Dear Diary…on the watch 01.-03.09.17

Ja, etwas spät diese Woche, aber meine Filmtagebucheinträge liest ja eh kaum einer, deucht mir. 🙂

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DRACULAS BLUTNACHT von Paul Landres, dessen IMMER BEI ANBRUCH DER NACHT ich auch erst gesehen hatte, ist ein interessanter Vampirfilm von 1958, in dem Dracula auf der Flucht durch die USA in einem Zug einen Mann tötet und seine Identität annimmt. Er sucht dann bei der Familie seines Opfers unter. Dort wirft er ein Auge auf die beiden jungen Frauen des Hauses.

Landres holt die Geschichte des Blutsaugers in die (damalige) Gegenwart, kann ihr damit grundsätzlich zwar keine neuen Facetten abgewinnen, gibt dem ganzen aber etwas Pfiff. 7/10

Mario Bavas farbenfroher VAMPIRE GEGEN HERAKLES ist natürlich kein richtiger Vampirfilm. Reg Park muss als Herakles in diesem Sandalenabenteuer in den Hades heruntersteigen, um seine Liebste vom Wahnsinn zu befreien. Im Hintergrund zieht Christopher Lee die Strippen. Herakles kämpft im Finale gegen allerlei lichtscheues Gesindel, wo Bava seine Stärken als ehemaliger Beleuchter und Kameramann auspielen kann. Die Szenen in der Unterwelt sind dann auch die Highlights des Films. 7/10

DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT, wenn an der Universität sich die grausamen Morde häufen. Ein Monsterfilm vom König der Monsterfilmer (der 50er), Jack Arnold. Wissenschaftler macht dolle Entdeckung; das hat einen aggressiven, degenerierten Hund, eine Riesenlibelle und ein langes Telefonat nach Peru zur Folge. Und ein mordendes Monster geht auch noch um. 6,5/10

Wenn der Abend so viel Vergnügen bereithält, ist der nächste Heuler tendenziell nicht weit. Von DYING OF THE LIGHT habe ich mir eigentlich auch nicht viel erwartet, die lausigen Kritiken sprechen da Bände. Aber die Blu-ray kostete nur 1,99 €, was soll’s?

Nic Cage als alternder, alzheimernder CIA-Agent, der denkt, nochmal richtig auf die Kacke hauen zu müssen, weil heutzutage nur Weichflöten in der Agency unterwegs sind. Deswegen macht er sich’s zum Ziel, einen totgeglaubten Terroristen, mit dem er noch eine Rechnung offen hat, zu finden und zu töten. Endet in philosophischen Gesprächen über die Zukunft des Islamismus und Karl Marx. Und der Erkenntnis, dass ja nur noch Weichflöten bei der CIA arbeiten, die eigentlich lieber durch die Welt jetten und Terroristen killen sollten. 3/10

Ich hatte noch ein paar Folgen davon auf  Platte (läuft derzeit auf Silverline TV), und da das Vampirthema ja gut passt, schmiss ich zu fortgeschrittener Stunde noch MASTERS OF HORROR – THE V WORD an.

Justin bricht mit Jerry in die Leichenhalle von Michael Ironside ein. Der entpuppt sich als Vampir. Der macht zuerst Kumpel Jerry den Garaus, der so zum Vampir wird. Und auch auf Justin wartet die Verwandlung. 5/10

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Die Tobe Hooper Retrospektive geht weiter voran. THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 kannte ich nur aus alten Videotagen, von einer geraubmörderkopierten Kassette mit grausigem Bild und dröhnenden Ton.

Radio-DJane Stitch hat gerade zwei Proleten am Apparat, als diese von Leatherface angegriffen werden. Als Ohrenzeugin gerät sie auch in das Visier der Kannibalen-Familie Sawyer. Auf deren Spuren ist auch der ehemaligeTexas Marshall Lefty. Und so geben sich alle im Versteck der Familie unter einem Vergnügungspark ein blutiges Stell-dich-ein.

