Dear Diary… on the watch 28.11.-14.12.17

Der erste Eintrag für Dezember ließ lange auf sich warten, ich weiß. Hatte etwas mehr zu tun und es leider immer weiter aufgeschoben, weswegen dies mein bislang längster Tagebuch-Eintrag ist. Ab Januar ändert sich dann wieder einiges hier; ich überlege auch, den WordPress-Account auf Premium zu stellen, um noch einige Möglichkeiten mehr in der Präsentation zu haben. Aber erst einmal die Filme, die ich in den letzten 2 1/2 Wochen gesehen habe:

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DER ROTE SCHATTEN (Sidney Hayers, 1960)

Schönheitschirurg Dr. Rossiter führt trotz Verbots experimentelle Gesichtsoperation durch. Eine Patientin, deren Operation misslängt, dreht durch und bringt sich um. Der feine Doktor flüchtet, im Schlepptau seine Geliebte Angela und ihr Bruder Martin, sein Assistent. Nachdem die beiden das Gesicht von Rossiter operativ verändert haben, treibt es das Trio nach Frankreich. Der Doktor hat den Namen Schüler angenommen und wird Teilhaber eines Zirkus, weil er Nicole, die entstellte Tochter des Direktors Vanet, ein neues Gesicht gab. Vanet stirbt, als er betrunken mit einem Bären tanzt, und so führt Schüler den Zirkus zu großem Erfolg. Allerdings trägt er den Ruf einer Todesfalle mit sich, denn die Sterberate unter jungen Artistinnen ist unglaublich hoch. Denn Schüler, der immer wieder kriminelle Frauen operiert und im Zirkus und seinem Bett aufnimmt, wird seiner Geliebten schnell überdrüssig…

Anton Diffring gibt mal wieder das größenwahnsinnige Arschloch, und das kann er ja gemeinhin ziemlich gut. Die Zirkus-Atmosphäre kommt gut rüber, auch wenn es etwas komisch wirkt, dass intern nur Rossiters/Schülers abzulegene Geliebte oder seine Gehilfen, das Geschwisterpaar, seine Autorität allmählich in Frage stellen, andere Konflikte mit Untergebenen bekommt man kaum mit. Das tut der Freude aber keinen Abbruch, der Film steuert durchweg spannend auf seinen großen Höhepunkt und die unweigerliche Katastrophe zu. 7/10

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THE BAT PEOPLE (Jerry Jameson, 1974)

Handelt von einem Höhlenforscher, der von einer Fledermaus gebissen wird. Danach hat er Tagträume von Fledermäusen und verhält sich komisch. Nachts geht er als Fledermaus – Mann auf die Jagd, seinen Blutdurst zu stillen. Geil ist der schmierige Gesetzeshüter, der in den Todesfällen ermittelt und mal eben die Frau des Forschers anbaggert, während der im Krankenhaus liegt…

Über die erste Stunde ist der Film eine recht zähe Angelegenheit, weil man das Fledermaus – Makeup erst sehr spät sieht und die Tagträume dominieren, er im Krankenhaus behandelt wird. Die Maske sieht qualitativ so „gut“ aus wie Naschys Werwolf, dafür ist das Ende recht hilariös. Nicht ganz so scheiße, wie ich vermutet und erhofft habe. Er ist auch trotz einer durchschnittlichen Bewertung von 2,3/10 nicht mehr in den Bottom 100 vertreten, da die IMDb die Mindestanzahl der erforderlichen Stimmen wohl auf über 2000 Stimmen erhöht hat. Ich für meinen Teil habe schon weit schlimmeres gesehen. 5,5/10

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I EAT YOUR SKIN (Del Tanney, 1964)

Autor Tom Harris wird von seinem Verleger auf eine Karibikinsel gesandt, von der es heißt, dass dort Zombies herumlaufen und Menschen geopfert werden. Außerdem forscht Dr. Biladeau in dieser Abgeschiedenheit nach einem Mittel gegen Krebs. Auf dem Eiland angekommen, wirft Weiberheld Harris ein Auge auf Biladeaus schöne Tochter Jeannie, muss aber am gleichen Abend Bekanntschaft mit den glubschäugigen Helfern des Vortänzers der Insel machen…
Lustiger Trasher mit allem, was dazugehört. Die glubschäugigen Masken der Zombies dürfte Jess Franco für seinen Oberhonscho bei „Jungfrau unter Kannibalen“ inspiriert haben. Es gibt ein misslungenes Experiment, eine nervige Tusse, einen hübschen Love Interest und einen lachhaften Helden. Dazu noch Logiklöcher, lässige Big Band Musik und, naja, Glubschaugen-Zombies. 6/10

I DRINK YOUR BLOOD (David E. Durston, 1970)

Die junge Sylvia beobachtet aus dem Gebüsch, wie Horace mit seinen Anhängern eine schwarze Messe abhält. Doch sie wird entdeckt. Es stellt sich heraus, dass Andy sie eingeladen hat. Horace is not amused, und so torkelt Sylvia am nächsten morgen derangiert und um die Erfahrung einer Gruppenvergewaltigung reicher zur Farm ihres Opas. Dieser will sich die Bande, die sich inzwischen in einem leerstehenden Haus außerhalb der Stadt niedergelassen hat, vorknöpfen. Die Bande kann ihn aber überwältigen und flößt ihm eine ordentlich Dosis LSD ein. Sylvias kleiner Bruder Peter vergiftet die Satansanbeter heimlich mit Blut, das er von einem tollwütigen Hund hat. In der nächsten Nacht plagen die Mitglieder der Gruppe Magenkrämpfe und Rollo, ein weiteres Alphatier, begehrt gegen den Anführer Horace auf. Und während die beiden aufeinander losgehen, machen sie die anderen Mitglieder auf und bringen mit der Tollwut Tod und Verderben in die kleine, dem Untergang geweihte Stadt…
Ein teils großartiger Exploitationfilm, der gewaltig auf Krawall gebürstet ist. Er bringt alles mit, was den mittelständischen, ländlich orientierten Amerikaner damals in seinen Alpträumen den Schlaf raubte. Nachdem der kleine Ort nach dem Bau eines Dammes in der Nähe von Arbeitslosigkeit und daraus resultierender Landflucht, fallen nun satanische Multi-Kulti-Hippies – Hauptdarsteller Bakshar ist gebürtiger Inder, „Rollo“ George Patterson ist ein Afro-Amerikaner und auch eine Asiatin darf nicht fehlen – und Strauchdiebe über die gebeutelte Stadt her. Zudem bedienst sich David E. Durston ausgiebig an den realen, und damals noch recht aktuellen, Morden der Manson-Family; einem Opfer aus den eigenen Reihen wird z.B. mit Blut das Wort „Pig“ auf die Brust geschmiert und eine schwangere Frau pfählt sich mit ihrem Ungeborenen. Schade ist, dass der Film im letzten Drittel endgültig ins Lächerliche abdriftet, spätestens wenn andere Bewohner des Kaffs angesteckt werden. Davor bot der Film, gerade in den Szenen, in denen vor allem Rollo und Horace beginnen, den Verstand zu verlieren, eine kranke, unheimliche Atmosphäre. Unterm Strich ist der aber immer noch sehr unterhaltsam und wird seinem Status als (für seine Zeit) hyper-brutaler Grindhouse-Klassiker ohne Mühe gerecht. 7,5/10

