Dear Diary… on the watch 15.-19.12.17

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DIE RACHE DES PATEN (Andrea Bianchi, 1974)

Auf Sizilien wird nach einer Verfolgungsjagd neben dem geköpften Fahrer des flüchtigen Fahrzeugs noch die Leiche eines Kindes gefunden. Der Knabe war schon vorher tot und auf dem Seziertisch offenbaren sich den Polizisten keine glibschigen Innereien, sondern mehrere Päckchen voller Heroin. Da schlägt es selbst den sonst nicht gerade zimperlichen Herren von der Cosa Nostra die Hutkrampe hoch, sowas geht nun gar nicht. Don Cascemi soll sich der Sache annehmen, und der delegiert diese Aufgabe an Tony Aniante, einem Auftragskiller, der in Brooklyn ausgebildet wurde und eigens hierfür in die alte Heimat eingeflogen wird. Das Ziel ist Don Ricuzzo, aber dem ist selbst für einen harten Hund wie Tony nicht leicht beizukommen, denn er ist immer von schwer bewaffneten Wachen umgeben und residiert in einer festungsgleichen Ranch in den Bergen. Aber er befindet sich im Dauerzwist mit Don Turi, und hier setzt der Killer an und beginnt die beiden gegeneinander auszuspielen. Dabei wirft er auch ein Auge auf Gangsterbraut Margie…
Regisseur Andrea Bianchi hält nichts von Feinsinnigkeiten wie geschliffenen Dialogen, realistischen Charakterzeichnungen oder verwobene Handlungsebenen auf, sondern ist vor allem an roher, blutig-brutaler Exploitation interessiert. Als Auftragskiller, der seinen Opfern durch eine gepfiffene Melodie ihr baldiges Ableben ankündigt, ist Henry Silva the man, auch seine gewalttätige Romanze mit Barbara Bouchet lässt die Fan-Herzen höher schlagen. Da macht es auch gar nichts, wenn die Story an sich von „Für eine Handvoll Dollar“ gerippt ist, es gibt sogar zum Ende einen Showdown mit dem Bösen und seinen Schergen, ganz Western-like. Sowieso geizt Bianchi nicht mit Schauwerten für den geneigten Fan, Silva macht die Gangster am Ende sogar wortwörtlich platt. Und da der Film sich nur ungern in Nebensächlichkeiten verzettelt, außer um sie totzuschießen, ist man doch ziemlich flott unterwegs. Und so hat sich „Die Rache des Paten“ über die Jahre zu einem kleinen, dreckigen Klassiker des itaienischen B-Gangsterfilms entwickelt. 8/10

Die gerade erschienene Veröffentlichung von FilmArt beinhaltet Blu-ray & DVD, dort finden sich die ungeschnittene Exportfassung in sehr guter Qualität sowie die italienische Langfassung, in der die integrierten, zusätzlichen Szenen etwas schlechter aussehen. Kann ich jedem Polizieschi-Fan nur wärmstens empfehlen!

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ZWEI SUPERTYPEN RÄUMEN AUF (Fernando Di Leo, 1976)

Geldeintreiber Toni darf für Gangster Luigi immer nur Kleinigkeiten erledigen. Als der konkurrierende Manzari, auch „Der Skrupellose“ genannt, Luigis Casino ausnimmt, wittert er seine große Chance; mit der Hilfe von Nick, der mal für Manzari gearbeitet hat, erleichtert er diesen um einige Millionen Lira und übergibt dieses Geld Luigi. Doch damit hat er seinen Boss einen Bärendienst erwiesen, denn nun steht der auf Manzaris Abschussliste. Und sogleich beginnen dessen Männer die kleine Bande von Luigi gnadenlos aufzumischen. Doch Toni und Rick ersinnen mit Mentor Vincenzo einen Plan, Manzari und seine Killer ein für allemal aus dem Weg zu räumen…

