Dear Diary…on the watch 18.-20.08.17

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König Fußball hatte zur Eröffnung der Saison 2017/18 gerufen, und da es nicht mehr viel Live-Fußball im Free-TV gibt, nimmt man ja mit, was man kriegt.

Aber danach vervollständigte ich erst einmal wieder eine Reihe, FRANKENSTEIN SCHUF EIN WEIB war der letzte Auftritt Cushings als Monster-schaffender Baron, der mir noch fehlte.

Frankensteins Gehilfe Hans prügelt sich in der Gastwirtschaft vom Vater seiner heimlichen Geliebten Christina (die im Gesicht entstellt ist), um deren Ehre zu verteidigen, mit drei reichen Schnöseln. Nachts wird der Wirt von eben diesen erschlagen, doch Hans verhaftet und, weil er sich über sein Alibi, einer Liebesnacht mit Christina, ausschweigt, und auch weil schon sein Vater wegen Mordes den Kopf lassen musste, zum Tode verurteilt. Nach seiner Hinrichtung stürzt sich Christina zu Tode und landet beim Baron, der bereits des Hanses Seele extrahiert hat und mit dieser Christina wieder zum Leben erweckt. Die Wiedererweckte wird darauf von der Seele des Geliebten zur Rache getrieben…

Nach dem eher drögen FRANKENSTEINS UNGEHEUER von Freddie Francis fand hier die Serie unter der Regie von Terence Fisher wieder zu alter Stärke zurück. Für mich neben dem hierauf folgenden FRANKENSTEIN MUSS STERBEN das beste Sequel des Hammer-Klassikers. Cushing gibt den arroganten, kaltherzigen Wissenschaftler wieder mit viel Hingabe. 8/10

Über RUNNING ON KARMA hatte ich ja am frühen Samstagmorgen etwas ausführlicher berichtet. Wunderbares Asia-Kino, das mich veranlasste, den Rest des Wochenendes dem asiatischen Film zu widmen. 8/10

Asia-Geisterhorror ist eigentlich nicht so mein Fall, aber da mir der Vorgänger von Takashi Miike sehr gut gefiel und die DVD hier noch rumstand, gab es THE CALL 2.

Als wieder einige Leute einen Anruf von ihrem gerade sterbenden Selbst aus der Zukunft erhalten, wittert Journalistin Takako eine heiße Story. Die Spur führt sie nach Taiwan, wo eine Stadt schon in der Vergangenheit davon heimgesucht wurde. Begleitet wird sie von ihrem Freund Naoto und dem designierten Opfer Kyoko…

Dem gehen die Extravaganza vom ersten Teil gänzlich ab, und so ist THE CALL 2 schnöder Geisterhorror Asia-Style. Das soll jetzt nicht heißen, dass er schlecht ist, er bringt seine Zeit recht spannend über die Runden, doch ob ich den dritten Teil jetzt noch unbedingt sehen muss, bezweifle ich. 6/10

Es ging gruselig (naja, so halbwegs) weiter. S.R.I. UND DIE UNHEIMLICHEN FÄLLE ist eine japanische Mystery-Krimi-Serie vom Ende der 60er-Jahre, die so etwas wie ein Vorläufer von THE X-FILES darstellt. Das ZDF sendete 1971 nur 13 Folgen, die von Pidax auf 2 DVDs veröffentlicht wurden. Die anderen Folgen sind inzwischen auch erhältlich, allerdings im O-Ton mit deutschen Untertiteln. Die Fälle sind allerdings ziemlich kurz, eine Episode läuft nur ca. 25 Minuten. Und so ist manche Geschichte schon vorbei, wenn sie gerade begann, interessant zu werden. Läßt sich aber gut weggucken, die ersten 7 Folgen waren im Nu vorbei.

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ONIBABA – DIE TÖTERINNEN ist ein Klassiker des japanischen Kinos, den ich nun endlich nachgeholt habe, ein Kriegs-Drama, angesiedelt im feudalen Japan, in dem zwei Frauen, die Frau und die Mutter von Kichi, Krieger hinterrücks ermorden, um durch den Verkauf ihrer Habseligkeiten über die Runden zu kommen. Dann kehrt Nachbar Hachi als Deserteur heim und berichtet vom Tod Kichis. Erst stört seine Anwesenheit die Frauen, doch dann beginnt er ein Verhältnis mit der jungen Witwe, dass das Band der weiblichen Zweckgemeinschaft zu zerreißen droht.

Schonungslos und düster porträtiert Kaneto Shindo die auswegslose Situation der im Krieg zurückgelassenen. Der zynische Pragmatismus der beiden Frauen ist zwar anfangs erschreckend, aber dann auch erschreckend nachvollziehbar. Und am Ende streift er gar den Genre des Horrorfilm. Großartig! 9/10

Ringo Lam’s FULL ALERT dreht sich um ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem gewissenhaften, aber seines Berufs müden Cop Pao und dem Sprengstoffspezialisten Kwan. Als letzterer aus polizeilichem Gewahrsam befreit wird, stirbt dabei ein Kollege. Als Kwan dann noch Paos Familie bedroht, ist bei dem endgültig Schluss mit lustig…

Ringo Lam ist ein versierter Action-Regisseur, die Story dreht sich in Hong Kong normalerweise von selbst, und in den Hauptrollen glänzen die beiden Stars Lau Ching-Wan (Pao) und Francis Ng (Kwan), doch irgendwie schaffte es der Film nicht mich zu fesseln. Die Geschichte wird zu oft durch Szenen mit Pao und seiner Familie abgebremst, und die Musik in den Action-Szenen düdelte irgendwie recht lustlos vor sich hin. Auch fand ich das Finale ein bisschen bescheuert. Sowas ist eigentlich immer mein Fall, aber den mochte ich nicht wirklich. 6/10

THE ASSASSIN ist ein ziemlich splatteriges Swordsplay-B-Movie von 1993. Tong Po wird eines Verbrechens angeklagt und landet im Kerker. Von dort rekrutiert der Herrscher aus gebrochenen Gefangenen Anwärter für seine Assassinen-Truppe. Tong Po kann sich in einem Auslese-Kampf beweisen und zum Killer ausgebildet. Bald ist er der beste Meuchelmörder unter dem Banner des Kaisers. Doch bei einem Auftrag begegnet er seiner früheren Frau wieder, und er stellt sich gegen seinen Meister…

Der sichtlich knapp budgetierte Film kann bspw. in keinster Weise mit den Production Values des im selben Jahr entstandenen THE EAST IS RED von Ching Siu-Tung mithalten, macht das aber durch ein flottes Tempo sowie krude Gore- & Splattereffekte wieder wett. So vergehen die gut 80 Minuten Laufzeit wie im Flug, auch wenn ich die hier etwas schnell geschnittenen Kämpfe bekritteln muss, man verliert hier und da ein bisschen den Überblick. 7/10

PERFECT BLUE war dann die Überraschung des Abends. Der Anime von 1997 entpuppte sich als ausgezeichneter Psychothriller mit Mordszenen, die an den Giallo erinnerten.

Ein Popsternchen schmeißt ihren Job bei einer äußerst erfolgreichen Girl-Group, um Schauspielerin zu werden. Doch der Einstieg bei einer beliebten Serie erweist sich als schwierig, zudem machen eine gefakte Webseite und ein Stalker ihr zu schaffen, und so langsam scheint ihre Realität in sich zusammenzubrechen. Wird sie langsam wahnsinnig?

Ich hatte den schon länger auf dem Zettel, war aber doch überrascht, wie gut der Film funktioniert. Spannend, intelligent und nichts für schwache Nerven. 8,5/10

BATTLE ANGEL ALITA hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, doch da demnächst wohl die Live-Action-Version ansteht, war es wohl mal an der Zeit, den wieder in Videorekorder zu werfen. Die zweiteilige OVA hat bis heute nichts an seiner Wirkung verloren, auf 56 Minuten komprimiert, wird die Geschichte eines Cyborg-Girls um Liebe, Träume, Verlust und Tod erzählt. Ist wie ein Hieb in die Magengegend.

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Am Sonntagnachmittag gönnte ich mir endlich einmal Takeshi Kitanos DOLLS. Ein traumhaft gefilmtes und souverän gespieltes Episoden-Drama, in der das Schicksal mehrerer Liebender miteinander verflochten wird:

Ein Bräutigam nimmt Reißaus von der Hochzeit mit der Tochter seines Bosses, als er erfährt, dass seine verschmähte Ex-Freundin nach einem Selbstmordversuch apathisch in einer Nervenheilanstalt vor sich hin vegetiert. Er nimmt sie mit auf eine Reise ins Nirgendwo. Dann erinnert sich ein alter Yakuza an das Versprechen seiner damaligen Freundin, jeden Sonntag auf ihn im Park zu warten, egal wie lange dies dauern mag. Bei einem Besuch im besagten Park stellt er erstaunt fest, dass sie immer noch auf ihn wartet. Doch jetzt erkennt sie ihn nicht mehr. Und ein Fan eines J-Pop-Idols nimmt eine nicht unerhebliche körperliche Beeinträchtigung in Kauf, um sie nach einem schweren Unfall, sie hat sich seitdem komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, besuchen zu dürfen.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass wahre Liebende nur durch den Tod von ihrer Leidenschaft erlöst werden können. Ein sehr schöner Film, auch wenn zeitweise etwas deprimierend. 8,5/10

DIE FLIEGENDE GUILLOTINE aus dem Hause der Shaw Brothers verzichtet zwar großteils auf die bekannten Massen-Kämpfe ihrer berühmten Martial-Arts-Filme, bietet aber dafür großes, kopfloses Kino. Die Spezialeinheit des Kaisers wird an der fliegenden Guillotine ausgebildet, um unbemerkt die Feinde des misstrauischen Fürsten zu eliminieren. Dem besten Kämpfer Ma Teng kommen Zweifel an seinem Tun und wird beim Kaiser von Emporkömmling Ah Kun, der alles denunziert, was nicht bis drei auf den Bäumen ist, angeschwärzt. Unterhaltsame Kopf-ab-Parade mit untypisch vielen Außenaufnahmen. 8/10

Der südkoreanische Actioner CITY OF VIOLENCE bedient sich großzügig bei anderen Filmen wie VIER BRÜDER, OLDBOY oder KILL BILL, weiß dabei aber wohl zu unterhalten. Als sein alter Kumpel Wang-jae ermordet wird, reist Polizist Tae-su aus Seoul in seine alte Heimatstadt. Früher hingen sie hier zu fünft rum, doch dann sind alle eigene Wege gegangen. Mit Seok-hwan, dessen großer Bruder Dong-hwan rauschgiftsüchtig wurde, macht er sich auf, den Mörder zu finden. Hat Pil-Ho, damals der kleinste der Runde und heute ein Gangsterboss, der einen großen Immobiliendeal einfädelt, etwas damit zu tun?

Geht gut zur Sache, auch wenn man sich mit allzu blutigen Details bis zum gelungenen Finale zurückhält. Slick gefilmt und gut gespielt. Läuft ab & an auf Tele 5. 7/10

Danach gab es noch die letzten sechs Folgen S.R.I. UND DIE UNHEIMLICHEN FÄLLE. Interessant ist die Serie allemal, aber ich war schon müde und nebenbei anders beschäftigt, sodass mir die Handlung von 1-2 Episoden entgangen ist. Wird vielleicht vor oder nach ’nem AKTE X-Marathon vielleicht mal wieder in den Player wandern.

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