Die 5 besten Filme der frühen 2000er (2000-04)

Es ist wieder soweit. Donnerstag, Listentag. Gorana.

Und nun sind wir also in den 2000ern, schon sehr nahe an der Jetztzeit angelangt. Und damit in einer Periode, die mir persönlich nicht wirklich so sehr zusagt. Ich bin eher ein Fan der Klassiker oder Filme der Zeit, in der ich selbst noch rege ins Kino getingelt bin. Das war nach der Jahrtausendwende nur eher selten der Fall. Mit der Anschaffung von DVD-Player und Internet kam ich in den Genuss vieler älterer Filme, Sachen, an die in den 10 Jahren zuvor nur schwer oder gar nicht ranzukommen war, und dementsprechend richtete sich mein Blick mehr nach hinten, in die Vergangenheit. Von den moderneren Regisseuren favorisiere ich vor allem Leute aus Asien, denn dort hatte man noch frische Ideen. Aus Hollywood kam, bis auf wenige Ausnahmen, meist nurmehr Aufgewärmtes oder Glattgebügeltes, der Blick nach Osten schien da soviel verheißungsvoller.

TRAFFIC – MACHT DES KARTELLS (2000): Eine der großen Ausnahmen, was das Hollywood-Kino des beginnenden neuen Jahrtausends betrifft. Steven Soderberghs Krimi-Epos ist modernes, komplexes Erzählkino, dass sich aber auf die althergebrachten Werte wie interessante Geschichten und nachvollziehbare Charaktere, die hier reizvoll verzahnt werden, konzentriert; der Film lebt von seinen tollen Schauspielern, den gut geschriebenen Dialogen und den perfekt abgepassten Wendungen.

ICHI THE KILLER (2001): Takashi Miikes Yakuza-Splatter-Mär schwelgt am liebsten in blutigsten Rot. Es bietet dem Zuschauer ein Kaleidoskop durchgeknallter Typen, die alle auf eigene Rechnung arbeiten. Der brutale Held ist ein armer Tropf, der manipuliert wird. Sein Widersacher, ein masochistischer Killer, steht am Ende ohne Meister da, und mit der traurigen Erkenntnis, dass der gefürchtete Ichi kein gleichwertiger Gegner ist. Das Leben hält selten das für einen parat, was man sich davon erhofft.

INFERNAL AFFAIRS (2002): Und wieder ein durchgestylter Krimi-Stoff, doch vom anderen Ende des Globus. Hier geht es nicht um das große Ganze, sondern ein intimes Duell über zwei Ebenen. Und als Bauer am unteren Ende hat man von vornherein verloren.

RUNNING ON KARMA (2003): Wie schon gesagt, reizt mich das asiatische Kino dieser Tage mehr als sein westliches Pendant. Gerade weil es auch mal Wagnisse eingeht, oder, wie in diesem Fall, einfach überbordend ist, in allem, was es zu bieten hat; Action, Drama, Komik, und auch eine Prise Fantasie und Horror ergeben eine wilde, mitreißende Mischung von Johnnie To und Wai Kar-Fai.

TAKESHI KITANOS DOLLS (2003): Drei Geschichten über die Liebe; über Schönheit, Schmerz und Abhängigkeit. Kitano zeigt uns alle Facetten der Liebe und ihres Erlebens. Und das ist nicht immer schön und angenehm, sondern heißt auch zu leiden, manchmal bis hin zur Selbstaufgabe.

Honorably mentioned: DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE, weil das Leben auch mal schön sein muss, BAD BOYS II, weil das Kind in mir eine hibbelige, gewaltgeile Sau ist, OLDBOY, ein wunderschöner Film, der auch weh tut. Und schon wieder etwas vergessen, Aronofsky REQUIEM FOR A DREAM, den ich mal wieder gucken werde, wenn ich mich schlecht fühlen will…

10 Kommentare zu „Die 5 besten Filme der frühen 2000er (2000-04)

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  1. Ich mochte in „Traffic“ vor allem das Spiel mit den Farben. Bei den Szenen in Mexiko hatte der Film einen gelben Filter, wodurch alles noch heißer und erschöpfender wirkte und in der Stadt mit der ganzen Frogengeschichte einen etwas düsteren Blauton. Das passte erstens wunderbar auf die Szenerien und war zudem auch ein gekonntes Mittel, um die Handlungsstränge voneinander abzugrenzen. Gibt es zwar öfter mal, aber wenn ich mich nicht irre, ist mir sowas bei diesem Film erstmals aufgefallen.

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    1. Das handhaben Lau und Mak bei INFERNAL AFFAIRS ja auch ähnlich, nur zwischen den rivalisierenden Gruppen, nicht den Orten. Und wenn sich später die Befindlichkeiten ändern, reagiert auch die Farbgebung. Sehr cool sowas.

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    1. Koreaner hatte ich hier in den letzten Wochen auch einige, gerade die Thriller der letzten Jahre waren toll. MEMORIES OF MURDER fand ich toll oder auch I SAW THE DEVIL, auch wenn mir da ein wenig der emotionale Impact fehlte. Und Sachen wie THIRST von Chan-wook Park oder MOEBIUS, DIE LUST, DAS MESSER von Kim Ki-Duk, das ist echt mal was anderes.

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  2. Von deinen Top 5 habe ich nur einen Film gesehen: Infernal Affairs und der war ganz gut, aber ich müsste ihn mir nochmal anschauen.
    Über „Die fabelhafte Welt der Amelie“ sprechen wir am Besten nicht. Französisches Kino in allen Ehren, aber der FIlm hat mich nur genervt.

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    1. Solche Filme sind eigentlich so gar nicht mein Ding, aber AMELIE fand ich erfrischend anders. Ich mag diese verspielte Art, wie er dieses schöne, romantisierte Paris, dass irgendwie aus der hässlichen Realität entrückt scheint, zum Leben erweckt.

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      1. Ja, bei mir ist es eher andersherum. So ein Kunstfilm der das Leben von der positiven Seite sieht und über Liebe und alles schöne am Leben handelt, kann ich durchaus was abgewinnen.
        Für mich fühlte es sich eher wie Pseudo-Kunst an und der Film ist ewig auf meiner Hassliste 😀 Aber vielleicht entdecke ich die Kunst dahinter noch irgendwann 🙂

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      2. Ich halte AMELIE auch nicht für einen Kunstfilm, der ist nicht gehaltvoller als bspw. ein Film von Luc Besson. Er hat aber diese lockere Art, so wie ein schöner Chanson, das ist halt ein Feel-Good-Movie. Und, wie gesagt, solchen Filmen kann ich in den seltensten Fällen etwas abgewinnen, der letzte dieser Ausrichtung, der mich abholen konnte, war JUNO, den find ich auch toll; und der ist auch nicht besonders tiefschürfend.

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