Der Film ist das, was sich die Italiener in den 70ern unter einer zünftigen Action-Klamotte vorstellten: auf der einen Seite gibt es klamaukig Prügeleien (im Deutschen natürlich mit entsprechenden Kalauern unterlegt, man fühlt sich fast wie in einer dieser übelst zweit-synchronisierten Filme von Bud Spencer und Terence Hill), auf der anderen Seite stehen sadistische Gangster und es werden Leute, zwar unblutig, aber gleich im Dutzend über den Haufen geschossen. Gebe es keine Titten zu sehen, könnte man sich in einem komisch anmutenden PG13-Streifen wähnen. Diese Mischung ist alles andere als homogen, gerade da man heutzutage Gewalt gegen Frauen (die hier eh alle Nutten sind) nicht mehr als allzu erheiternd eingestuft wird; andere Zeiten, andere Sitten. Der Film ist dabei nicht ganz so amüsant wie Di Leos „Ich polier‘ Deine Glatze“ (die beiden bilden mit „Der Stachel“ mal wieder eine lose Trilogie), aber zumindest passiert eigentlich immer etwas, sodass keine Langeweile aufkommt. Alles andere ist wohl Geschmackssache. 5/10

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DIE SCREAMING, MARIANNE (Pete Walker, 1971)

Die Tänzerin Marianne flüchtet in Portugal vor ihrem Stiefvater, dem Richter, und trifft dabei auf Sebastien, der sie mit nach London nimmt. Nach zwei Wochen drängt er sie zur Heirat, doch Marianne weiß nicht so recht und lässt auf dem Standesamt unbemerkt Sebastiens besten Kumpel, ihren Trauzeugen Eli, als ihren Ehemann eintragen. Danach packt sie bei mehr verärgert als verdutztem Sebastien ihre Sachen, um bei ihrem neuen Ehemann auf der Couch zu nächtigen. Nach einigen Tagen kommen sie und der naiv-nette Eli sich näher. Sebastien ist währenddessen nach Portugal gereist, um den Richter aufzusuchen. Dort wird er von ihm und seiner Tochter Hildegard, Mariannes Stiefschwester, instruiert, Marianne noch vor ihrem 21. Geburtstag hierher zu lotsen, dafür winken ihm 3000 Pfund Sterling…

Genauso bescheuert wie unterhaltsam. Pete Walkers Thriller strotzt nur so vor Logiklöchern, alleine die Hochzeit ist zum Wiehern – Marianne verwirrt erst den Standesbeamten, indem sie sich den Ring direkt von Elis Hand an den Finger steckt und zum Abschluss gleich beide küsst, um dann Eli im Standesbuch einzutragen; aber müssen da auch nicht beide Eheleute unterschreiben? Dazu gesellen sich noch Dialoge zum Schreien, ein sehr platter Symbolismus und stereotype Rollenverteilung. Großartig ist hierbei Barry Evans als Eli, dem kein Wässerchen trüben kann und bei dem man es sprichwörtlich hört, wie der Groschen durch die Gehirnwindungen rollt, bis er dann endlich mal fällt. Susan George ist wohl mitunter the sweetest thing to have zu jener Zeit, so dass man sofort mit Eli tauschen würde, um bei ihr zu sein, selbst wenn das hieße, auch seinen IQ zu übernehmen. Leo Genn als Richter ist dafür ein eher trauriger Anblick; er ist dermaßen am Nuscheln, dass man viele seine Dialoge beim besten Willen nicht verstehen kann, und auch sein schlackernder Gang sowie die Angewohnheit, sich überall abstützen zu müssen, lassen darauf schließen, dass er entweder unter starken Schmerzmitteln agierte oder ständig betrunken war. Eruieren lässt sich dazu nichts und auch Pete Walker ist im Interview nicht müde zu erzählen, was für ein toller Typ er war. Christopher Sandfords Sebastien sieht man gleich an seinem riesigen Zinken an, dass er hier das opportune Arschloch sein soll, während Model Judy Huxtable als Hildegard eine formidable Bitch abgibt.
„Die Screaming, Marianne“ (der Titel wurde wohl nur gewählt, weil er schön reißerisch klingt) ist glücklicherweise genauso bescheuert wie unterhaltsam, die Schenkelklopfer gibt es hier nahezu im Minutentakt, und man kommt aus dem ungläubigen Staunen nicht mehr heraus. Dazu kommt noch, dass es sich hier, ganz Walker-like, um einen wirklich unnetten Film handelt, und, so großen Spaß es auch macht, die beiden Liebenden Eli und Marianne, die vielleicht gerade wegen ihrer Fehler und ihrer Unbedarftheit so likeable geraten sind, unentwegt in ihr Verderben laufen zu sehen, lässt er einen doch mit einem ziemlich deprimierenden Ende etwas traurig zurück. Und damit hat der Film mehr erreicht, als ich bis zum letzten Drittel (wo die heftigen Geschütze aufgefahren werden) erwartet hätte. Nichts für jedermann, aber wer Walkers Filme mag und auch Trash nicht nur als lockeres Vergnügen sieht, wird hier belohnt werden. 7/10

