Obscure shit No 4… on Amazon Prime: ASTRO-ZOMBIES, Teile 3+4

Es ist wieder Spaß am Sonntag angesagt, und da ich euch letzte Woche Ted V. Mikels unsäglichen Home Video Trash-Heuler MARK OF THE ASTRO-ZOMBIES vorgestellt habe, will ich euch die beiden weiteren Fortsetzungen ASTRO-ZOMBIES: M3 – CLONED und ASTRO ZOMBIES: M4 – INVADERS FROM CYBERSPACE nicht vorenthalten, die beide im Rahmen von Amazon Prime sogar kostenlos für jedes Mitglied abrufbar sind (bei Interesse, Link anklicken, dort geht es zu den Filmen auf Amazon Prime). Ihr müsst für den Genuss der Filme hingegen zu MARK… also nicht einige euer wertvollen Prime Gutscheine opfern oder einen Tag auf etwas warmes zum Essen verzichten.

A3.4

Da ich mich über Herrn Mikels & sein Werk und auch seinem 68er Sci-Fi-Trash ASTRO-ZOMBIES schon letzte Woche ausgelassen habe, komme ich dieses Mal gleich zu den beiden Filmen. ASTRO-ZOMBIES: M3 – CLONED von 2010 beginnt zu erst einmal damit, die Geschehnisse aus ASTRO-ZOMBIES (1968) und MARK OF THE ASTRO-ZOMBIES (2002) zu rekapitulieren. Warum? Keine Ahnung, ums Zeitschinden kann es nicht gehen, denn dieser dritte, soviel mal vorweg ist mit seinen geradezu ausufernd langen 105 Minuten der mit Abstand längste Teil der Saga. Vielleicht wollte der Meister unwissend an diesen Film herangehende Neulinge auf das vorbereiten, was nun folgen sollte.

A3.7

Die Wissenschaftlerin Dr. Stefanie DeMarco, ihres Zeichens Enkelin des Erfinders der Astro-Zombies, ist es gelungen aus den Überresten eines dieser Kreaturen weitere zu klonen, was finstere Mächte wie einen Drogenhändler, feindliche Agenten und den schon aus dem zweiten Teil bekannten Kopf ihres toten Großvaters auf den Plan ruft. Und die sind gar nicht mal so sehr auf die totbringenden Geschöpfe scharf, sondern die Klon-Formel, durch die sie wieder ins Leben gebracht wurden. Ihr Mann, ein Regierungsagent, ist keine große Hilfe, also muss der US-Präsident die Doll Squad, eine Elite-Einheit weiblicher Topagenten, rufen, um das Böse aus der Welt zu tilgen…

A3.8

Auch wenn der Film zu lang wie sein Look sehr billig ist, die Effekte wie auch Darsteller erschreckend schwach sind, und das ganze von vorne bis hinten kaum Sinn ergibt, muss man dem Film attestieren, das beste der Sequels zu sein. Mikels bemüht sich hier eines selbstreferenzierenden Humors, den gerade Kenner seiner Werke durchaus amüsieren dürfte; so entspringt die Doll Squad natürlich dem gleichnamigen Trashfilm Mikels‘, der aus dem Jahre 1973 datiert und auf den ich später noch zu sprechen kommen werde. Meister Mikels gelang es hierbei, mit Francine York, die zum Zeitpunkt des Drehs auch schon 73 Lenze zählte, den Star dieses früheren Machwerks noch einmal vor die Kamera zu bemühen. Auch Tura Satana, die schon im Vorgänger MARK OF THE ASTRO-ZOMBIES eine gewichtigere Rolle spielte sowie im 73er THE DOLL SQUAD mitwirkte, schaut hier mal kurz vorbei. Selbst abseits der eingestreuten Insider-Gags vermag es der Streifen, dem geneigten Trash-Fan das ein oder andere Grienen zu entlocken, verfügt sogar über ein wirklich witzigen Schluss-Gag.

A3.12

Das hört sich jetzt wahrscheinlich besser an, als es sich in Wirklichkeit gestaltet, denn der Film ist immer noch zu lang, durchsetzt mit allerlei amateurhaften und auf die Dauer nervigen Füllszenen; sprich, der Film ist scheiße, allerdings nicht so scheiße wie MARK… vor und ASTRO ZOMBIES: M4 nach ihm, aber an das selber nicht so wirklich amüsante Original oder gar bessere Mikels-Streifen wie THE DOLL SQUAD kommt er beileibe nicht heran. Es ist und bleibt ein Film für Hardcore-Trashfans mit Faible für Amateur-Produktionen, alle anderen sollten einen weiten Bogen um diesen Film machen, gegen den selbst SHARKNADO gut aussieht. In der OFDB haben bis jetzt 4 Leute (meinereiner inklusive) ihre Wertung für den Film abgegeben, er kommt dabei auf 3,75/10 Punkten, auf der IMDb kommt er sogar auf 4,5/10 bei 69 Stimmen. Verglichen mit den anderen beiden Sequels spiegelt es sich, zumindest in der Online Film-Datenbank, damit durchaus wieder, dass wir es hier mit dem gelungensten der drei zu tun haben.

