Dear Diary…on the watch 29.09.-03.10.17

Krieg_im_Weltenraum1

Ja, wie kann man besser ins Wochenende starten als mit einem berüchtigten, griechischen Exploiter? Dabei hatte ich DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS von Nikos Mastorakis schon länger auf dem Zettel.

Die britischen Touristen Christopher und Celia machen die schöne Ferieninsel Mykonos unsicher, denn das Geschwisterpaar, das ungesunde sexuelle Kontakte untereinander unterhält, glaubt, in Gottes Auftrag seinen Zorn unter die Sünder zu bringen. Doch Inspektor Foster aus London ist den beiden auf den Fersen…

Folter, Mord und Totschlag, Inzest und Sodomie, Vergewaltigung; hier wird mal richtig auf die Kacke gehauen. Zwar wird meist weg geblendet (für derbere Sudeleien war wohl auch kein Geld da), doch das ganze ist auch so nicht von schlechten Eltern. Mastorakis gab sich mit seinem Kameramann auch Mühe, die Gräueltaten abwechslungsreich im Bild festzuhalten. Ein Muss für jeden Exploitationfan! 7,5/10

Dann habe ich erst einmal die Filme der Galerie des Grauens für dieses Jahr zwecks Toplist komplettiert. Zuerst Ishiro Hondas KRIEG IM WELTENRAUM, einen jener lustigen japanischen Sci-Fi-Abenteuer, in denen sich die Welt gegen außerirdische Invasoren zur Wehr setzen muss. Die meisten dieser Filme weisen eine große Nähe zum Monster- und Katastrophenfilm auf (das mochten die Japaner irgendwie nie trennen), so auch hier.

Nach einer Reihe von unvorhersehbaren Unglücken stellt die internationale Staatengemeinschaft fest, dass außerirdische Kräfte am Werk sind und eine Invasion vorbereiten. Mit einer neuen Superwaffe im Gepäck macht man sich also auf zum Mond, wo die extraterrestrischen Stunkmacher eine Basis unterhalten…

Der Film gehört nicht zur Oberklasse in dieser Disziplin, aber es gibt erwartungsgemäß die Zertrümmerung von Miniaturen zu sehen sowie ausufernde Laser-Feuergefechte. Da ist Honda dann voll in seinem Element. 6,5/10

Der letzte Film, der mir noch zur Vollendung der Reihe fehlte (es folgen in Die Rache der Galerie des Grauens zwar noch Titel, aber ich war halt schon gut davor), war DER MANN MIT DEN RÖNTGENAUGEN, einer von Roger Cormans besten Filmen.

Ray Milland spielt hier den Forscher Xavier, der eine Tinktur erfindet, die das Sehvermögen unglaublich steigert. Er unternimmt einen erfolgreichen Selbstversuch, doch von da an scheint alles gegen ihn zu laufen. Ihm werden die Geldmittel für die Fortführung der Forschung gestrichen, er kann jedoch nicht von dem Mittel lassen. Als er dann während einer OP eigenmächtig eingreift, wird er gefeuert; beim anschließenden Streit stürzt er unabsichtlich seinen Kollegen und besten Freund aus dem Fenster. Er ist nun auf der Flucht und landet als Schaubuden-Attraktion auf dem Kirmes…

Den mochte ich als Kind schon gerne, und der Film hat bis heute nichts an Klasse und Intensität verloren. Die kaleidoskopartigen Effekte, die Xaviers Fähigkeit illustrieren, sind nicht wirklich effektiv, aber das ist Nebensache. Milland ist großartig und der Film von Corman auf den Punkt inszeniert. 8/10

EVILSPEAK – DER TEUFELS-SCHREI ging in die Richtung von Stephen Kings CARRIE. Ein junger Clint Howard ist das Mobbing-Opfer auf einer Kadetten-Akademie. Bei einer Strafarbeit findet er in einem Kellergewölbe ein altes, okkultes Buch. Er untersucht es mit einem Computer, wo es auch übersetzt wird. Die ganze Sache verselbstständigt sich zusehends, denn in dem Buch ist der Geist eines Ketzers gefangen, der nun wieder in die Wirklichkeit drängt. Und unser dickes Opfer ist ein durchaus passendes Gefäß…

