Dear diary… on the watch 13.-25.05.18

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MORD AUF DER VIA VENETO (Alberto De Martino, 1968)

Beim Postraub von Mario und Enrico stirbt ein Polizist bei einem Schusswechsel, weshalb die Polizei besonders energisch in ihrer Fahndung ist. Und so stehen sie schon bald beim vorbestraften Mario vor der Tür und kassieren ihn ein. Enrico macht sich derweil an Marios Geliebte Lea ran, doch die bereitet lieber Marios Ausbruch und ihre Flucht nach Griechenland vor…

De Martinos früher Poliziesco räumt Action wie Drama, der Story um den feigen Mörder Enrico wie der Ermittlung der Polizei, den gleichen Platz ein. Insgesamt ein rundes Krimi-Drama, das in der Folge viele Nachahmer fand. 7,5/10

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DIE BANDITEN VON MAILAND (Carlo Lizzani, 1968)

Eine Bande von Bankräubern narrte die Polizei mit ihren dreisten Mehrfach-Raubzügen die Polizei über Jahre. Doch dieses Mal ging der Coup schief und Kommissar Basevi hat einen der Täter, genannt Bartolini, vor sich sitzen. Nach einer folgenreichen Verfolgungsjagd ist er den Polizisten in die Hände gefallen. Und während seine Komplizen unter Boss Piero auf der Flucht sind, erzählt er dem Kommissar die Geschichte der Gang…

Dem finalen Coup präsentiert Regisseur Lizzani am Anfang wie am Ende in auf Realismus getrimmten Bildern. Sowieso bemüht er häufig einen eher dokumentarischen Ansatz, was dazu führt, dass der Zuschauer immer nah am Geschehen ist und auch die Motive der Gangster nachvollziehbar sind. Damit sprengt Lizzani in seiner Inszenierung sogar schon frühzeitig die Grenzen des aufkommenden Poliziesco. Den Kommissar gibt hier Tomas Milian, Gian Maria Volante seinen Gegenspieler Piero. 8/10

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THE OPIUM CONNECTION (Ferdinando Baldi, 1972)

Der Nachtclubbesitzer Joe Coppola beschließt, groß ins Heroin-Geschäft einzusteigen, und reist persönlich in die Türkei, um vor Ort unverschnittenes Opium einzukaufen. Nach einigen Schwierigkeiten macht er den Deal perfekt, doch der Weg in die Heimat New York erweist sich als holprig, da ihm die Konkurrenz die Ware abspenstig machen will…

Mit Ben Gazzara in der Hauptrolle gut besetztes und auch durch die Bank gut gefilmtes (man begab sich größtenteils zu den Original-Schauplätzen) Krimi-Drama, dem es an einen gewissen Impact mangelt. Die Protagonisten sind zu einseitig charakterisiert, und auch die Wende am Ende bringt keine Emotionen in die Geschichte, die meist gefällig vor sich hinplätschert. 6/10

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BLUT EINES BULLEN (Alfonso Brescia, 1976)

Dan Caputo kehrt aus Italien in seine Heimat New York zurück, um dort den Mörder seines Vaters, eines Ex-Cops mit Verbindungen zum Mob, unter den Gangster und korrupten Cops zu suchen und zur Strecke zu bringen. Ihm zur Seite steht dabei der Gangster Duke…

Alfonso Brescia schickt hier seinen Hauptdarsteller George Eastman auf eine Abfolge von mal mehr, mal weniger gelungener Schießereien. Jake Palance gibt dabei sein Jugend-Idol Duke, einem Gangster alter Schule, der noch nicht einmal ein doppeltes Spiel treibt, sondern nur den Wegweiser für den Rachefeldzug gibt, um am Ende als lachender Dritter dazustehen. Um auch den Frauen-Faktor zu bedienen, darf Eastmans Caputo mit seiner Jugendliebe Jenny Tamburi liebäugeln. Ein doofer Film, dessen Story locker auf eine Seite eines Untersetzers passt, aber zumindest nicht langweilig. 5/10

