Halloween Filmtipps (I)

In der ersten Runde an Filmtipps für Halloween präsentiere ich hier einige klassische Horrorfilme, worunter sich auch der ein oder andere Geheimtipp befindet.

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DVD aus der „Cinema Classics Collection“ schon für kleines Geld bei z.B. Medimops oder eBay erhältlich

DRACULA – IMMER BEI ANBRUCH DER NACHT (Paul Landres, 1957)

Regisseur Paul Landres sorgte Mitte der 50er-Jahre für die mitunter ersten modernen Bearbeitungen des Vampir-Mythos. Und bevor er in DRACULAS BLUTNACHT den Fürsten der Finsternis in die Neuzeit transferierte, ist es hier erst einmal der Arzt Paul, der durch ein Serum des Nachts zum blutrünstigen Ungeheuer wird. Am nächsten Morgen weiß er dann nichts mehr davon. Es ist also eher eine Jekyll/Hyde-Geschichte, in dem der gewandelte Paul seinen Opfern mit spitzen Eckzähnen das Blut aussaugt. Landres mischt das ganze noch mit Drogensucht, denn der arme Paul muss erfahren, dass er, wenn er die Droge absetzt, höchstwahrscheinlich stirbt.

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Teils sehr lustiger Streifen, gerade der entsetzte Blick des Hauptdarstellers John Beal im Rücken seiner Mitmenschen, wenn er eine für ihn katastrophale Neuigkeit nach der anderen aufnimmt, ist Gold wert.

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Deutsche DVD aus der „Monster Classics“ ist leider sehr teuer geworden

DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT (Jack Arnold, 1958)

Jack Arnold war in den 50er-Jahren der Meister des Creature-Feature, von ihn stammten die Klassiker TARANTULA und DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS. Bei MONSTER ON THE CAMPUS, so der O-Titel dieses Films, hat es nicht ganz zu diesem Status gereicht. Hier experimentiert der Biologe Donald mit dem Hormon eines prähistorischen Fisches. Dieses Hormon gelangt durch einen Unfall ihm selbst in den Blutkreislauf, und so verleiht es nicht nur einer Libelle zu furchteinflößend riesenhafter Größe, sondern verwandelt unbemerkt auch ihn sukzessive des Nachts in einen degenerierten Affenmenschen.

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Hier haben wir also wieder die Geschichte einer unfreiwilligen Verwandlung, von der der betroffene zuerst einmal selber nichts merkt. Fans des Creature Features werden vor allem die Riesen-Libelle wohlwollend zur Kenntnis nehmen.

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Es gibt verschiedene deutsche DVDs, teils recht günstig; hier die „Horror Classic Collection“ von Best Entertainment

DAS HAUS AUF DEM GEISTERHÜGEL (William Castle, 1959)

Horror-Ikone Vincent Price lädt hier eine illustre Runde fünf untereinander fremder Personen in seine spooky Villa. Er lobt 10.000 $ aus für denjenigen, der die Nacht in diesem Schreckenshaus überlebt. Obwohl nicht jeder mit der Übernachtung einverstanden ist, wird das Haus mit den Fünfen, nebst Gastgeber und Ehefrau, abends versiegelt. Und dann geht der Spuk los, den nicht jeder von ihnen überleben wird.

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William Castles klassischer Spukhausfilm wurde 40 Jahre später als HAUNTED HOUSE – EVIL LOVES TO PARTY mit Geoffrey Rush und Famke Janssen nochmals verfilmt, aber es geht halt nichts über das Original im klassischen Schwarz/Weiß und mit dem unnachahmlichen Vincent Price in der Hauptrolle. Und überhaupt: nur hier gibt es die fliegenden Skelette!

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Die deutsche DVD von Rapid Eye Movies ist inzwischen leider auch sehr teuer

JIGOKU – DAS TOR ZUR HÖLLE (Nobuo Nakagawa, 1960)

Der Film gehört zu den ganz großen Klassikern des japanischen Horrorkinos. Ein Autounfall mit Fahrerflucht setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle von ihr erfassten Personen wortwörtlich zur Hölle fahren lässt. Und ihre Reise ist damit noch lange nicht am Ende, denn alle von ihnen haben Schuld auf sich geladen und müssen hier für ihre Verfehlungen büßen.

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Der Film ist alles andere als leichte Kost und visualisiert die buddhistische Hölle mit ihren 18 Unterwelten, wobei jede eine andere Tortur für die verlorenen Seelen bereit hält. Wem das zu hart ist, kann sich ja an dem 1999er-Remake JAPANESE HELL von Teruo Ishii versuchen, der durch seine lachhafte Effekt-Arbeit eher zum Schmunzeln anregt, aber in Deutschland leider seit geraumer Zeit, warum auch immer, beschlagnahmt ist.