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I SPIT ON YOUR GRAVE (Meir Zarchi, 1976)

Die junge Schriftstellerin Jennifer mietet sich ein Haus auf dem Land, um dort zu schreiben. Dann wird sie von Johnny, Stanley, Andy und Matthew, der ein wenig zurückgeblieben ist, vier Männer aus dem nächsten Ort, vergewaltigt. Matthew soll sie anschließend erstechen, bringt dies allerdings nicht fertig. Die verstörte Jennifer beschließt darauf, ihre Peiniger zur Strecke zu bringen…

Der Rape’n’Revenge-Film von Meir Zarchi gilt heute als Exploitation-Klassiker und wurde 2010 mit Sarah Butler in der Hauptrolle wiederverfilmt – das Remake kam bisher sogar auf 2 Sequels. Das Original ist nicht besonders aufregend gefilmt, geht die ganze Sache recht langsam an. Die lange Vergewaltigung ist auch heute noch unangenehm anzusehen, die Rache ist grausam, nur leider gingen Zarchi zum Ende die Ideen aus. 6/10

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THE LAST JAWS – DER WEISSE KILLER (Enzo G. Castellari, 1981)

Ein Küstenort wird von einem weißen Hai in Angst und Schrecken versetzt, ausgerechnet vor der jährlichen Surf-Regatta. Ein ehrgeiziger Lokalpolitiker engagiert einen Haijäger, doch es kommt zu weiteren Toten…

Ziemlich dreister Abklatsch von Spielbergs „Der weiße Hai“ aus Italien. Das Drehbuch bringt eigentlich keine eigenen Ideen mit ein, und so ist es schade, denn der Film, der von Regisseur Castellari handwerklich ordentlich inszeniert ist, erweist sich damit als überaus überflüssig und vorhersehbar. 5/10

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SHE – HERRSCHERIN DER WÜSTE (Robert Day, 1965)

Eine antike Münze bringt den Archäologen Holly in Palästina auf die Spur der untergegangenen Stadt Kuma. Mit seinem Diener Job und dem jungen Abenteurer Leo startet er eine Expedition in die Wüste, die sie fast das Leben kostet. Doch sie werden von der geheimnisvollen Umane gerettet, die sie in das tatsächlich noch existierende Kuma bringt, wo die unsterbliche Ayesha als Tyrannin über ein Volk von Sklaven herrscht. Sie hält Leo für die Reinkarnation ihres Geliebten Kallistratos und will ihm auch ein ewiges Leben schenken. Doch das passt dem Hohepriester Billali nicht, der selbst nach dieser Gabe strebt…
Der Film ist bereits die achte Adaption des beliebten Romans „She“ von Quatermain-Schöpfer Henry Rider Haggard. Hammers Bearbeitung kann vor allem mit einer tollen Besetzung, Ursula Andress, John Richardson und Peter Cushing spielen in den Hauptrollen, Christopher Lee gibt den Billali, und großen produktionstechnischem Aufwand, also tollen Sets und einer Menge Komparserie, punkten, erweist sich aber leider als nicht sehr aufregend. Ein mittelprächtiges Vergnügen. 5/10

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THE VENGEANCE OF SHE (Cliff Owen, 1968)

Das Model Carol scheint vom Geist der Ayesha, einstige Herrscherin des ewigen Reiches Kuma, besessen. Za-Tor, der linkische Hohepriester des unsterblichen Killikrates, lenkt die junge Frau in Richtung seines schmachtenden Herren, und jeder, der dem im Wege steht muss sterben. Nur der Psychiater Philip versucht, Carol zu helfen und weicht ihr nicht mehr von der Seite…
Haarsträubende Sequel zur Literaturverfilmung von ’65, die ich auch nicht besonders aufregend fand. Reiner Trash, dem es an allem fehlt; einer kohärenten Story mit schlüssiger Dramaturgie, guten Darstellern und allgemein an Schauwerten. Das war wohl nichts, wenn ich nicht eh alle Hammer-Filme in meiner Sammlung wollte, würde ich glatt von einem Fehlkauf sprechen. 4/10

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NACHTS, WENN DAS SKELETT ERWACHT (Freddie Francis, 1973)

Wissenschaftler Hildern behandelt seine kranke Tochter Penelope mit einem Extrakt, dass er von einem riesigen, monströsen Skelett gewinnt, dass er in Neuguinea gefunden hat, und das bei Wasser regenerative Fähigkeiten offenbart. Er glaubt so, ein vererbtes Leiden, das auch ihre Mutter plagte, zu bekämpfen und gleichzeitig endlich wissenschaftliche Anerkennung zu erlangen. Sein Halbbruder James streicht ihm allerdings die Mittel aus dem gemeinsam Erbe, und auch Penelopes Zustand entwickelt sich nicht wie erwünscht…

Der Film war damals das Wunschprojekt des Sound Editors Michael Redbourn, der zwei Jahre wartete, um es mit der richtigen Crew, u.a. Freddie Francis für die Regie sowie Cushing und Lee für die Hauptrollen, zu realisieren. Herausgekommen ist leider nur mäßig spannender Unsinn, der oftmals keinen Sinn ergibt, das dann aber auf technisch hohem Niveau. Der Film bietet einige unheimliche Szenen, kann im ganzen aber nicht überzeugen. 5/10

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SADO – STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF (Joe D’Amato, 1979)