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GOLDFACE (Bitto Albertini, 1967)

Der geheimnisvolle Wrestler Goldface ist nicht nur im Ring eine Kanone und der Mann, den die Fauen anhimmeln und seine Kontrahenten fürchten, auch im Kampf gegen die Verbrecher-Organisation Rote Kobra ist er der Menschheit letzte Hoffnung. Zusammen mit seinem Trainer und Assistenten, einem muskelbepackten, dauernd Sonnenblumenkerne knabbernden Schwarzen, zieht der Superheld, im wahren Leben Doktor Vilar, gegen die Schergen von Kobra und Olga zu Felde…

Eurocrime-Trash von der Stange (und von Bitto Albertini). Allerdings ist der so doof, dass es schon wieder Spaß macht. Allerdings läuft sich die Sache mit der Zeit tot, so dass es doch gut ist, dass wohl 20 Minuten zur Originalversion fehlen. 5/10

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FRANKENSTEINS HORROR-KLINIK (Anthony Balch, 1973)

Rocksänger Jason Jones fühlt sich nach einer verlorenen Schlägerei etwas schlapp und ausgelaugt, da kommt die Anzeige die Erholung und Spaß in einer Kur-Klinik auf dem Lande verspricht, gerade recht. Schon im Zug dort hin macht er die Bekanntschaft mit der süßen Judy Peters, die in der Klinik ihre Tante, die sie noch nie gesehen hat, besuchen will. Am Bahnhof angekommen, misst man den versprochenen Wagen, und so machen sie sich per pedes auf dem Weg zur Klinik, die in einem alten Schloss beheimatet ist. Allerdings scheint keiner mit ihrer Ankunft gerechnet zu haben, auch Judys Tante Harris scheint not amused, aber man gibt ihnen, trotz der Beteuerung, dass sie nich t zusammen gehören, ein Doppelzimmer, wo sich beide sogleich etwas näher kommen. Beim Abendessen ist man erstaunt, denn die anderen Patienten sind nicht sehr redselig, eine lange Narbe ziert die Stirn eines jeden. Und auch der Kurleiter Dr. Frankenstein heißt die beiden nicht gerade herzlich willkommen. Dann erfahren sie von seinem Assistenten, dem Zwerg Frederick, dass der Doktor gar garstige Experimente an Menschen vollzieht, um sie in willfährigen Sklaven zu verwandeln, und so beschließen sie, aus dem alten Gemäuer zu fliehen…
Trashiger, britischer Horrorfilm mit Michael Gough als Mas Scientist; er darf hier mal wieder ordentlich vom Leder ziehen. Robin Askwith und Vanessa Shaw geben als Jason und Judy ein süßes Paar ab. Die Masken der verwandelten Probanden ist eher einfallslos, eine mittelprächtige Narbe und etwas blaues Make-up, dazu ein leerer Blick und das war’s. Dafür ist der Film auch in den Nebenrollen mit Ellen Pollock als unterkühlte Aunt Harris, Dennis Price als schmieriger Menschen-Makler und Skip Martin als Handlanger recht gut besetzt. Alles andere ist eher Dienst nach Vorschrift und wenig aufregend. Kann man mal glotzen, muss man aber nicht. 5/10

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MAGIC MURDER (Paul Schrader, 1994)

