Dear diary… on the watch 26.05.-07.06.18

Ja, ich gebe es zu, ich komme derzeit mit meinem Filmtagebuch kaum mehr hinterher. Aber irgendwo muss man ja anfangen, weitermachen, um irgendwas, irgendwann zu vollenden…

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SIN REAPER (Sebastian Bartolitius, 2012)

Samantha leidet an Alpträumen, die sie scheinbar immer wieder in ein Kloster nach Wallenhausen in Deutschland, zu einer Nonne namens Marie, die ihr Ebenbild zu sein scheint, führen. Ihr Psychiater Dr. Hoffman schickt sie dorthin, um diesen Träumen auf den Grund zu gehen. In Deutschland trifft sie auf Sasha, der glatt mit ihr in das Kloster einbricht, was aber seinem Kumpel Matthew nicht passt, der ihnen mit einigen Freunden folgt, da ihnen deucht, dass sie Dummheiten vorhaben. Und so stolpern die Twens durch das nächtliche Kloster, nichts ahnend, das auch ein unheimlicher Mörder in Mönchskutte den Ort mit seinem Kreuz-Dolch unsicher macht…

Ein Altstar, in diesem Fall Lance Henriksen als Psychiater, macht noch keinen guten Film, und so macht auch dieser deutsche Slasher eigentlich alles falsch, was man falsch machen kann; die Optik ist bieder, die Kills schlecht ausgeleuchtet, und die Dialoge, die die zumeist eher schlechten Mimen aufsagen dürfen, klingen gestelzt. Und so schleppt sich der spannungs- und größtenteils auch sehr blutarme Film über nicht enden wollende anderthalb Stunden. Und angesichts des eigentlich coolen Killers in seiner unheimlichen Mönchskutte und dem geil designten Messer ist das schon beschämend. 3,5/10

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VITAL (Shin’ya Tsukamoto, 2004)

Medizinstudent Hiroshi erwacht nach einem schweren Autounfall ohne Erinnerung. Seine Freundin ist dabei gestorben, doch in ihm regen sich weder Trauer noch Wut, er scheint leer. Um seinen Leben wieder Form und Sinn zu geben, setzt er sein Studium fort. Es steht gerade das Kapitel Pathologie an, und er muss feststellen, dass da vor ihm auf dem Tisch seine tote Freundin liegt, die ihren Körper zu Studienzwecken zur Verfügung gestellt hat. Er macht sich an sein Studium ihres toten Körpers, fertigt abends Zeichnungen davon an. Mit der Zeit beginnt er, mit der Toten ins Zwiegespräch zu treten, die Vergangenheit Revue passieren zu lassen, wie auch über die Zukunft zu sinnieren…

In seinem experinentellen, teils in seiner Morbidität verstörendem Drama befasst sich Tsukamoto mit der Leere Hiroshis nach einem traumatischen Erlebnis, dem Verlust eines geliebten Menschen. Er zeigt Schritt für Schritt auf, dass die Beschäftigung mit der Vergangenheit, den schönen Dingen, die man mit dem Verstorbenen geteilt hat, auch Mut geben können, positiv in die Zukunft zu schauen. 7,5/10

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LADY FRANKENSTEIN (Mel Welles, 1971)

Tania Frankenstein kehrt als frischgebackene Fachärztin zurück auf das Schloss ihres Vaters Dr. Frankenstein, der gerade vor seinem größten Triumph steht, nämlich die Verpflanzung des Hirns und des Herzens eines erhängten Mörders in einen aus Leichenteilen zusammengesetzten Körper. Das Experiment gelingt, doch das so erschaffene Monstrum erweist sich als recht garstig und tötet seinen Schöpfer. Die junge Lady würde das ganze nur zu gerne unter den Teppich kehren, doch das Geschöpf rennt Amok und hat es besonders auf die Helfershelfer des Doktors abgesehen, was den Dorfpolizisten Harris auf den Plan ruft. Doch während das Monster weiter wütet, würde Tania das Experiment ihres Vaters gerne wiederholen, jedoch mit einem intakten Körper und einem intelligenten, feinsinnigen Gehirn. Letzteres soll der sie anhimmelnde Dr. Marshall, der Assistent ihres Vaters, beisteuern und als Körper fast sie den jungen und attraktiven, aber etwas zurückgebliebenen Thomas ins Auge…