Als Franks Verlobte stirbt, stiehlt der Hobby-Präparator die Leiche und stopft sie aus. Der junge Mann, der auch eine sexuelle Beziehung zu seiner Ziehmutter Iris unterhält, bringt von nun an immer wieder junge Frauen in sein Gemach, um sie dort neben der Leiche in seinem Bett zu töten. Iris hilft ihm, sich der Leichen zu entledigen und erhofft sich im Gegenzug, seine Gemahlin und damit auch offizielle Nutznießerin seines immensen Erbes zu werden. Doch der Polizei-Inspektor Kale hat Frank schon im Auge…

Unappetitlicher Exploiter von Aristide Massachesi (aka Joe D’Amato), der nur auf den Tabubruch hinaus inszeniert ist. Der Film ist ein Remake des Giallo „Das dritte Auge“ mit Franco Nero, hält aber selbst mit der Identität des Täters von Anfang an nicht hinter dem Berg, weswegen es auch nicht mehr in die Kategorie des Kriminalfilms fällt. Die Gore-Effekte sind immer noch recht heftig anzusehen, wogegen die Handlung gerne mal auf der Stelle tritt. Trotzdem einer von Massachesis besseren Filmen. 6/10

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THE BOOGEYMAN (Uli Lommel, 1980)

Im zarten Alter von vier Jahren muss Lacey mitansehen, wie ihr älterer Bruder Willy den Liebhaber der Mutter mit dem Messer tötet. Selbst Jahre später verfolgt sie das Gesehene, Willy ist seither stumm. Ein Psychiater versucht sie zu therapieren, in dem er sie an den Ort der schrecklichen Tat zurückbringt, doch als Lacey dort den Spiegel im Schlafzimmer, dem damaligen Tatort, zerbricht, entfleucht der Geist des Toten und treibt fortan dort sein mörderisches Unwesen…

Die Geschichte um die Entstehung von Lommels erstem US-Film ist wahrscheinlich interessanter als das Werk selber. Man merkt dem Film das beschränkte Budget oftmals an, auch wirkt die Inszenierung in vielen Szenen eher unbeholfen. Einen gewissen Charme kann man dem Werk dennoch nicht absprechen, und gerade in den grausamen Morden offenbart es einiges an Schockpotenzial, das aber nie voll ausgeschöpft wird. 5,5/10

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DIAMANT DES GRAUENS (Uli Lommel, 1986)

Im Streit um wertvolle Diamanten stirbt Minenbesitzer McBride, sein Neffe Gene erbt seinen Besitz. In Südamerika angekommen, erfährt dieser von einem Fluch, der auf seiner Familie lastet, und er macht sich mit Kelly auf, die magischen Steine wiederzubeschaffen. Ihnen auf den Fersen ist aber ein Gaunerpärchen, dass es auch auf die Diamanten abgesehen hat…

Trashiger und billiger Abenteuerfilm, könnte auch von Jess Franco sein. Stellenweise lustig. 4/10

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PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (William Sachs, 1977)

Astronaut Steve ist der einzige Überlebende einer Saturn-Mission, aber auch um ihn steht es nicht gut. Durch intensive Strahlung mutiert, ist die Integrität seines Körpers nicht länger gewährleistet und so ist er auf menschliches Gewebe angewiesen, welches er auf der Flucht konsumiert. Dr. Ted Nelson versucht alles, den Astronauten wieder in die Obhut der Wissenschaftler zu bringen, um ihn zu helfen, doch die Verantwortlichen wollen alles unter den Teppich kehren, denn die nächste Mission zum Saturn steht bereits an…

Holpriges B-Movie auf den Spuren von Klassikern wie „Schock“ oder „Rakete 510“, der seinen Vorbildern allerdings wie der zunehmend deformierte Mutant hinterher hinkt. Allerdings sind die Make-up F/X von Rick Baker fantastisch und verschafften dem Film einen Ruf, der mal wieder den Begriff Kult bemüht. Mehr als teils recht unterhaltsamer Trash ist es denn aber nicht. 6/10

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PASSAGIER 57 (Kevin Hooks, 1992)

Sicherheitsexperte John Cutter gerät in eine Flugzeugentführung, als Terrorist Charles Rane von seinen Mitstreitern befreit wird…

Ordentlicher, schnörkellos inszenierter „Stirb langsam“-Klon, der auch mit Wesley Snipes und Bruce Payne zwei charismatische Kontrahenten vorweisen kann. 7/10

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INVASION DER BLUTRÜNSTIGEN BESTIEN (Al Adamson, 1970)

Auf einem fremden Planeten trifft eine Weltraum-Expedition auf ein einfaches Volk von humanoiden Wesen, die gegen einen nachtaktiven Stamm vampiristischer Geschöpfe und alles mögliche andere monströse Viehzeug zu kämpfen hat…

Mit einem Minimalaufwand selbst gedrehten Materials verwurstet Trash-Regisseur Adamson einen philippinischen Monsterfilm, unter Zuhilfenahme einzelner Szenen weiterer Filme (u.a. der Kampf zweier Stop-Motion-Riesenechsen), zu einem einfarbig colorierten Sci-Fi-Abenteuer. Dieses wie andere dafür notwendige Stilmittel werden sogar erklärt (als ob das irgendwen kratzen würde). An Bord des Raumschiffs verweilt auch John Carradine (der in seiner Rolle einen kleinen Herzanfall erlitt und deswegen den Außeneinsatz nicht antreten kann), der über Funk mit der Expedition und der Kommandozentrale auf der Erde (wo man sich auch schonmal für eine Runde Cybersex zurückzieht) Kontakt hält. Teils schreiend komischer Blödsinn, der zum Ende etwas ermüdet. In der viel zitierten bierseligen Trash-Runde dürfte das aber der Bringer schlechthin sein. 6,5/10

Es gibt auch noch eine italienische Version, in der die Herren vom Stiefel nochmals eigenes Material verwursten und das gute Stück dafür um unnötige Handlungselemente (weil für das Verständnis, ähm, wichtige) kürzten.

