Die 5 besten Filme der frühen 80er (1981-85)

Und weiter geht es mit den 5 besten

Letzte Woche waren es die Filme der 70er, heute sind dann also die 80er Jahre, oder zumindest die erste Hälfte dieses fruchtbaren Kino-Jahrzehnts an der Reihe. Es war das Jahrzehnt, in dem sich das Blockbuster-Kino, das Spielberg und Lucas mit DER WEISSE HAI (1975) und KRIEG DER STERNE (1977) aus der Taufe gehoben haben, allmählich etablierte, jene Kassenschlager, die uns heute alltäglich scheinen und im gefühlten Wochentakt neue Rekorde an den Kinokassen verkünden. Michael J. Fox reiste ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT, es gab eine RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER und mit CONAN – DER BARBAR machte ein ehemaliger Mister Universum aus Österreich mit dem für Amerikaner unausprechlichem Namen Arnold Schwarzenegger eindrucksvoll auf sich aufmerksam. In meinem liebsten Filmland, dem europäischen Stiefel Italien, ging es leider bergab; Mario Bava verstarb bereits 1980 und die Film-Industrie litt unter der Beliebigkeit des eigenen Schaffens, denn es wurden nur mehr Ripoffs trendiger Stoffe produziert. Aus deutschen Landen gab es dagegen noch einiges zu hören, denn Wolfgang Petersen machte mit der internationalen Produktion von Michael Endes Bestseller DIE UNENDLICHE GESCHICHTE von sich reden.

JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES (1981): Zusammen mit Buddy George Lucas und Lawrence Kasdan schuf Steven Spielberg eine comiceske Hommage an die Serials der 30er-50er Jahre. Eher zufällig kam Harrison Ford zu seiner gleich zweiten ikonischen Rolle, die ihn wie die des Han Solo noch über Jahrzehnte begleiten sollte (sein Deckard in BLADE RUNNER könnte man sogar als dritten im Bunde dazuzählen). Ein Film, mit dem ich immer noch so großartigen Spaß habe, auch beim inzwischen zigsten Mal.

TANZ DER TEUFEL (1981): Mit minimalen Mitteln und einem eisernen Willen erschuf der damalige Amateurfilmer Sam Raimi einen beinharten, aber auch schwarzhumorigen Klassiker des Splatterfilms, der ein ganzes Film-Universum inkl. zweier Sequels, eines Remakes, Comics, Videospielen und letztendlich einer Fernseh-Serie nach sich zog und Bruce Campbell zur Kultfigur machte.

TENEBRAE (1982): Anfang der 80er war die Welt noch in Ordnung für Dario Argento, er war weit entfernt von den Flops, die seine Karriere ins Wanken brachten, von der künstlerischen Misere späterer Filme ganz abgesehen. Dieser brutalste seiner Slasher ist wohl sein letztes großes Meisterwerk gewesen, er schaffte es, den eigentlich dem Zeitgeisst der 70er verhafteten Giallo in die 80er zu hieven und ihm das Schicksal seines Weggefährten im B-Film, dem Poliziesco, zu ersparen.

SCARFACE (1983): Ein Film, der wahrscheinlich mehr als jeder harte Horrorfilm darunter zu leiden hat, dass er schlichtweg die „falschen“ Fans anzuziehen scheint. Portraitierte Al Pacino den Emporkömmling Tony Montana als skrupellosen Widerling, der auf pervertierte Art seinen amerikanischen Traum lebt, an dem er schließlich zugrunde geht, und inszenierte Brian DePalma dieses Epos von raketenhaften Aufstieg und dem unweigerlichen Niedergang als moralisches Lehrstück, so scheint dieser Charakter auf proletenhafte Hip Hop Fans eine geradezu magische Anziehung zu besitzen, die das Image dieses Verbrechers als „cool“ verklären.

ES WAR EINMAL IN AMERIKA (1984): Das Problem von DePalmas blutigen Meisterwerk hat Sergio Leones Film nicht, obwohl er ein ähnliches Terrain beackert, den Aufstieg und Niedergang in einer kriminellen Karriere im Schmelztiegel New York über mehrere Jahrzehnte nachzeichnet. Doch Leones Charaktere sind auch nicht überlebensgroß, ihre Freundschaft ist nachvollziehbar, so dass Verlust, Verrat und Tod emotional greifbar sind. Ein großes Werk, das zu Lebzeiten des Regisseurs niemals seine volle Wucht auf der Leinwand entfalten durfte, da die epische Laufzeit von gut 4 Stunden als kommerzielles Gift angesehen wurde.

 

Honorably mentioned, Schande über mein Haupt, ich habe David Cronenbergs großartigen VIDEODROME (1983) vergessen, der bis auf ES WAR EINMAL… eigentlich jeden der von mir genannten Filme hätte ersetzen können. Auch John Carpenters THE THING (1983) kam mir zu spät in den Sinn, lässt sich aber nicht ändern, doch da sieht man mal wieder, wie schlecht das Gehirn ab einem gewissen Alter mitunter arbeitet.

4 Kommentare zu „Die 5 besten Filme der frühen 80er (1981-85)

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  1. Ssssssssch… Videodrome, arglbargl!! Wie konnte ich den vergessen. Ansonsten eine sehr schöne Liste. De Palma hat ja quasi als Reaktion auf die Reaktion auf Scarface Carlitos Way gedreht, den ich fast noch besser finde. Machen sich vermutlich gut als seeeehr langes Double Feature.

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    1. CARLITOS WAY wird ja gerne als Quasi-Sequel zu SCARFACE gesehen und De Palma wie Pacino wollten damals ja noch einmal etwas ähnliches machen, aber ich finde, dass die beiden Filme schlecht vergleichbar sind, gerade weil SCARFACE in seiner Art und seiner Aussage ja sehr den 80ern verhaftet ist. Davon ist CARLITOS WAY eher losgelöst. Ich muss auch sagen, dass ich von dem zuerst eher enttäuscht war, gerade weil ich etwas wie SCARFACE erwartet hatte. Aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert.
      Lustig ist ja, dass De Palma aus Reaktion auf die Nichtberücksichtigung bei den (Kuschel-)Oscars 1984 dann DIE UNBESTECHLICHEN drehte, den die Academy als großes Ausstattungskino und Period Piece einfach nicht übersehen konnte, aber dann auch nur mit Nominierungen in Trostpreis-Kategorien abspeiste, weil solch gewalttätige Filme bei den Verantwortlichen der Academy einfach nicht angesagt waren.

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  2. Sehr schöne Liste. Tanz der Teufel wird bei mir wohl nächste Woche um einen Platz kämpfen, da ich das Sequel besser fand. Von den Filmen an sich, habe ich nur „Tenebrae“ noch nicht gesehen. Klingt aber interesssant 🙂
    Als Cronenberg-Fan darfst du nächste Woche aber nicht „Die Fliege“ vergessen 😀

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