Dear Diary… on the watch 12.-21.03.18

51PZPFFDlOL._SY445_

DER TEUFEL MIT DEN 7 GESICHTERN (Osvaldo Civirani, 1971)

In Amsterdam wird Julie von ihr unbekannten Männern bedrängt, doch der galante Tony, ein Freund ihres Anwalts Barton, kommt ihr zu Hilfe. Die Gauner haben sie augenscheinlich mit ihrer verschwundenen Zwillingsschwester Mary verwechselt, die in London in einem Diamantenraub verwickelt ist…

6530_Die-Diamantenlady-04

Öder Giallo-Krimi, der schon nach 10 Minuten seinen entscheidenden Hinweis für den finalen Twist gibt und auch ansonsten nichts überraschendes für den geneigten Alles-Seher bereit hält, was die andertthalb Stunden Laufzeit spannend gestalten könnte. Dabei hat mit Tito Carpi ein umtriebiger und trash-affiner Autor am Script mitgearbeitet, aber das ist halt auch keine Garantie für gute Unterhaltung. Und so bleiben auch nur die Genre-Stars George Hilton und Caroll Baker, die dem Fan dieses durchsichtige Verwirrspiel schmackhaft machen. Aber man kann auch gerne daran vorbei greifen. 4/10

51njWHSdthL._SY445_

GESANDTER DES GRAUENS (Roger Corman, 1957)

Der mysteriöse Mr. Johnson, der seine Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille verbirgt, kehrt bei Dr. Rochelle ein. Er will eine Bluttransfusion bekommen, verweigert aber eine Untersuchung im Vorfeld. Johnson hypnotisiert er den Arzt, wirbt ihm außerdem die Krankenschwester Nadine ab, die ihn fotan zuhause betreut und die täglichen Transfusionen vornimmt. Als Chauffier fungiert der zwielichtige Jeremy, der den Polizisten Harry auf den Plan ruft, der mit Nadine anbandelt. Doch der schmierige Jeremy erweist sich als weit harmloser als sein Boss Johnson, der in Wirklichkeit als Agent einer außerirdischen Macht, die im menschlichen Blut ein Heilmittel für eine bei ihnen grassierende Krankheit erhofft…

o5Q4t6JhubD084jTFoUAaSao2oN

Auch wenn ich weiß, dass er ein guter Regisseur ist, überrascht mich Roger Corman immer wieder. Und so hat er auch hier einen spannenden Vertreter des in den 50ern sehr beliebten Alien Invasion Genre beigesteuert, das in origineller Weise sogar Elemente des Vampir-Mythos integriert. In einer kleinen Rolle ist Dick Miller als Staubsaugervertreter zu sehen, der dem Alien quasi in die Arme läuft. Dreh- und Angelpunkt des Films ist allerdings das damalige B-Movie Starlet Beverly Garland, die beinahe jede ihrer Szene mühelos dominiert. Corman vertraut hier auf seine Schauspieler, auf ihr Acting und die Dialoge, anstatt auf irgendwelche Effekte. Und tatsächlich ist die schlechteste Szene die einzige, in der er sich genötigt sah, ein außerirdisches Monster auf die Leinwand zu zaubern. Wer auf Sci-Fi-Horror der 50s abfährt, muss den hier mitnehmen! 7,5/10

65953_230

NACKT ÜBER LEICHEN (Lucio Fulci, 1969)

Als seine Frau Susan an einem Asthma-Anfall stirbt, kassiert Dr. George Dumurrier eine große Summe von der Versicherung und kann damit seine Klinik retten. Auf seinen Streifzügen durch das Nachtleben von San Francisco macht er die Bekanntschaft mit der Stripperin Monica Weston, die, bis auf die Augenfarbe, Susan wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Er beginnt eine Affäre mit der lasziven, lebenslustigen Frau. Aber ist das alles bloß Zufall oder treibt jemand ein böses Spiel mit ihm?