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JACK REACHER: KEIN WEG ZURÜCK (Edward Zwick, 2016)

Reachers Telefonbekanntschaft Major Susan Turner von der MP wird wegen des Verdachts der Spionage verhaftet. Er erkennt schnell, dass sie nur als Sündenbock für Unregelmäßigkeiten in Verbindung mit zivilen Sicherheitsdiensten in Afghanistan herhalten soll. Er kann sie vor einem Mordanschlag retten und aus der Untersuchungshaft befreien, und so ermitteln sie auf eigene Faust. Und als ob das nicht schon stressig genug wäre, sammeln sie noch zwischendurch die junge Samantha ein, die auch auf der Abschussliste der bösen Buben steht…

Ich bin kein großer Fan des ersten Films, doch fand ihn recht bodenständig, jedenfalls bis man am Ende die interessanten Ermittlungen abbrach, um quasi mittendrin zum Finale zu springen. Der zweite Teil ist leider schon wieder näher am normalen M:I-Tammtamm dran und so eigentlich obsolet, da man dann ja gleich einen neuen M:I-Film daraus hätte machen können. Die Chemie zwischen Tom Cruise und Filmpartnerin Cobie Smulders ist zudem furchtbar. Ansonsten wird alles pflichschuldigst heruntergerattert, was den Film zumindest locker-flockig konsumierbar macht, allerdings ohne wirklichen Nährwert. 5/10

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CRIME SPREE (Brad Mirman, 2003)

Im Auftrag ihres Bosses werden sechs französische Gangster unter der Leitung von Daniel nach New York geschickt, um dort mit der schönen Sophie einen Bruch zu begehen. Doch unversehens landen sie in der Bude des Gangsterbosses Frankie Zammeti und unter dem Diebesgut finden sich belastende Tonaufnahmen. Die Annahme, dass es sich hierbei um ein unglückliches Versehen handelt, wird alsbald zerstreut, und nun sind den sechs Unglücksraben die Mafia und das FBI auf den Fersen…

Der Film weiß nicht so recht, ob er eher ein grotesker Krimi oder mehr Komödie sein will, denn (nicht mehr ganz zeitgemäßer) Culture-Clash wechseln sich mit tarantinoesker, schwarzhumoriger Situationskomik ab, zudem wird es dann bisweilen entweder unangemessen klamaukig oder brutal. Aber der gut aufgelegte Cast um die Stars Gerard Depardieu und Harvey Keitel kann das einigermaßen kaschieren, gerade die beiden Chansonniers Johnny Hallyday und Renaud sind mit sichtlich Spaß an der Sache dabei. Insgesamt ein zwiespältiges Vergnügen, aber nicht langweilig. 6/10

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VENGEANCE (Johnny To, 2009)

Bei einem Anschlag auf die Familie seiner Tochter in Hongkong sterben Schwiegersohn und Enkelkinder des ehemaligen Gangsters Costello. Tochter Irene überlebt schwerverletzt und fordert von ihrem Vater nur eins: Rache. In Macao treibt er die Truppe des Killers Kwai auf, die er mit der Suche und der Tötung der Meuchelmörder beauftragt. Die Schuldigen sind schnell gefunden und in einem Park gestellt, doch sie können im Schusswechsel entkommen. Es stellt sich heraus, dass sie auch zu den Männern von Kwais Boss gehören, die in seinem Auftrag Irenes Familie töteten. Er und seine Männer bleiben Costello, der ihnen sein gesamtes Hab & Gut für den Auftrag in Aussicht gestellt hat, loyal, sie sind bereit, die Sache bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Doch Costello, der unter Demenz leidet, rennt die Zeit davon, denn die Erkrankung schreitet im Stress der Jagd immer schneller voran…

Das Aufeinandertreffen von Frankreichs größten Rockstar Johnny Hallyday und Anthony Wong, selbst nebenher ein bekannter Sänger, zelebriert Johnnie To in edler Optik und mit wunderschön durchchoreographierten Shootouts. Der Film lief 2009 im Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes und dürfte einer der Gründe sein, warum er dieses Jahr in die Academy berufen wurde. Ich persönlich ziehe „Election“ vor, doch auch „Vengeance“ ist ganz großes Kino. 8,5/10

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DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE (Helmut Ashley, 1962)

Eine Gangsterbande erpresst in London Schutzgeld von reichen Bürgern. Als Pechgarant sticht der Butler Parker hervor, denn jeder seiner letzten Arbeitgeber verweigerte die Zahlung und starb. Um seinen englischen Kollegen Inspektor Weston zu unterstützen, reist Captain Allerman aus Chicago an, denn er vermutet hinter der Bande einen alten Bekannten…
Edgar-Wallace-Krimi mit Adrian Hoven, Christopher Lee und Marisa Mell in den Hauptrollen. In Nebenrollen sind außerdem Klaus Kinski und der unvermeidliche Eddie Arent als Parker zu sehen. Durchschnittskost, allerdings ist es lustig, wenn Lee versucht, Deutsch mit amerikanischen Akzent zu sprechen. 5,5/10

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SPACE TROOPER (John Lyde, 2014)

Entpuppte sich als billiger 08/15-Kriegsfilm im Sci-Fi-Gewand. Ein toller Sniper ist auf einem fremden, feindlichen Planeten (ich nenne ihn der Einfachheit halber mal Irakistan), und wie er da durch Irakistan kreucht und Feinde abknallt, kann er eine ihrer Frauen befreien. Denn Frauen sind hier Besitz. Ihnen im Nacken ist eine Einheit des außerirdischen Feindes (die sich von den Menschen nur durch ihre blau-leuchtenden Augen unterscheiden), angeführt von einem pflichtbewussten Offizier. Doch seine Einheit wird vom Sniper aufgerieben, so dass er nur noch alleine hinter den beiden her ist. Am Ende treffen die beiden auf den Besitzer der Frau (der sie, weil jetzt vom Sniper gefickt, für unrein hält, und nebenbei noch ein Waffenhändler und Taliba…, ähm, Extremistenführer ist). Die Frau beschwört ihren neuen Lover Sniper, dass Gewalt und Tod keine Lösung seien. Also kloppt er sich mit dem Besitzer (klar, was sonst), doch der hält nichts von Fairplay und schnappt sich ’ne Wumme, doch der irakistanische Offizier (der ja auch Militär ist und die Botschaft natürlich versteht hingegen zu dem Extremisten-Besitzer) hält was von Fairplay und snipert seinen Landsmann oder Rassekollegen oder wieauchimmer kurzerhand weg. Kevin Sorbo beobachtet das Geschehen über die volle Länge von seiner Kommandozentrale aus und gibt am Ende den Befehl, den Sniper abzuholen…
Gut, jetzt hab ich ganz, ganz viel gespoilert, ich weiß. Warum ich das gemacht habe? Damit ihr euch diese billige, langweilige und ärgerliche Militarismus-Propaganda im Sci-Fi-Gewand nicht anglotzen müsst. Danket mir oder lasst es sein. Das Ganze ist auf jeden Fall nahezu unansehbarer Müll, selbst wenn man die Idiologie außer Acht lässt. 2,5/10