Ich habe den lange indizierten Italo-Horror vor einiger Zeit schon einmal im TV gesehen und ihn damals für „ganz nett“ befunden. Daran hat sich auch nach erneuter Sichtung, diesmal in der restaurierten HD-Fassung, eigentlich nichts geändert. Das Ambiente sieht gut aus, man sieht, dass man viel Arbeit in die Sets gesteckt hat, der Cast, allen voran Rosalba Neri, kann sich sehen lassen, aber leider kommt die Geschichte nie wirklich in Schwung, sondern hängt gerne mal durch. Wer nur sein Auge an der schönen bis mitunter aber auch lustig-billigen weiden und nur einmal sehen will, wie der Neri einer abgeht, wenn der schöne Marino Mase beim Liebesspiel mit ihr erdrosselt wird, der ist hier schon richtig. Aber ein vergessener Klassiker ist der Film nun beileibe nicht.

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OSTZONE (Renè Rausch, 2016)

Das Pärchen Marius und Linda besichtigt in Ostdeutschland ein ehemaliges Klinikum, im Schlepptau ihre Freundin Marie. Der heruntergekommenen Komplex scheint ein echtes Schnäppchen zu sein und so sind sich die beiden mit der Maklerin schnell handelseinig. Marie lernt den ansässigen Jan kennen, der ihr unheimliche Geschichten über das Gemäuer aus den Zeiten der Stasi erzählt. Außerdem schleicht noch der scheinbar etwas hängengebliebene Hausmeister durch die Flure des Krankenhauses. Doch er fällt als erstes einer unheimlichen, in ein Patientenoverall gekleideten, jungen Frau zum Opfer…

Zuerst finde ich es grundsätzlich immer gut, wenn ein Film seine Geschichte nicht überstrapaziert, und OSTZONE strapaziert mit knapp einer Stunde Laufzeit seine eigene nicht über Gebühr. Allerdings gibt er sich auch keine wirklich Mühe, das ganze wirklich aufregend zu gestalten, und rattert die Handlung recht emotionslos herunter. Das Highlight sind hierbei kurze Flashbacks zur Vergangenheit des Ortes, die zwischenzeitlich etwas gruselige Atmosphäre verbreitet. Schauspielerisch fallen die Darsteller des Pärchens gegenüber der von Freundin Marie, die sich als Final Girl herauskristallisiert, etwas ab, die Performance der beiden ist etwas sehr hölzern, ihren Dialoge fehlt es an Schwung. Ansonsten bietet der Film nicht viel, um einen bei der Stange zu halten; die Innenaufnahmen in der Klinik sehen vielleicht für 5 Minuten ganz nett aus, doch das eher als Ruine zu bezeichnende Gebäude sieht irgendwie in jedem Zimmer gleich aus. Auch als Slasher macht der Film nicht viel her und so können auch die Morde kaum überzeugen. Es ist aber nicht der schlechteste deutsche Horrorfilm, den ich in den letzten Tagen gesehen habe. 3,5/10

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FRANKENSTEIN 70 – DAS UNGEHEUER MIT DER FEUERKLAUE (Ian Curteis, 1966)

Professor Steiner hat einen Apparat entwickelt, der durch Laserbeschuss Materie in ihre Bestandteile auflöst, sie an einen anderen Ort transportiert und dort wieder zusammensetzt, sprich, einen Teleporter erfunden. Doch das Komitee, das über die Finanzierung des Projektes entscheidet, ist unterwandert worden, dem Prof sollen die Mittel gestrichen werden, da die Fortschritte angeblich zu langsam und unbeeindruckend seien. Verzweifelt unternimmt er einen Selbstversuch, bei dem einiges schief läuft und ihn in ein entstelltes Monster verwandelt, dass Menschen per Stromstoß aus seiner Hand töten kann…

Wir haben es hier also, statt eines Wissenschaftlers mit Schöpfer-Komplex, wie der deutsche Titel suggeriert, mit einem Wissenschaftler im Selbstversuch zu tun, wie es vorher schon Filme wie DER UNSICHTBARE, DER 4-D MANN und vor allem DIE FLIEGE durchexerziert haben. Und FRANKENSTEIN 70 ist im Endeffekt auch nicht mehr als ein eher müder Abklatsch dieser meist besseren Filme, und daher nur für Trashfans und Allesseher interessant. 4,5/10

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BUNKER OF THE DEAD (Matthias Olof Eich, 2015)