A41

ASTRO ZOMBIES: M4 – INVADERS FROM CYBERSPACE folgte recht zügig auf seinen Vorgänger und erblickte bereits 2012 das Licht der Welt. Ted Mikels war damals schon 82 Jahre alt, blieb aber bis zu seinem Tod am 16. Oktober 2016 als Filmemacher aktiv, inszenierte noch zwei weitere, ähem, Filme (von denen einer, PARANORMAL EXTREMES: MESSAGES FROM THE DEAD von 2015, sogar auch auf Amazon Prime zu sehen ist, gmpf). Die Jahre nach der Jahrtausendwende scheinen wie ein zweiter Frühling für den alten Haudegen gewesen zu sein, denn er fabrizierte hier fast genauso viel Müll wie in den 60er- und 70er-Jahren, nämlich 9 seiner insgesamt 26 Regie-Arbeiten. Aber zum Film:

A410

Die Astro Zombies starten einen neuen Anlauf, die Erde zu erobern und nehmen dazu digitale Form an, um sich mittels eines fiesen Computer-Virus über das Internet breit zu machen. Und so tauchen plötzlich auf der ganzen Welt die mörderischen Gesellen auf, um die Wahrzeichen der Menschheit zu zerstören. Überall, wo ein Computer mit Internetzugang steht, sind die Astro Zombies nicht weit. Sie lassen mittels aus ihren Augen schießenden Laser Gebäude explodieren und Menschen zerplatzen, die Regierungen der Welt stehen dem machtlos gegenüber. Doch dann hat die findige Frau eines heldenhaften Agenten einen Geistesblitz und findet ein Mittel gegen die außerirdische Bedrohung…

A421

Es ist schwer zu sagen, ob nun die erste direkte Fortsetzung MARK OF THE ASTRO-ZOMBIES oder dieser letzte Teil der schlechteste in der Reihe der Astro-Zombie-Schrottfilme ist. Allerdings gab man sich bei MARK… wenigstens noch die Mühe, so etwas wie eine Geschichte zu erzählen, und das kommt diesem, wenn man es denn so nennen will, Film gar nicht wirklich in den Sinn. 80 % des Anderthalbstünders werden durch Füllszenen bestritten; Menschen, die kreischend durch die Gegend laufen, um dann vom immer wieder selben Computer-Effekt als blutige Fontäne in der Gegend verteilt oder ihres Fleisches beraubt zum Skelett zu werden. Mikels scheint hier immens auf die Hilfe von nicht nur Freunden und alten Weggefährten, von letzteren gab es wohl nicht mehr allzu viele, sondern auch Fans aus aller Welt (und deren Freunde und Familien) zurückgegriffen zu haben, denn nur so ist zu erklären, dass es 1. Szenen aus u.a. Deutschland, China und Spanien zu bestaunen gibt, und 2. der Film, wie schon erwähnt, aus einem Großteil von Füllszenen besteht, die amateurhaft gefilmt einfach nur verschiedene Leute zeigen, die schreiend durch die Gegend rennen und darauf manchmal dahin gemeuchelt werden.

A47

Machte der dritte Teil noch Mut, dass bei Ted Mikels nicht endgültig Hopfen und Malz verloren wären, belehrt uns INVADERS FROM CYBERSPACE eines besseren; Mikels ist und bleibt ein Stümper, dem es zwar nicht an Enthusiasmus fehlte, aber doch am nötigen Talent, dieses adäquat in seinen Werken wiederzuspiegeln. Der Film war für die Leute, die an seiner Entstehung mitgewirkt haben, gewiss ein großer Spaß, als Zuschauer ist er eine Tortur, nur wer schon schlechteres aus dem Amateur-Bereich, wie die frühen Werke einiger deutscher Möchtegern-Regisseure, durchgestanden hat, kann das hier mit einem geschmunzelten Gähnen zu quittieren anstatt schon nach einigen Minuten entnervt die Sichtung abzubrechen. Die Wertungen sind nach dem stellenweise recht witzigen dritten Teil auch wieder ein stückweit nach unten gegangen, allerdings schneidet der Film immer noch besser ab als MARK…, was insgesamt aber nicht wirklich fair scheint. Auf der OFDB sahnt der Film ganze 3,00/10 Punkten bei 4 Stimmen ab, auf der IMDb übertrifft er sogar seinen direkten Vorgänger und kommt bei 79 Stimmen auf 4,6/10. Allerdings dürften hier auch einige Leute mit abgestimmt haben, die an der Enstehung des Films beteiligt waren, was bei einer bisher so geringen Teilnahme an der Abstimmung das Ergebnis bestimmt verwässert.