6405_nackt-ueber-leichen09.png

Zugegeben, die Prämisse, das Jean Sorel als Dr. Dumurrier nicht wirklich sagen kann, ob die von Marisa Mell gespielte Monica nun eine andere Person als seine verstorbene Frau ist oder nicht, ist schwer zu schlucken, auch wenn man sich optisch sehr viel Mühe gegeben hat, die schöne Frau Mell als frigide, eher bleiche und zurückhaltende Susan und dann als schrille, erotische Monica möglichst unterschiedlich zu gestalten, charakterlich sowieso. Lucio Fulci lenkt den Zuschauer in seinem ersten Giallo gekonnt mit jeder Menge Sleaze und visuellen Spielereien ab und konzentriert sich im letzten Drittel darauf, den Fokus auf das Schicksal von Sorel zu halten, was genügend Spannung geriert, als das man sich ernsthaft langweilen sollte; zu diesem Zeitpunkt ist der schwere Einstieg dann auch schon längst vergessen. Ein Film, mit dem sich Ottonormalverbraucher sicherlich schwer tun, der aber den Giallo-Fan gekonnt zufrieden stellen dürfte. 7/10

mondblut.jpg

MONDBLUT (1974)

Der Selfmade-Millionär Tom Newcliff hat einige Bekannte, den Wissenschaftler Dr. Lundgren, den Journalisten Pavel, das Partygirl Davina und den Kannibalen Jan, die auf die ein oder andere Weise den Tod anzuziehen scheinen, auf seine mit der neuesten Überwachungstechnik ausstaffierte Villa eingeladen. Der leidenschaftliche Jäger behauptet, dass einer von ihm ein Werwolf sein muss, und will in den folgenden Vollmond-Nächten herausfinden, wer es ist. Während er durch die Pollen von Eisenhut den Wolf in einen von ihnen wecken will, tut seine Gäste das alles als Spinnerei ab. Doch dann schlägt der Werwolf tatsächlich zu und das Misstrauen untereinander wächst…

4Ag2QDCserHrg3oq294M0QyydDU

Diese späte Produktion aus dem Hause Amicus scheitert eigentlich schon daran, dass Newcliff nur vermutet, dass einer seiner Gäste ein Werwolf sein könnte, aber genauso gut könnte auch alles nur Zufall sein. Trotzdem versteht es Regisseur Paul Annett, das ganze ansprechend spannend aufzuziehen, die Attacken des Werwolfs, den man erst sehr spät zu Gesicht bekommt, sind unvermittelt, wenn auch nicht sehr grafisch. Den vermeintlichen Clou, den Film zusätzlich als filmischen Krimi zum Miträtseln zu präsentieren (inkl. eines kleinen Moments, genannt „Werewolf Break“, zum innehalten am Ende des zweiten Akts, wo alles Verdächtigen noch einmal präsentiert werden) hätte man sich allerdings getrost sparen können, da es einfach nicht funktioniert. 5,5/10

DWoh5VrWsAAx69R

AUSLÖSCHUNG (Alex Garland, 2018)

Die Biologin Lena bricht mit vier anderen Frauen im Auftrag einer geheimen Regierungsbehörde in eine abgeschirmte Zone im Süden der USA, genannt Area X, die nach dem Einschlag eines Meteors von einer wabernden, immateriellen Wand, genannt Schimmer, umgeben ist. Ihr Mann Kane, Mitglied einer Spezialeinheit, ist bisher der einzige Mensch gewesen, der wieder aus diesem Gebiet entkam; er tauchte ganz plötzlich wieder zuhause auf, ohne Erinnerung was dort passiert war. Und er ist todkrank…

ANH-FF-006K

Seltsame, auch recht dröge Mischung aus „Arrival“ und „Die Körperfresser kommen“. Optisch, konzeptionell bedingt, zuerst nicht sehr beeindruckend, entwickelt sich der Film trippig wie ein Mid-90s-Trance-Video, was sich in schimmernden Farben und Morphing-Effekten äußert. Der Film ist eine Allegorie auf einen (menschlichen) Geist, der wegbricht, einer Persönlichkeit, die sich auflöst. Das ist stellenweise recht pfiffig, doch leider stehen die Spannungssequenzen für Garland zu sehr im Dienst der Sache und verfehlen so oftmals ihre Wirkung, was den Film an manchen Stellen zu einer Geduldsprüfung werden lässt. Wäre ich dafür ins Kino, hätte ich mich geärgert. 5/10

71nf3VFC5hL._SX342_

LEATHERFACE (2017)

Nach den heimtückischen Mord an seiner Tochter durch Mitglieder der verkommenen Sawyer-Familie, der er aber nichts nachweisen kann, lässt Sheriff Hartmann den jüngsten Spross des Clans, den etwas aus der Art gefallenen, gutmütigen Jed, durch die Jugendfürsorge in ein Heim stecken. 10 Jahre später glaubt die Patriarchin Verna endlich rechtlich die Möglichkeit, ihren Sohn zurückzubekommen, doch als der Anstaltsleiter Dr. Lang ihr weitere Steine in den Weg legt, entfacht sie kurzerhand einen Aufstand unter den teils kriminellen und geisteskranken Jugendlichen. Und tatsächlich kann Jed, der jetzt Jackson heißt, mit dem mental labilen Bud und dem soziopathischen Pärchen Ike und Clarice, die die Schwester Lizzy als Geisel nehmen, fliehen. Der immer noch rachsüchtige Sheriff Hartmann nimmt sofort die Verfolgung auf. Es wird ein blutiger Trip, der kein gutes Ende nehmen kann…

leatherface

Der Film fügt der mörderischen Saga um die degenerierte Sawyer-Familie eigentlich nichts wesentlich neues hinzu, zumal die unterschiedlichen Timelines der Serie eh nicht gut tun. Jeds tragischer Weg vom halbwegs normalen Sohn einer Familie voller Psychos zum gefürchteten Monstrum Leatherface ist nicht wirklich zwingend und logisch. Als Film an und für sich ist LEATHERFACE 2017 nicht so schlecht, wie ihn viele machen, aber auch weit von einem guten Film entfernt. Ein blutiges, aber auch nicht sehr aufregendes Road Movie, das man schnell wieder vergessen hat. 5/10

511EERGHNRL._SY445_

BODY SNATCHERS (Abel Ferrara, 1993)

Teenager Girl Marti zieht mit ihrem Vater Steve, ihrer Stiefmutter Carol und ihrem Halbbruder Andy auf eine Militärbasis. Schon auf der Hinfahrt hat sie auf einer Tankstellentoilette eine unheimliche Begegnungn mit einem verwirrten Soldaten, der andauernd sagt, dass sie kommen, wenn wir schlafen. Auf der Basis, die C-Waffen lagert, untersucht der Bio-Chemiker Steve toxische Stoffe im Wasser, die Einfluss auf das Verhalten einiger Soldaten zu haben scheint. Marti freundet sich indes mit der wilden Jenn, der Tochter des Stützpunkt-Kommandanten General Platt, an, sehr zum Missfallen von Vater Steve. Schon am zweiten Tag ist der kleine Andy sehr verstört, redet immer wieder davon, dass seine Mutter Carol tot sei, doch die sitzt putzmunter am Frühstückstisch. Auch Jenn fällt auf, dass ihre dauer-betrunkene Mutter nur noch Wasser statt Martini trinkt und sich neuerdings mit anderen Frauen vom Stützpunkt zum Bridge trifft. Etwas eigenartiges geht hier vor, dass die Menschen zu verändern scheint…

Screen Shot 2014-05-16 at 3.09.52 PM_0.png

Abel Ferraras zweite Arbeit für ein Major Studio, hier Warner Bros, ist, nach DIE DÄMONISCHEN und DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, die bereits dritte Verfilmung des Buches von Jack Finney, um außerirdische Invasoren, die sich der Körper der Menschen bemächtigen (mit INVASION folgte 2007 sogar noch eine vierte Variante). Die Duplikation der menschlichen Körper vollzieht sich hier als eine Art Geburt aus einer der Gebärmutter sehr ähnlichen organischen Blase. In dieser Version konzentriert sich das Geschehen auf den Mikrokosmos einer Militärbasis, in der die Veränderungen an den Erwachsenen zuerst den Kindern auffallen, die dann gegen die Assimilation rebellieren. Ferrara konzentriert sich hier mehr auf die visuelle Umsetzung dieser Neu-Geburt und der immer kälter, unmenschlicher werdenden Atmosphäre innerhalb des Stützpunktes, während die menschlichen Konflikte nur kurz oder am Rande abgehandelt werden. Es bleibt ein recht gut besetzter und schnörkelloser Schocker, der etwas darunter leidet, dass er in den wenigen Gewalt- wie auch den schleimigen Metamorphosen des außerirdischen Organismus an einigen Stellen merklich Federn lassen musste. Der Film kann aber auch inhaltlich nicht mit den beiden vorangegangenen Verfilmungen des Stoffes mithalten, bietet aber solide Unterhaltung. 6/10

71FnBm9AtOL._SY445_

OUTRAGE BEYOND (Takeshi Kitano, 2012)

Als ein Drogenermittler und seine Freundin von den Schergen des Sanno Clans ermordet werden, entspinnt der korrupte Polizist Kataoka einen Plan, um den Vorsitzenden Kato zu stürzen. Denn der hat das Leistungsprinzip im Clan eingeführt, weswegen einige ältere Yakuza um ihre Position fürchten. Aber ein Umsturz Katos ist nicht so leicht zu inszenieren, auch unter Einbezug des mächtigen Hanabishi Clans. Kataokas Trumpfkarte dabei ist der totgeglaubte Otomo, der nach 5 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Von Otomos alter Mannschaft ist inzwischen nur noch Ishihara übrig, und Otomo selbst ist der Kämpfe müde. Doch Kataoka lässt ihn keine Wahl, als noch einmal selbst einzugreifen…

Beyond_Outrage

Wie schon im Erstling entspinnt Kitano hier ein (diesmal nicht ganz so) undurchsichtiges Geflecht an Intrigen und lässt seine Hauptfigur erst im zweiten Drittel der Geschichte ins Geschehen eingreifen. Ging es zuerst aber nur darum zu zeigen, wie weit es während einer feindlichen Übernahme unter Yakuzas noch mit Ehre und Loyalität her ist, überhöht Kitano seine Figur Otomo schon comichaft und lässt hier auch absichtlich das Tor für eine weitere Fortsetzung (die in Japan längst erschienen ist) offen. Der Film ist wie sein Vorgänger immer noch vertrackt wie gnadenlos, kocht inhaltlich aber ein etwas dünneres Süppchen, da die Yakuza hier größtenteils unter sich bleiben, und die Verstrickungen von Politik und gesellschaftlichem Leben in die Unternehmungen des organisierten Verbrechens nur eine untergeordnete Rolle spielen. Trotzdem hat der Film immer noch weit mehr Tiefe und auch Selbstreflexion zu bieten als der durchschnittliche japanische Gangsterfilm. 7,5/10

121cc8b42d10523f595c8438af929be0

BLUTBESTIE IN RIO (Antonio Calmon, 1979)

Mariel Mariscott ist ein heldenhafter Bademeister, der Polizist und Leibwächter wird. Aufgrund seines heldenhaften Mutes im Einsatz gegen die Bande des Lucio Flavio wird ihm die Leitung eines Spezialkommandos übertragen, das über dem Gesetz steht und Schwerkriminelle jagt. Doch die große Macht korrumpiert die sogenannte Death Squad…

hqdefault

Brasilianischer Exploitation-Reißer, der seinen Helden als schmierigen, brutalen und immergeilen Psychopathen zeichnet (schien zu der Zeit wohl dort angesagt und sexy gewesen zu sein), wenn er nicht gerade Leute hinterrücks erschießt, ersticht oder erwürgt, legt er gerade eine junge Frau flach. Lustig ist noch eine Nebengeschichte um einen alten Mann, dem er am Strand vorm Ertrinken rettet. Der wollte eigentlich Selbstmord begehen und nötigt ihm das Versprechen ab, ein Auge auf seine Tochter, eine drogenabhängige Nutte, zu haben. Als der alte Mann sich dann doch woanders das Leben nimmt, legt er die Tochter ab und an mal flach, und als sie an einer Überdosis stirbt, überfällt er quasi den Leichenwagen, um ihren toten Körper zu entwenden und ihn auf den Beifahrersitz seines Cabrios zu packen. Die Dramaturgie ist leider recht unterentwickelt, denn der Film springt von einer Station des Leben Mariscotts zum nächsten, ohne dass das irgendwie logisch aufeinander aufbauen würde. Wach halten einen dabei nur seine amourösen Eskapaden und eine Fülle ziemlich brutaler Szenen um Folter, Vergewaltigung und Mord, die allerdings nie besonders explizit sind. Für hartgesottene Allesseher auch nur unter diesen Aspekten interessant. 4/10

5a9ebdd04e13f.image

BLACK PANTHER (2018)

Nach dem Tod seines Vaters wird T’Challa nun offiziell zum König des versteckten Königreichs Watanga gekrönt, um es als Black Panther zu regieren und zu beschützen. Ausgestattet mit den technischen Hilfsmitteln seiner Technik-affinen Schwester Shuri und der Unterstützung seiner Ex-Freundin Nakia und Okoye, der Anführerin seiner Leibgarde, jagt er den Waffenhändler Ullysses Klaue, der ihnen Vibranium, das stärkste Metall der Erde und der Grund für den Wohlstand und der technischen Überlegenheit Wakandas, entwendet hat. Dieses will er in Busan an den CIA-Direktor Ross verkaufen. Es gelingt ihnen, Klaue festzusetzen, doch er wird von seinem Kompagnon Erik Killmonger, an dessen Kette T’Challa einen königlichen Ring entdeckt, befreit…

war7025_v009_009205.1012_r2-1-e1517932422748-940x529

Ich war doch ziemlich enttäuscht, denn abgesehen davon, dass der Film erwartbar vorhersehbar, kitschig und von Stereotypen bevölkert war, lässt gerade die Darstellung Wakandas viele Fragen offen, da man nicht im geringsten eine Ahnung davon bekommt, wie das Leben dort eigentlich aussieht. Und so kommt einem das versteckte Königreich wie eine Kopie von Asgard vor, mit dem Unterschied, dass sich Asgard, da von Göttern regiert, nicht erklären musste, aber die freiwillige Isolation in ihrer Durchsetzbarkeit Fragen nach individueller Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit aufwirft, die höchstens mal leicht angekratzt werden. Für mich einer der schwächsten Filme des MCU. 5/10

Astro-Zombies-poster

ASTRO-ZOMBIES – ROBOTER DES GRAUENS (Ted V. Mikels, 1968)

Dem verrückten Wissenschaftler Dr. DeMarco ist es gelungen, aus menschlichen Überresten und elektronischen Ersatzteilen, ein Monster zu schaffen. Doch dieses Ding, das durch Solarenergie gespeist wird, erweist sich als schwer kontrollierbar. Und es zieht das Interesse der bösen Gangsterbraut Santana auf sich, die es für ihre kriminellen Zwecke nutzen will. Inzwischen hat auch Agent Holman die Spur des Professors, die sich in ausgeweideten Leichen vor ihm ausbreitet. Er hat einen Trumpf an der Hand, nämlich des Doktors ehemalige Assistentin Norwalk, die er als Lockvogel einsetzt…

14113_4

Durch Filme wie THE CORPSE GRINDERS, BLOOD ORGY OF THE SHE-DEVILS und eben ASTRO-ZOMBIES, zu dem er zwischen 2002-12 noch drei Sequels folgen ließ (von denen zumindest das letzte bei Amazon Prime ist, weswegen ich es wohl auch noch in Augenschein nehmen werde), hat Trash-Regisseur Ted V. Mikels über die Jahre eine kleine Kultgemeinde abgebrühter Trashfans um sich scharren können. Und, nein, ich gehöre nicht dazu. Der billige Film um Frankenstein’sche Monster-Schöpfungen und der verschiedenen Parteien, die das für sich ausnützen wollen, kann stellenweise zwar durchaus unterhalten, entpuppt sich, wie Mikels andere Filme, als zwischenzeitlich strunzlangweilig. Da können auch John Carradine und Tura Santana als Stars dieses Schmonzes nicht drüber hinwegtäuschen. 4/10

51g4B740czL._SY445_

AGENT 3S3 SETZT ALLES AUF EINE KARTE (Mino Guerrini, 1967)

