Dear Diary…on the watch 07.-10.08.17

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Wie sollte die Woche auch anders beginnen als mit einem Hammer-Film? DRACULA habe ich schon lange nicht mehr gesehen (allerdings ist meine Aufnahme von ca. 2003, also noch die alte, zensierte Kinofassung). Die neue Interpretation von Harkers Charakter finde ich gut, das bringt gleich von Anfang an Schwung in die Bude, auch Dracula gibt sich hier ja schnell als Vampir zu erkennen (hätte anders auch nicht viel Sinn, wo Harker das eh schon wusste). Sowieso treibt Terence Fisher den Plot schnörkellos und schnell voran, ohne den gothischen Touch zu vernachlässigen. Christopher Lee ist natürlich einsame spitze, eine unvergessene Leistung (er ist in folgenden Filme auch großartig als Fürst der Finsternis, doch diese Neuinterpretation bleibt halt im Gedächtnis haften), und Peter Cushing lieferte (wie immer) eine ebenbürtige Leistung ab. Cushing ist Van Helsing, genauso wie Cushing auch Baron Frankenstein ist. Michael Gough rundet als Lucys Bruder den männlichen Teil des Ensembles würdig ab. Direkt nach NOSFERATU – SYMPHONIE DES GRAUENS der zweitbeste Dracula-Film (allerdings muss ich den Universal-Klassiker von Tod Browning auch die Tage mal wieder einwerfen; ist schon eine halbe Ewigkeit her, dass ich Bela Lugosi als Blutsauger gesehen habe).

Um das Quartett der besten Cushing/Lee/Fisher-Teamups, vier der wichtigsten fünf Filme (und SCHOCK, den fünften im Bunde, habe ich dieses Jahr auch schon gesehen) für Hammer in den 50er-Jahren, voll zu machen, gleich mal DER HUND VON BASKERVILLE hinterher. Das ist der vielleicht schönste Hammer-Film und der erste Sherlock Holmes in Farbe. Das Moor ist wunderschön gelungen, und Maria Landi genauso. Christopher Lee nimmt sich hier als Lord von Baskerville etwas zurück, darf sich aber mal von seiner charmanten Seite zeigen. Der Film gehört aber sowieso Peter Cushing als Holmes, auch wenn er für einen Teil der Handlung abtaucht. Die Elemente des Gothic-Horror stehen der Geschichte sehr gut zu Gesicht, die waren ja auch in der vorangegangen Verfilmung schon vorhanden, aber nicht so gut herausgearbeitet wie hier (soweit ich mich erinnere, ist schon ein Weilchen her). Ich bin zwar ein eingetragener Fan von Basil Rathbone, was Sherlock Holmes betrifft, doch dieser hier rangiert auch ganz weit oben in meiner Holmes-, wie auch Hammer-, Toplist.

TETSUO – THE BULLET MAN habe ich schon eine halbe Ewigkeit vor mir hergeschoben. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es Tsukamoto auch nach dem Millenium noch einmal gelingen sollte, diese raw power der beiden ersten Teile zu entfachen. Und der Kugelmann ist tatsächlich der eingängigste der drei, was zu erwarten war, er hat sogar so etwas wie eine nachvollziehbare Handlung im Sinne eines handelsüblichen Spielfilms. Das soll aber nicht heißen, dass er schlecht ist, er hat mir ganz gut gefallen. Die etwas mehr als 60 Minuten sind auch zackig flott um.