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SO SWEET… SO PERVERSE (Umberto Lenzi, 1968)

Der Industrielle Jean lernt in seiner Stadtwohnung, in der er unter der Woche seine Nächte verbringt, während seine Frau auf dem Anwesen vor der Stadt verweilt, die schöne Nicole kennen, seine neue Nachbarin, die unter ihrem brutalen Freund zu leiden hat. Sie beginnen eine Affäre, doch Nicoles Ex-Freund Klaus bedroht das Glück…

Der erste von mehreren Gialli, die Lenzi mit Caroll Baker drehte. In der zweiten Hauptrolle ist Jean-Louis Tritignant zu sehen, als Fiesling Klaus der Deutsche Horst Frank. Die Wendungen der Story sind für Fans des Genres schnell ersichtlich, doch ist der für seine Zeit recht frivole Film nicht reizlos. 6/10

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ROBOTRIX (Jamie Luk Kim-Ming, 1991)

Der wahnsinnige Dr. Yamamoto transferriert seinen Geist in eine Killermaschine und entführt den Sohn eines Scheiches. Um ihn entgegentreten zu können wird der Geist der gestorbenen Polizistin Selina auch in einen Cyborg gesteckt, denn sie war für die Sicherheit des Scheichssohn verantwortlich. Zusammen mit zwei künstlichen Intelligenzen setzt sie sich auf Yamamotos Fährte…

Mit infantilen Humor und depperten Slapstick versetzter Prügel-Trash aus Hongkong, der auch gerne auf nackte Haut setzt. Dämlich, aber lustig. 5,5/10

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AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG (Oliver Stone, 1999)

Der alternde Coach Tony D’Amato trainiert das mittelmäßige Team der Miami Sharks. Seit dem Tod seines Freundes, des Club-Besitzers Pagniacci, sitzt ihm dessen Tochter Christina im Nacken, die den Club wieder zum Erfolg und profitabel, ihn wieder zu einer Institution in Miami machen will. Als sich der in die Jahre gekommende Star-Quaterback Cap Rooney verletzt, erhält der junge Willie Beamen seine Chance. Der Jungspund kotzt zum Einstand erst einmal aufs Feld, gibt dem Spiel der Sharks durch seine eigensinnigen Ideen neuen Pfiff. Der Erfolg kehrt zu den Sharks zurück, doch die freche Spielweise des Shooting Stars, der sich weder an geplante Spielzüge hält, noch die Hierachie des Teams beachtet, bringt ihm nicht nur neue Freundschaften und Ruhm…

Oliver Stones topbesetzter Football-Film (u.a. Jamie Foxx, Dennis Quaid, LL Cool J, Cameron Diaz) ist wie ein fast dreistündiger Videoclip einer Ideal-Vorstellung von Football, in dem die Spieler eher wie Gladiatoren in einer Arena wirken. Technisch auf höchsten Niveau wird dieser Eindruck durch schnelle Montage und einem Soundtrack, auf dem weit mehr als 50 Songs aller Sparten Platz finden, unterstützt. Die Figuren sind aber allesamt eher Stereotypen, sie besitzen keinerlei nennenswerte Tiefe, und so werden Fans des Spiels bestimmt ihren Spaß haben, aber mehr als ein oberflächliches Vergnügen darf man hier nicht erwarten. 6,5/10

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ZATOICHI – DER BLINDE SAMURAI (Takeshi Kitano, 2003)

Der blinde Meisterschwertkämpfer Zatoichi landet auf seiner Reise durchs Land in einem kleinen Dorf, das unter dem Kampf zweier Clans, die je Prostitution und Glückspiel alleine leiten wollen, leidet. Die Lage verschlimmert sich, als der Ginzo-Clan einen gefürchteten Ronin einstellen kann und dann in den Krieg mit der Konkurrenz zieht. Eher misswillig lässt sich Zatoichi in den Konflikt, in dem sich auch zwei todbringende Geishas mischen, hineinziehen…