Der amerikanische Agent Vince Dreyser trifft bei seinem Italien-Urlaub unverhofft seinen alten Kumpel Walter Dempsey, der ihn prompt zu seiner Hochzeit nach Rom einlädt. Doch wenige Tage später in Rom ist Walter nicht aufzufinden. Als zwei norwegische Anhalterinnen, die mit ihm unterwegs gewesen sein sollen, verbrannt in einem Autowrack gefunden werden, schließt sich Dreyser den Ermittlungen von Kommissar Giunta an. Doch zu allem Überfluss muss er sich auch noch um die Millionärstochter Fidelia kümmern, eine Gefälligkeit seiner Agentur gegenüber. Und während er sich mit der verwöhnten jungen Frau, die ihn schnell ins Herz schließt, herumschlagen muss, führen die Ermittlungen ihn und Giunta nur zu noch mehr Leichen…

00736406

Die deutsche Titelschmiede hat wieder zugeschlagen und den italo-germanischen Euro-Crime OMICIDIO PER APPUNTAMENTO (etwa: Treffen zum Mord) in ein drittes Abenteuer des von George Ardisson verkörperten Agenten 3S3, der zuvor schon unter der Regie von Sergio Sollima zweimal den Westen vor der Bedrohung böser Mächte schützen durfte, ummodelt. Da ich die Originalfassung nicht kenne, weiß ich natürlich auch nicht, in welchem Maße hier sinnentstellend gewerkelt wurde; doch man merkt häufig, dass die zusammen gehäkelte Story nicht immer viel Sinn ergibt, was auch damit zusammenhängen könnte, dass gut 13 Minuten an Handlung entfernt wurden (wahrscheinlich, damit der Film auf eine E90 Videokassette passte). Und am Ende wirft das Dialog-Drehbuch dann noch die Vornamen des Helden und seines verschwundenen Kumpels munter durcheinander. Für Frohsinn sorgt nicht nur die deutsche Synchronisation, auch Halina Zalewska als Fidelia erfreut das Auge des Zuschauers mit einer neuen Frisur in jeder (!) Szene; und was für Frisuren das sind! Alles, was die 60er-Jahre in all ihrer modischen Verkommenheit aufbringen konnten, findet sich hier auf dem Kopf der attraktiven Polin (die leider schon 1976 im Alter von nur 36 Jahren bei einem Brand verstarb) wieder. Ansonsten kann man sich nicht beklagen, dass der Film auf der Stelle treten würde, denn das Tempo ist recht beachtlich, auch wenn die Action nicht so sehr im Vordergrund steht. Und wenn doch, gibt es gut was zu lachen, z.B. wenn Ardisson einen Verdächtigen in eine Falle lockt, sich einem Schusswechsel mit ihm liefert, wobei er ihm in seinem Auto über eine Strecke von vielleicht 10 Metern verfolgt, und ihn dann zur Strecke bringt, indem er gut sichtbar in die Luft schießt, worauf der Verfolgte tot zu Boden geht. Von solchen Szenen hätte es gerne mehr geben dürfen. Kein Trash-Klassiker, aber schon ziemlich unterhaltsam. 6,5/10

der-schwarze-leib-der-tarantel-cmv-news-release-poster-cover-dvd-blu-ray-1

DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL (Paolo Cavara, 1971)

Der brutale Mord an Maria Zani rückt den Ehemann ins Visier der Ermittlungen von Inspektor Tellini, da dessen Alibi schwammig ist und heimlich geschossene Fotos von der untreuen Schönen auftauchen. Doch als eine weitere Frau vom Mörder mit Tarantelgift paralysiert und aufgeschlitzt wird, stößt der emsige Ermittler auf ein Netz aus Erpressung und Drogenhandel…

8388_Schwarze-Leib-Der-Tarantel-Der-screenshot11

Wie auch in seinem späteren MAGNUM 45 schickt Regisseur Cavara einen integren, dem Intellekt verpflichteten Inspektor, hier Giancarlo Giannini, mit extravaganten Frauengeschmack auf die Jagd nach einem Täter von unklaren Motiv, der dabei Verwicklungen vor allem sexuell ausschweifender Natur aufdeckt. Das Tempo ist recht gemächlich, dafür wartet der Film mit einigen sehr hübschen Frauen (die Bouchet stirbt ziemlich früh, ist aber durch Nacktfotos, die sich sogar als sehr wichtig für die Ermittlungen entpuppen, lange sehr präsent; Barbara Bach hingegen scheint nur proforma als Star gebucht worden zu sein) und einigen Wendungen punkten, die das Interesse des Zuschauers stets aufrecht erhalten (höhö). 7/10