Während der kalifornische Senator Crockett der Magie den Kampf ansagt und sich den Sündenpfuhl Hollywood publity-trächtig für eine Hexenjagd ausgesucht hat, wird der abgehalfterte Privatdetektiv H. Phillip Lovecraft von der Schauspielerin Kim Hudson auf ihren Ehemann, den Filmproduzenten Gottlieb, angesetzt, er hat sie gerade in seinem neuesten Film durch ein junges Starlet ersetzt. Doch der fiese Gatte wird durch einen Zauber geschrumpft und von seiner Dobermännern gerupft. Nun ermittelt Lovecraft in einem Mordfall unter den dekadenten Hintermännern der Traumfabrik wie den Magier Finn Macha. Und auch seine Klientin gerät in die Schusslinie, auf sie wird auch ein Mordanschlag verübt. Senator Crockett spielt der Vorfall exzellent in die Hände, und er hat Lovecrafts gute Freundin, Hexe Kropotkin, als Sündenbock ins Auge gefasst…
Macht so ziemlich alles verkehrt, was der Vorgänger noch so gut und richtig machte. Es ist außerdem keine richtige Fortsetzung, es wurde nicht nur der gesamte Cast ausgetauscht, sondern gleich die ganze Geschichte in die 50er verlegt, um die Verbindung zu den Kommunisten-Jägern um Senator McCarthy noch offensichtlicher zu machen. Auch das Budget wurde sichtlich herunter gekürzt, hätte man den ersten so, wie er war, im Kino laufen lassen können, sieht der hier halt nur noch wie ein (optisch) besserer TV-Film aus. Das ist schon sehr schade. Von den Schauspielern stechen nur Eric Bogosian als Crockett und Julian Sands als Macha heraus, selbst Dennis Hopper bleibt recht blass. Wie gesagt, sehr schade, das…4,5/10

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HEADSHOT (2016)

Ein Mann liegt mit einer Kugel im Kopf im Koma. Die junge Ärztin Ailin hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben und kümmert sich aufopferungsvoll um den Patienten, den sie Ishmael nennt. Und tatsächlich erwacht Ishmael eines Tages, leidet aber an Amnesie. Die Konfrontation mit einem gewalttätigen Gangster, den der Gangsterboss Lee schickte, offenbart seine geradezu unheimlichen Kampfkünste. Langsam kehren Erinnerungsfetzen wieder, und als Lee Ailin entführen lässt, schlachtet sich Ishmael durch die Reihen seiner Schergen. Das Bild, das sich aus den Erinnerungsfetzen aus seiner Vergangenheit allmählich dabei zusammen setzt, ist kein schmeichelhaftes…
Selten einen Film gesehen, der so uninvolving ist. Iko Uwais ackert sich durch bestialisch brutale Fights, in denen das Blut literweise spritz, ohne dass es einen kümmert, ob nun sein Gegner oder er es ist, der nun totgeprügelt, aufgespießt oder zu Klump geballert wird. Es ergibt sich auch aus seinen Erinnerungsfetzen kein rundes, ganzes und klares Bild, der Typ ist derart profillos, dass er nur schemenhaft als Person wahrgenommen werden kann. Man bekommt auch keinen richtigen Eindruck von der Organisation, in dem ihn Boss Lee von Kindheit an herein erzogen hat; man weiß, sie sind kriminell, handeln mit Drogen und töten Menschen, das war es dann eigentlich schon. Selbst bei einem Videospiel würde man das wahrscheinlich als viel zu dünn bemängeln, für einen Film ist so etwas dann schon quasi ein Genickbruch, gerade weil das Teil eine zweistündige Abfolge, zwar erstklassig choreographierter, aber sinnentleerter Action-Setpieces (die sich dazu noch kaum steigern) darstellt. Das ist irgendwann einfach nur langweilig. 5,5/10

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KINGSMAN: THE GOLDEN CIRCLE (Matthew Vaughn, 2017)

Die größenwahnsinnige Poppy Adams, die den Drogenverkauf der gesamten Welt kontrolliert, hat genug davon, sich im goldenen Dreieck verstecken zu müssen. Sie holt zu einem vernichtenden Schlag gegen die Kingsman aus, den nur Eggsy alias Galahad Jr. und Merlin überleben. Ein Hinweis aus dem Notfalltresor führt sie nach Amerika zu den Statesman, die in einer Schnappsbrennerei ansässig sind. Dort trauen sie ihren Augen nicht, denn der totgeglaubte Galahad Senior wurde von den Amerikanern gerettet, hat allerdings sein Gedächtnis verloren. Zusammen mit Agent Whiskey finden sie heraus, das Poppy alle Drogenkonsumenten auf der Welt vergiftet hat, um vom amerikanischen Präsidenten die Legalisierung aller Drogen zu erpressen, um eine ehrbare Geschäftsfrau zu werden. Doch der geht nur zum Schein darauf ein, also liegt es an unseren Helden, den Tag zu retten…