Kitanos blutiger Schwertkampf-Film bietet neben den typischen Anflügen von Humor eine für den Regisseur ungewohnt bunte Ausstattung und ein großes Sammelsurium verschiedener schräger Charaktere. Und am Ende offenbart die Geschichte weit mehr Komplexität, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. 7,5/10

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DAS IST AMERIKA (Romano Vanderbes, 1976)

Mondo-Dokumentation um bizarre Veranstaltungen wie nackte Miss Wahlen in New York 1975, Luxus-Bordelle, die ihre Kunden per Privatjet einfliegen, oder Sexshop-Besitzer, die stolz ihre Dildos präsentieren. Dieser vergleichweise züchtige und vor allem weniger makabre Vertreter seiner Zunft verschießt sein Pulver recht schnell und dümpelt in der zweiten Hälfte eher vor sich hin. Als Hintergrundberieselung einer Party oder in einer bierseligen Runde vielleicht ganz lustig, aber an sich hat man den schon kurz nach Sichtung wieder vergessen. 4/10

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DAS GEHEIMNIS DER MONSTERINSEL (Juan Piquer Simon, 1981)

Der Millionär William Kolderup ersteigert bei einer Auktion eine Insel für 5 Millionen Dollar, sehr zum Unmut des zwielichtigen Mitbieters Skinner, der dort ein riesiges Goldvorkommen verortet. Dem Verlobten von Kolderups Nichte Meg, Jeff Morgan, dürstet es nach Abenteuer (also dem altmodischen, Länder entdecken und Leute kennenlernen, nicht sich die Hörner abstoßen und Syphillis einfang; wir sind hier in einem Abenteuerfilm für das jüngere Publikum), bevor er sich in den Hafen der Ehe begibt. Kolderup ist darüber nicht begeistert, lässt ihn aber darob mit auf der nächsten Expedition seines riesigen Segelschiffes mitreisen, die weder er noch seine Nichte begleiten. Doch schon in der ersten Nacht erwachen Jeff und der Forscher Professor Thomas Artelect und müssen feststellen, dass gummihäutige Echsenmenschen das Schiff geentert und die Besatzung getötet haben. Sie können sich auf eine nahe gelegene Insel retten, wo sie sich mit einem Schimpansen anfreunden und häuslich einrichten. Bei der Erkundung der Insel retten sie den Eingeborenen Carefinatu vor einem Kannibalen-Stamm, der sie fortan an begleitet. Doch die Insel hält noch weitere Gefahren in Form von riesigen, gummihäutigen Monstern, fiesen maskierten Verbrechern (der Frosch mit der Maske lässt grüßen) und einem aktiven Vulkan…

Für den Film vom spanischen Trash-Filmer Juan Piquer Simon verwurstete man Jules Vernes Roman „Die Schule der Robinsons“ und peppte das ganze, den erfolgreichen Burroughs-Verfilmungen von Kevin Connor für American International Pictures folgend, mit einigen Monstern, meist Männern in Gummi-Anzügen, auf. Das ganze ist dann auch eher eine klamottige Robinsonade mit ziemlich infantilen Humorverständnis, wobei sich der tollpatschige Professor als besonders nervig hervortut. Sowieso dürfte das Zielpublikum in präpubertären Grundschülern zu suchen sein, die beim Anblick von mit einem Affen herumtollenden Schiffbrüchigen, dichtem Gestrüpp und dem regelmäßigen Auftauchen lächerlicher Monster in Gedanken an das ganz große und lustige Abenteuer feuchte Augen bekommen. Die zugkräftigen Stars Peter Cushing und Terence Stamp spielen die Rivalen Kolderup und Skinner, ihre Auftritte beschränken sich jedoch auf wenige Minuten an Anfang und Ende. Insgesamt ein sehr ernüchterner Ausflug für den erwachsenen Abenteuer-Fan, denn der klamaukige Film bringt seine 100 Minuten eher unlustig, spannungslos und vollkommen unspektakulär über die Runden. 3,5/10