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NIGHT OF THE DEMONS 2 (Brian Trenchhard-Smith, 1994)

Auf dem katholischen Internat St. Rita, das vorzugsweise schwer erziehbare Jugendliche reicher Eltern beherbergt, findet unter der Aufsicht von Schwester Gloria, die ein strenges Regiment führt, der alljährliche Halloween-Ball statt. Doch Bibi und ihre zickigen Freundinnen Shirley und Terri haben andere Pläne. Sie fahren mit ihren Freunden und einigen bösen Jungs aus der Stadt sowie der schüchternen Mouse, die sie dauernd moppen, im Schlepptau zum berüchtigten Hull House, wo einige grässliche Morde geschehen sind und der Geist der zur Dämonin gewandelten Angela, Mouse‘ älterer Schwester, umgehen soll. Die fiese Shirley will dort spaßeshalber mittels einiger Beschwörungsformeln aus dem Buch, das man den von Okkultismus begeistertem Schul-Nerd entwendet hat, eine schwarze Messe durchführen, um Angela zu beschwören. Und da die als Opfer angedachte schwarze Katze sich verflüchtigt, legt man kurzerhand Mouse an ihrer Stelle auf den Altar. Das Ganze entpuppt sich zwar als schlechter Scherz, doch das Interesse von Angela an neuen Opfern ist geweckt. Und als die Party im Hull House vorzeitig beendet ist, wird halt im Saal von St. Rita weiter gefeiert…

Diese Fortsetzung versucht sich schon am üblichen mehr & besser, aber sehr lange auf seine Schauwerte warten lässt und damit leider sehr dosiert, will sagen sparsam umgeht. Wer den Erstling mochte und auch auf den hier aufgefahrenen Humor kann, wird mit dem Film bestimmt seine Freude haben, wäre es härter oder sleaziger mag, wird halt daran vorbei zu anderen Vertretern des Genres greifen; es ist ja nicht so, dass es an (besseren) Alternativen mangeln würde. 5,5/10

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DEMON NIGHT – ONE NIGHT IN HELL (Jim Kaufman, 1997)

Der Bad Boy Vince ist mit seiner Freundin Lois und Orson in dessen Van unterwegs; bei ihnen sind noch die Kumpels Nick und Reggie, doch untereinander ist man sich nicht grün, doch da gabeln sie an der Straße Cheerleader Holly und ihre Kumpeline Abby auf, die sich für Halloween schick gemacht haben und auf dem Weg zu einer Party sind. Man bietet galant an, die Mädchen dahin zu kutschieren, macht aber noch einmal an einem 24-h-Shop halt. Reggie gerät bei einem Versuch, mit seinem gefälschten Ausweis Bier zu kaufen, mit dem Ladenbesitzer und seiner Schrotflinte aneinander. Die Situation ist ziemlich aufgeladen, da gelingt es Vince, die Waffe an sich zu bringen, gerade als zwei Cops den Laden betreten. Die Situation eskaliert und die Waffen sprechen, und während Reggie eine Kugel in den Bauch abbekommt, schießt Vince einen der Cops über den Haufen. Also sucht die panische Gruppe ihr Heil in der Flucht, vom vor sich hin verblutenden Reggie und dem Gekreische von Holly und Abby unbeeindruckt, lotst Vince Orson und seinen Van zum abgelegenen und gemiedenen, weil verfluchten, Hull House. Das leerstehende Haus entpuppt sich als recht komfortabel, und während Orson die zu Geiseln degradierten Mitfahrer in Schach hält, ziehen sich Vince und Lois erst einmal zu einem Schäferstündchen zurück. Da taucht plötzlich eine mysteriöse Frau namens Angela auf, die den unsicheren Lakaien und eigentlich unwilligen Geiselnehmer umgarnt. Doch schon bald zeigt die Dämonin ihr wahres Gesicht, ihre hässliche Fratze, und Orson ist nur ihr erstes Opfer, denn jetzt bricht über die Zwangsgemeinschaft die Hölle herein…

Der dritte Teil der Reihe ist nicht gut, ist er vielleicht schlecht genug, um dennoch ein gerüttelt Maß Spaß an unfreiwilliger Komik des sleazigen Billighobels hieraus zu ziehen? Kurzerhand: Nein, denn dafür badet der Streifen zu sehr im biederen und niederen Durchschnitt, die Akteure mühen sich, die Crew hinter der Kamera auch, es sind keine Stümper, sie sind nur nicht besonders gut. Genau wie die deutsche Synchronfassung, die eher dazu anhält den O-Ton zu wählen, da sie eher nervt als erheitert. Der Abschluss der Reihe ist so halt kein Desaster und wäre gut im Nachtprogramm eines Kabelsenders aufgehoben, dürfte man hier nicht eine wieauchimmer geschnittene Fassung erwarten. Ein schlichtweg vergessenswerter Film. 4/10

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THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG (Taika, Waititi, 2017)

Nachdem Thor den Untergang Asgards durch Ragnarok verhindert hat, kehrt er zurück zum Hof seines Vaters Odin und muss feststellen, dass sich der totgeglaubte Loki sich dort, als Odin verkleidet, selbst feiert. Gemeinsam suchen sie ihren Vater auf der Erde auf, der sich von beiden verabschiedet, ihnen von der Heimkehr ihrer bösen, bisher unbekannten Schwester Hela, der Göttin des Todes, zu erzählen und sich dann in Sternenstaub verwandelt. Dann schließen sie auch sogleich Bekanntschaft mit ihrem angepissten Schwesterherz, die sich um den Thron betrogen fühlt. Auf der Reise durch den Bifröst wird Thor beim Kampf mit Hela aus dem Strom geschleudert und landet auf dem Planeten Sakaar, wo der selbstverliebte Grandmaster herrscht und Gladiatorenkämpfe veranstaltet. Und während Hela sich anschickt, Asgard zu unterjochen, findet sich Thor kurz darauf in der Arena wieder, wo er auf den amtierenden Champion trifft, den verschollenen Hulk…