Der Film funktioniert als Mobbing-Drama in der ersten Hälfte weit besser als der Horror-Teil in der zweiten. Doch zum Finale wird nochmal die grobe Splatter-Keule herausgeholt, das macht den Gorehound freudig lachen. Insgesamt mittelprächtig. 5/10

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Samstag war dann mal wieder Film-Session mit Holger angesagt, 3D-Filme sollten es sein. Doch da es am späten Nachmittag dafür noch zu hell war, gab es zum Anfang etwas vom Italiener. DIE KILLERMAFIA von Sergio Martino kannten wir beide noch nicht.

Luc Merenda als Kommissar gerät in eine Reihe inszenierter Unfälle und Selbstmorde, als er den Fall eines ermordeten Millionärs übernimmt. Dass die beschuldigte Nutte, die ohne Erinnerung im Krankenhaus verweilt, wirklich die Täterin ist, hält er für unwahrscheinlich. Doch Staatsanwalt Mel Ferrer drängt auf eine rasche Aufklärung. Am Tatort wird nächtens ein Mann verhaftet, der sich als Geheimpoizist ausgibt. Geheimdienstleiter Tomas Milian schließt allerdings eine Zugehörigkeit des Verdächtigen zu seiner Einheit aus. Dann wird die verdächtige Prostituierte aus dem Krankenhaus entführt…

Holla, die Waldfee! Martinos erster Poliziesco ist ein flotter Action-Krimi mit starken Anleihen beim politischen Thriller. Der Film läßt einem kaum Zeit zum Luftholen, da geht es Schlag auf Schlag. Unbedingte Empfehlung an den Italo-Fan! 8/10

Dann war es soweit, Jack Arnolds Sci-Fi-Klassiker GEFAHR AUS DEM ALL, restauriert und in stereoskopischen 3D flimmerte über den Screen.

Hobby-Astronom John beobachtet mit seiner Freundin Ellen den Einschlag eines vermeintlichen Meteoriten in der Wüste. Als er sich das aus der Nähe anschaut, traut er seinen Augen nicht: das Objekt entpuppt sich als Raumschiff. Allerdings wird es durch einen Felssturz verschüttet, und keiner will seinen Erzählungen Glauben schenken…

Immer wieder toll, keine Frage. Die 3D-Bearbeitung ist, bis auf wenige Szenenwechsel, bei denen einen mal leicht übel werden kann, sehr gelungen. Nicht so gut wie bei DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS, machte uns aber schon sehr viel Spaß. 8/10

Eigentlich wollten wir danach noch DIE RACHE DES UNGEHEUERS in anaglyphen 3D schauen, aber Holger war zu müde.

Für mich ging es mit der nächsten Erstsichtung weiter. TANZ DER TOTEN SEELEN, der einzige Spielfilm des Werbefilmers Herk Harvesy, gilt auch als kleiner Klassiker des Horrorfilms.

Drei Freundinnen stürzen mit ihrem Wagen bei einem Wettrennen von einer Brücke, nur Mary ensteigt wundersamerweise kurz darauf wieder dem Fluss. Die Organistin zieht danach in eine neue Stadt, beginnt ein neues, zurückgezogenes Leben. Doch mysteriöse Vorkommnisse, sie fühlt sich verfolgt und manchmal scheint es, dass niemand sie mehr wahrnimmt, treiben sie fast in den Wahnsinn…

Eindringliche Orgelmusik begleitet den Zuschauer, wie er Marys psychischen Niedergang beiwohnt, dazwischen vornehmlich Stille. Ein sehr unheimlicher Film, dessen Schwarz-Weiß-Fotografie fast alles trostlos und dem Tode nahe wirken lässt. Den Twist riecht man natürlich drei Meilen gegen den Wind, aber das macht nichts. Hier sollte man sich einfach mal treiben lassen. 7,5/10