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C.I.A. VERSCHWÖRUNG (Romano Scavolini, 1980)

Reporter Adam bekommt zur Zeit der Militär-Junta unwissend brisantes Video-Material, auf dem neben den Folterknechten des Regimes auch CIA-Leute zu sehen sind, in die Hand gedrückt, um es in New York einem Kollegen zu übergeben. Doch kaum ist er im Big Apple angekommen, macht der Geheimdienst Jagd auf ihn und schreckt auch nicht davor zurück, Freunde und Verwandte Adams zu bedrohen…

Eher behäbiger Thriller, in dem Hauptdarsteller George Ayer recht unmotiviert durch die Millionenstadt gehetzt wird, ohne das groß eine Geschichte dabei erzählt würde. Das ist zumindest recht flott gefilmt. Zudem werden immer wieder einige unangenehme Folterszenen in die Handlung eingebaut, was bei der behandelten Thematik tatsächlich nicht so aufgesetzt wirkt wie bei anderen, ähnlich brutalen Filmen. Landet nur knapp im Mittelmaß, auch weil das Ende ziemlich viele Fragen offen lässt. 5/10

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WIR SIND DIE NACHT (Dennis Gansel, 2010)

Die junge Taschendiebin Lena wird von der Vampirin Louise in einem Berliner Nachtclub aufgegriffen, angegraben und dann gebissen. Danach lässt Louise die panische, wie verwirrte junge Frau entkommen, wohl wissend, dass sie bald der aufkeimende Blutdurst zurückkehren lassen wird. Und dem ist so, denn schon am nächsten Abend steht Lena bei Louise, die mit ihren Gefährtinnen Charlotte und Nora ein altes Hotel bewohnt. Sie werfen Lena ins kalte Wasser und händigen sie russischen Zuhältern aus, an denen sie sich laben soll. Nach dieser Aufnahmeprüfung führen sie Lena in ihre Welt ein, die, neben den Massakern in den versifften Unterkünften osteuropäischen Mädchenhändler, aus nächtlichen Raubzügen durch Kaufhäusern und ausschweifenden Parties besteht. Doch Lena begreift schnell, dass Charlotte und Nora ihr luxuriöses Leben zur Nacht als goldenen Käfig ansehen, und als sie sich ziert, Louises neueste Gespielin zu werden, stattdessen zarte Gefühle zu dem Polizisten Tom, dessen Weg sie kurz vor der Bekanntschaft mit den Damen der Nacht kreuzte, sinkt sie in der Gunst der Ober-Vampirin. Und dann kommt ihnen auch noch die Polizei auf die Spur…