Screenshot 2018-07-08 19.49.16

Und wie schon erwähnt, präsentiert der Service Amazon Prime sogar noch weitere Mikels-Filme, von denen ich mir in der letzten Zeit noch THE DOLL SQUAD (1973) genehmigt habe, der mir sogar einigermaßen gut gemundet hat. In diesem Machwerk geht es um eine Gruppe hübscher Agentinnen, die von einem Senator gerufen werden, wenn die Kacke richtig am Dampfen ist. Natürlich ist der Film billig produziert, das Budget reichte noch nicht einmal für eine einzige richtige Explosion, doch er ist flott inszeniert, und den Damen wurden einige nette Oneliner in den Mund gelegt, während sie, und speziell die bereits erwähnte Francine York, sehr sympathisch rüberkommen, nicht nur wegen ihrer, äh, Vorzüge.

Screenshot 2018-07-08 19.49.56

Mikels war damals sogar so etwas wie ein Vorreiter, was einen komplett weiblichen Heldencast in dem damals noch in den Kinderschuhen steckenden Genre des Actionfilms angeht, denn so etwas gab es vergleichbar nur im Subgenre des Blaxploitation, wo es allerdings auch nur ein toughes Mädel gab und nicht gleich eine ganze Squad. Es wird sogar gemunkelt, dass der Film Vorbild für die sehr erfolgreiche TV-Serie DREI ENGEL FÜR CHARLIE war, die von 1976-81 lief, und Farrah Fawcett zum Star machte. Weit hergeholt, aber nicht unmöglich, schließlich waren das die 70er. THE DOLL SQUAD jedenfalls gibt es bei Amazon Prime in seiner englischen Original-Sprachfassung (nur so und nicht anders), und das noch vollkommen für ömme. Und der bietet sich tatsächlich für eine Sichtung bei der nächsten trash-gestählten und bierseligen Männer-Runde an. Zur Komplettierung: Auf der OFDB steht THE DOLL SQUAD (deutscher Titel: DAS KOMMANDO DER FRAUEN, erhältlich über cmv Laservision und XCess Entertainment) bei respektablen 5,76/10 bei 66 Stimmen, auf der IMDb unverständlicherweise jedoch nur bei 3,8/10 bei 607 Stimmen. Die Welt ist ungerecht, aber wem erzähl‘ ich das?
Ich könnte aufgrund der Tatsache, dass noch mehr als ein halbes Dutzend auf Amazon Prime verfügbar sind, die nächsten Wochen hier nur mit Ted V. Mikels bestreiten, ohne dass es langweilig würde, doch nächstes Mal gibt es wieder etwas anderes, vielleicht sogar von VHS. Schönen Sonntag noch!

https://thehomeofhorn.wordpress.com/2018/06/17/obscure-shit-no-1-on-amazon-prime-blood-thirst-1971-the-thirsty-dead-1974/

https://thehomeofhorn.wordpress.com/2018/06/24/obscure-shit-no-2-on-vhs-flotter-italo-dreier/

https://thehomeofhorn.wordpress.com/2018/07/01/obscure-shit-no-3-on-amazon-prime-mark-of-the-astro-zombies/

Bonus-Galerie:

A3.5

A3.6

A3.10

A3.9

A49

A413

A418

A44

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Kais geheime Tagebücher

Filme, Bücher, Tatorts die man vielleicht nicht kennt

Mothersdirt

Nachrichten - hart aber ehrlich

Corlys Lesewelt

Lesen genießen ...

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

GREIFENKLAUE - BLOG

Rollenspiel ^ Fanzines ^ Podcast ^ RPG-Szene ^RPG-News ^LARP ^ Tabletops ^ Dungeons ^Maps ^Minis

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.

Parkwelten

Freizeitparks, Kirmes & Co.

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

filmlichtung

There are no rules in filmmaking. Only sins. And the cardinal sin is dullness. (Frank Capra)

%d Bloggern gefällt das: