiseppe Rosatis Poliziesco zählt sicherlich zu Maurizio Merlis härtesten Filmen, der Reißer ist durchzogen mit zahlreichen Verfolgungsjagden, blutigen Schießereien und kaltblütigen Hinrichtungen, für Fans ein wahres Freudenfest. Die Geschichte selbst kann nicht so wirklich überzeugen, obwohl Merlis Murri hier mal nicht, wie so oft, einfach nur der Blutspur der Gejagten hinterher stolpert, um sie schlussendlich zur Strecke zu bringen, sondern selbst richtiger Ermittlungsarbeit nachgehen muss. Zum einen betreibt der Film teils üble Schwarz-Weiß-Malerei, was sich vor allem in einer sehr flachen Zeichnung des Charakters Murri niederschlägt und auch die Bösen als einfache Pappkameraden darstellt, die nur dazu da sind, vom Commissario abgeballert zu werden. Zum anderen bremst die unglaubwürdige Liebesgeschichte das ansonsten hohe Erzähltempo zu sehr aus, es kommt an dieser Stelle fast zu einem Bruch in der Geschichte. 6,5/10
Die technische Seite der Blu-ray ist dafür mal wieder beispielhaft, der Film sieht sehr gut aus, auch wenn die Farben etwas bleich erscheinen. Die deutsche Synchro ist leider sehr wechselhaft, gerade Merlis Synchronsprecher, er hatte ja jeden Film einen neuen, darf sich zu den schlechteren gesellen. Das macht aber nichts, denn es befinden sich auch der italienische Original-Ton wie auch die gelungenere englische Synchronfassung mit auf der Blu-ray. Für Poliziesco-Fans kann ich hier nur eine Empfehlung aussprechen!

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18 KÄMPFER AUS BRONZE (Joseph Kuo, 1976)

Um irgendwann den Mord an seinem Vater rächen zu können, wird Shao Lung von seiner Mutter in ein Shaolin Kloster geschickt, um dort Meister der Kampfkünste zu werden. Zu einem jungen Mann herangewachsen brennt er darauf, die Prüfung der 18 Bronzemänner zu absolvieren, doch er und Bruder Wan scheitern im ersten Anlauf. Während ihres weiteren Studiums freunden die beiden sich an und meistern die Prüfung, da sie sich jetzt gegenseitig unterstützen. Auf dem Weg, um den Mörder von Shaos Vater gegenüberzutreten, gesellt sich auch die Meisterkämpferin Miss Hu zu den beiden Freunden…

Klassischer Eastern, der mit seinem Kniff der Bronzemänner, die in einem Prüfungslabyrinth warten, optisch ordentlich was hermacht. Aber auch die Kampf-Choreographien können sich sehen lassen und zeigen unsere drei Helden – Tien Peng, Carter Wong und Polly Shang-Guan Ling-Feng – von ihrer besten Seite. Etwas schade ist, dass der Schlusskampf, der mal wieder auf irgendeiner Lichtung im Wald stattfindet, da nicht wirklich mithalten kann. 7,5/10

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HIGHWAY RACER (Stelvio Massi, 1977)

Polizeifahrer Marco bringt seinen Partner mit seiner riskanten Fahrweise des öfteren an den Rand eines Herzinfarkts, aber vor allem das Fahrzeug der beiden muss leiden, da Marco gerne übertreibt und sich dabei gerne auch mal überschätzt. Seine Ambitionen treiben auch den Chef der Einheit in den Wahnsinn, denn Marco geht sogar so weit, das Dienstauto auf eigene Faust zu tunen. Im nächsten Einsatz will er die Umbauten dann auch unbedingt vorführen und nimmt bei einem Banküberfall eigenmächtig die Verfolgung eines flüchtigen Fahrzeugs auf. Doch gegen den genialen Fluchtwagenfahrer der Gangster hat er keine Chance. Dieser ist kein geringerer als der legendäre Il Nizzardo, die frühere Nemesis seines Vorgesetzten, der selbst einmal ein echtes Fahrer-Ass war. Als Il Nizzardo zu einem Verhör vorgeladen wird und seinen ehemaligen Rivalen verhöhnt, bekommt Marco seine große Chance: er wird einer speziellen Fahrausbildung unterzogen und in die Reihen der Gangster eingeschleust…

In diesem weiteren, actiongeladenen Polizeifilm darf Maurizio Merli, dieses Mal ganz ohne Pornobalken, sein gepflegtes Image als harter, aber gerechter Kommissar ruhen lassen und sich als überheblicher Möchtegern-Rennfahrer aufführen wie ein trotziger Teenager. Und so darf er hier am laufenden Meter gegen alle wettern, die ihm und seiner großen Begabung seiner Meinung nach im Wege stehen, wie sein Partner, sein Boss und sogar seine Freundin, die er gleich zu Beginn glatt mal abserviert. Damit fährt Stelvio Massi den Film immer knapp am Rande einer Komödie entlang, denn viele Szenen mit Merli gebärden sich durchaus komisch, und das auch gewollt. Ansonsten dominieren natürlich Szenen, in denen der genauso mutige wie starrköpfige Polizist sein Auto zur Schrottplatzreife und seine Kollegen in Rage bringt. Dieser erste Film der beiden, den noch fünf weitere folgten, ist vielleicht nicht der beste des Gespanns (und seien wir ehrlich, so richtig gut waren sie nie), aber bestimmt der rasanteste und stimmungsvollste. 6,5/10

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