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Löwen, Tiger, Geparden, Elefanten und vieles weiteres Viehzeug macht in Franco Prosperis Tier-Horrorfilm WILD BEASTS die deutsche Metropole Frankfurt unsicher. Eine Verunreinigung des Wassers weckt die Mordlust in den Bewohnern des örtlichen Zoos (und später auch einer Gruppe Kinder), sie überwinden die Barriere zur menschlichen Welt und bringen Tod und Chaos in die Innenstadt. Kein wirklich guter Film, aber er beinhaltet einige beeindruckende Szenen mit fast durchweg echten Tieren (ein paar unechte Ratten kamen auch zum Einsatz; man verbrennt ja keine echten). Heutzutage käme sowas alles aus dem Computer, aber Anfang der 80er war die Technik noch lange nicht so weit. Auf der DVD aus der Italian Genre Cinema Collection findet sich auch ein Interview mit dem Regisseur, der locker aus dem Nähkästchen plaudert und einige Anekdoten zum Dreh und den Schwierigkeiten, die sie dabei hatten (wegen des Films AFRICA ADDIO, den Prosperi zusammen mit seinem damaligen Kollegen Gualtiero Jacopetti inszenierte, sind sie auf dem schwarzen Kontinent keine gern gesehenenen Gäste). Alles in allem sehr interessant.

Mit der Sichtung der Hammer-Draculas ging es auch weiter voran, am Dienstagabend hieß es dann DRACULA HAS RISEN FROM THE GRAVE. Der vierte Film der Reihe gibt sich immer noch herrlich altmodisch, ein Pastor wird zum unfreiwilligen Helfershelfer von Vampirfürst Christopher Lee. Es liegt nachher an einem atheistischen Tunichtgut, das dunkle Treiben des Blutsaugers zu beenden. Der direkte Nachfolger WIE SCHMECKT DAS BLUT VON DRACULA? fehlt mir leider noch in der Sammlung (Holger meint aber, noch eine alte TV-Aufnahme auf VHS zu haben).

DAS GEHEIMNIS DES MAGISCHEN KREISES bleibt mir trotz Sichtung immer noch ein Rätsel, irgendwie bin ich aus dem Ende nicht wirklich schlau geworden. Dieser schmandige Giallo Fantastico dreht sich um einen Playboy, der nach einer Nacht mit einer mysteriösen Französin beginnt, seine Bettgespielinnen zu ermorden. Ermittler Anthony Steffen ist ihm auf der Spur, sein Butler erpresst ihn und eine Psychologin fühlt sich zu ihm hingezogen und will ihn heilen. Billig, aber zumindest recht sleazy, man muss manchmal solche schlechten Vertreter des Genres sichten, um die guten besser würdigen zu wissen. Wer kein Giallo-Komplettist ist wie ich, sollte die Finger davon lassen, denn das Gezeigte ist noch nicht einmal wirklich trashig-lustig.

Nachts habe ich noch die letzten zwei Folgen HOMELAND vom Wochenende nachgeholt, am Freitag (also heute) steht dann ja das Staffel-Finale an.

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Und weiter im Text; DRACULA – NÄCHTE DES ENTSETZENS ist einer der schwächsten Filme der Reihe, trotz Christopher Lee in der Titelrolle. Es geht um einen Schürzenjäger, der vor dem Vater seiner letzten Eroberung, seines Zeichens Bürgermeister, auf das Schloss des Herren der Finsternis flieht. Lustig ist, dass der Typ aussieht wie Neal Patrick Harris (aka Barney Stintson). Noch lustiger ist, dass sein Bruder, der ihn zusammen mit seiner Verlobten (auf die Dracula später natürlich abfährt) sucht, aussieht wie Prinz Harry. Der Rest ist leider weniger erbaulich.

Die SCHREIE IN DER NACHT ließen lange auf sich warten (und so spät war es noch gar nicht mal), denn eine geschlagene Stunde dauert es hier, bis endlich etwas halbwegs Interessantes passiert. Die Geschichte um ein paar Leutchens (u.a. Joachim Fuchsberger, mal nicht in der Heldenrolle), die nach einem Autounfall in einem abgelegenen Landhaus nächtigen müssen, wo Mutter und Sohn eine Seance abhalten. Und die Geister sind nicht nur klagend sondern gleich anklagend; kein Wunder, denn jeder der Gäste hat Dreck am Stecken. Regisseur Antonio Magheriti versucht sich hier, wie in allen seiner drei Gialli, darin, einen Mikrokosmos aus den Beziehungen, Verfehlungen und Verfeindungen der, in diesem Falle unfreiwillig, zusammengepferchten zu etablieren. Leider enthält er dem Zuschauer bis kurz vor Schluss alles vor, was ihn eventuell bei der Stange halten könnte. Nicht so schlecht wie der magische Kreis vom Vortrag, aber ähnlich langweilig.