Man merkt deutlich, dass diese Fortsetzung nicht auf einem Comic von Millar fußt, denn der Plot schlingert unbeholfen vor sich her, um bei einigen netten Action-Setpieces halt zu machen. Die simple „Don’t do drugs“-Message nervt zunehmends, vor allem, da das Drehbuch sich nicht einmal die Mühe gibt, das ironisch zu brechen. Die Subversivität, das anarchische gegen-den-Strich-bügeln des Vorgängers geht diesem Film vollkommen ab, was beweist, dass Vaughn das Comic Millars eigentlich gar nicht verstanden hat. Geblieben sind nur die blutigen, mit Splatterspitzen versehenen Shoot-Outs und Kämpfe sowie einige unappetitliche Gags, die aber für sich alleine stehend eher aufgesetzt wirken. Man kann sich schon in den, zu langen, zweieinhalb Stunden damit unterhalten, an Nachhaltigkeit bietet der Film allerdings nur einen üblen, gar reaktionären Beigeschmack, wenn der Film alle Arten des Drogenkonsums unkritisch in einen Topf wirft, und den Genuss  von Alkohol und anderer legaler Drogen fein dabei ausklammert. 5/10

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SKINNER… LEBEND GEHÄUTET (1991)

Maggie, die seit geraumer Zeit von Alpträumen geplagt wird, veranstaltet mit ihren Kommilitonen unter Aufsicht ihres Lehrers Mr. Davis einen Horrorfilm-Marathon, aus dessen Erlös zukünftige Filmprojekte der Studenten finanziert werden sollen. Irgendjemand lässt ihnen im Vorfeld eine Rolle des Films „The Possessor“ zukommen, der vom verrückten Experimentalfilmer Lanyard Gates stammt, der bei dessen Vorführung als Aktionskunstwerk die (echte) Ermordung seiner Familie vor Publikum inszenieren wollte, aber in einem Feuer im Lichtspielhaus verbrannte. Zum Filmfestival herrscht großer Andrang und Maggie glaubt, in der Menge ein Mann mit verbrannten Gesicht ausgemacht zu haben, den sie für Gates hält. Und tatsächlich lichten sich die Reihen der Studenten, je länger der Marathon läuft…

Anfangs recht gefälliger Slasher in schönen Kino-Ambiente (und den dazugehörigen Anleihen beim Phantom der Oper). Wenn der Täter zum letzten Drittel enthüllt wird, leidet die Spannung etwas. Aber der Film versteht durchaus auch daraus Kapital zu schlagen, wenn etwa eine von Maggies Kommilitoninnen (mir ist glatt ihr Name entfallen) unwissentlich dem Killer ihre Liebe offenbart, was den dann kurzzeitig vollkommen aus dem Konzept bringt. Die Fähigkeit des Täters, seine Gestalt zu verändern, ist, auch wenn sie zum Ende noch einmal unterfüttert wird, nicht wirklich plausibel. Aber alles in allem recht nett, wenn auch nicht gut. 6,5/10

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IM AUGENBLICK DER ANGST (Bigas Luna, 1987)

Die Freundinnen Patty und Linda sind im Kino, um sich den Horrorfilm „The Mommy“ anzuschauen, in dem eine Mutter ihren Sohn hypnotisiert und auf eine Mordtour schickt. Patty ist der Film nicht geheuer und sie verfällt zunehmend in Angstzustände. Da beginnt im Kino ein anderer Mann seinen Amoklauf…

Ja, der hat mir ausnehmend gut gefallen. Durch die geschickte Montage und Ablenkung musste ich auch erst einmal zum Ende hin, die Handlungsebenen auseinanderklabüstern, als ich merkte, dass ich voll drauf reingefallen bin. Passiert auch nicht alle Tage. 8/10

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GALERIE DES GRAUENS (David L. Hewitt, 1967)