Im Rahmen von Marvels Cinematic Universe ist der dritte Thor-Film eher unbedeutend und nimmt sich deshalb glücklicherweise zu kaum einen Moment selbst ernst. Es entspinnt sich ein bonbon-buntes, launiges Abenteuer, das viel richtig macht und über die volle Lauflänge zu unterhalten weiß, was auch um gut gelaunten Cast um Helmsworth und Hiddleston, an derer Seite natürlich Mark Ruffalo und auch Jeff Goldblum zu sehen sind. Die Stellung gegen Cate Blanchett als Hela hält natürlich wieder Idris Elba als Heimdall. Macht Laune und lenkt gekonnt von dem großen Ganzen, das nächsten Jahr im Infinity War mündet, ab. 7,5/10

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DER MAFIA-KILLER (Duke Mitchell, 1974)

Mafiosi-Sohn Mimi will seinem nach Sizilien emigrierten Papa nacheifern und mischt die Unterwelt von New York auf, und dass zunächst sehr erfolgreich. Doch dann legt er sich mit den falschen Leuten an…

Der Versuch des Komikers Duke Mitchell einen ernsthaften Mafia-Krimi zu realisieren, erweist sich als schmissiger, aber auch sehr trashiger Grindhouse-Spaß. Mitchell ist in Personalunion Produzent, Autor, Regisseur und Hauptdarsteller und nimmt die Sache so ungemein ernst, dass sich immer wieder ein Grinsen im Gesicht manifestiert, wenn er zu einem seiner depperten Monologe ausholt. Dazu macht der Film auch keine Gefangenen, schon in der Eingangsszene sterben mehr als ein Dutzend Leute. Ein Trash-Kleinod. 8/10

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LETHAL FORCE (Alvin Ecarma, 2002)

Ein Gangsterboss im Rollstuhl, eskortiert von weiß-maskierten Bodyguards, tötet die Frau von Auftragskiller Jack und entführt seinen kleinen Sohn (der eine unheimlich nervige Synchronstimme verpasst bekommen hat), damit er seinen Partner Savitch in eine Falle lockt und tötet. Doch Savitch ist eine Ein-Mann-Armee und tut Jack nicht einfach mal so den Gefallen, einfach den Löffel abzugeben…

Abgedrehter Amateur-Trash, bei dem der Wahnsinn Methode ist. Der Film ist brutal, absurd und zum Teilen sogar brüllend komisch. Nur die eher schlichte Kampf-Choreographie ermüdet zunehmend. 6/10

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DIE TEUFLISCHE MASKE (Julian Roffman, 1961)

Ein junger Wissenschaftler Radin erzählt seinem Psychiater Dr. Barnes, dass er glaubt, von einer alten Totem-Maske besessen zu sein und unter ihrem Einfluss schreckliche Dinge zu tun. Am Abend bringt er sich um, die Maske landet bei Barnes und auch er erliegt der Faszination der Maske und setzt sie auf; er verfällt dabei in einem psychedelischen Rausch. Schon bald scheint er nicht mehr von ihr loszukommen, und seine Verlobte Pam drängt ihn sich Hilfe zu suchen. Er vertraut sichc seinem Mentor Professor Quincey an, doch ist ihm überhaupt noch zu helfen?

Netter kanadischer Horrorfilm mit einigen ziemlich abgefahrenen 3D-Sequenzen (die Maske fordert den Zuschauer mit einem eindringlichen „Setzen Sie die Maske auf!“, die Brillen aufzusetzen). Faszinierend und ohne das 3D wohl nur die Hälfte wert. 7,5/10

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BRENNENDER TOD (Terence Fisher, 1967)

Auf Fara Island stöhnen die Menschen unter einer gnadenlosen Hitzewelle. Im Gasthaus von Frank Callum gastiert der geheimnisvolle Godfrey Hanson, der nachts irgendwelchen Experimenten nachgeht, wie Dr. Stone mutmaßt. Und dann trifft auch noch Franks Geliebte Angela dort ein, die sich seiner Frau Frankie gegenüber als neue Sekretärin ausgibt. Als im Ort das große Sterben beginnt, müssen sie feststellen, dass etwas fremdes auf der Insel Einzug hält…

Es können nicht immer Volltreffer sein, wie dieser Film des ehemaligen Hammer-Dreamteams Terence Fisher, Peter Cushing und Christopher Lee belegt. Der Film mäandert spannungsarm und ereignislos die meiste Zeit vor sich her und wenn dann im letzten Drittel sich das Geheimnis offenbart, schleppt man sich müde ins Ziel. Ein langweiliger Sci-Fi-Horrorfilm. 4/10

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TANZ DER TEUFEL 2 – JETZT WIRD NOCH MEHR GETANZT (Sam Raimi, 1987)

Nachdem Ash bei einem romantischen Ausflug in eine abgelegene Waldhütte seine Freundin Linda an aus Versehen durch das Necronomicon beschworene Dämonen, die Deadites, verloren hat, irrt er durch den umliegenden Wald. Das Böse lässt ihn nicht gehen, konfrontiert ihn sogar wieder mit seiner zur Dämon transformierten Linda, derer er sich ein für allemal entledigen muss. Allerdings wird seine rechte Hand vom Bösen besessen, so dass die beiden von nun an getrennte Wege gehen. Bald erhält er Gesellschaft von Annie Knowby, der Tochter von Professor Knowby, der das unglückselige Buch der Toten übersetzt hat, ihren Freund Ed sowie dem Backwood-Pärchen Jake und Bobby Joe. Annie hält Ash zuerst für den Mörder ihrer Eltern, doch sie müssen bald erkennen, dass sie nur mit gebündelten Kräften eine Chance haben, gegen das unmenschliche Böse hier zu bestehen…

Sam Raimi gelang es hier vorzüglich abstruses Slapstick-Humor mit richtigen Horror zu kreuzen. Für die Rückblende am Anfang musste er die (ungefähre) Handlung des ersten Teils noch einmal nachdrehen, zum einen aus rechtlichen, zum anderen aus dramaturgischen Gründen. Der Film ist eine Tour-de-Force aus makabren Gags und deftigen Splatter, der aber trotz vereinzelter Horror-Einsprengsel nicht ganz so düster daherkommt wie sein Vorgänger. Und er markiert den Beginn der Marke Bruce Campbell als ikonischer Antiheld. 8/10