Ich brauchte dann zum Ausgleich etwas erheiterndes, da war DAS GRAUEN AUS DER TIEFE genau das richtige. Trash-Fans vielleicht eher als HUMANOIDS FROMN THE DEEP bekannt, ist der Film eine knackige Hommage an Jack Arnolds Monsterklassiker CREATURE FROM THE BLACK LAGOON von 1954. Durch Umweltverschmutzung evolvierte Fisch-Mutanten wagen sich in ein menschliches Fischerdorf vor, paaren sich sogar mit einer jungen Frau am Strand. Zum Finale mischen diese Wesen dann ein örtliches Lachs-Festival auf, hier geht dann die Luzie richtig ab. Den Helden gibt uns hier mal wieder Doug McClure.

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Am Donnerstag fieberte man zwar den Hai-Light des Jahres entgegen, aber nachmittags war noch Zeit für den PSYCHIC KILLER. Das B-Movie von 1975, indem ein Ex-Sträfling nach dem Tod der Mutter sich mithilfe eines Amulettes in Trance versetzt und grausame Rache an allen, die am Tod seiner Mutter und seiner unrechtmäßigen Verurteilung schuld sind, verübt, nimmt im Grunde genommen die Welle an Telepathie-Horrorfilmen der späten 70er- und frühen 80er-Jahre wie DER SCHRECKEN DER MEDUSA, De Palmas TEUFELSKREIS ALPHA oder Cronenbergs SCANNERS vorweg, natürlich im kleineren Rahmen. Der Film macht sich auch recht ordentlich, nur die Morde laden heutzutage dann eher mal zum Schmunzeln ein. Ich war positiv überrascht.

Und so kam es, wie es kommen musste, mit SHARKNADO 5 – GLOBAL SWARMING ließ SyFy seinen Dauerbrenner wieder auf die Welt los. Und diesmal ging es dann auch glatt mal um dieselbe; von London aus starten Ian Ziering und Tara Reid einen Trip um den Globus, um ihren in einem Sharknado gefangenen Sohnemann und die Menschheit mittels eines Haiflossen-Amuletts zu retten. Das macht tatsächlich die meiste Zeit recht viel Laune, die Teile 3 & 4 fand ich persönlich ja nicht so wirklich prickelnd. Qualitativ dürfte da aber kein Unterschied erkennbar sein, lag wohl mit an meiner Tagesform, auch wenn selbst Holger meinte, dass die Nummer 5 besser als seine Vorgänger gewesen sei. Es gab mal wieder eine Menge Gastauftritte, von denen wir aber kaum welche kannten (gut, Samantha Fox, Fabio und Tony Hawks sind uns gleich aufgefallen und das der Dolph einen Auftritt zum Ende hatte, war noch das Sahnehäubchen). Soll erfüllt, dann bis nächstes Jahr!

Und wo wir schon einmal so zusammensaßen, konnte man ja dann auch noch einen richtig guten Film folgen lassen. Mario Bavas BLUTIGE SEIDE ist zu recht einer der großen Klassiker des Giallo, alleine optisch eine Wucht, die einem immer wieder umhaut. Toll schon, wenn die Farbe Rot das nächste Opfer ankündigt (sie tragen immer irgendwo rot), sich Personen aus dem Schatten schälen oder Bava dem Zuschauer jede Seite der üppig ausgestatteten Sets darbietet (was ungeheuer aufwändig gewesen sein muss, denn eine Seite ist normalerweise für die Kamera reserviert und damit der tote Winkel der Szene), was alles, zusammen mit dem Farbenspiel, sehr plastisch erscheinen läßt und in manchen Szenen ein schönes „Mittendrin-Gefühl“ erzeugt. Ich weiß, es hört sich abgedroschen an, aber es ist wirklich eine Schande, dass solche Art Film nicht mehr (oder nur alle Jubeljahre) gedreht wird. Bei dem Mediabook von VZHandelsgesellschaft bin ich etwas zwiegespalten; das Bild wurde ziemlich oft durch diverse Filter gejagt, zum Glück blieben die Farben erhalten. Außerdem ist nur die deutsche Tonspur enthalten, ich hätte mit zumindest der italienischen, mit Glück auch der englischen gerechnet. Dafür enthält diese Veröffentlichung eines dieser feinen Tenebrarum-Booklets mit einer Analyse des Films. Sie ist damit sicherlich keine Referenz, hat aber ein schönes Cover-Motiv und kostete genauso viel wie die Arrowfilms-Scheibe, die ich erst ins Auge gefasst hatte (und die im nachhinein doch die bessere Wahl gewesen wäre, alleine der Extras wegen).

Von THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH, ebenfalls von Bava, kannte ich schon die amerikanische Kinofassung (nennt sich THE EVIL EYE). Heute sollte es die italienische sein, in italienisch, aber mit englischen Untertiteln. Die junge Amerikanerin Nora (bezaubernd: Letitia Roman) macht Urlaub in Rom. Doch schon am Flughafen entpuppt sich ihr Sitznachbar als Schmuggler, ihre Gastgeberin stirbt gleich in der ersten Nacht, sie wird ausgeraubt und stolpert in eine lange aufgeklärt geglaubte Mord-Serie. Die Krimi-gestählte Nora schickt sich an, die Nachforschungen wieder aufzunehmen, im Schlepptau der sie umwerbende Dr. Brazzi (John Saxon). Lustig ist, dass der Schmuggler in der Ami-Fassung normale, in der Originalfassung Marihuana-Zigaretten dabei hat, denn sie bekommt im Flugzeug eine Schachtel von ihm geschenkt. Da sie an Bord eine Zigarette raucht, ist sie wohl high am ersten Abend. Doch die italienische Fassung entbehrt hier eigentlich alle Szenen, in denen sie sich dementsprechend komisch verhält und glaubt, dass ein Bild im Schlafzimmer ihr hinterher sieht (darauf ist Maestro Bava höchstpersönlich zu sehen). Diese Szenen sind dafür in der US-Fassung enthalten, in der sie ja nicht auf Droge sein soll (oder zumindest alle Hinweise darauf getilgt wurden, weswegen das auch etwas bescheuert wirkt). Das führt aber auch noch dazu, dass beide Filme ein komplett anderes Schlussbild besitzen, da die Originalfassung noch einmal auf diesen Vorfall am Anfang zurückkommt. Ein witziger, spannender Film, der zudem als erster Giallo gilt, auch wenn es eher eine Hitchcock-Hommage ist. Die Blu-ray/DVD-Combo von Arrowfilms ist mal wieder sehr zu empfehlen und beinhaltet beide Fassungen auf Blu-ray und DVD.

Ich war des Filmschauens danach immer noch nicht müde und so gab es BLUT FÜR DRACULA. Hier wird Christopher Lee aus Versehen von ein paar Touristen, bzw. durch seinen Diener, der einen derer über seinem Sarg ausbluten läßt (hier ist meine Aufzeichnung von Premiere geschnitten, wie sollte es anders sein?), wodurch sich der Graf wieder erhebt und Jagd auf die mitgeführten Weibleins (naja, die jüngere) unter den (da schon auf einen Mann und zwei Frauen dezimierten) Gästen macht. Ein rüstiger, jagd-affiner Pastor muss nun zur Hilfe kommen. Ein schöner Film, der direkt an den ersten Dracula-Film der Hammer Films Studios anschließt; kann man immer noch uneingeschränkt empfehlen.

Zum Abschluss noch die neueste Folge von PREACHER, wo es mal wieder einen Ausflug in die Hölle gab, wo man dahinter gestiegen war, dass hier einer ist, der da nicht hingehört. Ich mag die Serie und würde gerne auch mal in die Comics reinschnuppern.

14 Filme in 4 Tagen. So kann’s weitergehen.

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