Die Freunde Markus und Thomas wollen Nazigold findet, dass im verlassenen Bunker unter einem US-Militärstützpunkt versteckt ist. Dabei macht sich nur Markus auf den Weg ins Sperrgebiet, wird aber von Thomas, der das ganze über eine Helmkamera mitverfolgt, geleitet. Er gelangt ohne Probleme auf das Gelände, wird aber von einer patroullierenden Soldatin angeschossen. Ihm gelingt es trotzdem, in den Bunker zu kommen, wird dort aber von einem Suchtrupp GIs gestellt. Doch dann werden Trupp und Gefangener von Nazi-Zombies, die hier unten die Jahrzehnte übedauert haben, angegriffen, die Soldaten bis auf Markus und Debby, eben jene Soldatin, die ihn angeschossen hat, aufgerieben. Für die beiden beginnt ein Kampf ums Überleben…

Nazi-Zombies, wie originell. Okay, das eigentlich Gimmick des Films ist zum einen die First Person Perspektive und zum anderen seine Darstellung in 3D, wobei ich an letzteren nicht partizipieren konnte, da mir der Film nur als DVD vorlag. Ich konnte aber erkennen, dass der erste auffällige 3D-Effekt, wohl ein Pisse-Strahl war, der vom Wegesrand auf Markus niederrieselte; ich scheine da nicht viel verpasst zu haben. Die Story um Nazi-Zombies, deren Maske außerdem nicht wirklich gut aussehen, ist ausgelutscht, und auch die gewöhnungsbedürftige Ego-Perspektive langweilt schon nach wenigen Minuten, aber hingegen zu vielen anderen deutschen Genre-Produktionen dieser Preisklasse ist das ein erkennbarer Film, mit Protagonisten, wechselnden Settings (auch wenn es hier auch eine Menge Wald zu sehen gibt), einem Anfang, einer Mitte und einem Ende (inklusive abgefeimten Schluss-Gag bzw. Bad Ending). Was mir noch aufgefallen ist, dass die Dialoge in diesem von vornherein nachsynchronisierten Zombie-Trash einen guten Fluss haben, im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Produktionen nicht gestelzt, auswendig gelernt und vorgetragen klingen. Okay, die reden zwar nur Scheiße, aber das steht auf einem anderen Blatt. Insgesamt also etwas, dass man tatsächlich Genre-Film nennen mag, zwar ein schlechter, aber immerhin. 4,5/10

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THE HUMAN CENTIPEDE 2 – FULL SEQUENCE (Tom Six, 2012)

Der Nachtwächter Martin ist ein großer Fan des Films „The Human Centipede“, den er sich immer wieder anschaut. Ansonsten ist der immer noch bei seiner Mutter lebende, untersetzte Mann sehr unzufrieden mit seinem Leben. Also reift in ihm der Entschluss, seinem Vorbild Dr. Heiter aus dem Film nachzueifern. Er beginnt damit, in dem Parkhaus, in dem er arbeitet junge Frauen zu entführen, wobei er mit ihren Begleitungen kurzen Prozess macht. Er verschleppt sie in seine Lagerhalle, wo er seinen eigenen menschlichen Tausendfüßler erschaffen will. Der Coup soll die Entführung der Schauspielerin Ashlynn Yennie aus dem Originalfilm sein…

Nach seinem eklig-erheiternden Erstling geht Tom Six hier in die Vollen und fährt alles auf, was ihm an skandalträchtigen Schock-Momenten einfiel. Das reicht vom scheinbar wahllosen Morden Martins an seinem Arbeitsplatz, den brutalen Mord an seiner Mutter bis hin zu den unausweichlichem aus immerhin 12 Personen bestehen menschlichen Tausendfüßler, den er nach vollbrachter Metamorphose auch gleich begatten will. Als Sahnehäubchen gibt es noch ein zerquetschtes Baby zu bestaunen. Zugleich hält Six für seine Kritiker eine Meta-Ebene bereit, die mit ihrer plumpen Aussage das ganze am Ende relativieren soll. Das mag man aufgrund des vorher gezeigten als reine Makulatur abtun, aber das ist im Endeffekt egal, denn der Film ist so langweilig wie er grausam, ekelhaft und auf Schock gebürstet ist, was teils wirklich schade anmutet, denn Six weiß das alles in sehr hübsche und stilisierte, monochrome Bilder zu kleiden (was für mich gegen die Farb-Version des Films spricht, da sie nur schlechter aussehen kann). Auch Laurence Harvey geht voll in seiner Rolle als untersetzter, psychopathischer Außenseiter auf, da hätte man mehr draus machen müssen. 3,5/10