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DAS BÖSE III (Don Coscarelli, 1994)

Als Reggie und Mike nach der letzten Auseinandersetzung mit dem Tall Man im Krankenhaus ihre Wunden lecken, taucht eben dieser auf und bemächtigt sich Mikes. Reggie ist bei seiner Odyssee durch Amerika, um den bösen Leichensammler auszuhalten, erst einmal alleine unterwegs und fällt gleich im nächsten verlassenen Nest einer Gang in die Hände, die ihn in den Kofferraum sperren. Als die darauf ein Haus auskundschaften, bekommen sie es mit dem jungen Tim zu tun, ein Zusammentreffen, das für sie tödlich endet. Reggie und der kleine Mann, später schließt sich ihnen noch die Kampfamazone Rocky an, tun sich zusammen, um Mike zu befreien und dem Tall Man das Handwerk zu legen…

Nach dem atmosphärischen ersten Teil und dem Splatterfeuerwerk des zweiten, bröckelt die Reihe ab dem dritten sichtlich auseinander. Coscarelli fällt hier nicht viel neues ein, und kann das auch nicht mehr, wohl aus Budgetgründen, mit einer zünftigen Materialschlacht kompensieren. Das größte Manko bleibt, dass er sich vehement weigert, die Geschichte zu Ende zu bringen, sondern keinen Zweifel daran zu lassen, dass noch etwas folgen wird, was gerade dieses Mal ziemlich unbefriedigend ist. Nichtsdestotrotz noch recht unterhaltsam. 6,5/10

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ARMY OF DARKNESS (Sam Raimi, 1992)

Das Nekronomicon hat Ash ins Mittelalter verfrachtet, wo er erst einmal als vermeintlicher Verbündeter des roten Henry in Gefangenschaft von Lord Arthur landet und in eine Grube mit Deadites geschmissen wird. Doch als er die Monster mit seiner Kettensägenhand besiegt, glaubt der Hofmagier in ihm den Auserwählten zu erkennen. Also wird Ash ausgesandt, um das Nekronomicon zu besorgen, damit das Böse besiegt und er in seine Zeit zurückgeschickt werden kann. Allerdings verschlimmert der tapsige Held-wider-Willen die Situation, weil er vergisst, die magischen Worte zu sagen, als er das Buch an sich nimmt, und so den Toten Einlass auf Erden gewährt…

Der dritte Film verabschiedet sich vom Horror-Genre und setzt stattdessen, neben den Slapstick-Humor und makabrem Witz, auf düstere Fantasy-Action. Bruce Campbell darf hier noch mehr vom Leder ziehen, und Raimi huldigt in seiner Schlacht mit den in Stop-Motion animierten Skelett-Kriegern dem großen Effekte-Guru Ray Harryhausen. Einige Tricks, vor allem die Rückprojektionen, sind schlecht gealtert, aber das schmälert den Spaß kaum. 7,5/10

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DAS RÄTSEL DES SILBERNEN DREIECKS (John Llewellyn Moxley, 1966)

In London wird ein Geldtransporter überfallen. Ein Wachmann stirbt und die Gangster entkommen mit mehreren hundertausend Pfund. Die meisten Mitglieder der Bande sind schnell gefasst, doch ein Großteil des Geldes und der Kopf der Unternehmung bleiben verschwunden. Dann tauchen in einer kleinen Ortschaft einige der geklauten Banknoten auf und die Spur führt Inspektor Elliott zum Zirkus Barberini, der dort Winterquartier hält. Dort wird auch die Leiche von Mason, der den Wachmann erschossen hat, gefunden. Der Täter hält sich versteckt und auch einige der Zirkusleute, wie der Dompteur Gregor oder der Artist Carl, scheinen eigene Ziele zu verfolgen…
Einer der Filme, die Christopher Lee in den 60ern für Harry Alan Towers drehte. Ein ganz annehmbarer Krimi nach Edgar Wallace mit entsprechendem deutschen Cast, u.a. Heinz Drache, Klaus Kinski und Eddie Arent. Da gibt es schon schlechtere Adaptionen. 6,5/10

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ASYLUM – IRRGARTEN DES SCHRECKENS (Roy Ward Baker, 1972)

Psychiater Dr. Martin bewirbt sich für die Stelle des Chefarztes in einem Sanatorium. Doch anstatt des amtierenden Chefs Dr. Martin begrüßt ihn Dr. Rutherford, der ihm eines Tests unterzieht; ein Pfleger führt ihn fünf Patienten und ihre Geschichten vor, und er soll herausfinden, welcher davon Dr. Martin ist. Und so begutachtet er eine Mörderin, einen Schneider, eine Drogensüchtige und einen Konstrukteur von kleinen Robotern…
Die fünfte Horror-Anthologie aus dem Hause Amicus nach Geschichten von Robert Bloch. Dank der kurzen Laufzeit geht das ganze fluffig runter, das Highlight ist einmal wieder die Rahmenhandlung in der Psychiatrie, obwohl sich keine der Stories als Totalausfall entpuppt, was „Asylum“ zu einem der besten Vertreter dieser Reihe von Amicus macht. 7/10

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DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL (Massimo Dallamano, 1973)

Der italienische Turnlehrer Enrico ist gerade an der Themse dabei, seine junge Geliebte, die junge Studentin Elizabeth, sie zur Aufgabe ihrer Jungfräulichkeit zu überreden, als dieses einen Mann mit Messer an der Uferböschung gesehen zu haben glaubt. Er glaubt ihr kein Wort, doch am nächsten Tag berichten die Nachrichten, dass dort die Leiche einer jungen Frau, die sich als eine seiner Schülerinnen herausstellt, gefunden worden ist. Enrico, der von seiner eifersüchtigen, aber kalten Frau Herta streng beäugt wird, und im Kollegium wegen seinem lockeren Verhältnis zu den heranwachsenden Mädchen nicht sehr angesehen ist, gerät auch gleich ins Visier von Inspektor Barth. Dann geschieht ein zweiter Mord, wieder ein Mädchen aus seiner Klasse, und er macht sich selbst daran, dem Mörder nachzustellen…