Dank der Titten verschiedener Filmförderungstöpfe standen Regisseur Dennis Gansel stattliche 6,5 Mio € zur Verfügung, um zumindest technisch und bei der Wahl seiner Aktricen aus dem Vollen zu schöpfen. Und rein optisch sieht der Film wirklich schnieke aus, der Soundtrack dröhnt fesch aus den Lautsprechern und der Schnitt lässt kaum Langeweile aufkommen. Doch zum einen verzettelt sich der Film in seiner gewählten Marschrichtung aus Dreiecksbeziehung und recht blutiger Horror-Action, schaltet hier zu oft und zu überhastet hin und her, und holt dramaturgisch desöfteren den Holzhammer raus. Dazu ist die Geschichte auch noch arg vorhersehbar, weswegen auch nur innerhalb einzelner Szenen so etwas wie Spannung aufkommt, das Geschehen an sich, trotz des hohen Pacings, gemächlich vor sich her plätschert. Auch halten öfters Ideen Einzug, die auf dem Papier bestimmt ganz nett klangen, für den Moment dann auch witzig erscheinen, aber Kontext wieder überhaupt keinen Sinn machen. Sämtliche Figuren sind zudem eher knapp skizziert, denn ordentlich ausgearbeitet, so dass gerade die Vampirinnen eher blass bleiben und auf ihre Darstellerinnen angewiesen sind, um sie mit Leben zu füllen. Das gelingt Karoline Herfurth in der Hauptrolle als Lena recht gut, auch wenn eine Identifikation mangels Ankerpunkten mit ihr schwer fällt, auch Max Riemelt spielt engagiert gegen die nicht vorhandenen Charakterzüge Toms an. Am besten hat mir persönlich noch Jennifer Ulrich als Charlotte gefallen, deren Hintergrundgeschichte tatsächlich den größten Raum einnimmt, auch wenn sie nicht wirklich etwas zur eigentlichen Geschichte beiträgt. Nina Hoss ist als Obervampirin Louise immer etwas zu bemüht, einige ihrer Monologe hölzern, aber der Film gibt ihr auch kaum Möglichkeiten, da das Innenleben dieser wahrscheinlich Jahrhunderte alten Frau meist verborgen bleibt. Vollkommen vergessenswert ist dann leider Anna Fischer als Nora, die es bezeichnenderweise noch nicht einmal auf das Kinoposter schaffte.
Im Endeffekt ist es wieder schade, dass ein deutscher Genrefilm, der mal mit ordentlich Kniste ausgestattet war, um zumindest nicht daran zu scheitern, nicht mehr liefern kann, als auch nicht daran, aber eben woanders zu scheitern. Man kann allerdings attestieren, dass der Film dies durchgängig bewerkstelligt und sich keine großen Ausreißer nach oben oder unten erlaubt. Und so bleibt es ein Film, der nett aussieht, nicht weh tut und auch kaum langweilt, aber ansonsten keine Gründe bietet, warum man ihn jetzt nun sehen, oder wenn ja, lange im Gedächtnis bleiben müsste. Unteres Mittelmaß. 4,5/10

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DIE NACKTEN VAMPIRE (Jean Rollin, 1970)

Pierre beobachtet des Nachts die blutigen Rituale eines vermeintlichen Vampir-Kults und verliebt sich dabei in eine unbekannte, stumme Schönheit. Diese junge Frau entdeckt er alsbald auch im Keller seines Vaters, der glaubt, durch sie das Geheimnis der Unsterblichkeit lüften zu können…

In diesem kunstvollen Horror-Drama von Jean Rollin wird einmal mehr nur wenig geredet, und wenn, dann meist eher kryptisch. Er transportiert seinen Inhalt halt lieber in teils surrealen Bildkompositionen, die auch sehr hübsch anzusehen sind. Begleitet wird dies von romantischen Themen wie auch Anflügen mal mehr, mal weniger subtilen Humors. Muss man mögen, um es wirklich zu genießen. 5,5/10

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THE LEGEND OF THE TITANIC (Orlando Corradi/Kim J. OK, 2000)

Ein Mäuseopa erzählt seinen Enkel die wahre Geschichte der Titanic; von einer durch die Tiere angestoßenen Romanze, Delfinen, bösen Haien, einem Oktopus und einer heroischen Maus…

Grottenschlechter Zeichentrickfilm aus Italien, der der Geschichte weder etwas neues abringt, noch modernen Trickfilmstandards genügen kann. Zudem kommen einem die 84 Minuten wie eine Ewigkeit vor, obwohl die letzten 20 Minuten nur dafür genutzt werden, die drei Musikstücke des Films noch einmal zu wiederholen. 2,5/10

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TITANIC: THE ANIMATED MOVIE – THE LEGEND GOES ON (Camillo Teti, 1999)

Und wieder begleiten intelligente Tiere das Schicksal der Titanic und ihrer Passagiere. Zwei Menschen finden zusammen, während ein Hund einen flotten Rap aufs Parkett legt…