490e7e54e457e

DIE BRENNENDEN AUGEN VON SCHLOSS BARTIMORE (Terence Fisher, 1964)

In einem abgelegenen europäischen Dorf am Anfang des 19. Jahrhunderts tauchen zum Vollmond immer wieder versteinerte Leichen auf. So auch die Verlobte des jungen Malers Bruno Heitz, der sich darauf erhängt. In einem Schauprozess wird er als Mörder deklariert, der Vorfall unter den Teppich gekehrt. Sein Vater Jules Heitz aber will sich damit nicht zufrieden geben und er begegnet nachts in einem leer stehenden Schloss einer geheimnisvollen Frau und verwandelt sich darauf langsam selbst in eine Statue. Sein älterer Sohn Paul reist an, um den Tod des Vaters und des Bruders aufzuklären, doch man verwehrt ihn vor Ort die Sichtung der Leiche. Der örtliche Arzt Dr. Namaroff ist genauso wenig bereit zu helfen, doch Paul wirft ein Auge auf dessen Assistentin Carla. Als sein Mentor, der einflussreiche Prof. Karl Meister, ihn zur Hilfe kommt, können sie zusammen die Mauer des Schweigens Stück für Stück einreißen…

thegorgon9

Der letzte Film des Trios Fisher/Cushing/Lee für Hammer ist leider auch der schwächste. Er sieht zwar in seinen Sets und Paintings hinreißend aus und Peter Cushing wie Christopher Lee spielen wieder groß auf, doch der eigentliche Held des Films ist Richard Pasco als Paul, der ohne die Hilfe von Lees Meister nun wirklich gar nichts gebacken bekommt und auch eine eher durchwachsene Performance bietet, der sich leider auch Barbara Shelley als Carla anschließt. Und die im Original titelgebende Gorgone sieht einfach zu schlecht aus, um sie derart groß am Ende zu präsentieren. Allerdings kann der Film neben seinen Stars auch mit einer schön gruseligen Atmosphäre punkten, für die Hammer damals ja berühmt war. Für Fans deshalb unverzichtbar, aber an sich ein eher mäßiger Gothic-Horror. 6,5/10

51gRDozHYYL._SY445_

FRANKENSTEINS MONSTER JAGEN GODZILLAS SOHN (Jun Fukuda, 1967)

Eine Gruppe von Wissenschaftlern will auf einer abgelegenen Insel ein Wetterexperiment ausführen und das Eiland vereisen. Doch sie sind dort nicht allein; riesige Gottesanbeterinnen beherrschen die Insel und der mitgereiste Reporter Goro entdeckt die seit dem Tod ihres Vaters hier hausende Riko. Auch Godzilla ist hier heimisch und die Rieseninsekten haben es auf seine Nachkommenschaft abgesehen…

vlcsnap-error648.png

In seinem zweiten Godzilla-Film steuerte Fukuda zum Ende der 60er ganz klar familienfreundliche Gewässer an, indem er dem Monster einen Nachkommen an die Seite stellt, den es gegen andere Monster zu verteidigen gilt. Die daraus resultierende Kaiju-Kloppe ist recht ansehnlich geraten, auch wenn die eher karge Insel ansonsten nicht sehr viele Schauwerte zu bieten hat. Der Film ist nicht so unterhaltsam wie Fukudas spätere, weit turbulentere Godzilla-Filme, dank der kurzen Laufzeit aber auch kaum langweilig. 6/10

918nuU64DhL._SX342_

ANGRIFF DER RIESENSPINNE (Bill Rebane, 1975)

In der Nähe eines kleinen Kaffs in Wisconsin geht ein Meteor nieder. Ein bescheuerter Farmer hält die Bruchstücke für Diamanten, doch im Inneren lauert allerlei Spinnenvieh, von denen eine sich zu monströser Größe entwickelt. Zwei Wissenschaftler untersuchen derweil den Einschlag und stellen fest, dass der Gesteinsbrocken durch ein Schwarzes Loch aus einem Paralleluniversum zu uns gebracht wurde. Finden sie einen Weg, die Riesenspinne zu stoppen, bevor sie die doofe Landbevölkerung empfindlich dezimiert?