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THE STENDHAL SYNDROME (Dario Argento, 1996)

Die Polizistin Anna jagt nach dem Serien-Vergewaltiger und Mörder Alfredo, der sie auf ein öffentliches Treffen in die Uffizien in Florenz geladen hat. Doch dort erleidet die junge Ermittlerin beim Anblick eines Gemäldes einen Anfall, das sogenannte Stendhal Syndrome. Und während sie orientierungslos durch Gegend irrt, tötet er sein nächstes Opfer. Anna fühlt sich daraufhin hilflos und ist weiter von Anfällen gebeutelt, was Alfredo ausnutzt, um sie zu entführen, vergewaltigen und mit ihrer Dienstwaffe weiteren Mord begeht. Anna ist nun richtiggehend traumatisiert und ekelt sich vor körperlicher Nähe und Sex. Als Alfredo sie erneut in seine Gewalt bringt, kann sie sich jedoch befreien und sich ihres Peinigers erwehren…

Ich muss sagen, dass mich der misslungene Twist bei der Erstsichtung nicht so sehr gestört hat, aber effektiv gehen dem Film damit 10-15 Minuten verloren, die der Zuschauer damit verbringt, mitleidig mit dem Kopf zu schütteln. Dario hätte es sich zumindest verkneifen sollen, seiner Tochter Asia hier eine blonde Mähne zu verpassen. Ist der Drops aber dann gelutscht, kommt der Film zum immer noch sehr spannenden und aufwühlenden Finale. Ein zweiter Wermutstropfen sind einige (gerade heute) sehr lächerlich wirkende Computer-Animationen, die einem zweimal aus der ansonsten sehr schönen Bildgestaltung herausreißen. Ich mag den Film trotzdem, auch wenn er ohne diese Makel weit besser hätte sein können. 7/10

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CONFESSION OF PAIN (Alan Mak & Andrew Lau, 2006)

Als sich die Frau des Polizisten Bong in der Sylvesternacht 2003 die Pulsadern aufschneidet, kündigt der seinen Dienst und wendet sich dem Alkohol zu. Drei Jahre später beauftragt sein ehemaliger Partner Hei den inzwischen als Detektiv arbeitenden Bong, den Mord an dem Millionärs-Vater seiner Verlobten Susan iaufzuklären, da er selbst für die Polizei zu den Verdächtigen zählt…

Melancholisches Krimi-Drama der INFERNAL AFFAIRS-Macher Andrew Lau und Alan Mak, die die Schönheit und die Lebendigkeit ihres Schauplatzes Hongkong mit dem Niedergang ihrer Figuren in Kontrast setzen, so dass ihr Schicksal noch viel tragischer auf den Zuschauer wirkt. 7,5/10

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URBAN EXPLORER (Andy Fetscher, 2011)

Kris veranstaltet unauthorisierte Führungen durch das ungesicherte Tunnelsystem unter Berlin. Mit vier amerikanischen Studenten, Marie, Juna und Lucia sowie Denis, erkundet er dieses Mal einen Abschnitt, den er selbst noch nicht kennt. Sie treffen dort auf einige zwielichtige Gestalten, die sie bedrängen, Fotos von ihren Digital-Kameras zu löschen, können dann aber ungehindert passieren. Auf dem Rückweg fällt Kris in einen Schacht, bricht sich das Schienbein. Marie und Juna machen sich auf und Hilfe zu besorgen, Lucia und Denis bleiben beim verletzten Kris. Da taucht plötzlich der kauzige Armin auf, der hier unten haust. Er bietet seine Hilfe an und bringt den verletzten Kris in seine Bleibe. Doch der alte Grenzer entpuppt sich als ausgemachter Sadist und Psychopath…