Wieder ein italienischer Zeichentrickfilm, und fast genauso schlecht wie die vorangegangene Titanic-Legende. Allerdings in Hinblick auf Trick-Qualität, Dramaturgie und Musik einen Tick besser. 3/10

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BULLET BALLET (Shin’ya Tsukamoto, 1998)

Die langjährige Verlobte des Werbe-Regisseurs Goda erschießt sich, ohne ersichtlichen Grund. Nach außen hin gibt er sich zuerst gefasst, aber innerlich ist er am durchdrehen. Er setzt sich in den Kopf, herauszufinden, was in seiner Verlobten vorging, und entwickelt eine Obsession für die Waffe, mit der sie sich erschossen hat. Er streift durch die Stadt, um solch eine aufzutreiben, doch bei dem ersten Versuch, eine zu kaufen, bekommt er für sein Geld nur eine Wasserpistole. Er trifft bei seinen Streifzügen durch die Unterwelt auf die lebensmüde Chisato, die zu einer Bande Jugendlicher gehört, die die Gegend unsicher macht. Er wird von ihrer Gang um den jungen Goto, der die rechte Hand des Anführers Idei, eines alternden Kleingangsters und Junkies, ist, zusammengeschlagen und ausgenommen. Jetzt baut er sich selbst eine Waffe und geht damit auf Goto und Chisato los, doch der Eigenbau versagt. Dann steht vor seiner Tür plötzlich die Prostituierte Kiriko, eine illegale Einwanderin, die ihm im Austausch für die Heirat die gesuchte Waffe anbietet. Er willigt ein. Am nächsten Tag startet er damit einen erneuten Anschlag auf die Gang der Jungkriminellen, während die sich gerade einen blutigen Kleinkrieg befindet. Der ungestüme Goda verliert dabei seine Waffe und tritt eine fatale Kette von Ereignissen los…

Tsukamotos im niederschmetternden Schwarz-Weiß fotografierter und von düsterer Industrial-Musik getriebener Trip in die dreckige Welt gelangweilter Heranwachsender ist von fiesem Kaliber. Mutet der verhinderte Amoklauf des von ihm selbst verkörperten Goda auf seine erwählten Ziele, Adrenalinjunkie Chisato und Goto, der nicht erwachsen werden will und sich in dem verkommenen Idei genau die falsche Identifikationsfigur sucht, tragisch-komisch an, manövrieren sich die Protagonisten, nach dem ersten Mordversuch Godas begleitet der Film alle drei, in Sackgassen, die das Ende ihres Lebens bedeuten könnten. Und plötzlich erkennen sie, dass ihnen eben doch nicht alles egal ist. Das Finale ist dabei wieder ein ziemlicher Schlag in die Magengrube. Ein toller Streifen, der einen, wenn man sich auf die sehr auf die Projektion ausgerichtete Erzählweise Tsukamotos einlässt, geradezu mitreißt in den Abgrund, in den die drei blindlings rasen. 8,5/10

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GEMINI – TÖDLICHER ZWILLING (Shin’ya Tsukamoto, 1999)

Der junge Arzt Yukio hat sich durch seinen Einsatz während des Krieges eine gute Reputation erworben und ist in seiner Gemeinschaft hoch angesehen. Er unterhält eine heimliche Beziehung zu Rin, die er einst verletzt aufgelesen hat. Sie leidet unter Amnesie und wurde im Haus der Familie aufgenommen, nur die Mutter weiß um Yukios Gefühle für Rin. Dann stirbt zuerst der Vater unter mysteriösen Umständen, auch die Mutter scheidet nach der Begegnung mit einem vermeintlichen Geist dahin. Yukio beginnt im folgenden immer mehr seinem konservativen Vater zu ähneln, weist sogar eine von Pest gebeutelte Mutter mit ihrem Kind ab, die aus dem Armenviertel zu stammen scheinen, um den Bürgermeister zu behandeln, der betrunken gestürzt ist, was Rin beunruhigt. Eines Abends stürzt ein Mann ihn hinterrücks in den Brunnen im Garten. Und dieser Mann sieht Yukio zum Verwechseln ähnlich…