5 kleine Horrorgeschichten:
Ein junges Paar zieht in ein Schloss mit einer verfluchten Uhr; ein Frauenmörder, genannt „Vampir“, geht in London um; Ein Wissenschaftler verliert seine Frau an seinen jungen Assistenten; drei Wissenschaftler erwecken einen Toten zum Leben; Anwalt Harker will Fürst Alucard, der immer nur nachts wach ist, ein Grundstück verkaufen…
Den Erzähler gibt John Carradine, und er spielt auch in der ersten Episode mit. Nebenher, hätte ich mehr als einen kurzen Satz über jede Story geschrieben, hätte ich schon alles verraten, denn der Inhalt aller Geschichten zusammen passt bequem auf einen einzelnen Bierdeckel. Regisseur Hewitt arbeitete mit einem kleinen Cast, und so tauchen einige Leute in jeder einzelnen Episode auf. Schlecht ist gar kein Ausdruck für dieses Machwerk, das allerdings zwischenzeitlich dermaßen doof ist, dass Trashfans mit den Ohren schlackern. Für den Ottonormalverbraucher ist der aber freilich unkonsumierbar. 6/10

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DER MASSENMÖRDER VON LONDON (Roger Corman, 1962)

Richard of Gloucester giert nach dem Thron von England, doch sein Bruder, der todkranke König Richard IV ernennt seinen anderen Bruder Clarence zum Hüter des Reiches, bis einer seiner Söhne den Thron besteigen kann. Der machtbesessene Richard tötet Clarence, und auch andere, die ihn im Weg sind, finden durch seine Hand den Tod. Aber die Geister der Verstorbenen lassen ihn von jetzt an keine Ruhe mehr…

Der Versuch Cormans, das shakespear’sche Drama eines Mannes, der dem Wahnsinn verfällt, als Horrorfilm zu erzählen, entpuppt sich als streckenweise zähe One-Man-Show von Vincent Price. Der S/W-Fotografie mangelt es optisch an Abwechslung, und zu oft ergeht sich der Film in schier endlosen Monologen (naja, ist halt Shakespeare). Das waren sehr lange 76 Minuten. 4,5/10

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ASH VS EVIL DEAD – SEASON 1 (2015)

Ash hat, um einer Frau zu imponieren, einige Sprüche aus dem Nekromikon aufgesagt. Er muss nun feststellen, dass das Böse auf der Welt Einzug hält und macht sich mit seinen beiden Arbeitskollegen Pablo und Kelly auf, dem Einhalt zu gebieten. Doch die hinterlistige Ruby ist ihnen auf dem Fersen, um das Buch der Toten an sich zu bringen…

Das hat wirklich Spaß gemacht. Ich hatte am Anfang noch etwas meine Zweifel, aber gerade durch die knackig kurze Laufzeit der Episoden und der mit 10 Folgen recht kurzen Staffel ist die Serie sehr kurzweilig geraten. Dabei geht es manchmal verdammt gory zur Sache, das Blut spritzt hier gleich hektoliterweise. Sehr gelungen fand ich das Finale über die letzten beiden in der bekannten Waldhütte, was Fans mit der Zunge schnalzen lassen dürfte. Insgesamt fängt die Serie die Atmosphäre der Filme gut ein, Es klemmt sich vom look’n’feel, bis auf die nicht immer guten CGI-Effekte (ist halt eine billige Fernseh-Serie) hervorragend hinter die vorangegangenen Filme (vor allem „Tanz der Teufel 2“ und „Armee der Finsternis“) Bruce Campbell hat es immer drauf, er ist halt das Herzstück des ganzen. Freue mich schon auf die zweite Staffel.

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PRISON BREAK – SEASON 5 (2017)

Als T-Bag aus dem Knast entlassen wird, erhält er von einem unbekannten Gönner eine neue Hand. Und Lincoln Burrows erfährt, dass sein Bruder Michael Scofield noch am Leben ist und im Jemen im Gefängnis sitzt. Er informiert Sara, die inzwischen wieder verheiratet ist, doch Attentäter stören das Zusammentreffen. Jetzt muss Lincoln der Sache nachgehen und reist mit C-Note in den Jemen und siehe da, Michael lebt, ist dort aber als Top-Terrorist Kaniel Outis bekannt…

Ob’s diese Mini-Serie als Nachklapp gebraucht hat? Sicherlich nicht, aber sie ist zumindest besser als die vierte Staffel und bietet ein spannendes Finale, das sich am Ende zum Glück den Luxus leistet, nicht zu sehr auf zu viele Leute eingehen zu müssen, sondern das ganze nur abschließt, und Schluss.

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