Deutsche Genre-Kost, wie man es leider schon gewohnt ist. Regisseur Fetscher hat mit den Tunneln unter der Hauptstadt eine nette Location und macht daraus… gar nichts. Die erste Hälfte des Films stapfen die jungen Leute durch die dunklen Tunnel (die komischerweise alle im Halbschatten liegen) und sagen ihre langweiligen, englischen Dialoge auf. Spannungsmomente, wie das Aufeinandertreffen mit den kriminellen Subjekten oder dem Balanceakt über eben den Schacht, in den Kris auf dem Rückweg stürzt, sind rar gesät, und die Charaktere leider vollkommen uninteressant. Und wenn der Film dann in der zweiten Hälfte deutlich in Torture Porn Gefilde kippt, dann geschieht dies relativ zaghaft, sodass man sich noch nicht einmal daran delektieren könnte, dass die idiotischen Studenten (die Leute sind genauso sympathisch wie interessant, also null) grausam zu Tode gebracht werden. Das war mal wieder nichts. 3,5/10

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DEADPOOL (Tim Miller, 2016)

Der zynische Söldner Wade Wilson findet unerwartet in Vanessa seine große Liebe, erfährt aber kurz darauf, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Er verlässt sie und stellt sich Experimenten zur Verfügung, die aus den Probanden Mutanten machen sollen. Dort entwickelt er sofort eine Feindschaft mit Ajax, dem Leiter der Forschungseinrichtung. Als die Mutation glückt, eröffnet ihn Ajax ihm, dass er nun an den Meistbietenden verkauft wird, worauf Wilson, der jetzt nicht mehr sterben kann, das Labor in Brand steckt. Auf der Jagd nach Ajax wird er zum Antihelden Deadpool, der sein verunstaltetes Gesicht unter einer Maske und seine Unfähigkeit zu fühlen hinter einem Humorverständnis zwischen abgründigen Sarkasmus und infantilen Scherzen verbirgt…

Brüllend komischer und blutig-brutaler Superheldenfilm mit einem grandiosen Ryan Reynolds, der geboren scheint, diese Rolle zu spielen. Morena Baccarin an seiner Seite ist, wie eigentlich immer, einfach nur umwerfend. Dem Film geht nach dem furiosem ersten Drittel etwas die Puste aus, meistert die Zielgerade aber mit immer noch hohem Tempo. 8/10

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DEADPOOL 2 (David Leitch, 2017)

Nach dem Tod Vanessas, den er selbst mitverschuldete, treibt den humorvollen Helden eine Todessehnsucht, die sich nicht erfüllen will. Als ein Kerl namens Cable auftaucht, der einen kleinen Jungen töten will, gründet er seine eigene Mutaten-Vereinigung namens X-Force, um das fette Kind vor dem knurrigen Zeitreisenden zu beschützen…

Teils noch lustiger, abgefahrener und brutaler als der Erstling, bringt DEADPOOL 2 Ernsthaftigkeit wie auch anarchischem Nonsens unter einen Hut, ohne über seine Spielzeit an Schwung zu verlieren. 8/10

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TURBO KID (Francois Simard/Anouk Whissel/Yoann-Karl Whissell, 2015)

In der postapokalyptischen Welt des Jahres 1997, in der Wasser knapp ist und die Vorräte umkämpft sind, findet der junge BMX-Fahrer Kid das Robotermädchen Apple, die ihm fortan auf Schritt und Tritt folgt. Gemeinsam nehmen sie es mit den Horden des bösen Bandenführers Zeus auf, der die Gegend mit seinem Terror-Regime beherrscht…

Genauso naives wie auch blutrünstiges Endzeit-Trash-Vergnügen, das seinen Reiz aus den Spiel mit seinen Anachronismen zieht. Ansonsten hat der Film, bis auf einen alten Michael Ironside als Zeus, leider nicht viel mehr zu bieten. 6/10

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KIDNAPPING… EIN TAG DER GEWALT (1977)

Im Rumtreiber Paolo und dem verzogenen Jo haben sich die zwei Richtigen gefunden. Zuerst vergewaltigen und töten sie eine Frau und nehmen darauf in einem feinen Restaurant die gutbetuchten Gäste als Geiseln. Und während im Restaurant die Nerven blank liegen, tüftelt Inspektor Aldobrandi davor aus, wie er die Situation ohne Blutvergießen auflöst…

Ziemlich doofer Reißer. Wenn schon Schund-Regisseur sich in der Rolle des Inspektors als der wohl beste Schauspieler am Set erweist, kann man nicht viel erwarten. Für beinharte Italo- und Trash-Fans gefundenes Fressen, alle anderen lassen schön die Finger davon. 5,5/10

Danach gab es den Samstag noch zwei Filme, die ich vor nicht allzu langer Zeit, bzw. am Abend davor erst gesehen hatte…

COPLAN AGENT FX18 – DER TEUFELSGARTEN (Yves Boisset, 1969)

Immer noch lustig und wirr. 7/10

DEADPOOL (Tim Miller, 2016)

Ich habe wieder gelacht, das war nicht feierlich. 8/10

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BULLDOG DRUMMOND ESCAPES (James P. Hogan, 1937)

Abenteurer und Amateur-Detektiv trifft gerade wieder in seiner Heimat England ein, da springt ihn glatt eine junge Schönheit vors Auto. Als er nach ihr sehen will, ist sie weg, doch sie hat ihm eine Nachricht hinterlassen, dass sie Hilfe benötigt. Im nahegelegenen Greystone Manor trifft er sie wieder, doch scheint alles in Ordnung und er wird schnell abgewimmelt. Drummond lässt nicht locker und findet heraus, dass Phyllis, so der Name der Unbekannten, gerade ihren Bruder bei einem vermeintlichen Jagdunfall verloren hat und nun eine Gefangene im eigenen Haus ist. Im Zuge seiner Ermittlungen gibt sich Drummond als Polizei-Offizier aus und wird von seinem alten Freund, Colonel Nielson, dafür selbst hinter Gitter gebracht…

Der spätere Hollywood-Star Ray Milland war nur einer von vielen Schauspielern, die den Hardboiled Detective seit 1922 ihr Gesicht liehen (John Howard wurde von 1937-39 mit sieben Auftritten der Seriendarsteller des Helden). Der Film ist durchschnittliche, aber recht unterhaltsame Krimi-Kost klassischer Prägung. 5/10

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DÄMONISCHE SPIELE – PUPPET MASTER VS. DEMONIC TOYS (Ted Nicoleau, 2004)

Puppenmacher Robert Toulon entdeckt mit Tochter Alex eine alte Kiste seines Vorfahren Andre Toulon mit seinen alten Figuren und der Formel, sie zum Leben zu erwecken. Die Spielzeugproduzentin Erica Sharpe, deren Vertrag mit dem Dämon Beal zu Weihnachten ausläuft, hat großes Interesse an dieser Formel, und lässt bei Toulon einbrechen. Mit der Unterstützung von Polizistin Jessica versuchen sich die Toulons zur Wehr zu setzen…

Der 2004 für den Sci-Fi Channel entstandene Puppenhorror ist der damals achte Eintrag in der Puppet Master Reihe von B-Film Produzent Charles Band. Der Film mit Ex-Kinderstar Corey Feldman in der Hauptrolle ist dabei nicht wesentlich besser oder schlechter als seine DTV-Vorgänger, auch wenn man nun bei den Puppen-Animationen deutliche Abstriche machen muss. Erst mit der 2010 gestarteten „Axis“-Storyline ging es dann mit der Reihe komplett den Bach runter. 4,5/10

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FRANKENHOOKER (Frank Henenlotter, 1990)

Medizinstudent Jeffrey ist genauso genial wie chaotisch. Als seine Freundin Elizabeth bei einem Unfall mit dem Rasenmäher ums Leben kommt, kann er nur noch ihren Kopf retten. Er entschließt sich, ihren Körper aus den entsprechenden Teilen verschiedener Huren zusammenzubasteln. Gleichzeitig will er New York vom Joch der Crack-Epidemie befreien, wofür er Crack mit einem explosiven Zusatz verschneidet. Als bei einem Besuch in einem Bordell zwecks Vermessung idealer Ersatzteile die Nutten an sein Crack kommen, fliegen alsbald die Fetzen…

Der wahre Splatter in Henenlotters eigentlich recht harmloser Komödie fand damals in der Bearbeitung durch den deutschen Verleih statt, die neben den meist unblutigen Körper-Explosionen den Film auch noch um einige makabere Witze bereinigte. Das Tape wurde selbstredend trotzdem indiziert. Der witzige Film lief ja inzwischen schon ungeschnitten und frei ab 16 im deutschen TV. Auch wegen der Fehlstellen in den Dialogen sollte man allerdings gleich zur Originalfassung greifen. Macht schon Spaß, auch wenn er gerne etwas zackiger und blutrünstiger hätte daherkommen dürfen. 6/10

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MOEBIUS, DIE LUST, DAS MESSER (Kim Ki-duk, 2013)

Die Mutter will den fremdgehenden Vater für seine Verfehlungen kastrieren, doch das misslingt. Dann geht sie zu ihrem Sohn, schneidet ihm den Penis ab und isst ihn. Während der Vater nun geradezu obsessiv im Internet nach Möglichkeiten wie einer Transplantation sucht, gerät der Sohn in eine Gruppen-Vergewaltigung und wird mit den anderen Tätern verhaftet. Da er ja rein technisch nichts damit zu tun haben kann, wird er wieder laufen gelassen und beginnt kurz darauf eine Affäre mit dem Opfer, einer jungen Verkäuferin. Die Gedanken des Sohnes, seiner Geliebten, seines Vaters und auch seiner Mutter kreisen um das verlorene Glied, und der Kreislauf aus Lust und Gewalt, der dadurch entfacht wird, nimmt immer perverse Formen an…

Okay, das war jetzt vielleicht nicht gerade der ideale Film zum Frühstück, doch irgendwie ist Kim Ki-duks Ringelpiez der Perversionen, die Lust, Schuld und Sühne hervorbringen, doch faszinierend. Der Regisseur verzichtete dankenswerterweise komplett auf Dialoge, da Worte diesem Thema ohnehin meist nur Peinlichkeiten hinzufügen können, die es angesichts der unangenehmen Bilder (bei denen aber nichts explizit zu sehen ist, was es irgendwie sogar noch unangenehmer macht) nicht mehr gebraucht hätte. Auch wenn die Story auf nur wenige Orte und Personen begrenzt ist, wirkt die Spirale an Lust und Gewalt, die die Kastration des Sohnes mit sich bringen, schon sehr krass und grenzwertig, weil es sich mit der Frage beschäftigt, ob die ausgelebte Sexualität und ihr Höhepunkt einen jungen Menschen ausmacht und wie weit man gehen würde, um solch einen Zustand in so einer Lage zu erreichen. Nicht für jedermann. 7/10

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VILLAGE OF THE DAMNED (Wolf Rilla, 1960)

Nach einem unheimlichen Blackout, der das ländliche Midwhich und jeden, der der Stadt zu nahe kam, außer Gefecht gesetzt hat, stellt sich heraus, dass 12 Frauen des Ortes unverhofft schwanger sind. Die 12 Kinder, die nach einer kurzen Schwangerschaft geboren werden, sehen sich alle sehr ähnlich, haben blonde Haare, stechende Augen und sind hochintelligent, aber fernab jeder Empathie. Sie wachsen weiterhin viel schneller als andere Kinder heran und entwickeln telepathische Fähigkeiten, weswegen die Leute im Ort Angst vor ihnen haben. Das Militär zieht in Erwägung, sie auszuschalten, doch der Wissenschaftler Zellaby, sein Sohn David ist das Sprachrohr der Kinder, kann durchsetzen, sie zu studieren. Doch als die Kinder einen Mann töten, der beinahe eines von ihnen unabsichtlich überfahren hätte, kippt die Stimmung und es bahnt sich eine Katastrophe an…

Wolf Rillas Horror-Klassiker besticht durch seinen dokumentarischen Stil, der sich viel Zeit nimmt, den anfänglichen Zwischenfall in der kleinen Stadt und die Bemühungen der zuständigen Stellen, diesen aufzuklären, zu schildern. Dadurch erzeugt er stetig subtile Spannung, die nicht mehr abebbt, gerade weil die Kinder zwar monströs erscheinen, aber nie als Aggressoren auftreten, so dass der Film nicht auf vordergründige Schockeffekte angewiesen ist. 8/10

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ZOMBIE JÄGERIN RIKA (Ken’ichi Fujiwara, 2008)

Schulmädchen Rika besucht ihren Großvater. Schon auf dem Weg werden sie und ihre Freunde von Zombies angegriffen. Und ihr Opa scheint in einer Art Wachkoma verfallen, aus der er erwacht, als er sieht, wie Rika von den Zombies schwer verletzt wird. Er operiert Rika und transformiert sie in eine mächtige Kriegerin, die gegen die Zombies und ihren Anführer antritt…

Verworrener, billiger Zombie-Trash aus Japan. Es geht einigermaßen gory zur Sache, aber lange nicht so brutal und splatterig wie in anderen Genre-Vertretern von dort. Für Trash-Fans, aber auch nur die, ansehbar. 4,5/10

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DIE WELT DES FRAUENPLANETEN (Arthur C. Pierce, 1966)

Ein Raumschiff der Menschen muss auf einem fremden Planeten notlanden. Eine Rettungsmission wird geschickt. 18 Jahre später verunglückt eine junge Frau von der Mannschaft bei der Erkundung des Planeten und wird von Tang, einem Nachfahren der früheren Crew, gefunden und gesund gepflegt. Die beiden verlieben sich, doch ihre Weggefährten glauben, sie aus der Hand des vermeintlich Wilden befreien zu müssen…

Der billige Sci-Fi-Trash wird als Jules Vernes-Verfilmung angepriesen, was reiner Etikettenschwindel ist. In der Rolle des Tang ist der spätere Quincy-Assistent Robert Ito zu sehen, B-Star John Agar bekleidet eine Nebenrolle. Langweilig. 4/10

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SPOOKS: VERRÄTER IN DEN EIGENEN REIHEN (Bharat Nalluri, 2015)

Nach der spektakulären Flucht eines Top-Terroristen, direkt unter den Augen des MI-5, und eines Anschlags, der den Geheimdienst unfähig erscheinen lässt, wird Agent Will Holloway auf seinen alten Mentor, den Anti-Terror-Chef Harry Pearce angesetzt, den man als Drahtzieher hinter all dem vermutet. Und Pearce hat tatsächlich ein gefährliches Spiel aufgezogen, das den MI-5 für immer seine Reputation kosten könnte…

Kino-Auskopplung einer, dem Vernehmen nach, ausgezeichneten britischen Geheimdienst-Serie. Dieser Film hat mir sehr zugesagt, die Handlung ist spannend und schlägt einige Haken bis zum bösen Ende. 7/10

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JURASSIC WORLD (Colin Trevorrow, 2015)

Im Mega-Vergnügungspark „Jurassic World“ tüftelt man hinter den Kulissen an künftigen Attraktionen und erschafft aus verschiedenen DNA-Strängen einen Saurier, den es so nie gegeben hat. Das Vieh, das zum Teil auch von einem Rüstungsunternehmen finanziert wurde, erweist sich als unkontrollierbar, da es sich perfekt tarnen kann. Als es aus-, und im Park die Hölle losbricht, muss die Parkleiterin Claire, die eigentlich gerade ihre Neffen zu Besuch hat, mithilfe von Raptoren-Experte Owen den Tag retten…

Die Natur schlägt der Parkleitung ein Schnippchen, Kinder gehen verschütt, Familien werden gekittet, Liebende zueinander geführt und nebenher dutzende schreiende Menschen zerfleischt und vertilgt; zu allen Handlungselementen, die man kurzerhand aus Spielbergs Klassiker recycelte, schmiss man einfach alles, was die Klischee-Kiste hergab und quetschte es in eine Handlung, die selbst mit einem zugekniffenen Auge, beiden gedrückten Daumen und dringendem Harndrang kaum mehr Sinn ergibt. Und so ist der Film, wenn sich nicht gerade blutrünstige Saurier Lebendfutter bestehend aus panischen Parkbesuchern einverleiben, mit angeschaltetem Gehirn schlichtweg kaum konsumierbar. 4/10

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G-MEN FROM HELL (Christopher Coppola, 2000)

Die beiden FBI-Agenten Dean und Mattress werden aufs Kreuz gelegt und ausgeknipst. Da sie ein paar korrupte Saukerle waren, landen sie in der Hölle, was ihnen gar nicht passt. Doch sie schaffen es, wieder auf die Erde zu gelangen, wo sie nun Gutes tun wollen, um in den Himmel zu kommen. Sie verdingen sich als Privatdetektive und ihre erste Klientin ist die zwielichtige Schönheit Gloria Lake, deren Mann Dreyson sie misshandeln soll. Und schon sind sie in den Mord an dem Millionär verwickelt, müssen einen Deal mit dem Teufel eingehen und spüren bei ihren Nachforschungen einen Metallmenschen und einen Möchtegern-Superhelden im Leopardenkostüm auf, während ihnen die Bullen im Nacken kleben…

Teils zu bemüht lustiger Neo-Noir im Comic-Stil, der das Herz am rechten Fleck hat und mit William Forsythe und Tate Donovan in den Hauptrollen richtig gut besetzt ist. Es mangelt jedenfalls nicht an Verrücktheiten und schrägen optischen Einfällen, auch Gary Busey schaut als Bulle, der sich mehr wie ein Triebtäter verhält, vorbei. Nicht gut, aber auch nicht langweilig. 5,5/10

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