Tsukamoto drehte diesen Film um Geschwister-Rivalität und Karma nach einer Kurzgeschichte des bekannten japanischen Autors Rampo Edogawa. Leider gibt er seine Mysterien viel zu früh preis, weswegen sich der Film in der zweiten Hälfte eher dröge dem vorhersehbaren Ende entgegenschleppt. Optisch ist die Handschrift des Regisseurs noch klar erkennbar, ruhige Bilder wechseln sich mit unruhigen Handkamera-Aufnahmen ab. Sehr gelungen ist auch die Darstellung der Menschen des Armenviertels, die dreckig und mit Lumpen bekleidet sind, verfilzte Haare und schlechte Zähne haben. Auch bewegen sie sich mit gekrümmten Rücken vorwärts, scheinen durch ihr Schicksal gebeugt. Insgesamt ist es hingegen zu den originären Stoffen des Filmemachers ein deutlicher Schritt zurück. Der Film ist zwar sehr sorgfältig gefilmt, lässt aber das Herzblut, dass er in seine eigenen Projekte steckt, missen. 5/10

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A SNAKE OF JUNE – RINKOS GEHEIMNIS (Shin’ya Tsukamoto, 2002)

Rinko arbeitet bei einer Selbsthilfe-Hotline für Krebspatienten. Ihr Alltag ist eintönig und auch aus ihrer Ehe mit dem älteren Shigehiko, der unter einem Putzfimmel leidet und seine Nächte auf der Couch verbringt, ist die Leidenschaft schon lange verschwunden. Da erhält sie Anrufe des ehemals krebskranken Iguchi, der sie mit Fotos, die sie heimlich beim Masturbieren in einem Zimmer im ersten Stock ihrer Wohnung zeigen, erpresst. Er zwingt sie dazu, ihre intimsten Träume auszuleben; zuerst soll sie ohne Höschen im Mini-Rock durch die Stadt spazieren, später gibt sie ihm mittels eines ferngesteuerten Stimulators sogar die Kontrolle über ihre Intimzone. Es ist ein Spiel zwischen Lust und halluzinatorischem Alptraum, das Iguchi dann an ihrem Mann fortsetzt…

Tsukamoto wollte nach eigenem Bekunden die Atmosphäre des für gewöhnlich sehr feuchtem Juni in Japan, der gleichzeitig den Beginn des Sommers markiert und bei vielen Japanern ein erotisches Erwachen einleitet, in einem Film festhalten. Mit diesem verspielten, unheimlichen wie sinnlichen Erotik-Thriller zeigt er die Selbstfindung eines Paares, dessen Beziehung festgefahren und unerfüllt ist, hin zu neu entfachter Lust auf den geliebten Partner. Dabei blüht vor allem Rinko wie eine durch den Beton der Großstadtgehwege brechende Knospe auf, und das neue Empfinden der eigenen Erotik bildet sich deutlich in den Gesichtern der Partner und der Aufmerksamkeit, die sie sich entgegenbringen, ab. Ein sehr schöners, aber auch verstörendes erotisches Erlebnis. 7,5/10

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TEARS OF KALI (Andreas Marschall, 2004)

1983 vollführt die Taylor-Eriksson-Gruppe in Indien Experimente, um das Gute vom Bösen im menschlichen Geist zu trennen. 20 Jahre später führen die ehemaligen Mitglieder der Sekte mehr oder weniger normale Leben. Weniger normal ist das Leben von Elisabeth Steinberg, die in „Shakti“ von Journalistin Tansu Yilmaz in einer Berliner Psychiatrie besucht wird, um über den Tod des Gurus Sarmafan befragt zu werden. In „Devi“ gerät der aggressive Straftäter Robin Borg an den unorthodoxen Psychotherapeuten Dr. Steiner. Als letztes wird Mira von dem Heiler Edgar von einer rätselhaften Krankheit befreit, die sich als Parasit, der fortan in Edgars Haus wütet, entpuppt…

Die drei Episoden von Andreas Marschalls Debüt als Spielfilm-Regisseur sind von unterschiedlicher Qualität. Man merkt gerade der ersten Episode „Shakti“ an, dass sie lange vor den anderen, unter finanziell schwierigen Umständen und mit Hilfe seiner Schauspielklasse entstanden ist. Die Jungschauspieler tragen etwas sehr dick auf und optisch macht sich bemerkbar, dass man kein wirklich gutes Equipment zur Verfügung hatte. „Devi“ ist schon etwas besser geraten, sie profitiert vor allem von der kurzen Laufzeit. Mit Mathieu Carrière konnte man, nachdem der Film sich schon mit nur zwei der drei Episoden gut verkaufen ließ, ein bekanntes Gesicht für die letzte Episode „Kali“ verpflichtet werden. Auch technisch ist diese Episode den anderen überlegen. Insgesamt gesehen muss man leider feststellen, dass es allen Geschichten grundlegend an Substanz mangelt, und auch wenn jede folgende an sich besser wird, ist gerade „Kali“ doch um einiges zu lang geraten. Trotzdem hebt sich der Film in Ambition wie auch der Umsetzung von anderen (Semi-)Amateurprojekten ab, und Andreas Marschall durfte in seinem folgenden Film MASKS dann beweisen, dass er eines der größten Talente des zeitgenössichen, deutschen Horrorfilms ist. 5/10

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GIGANTEN (George Stevens, 1956)

Der Texaner Bick Benedict lernt in Maryland Lynn kennen und lieben. Sie heiraten schnell, und Lynn zieht auf die große Ranch des Viehzüchters. Dort muss sie feststellen, dass Bick seine vorwiegend mexikanischen Arbeiter schindet und sich einen Dreck um ihre menschenunwürdigen Lebensumstände in den an das Weideland angrenzenden Siedlungen schert. Enttäuscht wandert ihr Blick zu dem jungen Jett Rink, was dem eifersüchtigen Ehemann ein Dorn im Auge ist. Als Bicks Schwester Jett ein kleines Stück Land vermacht, wähnt Bick den Nebenbuhler los zu sein. Und während dieser auf seinem Grundstück Öl entdeckt und sich zu einem rücksichtslosen Geschäftsmann entwickelt, muss Bick einsehen, dass er in der Erziehung seiner Kinder immer mehr Kompromisse eingehen muss, um seine Familie glücklich zu machen und so zusammenzuhalten, und entwickelt sich seinerseits zu einem besseren Menschen…

James Dean gerät nach einem emotionsgeladen ersten Drittel in seinem letzten Film immer mehr ins Abseits, liefert aber gerade in diesen raren Auftritten eine großartige Performance als ein in Einsamkeit alternder Millionär, der trotz seines immensen Reichtums keine Freude mehr am Leben empfindet. Das groß angelegte Südstaaten-Epos, dass vor allem den allgegenwärtigen Rassismus im Texas vor wie nach dem 2. Weltkrieg thematisiert und sich in der zweiten Hälfte vornehmlich der Wandlung von Rock Hudsons Bick Benedict widmet, der seiner beharrlichen besseren Hälfte Elizabeth Taylor, die für die Träume ihrer Kinder eintritt, zu werden was sie wollen, ohne den Zwang zu unterliegen, die Familie-Ranch übernehmen zu müssen, immer weiter nachgeben muss. Die Maske leistet dabei ganze Arbeit, selbst den damals 24-jährigen Dean, der noch vor Premiere des Films tödlich verunglückte, nimmt man am Ende des Films den Mann über 50 ohne Probleme ab. Und das mehr als 3-stündige Epos fliegt dabei geradezu an einem vorbei. 8/10

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