h0KPx4QFiSNQl7IsWrk8O7wudZ7

Das ist einer dieser Filme, die in einer Runde mit sturzbesoffenen Trashkumpels sicherlich für einige Brüller sorgt, doch alleine nüchtern zuhause komme ich auf 2-3 Schmunzler. Zudem fühlen sich die nicht einmal 80 Minuten an wie 2 Stunden, weil der Film sich kaum die Mühe macht, Spannung aufzubauen, bis die Spinne nach über 40 Minuten dann endlich in Erscheinung tritt. Und die Riesenspinne, das Verkaufsargument dieses miesen Tierhorrors, muss man schon gesehen haben, um es zu glauben (hier die 2-3 Schmunzler), denn man hat das große, billige Gestell einfach über ein Auto gestülpt, die Scheinwerfer bilden die Augen. Die Charaktere sind allesamt selten dämlich, die Schauspieler grottenschlecht, was sich auch in der deutschen Synchronisation niederschlägt, allerdings ohne echte Kracher zu produzieren. Einer der schlechtesten Spinnenhorrorfilme, die ich kenne. 3/10

index

HUNTED CITY (Stelvio Massi, 1979)

Commissario Ferro kommt nach Mailand, denn dort treibt die „Maskenbande“, eine Gruppe von Killern, ihr Unwesen. Ihr sind schon einige Geschäftsleute und ein Staatsanwalt zum Opfer gefallen. Es wird davon ausgegangen, dass die Mafia hinter den Morden steckt. Doch Ferro glaubt nicht daran, und er soll recht behalten, kurz darauf wird ein Mitglied der ehrenwerten Gesellschaft von den Maskenmördern erledigt. Der bärbeißige Kommissar nimmt den ehemaligen Mafioso und aufstrebenden Gastronom Acampora ins Visier…

8230_hunted-city03.png

Ein komischer Film; auf der einen Seite ist das Drehbuch, an dem u.a. Marino „Zombie Holocaust“ Girolami (Bruder von Romolo Guerrieri und Vater von Enzo Castellari) mitwerkelte, ziemlich sprunghaft, die Geschichte besteht eher aus einzelnen Episoden mehrerer Handlungsstränge, die, wie die Geschichte um Ferros Neffen, der plötzlich mit einem teuren Auto durch die Gegend fährt und sich nachts in Clubs herumtreibt, nicht immer was mit dem Fall zu tun haben. Die Action ist rar gesät, aber zackig und blutig, sie herrscht aber nicht in dem Maße vor, wie man es sonst von Merli und Massi gewohnt ist. Das erstaunlichste aber ist, dass Merli, wo er ungewohnt viel Platz dafür erhält, tatsächlich und ernsthaft versucht zu schauspielern, wobei er sich gar nicht mal schlecht schlägt. Ende der 70er hatte Merli wohl allmählich genug davon, immer die italienische Dirty Harry Epigone, die zuerst schießt und dann Fragen stellt, zugeben. In VON CORLEONE NACH BROOKLYN von Umberto Lenzi hat er sich auch schon damit hervorgetan, etwas aus seinem Rollenklischee auszubrechen, aber der war auch insgesamt ein weit besserer Film. HUNTED CITY ist nicht schlecht, gerade weil Merli mal etwas aus sich rauskommt, aber dank der etwas unstrukturierten Dramaturgie nicht sehr gelungen, aber auch nicht langweilig. Für Fans. 6/10

Und dann habe ich noch mit einem alten Fave angefangen, da nächste Woche die neue Staffel für’s Heimkino veröffentlicht wird, aber dazu später mehr…

tumblr_myoarrUI1W1rkghwoo6_1280

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken

Kais geheime Tagebücher

Filme, Bücher, Tatorts die man vielleicht nicht kennt

Mothersdirt

Nachrichten - hart aber ehrlich

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

GREIFENKLAUE - BLOG

Rollenspiel ^ Fanzines ^ Podcast ^ RPG-Szene ^RPG-News ^LARP ^ Tabletops ^ Dungeons ^Maps ^Minis

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

Mike's Take On the Movies

Rediscovering Cinema's Past

filmlichtung

There are no rules in filmmaking. Only sins. And the cardinal sin is dullness. (Frank Capra)

%d Bloggern gefällt das: