Dear Diary…on the watch 25.-27.08.17

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Am Freitagabend nahm ich mir mal wieder etwas Zeit für Serien. Zuerst die neue Folge LONGMIRE, obwohl neu gut gesagt ist, in den USA lief die vierte Staffel schon 2015.

Weitaus aktueller sieht es da bei THE LAST SHIP aus, die neuen Folgen der TNT Original Serie laufen hier keine 24 Stunden nach der US-Premiere. Auch hier sind wir in der vierten Staffel und die Helden sind nach der Bewältigung der Südost-Asien-Krise und der Vereitelung des Putschversuches in alle Winde zerstreut. Mal sehen, wohin uns das ganze letztendlich führt, aber schön ist, dass immer noch die Action im Vordergrund steht.

Ein Film musste trotzdem sein und DAS HAUS DER BLUTIGEN HÄNDE von 1968 ist einer solcher obskuren Horror-Thriller, die in Deutschland weder auf VHS noch auf DVD/Blu-ray erschienen sind, aber durchaus im Kino und später im Fernsehen liefen.

Die junge Ellen lebt und arbeitet als Gesellschafterin der etwas herrischen Witwe Mrs. Armstrong und ist zudem mit deren Sohn verlobt, was der Alten natürlich auch nicht wirklich in den Kram passt. Da erreicht sie eine Nachricht aus dem Kinder-Sanatorium, in dem ihre jüngeren Geschwister George und Mandy therapiert werden. George ist 18 geworden und soll somit die Einrichtung verlassen, und da man die beiden nicht trennen kann, ist man bereit auch die 16-jährige Mandy mitgehen zu lassen, vorausgesetzt Ellen übernimmt die Vormundschaft für beide. Sie sollen vor 12 Jahren ihre Eltern umgebracht haben, erstochen und zerstückelt. Ob nun beide oder nur einer, und wenn wer, ist unklar, denn sie haben keine Erinnerung mehr an diese Nacht. Ellen nimmt beide mit ins Haus von Mrs. Armstrong, verschweigt aber die Umstände. Bereits am ersten Abend kommt es zu einem Streit um die Geschwister und Ellen sieht sich gezwungen, den alten Hausdrachen die Wahrheit zu sagen. Kurz darauf liegt dieser erstochen und zerstückelt in seinem Schlafzimmer, und Ellen setzt alle Hebel in Bewegung, um den grausigen Mord zu vertuschen, doch der Hund des Hauses hat sich eine Hand der Herrin des Hauses geschnappt…

Der makabre Thriller geht sehr gemächlich zu Werke; bis zum Mord vergeht fast die Hälfte der Spielzeit, aber alleine Shelley Winters in der Rolle der Mrs. Armstrong vermag einen gut bei Laune zu halten. Danach zieht der Film seine Spannung nicht aus der Frage, wer die Tat nun begangen hat, sonder mehr aus den Bemühungen Ellens, die Tat zu vertuschen, was zu ein paar spannenden Szenen führt. Sie gerät mit der Zeit immer mehr in Erklärungsnot, vor allem als am Abend Gäste zu einer Wohltätigkeitsparty eintreffen, die in einem Eklat ganz anderer Art endet. Der Film ist nun kein verschollener Klassiker, ein obskures Kleinod, das dem geneigten Genre-Fan gut zu unterhalten weiß, aber allemal. 7/10

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Die samstägliche B-Movie-Session mit Holger hat sich inzwischen fest etabliert. Gestartet wurde mit Mario Bavas DANGER: DIABOLIK!, den ich noch nicht kannte. Der Film lief hier im Kino, wurde jedoch auch noch nicht offiziell auf den Heimkino-Medien ausgewertet, weswegen man zwecks deutscher Sprachausgabe nur auf ein Bootleg zurückgreifen kann.

John Phillip Law verkörpert hier den Superschurken Diabolik, der bei seinen spektakulären Raubzügen seinen Verfolgern (u.a. Michel Piccoli) immer wieder ein Schnippchen schlägt. An seiner Seite kuschelt sich immer seine Herzallerliebste Eva (wie immer schnuckelig und hier mit blonder Perücke: Marisa Mell), die ihm auch als Komplizin zur Seite steht. Doch nicht nur das Gesetz jagt Diabolik, der Gangsterboss Valmont würde ihn auch nur zu gerne tot sehen…

Mario Bava ist hier optisch wieder am klotzen und nicht kleckern; Diaboliks Versteck, stilecht in einem Berg, ist ein Art-Deco-Traum (die Duschen haben Glaswände, die an den geschlechsspezifischen Stellen mit Milchglas versehen sind) und das Paar feiert auch schon mal einen erfolgreichen Überfall, indem man sich nicht nur in den Laken sondern gleich in einem Meer aus Geldscheinen wälzt. Der Film hatte mich schon in der Titelsequenz, als Ennio Morricones „Deep Deep Down“-Thema aus den Boxen hallte. Ein optisch extravaganter Euro-Crime, der ganz ohne Heldenfigur auskommt, denn obwohl Bava dessen Taten ganz klar glorifiziert, ist Diabolik selbst ein arroganter, selbstverliebter Arsch, dem ein Leben nicht viel bedeutet, und seine Gegner brutale Verbrecher oder nicht wirklich smarte Gesetzeshüter. 7,5/10

In DIE NACHT DER UNHEIMLICHEN BESTIEN landet der Skipper Thorne mit seinem Helfer Griswold (einer der klischeehaftesten Schwarzen, der mir je untergekommen ist; er flieht später sogar auf einen viel zu kleinen Baum) bei einer Lieferung von Versorgungsgütern auf einer kleinen Insel. Hier soll er die hübsche Ann bei der Rückfahrt mit aufs Festland nehmen. Als er einen sofortigen Aufbruch wegen schlechter Wetterlage ausschließt, benehmen sich die Bewohner, als da wären die Wissenschaftler Dr. Baines und Dr. Craigis, der in Ann verknallte Jerry sowie der Bedienstete Mario (ein Latino, dem Akzent nach), merkwürdig. In ihrer Unterkunft vertellen sie Thorne (nach steten nachhaken), dass sich eine aus dem Ruder gelaufene, experimentelle Züchtung aus Mäusen, die jetzt so groß wie Hunde sind, auf der Insel ausbreiten und dazu übergangen sind, ihre kleine Zuflucht anzugreifen, seit ihre Beute knapp geworden ist. Thorne schwingt sich als Alpha-Männchen sofort zum Anführer auf und bereit alles für die Verteidigung der Hütte gegen die Wellen von Angreifern in der Nacht vor (natürlich ohne einen Gedanken an Griswold zu verschwenden, der noch draußen rumfleucht).

Ganz netter 50s-Trash, der eigentlich alles hat, was dafür nötig ist. Das Grundgerüst der Story ist okay, ein Geheimnis, eine Belagerungssituation, einen Konflikt und dann die Flucht. Auch die Charaktere sind sachgerecht vorhanden; der Held, der Love Interest, der Konkurrent, der Doktor (oder hier die Doktoren; wobei einer -nämlich der, der nicht der Vater von Ann ist- kaum von belang ist) und maskierte Hunde, denen man ein zotteliges Fell übergeworfen hat. Das ist alles ganz in Ordnung, teils sogar recht spannend anzusehen, aber es fehlt doch der rechte Kick, zumal der Film abgesehen von den lustigen Viechern, die aber viel zu oft zu sehen sind, als dass sie unheimlich wären, vollmundigen Trash-Mehrwert missen läßt.

Wer dennoch interessiert ist, der Film ist in der, as always, tollen Veröffentlichung von Anolis in ihrer Galerie des Grauens immer noch erhältlich, aber auch etwas günstiger von Ostalgica zu haben. 5,5/10

Da sah es bei Roger Cormans ATTACK OF THE CRAB MONSTERS schon anders aus. Auf einer Insel wird eine Marine-Einheit von einem riesigen Krabbenmonster angegriffen, welches telepathische Fähigkeiten besitzt und die ganze Zeit sarkastische Kommentare absondert. Herrlich. The Crap ist natürlich crap, das Vieh sieht so richtig scheiße aus. Aber der Film ist mit gut einer Stunde knackig kurz und teils ziemlich lustig. 6,5/10

In der Nacht ging es weiter mit GEORGE A. ROMERO’S DIARY OF THE DEAD, das wurde ja auch, verdammt nochmal, Zeit. Ich hänge mit der Retrospektive ja ziemlich hinterher. Der Film ist sicherlich kein Highlight der Reihe, doch ich finde den Ansatz, nur (im Szenario) real vorhandene Kameras (also die Kameras, die die Protagonisten dabei haben, Handys, Überwachungskameras, YouTube-Videos) zu benutzen, für einen …OF THE DEAD Film recht erfrischend. Die Charaktere und die Dramaturgie lassen indes zu wünschen übrig. Später mehr… 5,5/10

Zum Abschluss des verlängerten Film-Marathons habe ich endlich CLIVE BARKER’S UNDERWORLD gesehen, den ersten Film nach den literarischen Ergüssen des Horror-Gurus.

Roy Bain wird von seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Gangsterboss Motherskille angeheuert, den Verbleib der von entstellten Gestalten entführten Prostituierten, pikanterweise Bains Ex, zu eruieren. Die Suche führt ihn in die Kanalisation der Stadt, wo deformierte Freaks, die ihr Äußeres einer Droge des Dr. Savary verdanken, von der sie noch immer abhängig sind, hausen.

Das Drehbuch zu dem billigen Horrorfilm stammt vom Meister persönlich, er verarbeitete viele Themen, die er später in CABAL – DIE BRUT DER NACHT wieder aufgriff, doch UNDERWORLD hat einen recht miesen Ruf. Das kann ich einerseits verstehen, denn die Makeup-Effects sind, naja, improvable, die Darstellerriege nun alles andere als hochkarätig und die ganze Plotte ziemlich dünn, aber dafür hat der Film Charme. Es ist eine tragische Underdog-Story, der (Anti-)Held wie auch die vermeintlichen Monster sind nur Spielbälle in den Händen der Leute über ihnen, die nur verächtlich auf sie herabschauen. Das ist auf allen Ebenen noch ausbaufähig, aber dennoch grundsätzlich schon einmal sympathisch. Dazu ist der Film noch 80s as shit, die Neonfarben (gerne mit Nebel), die Klamotten, die Musik, darauf kann ich ja sowieso immer gut. Und Barkers Art des Happy End mag ich eh. 6/10

'MORTUARY' FILM PHOTOCALL, PARIS, FRANCE - 28 MAR 2006

Der Sonntag begann (in meinem Falle am Nachmittag) mal wieder mit einer schlechten Nachricht für Horror-Fans. Mit Tobe Hooper ist bereits die dritte Ikone des 70s-Horrors, jener Zeit, die das Genre modernisierte und deren dreckige, erdige Ästhetik noch heute Bestand hat, von uns gegangen . Vor 2 Jahren verabschiedete sich Wes Craven, vor nicht einmal 2 Monaten George A. Romero und jetzt also noch Tobe Hooper, der Mann, der Leatherface erschuf. 1974 erlangte Hooper mit dem ersten Film über eben jene Horror-Ikone auch abseits des Horror-Genre Beachtung; der niedrig budgetierte Terrorfilm THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE wurde ein Erfolg. 1982 sollte dann sein großer Durchbruch in Hollywood folgen; POLTERGEIST fand bei Kritikern wie Publikum großen Anklang, doch die bis heute bestehenden Gerüchte, dass Hooper als Regisseur nur vorgeschoben wurde und im Hintergrund Spielberg seine Strippen zog, war für seine Karriere eher kontraproduktiv. Dann floppte auch noch seine Sci-Fi-Horror-Extravaganza LIFEFORCE – DIE TÖDLICHE BEDROHUNG, indem Alien-Vampir Mathilda May nackt durch London marschiert und die Metropole ins Chaos stürzt. Das Science-Fiction-Remake INVASION VOM MARS, fiel darauf bei den Kritikern durch, also sollte es TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 richten. Doch der humorige Splatterfilm mit Dennis Hopper konnte nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Seit den 90ern war Tobe Hooper zumeist im TV beschäftigt, 2002 spannte ihn sogar Steven Spielberg wieder für die Alien-Invasion-Miniserie TAKEN ein. Dazwischen inszenierte er noch einige Genre-Produktionen schwankender Qualität, sein letzter Film DJINN, eine arabische Produktion, wurde von der Kritik zerrissen. Aber das ist alles zweitrangig, den über alledem thront immer noch Leatherface und reißt die rotierende Kettensäge in die Höhe.

Tobe Hooper verstarb am 26.08.2017 im Alter von 74 Jahren. Er ruhe in Frieden…

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Aus diesem Anlass liefen bei mir am Sonntagabend zwei Filme Hoopers, die auf Büchern von Stephen King basieren.

BRENNEN MUSS SALEM machte den Anfang, ein für’s TV gedrehter Zweiteiler mit David Soul aus STARSKY & HUTCH (Starsky? Hutch? Ich weiß es gerade nicht) in der Hauptrolle, der als Autor Ben Mears in seine Heimatstadt zurückkehrt, um über das verrufene Marsden-Haus zu schreiben. Das Haus wurde just vom zwielichtigen Antiquitätenhändler Straker, gespielt von James Mason, bezogen. Und während Ben mit Susan anbandelt, verschwinden einige Bewohner spurlos oder sterben an Blutarmut. Und bei so manchem klopft es nächtens am Fenster.

Mit drei Stunden am Stück ist das schon an ganz schöner Brecher, vorportioniert auf zwei Abende hat mir anno ’91 auf Sat 1 besser gefallen, da dort die Längen nicht so sehr ins Gewicht fielen. Außerdem war er dort damals gut 13 Minuten kürzer. Trotzdem zählt BRENNEN MUSS SALEM zu den besseren King-Verfilmungen, die sich genug Zeit für die verschiedenen Charaktere nimmt. Und ich hätte ihn ja auch nicht gleich am Stück gucken müssen. 7/10

THE MANGLER war da dann doch ein ganz anderes Kaliber. Die Geschichte dreht sich um eine mordende Wäschemangel, die einen Pakt mit dem Besitzer der Wäscherei Bill Gartley geschlossen hat. Inspektor Hunton ermittelt in den Todesfällen, einen besonderen Beschützerinstinkt entwickelt er dabei für die 16-jährige Angestellte Sherry. Sein bibelfester Freund Mark ist davon überzeugt, es mit einer bösen Macht zu tun zu haben, die exorziert werden muss.

Der Film ist nicht besonders gut und legt den Fokus auf die blutigen Todesszenen an der Wäschmangel. Eine Schau ist dafür Robert Englund als böser Besitzer mit Beinprothesen. Den Helden gibt hier Ted Levine, später bekannt als Captain Stottlemeyer. Vor allem das übernatürliche Brimborium, das Hooper auffährt, ist desöfteren unfreiwillig komisch, wenn sich die Mangel dann im Finale erhebt, kriegt man sich vor Lachen kaum noch ein. Ansonsten ist wenig erbauliches zu berichten, der Film ist nicht sehr spannend und dann auch noch klar zu lang (als Grundlage diente mal wieder eine Kurzgeschichte), und die unpassende deutsche Synchro setzt dem ganzen noch die Krone auf. 5/10

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