Feiner, sleaziger Giallo aus der Edgar-Wallace-Reihe. Fabio Testi gibt den geschassten Enrico mit viel Verve, als Inspektor ist der unvermeidliche Joachim Fuchsberger zu sehen, der sich aber mit einem Co-Star-Credit begnügen muss. Die Reihe junger Frauen ist sehr ansehnlich, und ja, sie ziehen allesamt blank. Als Enricos Frau Herta glänzt Karin Baal, die zuerst unnahbar und frigide scheint, aber dann, als ihr bewusst wird, dass ihre Ehe und die Gefühle füreinander mitnichten tot sind, immer mehr auftaut. Regisseur Dallamano, der damit seine sog. Schulmädchen-Trilogie startete, hält die Spannung steht’s hoch und die Auflösung, auch wenn sie etwas weit hergeholt scheint, wird zumindest ansatzweise über die Filmlänge im Hintergrund vorbereitet. Das ist nicht wirklich schlüssig, aber kein Deus ex Machina, wie bei so vielen anderen Filmen des Genres. Ach ja, die Solange, um die es laut Original-Titel geht, wird von Camille Keaton gespielt, die sich später in „I spit on your grave“ sich grausam an ihren Vergewaltigern rächt. 7,5/10

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DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER (Massimo Dallamano, 1974)

Die 15-jährige Silvia wird nackt und erhängt in einer Dachgeschoss-Wohnung gefunden, es stellt sich schnell heraus, dass das Mädchen ermordet und dort platziert wurde. Die Ermittlung führen Inspektor Silvestri und die stellvertrende Staatsanwältin Stori auf die Spur eines Kinderprostitutionsring, doch ein mysteriöser Killer mit Motorradhelm dünnt gnadenlos die Reihen der Mitwisser aus…
Ein wahres Monster von einem Film, der perfekt den Poliziesco mit dem Giallo verbindet. Die Aufbearbeitung des nicht gerade seichten Themas ist teils echt unangenehm, aber nie ausufernd exploitativ, und dabei noch sauspannend bis zum bewusst unbefriedigendem Ende. Ein toller Film, der so in seiner Machart gewiss einzigartig ist. 8,5/10

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ORGIE DES TODES (Alberto Negrin, 1978)

Die Leiche einer Schülerin, die im Genitalbereich verstümmelt wurde, bringt Inspektor Di Salvo auf die Spur von Zwangsprostitution in einem Mädcheninternat, der aus einem Geheimbund einiger Schülerinnen hervorgegangen ist. Es geschehen noch zwei weitere Morde und auf eine Schülerin wird ein Anschlag verübt. Es sieht so aus, als ob jemand die Reihen der Beteiligten lichtet…

Schmieriger, sleaziger Giallo, der nicht besonders spannend oder überraschend ist. Der Twist zum hirnrissigen Ende ist lahm, und auch Testi wusste wohl nicht viel mit der Rolle anzufangen, er wirkt öfters eher desorientiert, was auch nicht für Alberto Negrins Können als Regisseur spricht. Vergessenswerter, da leider nicht sehr erheiternder Trash. 4,5/10

Dazu gesellten sich noch zwei ganze Serienstaffeln; wenn ich schon einen Monat lang Netflix UND Amazon Prime habe, muss das auch genutzt werden:

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AMERICAN GODS – SEASON 1 (2017)

Gerade aus dem Gefängnis entlassen, erwartet Shadow Moon nur der Gang zum Grab seiner Frau. Dann wird er vom mysteriösen Mr. Wednesday als Bodyguard engagiert, der quer durch das Land reist, um übermenschliche Wesen zu rekrutieren…

Das war, sagen wir mal, interessant. Fuller und Slade entwickeln den schon in „Hannibal“ verfolgten Ansatz weiter, Bilder sprechen zu lassen, dem Erlebnis und damit den bei den Zuschauern ausgelösten Gefühle mehr Platz einzuräumen, verlassen hier sogar teilweise die Pfade gängiger Narrative komplett, um die Inhalte über chiffrierte Bildkompositionen zu vermitteln. So manches Mal verzettelt man sich hierbei und schwelgt selbstverliebt in Motiven und Farben, manche Themen und Thesen werden nur gestriffen und nicht ausformuliert, und vor allem vieles unnötig in die Länge gezogen, gerade wenn sich bestimmte Inhalte aus dem Kontext mehrerer, teils episoden-übergreifender Szenen erschließen; dann hat man durchaus das Gefühl, eine bestimmte Zeit auf der Stelle zu treten. Inhaltlich hätte man die Geschichte, oder diesen Teil der Geschichte, sicherlich auch in einem dreistündigen Zweiteiler abhandeln können, und ich hatte am Ende schon das Gefühl, einem überlangen Prolog gesehen zu haben. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf die zweite Staffel.

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THE EXPANSE – SEASON 1 (2015)

unser Sonnensystem ist besiedelt, der Mars hat sich von der Erde abgespalten und im äußeren Gürtel schürfen Arbeiter unter miesen Bedingungen Rohstoffe, die Erde wie Mars benötigen. Ein fingierter Angriff auf ein Raumschiff der Erde löst beinahe einen Krieg aus. Die Serie folgt u.a. der Crew eines Frachters, die in den Zwischenfall hineingezogen wurde, einem Cop (Thomas Jane) in den Minen-Kolonien und einigen Diplomaten der Erde.

Erfindet das Rad nicht neu und spielt großteils mit Versatzstücken des Genre. Gegenüber dem (eher trashigen,) auf Action getrimmten Einheitsbrei, den man ansonsten als Sci-Fi vorgesetzt bekommt, ist diese Serie aber mal wieder eine Wohltat, da die Mischung stimmt. Technisch ist das ganze sehr solide umgesetzt, keine Hochglanz-Produktion wie Westworld, aber optisch sehenswert. Thomas Jane ist mir mal wieder etwas zu sehr Thomas Jane (so wirklich vielseitig ist der Typ irgendwie nicht, oder es liegt an dem stereotypen Casting), aber daran will ich mich jetzt nicht aufhängen. Der Mystery-Touch kam vielleicht etwas spät rein, aber so wurde die Spannung auch bis zum Schluss hochgehalten. Und schön, dass ich erst jetzt angefangen habe, denn nach DEM Cliffhanger zum Ende der ersten Staffel hätte es mich echt gefuchst gut anderthalb Jahre warten zu müssen. Summasummarum hat’s mir bisher gut gefallen.

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