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Die schön aufgemachte DVD von Legend Home Entertainment ist zwar oop, aber meist noch bezahlbar

PLANET DER VAMPIRE (Mario Bava, 1965)

Ein Film von Mario Bava darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Und sein Film um Raumfahrer, die auf der Suche nach einem verschollenen Raumschiff auf monströse, tote Außerirdische (ein Gruß an den Space-Jockey in ALIEN!) und wiedergängerische Astronauten treffen, hat einen gewissen Party-Faktor; die Pappmache-Sets, die kunterbunten Farben, die an SS-Uniformen erinnernden Raumanzüge, das gibt einem ganz schön was aufs Auge.

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Und trotzdem generiert der Film über weite Strecken eine sehr unheimliche Atmosphäre; es ist Gothic-Horror im All, der einen wie im zerfallenen Schloss nicht nur der Temperaturen wegen frösteln lässt.

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Deutsche DVD mit Alternativ-Titel und umfangreichen Bonus-Material; nicht wirklich billig, aber empfehlenswert

SCARLETTO – SCHLOSS DES BLUTES (Massimo Pupillo, 1965)

Bleiben wir beim Gothic-Horror, wechseln aber vom futuristischen Raumschiff ins klassische Gemäuer, einem alten Schloss. Ein Fotograf fällt mit einigen Models ob der illustren Hintergrundmotive für ein Fotoshooting dort ein. Einer nach dem anderen wird dann aber von einem geheimnisvollen Henker mit roter Maske auf fantasievolle Art & Weise gefoltert und zu Tode gebracht – Höhepunkt ist hier wohl eine riesige Spinne, zum Schreien! –, also nicht nur ein Trasher sondern auch ein bisschen Slasher und Torture Porn, wenn man so will.

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Den meuchelnden Muskelmann gibt übrigens Ex-Wrestler Mickey Hargitay; der ehemalige Mister Universum war ein paar Jahre mit Jayne Mansfield verheiratet, das jüngste ihrer Kinder ist Mariska Hargitay, der Star aus LAW & ORDER – SPECIAL VICTIMS UNIT.

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Es gibt davon einige VÖs aus dem Hause Anolis, auch als Mediabook oder Hartbox; die alte „Hammer Edition“ ist bezahlbar

NÄCHTE DES GRAUENS (John Gilling, 1966)

Keine Halloween-Horror-Tipps ohne einen Hammer-Film; hier werden in einer kleinen, englischen Ortschaft die Toten mittels eines exotischen Voodoo-Rituals wiedererweckt, und manche davon machen des nächtens die Gegend unsicher.

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John Gillings Film entstand noch 2 Jahre vor der Geburt des modernen Zombies eines George A. Romero und bietet stilechten, britischen Grusel.

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Hier in der günstigen DVD-Variante aus der Reihe „Horror Cult Uncut“; gibt es auch im schönen Mediabook

DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES (Robert Fuest, 1971)

Und noch einmal Vincent Price. Hier als entstellter Wissenschaftler Dr. Phibes, der grausame Rache an den Ärzten verübt, die er für den Tod seiner jungen Frau verantwortlich macht. Die Morde sind dabei sehr einfallsreich gestaltet, sie basieren alle auf den zehn biblischen Plagen. Nebenbei lässt er einen mit seinem unheimlichen Orgelspiel erschaudern.

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Im gleichen Atemzug kann man natürlich auch gleich noch den ähnlich gelagerten THEATER DES GRAUENS von 1973 nennen, in dem Price nach Motiven Shakespears mordet.

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DVD und Blu-ray aus dem Hause Black Hill sind noch ohne Probleme zu einem normalen Preis erhältlich

TANZ DER TOTENKÖPFE (John Gough, 1973)

In diesem Haunted House Klassiker müssen vier Personen – ein Wissenschaftler plus Eheweib, ein Medium und der einzige Überlebende eines früheren Besuchs – nicht nur in einem verwunschenen Gemäuer verweilen, sondern auch das Geheimnis dahinter aufdecken, um eine nicht unbeträchtliche finanzielle Zuwendung des Besitzers einzustreichen.

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Die Ansätze eines jeden sind sehr unterschiedlich, und wegen der Belohnung, die nur einer erhalten kann, machen sie sich zusätzlich gegenseitig das Leben schwer. Und da wäre ja noch das ihnen feindlich gesinnte Haus, das ihnen und den Zuschauer ordentlich zusetzt.

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Da limitiert, sind DVDs und Blu-rays aus der „Italian Genre Cinema Collection“ von Camera Obscura kaum noch erhältlich

THE KILLER RESERVED NINE SEATS (Guiseppe Bennati, 1974)

Der letzte Tipp für heute führt uns und eine Geburtstagsgesellschaft um den reichen Patrick Davenant in ein stillgelegtes Theater. Alle Gäste – Angestellte wie Freunde und Familie – sind eigentlich nicht wirklich gut auf den Alten zu sprechen, und nachdem scheinbar ein Anschlag auf den ungeliebten Gastgeber verübt wird, beginnt dann unter ihnen das große Sterben.

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Die Kulisse des Theaters ist sehr geil und verleiht dem spannenden wie sleazigen Giallo-Slasher das gewisse Etwas. Außerdem inspirierte der Film offensichtlich George Eastman zu seinem Drehbuch für AQUARIUS – THEATER DES TODES.

2 Kommentare zu „Halloween Filmtipps (I)

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