Antonio Magheriti machte sich in den 60er-Jahren vor allem um seine Gothic-Horrorfilme verdient, bevor er sich ab den späten 70ern vor allem der Söldner-Action widmetet. In DAS SCHLOSS DES GRAUENS begleitet Mary ihren Mann Max in ein Schloss, das der für ein paar Tage jeden Monat hütet. Das Schloss beherbergt eine Ausstellung von Folterinstrumenten und ein lebensgroßes Modell eines roten Henkers. Des Nachts glaubt Mary den Henker durchs Schloss schleichen zu sehen, natürlich glaubt ihr keiner…

Schöner Grusler, in einer Nebenrolle ist ein missgestalteter Christopher Lee zu sehen. 7/10

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Am Sonntag war dann der Tag von CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE. Der Horror-Thriller um den Geist eines Serienmörders der in der Puppe des kleinen Andys haust ist routiniert in Szene gesetzt und verfügt über hervorragende Animatronics. Ich kann den Kultstatus, den der Film genießt, zwar nicht nachvollziehen, aber der ist schon okay. In der nächsten Ausgabe der DEAD ENDS gibt es etwas mehr dazu von mir. 7/10

Eine gute Gelegenheit, endlich mal CURSE OF CHUCKY nachzuholen, denn der Nachfolger CULT OF CHUCKY steht bereits in den Startlöchern.

Die an den Rollstuhl gefesselte Nica lebt mit ihrer Mutter zusammen, die sich um sie kümmert. Eines Tages bringt der Postmann ein Paket mit der Kinderpuppe Chucky, ein Versehen, wie sie sich denken. Am nächsten Morgen ist die Mutter tot. Zur Beerdigung kommt ihre Schwester Barb, zusammen mit Mann Ian, Tochter Alice und der Nanny Jill. Sie will, unterstützt von Pater Frank, sie dazu überreden, das Haus zu verkaufen und selbst in ein Wohnheim zu ziehen. Doch nachts räumt Chucky unter der Sippschaft auf…

Hingegen zu CHUCKY & SEINE BRAUT und CHUCKYS BABY kehrt Don Mancini hier wieder zu den Wurzeln der Franchise zurück; wir haben es hier mit einem kleinem, sehr blutigen Supernatural Slasher zu tun, der nur in den Morden eine ironische Brechung des Gemetzels zulässt. Allerdings nimmt man sich sehr viel Zeit, bevor das große Sterben losgeht. Die Hauptrolle spielt übrigens Fiona Dourif, die Tochter von Brad Dourif, der im Original Chucky seine Stimme leiht. 6/10

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Am Montag ging es beschissen, also beließ ich es bei ein paar Serienfolgen; THE LAST SHIP, THE WALKING DEAD und KOBRA, ÜBERNEHMEN SIE.

Im Zuge meiner Hammer Films Retrospektive musste ich mich auch mal, soweit möglich, mit dem Frühwerk der Kult-Schmiede auseinandersetzen. DICK BARTON: SPECIAL AGENT & DICK BARTON AT BAY bilden mit DICK BARTON STRIKES AGAIN, den ich schon kannte, die erste Franchise des Studios und basieren auf einem beliebten Radio Serial. Beide ganz nett, kann man als Eurospy-Liebhaber durchaus mal glotzen. Mehr dazu gibt es im kommenden Special.

THE MUMMY’S TOMB ist das zweite Sequel zu Universals DIE MUMIE. In den ersten Minuten werden erst einmal ausführlich die Vorgänge aus THE MUMMY’S HAND rekapituliert (was hilfreich war, mehr oder weniger, da ich den noch nicht kenne). Im folgenden erweckt der junge Mehmet, Anhänger des Kultes um Hohepriester Andohep, die Mumie des Khares von neuem, um die Feinde Andoheps, namentlich Babe Hanson und Kollege Steve Banning, und auch dessen Sohn John, zu töten. Doch die Mumie verguckt sich in Johns Verlobte Isobel…

Flott und routiniert gefilmt, aber recht flach, da nach dem anfänglichen Flashback gerade mal 45 Minuten Laufzeit übrig bleiben. So ist der Film zumindest nicht langweilig. 5/10

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