Hooper inszenierte die Fortsetzung zu seinem Klassiker von ’74 als makabre Komödie, erreicht am nicht dessen Klasse. Zudem ist mir es jetzt aufgefallen, dass der als überaus explizit verschriene Film nur zwei wirkliche Splatter-Szenen besitzt. Der durch’s Netz geisternde Rohschnitt hatte noch ganze vier. 7/10

Und DIE MÖRDERBESTIEN hatte ich mal als übelst gekürzte Grabbeltisch-DVD, ganz ohne Gekröse, trotz Klaus Kinski, ein übler Langeweiler.

Die süße Ewa Aulin landet nach einem Kutschunfall (bei dem der Kutscher seiner Eingeweide verlustig geht) bei Arzt Kinski, der dubiose Experimente durchführt und glaubt, dass sie eine wiedererweckte Tote ist. Dann wird er ermordet, und er soll nicht das einzige Opfer bleiben.

Erste Regie-Arbeit von Schundfilmer Aristide Massachesi aka Joe D’Amato. Wirr und mit Längen, dafür diesmal inklusive der eher dilettantischen Schmoddereien, und er hat einen tollen Score (der ist besser als der Film es eigentlich verdient). Naja, D’Amato hat noch schlimmeres und langweiligeres verbrochen. 5/10

Mit POLTERGEIST wurde ich als junger Steppke nie warm. Und so versprüht er für mich keine wohlige Nostalgie, ohne Hoopers Tod hätte ich dem nicht so schnell eine neue Chance gegeben.

Im Haus der Freelings ist plötzlich der Teufel los, und die kleine Tochter wird von einem Poltergeist entführt. Also werden professionelle Geisterjäger gerufen.

Eine Geisterbahnfahrt für die ganze Familie, am besten sind noch die Forschungen der paranormalen Detektive. Nicht schlecht, aber nichts für mich. 6,5/10

Aber Hammer geht immer, auch wenn DIE BRAUT DES SATANS im Fahrwasser der okkulten Welle um Filme wie ROSEMARY’S BABY, DER EXORZIST oder DAS OMEN entstanden ist, zu einer Zeit, als sich das Studio schon deutlich auf Talfahrt befand.

Autor Richard Widmark nimmt Nastasja Kinski in seine Obhut, die eigentlich für den Sektenführer Christopher Lee das Urböse gebähren soll. Der setzt alle Hebel in Bewegung, sein Leihmutter-Schäfchen zurück in die Herde zu holen.

Sehr originell ist der Film nun nicht, aber sehr spannend in Szene gesetzt. Er ist der Zeit entsprechend explizit, was die Gewalt und sexuellen Darstellungen angeht. Das Ende enttäuscht etwas, kommt sehr abrupt. Das tut dem ganzen allerdings keinen Abbruch. 7,5/10

Zur Nacht dann noch die neue Folge THE STRAIN. Okay, jetzt wildert Del Toro mal wieder in seinem eigenen Fundus aus BLADE 2.

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Mittags machte ich mich frisch für den Sonntag, JOHN CARPENTERS VAMPIRE flimmerte über die Mattscheibe.

Die Gruppe um Vampirjäger James Caan wird von Meister-Vampir Valek in Stücke gerissen, nur er und Stephen Baldwin entkommen, im Gepäck eine gebissene Nutte, mit deren Hilfe sie an den blutsaugenden Schlächter herankommen wollen. Doch Eminenz Maximillian Schell pfeift den aufbrausenden Pfähler zurück, der sich darum allerdings einen Dreck schert.

Wohl der letzte gute Film Carpenters, auch wenn er nicht an alte Klasse anknüpfen kann. Der splatterige Horrorfilm im Westernsetting, das der Altmeister nur optisch nutzt, zieht aus der Suche nach dem Ober-Blutsauger nicht übermäßig Spannung, da man die meisten interessanten Fakten recht schnell serviert bekommt. Macht aber gerüttelt Spaß. 7/10

Eigentlich wollte ich mir mit Holger endlich mal Tarantinos THE HATEFUL EIGHT ansehen, Sonntagnachmittage eignen sich immer sehr gut für solch lange Filme, doch der Holger hat verpennt, also haben wir’s mit der wochenendlichen Filmsession gelassen.

Nebenher gab es dafür noch MASTERS OF HORROR – SCREWFLY SOLUTION, wo ein Virus in allen Männer Aggressionen dem holden Geschlecht gegenüber weckt. Die Frau von Forscher Jason Priestley muss sich mit ihrer Tochter absetzen, als das Virus die gesamten vereinigten Staaten erfasst. War bis auf (wieder einmal) das Ende ziemlich spannend. 6,5/10

Tobe Hoopers FIRE SYNDROME hatte ich seit Anfang der 90er nicht mehr gesehen.

Brad Dourif wird in seiner Wut zum feurigen Derwisch, als er die Wahrheit über seine Vergangenheit und seine Eltern, die an einem experimentellen Atomtest teilnahmen und kurz nach seiner Geburt verstarben, erfährt. Fast sein gesamtes Leben ist eine Lüge, und er weiß nicht, ob er auch seiner neuen Freundin Lisa noch trauen kann, denn fast jeder scheint ihm nach dem Leben zu trachten.

Ein Film voller menschlicher Fackeln, Hooper brennt ein heißes Effektfeuerwerk ab. Ist sehr unterhaltsam, ist aber ziemlich schnell und plötzlich zu Ende, und was da passiert, ist etwas wirr. 7/10

In MASTERS OF HORROR – VALERIE ON THE STAIRS zieht ein junger Schriftsteller in eine Kommune erfolgloser Leidensgenossen, wo er eines Abends auf die nackte, schöne Valerie stößt und sich sofort verliebt. Sie ist ein Teil des schrecklichen Geheimnisses dieser verschrobenen Gemeinschaft. Nach Clive Barker. 5,5/10

TANZ DER TOTENKÖPFE soll ja eine verkannte Genre-Perle sein. Der Film mit Roddy McDowell stand auch schon länger auf meiner Liste.

Ein Medium, ein Wissenschaftler samt Ehefrau und ein Parapsychologe untersuchen das Belasco-Haus, indem einmal Unzucht, Folter und Mord heimisch waren. Der jetzige Besitzer lobt 100.000 Pfund aus für denjenigen, der hinter das Geheimnis des todbringenden Gemäuers kommt.

Haunted House Horror, der sich gewaschen hat. Zuerst unheimlich und bedrohlich, dann brutal und verstörend. Genau nach meinem Geschmack. Das Drehbuch stammt von Richard Matheson nach seinem eigenen Roman. 7,5/10

Die Hooper Retrospektive nähert sich flotten Schrittes dem Ende; ich werde wohl noch den Anthologie-Horrorfilm BODY BAGS und THE TOOLBOX MURDERS sehen, eigentlich wäre auch INVASION VOM MARS mal wieder fällig, doch den müsste ich erst auftreiben. DJINN – DES TEUFELS BRUT war der letzte Film des Regisseurs und wurde von Geldgebern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert, wo auch gedreht wurde.

Der letzte Film von Tobe Hooper handelt von einem jungen arabischen Paar, das, auf Drängen des Ehemannes, der dort einen guten Job antreten will, nach dem Tod ihres Babys wieder in die Emirate. Doch die Frau wird in dem neuen Appartement von einem bösen Geist terrorisiert.

DJINN ist leider kein würdiger Abgang für den begabten Filmemacher, der ab den 90ern häufig für’s Fernsehen arbeitete. Ein lahmer, langweiliger Geister-Horror. 3/10

Einen hatte ich noch (auf der Festplatte): In MASTERS OF HORROR – FAMILY spielt George Wendt einen nach außen hin immer hilfsbereiter, immer gut gelaunten, alleinstehenden Mann. Doch hinter der netten Fassade lauert ein verrückter Serienkiller. 6/10

LAS VEGAS, die Casino-Serie mit James Caan, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Sie läuft gerade auf Tele 5, hier spät in der Nacht. Die Folge handelte von einem Mann, der sein Gedächtnis verloren hat, im Casino arbeitet und mit Eventmanagerin Nessa anbändelt. Caan macht einen Background-Check des Unbekannten. Zuerst halten ihn alle für einen Undercover-Ermittler, doch stellt er sich als dessen Mörder heraus. Tragisch, tragisch.

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